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Vampira - Folge 05

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah ...
  4. Niemandes Freund
  5. Leserseite
  6. Vorschau

Lilith Eden ist die Tochter eines Menschen und einer Vampirin, dazu gezeugt, eine geheimnisvolle Bestimmung zu erfüllen. Fast hundert Jahre lag sie in einem Haus in Sydney, Australien, dessen Türen und Fenster bloße Attrappen sind. Doch sie ist zwei Jahre zu früh erwacht – die Zeit ist noch nicht reif. Für was, kann auch die Vision nicht klären, die sie von ihrer toten Mutter empfängt. Diese warnt sie vor einer feindlichen Vampirsippe und insbesondere vor deren Führer Landru. Lilith müsse gegen die Vampire kämpfen, bis sie sich ihrer Bestimmung bewusst würde. Dabei hilft ihr ein Kleid, das seine Form beliebig ändern kann – ein Symbiont.

Lilith verlässt das Haus, bevor die Polizei darauf aufmerksam wird. Dem Parapsychologen Brian Secada gelingt es, in das Gebäude einzudringen. Was er in den Räumen erlebt, kostet ihn den Verstand. Als er dem Moloch entfliehen kann, ist er um Jahrzehnte gealtert und hält sich selbst für einen Vampir. Er wird in die Psychiatrie eingeliefert. Das Haus versinkt in einer Erdspalte, nachdem es auch noch den Menschen in seiner Umgebung die Lebensenergie geraubt hat. Detective Warner soll in Sachen »verschwundenes Hausäermitteln, obgleich er viel lieber dem Mörder nachjagen würde, der seine Opfer mit gebrochenem Genick zurücklässt.

Hora, das Oberhaupt der Vampirsippe von Sydney, und sein Sohn stellen Lilith – und werden von ihrem Kleid getötet. Als die restliche Sippe sich zusammenrottet, kann Lilith mit Mühe in eine Kirche entkommt, deren Atmosphäre sie dank ihres menschlichen Erbes nicht umbringt. Sie gerät in die Gewalt von Pater Lorrimer, der die anglikanische Kirche leitet. Er will durch Exorzismus »ihre Seele retten«. Derweil wird Lorrimers Gehilfe, ein Priester-Aspirant namens Duncan Luther, von den vor der Kirche lauernden Vampiren hypnotisch beeinflusst und mit einem Holzdolch bewaffnet, um Lilith zu vernichten.

Im Zuge der Austreibung läst sich das lebendige Kleid von Liliths Körper, legt sich um Lorrimers Kopf und blendet ihn. Als Luther Lilith erdolchen will, wendet es sich von Lorrimer ab und befällt Luther. Ihm geschieht nichts, außer dass der Hypnoblock beseitigt wird und er danach Lilith verfällt. Den geweihten Dolch nimmt er mit, als er mit ihr durch die Kanalisation flieht. Lorrimer wird in der Kirche von einer umkippenden Steinfigur erschlagen.

Im Kanal lauern drei jüngere Vampire, die den Fluchtweg abriegeln sollen. Luther tötet zwei von ihnen mit dem Dolch; der dritte kann die Flucht ergreifen.

Detective Warners Weltbild kommt derweil heftig ins Wanken. Nachdem er herausfand, dass die »Genickbruch-Morde« eine feste Tradition in Sydneys Historie haben, versucht sein Kollege Stiller, ihn grundlos zu ermorden. Und als er sich an Polizeichef Virgil Codd wendet, schickt der ihn zu einem ganz besonderen Einsatz: den Garten des versunkenen Hauses zu erkunden, der schon Dutzenden von Menschen zur Todesfalle wurde.

Luther fährt mit Lilith zu seinen Eltern, die in einem Vorort leben – und gerät in eine Falle. Vampire haben den Platz der Eltern eingenommen! Lilith rettet Duncan in letzter Sekunde. Das Haus – und der Dolch – gehen in Flammen auf.

Zurück in Sydney, nimmt Duncan Kontakt zur Reporterin Beth MacKinsey auf, die er von früher kennt. Er macht ihr weis, Lilith werde von ihrem gewalttätigen Ehemann verfolgt und suche Unterschlupf. Beth rät Luther, auf jeden Fall schleunigst bei der Polizei vorzusprechen, zwingt ihn aber nicht. Als Lilith erfährt, dass Beth an der Paddington-Sache arbeitet, bittet sie die Reporterin, sie begleiten zu dürfen.

Beth willigt ein. In der Paddington Street wird Beth schon an der vordersten Sperre barsch abgewiesen, Lilith hingegen – dank Hypnose – durchgelassen! Sie betritt den seltsamen Garten – und spürt, dass sie, wenn sie weitergeht, unweigerlich von etwas gefangen würde, das schon sehnsüchtig auf ihre Rückkehr wartet. Auf dem Rückzug sieht sie dann kurz einen alten Aboriginal-Schamanen, der ihr bereits früher im Haus begegnet ist.

Indes taucht Landru in Sydney auf. Er erfährt, wie Lilith unter der hiesigen Sippe gewütet hat, und macht Andeutungen über einen verlorenen Kelch, nach dem er seit langer Zeit sucht.

Beth befragt einen eingeborenen Kontaktmann über die mysteriösen Vorgänge, erfährt von Esben Storm – so der Name des Aboriginals – aber nichts. Lilith dagegen erkennt in Storm sofort den geheimnisvollen Schamanen aus dem Garten …

 

Niemandes Freund

von Adrian Doyle

Die Kreatur kauerte hinter dem wuchtigen Schreibtisch. Sie sprach leise ins Telefon. Nervosität schwang in ihrer Stimme mit, tiefe Besorgnis. Ihre Augen glommen dunkel. »Hora ist tot. Alles zerfällt. Und unsere Herren warten nur ab und hoffen, dass Landru das Desaster beseitigt.«

»Was können wir beitragen?«, fragte die Stimme am anderen Ende der Leitung. »Das Grundstück entzieht sich immer noch jeder Untersuchung. Alle, die es betreten haben, sind verschwunden.«

»Das stimmt. Aber wir müssen erfahren, was dort vorgeht«, pflichtete die erste Kreatur bei. Und fügte seufzend hinzu: »Ich werde mich darum kümmern …«

Als der Bürgermeister von Sydney schwieg, legte Polizeichef Codd auf.

Wieder so eine Nacht …

Jonathan Friday wälzte sich im Bett. Hillary lag brettsteif neben ihm. Sie hatte drei Schlaftabletten eingenommen – wieder eine mehr als gestern und die Nacht davor.

Umsonst.

An Schlaf war nicht zu denken. Selbst durch die geschlossenen Jalousien drang der Stimmen- und Fahrzeuglärm kaum gedämpft ins Haus. In jeden Raum. Sie hatten versucht, die Fenster zu schließen, aber die Hitze der letzten Tage machte dies unmöglich. Selbst eine eilends angeschaffte mobile Klimabox hatte ihr Problem nicht gelöst. Das Gerät summte erstens nervtötend. Zweitens benötigte es einen Schlauchabzug nach draußen – und damit wieder ein offenes Fenster.

Ein Teufelskreis.

Friday hatte sich bisher nicht dazu durchringen können, ein Loch in die hübsche alte Stuckwand zu schlagen. Sein Herz hing mit jeder Faser an dem ererbten Haus. Er hoffte immer noch, dass der Spuk in ihrem Viertel genauso schnell wieder aufhören würde, wie er begonnen hatte …

Als eine ganze Kolonne schwerer Fahrzeuge Richtung Absperrung zu ziehen schien, wurde so viel Adrenalin in ihm ausgeschüttet, dass er es nicht mehr im Bett aushielt. Gehetzt tappte er zum Fenster und zog den Rollladen ein Stück nach oben.

Außer rumpelnden Geräuschen und dem metallischen Tackern schwerer Dieselmotoren drang auch das zuckende Licht von sich drehenden Warnlampen ins Schlafzimmer.

Friday ballte die Fäuste. Die Ohnmacht drohte ihn zu ersticken. Er hatte noch nie so häufig an Herzinfarkt gedacht wie in den letzten Nächten. Tagsüber war es einigermaßen zu ertragen, obwohl sie im Büro bereits Witze über seine dunkel umränderten Augen rissen. Auch Hillary ergriff sofort nach Geschäftsöffnung die Flucht. Eine teure Angelegenheit, denn sie rettete sich in einen wahren Kaufrausch, der ihrem Konto alles andere als gut bekam.

Friday verbot es ihr trotzdem nicht. Er liebte seine Frau und sah, wie sie unter den veränderten Bedingungen litt.

Was ihm wiederum noch mehr zusetzte.

Noch so ein Teufelskreis …

»Komm wieder ins Bett! Und mach das Fenster zu – wenigstens für ein paar Minuten …«

Er hörte sie, aber er nahm nicht wahr, was sie wollte. Mit verklebten Augen starrte er hinunter auf die Straße. Ihr Haus war auf dieser Seite das erste hinter den Sperren, mit denen dieser Teil des Viertels seit Tagen hermetisch abgeriegelt wurde. Polizei und Angehörige der Armee wachten darüber, dass kein Zivilist über diese Schranken hinauskam. Nicht einmal die Leute, die dort ihre Häuser besaßen.

»Ich traf heute Morle von gegenüber«, sagte er verhalten. »Er setzt sich selbst die Frist von noch dieser Nacht. Wenn sich dann kein Ende der ›Belagerung‹ – er nannte es so – abzeichnet, will er mit seiner Frau in ein Hotel ziehen …«

Er lauschte in die Stille und hörte Hillarys Atem. Sie hatten auch schon mit diesem Gedanken gespielt, und er war es gewesen, der sich stets dagegen gewehrt hatte. Es wäre ihm wie eine Kapitulation vorgekommen.

Inzwischen dachte er anders. Jede neue Nacht zermürbte sie ein Stückchen mehr. Alle Interventionen bei den Behörden hatten nicht gefruchtet. Mit dem abstrakten Hinweis auf »höhere Interessen« waren sie ein ums andere Mal abgeschmettert worden.

Als Hillary nicht antwortete, sagte er: »Komm her und sieh dir das an! Die tun so, als zögen sie in einen Krieg!«

Obwohl es keine Militärfahrzeuge waren, die entlang der Paddington Street zogen, vermittelten sie dennoch diesen bedrohlichen Eindruck.

»Ich möchte wissen, was, zur Hölle, da vor sich geht!«

Hillary tauchte hinter ihm auf. Sie schmiegte sich von hinten an seinen Pyjama. Er fühlte die Wärme ihres Körpers, was ihn augenblicklich etwas versöhnte.

»Jeder möchte das wissen«, murmelte sie schlaftrunken. »Die Zeitungen und das lokale Fernsehen kennen doch kaum noch ein anderes Thema. Aber es ist immer nur dasselbe unausgegorene Zeug, was sie uns auftischen – nur aufgewärmt.«

Friday nickte. Von ihrem Fenster aus reichte die Sicht auch bei Tag nicht bis zu jenem Bereich, dem dieser immense Aufwand an Mensch und Gerät tatsächlich galt. Die Sperren waren weit vorgezogen. Ihr Haus trug die Nummer 229. Bereits ein paar Schritte weiter war alles evakuiert. Man munkelte, dass das Zentrum der behördlichen Geheimniskrämerei die Hausnummer 333 sein sollte, ohne zu wissen, was bei dieser Adresse vorgefallen war. Bis dorthin war es eine gute halbe Meile leicht kurviger Wegstrecke. Außerdem wuchsen wunderschöne alte Bäume in fast jedem Vorgarten. Einzig aus der Vogelperspektive hätte man die Gerüchte, die überall kursierten, überprüfen können. Aber selbst der Luftraum, so hieß es, war gesperrt.

Seufzend schloss Friday das Fenster und wandte sich seiner hübschen Frau zu. Sie waren seit zehn Jahren verheiratet. Das hinderte ihn nicht, noch immer Leidenschaft für sie zu empfinden. Dennoch hatten sie seit Beginn der Heimsuchung nicht mehr miteinander geschlafen.

Er vermisste es. Und in diesem Moment der Nähe glaubte er zu spüren, dass es ihr genauso ging.

Er drückte sie fester an sich.

»Ich kann versuchen, mich im Büro freizumachen«, flüsterte er. »Wenn wir ein paar Tage aus der Stadt kämen, wäre das schon mal eine Erholung.«

Sie kuschelte ihre Wange an seine breite Brust. »Wenn wir zurückkämen und es hätte sich noch nichts geändert, wäre es umso schlimmer …«

»Noch schlimmer geht gar nicht!«

Sie streichelte seinen Nacken. »Ich liebe dich«, sagte sie.

Wärme durchzog seine Brust. Ohne dass er es beeinflussen konnte, regte sich zugleich noch etwas anderes.

Hillary spürte es, zeigte aber keine Ablehnung. Im Gegenteil. Ihre Berührungen wurden noch zärtlicher. »Wenn wir schon nicht schlafen können …«, hauchte sie.

Er schob ihr Nachthemd höher, sodass er an ihre nackte Haut herankam. Im Gegenzug fuhr sie mit einer Hand in seine Pyjamahose. Ihr Atem kam schneller. Sie hatte eine urtypische Art, mit seiner Männlichkeit zu spielen.

Noch immer zuckte stroboskopartiges Licht herein.

Jonathan Friday ließ es dabei. Er zog Hillary das Negligé über den Kopf hinweg aus und bedauerte, dass sie sein bestes Stück dazu loslassen musste.

Die Anspannung auf ihrem Gesicht war eine andere als die Nächte davor. Weder sie, noch er schienen für die Dauer ihrer Sehnsucht den Außenlärm weiter als quälend zu empfinden.

»Ich liebe dich auch«, sagte er. Es klang wie eine verspätete Antwort auf ihr zärtliches Geständnis von vorhin.

Sie knöpfte ihm die Jacke auf und half ihm auch aus der Hose. Hand in Hand kehrten sie nackt zum Bett zurück. Die von draußen einfließende Helligkeit wirkte wie ein Weichzeichnereffekt. Hillarys schwere Brüste wogten hin und her und animierten Jonathan, die letzte Zurückhaltung abzustreifen. Er grub sein Gesicht in der warmen Schlucht dazwischen und sank mit seiner Frau auf die Matratze. Seine Zunge zog eine feuchte Spur über ihre Haut.

Ihr Stöhnen wurde lauter und übertönte bald jedes andere Geräusch. Bei Hillary gehörte verbale Erotik ohnehin untrennbar zu jedem Liebesspiel dazu. Dabei beschränkte sie sich nicht auf bloßes Stöhnen oder vereinzelte Schreie, sondern keuchte auch Worte hervor, bei denen sie in jeder anderen Situation errötet wäre.

»Du – fühlst dich – so gut an …!«, lockte sie ihn jetzt.

Ihr Gesicht schien zu leuchten. Er küsste sie bis zur Atemlosigkeit. Ihre etwas träge, aber dennoch unwahrscheinlich erregende Zunge brachte ihn fast um den Verstand.

»Ich kann nicht länger warten!«, stieß sie hervor. »Los, komm endlich zu mir …!«

Jonathan stützte sich auf die Unterarme. Ihre Hände halfen ihm, den Weg zu finden. Wie von selbst setzten die rhythmischen Bewegungen ein.

Hillary zupfte an seinem dichten Brusthaar. Er stöhnte stärker, beugte sich vor und grub seinen Mund in ihr an genau den richtigen Stellen üppiges Fleisch. Am meisten genoss er es, wenn sie das Tempo bestimmte. Da sie seine Vorlieben kannte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie in die Stellung überwechseln würden, die auch ihr nur Vorteile brachte.

Bevor dies jedoch geschehen konnte, geschah etwas anderes.

Von einem Atemzug zum anderen wurde es eiskalt im Raum!

Auch die Helligkeit änderte sich.

Jonathan hielt verstört inne.

Hillary brauchte etwas länger, um auf den Boden zurückzufinden.

»Was ist?«, fragte sie.

Jonathan löste sich wortlos von ihr und setzte sich auf die Bettkante. Sein Blick hing ungläubig an der Stele, die auf seinem Nachttisch stand. Er hatte sie auf einem der vielen Trödelmärkte erstanden und zu einer Lampe umfunktioniert. Angeblich handelte es sich um originale Kunst der Ureinwohner. Über das Alter der Phantasiegestalt aus schwarzem, glattem und unglaublich hartem Holz hatte ihm niemand Auskunft geben können. Sie sah aus wie ein überdimensionaler Phallus, an den sich eine stilisierte nackte Frau klammerte.

Friday war Fan erotischer Kunst, ganz gleich, aus welchem Kulturkreis sie kam. Und obwohl Hillary sich nie richtig mit der Stele hatte anfreunden können, hatte er es sich nicht nehmen lassen, sie neben sich ans Bett zu stellen.

Es nun zu bereuen, war zu spät.

Außerdem gestand er sich auch jetzt noch nicht ein, dass sie an der krassen atmosphärischen Veränderung des Zimmers schuld war.

Obwohl …

Hillary war seinem Blick gefolgt und glitt jetzt hinter ihn. Ihre Hände krallten sich schmerzhaft in sein Schlüsselbein. »O Gott … Was passiert mit diesem … Ding

Die Aboriginal-Schnitzerei hatte zu pulsieren begonnen und schwitzte dabei schwarzes Licht aus.

Schwarzes Licht?

Jonathan merkte, wie sein Verstand binnen Sekunden abzukippen begann. Die Extreme zwischen dem Lärmterror der letzten Tage, zärtlichem Sex und diesem unerklärlichen, schockierenden Vorgang waren einfach zu krass.

Er war zu keiner Antwort fähig.

Vor ihren Augen verschwand die Stele bereits vollständig in der Schwärze, die im Takt von Fridays Herz anschwoll. Und sie dehnte sich weiter aus. Unaufhaltsam.

Hillary rüttelte ihn voller Entsetzen. »Wir müssen –«

Jonathan drehte den Kopf und sah, dass sich ihre Lippen weiter bewegten, obwohl ihn kein Ton mehr erreichte. Grauen flackerte in ihren Augen. Er sagte selbst etwas, ohne dass ein Laut an sein Gehör drang. Auch die sonst allgegenwärtige Geräuschkulisse von draußen war plötzlich nicht mehr wahrnehmbar.

Als hätte jemand ein Lautsprecherkabel durchschnitten.

Als Jonathan aufsprang und die Hand nach seiner Frau ausstreckte, um sie mit sich zu ziehen, drang die Schwärze sprungartig bis zu ihnen vor.

Jonathan tauchte in sie ein und verlor alles.

Den Kontakt zu Hillary.

Sein Augenlicht.

Die Hoffnung, sich dem alles verschlingenden Einfluss entziehen zu können.

Die Schwärze zermalmte ihn. Sie schwappte aus der ehemaligen Stele, in der sie seit einer Ewigkeit gefangen gewesen war, und füllte den gesamten Raum aus.

Dann – von einem Wimpernschlag zum nächsten – wurde die Schwärze hart wie erstarrender Stahl.

Hillary und Jonathan starben in dem sich rapide festigenden Block.

Wie hilflose Insekten im Bernsteinbad …

In schwindender Nacht erreichte der Tross von Spezialfahrzeugen das Grundstück. Die Sonne war noch nicht zu sehen. Graues Licht, kaum angenehmer als das vorherige Dunkel, wob ein beunruhigendes Gespinst über der Stadt, die noch überwiegend in ahnungslosem Schlummer lag.

Virgil Codds imponierende Gestalt löste sich aus dem vordersten Wagen, dessen getönte Scheiben auch bei Tageslicht keinen Einblick ins Innere gewährten. Er wartete, bis auch aus den nachfolgenden Fahrzeugen Leute ausgestiegen waren. Auf einen kurzen Wink näherten sie sich gemeinsam dem Tor des Anwesens, wo bereits mehrere uniformierte Polizisten warteten.

»Neue Entwicklungen?«, fragte Codd mit bedächtiger Stimme, die kaum anklingen ließ, zu welchem Untergebenenterror er fähig war.

»Nein, Sir!«, meldete ein Sergeant. »Der Kontakt zu Mister Warner ist immer noch abgebrochen. Wie zu den beiden Wissenschaftlern, die vor ihm hineingingen. Kein Lebenszeichen. Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: Wir könnten die Nationalgarde anfordern. Mit deren Ausrüstung dürfte es –«

»Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum sie immer noch ein einfacher Sergeant sind?«, unterbrach ihn Codd, ohne seine Stimme zu heben. »Ich würde es an Ihrer Stelle tun und die Entscheidungen denen überlassen, die mit Bestimmtheit mehr Grips in ihren Schädeln spazierentragen als Sie.«

Der Sergeant erntete schadenfrohe Blicke seiner Kollegen, die froh schienen, nicht selbst in die Schusslinie ihres – für seine Verhältnisse – immer noch gutgelaunten Chefs geraten zu sein. Codd ließ ihn stehen wie einen Schuljungen und wandte sich seinen Begleitern zu.

»Sie kennen Ihre Aufgabe«, sagte er, während sein Blick über die Männer und Frauen hinweg zum Horizont schweifte, der sich nun rapide aufhellte. »Mir liegt sehr viel daran, dass Sie herausfinden, was auf dem Grundstück vorgeht!«

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