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Unnötige Operationen - Beispiele und Alternativen in der Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. jur. Dr. med. Philipp Roth

Unnötige Operationen - Beispiele und Alternativen in der Orthopädie und Unfallchirurgie

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Geschichte der konservativen Orthopädie und Unfallchirurgie

Die Bedeutung der konservativen Medizin in der Gesellschaft

Wo und wie altert die Bevölkerung in Deutschland?

Der Verlust konservativer Inhalte im Kontext

Die Ausgaben für das Gesundheitswesen steigen an

Wirtschaftsunternehmen Krankenhaus

Krankenhausbetten-Plan

Rückgang der orthopädischen Reha-Betten

Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten und Physiotherapie

Behandlungsmethoden der Physiotherapie

Die Krankengymnastik

Die manuelle Therapie

Der Chiropraktiker

Massagetherapie

Die Wärmetherapie

Die Elektrotherapie

Kinesiologisches Tape (K-Taping)

Krankheiten und die konservative Orthopädie

Arthrose

Arthritis

Bakterielle Arthritis

Rheumatoide Arthritis

Psoriasis Arthritis

Gicht und Gicht-Arthritis

Rheuma

Spondylose

Bandscheibenvorfall

Skoliose

Erfolge der konservativen Orthopädie

Konservative Orthopädie bei Kindern

Kongenitaler Klumpfuß

Konservative Behandlungsmethoden bei Sportlern

Fußballerknie

Vorbeugung des Fußballerknies

Meniskusverletzungen

Kreuzbandriss

Plantarfasziitis

Fersensporn

Technische Orthopädie

Gipse und Verbände

Konservative Frakturbehandlung

Schmerztherapie

Weitere konservative Behandlungsmethoden

Die Blutegeltherapie

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Ist die Blutegeltherapie verträglich?

Fazit

Psychosomatik und die konservative Orthopädie

Die Zukunft der konservativen Orthopädie und Unfallchirurgie

Orthopädische Behandlung oder Wellnessbehandlung?

Die „normale“ Massage

Die Abgrenzung von Schul- und alternativer Medizin, sowie Scharlatanen und Quacksalbern

Die Schulmedizin

Alternative Medizin

Orthopäde oder Osteopath?

Der Unterschied zwischen Orthopäden und Chiropraktikern

Die zweite Meinung

Begutachtungen

Der Unterschied zum Internist / Rheumatologen und einem Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin

Fachrichtung Rheumatologie

Physikalische und rehabilitative Medizin

Behandlung während der Corona Pandemie

Rehabilitation oder Wellness?

Welche Erkrankungen fordern eine Rehabilitation?

Wie kommt zu einer Rehabilitation?

Wer kommt für die Kosten einer Reha auf?

Die Corona – Pandemie und die Zukunft der konservativen Orthopädie und Unfallchirurgie

Stichwortverzeichnis

Quellenverzeichnis

Vorwort

Gesundheit hat heute einen hohen Stellenwert. Betrachtet man die Menschheitsgeschichte, hat sich in den letzten 100 Jahren ein erheblicher Umbruch ergeben. War der Mediziner früher noch ein Quacksalber oder Badearzt, so hat sich durch die Entwicklung der Naturwissenschaften ein erheblicher Wandel ergeben. Eine weitere Veränderung hat sich mit der Realisierung der Digitalisierung auch im Bereich der Medizin ergeben. Die Möglichkeiten heute Krankheit zu lindern und Menschenleben zu verlängern, haben enorm zugenommen. Haben wir nach der industriellen Revolution jetzt eine digitale Revolution zu verzeichnen, so verändert sich auch die Medizin in enorm schnellen Schritten. Alles wird schnelllebiger. Der technische Fortschritt von gestern gilt heute nicht mehr und der Druck, als Arzt ökonomische Entscheidungen auch im Bereich der Medizin zu treffen, hat zugenommen. Waren früher Ärzte die zentralen Entscheider im Ablauf von Verwaltung, so waren sie zunehmend an den Rand gedrängt worden. Corona und die Infektionsfolgen haben aber auch die Grenzen aufgezeigt. Ärzte werden als Entscheidungsträger bzw. als Vorbereiter für wichtige Entscheidungen wahrgenommen. Politik und Verwaltung hatten in vielerlei Bereichen das Sagen in den letzten 25 Jahren übernommen. War früher lediglich der Chefarzt auf dem Arztbrief zu ersehen, wenn das Krankenhaus nach außen aufgetreten ist, so findet man heute den Chef der Verwaltung, Chef der Pflege und dann den Arzt als einen von vielen. Auch die Orthopädie ist hiervon betroffen und es von einer Gruppe Medizinern Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem technischen Fortschritt der industriellen Revolution und der Erfindung von Maschinen und der Mechanisierung menschlichen Handelns soweit gediehen, dass vom ursprünglichen Bild der Orthopädie Menschen zu helfen in eine technik-orientierte Orthopädie überging. Spürbar wird die abgelaufene Kompetenz in der konservativen Orthopädie, die derart an den Rand der orthopädischen Medizin gerückt ist, dass Behandlungsmethoden von der Bildfläche verschwinden und junge Ärzte in ihrem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr die alten Methoden kennenlernen und die derzeit angewandten Methoden nicht zu schätzen wissen. Auf der anderen Seite könnten Corona und die Infektionsfolgen in der Gesellschaft wieder die medizinische Wissenschaft in den Vordergrund rücken. Hiervon könnte auch die konservative Orthopädie und Unfallchirurgie profitieren.

Die hier vorgelegte Beschreibung der Situation in der Orthopädie und Unfallchirurgie will belegen, welche positiven Aspekte die Orthopädie und Unfallchirurgie im Bereich Ihres konservativen Teils für die Bevölkerung selbst haben kann und letztendlich sich auch günstig auf die Situation der Gesellschaft auswirken kann.

Zunächst sollte der Begriff „konservativ“ erklärt werden. Er bedeutet nichts anderes, als „am Bewährten festhalten“. Dies muss auch nicht immer altmodisch oder unmodern bedeuten. Denn in der Medizin spielt es keine Rolle, ob modern oder bewährt. Wichtig ist, dass dem Patienten am Ende geholfen wird. Allerdings sind die konservativen Heilmethoden schonender, da sie unter Einsatz von Medikamenten bzw. physikalischen Behandlungen erfolgen.

Dass heute schneller zum Skalpell gegriffen wird als früher hat verschiedene Gründe, die später in diesem Buch ausgeführt werden.

Es sollten mehr die konservativen Inhalte der Orthopädie und Unfallchirurgie in den Mittelpunkt rücken. Einige wichtige Themen sollten in diesem Buch festgehalten werden.

Das Thema ist deshalb so wichtig, weil wir es mit einer zunehmend älteren Bevölkerung zu tun haben und nicht alle immer operiert werden können, sollen oder wollen. Patienten werden multimorbide und es stellen sich Kontraindikationen für eine Operation ein.

Die Kosten des Gesundheitssystems sind begrenzt, daher bedarf es auch aus diesem Grund der konservativen Behandlungsmethoden.

Es sind Methoden seit meiner Tätigkeit als Assistenzarzt am evangelischen Waldkrankenhaus in Berlin Spandau bekannt. Dort wurden lange Zeit auch konservative Inhalte stark in den Focus gerückt.

Das Evangelische Waldkrankenhaus Spandau wurde am 01.04.1947 als allgemeines Krankenhaus mit 16 Häusern in Pavillonbauart gegründet, da unmittelbar nach Kriegsende ein großer Bedarf an Krankenhausbetten bestand. Es lag in der britischen Zone von Berlin. Dort konnte man an dieser Klinik mit zweihundert orthopädischen Betten lernen, welche konservativen Möglichkeiten es gibt. Ein Bandscheibenvorfall wurde beispielsweise mittels Fango, Bädern, Physiotherapie, speziellen Wirbelsäuleninjektionen, Infusionen und Bestrahlungen circa sechs Wochen behandelt. Ende der 80er Jahre wurde ein Neubau für Orthopädie u.a. eingerichtet. Die alten Bauten sind verschwunden. Verschwunden sind aber auch die vielen Zimmer und mit den vielen Zimmern auch die Möglichkeiten, Patienten lange zu behandeln. Von ursprünglich über zweihundert orthopädischen Betten und weiteren über 100 chirurgischen Betten stehen heute ca. 140 Betten für die Orthopädie und Unfallchirurgie zur Verfügung.

Anschließende Tätigkeit am Oskar-Helene-Heim, welches als Wurzel der Orthopädie gilt und im ersten Weltkrieg ein Krüppelheim war, ergaben sich auch viele Möglichkeiten, konservativ als Arzt tätig zu sein. Das Oskar-Helene- Heim war früher eine der größten orthopädischen Privatanstalten für Kinder und Jugendliche. Es befand sich an der Clayallee, benannt nach General Clay, der ehemaligen amerikanischen Zone in Berlin. Der Name Oskar und Helene resultiert aus den früheren finanziellen Unterstützern, nämlich dem Industriellen Oskar Pinsch und seine Ehefrau Helene. Conrad Biesalski hatte 1905 einen Verein gegründet und das Oskar-Helene- Heim als Einrichtungswohnheim für Körperbehinderte entwickelt. Es sind eben nicht nur operative Korrekturen vorzunehmen, sondern auch soziale und gesellschaftliche Aspekte zu betrachten. Die Integration in Arbeit und Gesellschaft war und sollte das Ziel sein. Viele Operationen verlangen genaue Kenntnisse der Nachbehandlung. Zum Beispiel welche Schiene wie lange eingesetzt werden muss, welche Medikamente verabreicht werden müssen und wie häufig eine Physiotherapie erfolgen muss.

Im Bereich der Manualtherapie trat Professor Dr. Hans Tilscher aus Wien in den Focus vieler Ärzte. Prof. Dr. Hans Tilscher ist von Beruf Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Seit 1969 führt er regelmäßig gut besuchte Kurse für manuelle Medizin in Pörtschach am Wörther See durch. Er ist Ehrenmitglied vieler medizinischer Gesellschaften. Über 500 Publikationen und 19 Bücher prägen seine Arbeit. Mit Hilfe seiner Kurse konnten viele Orthopäden und auch ich viele Funktionsstörungen von Patienten erfolgreich behandeln.

Die Techniken der Wirbelsäuleninjektionen konnte man bei Professor Dr. med. Jürgen Krämer in Bochum erlernen. Prof. Dr. Jürgen Krämer war jahrzehntelang die ärztliche Kompetenz für Rückenbeschwerden in Deutschland und Europa. Er beeinflusste in Deutschland die orthopädische Schmerztherapie und die Rückenschule. Seine Kurse zur Injektionstherapie an der Wirbelsäule waren unter den Orthopäden sehr beliebt und begehrt.

Die Säuglingshüftsonographie bei Professor Dr. Graf in Stolzalpe kam in den 80er Jahren auf. Prof. Dr. Reinhardt Graf hat das Verfahren der Säuglings-Hüftsonografie vor ca. 35 Jahren entwickelt. 1978 hat der Orthopäde Professor Graf mit den Forschungsarbeiten begonnen und war weltweit Vorreiter dieser Methode, welche heute routinemäßig bei Säuglingen eingesetzt wird.

So konnte man neben der Klinik sehr viele konservative Themen studieren und tagtäglich in der Klinik als Assistenzarzt einsetzen. Heutzutage ist es schwierig, neben der Klinikstätigkeit überhaupt Kurse zu besuchen und den Facharzt zu erreichen. Die meisten Ärzte werden mit der Bewältigung der verschiedenen Abschnitte und Operationen beschäftigt sein. Natürlich gibt es heute andere Methoden, welche man in Kursen ebenso absolvieren kann. Eine Integration in den Alltagsbetrieb ist nicht möglich. Dafür ist die Aufenthaltsdauer der Patienten zu kurz und die Operation so dominierend, dass hierfür kein Raum besteht.

Gut ist es, wenn man als Oberarzt und Chefarzt an einer Rehaklinik seine Kenntnisse weiter praktizieren kann.

Es muss sich Medizin zwar auch unter ökonomischen Aspekten orientieren, denn der Patient bezahlt zuletzt mit seinen Beträgen die Medizin. Es sind aber auch die Konstrukte wichtig, in denen Medizin betrieben werde kann. Es sind die Praxen in Eigenregie ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Gesundheitssystems, das bezahlbar bleibt. Der Betreiber der Praxis hat das höchste Interesse, seinen Betrieb am Leben zu halten. Auf der anderen Seite muss die Medizin - auch in der Praxis - mit Moral betrieben werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass ökonomische Zwänge Ärzte zu Operationen treiben, die sie ansonsten nicht durchgeführt hätten. Die dezentrale Versorgung der Praxen bzw. die wohnortnahe Versorgung mittels der Primärmedizin war auch ein Grund, weswegen Corona und seine Infektionsfolgen in Deutschland milder verlief als in anderen Ländern. Erste Hilfe -Stationen an den Krankenhäusern wurden nicht mit Fällen belastet, die in den Praxen versorgt wurden.

Ökonomische Zwänge diktieren allerdings immer mehr das Handeln der Ärzte.

Musterbeispiel sind die derzeitigen Chefarztverträge, die mit Boni arbeiten, wenn die operative Abteilung mit „Erfolg“ wirtschaftlich gearbeitet hat. Dann erhält der Chefarzt am Ende des Jahres eine finanzielle Belohnung.

Wir haben ein Menschen- und Patientenbild, was immer an unser Grundgesetz erinnern soll. In Art. 1 und 2 des Grundgesetzes kommt unser selbstbestimmtes Dasein als Maxime. Ein Arzt sollte das Selbstbestimmungsrecht eines Patienten achten und letzten Endes soll jeder Patient selbst bestimmen, was für ihn gut ist und was nicht. Der Arzt muss dem Patienten zur Verwirklichung seiner Freiheit und Unabhängigkeit verhelfen. Immanuel Kant nannte es „dem Menschen zeigen, sich aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien“. Kant leitete eine neue Zeit ein. Während man vorher Gott als gegeben annahm und alle Dinge wie Krankheit hinzunehmen hat, wurde mit dem 19. Jahrhundert eine Zeit begonnen, die dem Menschen die Möglichkeit gab, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Es konnte nicht ohne einen unabhängigen Arzt gehen, der im freien Beruf seine Unabhängigkeit nach außen aufweist, will er den Patienten unabhängig beraten.

Die Zeit der Aufklärung mit Kant hatte begonnen.

Typisch zu dieser Zeit, dass die Naturwissenschaften ihren Erfolgszug angetreten hatten. Gleichzeitig verschwand der Feudalismus oder wurden deutlich zurückgedrängt. Der Staat übernahm die Rolle. Die Volksgesundheit war Ziel.

Das Wirken von Virchow, dem Pathologen aus Berlin, und sein Engagement in der Medizin und außerhalb der Medizin zeigt, dass Politik und Medizin miteinander verwoben waren. Als Sozialdemokrat war Virchow auch für Veränderungen im sozialen Leben.

Die Entwicklung mit Corona zeigt auch heutzutage, dass ungute Wohn- und Lebensbedingungen in Großstädten eine Krankheit dominieren. Beengte Wohn- und Lebensverhältnisse, schlechte hygienische Verhältnisse und geringe Möglichkeiten Abstand zu halten, seien als Stichworte genannt. Wie zur Zeit der Cholera 1835, wo mangelnde hygienische Verhältnisse eine hohe Mortalität verursachte, bedeutet Corona auch heute, dass mangelndes Händewaschen und schlechte Wohnverhältnisse Ursache unter mehreren Ursachen sind, dass auch der soziale Faktor eine Rolle für die Entwicklung einer Krankheit spielt.

Rudolf Virchow war selbst Arzt, der mit seiner zellulären Pathologie die naturwissenschaftlich besonders_revolutionierte, und auch große Erfolge in der Medizin feierte. Dennoch ist festzuhalten, dass Virchow seine Erkenntnisse aus toten Zellen gewonnen hat und nicht aus der Dynamik des Lebens. Hierfür war er zusätzlich gesellschaftspolitisch aktiv. Seine Person könnte Vorbild für viele Ärzte sein, auch gesellschaftspolitisch mehr in Erscheinung zu treten.

Wissenschaft ist in den letzten Monaten auch in den Medien mehr in den Vordergrund gerückt. Seit Monaten sieht man Professoren der Virologie – wie Popstars – im Fernsehen, welche laufend Analysen über die Pandemie erstellen. Professor Dr. Drosten hat einen eigenen Podcast und ist im Norddeutschen Fernsehen mit eigener Fernsehsendung zu bewundern. Kaum gibt es eine Talkshow ohne Virologen. Ein höchst ungewöhnliches Bild. Die Politik ist plötzlich nicht mehr beratungsresistent. Virologen sitzen bei der Bundeskanzlerin oder Ministerpräsidenten der Länder und beraten die Regierungen.

Anlässlich von Corona werden den Menschen die Grenzen ihrer Freiheit vor Augen geführt. Die Bewegungsfreiheit ist deutlich eingeschränkt worden. Kann man zwar durch eine entsprechende Impfung die Verbreitung dieser erstzunehmenden Erkrankung in den Griff bekommen, so gelingt es nicht, alle Risiken zu vermeiden. Ob die Bewegungsfreiheit wiederkommt? Es werden auch Menschen versterben, wo man den Erreger erkennt, aber nicht erfolgreich behandeln kann. Daher gilt es den weiteren Verlauf zu beobachten.

Nichtsdestotrotz ist es gerade die Orthopädie, die immer wieder zeigt, dass man sich auf das Eigentliche konzentrieren sollte, indem man sich um behinderte und kranke Menschen kümmert. Gerade in Erinnerung an das Dritte Reich muss ein Missbrauch des „Alles-Machbare“ verhindert werden und der Gedanke, dass unendliche Gesundheit möglich sei. Die sogenannte Volksgesundheit kann nicht das einzige Ziel sein und der Begriff wurde durch das Nazi-Regime pervertiert. Hatte der öffentliche Gesundheitsdienst in den letzten Jahrzehnten ein Randdasein geführt, so ist der öffentliche Gesundheitsdienst durch die Corona Pandemie derart in den Mittelpunkt gerückt, dass man dies nur begrüßen kann. Denn es gibt durchaus viele Punkte im öffentlichen Gesundheitsdienst, welche für die Bevölkerung nützlich sein können.

Auf der anderen Seite sind wir Deutsche durch die sogenannte Volksgesundheit und diesem Begriff historisch geprägt. Begriff wie auch Public Health sei hier nur genannt als Beispiel, wie man auch Volksgesundheit begreifen kann.

Dieser Begriff ist aus den USA übernommen worden und wird sehr stark von ökonomischen Prinzipien überlagert. Wenngleich Public Health nicht den Begriff der Volksgesundheit meint, so dominieren ökonomische Aspekte den Begriff. Alles was bei Gesundheit ökonomisch belastend ist, wird in den Vordergrund gerückt.

Mit der Problematik von Corona zeigt sich scheinbar ein plötzlich veränderter Krankheitsbegriff. Während in den letzten Jahrzehnten vor Corona mehr der individualisierte Krankheitsbegriff im Mittelpunkt stand, scheinen Pharmakonzerne die Gesundheitssituation mit Corona für sich nutzen zu wollen. Impfstoffe werden zur begehrten Marktprodukten. Gewinne will man mit der Pandemie machen. Ob das Individuum auf der Strecke bleibt, ist zu beobachten. Auffällig ist die schnelle Impfzulassung. Dauerte es früher Jahre, bis ein Medikament oder Impfstoff auf dem Markt zugelassen wurde, scheint es bei Corona innerhalb weniger Monate möglich. Inwiefern die Sicherheit am Impfstoff hierunter leidet, wissen wir noch nicht. Der Staat will aber auch mit Corona weitere Strukturen etablieren. Es ist die zunehmende Digitalisierung. Mit der Corona-App hat man den direkten Zugang zum Individuum. Man kann jede Person auf Schritt und Tritt verfolgen. Zwar wird immer wieder betont, es sei alles freiwillig. Wo die Freiwilligkeit endet, sehen wir an der Ankündigung der Fluggesellschaft Quantas, dass nur international mitfliegen kann, wer geimpft ist.

Als Mittel wird der öffentliche Gesundheitsdienst genutzt, der von der Politik zur Durchsetzung der Medizin begriffen wird. Galt es noch unter den ehemaligen Gesundheitsministern Seehofer und dann später Ulla Schmidt darum, bürgerliche Eminenzen wie Ärzte zu entmachten, scheint jetzt mit Corona eine Neuentwicklung eingetreten zu sein.

In den letzten Jahrzehnten haben Gesundheitskonzerne erheblich an Bedeutung gewonnen. Namen wie Asklepios, Sana, Vivantes, Median, Rhön-Klinikum und andere sind sehr dominant im Gesundheitsmarkt geworden. Das RWI-Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. hat 2020 berichtet, dass Fresenius mit seiner Helios-Kliniksgruppe alleine 24.000 Beschäftigte vorweist. Mit der ökonomischen Macht kommt in der Regel auch die politische Macht. Rentabilität dominiert die Medizin zunehmend. Daher fallen nicht operative Leistungen schnell weg.

Es bleibt für den Patienten im Bereich der Medizin, dass bewährte Therapieprinzipien als diagnostische Mittel bewahrt bleiben müssen, die nicht unter die Räder der Staatsmedizin durch Bildung von Gesundheitscenter und nicht Folge von Gesundheitskonzernen sind, die alleinig der Ökonomie folgen.

Es zählt das Individuum, das selbst entscheiden soll, welche Therapie und Nachberatung es für wünschenswert hält. Unser Grundgesetz ist bestes Beispiel für diesen Anspruch. Art 1 und Art 2 des Grundgesetzes als sog. Muttergrundrecht proklamieren den Menschen als Individuum. Und hierbei soll es bleiben.

Die Geschichte der konservativen Orthopädie und Unfallchirurgie

Das Wort Orthopädie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Die Kunst, gerade Kinder zu erziehen“. Der Begriff wurde erstmals von dem Franzosen Nicolas Andry verwendet, der das Buch „Kunst bei den Kindern, die Ungestalt des Leibes zu verhindern oder zu korrigieren“ herausbrachte. Andry stellte den Vergleich an, dass die Aufgabe eines Orthopäden wie die eines Gärtners ist, der einen jungen Baum an einen Pfahl bindet, damit er gerade wächst.

Im 19. Jahrhundert wurden fast nur Kinder und Jugendliche von Orthopäden behandelt. Formabweichungen wurden ebenso wie X- und O-Beine, Fußfehlbildungen und Skoliosen behandelt. Mit muskelkräftigenden Übungen konnten, teilweise über Jahre dauernd, diese Fehler korrigiert werden.

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