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Undorn

Worte
zum Gruße

Willkommen, liebe Leserinnen und liebe Leser, in der mystischen Welt der Wikinger, die sich in Undorn auf eine Reise zwischen Leben und Tod begeben.

Tauche ein in die spannende Geschichte der beiden Autoren Martina und Werner, die wunderbare Figuren erschaffen und in fantastische, epische und übernatürliche Handlungen verstricken.

Erlebe die beeindruckenden Aufnahmen der Fotografin Sandra, die Szenen so lebendig und echt wirken lässt, als wären es Standbilder aus einem Film.

Begegne den rund fünfzig Darstellern, die nicht nur ihre Rollen spielen, sondern die Figuren authentisch verkörpern, als würden sie von sich selbst erzähen.

Genieße die Kombination aus Bild und Text, die all das fühlbar und erfahrbar macht, was Yrsa und ihren Kriegerinnen im Kampf um die Liebe und gegen den Tod geschieht.

Ich selbst bin dankbar, Teil dieses wunderbaren Projekts zu sein – als Estrid, als Grafikerin und als Freundin. Es ist mir Ehre und Vergnügen zugleich, ein solches Projekt entstehen zu sehen.

Cora

Das Wunderbare an „UNDORN“ ist nicht nur die Geschichte, die es hier zu lesen gibt, sondern auch die Geschichte, die hinter dem Projekt steckt. Hinter jeder einzelnen Figur in diesem Buch steht eine reale Person, mit ihrem eigenen Charakter, ihrer Vergangenheit und ihren Träumen. Gemeinsam haben sie von einer Welt geträumt, die weit zurück liegt. In der Mythen mehr als nur Fantasy-Geschichten sind und Götter greifbar werden.

Alle haben mit ihrer Kreativität und ihrem Herzblut einen wichtigen Beitrag zu diesem Projekt geleistet. Sie haben diese Wikingerwelt erschaffen, noch bevor die eigentliche Geschichte vollendet war. Haben den Personen ein Gesicht gegeben und Kleidung und Waffen für die einzelnen Charaktere gewählt.

Sie haben lange Reisen auf sich genommen und gemeinsam einem kleinen Dorf Leben eingehaucht. Schritt für Schritt wurden aus ihren Ideen Realität. Es fanden sich Freunde, Gegner und auch Familien, die gemeinsam lachten und kämpften. Doch vor allem freuten sie sich darauf zu entdecken, was in dieser großartigen Welt alles möglich ist.

„Undorn“ ist eine gemeinsame Entdeckungsreise in eine Welt zwischen Realität und Fiktion.

Cecilia

Das wehrhafte Dorf nahe der Küste faszinierte den bärtigen Beobachter schon seit geraumer Zeit. Wie eine Festung widerstand es jeglichem Angriff feindlicher Stämme. Seine Bewohner standen unter der Führung ihres Jarls Eldor und dessen Frau Yrsa unerschütterlich zusammen.

An diesem Tag im Herbst nahm die Neugierde des Bärtigen überhand und er machte sich auf, um seine Bewohner kennenzulernen.

Doch er konnte dies nicht in seiner wahren Gestalt tun – man hätte ihn sofort erkannt. Mit jedem Schritt veränderte sich sein Erscheinungsbild und als er schließlich vor den Toren des Dorfes um Einlass und ein Bett für die Nacht bat, war er ein junger, schöner Mann, der nichts bei sich trug als eine Flöte aus Walknochen.

Wie er erwartet hatte, wurde er von Yrsa empfangen. Der Jarl und seine Krieger befanden sich auf Raubzug und hatten nur die alten, verletzten und kranken Männer bei den Frauen zurückgelassen. Und selbst diese wurden von den stolzen Kriegerinnen nicht zu ihrem Schutz gebraucht. Noch bevor der Besucher sich vorstellen konnte, hatten ihn Yrsas treueste Gefährtinnen umringt und ließen ihn nicht aus den Augen.

Yrsa musterte ihn von oben bis unten. »Wer seid Ihr? Wer sagt mir, dass Ihr nicht Böses im Schilde führt?«

Der Fremde verbeugte sich leicht.

»Mein Name ist Agnar. Agnar, der Flötenspieler. Nichts Böses ist in meinem Sinn. Im Gegenteil, nur Freude möchte ich den Menschen bringen.«

Sie trat näher an den Fremden heran, registrierte jede Kleinigkeit an ihm. »Sagt mir, Agnar, wie kommt es, dass ich Euch noch nie gesehen habe? Und wie kann es sein, dass ein so kräftig gebauter Mann nicht mit auf Beutezug ist? Wurdet Ihr von Eurem Jarl verstoßen? Habt Ihr Verbrechen begangen? Oder seid Ihr gar ein Feigling?«

Nach diesen Worten entfernte sie sich ein Stück. Die anderen Bewohner des Dorfes hatten sich genähert, schlossen einen Kreis um den Fremden, bereit, ihn sofort zu töten, wenn Yrsa es befahl.

Agnar lächelte sanft.

»Ich verstehe Euer Misstrauen.« Er machte ein paar Schritte auf Yrsa zu, die sein Humpeln bemerkte. »Doch wie Ihr leicht erkennen könnt, bin ich nicht fähig, mit in den Kampf zu ziehen. Als Knabe geriet ich unter die Hufe der Pferde meines Jarl. Seitdem bin ich als Kämpfer nicht mehr geeignet, doch hat man meine anderen Fähigkeiten erkannt. Ich bin geschickt im Umgang mit jeglichem Werkzeug und spiele Euch die schönsten Weisen auf der Flöte. Ich bitte Euch nur um Obdach für die Nacht und um etwas zu essen. Morgen in der Früh werde ich weiterziehen.«

Yrsa nickte.

»Nun, Agnar, Ihr sagt, Ihr seid ein guter Flötenspieler. Musik macht jedes Essen zum Festmahl. Wenn Ihr uns aufspielt, dürft Ihr mit uns speisen und bekommt ein Bett für die Nacht.«

Ein üppiges Festmahl erwartete Agnar. Als es geendet hatte, versammelten die Dorfbewohner sich um das Feuer, und Yrsa erinnerte den Besucher an sein Versprechen, für sie zu musizieren.