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Vampira - Folge 10

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah ...
  4. Das Dorf der Toten
  5. Leserseite
  6. Leserbild von Roger Szilagyi
  7. Vorschau

Lilith Eden – Tochter eines Menschen und einer Vampirin, dazu gezeugt, eine geheimnisvolle Bestimmung zu erfüllen. 98 Jahre lag sie in einem Haus in Sydney, doch sie ist zu früh erwacht – die Zeit ist noch nicht reif. Sie muss gegen die Vampire kämpfen, die in ihr einen Bastard sehen, bis sich ihre Bestimmung erfüllt. Dabei hilft ihr ein Kleid, das seine Form beliebig ändern kann – ein Symbiont.

Jeff Warner – der Detective war einer jahrhundertealten Serie von Genickbruch-Morden auf der Spur. Als er Polizeichef Virgil Codd darüber informierte, wurde er von diesem – einer Dienerkreatur der Vampire – in den Garten des Hauses geschickt, wo Lilith erwachte und schon etliche Menschen spurlos verschollen sind. Auch Warner verschwand, tauchte aber wieder auf. Doch nun dient er offenbar dem Haus.

Beth MacKinsey – Journalistin. Bei ihr fanden Lilith und ihr Mitstreiter Duncan Luther Unterschlupf. Von Warner bekam Beth die »Genickbruch-Liste« zugeschickt. Mittlerweile kennt sie Liliths wahre Identität – und hat sich, gleichgeschlechtlich veranlagt, in die Halbvampirin verliebt.

Landru – Mächtigster der alten Vampire, Mörder von Liliths Vater. Seit 267 Jahren jagt er dem verlorenen Lilienkelch nach, dem Unheiligtum der Vampire, ohne den es keinen Nachwuchs geben kann. Landru scheint irgendeine Schuld auf sich geladen zu haben – welche, ist noch unklar.

Landru entdeckt, dass Lilith sein Ziel an der indisch-nepalesischen Grenze kennt, wo er den Lilienkelch zu finden hofft. Damit sie ihm nicht zuvorkommt, reist er sofort dorthin. Als er in einem der umgebenden Dörfer seinen Blutdurst an einem jungen Mädchen löscht, ahnt er nicht, dass er eine Auserwählte tötet …

In Sydney taucht ein veränderter Jeff Warner in Codds Büro auf – und gibt dessen Sekretärin, die wie Codd eine Dienerkreatur der Vampire ist, auf mysteriöse Weise ihre Menschlichkeit zurück …

Kurz nach der Ankunft in New Delhi tappen Lilith und Duncan in Landrus Falle. Von ihm instruierte Vampire überfallen sie – und töten Duncan Luther!

In Nepal versucht Landru vergeblich, zum Tempel vorzudringen, wo er den Lilienkelch vermutet. Die Mönche besitzen unirdische Kräfte. Und sie fordern ein neues Opfer für das, welches Landru tötete.

Lilith, die in Fledermausgestalt zu dem Dorf gelangt ist, nimmt die Stelle des Opfers – einer Frau namens Usha – ein und wird in den Tempel gebracht. Dort erfährt sie, dass die Häute der Dorfbewohner für eine »Blutbibel« verwendet werden, in der von Anbeginn der Zeit an die böse Geschichtsschreibung festgehalten wird. Also auch Informationen zum Lilienkelch – und zu Liliths Bestimmung!

Ihr Betrug wird entdeckt. Hilflos muss Lilith Ushas Tod mitansehen. Sie entkommt aus der Gefangenschaft, doch ihr Versuch, das Buch zu erlangen, scheitert; schließlich wird es sogar – scheinbar – durch Feuer vernichtet, während Lilith und Landru gegen Illusionen kämpfen.

Die Tempelanlage fällt in sich zusammen, Landru wird unter den Trümmern begraben. Während er sich mühsam befreit, flieht Lilith zurück nach Australien.

Dort überrascht Beth sie mit einem ungewöhnlichen Gast: Jeff Warner, der kein Mensch mehr zu sein scheint. Er eröffnet Lilith, dass das Haus ihr frühes Erwachen akzeptiert hätte und Helfer für sie rekrutiert – ehemalige Dienerkreaturen, denen durch Äpfel aus dem Garten des Hauses ihr Menschsein zurückgegeben wurde.

Und noch ein »alter Bekannter« treibt sich in Sydney herum: Leroy Harps, ehemaliger Pornoproduzent und einer von Liliths ersten »Blutspendern«. Er ist zur reißenden Bestie geworden – aber nicht durch ihre Schuld, sondern weil Hora, Sippenoberhaupt der Sydney-Vampire, ihn zum »Sklaven ohne Auftrag« machte, kurz bevor er von Lilith vernichtet wurde.

Harps’ erstes Opfer war Trish, eines seiner Sex-Mädchen. Nun kommen deren Vater und Schwester nach Sydney – in Begleitung eines Mediums, der alten Carlotta. Sie spürt Harps tatsächlich auf, nicht ahnend, welche Gefahr er darstellt. Den Mord an Trishs Vater kann Lilith nicht mehr verhindern, doch Leroy Harps wird erlöst – durch einen der mysteriösen Äpfel.

Auch Virgil Codd macht Bekanntschaft mit einer dieser Früchte: Warner gibt ihm seine menschliche Existenz zurück.

Als Lilith ein letztes Mal auf Warner trifft, teilt dieser ihr mit, wo die Spur des Lilienkelches damals endete: In Llandrinwyth, einem kleinen Dorf im Südwesten Englands …

 

Das Dorf der Toten

von Adrian Doyle

Llandrinwyth, 1727

Die Zeit der »Zwölften«

Owain Glyndwr überwachte die Säuberung des Taufsteins mit einem Gefühl nie nachlassenden Unbehagens. Der Geistliche war in der Nacht mehrfach schweißnass aufgewacht, ohne eine Ursache dafür zu finden. Er litt normalerweise nicht unter Störungen dieser Art.

Das Kirchenamt in Llandrinwyth bekleidete er nun schon seit über zwanzig Jahren. Eine ausreichende Zeit, um sich hilfreiche Routine anzueignen. Die anstehende Weihnachtsmesse war es demnach also keinesfalls, was ihn aus der Ruhe brachte. Auch jenes zweite Ereignis nicht, zumal er nachts davon noch gar nicht hatte wissen können …

In früher Morgenstunde dieses ersten der »Zwölften« hatte ein temperamentvolles, schon bei der Geburt blondgelocktes Mädchen das Licht der Welt erblickt. In einem kleinen Ort wie Llandrinwyth kein alltägliches Ereignis, weshalb Owain Glyndwr gemeinsam mit dem Vater auch spontan entschieden hatte, die Taufe dieses neuen Erdenbürgers in die Abendmesse einzubinden.

Die Mutter lag natürlich noch im Kindsbett, und Owain Glyndwr war darauf gefasst, ihr – früher noch vielleicht als diesem siebten ihrer Kinder die Taufe – die Sterbesakramente abnehmen zu müssen. Als er dem Haus gegen Mittag seinen Besuch abgestattet hatte, war die Frau nicht ansprechbar gewesen. Das Fieber hatte gelbe Stockflecken in ihr ohnehin verhärmtes Gesicht gemalt, und der schwüle Glanz ihrer Augen verriet, dass sie ahnte, wie es um sie bestellt war.

Der Geistliche schluckte einen Kloß hinunter, der ihn – bei aller »Routine« – in solchen Momenten immer noch überkam. Aber er war sicher, dass auch dies letztlich nicht der Grund des klammen Unbehagens war, das ihn während der Nacht gepeinigt hatte.

»Wir sind fertig«, riss ihn eine Stimme aus den trüben Gedanken. Sie gehörte einer der Dorffrauen, die er zu Vorbereitungsarbeiten der geplanten Festlichkeit verpflichtet hatte. »Können wir jetzt gehen?«

Owain Glyndwr nickte, ohne sich – wie es sonst seine Art war – genau zu vergewissern, ob auch alles seinen Vorstellungen entsprach. Mit einer Geste der Linken entließ er die Helferinnen nach Hause, während seine Rechte den Saum der Robe entlangfuhr, als läge dort eine Erklärung für die außergewöhnliche Stimmung, die ihn befallen hatte.

Er wartete, bis die Frauen ihr Werkzeug zusammengerafft und das Kirchenschiff verlassen hatten. Dann wandte er sich selbst dem Ausgang des Gotteshauses zu. Es verkörperte spätgotische Schlichtheit und besaß nicht annähernd den Prunk der großen Kathedralen wie Bangor oder Llandaff.

Owain Glyndwr bedauerte dies jedoch nicht wirklich. Er war zufrieden mit seiner Gemeinde, die im Ganzen – diesen neuen Erdenbürger mitgerechnet – nun gerade siebenhundertneunundsechzig Seelen zählte. Er bedauerte auch nicht, als gottesfürchtiger Mann denselben Namen zu tragen wie einer der letzten großen walisischen Helden und Nachfahren der Fürsten Llewellyn.

Als er jetzt vor die Tür trat, roch die Luft, die sich schwer von den geröllbedeckten Hügeln ins fruchtbare Tal senkte, nach baldigem Schnee. Der Himmel war wolkenverhangen und von bleierner Färbung. Kälte trieb weiße Fahnen von Owain Glyndwrs Lippen. Sie verflüchtigten sich wie arme Seelen, die aus den Körpern von Sterbenden hoffnungsvoll in die Obhut des Allmächtigen zurückkehrten …

Obwohl erst später Nachmittag, dunkelte es bereits. In einigen Fenstern der geduckten Häuser brannte Licht. Aus Schornsteinen quoll Rauch, dessen typischen Geruch Owain Glyndwr liebte. Er sog den Atem tief durch die Nase ein, die sich dabei blähte wie die Nüstern eines Pferdes, und strich versonnen über sein dickliches Gesicht.

Unerklärlich spät registrierte er die Versammlung mehrerer Dorfbewohner vor Clough Corwens zweistöckigem Haus.

Es hatte den Anschein, als wäre ein hitziger Streit entbrannt.

Owain Glyndwr kehrte in die Pfarrkirche zurück und holte sich einen wärmenden Mantel aus dem privaten Gemach. Wohlgeschützt gegen den scharfen Wind, der winters unaufhörlich über die schroffen Bergzacken von Snowdonia hetzte, lenkte er seinen fülligen Körper die Straße hinunter. Die Leute sahen ihn nahen und hielten – immer noch erregt, nun aber abwartend – inne.

»Worüber ereifert ihr euch?«, richtete Owain Glyndwr dieselbe Stimme an sie, die sie von der Kanzel kannten. Erst jetzt gewahrte er das rassige Pferd, das an einen Querbalken vor Clough Corwens Haus gezurrt war. Sowohl die schwarze Stute als auch der aufwändig gearbeitete, mit Seitentaschen versehene Sattel schlossen es von alleine aus, dass das Tier jemandem aus dem Ort gehörte. »Corwen hat einen Gast?«, warf der Geistliche deshalb noch leicht erstaunt hinterher.

Sofort brandete wieder das Geraune los. Erst Owain Glyndwrs hochgereckter Arm schuf Ruhe. »Seid ihr von Sinnen, euch am Tage des Herrn so in Rage zu plärren? Ich frage also noch einmal: Was ist der Anlass? Hat es etwas mit dem Ankömmling zu tun?«

Dafydd Gwilym, sonst ein besonnener Mann, rief mit zornrotem Gesicht: »Gut, dass Ihr kommt, Pfarrer – gut, dass Ihr kommt, wirklich! Geht nur hinein zu Clough, diesem uneinsichtigen Narren, und sagt ihm, dass wir solchen ›Gast‹ hier nicht schätzen!«

Owain Glyndwr staunte. Er wollte gerade »Warum denn bloß nicht, ihr Leute?« rufen, als sich die Tür von Corwens Gaststube öffnete, und eine schneidend helle Stimme erklärte: »Danke für die zahlreichen Huldigungen, aber ich denke, ich brauche keine Steigbügelhalter …!«

Owain Glyndwrs Augen ruckten nach rechts – und unvermittelt empfand er eine Kälte, gegen die kein noch so warmgefütterter Mantel schützen konnte. Ein flüchtiger Blick genügte, um ihn den Aufruhr unter den Männern und Frauen, denen sich immer mehr Dorfbewohner anschlossen, verstehen zu lassen.

Von irgendwoher hörte er es tuscheln: »Der Hund, an dem sie vorbeiritt, begann erst zu jaulen, dann fiel er zu Boden, zuckte und erbrach sich, ehe er tot liegenblieb!« Und eine andere Stimme wusste zu berichten: »Eine meiner Kühe wurde wahnsinnig, als ich sie vor ihr über die Straße trieb. Ich musste sie sofort schlachten. Aber ihr Fleisch ist vergiftet. Ich werde den Kadaver verbrennen müssen!«

Von überall her tönte das böse Flüstern.

Owain Glyndwr starrte immer noch sprachlos auf die verführerische Frauengestalt. Sie war mit herausfordernd in die Hüften gestemmten Fäusten vor der Tür getreten und warf dabei wild-amüsierte Blicke in die Runde.

Als sie Owain Glyndwr entdeckte, zogen sich die Winkel ihres sündigen Mundes verächtlich nach unten. »Von dir«, fauchte sie kehlig, denn sie hatte das Gewand seines Standes auch unter dem Mantel erkannt, »würde ich mir allerdings die Bügel gern halten lassen, Priesterchen! Du könntest mir auch gleich noch die Stiefel sauberlecken! Sie sind etwas staubig vom langen Ritt …«

Ein Aufschrei der Entrüstung ging durch die Menge, und Owain Glyndwr selbst krümmte sich unter unsichtbarer Knute. Die Haut seines Gesichts brannte plötzlich wie Feuer, und das Atmen fiel ihm unsagbar schwer.

Unbeeindruckt stieg die Frau, deren fremdartige, aufreizende Kleidung hie und da auch offene Begierde in Männerblicken weckte, die Steinstufen herab. Ihre Augen waren – bizarr für einen Menschen – gelb, ohne dass ihre Schönheit daran krankte.

Niemand wagte es, den geäußerten Abscheu als Angriff zu deuten und darauf zu reagieren. Alle Versammelten stierten nur gebannt auf die überquellende Weiblichkeit, die sich unter einem karminroten, kostbaren Stoff abzeichnete. Die Fremde schien sich ihrer Wirkung voll bewusst. Mit lasziver Eleganz bestieg sie ihre Stute, nein, sie verschmolz regelrecht damit, als wären sie in Wirklichkeit eine Einheit, die kurzzeitig auseinandergerissen worden war.

Owain Glyndwr begriff, noch während er unbeholfen auf die fremde Reiterin zustolperte, dass es dieser Vorfall war, der ihn bereits eine Nacht zuvor in verstörenden Ahnungen heimgesucht und gepeinigt hatte.

Als schließlich der Sattel dicht vor seinen Augen auftauchte, wäre er vor Scham am liebsten im Erdboden versunken. Er wusste, was nun folgen würde. Aber alle Versuche, sich dagegen zu stemmen, scheiterten unter dem unbarmherzigen Blick der flammend rothaarigen Frau. Sie hielt ihn, selbst als er den Kopf beugte, unentrinnbar gefangen.

Wieder stöhnte die Menge auf. Dieses Mal in einem anderen, von Unglauben getragenen Ton. Eine unersetzliche Saite in Owain Glyndwr zerriss. Er fasste selbst nicht, was er tat. Sein Herz schien zu erstarren, als seine Lippen sich öffneten, den Stiefel der Hexe berührten und die Zunge in nicht mehr kontrollierbarer Gier über das glatte Leder zu tanzen begann …

Gegenwart

Lilith Eden fühlte sich wie ein einsamer Schatten. Die Enge des Apartments hatte sie nicht mehr ertragen. Sie war in die Nacht hinausgegangen, weil sie nicht »vom Beton zermalmt« werden wollte. Sie litt, weil sie erkannt zu haben glaubte, dass sie für dauerhafte Freundschaften einfach nicht geschaffen war. Anderen brachte sie nur Unglück – oder den Tod. Damit konnte man nicht für sich werben.

»Llandrinwyth … Cymru … Radnor …«

Selbst jetzt brannten Jeff Warners Worte, die er auf dem verödeten Grundstück ihres Geburtshauses zu ihr gesprochen hatte, in ihrem Geist.1)

Drei Tage war es her.

Drei endlos lange Tage, während denen Lilith über das Erfahrene nachgedacht und es mit ihrer einzigen Vertrauten diskutiert hatte.

Beth.

Lilith strich sich in unbewusster Geste über die Brust. Der bloße Gedanke an die junge Reporterin, bei der sie wohnte, erotisierte sie. Erst die Kühle des sie umschmeichelnden Stoffes wirkte ernüchternd. Der Symbiont begleitete – und bekleidete – sie nach wie vor überallhin. Zurzeit schmiegte er sich als Kombination aus pechschwarzem Bustier, hauchdünn damit verbundenen, enganliegenden Hosen und kniehohen Stiefeln um ihren Körper. Er hatte schon lange keinen telepathischen Kontakt mehr zu ihr aufgenommen. Lilith wusste nicht, warum er beharrlich stumm blieb, obwohl er nachweislich zu dieser eigenen Art von Kommunikation in der Lage war. Doch sein Schweigen genoss sie durchaus.

Der Symbiont, ein Erbe ihrer toten Mutter, war Fluch und Segen in einem. Er vermochte jedes beliebige Kleidungsstück nachzubilden und hatte sich »nebenbei« des Öfteren als wirkungsvolle Waffe gegen Liliths Erzgegner, die Vampire, erwiesen. Eine Erklärung, warum er sich bei Landru, dem Mächtigsten der Blutsauger, verweigert hatte, war er bis heute schuldig geblieben.

Jeff Warner hingegen hatte ihr Ungeheuerliches offenbart: Das Haus ihrer Geburt – genauer die Kraft, die es beseelte und die offenbar auch Warner neuerdings in ihrem Griff hielt – hatte angeblich akzeptiert, dass Lilith »vor der Zeit« aufgebrochen war, ehe sie ihrer Bestimmung gerecht werden konnte – wenngleich sie noch immer nicht wusste, was diese Bestimmung eigentlich beinhaltete. Laut dem Ex-Polizisten hatte ihr frühes Erwachen einen Prozess in Gang gesetzt mit dem Ziel, Lilith künftig in ihrem Kampf gegen die Vampire zu unterstützen. In nicht mehr ganz zwei Monaten würde sie auf Menschen treffen, die ihr fortan – Lilith sträubten sich beim bloßen Gedanken die Haare – dienen sollten.

Sie hatte Warner (oder dem HAUS) klarmachen wollen, dass sie keine »Diener« brauchte – aber dies war nicht mehr möglich gewesen.

Am stärksten beschäftigte sie seither aber etwas anderes. Es sah aus, als hätte »die, die Lilith ihre Bestimmung gab«, sie auf eine neue Spur des sagenumwobenen Lilienkelchs gestoßen. Eine Fährte, die Landru entweder unbekannt war – oder die er bereits ergebnislos überprüft hatte:

Llandrinwyth … Cymru … Radnor …

Diese drei Orientierungspunkte hatte Warner ihr genannt. Seinen Angaben zufolge hatte sich die Spur des Vampir-Unheiligtums in Llandrinwyth vor mehr als zweieinhalb Jahrhunderten verloren.

Vor nunmehr genau zweihundertsiebenundsechzig Jahren, so wusste Lilith inzwischen, war der Lilienkelch entwendet worden. Seitdem konnte kein echter Vampirnachwuchs mehr gezeugt werden, nur noch Dienerkreaturen. Damit war die Existenz der Alten Rasse längerfristig bedroht. Lilith konnte aus der Bedrohung Gewissheit machen, indem sie den Kelch vor den Vampiren aufstöberte und vernichtete.

Der ersten freudigen Überraschung über die neue Spur war Ernüchterung gefolgt. Es sah so aus, als wären Warners Informationen ...

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