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Vampira - Folge 09

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah ...
  4. Diener des Bösen
  5. Leserseite
  6. Leserbild von Roger Szilagyi
  7. Vorschau

Lilith Eden – Tochter eines Menschen und einer Vampirin, dazu gezeugt, eine geheimnisvolle Bestimmung zu erfüllen. 98 Jahre lag sie in einem Haus in Sydney, doch sie ist zu früh erwacht – die Zeit ist noch nicht reif. Sie muss gegen die Vampire kämpfen, die in ihr einen Bastard sehen, bis sich ihre Bestimmung erfüllt. Dabei hilft ihr ein Kleid, das seine Form beliebig ändern kann – ein Symbiont.

Jeff Warner – der Detective war einer jahrhundertealten Serie von Genickbruch-Morden auf der Spur, wurde dann aber von Polizeichef Virgil Codd in den Garten des versunkenen Hauses geschickt, wo Lilith erwachte und in dem schon etliche Menschen spurlos verschwunden sind.

Beth MacKinsey – Journalistin. Bei ihr fanden Lilith und ihr Mitstreiter Duncan Luther Unterschlupf. Von Warner bekam Beth die »Genickbruch-Liste« zugeschickt.

Landru – Mächtigster der alten Vampire. Seit 267 Jahren jagt er dem verlorenen Lilienkelch nach, dem Unheiligtum der Vampire, ohne den es keinen Nachwuchs geben kann.

Landru spürt Lilith mittels des konservierten Schrumpfkopfs ihres Vaters auf. Lilith unternimmt mit dem Aboriginal Esben Storm eine Traumzeitreise zu ihrem Geburtshaus. Dort entdecken sie eine große Anzahl Menschen, die sich die Früchte eines Apfelbaumes im Zentrum des Gartens vollständig in den Hals pressen.

Das Haus hat seine Struktur verändert. Es will Liliths Astralleib nicht mehr hergeben. Und es holt auch ihren Körper heran – in dem Moment, als Landru Lilith in seine Gewalt bringen will. Sie verschwindet vor seinen Augen. Aus Rache zündet er den Laden des Aboriginals an. Storm kann im letzten Moment die »Nabelschnur« kappen; Lilith erwacht in einer Gasse Sydneys. Storm bleibt verschwunden. Ist der Aboriginal in seinem Haus verbrannt?

Der Vampir Habakuk greift Lilith in einem Park an – und wird von ihr besiegt. Sie presst wichtige Informationen über Landru aus ihm heraus, der indes erhält Besuch von der Werwölfin Nona erhält. Während die beiden jagen, dringt Lilith in den Sitz der Vampire ein, eine entweihte Kirche. Sie findet Landrus Kammer – und den Schrumpfkopf ihres Vaters, den sie nicht zu berühren vermag. Gerade als sie Landrus Karte aus Menschenhaut entdeckt, auf der sein Ziel in Indien vermerkt ist, kehren er und Nona zurück. Lilith entkommt, doch Hekade, eine Vampirin, heftet sich unbemerkt an ihre Fersen …

Lilith trifft ihren Kampfgefährten Duncan Luther in einem Park, nicht ahnend, dass Beth ihm heimlich gefolgt ist. Sie wird von Hekade gekidnappt, kann ihre Gegnerin aber mit einem Blitzlicht blenden. Lilith erledigt den Rest. Nun kommen Luther und sie nicht mehr darum herum, Beth reinen Wein einzuschenken.

Inzwischen entdeckt Landru, dass Lilith sein Ziel an der indisch-nepalesischen Grenze kennt. Damit sie ihm nicht zuvorkommt, reist er sofort dorthin. Als er an einem jungen Mädchen seinen Durst löscht, ahnt er nicht, dass er eine Auserwählte tötet …

In Sydney taucht ein veränderter Jeff Warner in Codds Büro auf – und gibt dessen Sekretärin, die wie Codd eine Dienerkreatur der Vampire ist, auf mysteriöse Weise ihre Menschlichkeit zurück …

Lilith und Duncan werden in New Delhi vom indischen Korrespondenten Himachal Pradesh in Empfang genommen. In der Nacht überfallen Vampire ihr Hotel – und töten Duncan Luther!

In Nepal versucht Landru vergeblich, zum Tempel vorzudringen, wo er den Lilienkelch vermutet. Die Mönche besitzen unirdische Kräfte. Und sie fordern ein neues Opfer für das, welches Landru tötete. Lilith, die in Fledermausgestalt zu dem Dorf gelangt ist, nimmt die Stelle des neugewählten Opfers – einer Frau namens Usha – ein und wird in den Tempel gebracht.

Dort erfährt sie, dass die Häute der Dorfbewohner für eine »Blutbibel« verwendet werden, in der von Anbeginn der Zeit an die böse Geschichtsschreibung festgehalten wird. Also auch Informationen zum Lilienkelch – und zu Liliths Bestimmung!

Ihr Betrug wird entdeckt. Hilflos muss Lilith Ushas Tod mitansehen. Sie entkommt aus der Gefangenschaft, doch ihr Versuch, das Buch zu erlangen, scheitert; schließlich wird es sogar – scheinbar – durch Feuer vernichtet, während Lilith und Landru gegen Illusionen kämpfen.

Die Tempelanlage fällt in sich zusammen, Landru wird unter den Trümmern begraben. Während er sich mühsam befreit, flieht Lilith zurück nach Australien …

 

Diener des Bösen

von Adrian Doyle

Die Siegel der Nacht öffneten sich ihr bereitwillig. Dunkel war für sie nicht dunkel, Tod nicht Tod. Sie labte sich an Pesthauch und Alter. Ihre Streifzüge durch das Labyrinth, das den Lebenden verschlossen blieb, waren von Einsamkeit geprägt. Hier gab es nur Stille. Manchmal noch das Plätschern eines Rinnsals, wenn Regen fiel. Oder das hörbare Echo ihrer Gier, die sie immer wieder dorthin lockte, wo sie den Tisch reich gedeckt wusste. Wo jene hausten, die sie eigentlich verachteten.

Und die auch sie verachtete.

Tapsig wankte sie das Labyrinth entlang. Durch ewig finstere Gänge. Grunzend. Getrieben von der tumben Sehnsucht eines Monsters …

New Delhi, Indien

Sein Blick war Macht.

Er starrte in die Augen der Sippenangehörigen, die ihn umstanden, und in seiner Mimik erinnerte nichts an die jüngst erlittene Schmach. Nicht einmal die Kreuznarbe auf der linken Wange flammte stärker durchblutet als sonst.

Landru verbarg den bitteren Geschmack der Niederlage, die er in dem nepalesischen Klostertempel hatte hinnehmen müssen, hinter Strenge. Den Rapport hatte er schweigend entgegengenommen. Nun befahl er unzufrieden: »Zeigt ihn mir!«

Sie wussten, dass sie versagt hatten.

Eine Übermacht hatte vor einer einzelnen Frau kapituliert …

»Ich führe dich«, sagte Tanor, der sich nach alter Yogi-Sitte kleidete und seit vielen Jahren Oberhaupt der Sippe war, die hier in der überbevölkerten Millionenstadt lebte wie Maden im Speck.

Wie kaum ein anderes Land konnte Indien in Anspruch nehmen, das plötzliche Verschwinden von niedrigkastigen Staatsbürgern so gut wie nicht zur Kenntnis zu nehmen. Vampire hatten hier alle Möglichkeiten, und Dienerkreaturen wurden kaum benötigt.

Wie wenige andere Völker pflegten die Inder aber auch Religionen, aus denen sie ein hohes Verständnis für Übersinnliches und Okkultes schöpften. Dementsprechend gab es hierzulande immer wieder Menschen, die sich erfolgreich (zumindest im ersten Anlauf erfolgreich) gegen Attacken der Alten Rasse wehrten. Die »Sterblichkeitsrate« unter den Vampiren wäre nicht besorgniserregend gewesen, wenn Nachwuchs nachgedrängt hätte. Da aber der Lilienkelch, das unerlässliche Mittel zur Zeugung echter Vampire, immer noch verschwunden war, lichteten sich auch die Reihen der hiesigen Sippen seit zweieinhalb Jahrhunderten stetig.

Tanor hatte keine Scheu, Landru darauf anzusprechen, als sie allein durch die Gänge des Versammlungsortes im östlichen Stadtkern schritten.

Landrus aggressive Reaktion erstaunte ihn.

»Ihr könnt nicht einmal mit einem Neugeborenen fertig werden!«, fauchte er und blieb mit rotglimmenden Augen vor Tanor stehen. Seine Faust schoss vor und wickelte sich um das Gewand des falschen Yogi. »Ich rate dir zur Vorsicht, Tanor, alter Schwätzer! In all der Zeit, die ich nach dem Verbleib des Unheiligtums forsche, kam aus den Reihen der Sippen wenig Verwertbares, und daran, das weiß ich, wird sich nichts ändern! Ihr erkennt nicht einmal das wahre Ausmaß der Gefahr, die sich seit dem Diebstahl wie wuchernder Menschenkrebs unter uns ausbreitet. Heimlich, still und leise!«

Tanor zappelte Zentimeter über dem Boden. Eine ganz neue Art der »Levitation«. Er war entrüstet über Landrus Handgreiflichkeit, aber er unterschätzte die Gefahr, in der er im wahrsten Sinne des Wortes schwebte. Tanor verließ sich auf den Kodex der Vampire.

»Gibt es noch eine andere Gefahr als die, dass wir nach und nach zur ›existenzbedrohten Art‹ werden?«, fragte er zähnefletschend. »Und was du ein ›Neugeborenes‹ nennst, wurde immerhin fast ein Jahrhundert lang ausgebrütet, ehe es entschlüpfte!«

Landru öffnete die Faust.

Tanor strauchelte nicht einmal. Elegant kam er zum Stehen und strich sich das Gewand glatt.

»Diese andere Gefahr gibt es!«, behauptete Landru, ohne auf den Nachsatz einzugehen.

»Wie sähe sie aus?« Tanors Neugierde überdeckte die berechtigte Empörung über Landrus Übergriff. Insgeheim war er heilfroh, dass niemand seiner Sippe Zeuge dieser Demütigung geworden war.

»Es wird dir nicht gefallen, was ich sage.«

»Mir gefällt auch nicht die Überheblichkeit, mit der du deinesgleichen behandelst!«

»Meinesgleichen?« Landru verzog das Gesicht. »Genau darum geht es! Ihr entfernt euch immer mehr von alten Werten – und merkt es nicht einmal. Unsere Rasse degeneriert! Ich beobachte es seit langem!«

Tanor machte keinen Hehl aus seiner Haltung. »Vermutlich siehst du dich selbst als einzige nicht von dieser Degeneration befallene Ausnahme …«

Landru machte eine wegwerfende Geste. »Ich wusste, dass du nicht in der Lage bist, dich ernsthaft damit auseinanderzusetzen!«

Tanor schüttelte den Kopf. »Du irrst«, sagte er beherrscht. »Ich bin sogar deiner Meinung. Du würdest viele finden, die ähnliche Gedanken hegen – wenn du dich nur dazu herablassen würdest, mit ihnen zu reden. Ich fürchte –«, er setzte sich wieder in Gang, »– dein größtes Problem ist nicht die Suche nach dem Kelch. Dein größtes Problem bist du selbst! Du verlierst mehr und mehr den Kontakt zu deinem eigenen Volk!«

Landru unterdrückte das Verlangen, Tanor auf der Stelle zu töten.

Er bezähmte sich, weil er begriff, dass das Sippenoberhaupt nicht völlig unrecht hatte. Nicht nur mit den anderen, auch mit ihm ging seit langem eine schleichende Veränderung vonstatten. Er ahnte den Grund. In diesem Augenblick ahnte er ihn klarer als jemals zuvor.

Nachdem er zu Tanor aufgeholt hatte, sagte er versöhnlich: »Ich habe eine Theorie. Vielleicht interessiert sie dich.«

»Vielleicht«, räumte Tanor, nun gleichfalls versöhnlich, ein. Er schien zu spüren, dass der Respekt, den Landru ihm plötzlich zumindest indirekt zollte, nicht nur eine Finte war.

»Niemand«, begann Landru, während sie den Weg zu ihrem Ziel fortsetzten, »nicht einmal ich, weiß Genaues über die Beschaffenheit des Kelchs. Ich halte es für möglich, dass er nicht nur dafür zuständig ist, Nachwuchs zu zeugen, sondern auch …« Er machte eine Pause, um Tanors Reaktion zu studieren. »– sondern auch, unsere Evolution in Gang zu halten.«

»Was verstehst du darunter?«

»Simpel ausgedrückt, das Gegenteil von Devolution«, konnte Landru sich seinen Sarkasmus nun doch nicht verkneifen. »Fortschritt oder Rückschritt unserer Rasse könnte von Sein oder Nichtsein des Kelchs abhängen. Seit zweieinhalb Jahrhunderten fehlt dieser Einfluss. Die Folgen sind nicht länger zu ignorieren. Auch für dich und andere, das hast du vorhin bestätigt!«

Tanor schwieg nachdenklich. Dann sagte er: »Ich sehe einen Denkfehler.«

»Welchen?«

»Gäbe es einen solchen ›Einfluss‹ auf uns, wäre er global wirksam. Er würde jeden Vampir erreichen, ganz gleich, wo er sich auch aufhielte – und ganz gleich, wo der Kelch sich aufhielte.« Er wartete Landrus Nicken ab. »Wäre es so, müsste diese Kraft auch nach dem Diebstahl noch wirksam sein. Der Aufbewahrungsort spielte keine Rolle!«

In Landrus Stimme schwang Anerkennung. Zugleich legte er offen, dass er diese Möglichkeit in aller Konsequenz längst durchdacht hatte.

»Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ich doch richtig liegen könnte«, erwiderte er. »Die eine wäre eine Katastrophe, denn sie würde bedeuten, dass der Kelch damals nicht nur gestohlen, sondern vernichtet wurde …«

Tanor nickte, als sei auch ihm dieser Verdacht nicht fremd.

»… die andere setzt voraus, dass das Unheiligtum an einem Ort oder unter einem Schild aufbewahrt wird, von wo aus sein steuernder Einfluss vollkommen abgeschirmt wird.«

»Wo sollte das sein?«, fragte Tanor zweifelnd.

»Wenn ich das wüsste, hätte ich ihn längst zurückgeholt!«

»Deine Fährte in Nepal verlief sich im Sand?«

Landru nickte grimmig. Zu weiterem Kommentar schien er nicht bereit, zumal sie ihr Ziel endlich erreichten.

Tanor öffnete eine blutrote Tür, die eine unwillkürliche Assoziation in Landru freisetzte: Es ist eine Planke der Dunklen Arche!

Derselbe abstrakte Gedanke hatte ihn grundlos oben im Himalayagebirge vor einer roten Falltür beschlichen.

Er verdrängte ihn.

Hinter Tanor betrat er einen Raum, dessen Magie den aufbewahrten Leichnam vor Verwesung schützte.

»Wir haben nicht völlig versagt, wie du siehst«, rückte Tanor Landrus Vorwurf gerade.

Landru trat vor den nackten Toten, in dessen Gesicht sich weit mehr Überraschung als erlittene Qual gegraben hatte.

»Eine Trophäe!«, sagte er wegwerfend. »Zu mehr ist er nicht mehr nütze! Ich habe einmal für lange Zeit den Kopf eines Feindes als Trophäe aufbewahrt – aber nicht, ohne damit einen Zweck zu verbinden. Wahrlich, ihr bietet mir schwachen Ersatz für die, die euch entkam!«

»Sie gehörten zusammen«, erinnerte Tanor.

»Er war nur ein Mensch«, schwächte Landru ab. »Ohne besondere Gaben.«

»Das kann sich ändern …«

Landru bemerkte den listigen Zug um den Mund des Oberhaupts wohl. Dennoch blieb er seinen Prinzipien treu. »Er ist tot! Ich könnte über ihn gebieten, wie ich über andere Tote gebieten kann, um sie zeitweilig in zombiehafte Werkzeuge zu verwandeln. Aber was wäre damit gewonnen? Ich besitze Marionetten genug. Seine Seele ist erloschen, seine Hülle damit wertlos!«

Tanors Augen glitzerten.

»Nimm ihn als Geschenk meiner Sippe«, sagte er. »Als Versuch einer Wiedergutmachung.«

»Ich will ihn nicht!«

Tanor wiegte den Kopf, ehe er nachdrücklich versicherte: »Warte ab, was genau ich dir anzubieten habe. Danach wirst du ihn mögen … Du wirst ihn lieben

Sydney, Australien

Es waren Tage tiefer Depression, die Maryann Rosehill durchlebte, seit sie ihre Schwester in der Polizei-Pathologie identifiziert hatte. Der Anblick der bestialisch Hingemordeten hatte sich tiefer als jedes andere Erlebnis in ihr Gehirn eingebrannt.

Patricia hatte tagelang im Wasser gelegen, ehe sie gefunden worden war. Wie die Experten ausführten, hatte sich dadurch Leichenfett unter ihrer Haut gebildet. Der Körper war stark aufgedunsen und beinahe unkenntlich geworden. Jedenfalls ganz anders, als Maryann ihre bildhübsche Schwester in Erinnerung gehabt hatte. Dennoch gab es genügend Merkmale, anhand derer sich die Identität der Toten unzweifelhaft hatte bestimmen lassen.

Die Behörden waren zufrieden.

Maryann nicht.

Ursprünglich hatte ihr Vater sie begleiten wollen. Aber die Nachricht vom mutmaßlichen Tod seiner zweiten Tochter hatte ihn so fertiggemacht, dass er sich nicht in der Lage gefühlt hatte, die rund tausendneunhundert Meilen von seinem Wohnsitz Darwin bis in den tiefsten Südosten, nach Sydney, zurückzulegen.

Ihr Vater …

Er hatte nie verwunden, als Patricia vor zwei Jahren – kurz nach dem Krebstod ihrer Mutter – Hals über Kopf das elterliche Haus verlassen hatte. Einer angestrebten »Model-Karriere« wegen war sie nach Sydney gezogen. Sie wollte sich auf eigene Beine stellen. Das Leben in der Provinz (als solche hatte sie Darwin von kleinauf betrachtet, obwohl es sich immerhin um die Hauptstadt des nördlichen Territoriums handelte) hatte ihr nie zugesagt. Schon als Kind hatte sie große Flausen und Rosinen im Kopf gehabt.

Für Maryann war der »Ausstieg« ihrer Schwester deshalb vorprogrammiert gewesen. Sie hatte immer versucht, diese Entscheidung zu respektieren und sie gegen anderslautende Ansichten des Vaters zu verteidigen. Aber auch sie hatte nie verstanden, weshalb Patricia nach wenigen Monaten völlig abgetaucht war.

Und die einzige Nachricht seitdem war nicht das erwartete Lebenszeichen gewesen; im Gegenteil. Telefonisch waren sie von einer Polizeistelle informiert worden, dass das weibliche Opfer einer Gewalttat Papiere bei sich getragen habe, die es als Patricia Rosehill auswiesen. Zum Zwecke der exakten Identifizierung wurden die Familienangehörigen aufgefordert, umgehend in Sydney zu erscheinen.

Mittlerweile war Maryann froh, dass ihr Vater nicht mitgekommen war. Sie hoffte vor ihm vertuschen zu können, was sie mittlerweile über den Lebenswandel ihrer Schwester in Erfahrung gebracht hatte.

Es hätte ihn vollends ins Grab gebracht.

Paul Rosehill war ein tiefgläubiger Mensch. Diesen Glauben teilte Maryann, nur Patricia hatte es immer etwas lockerer angehen lassen.

Dafür war sie nun – so sah es zumindest aus – bestraft worden.

Für einen Lebenswandel, den auch Maryann nicht mehr tolerieren konnte.

Patricia hatte sich unter einem »Künstlernamen« verkauft und dabei Körper und Seele verraten!

Als Pornodarstellerin Trish Tough.

»Du dumme Kuh!« Maryann ballte die Fäuste und stieß die Worte unhörbar für Gäste an den Nebentischen hervor. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie hatte längst abreisen wollen, aber etwas ließ sie immer wieder zögern. Vielleicht, weil sie sich noch nicht stark genug fühlte, ihrem Vater zu begegnen und ihm die volle Wahrheit vorzuenthalten.

Was war die »volle Wahrheit«?

Nicht einmal die Polizei hatte es ihr sagen können. Man fahndete nach dem mutmaßlichen Täter, der Patricia auf dem Gewissen hatte. Aber man wusste nichts über das Motiv.

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