Logo weiterlesen.de
SPECIAL CODEX TRIO EXTRATOUR

© 2016 Magnus Karst

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN Paperback: 978-3-7345-3042-5

ISBN Hardcover: 978-3-7345-3043-2

ISBN e-Book: 978-3-7345-3044-9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.d-nb.de abrufbar.

SPECIAL CODEX

TRIO EXTRATOUR

Der Blick führt rückwärts durch das Zielfernrohr eines Präzisionsgewehres hindurch auf die geweitete schwarze Pupille, umrandet von einer dunkelbraunen Iris, gebettet in einen geröteten und vibrierenden Augapfel. Der Mann mit dunklem, schulterlangem, gewelltem und zerzaustem Haar nimmt die Waffe zitternd herunter. Seine Gesichtsmuskeln zucken nervös. Er wirkt angespannt, unruhig und nervös, doch gleichzeitig übernächtigt, müde und apathisch. Er legt das Gewehr neben sich auf dem zerwühlten Bett ab, auf dem er sitzt. Seine Aufmerksamkeit wird nun von dem Fernsehgerät in dem Zimmer erregt. Er zuckt zusammen, sein Kopf dreht sich ruckartig in Richtung des Bildschirms auf einem kleinen Wandtischchen, seine Augen schnellen auf das Bild. Das Logo eines französischen Fernsehkanals war der Vorschau auf einen morgigen Beitrag gewichen. Beine stapfen im Gleichschritt über den Asphalt. Soldaten in unterschiedlichsten Uniformen aus mehreren Epochen der französischen Geschichte marschieren über die Avenue des Champs-Élysées, die traditionelle Route für die Militärparade am 14. Juli zum französischen Nationalfeiertag. Mit reißerischer Stimme wird angekündigt: „Und wieder ist es soweit. Ganz Paris wird auf den Beinen sein. Und landesweit können Sie live dabei sein. Wir übertragen den ganzen Tag die spektakulärsten Veranstaltungen und Bilder zum diesjährigen Nationalfeiertag. Die besten Plätze an der Champs-Élysées sind für Sie reserviert! An Ihren Bildschirmen! Live...“ Da knipst der Mann das Gerät per Fernbedienung aus, wirft sie von sich weg auf das Bett und lässt sich etwas zurück fallen. Nach kurzem Umherblicken fällt ihm eine Schnapsflasche auf dem Beistelltischchen neben dem Bett auf. Er greift sie ruckartig und zittrig. Schnell öffnet er sie, wobei ihm schon auffällt, dass sie bereits leer ist. Er sieht kurz der Flasche entlang durch das Glas, führt sie schließlich doch erneut ruckartig zum Mund, kippt sie senkrecht über seinen Mund und schüttelt sie kurz, als wolle er unbedingt noch den letzten Tropfen herausbekommen. Dann nimmt er sie wieder herunter und macht eine enttäuschte und genervte Kopfbewegung. Seine Pupillen rasen hin und her, über das Bett, quer durch das Zimmer. Nach einigem Zögern wirft er die Flasche in eine Ecke. Er sitzt weiter auf dem Bett, blickt unruhig umher. Er stöhnt, stützt seinen Kopf in seine Hände, reibt sich über das unrasierte Gesicht und rauft sich schließlich durch die Haare: „Cazzo!“, ruft er aus.

Nach einer Weile rafft er sich auf, blickt etwas ruhiger im Raum umher und denkt nach. Schließlich steht er entschlossen auf, schnappt sich sein Portemonnaie, das neben dem Fernseher auf dem Tisch gelegen hatte, und noch eine abgetragene Lederjacke, die über einem Stuhl gehangen hatte. Dann verlässt er das Zimmer und lässt die Tür hinter sich ins Schloss fallen. Etwas in das zerknautschte Überbett gehüllt, liegt auf dem Bett immernoch die Schusswaffe offen herum.

Ein Mantel wird über den Tresen einer Garderobe gereicht. Auch seinen Schal, den er nun von seinem Hals nimmt, reicht der Eigentümer des Mantels dem Mitarbeiter dort. „Dankeschön.“, bedankt sich der Gast. „Gerne. Bis später.“, wird erwidert.

In dem Restaurant, zu dem die große Garderobe gehört, sitzt Special Codex – Trio Extratour

ein anderer Mann alleine an einem etwas separiert stehenden Tisch. Er blickt zum Eingangsbereich und einer Art Empfangstisch, auf dem ein großes, schweres, gebundenes Gästebuch aufliegt, in dem ein Angestellter liest. Er begrüßt den Mann, der eben an der Garderobe seinen Überzieher abgegeben hatte. Der betritt nun den Gastraum und blickt sich kurz um. Da sieht er schon den einzelnen Mann am Tisch ihn zu sich winken.

Am Tisch angekommen, wird der neue Gast vom aufgestandenen Tischnachbarn freundlich begrüßt. „Mr. Hoolwerther.“, hält er ihm breit lächelnd seine ausgestreckte Hand entgegen.

Doch Mr. Hoolwerther entgegnet nur einen starren Blick und ein betont unherzliches „Guten Tag.“ Dann setzt er sich. Sein Gegenüber friert kurz beschämt in seiner Position ein, fasst sich dann wieder, zieht seine Hand langsam zurück und tut es seinem Gegenüber schließlich gleich.

„Ersparen Sie mir jegliche Höflichkeitsfloskeln. Auf Smalltalk kann ich heute auch verzichten. Ich bin gelinde gesagt mehr als enttäuscht von Ihrer Zuverlässigkeit.“, komplettiert Mr. Hoolwerther seinen unterkühlten Auftritt.

In diesem Moment erscheint ein Kellner. „Entschuldigen Sie bitte. Darf ich Ihnen etwas bringen, Sir?“

„Ja.“, erwidert Mr. Hoolwerther nach nur kurzem Zögern und Überlegen. „Einen Tee. Aber mild, bitte.“

„Sehr wohl.“

Nachdem der Kellner wieder gegangen ist, fährt Mr. Hoolwerther in energischem Ton, aber flüsternd leicht über den Tisch zu seinem Gesprächspartner gebeugt, fort: „Wie oft wollen sie noch versagen? Wir brauchen diesen Chip wieder! Und zwar bald.“

Sein Gegenüber, Mr. Morton, erwidert kontrolliert wütend und sehr gefasst, aber ebenfalls in energischem Ton: „ICH habe mich bis aufs Hemd vor dem Präsidenten blamiert. Wenn ich nicht ganz schnell Resultate liefere, bin ich dran. Aber Ihr Plan geht dann auch den Bach runter.“

„Das ist er doch schon. Dass sich Profis von kleinen Ganoven so zum Besten halten lassen.“

„Die kleinen Ganoven waren irische Terroristen.“

„Das ist Blödsinn. Wir wissen, wer hinter dem Chip her ist. Und ich lasse mir von keinem Industriellen auf der Nase herum tanzen.“

„Ich besorge Ihnen ja Ihren scheiß Chip. Aber die Daten darauf können MEINE Leute ins Grab bringen.“

Da bringt der Kellner einen Kaffee für Mr. Morton. „Sir.“, stellt er ihn auf den Tisch. „Danke.“, sagt Mr. Morton. Und der Kellner nickt Mr. Hoolwerther zu: „Ihr Tee kommt auch sofort, Sir.“ Mr. Hoolwerther nickt.

Mr. Hoolwerther blickt dem Kellner noch nach. Dann sieht er zunächst auf Mr. Mortons Kaffee, bevor er ihn mit leiser Stimme und eisigem Lächeln fragt: „Seit wann denn so sensibel, Mr. Morton?“ - „Vielleicht sollten Sie etwas weniger Koffein konsumieren und dafür mehr Tee trinken.“, rät er lächelnd mit erneutem kurzen Blick auf Mortons Kaffeegedeck. „Das beruhigt ungemein.“

„Ich gehe nicht seelenruhig über Leichen, so wie Sie. Das sollte alles viel reibungsloser ablaufen.“

„Wem sagen Sie das.“, erwidert Hoolwerther ruhig. Dann fragt er mit eindringlichem Blick und energischem Ton: „Was werden Sie jetzt tun?“

Morton trinkt ruhig von seinem Kaffee. Betont gelassen stellt er seine Tasse zurück und erwidert: „Ich brauche den Mind-Spector, der im letzten Jahr entwickelt wurde.“

Hoolwerther wirkt nachdenklich und zum ersten Mal in dem Gespräch etwas aus seinem Konzept gebracht. „Der funktioniert noch nicht.“, sagt er schließlich, jetzt auch mit deutlich ruhigerer Stimme.

„Mich können Sie nicht zum Narren halten. Der Prototyp hat alle Testreihen erfolgreich bestanden.“

„Was wollen Sie damit?“, fragt Hoolwerther nach erneutem Überlegen ruhig nach.

„Für mich hat jetzt absolute Priorität, dass die Daten nicht in falsche Hände geraten. Ihren Chip bekommen Sie, wenn alles reibungslos abläuft.“

„Haben Sie eine Ahnung wo er ist?“

„Ja. Und Sie brauchen mich schon, wenn Sie überhaupt eine Chance haben wollen, an das gute Stück heran zu kommen.“

„Und Sie haben einen Plan?“

Morton nickt. „Den und das stärkste Sonderkommando, das der Secret Service derzeit aufzubieten hat.“

Hoolwerther nickt langsam. „Gut Morton. Sie kriegen was Sie wollen.“

Laute Tanzmusik dröhnt aus den Lautsprechern rund um eine Bühnenkulisse. Junge Frauen in Ballettkostümen schweben, tanzen und wirbeln über die Bühne, drehen Ihre Pirouetten und vollführen wahre Kunststücke auf ihren rasant über den Bühnenboden gleitenden Fußsohlen und Zehenspitzen. In aufwändigen Choreographien und zu dröhnenden Rhythmen fegen Gewänder, Gliedmaßen und Körper durch die Szenerie. Die Gesichter, oft glänzend von Schweiß, mit angestrengten, hoch konzentrierten Blicken – auf die eigenen Füße, die Beine, die Partner, den Boden, die Kulisse, die flimmernde Luft, die vibrierenden Lautsprecher – sind von Ehrgeiz und Erschöpfung gleichermaßen erfüllt. Doch noch ist das Crescendo nicht erreicht. Mit letzten Kräften und teils purer Verzweiflung, die mit dem eigenen Ego kämpft, das sich nicht niederringen lässt, scheint trotz allgegenwärtiger Erschöpfung pure Energie in alle Gliedmaßen zu schießen, die sich aufbäumend zu den letzten perfekt einstudierten und umgesetzten Bewegungsabläufen strecken, verdrehen, beugen und biegen, bis der finale Paukenschlag aus den Lautsprechern hämmert, durch die Bodenplanken und Bühnenbauten vibriert und in jeder Ader und Sehne sämtlicher Protagonisten sichtbar wird. Dann hat das Gewusel ein abruptes Ende, die Szenerie erstarrt und in ihr jeder Tänzer und jede Tänzerin in deren Endpose. Kein Bein, kein Arm, keine Hand und kein Finger rührt sich mehr. Kein Atemzug ist hörbar. Tosender Schall wich Totenstille.

Eine der Teilnehmerinnen ist eine junge, zierliche, blonde Frau, sehr mädchenhaft wirkend. Auch in ihrem Gesicht glänzt im Scheinwerferlicht der Schweiß. Die Wangen zittern, die Augen vibrieren, der ganze Körper bebt, doch kaum sichtbar. In absoluter Beherrschtheit verbietet sie den Lungen ihren wohlverdienten und bitter notwendigen Atemzug. Dann klatscht jemand zweimal in die Hände. Die Spannung fällt von der Frau ab, fährt aus ihrem Körper, jedem einzelnen Muskel, nach und nach. Kurz wissen die Lungen nicht, ob schon eingeatmet werden kann oder erst noch auszuatmen ist. Dann fährt ein dünner Atemzug durch den nach außen zugespitzten Mund, bevor sie tief ein- und wieder ausatmet und nun mehrmals hörbar durchatmet. Sie lockert sich, noch immer in ihrem Spagat verharrend. Sie sieht sich um, sucht den Blickkontakt zu ihren Mittänzern und -tänzerinnen und schließlich zu einer älteren Dame, die zusammen mit nur wenigen anderen Damen und Herren in einer bühnennahen Balkonreihe gesessen war und der Darbietung beigewohnt hatte.

Einige Herrschaften blicken noch gebannt auf die Bühne, während anderen sichtbar Bewertungsüberlegungen durch den Kopf gehen und manche sich Notizen machen.

Eine dunkelhaarige Frau auf der Bühne neben der blonden sieht ebenso ermattet und abgekämpft aus, blickt jedoch deutlich unmotivierter als ihre Nachbarin und wirft nun einen gespannten, ungeduldigen und eher verächtlichen Blick auf den besetzten Balkon und die ältere Dame dort.

Auch die blonde Frau schaut erwartungsvoll auf sie. Jedoch deutlich demütiger und hoffnungsvoller.

Einige auf dem Balkon sehen nun eher verunsichert auf die ältere Dame, die stoisch, regungs- und ausdruckslos auf ihrem Platz sitzt. Einer setzt zum Klatschen an, da steht die Frau auf. „Sie müssen noch viel lernen.“, tönt sie mit ruhiger aber deutlicher und erhabener Stimme und einem französischen Akzent.. Fast duckend und in sich sinkend, nimmt der Mann, der zum Klatschen ansetzte, seine Hände wieder herunter. Die ältere Dame, die elegant und stilsicher gekleidet ist und sich ebenso bewegt und artikuliert, steht nun auf und geht einige Schritte auf die Bühne zu.

Die dunkelhaarige Frau stößt einen Seufzer der Empörung aus und löst sich kopfschüttelnd von ihrer Position. Auch der blonden Frau entfährt ein leiser Seufzer, jedoch ein Seufzer der Enttäuschung. Und sie verharrt noch in ihrer Position und lauscht der Dame weiter.

„Wer von Euch nächste Woche auch nur den Hauch einer Chance haben will, hat die nächsten Tage noch sehr hart zu arbeiten. Ich meine HART. Und ich meine ARBEITEN. Und ich meine JEDEN Tag. Den GANZEN Tag. Und wenn Sie es wirklich ernst meinen, auch noch jede ganze Nacht. Atmen, trinken, ein bisschen essen und schlafen. Wer etwas anderes tun möchte, fährt bitte heute wieder nach Hause.“

Auf der Bühne wird die Ansprache unterschiedlich aufgenommen. Unverständnis, Verärgerung und leise Kommentare bei den einen: „Kannst du haben.“ „Das ist ja wohl die Höhe.“ Respektvolle und kommentarlose Akzeptanz bei den anderen.

„In Ihren Kinderstuben waren Sie gut. Oder sogar die besten. Sonst wären Sie heute gar nicht hier. Wer nicht den Ehrgeiz hat, wenigstens perfekt zu werden, kann sich jede weitere Mühe und mir meine kostbare Zeit sparen. Denn die nächsten Tage werden die härtesten in Ihrem Leben sein. Ohne diesen Ehrgeiz überleben Sie sie gar nicht. Und nächste Woche wird es nicht mehr genügen perfekt zu sein. Das werden nämlich alle sein, die dann noch hier sind. Dann müssen Sie sein wie die Musik selbst. Ich muss Sie hören - und fühlen. Bevor Sie sich entscheiden, es zu versuchen, denken Sie gut darüber nach. Aber lassen Sie sich nicht zu viel Zeit dafür. Sie haben nämlich keine mehr.“

Auf der Bühne herrscht nun stille Aufruhr. „Alte Zicke.“ - „Ich wollte doch nicht hier her. Was denkt die, wer sie ist?“ - „Fünf Stunden schwitzen wir uns hier einen Ast, und dann das.“

Das blonde Mädchen, das noch immer im Spagat verharrt, nimmt die Ansprache und die ganze Angelegenheit deutlich ernster. Sie schnauft immernoch und wendet ihren Blick nun von der Rednerin ab. Sie nickt und lässt ihren Kopf mit einem schweren Seufzer auf Ihren Schenkel fallen.

Der Hotelflur ist mit einem flauschigen aber niedergetretenen und abgenutzten roten Teppichboden ausgelegt. Auf ihm trottet die junge Frau von eben nun entlang.

Eine Aufzugtür öffnet sich. Der Mann, der mit dem Gewehr auf dem Bett seines Hotelzimmers gesessen war, lehnt an einer Innenwand des Aufzuges. Er stößt sich nun von der Wand ab und torkelt sichtlich angetrunken aus dem Lift. Er schwankt den Etagengang entlang und nähert sich dem blonden Mädchen. Er sieht sie nur undeutlich und verschwommen durch seine deutlich von Müdigkeit und Alkohol eingetrübten Augen. Er geht schneller auf sie zu.

Die junge Frau will gerade ihre Zimmertür aufschließen.

„Chiara!“, kommt da der Mann heran. Unversehens packt er sie an beiden Schulterseiten und dreht sie zu sich. „Chiara! Du lebst!“

Die junge Frau weiß gar nichts zu sagen. Sie war selbst in Gedanken versunken und muss sich nun erst in die reale Situation finden. Völlig überrascht und zunächst sprachlos, dauert es einen kleinen Moment, bis sie offensichtlich weniger einen Schrecken als ihre eigene Müdigkeit und gedankliche Abwesenheit überwunden hat. Dann nickt sie ein paar Mal bestimmt, in kurzen und zuckenden Bewegungen. Ja, ich lebe, denkt sie sich wohl. Aber: „Ich bin nicht Chiara.“, berichtigt sie, als ob ihr das gerade nach einer lange andauernden Amnesie wieder eingefallen wäre. Die unerwartete Annäherung und Inbesitznahme durch den Mann wird ihr nun deutlich unangenehm. Aber nur langsam und behutsam löst sie sich aus dem Griff des Mannes. Der wirkt verstört, mustert sie mit ruckartigen Bewegungen, begutachtet sie von Kopf bis Fuß. Schließlich streicht er ihr durchs Haar. Sie erkennt, dass der Mann angetrunken ist, sie offensichtlich verwechselt und keine bösen Absichten zu haben scheint. Daher reagiert sie sehr verständnisvoll. Mit einem freundlichen Lächeln lässt sie ihn wissen: „Sie verwechseln mich.“ - Sie betrachtet ihn fürsorglich und nickt ihm zu: „Ich denke, Sie sollten in Ihr Zimmer gehen und sich erst einmal richtig ausschlafen. Ok?“ -Sie blickt den Korridor auf und ab und möchte hilfsbereit wissen: „Wissen Sie, was für eine Zimmernummer Sie haben?“ - Sie nimmt nun ihrerseits den Mann am Arm und will mit ihm losgehen. „Kommen Sie. Ich helfe Ihnen Ihr Zimmer zu finden.“

„Nein.“, wehrt der Mann entschieden ab und scheint sich seines Irrtums nun bewusst zu werden. Mit gedämpfter, fast flüsternder Stimme räumt er – auch sich selbst – ein: „Ich – habe mich geirrt. Ja. Ich habe mich geirrt.“ - Er blickt verzweifelt zum Boden und wieder ins Gesicht der jungen Frau. „Entschuldigung.“ - Immer wieder blickt er auf den Boden und dann wieder in die Augen der Frau. „Entschuldigen Sie bitte. - Es kann ja auch gar nicht sein.“ Er wendet sich ab, wieder mit dem Blick zum Boden. „Kann ja nicht.“ Er geht ein paar Schritte, bevor er sich nochmals zu der Frau dreht: „Ich finde mein Zimmer. - Ich finde es schon.“

Die Frau blickt ihm etwas irritiert nach. „Ok.“ Dann nickt und lächelt sie wieder freundlich, winkt ihm hinterher: „Ist ok. -Gute Nacht.“

Nun geht sie wieder zu ihrer Tür und hat Mühe ihre Augen noch offen zu halten. „Gute Nacht, Andrea.“, sagt sie zu sich selbst. „Du hast deinen Schlaf auch bitter nötig.“

Derweil kommt erneut ein Aufzug in der Etage an und hält. Die Tür öffnet sich.

Andrea verschwindet in ihrem Zimmer, während draußen auf dem Flur eine andere blonde Frau den Gang entlang geht. Anders als ihre Mitbewohner auf der Etage, scheint sie hellwach. In betont aufrechter Körperhaltung und mit wachem Blick für ihre Umgebung, bleibt sie eine Tür weiter stehen. Konzentriert und mit ernster Mine öffnet sie die Tür. Dann schließt sich auch diese Tür hinter der Frau und es kehrt Ruhe ein in dem Hotelflur.

Laute Paradenmusik, militärisch, zackig, tönt aus Blasinstrumenten, begleitet von donnernden Trommelschlägen. Im Rhythmus und Gleichschritt gleiten hochglanzpolierte Halbschuhe an einer Stelle und stampfen massive Militärstiefel an anderer Stelle über Asphalt und Pflastersteine. Die Militärparade über die Champs-Élysées ist in vollem Gange. Die Straße ist gesäumt von Schaulustigen, Kamerateams und hoch gerüsteten Sicherheitskräften.

In einem alten Gemäuer baut der Mann aus dem Hotelzimmer sein Präzisionsgewehr zusammen. Wieder nüchtern und hoch konzentriert holt er die letzten Teile aus einer alten Sporttasche und setzt sie an ihren jeweiligen Bestimmungsstellen ein. Noch ein letzter Handgriff, ein Klick und das Gewehr ist komplett. Jetzt blickt der Mann nachdenklich und unsicher ins Leere, atmet tief ein und wieder aus. Er hat Mühe, ein Zittern zu unterdrücken und eine offensichtliche Blockade zu überwinden. Dann richtet er seinen Blick auf einen kleinen Durchbruch in der Wand des Gebäudes. Dort ist bereits ein Standgerüst für sein Gewehr aufgebaut. Daneben steht ein Bild. Der Mann atmet erneut einmal tief ein und wieder aus. Nun geht er entschlossen aber bedächtig auf diese Stelle zu.

Mit der Parade bewegen sich auch einige Fahrzeuge. In einer offenen Stretchlimousine sitzen sich jeweils ein Mann und eine Frau gegenüber, zwei Paare, die sich den Massen in allen Richtungen zuwenden und den Menschen freudig zuwinken.

Der Mann verankert das Gewehr auf dem Standgerüst. Auf dem Bild daneben, einem Familienfoto, sind er, seine Frau und seine Tochter abgebildet, die Andrea, der Balletttänzerin, der er nachts zuvor im Hotelflur begegnet war, oberflächlich auf den ersten Blick leicht ähnlich sieht. Der Mann kniet sich neben Schussvorrichtung und Bild. Er nimmt das Bild mit einer Hand auf, betrachtet es eine Weile und schnauft erneut tief durch. Dann umschließt er es mit beiden Händen von hinten, blickt es noch intensiver an und drückt es schließlich an seine Stirn, beugt seinen Kopf gegrämt und schnauft wieder tief durch. Langsam hebt sich sein Kopf von dem Bild. Dann, als ob er wie ein Akku durch das Anlegen des Bildes aufgeladen wäre, blickt er entschlossen durch die Maueröffnung, durch die der Lauf seines Gewehres gerichtet ist. Mit einer Hand stellt er das Bild wieder ab. Dann legt er sich in Schussposition an seine Apparatur.

An der Champs-Élysées jubeln die Leute der vorbeifahrenden Limousine zu. Die heiter und fröhlich gelaunten Insassen winken freudestrahlend und ausgelassen zurück.

Am Mauersims laufen Tauben. Eine gurrt und blickt dann in die Ferne. Wenige Meter daneben ist der kleine Mauerdurchbruch zu erkennen.

Innen liegt der Mann, das Gewehr im Anschlag, der Blick fest und konzentriert durch das große Zielfernrohr gerichtet. Die dunkelbraune Iris um die klare Pupille vibrieren nun kein bisschen. Der Blick hinter dem Fadenkreuz ist fixiert und starr. Vor dem Fadenkreuz die Personen in der Limousine. Eines der Paare.

In der Limousine einer der Männer. Er dreht sich, lächelt seine Partnerin an. Er lacht und winkt. Ein dumpfer Ton, seine Mimik verzerrt sich und erstarrt. Ein wachsender rötlicher Punkt auf seiner Stirn, seine Partnerin ist irritiert. Ein Rinnsal entwickelt sich aus dem Punkt, der aufrecht ausgestreckt sitzende Mann sackt sanft in sich zusammen. Die Frau fängt ihn mit ihren Händen ab. Die Ausgelassenheit in ihrem Gesicht weicht einem Schock.

Nachts in einer düsteren Hinterhofgasse. Alles ist still und ruhig. Nur eine Ratte huscht zwischen Mülltonnen und Abfallhaufen umher.

In einem Hotelzimmer blickt ein bulliger Mann mit aggressiv gewalttätigem Gesichtsausdruck auf die junge Frau, die eine Nacht vorher in das Zimmer neben Andrea, der Balletttänzerin, eingezogen war. Er ist über sie gebeugt. Sie ist an einen Stuhl gefesselt, blutet und sackt nun regungslos in sich zusammen. Der Mann richtet sich auf.

In der dunklen Hinterhofgasse durchbrechen Motorengeräusche die Stille. Lautes Aufheulen durch Beschleunigungen wechselt sich ab mit dem dumpfen Grollen von fast abgewürgten Motoren und dem Quietschen von Reifen, die über Pflastersteine schleifen.

Zwei Autos liefern sich eine wilde Verfolgungsjagd durch die Straßenschluchten in Richtung der Gasse.

Da kommt ein Auto hinter den Häusern hervorgeschossen, dreht sich in die Kurve, fast zu weit. Gerade noch abgefangen, rast es in die dunkle Seitengasse. Abrupt wird es abgebremst, reduziert quietschend seine Geschwindigkeit, während ein Mann in einem Kampfanzug bereits herausspringt, ohne den Stillstand des Fahrzeugs abzuwarten. Das Auto macht noch einen Satz nach vorn, der Motor gibt noch einen dumpfen Schlag von sich und stockt.

Der hastig laufende Mann hält ein kleines Gerät in seinen Händen. Hektisch schaut er zurück auf die Abzweigung von der er gekommen war, seine Verfolger erwartend. Im Laufschritt versucht er gewissenhaft einige Einstellungen an dem kleinen Gerät, das er bei sich trägt, vorzunehmen. Er versucht sich zu konzentrieren, gleichzeitig weiterzulaufen und auch nicht aus den Augen zu verlieren, ob seine Verfolger in Sichtweite kommen.

Da springt eine Tür auf. Der bullige Mann vom Hotelzimmer steht darin. Er ist nur schemenhaft zu sehen, von hinten blendet Licht, das grell in die Hinterhofnacht hinein scheint. Es ist ein Hintereingang des Hotels, auf den der Mann im Kampfanzug zugerannt war. Nun stoppt er abrupt. Er blickt auf den Mann, der ihm in der Eingangstür wenige Meter gegenüber steht. Sichtlich irritiert über die von ihm unerwartete Entwicklung der Situation, versucht er angestrengt eine Lösung zu finden. Die Zeit drängt. Schon dröhnt der Motor von nahem, das Fahrzeug seiner Verfolger dreht sich in die Gasse ein.

Der Mann im Kampfanzug richtet seinen Blick wieder auf den Mann in der Tür. Der steht regungslos dort. Der Mann im Kampfanzug greift an ein leeres Pistolenhalfter, dann in seinen Anzug, sucht immer hektischer sämtliche Taschen nach einer Waffe ab, doch er hat keine dabei.

Der Mann in der Tür zieht seine dagegen jetzt. Er beobachtet auch das herannahende Verfolgerfahrzeug. Das stoppt. Der Mann streckt seine Waffe aus. Die Autotüren springen auf. Der Mann zwischen Auto und Hinterhauseingang dreht seinen Kopf hektisch in hilfloser Todesangst mit weit aufgerissenen Augen zwischen dem Mann vor ihm und seinen Verfolgern hin und her. Auf der abgewandten Seite des Verfolgerfahrzeuges waren zwei Männer ausgestiegen und mit ihren Schusswaffen im Anschlag hinter dem Fahrzeug in Stellung gegangen. Der Mann in der Tür hat seine Waffe mit ausgestreckten Armen ebenfalls im Anschlag. Der Mann dazwischen starrt mit offenem Mund, weit aufgerissenen Augen und sich ausweitenden Nasenflügeln in den Pistolenlauf. Da fällt ein Schuss. Der Mann im Kampfanzug erstarrt. Der Körper des Mannes vor ihm ist leicht verrenkt. Dann fällt ein zweiter und noch ein dritter Schuss. Der Mann ist dreimal in den Oberkörper getroffen und wankt nach hinten. Bei dem Mann im Kampfanzug weicht die Anspannung kurz einer Verwunderung, dann einem Augenblick der Erleichterung, bevor er seinen Körper blitzschnell wieder unter volle Anspannung und Konzentration setzt. Ein kurzer Blick zu seinen Verfolgern. Nun springt auch der Fahrer aus dem Auto. Dann sprintet der Mann mit dem Gerät in seiner Hand Richtung Tür, an der der Getroffene zusammensackt, springt über ihn hinweg ins Gebäude und verschwindet hinter der nächsten Tür. Die drei Männer aus dem Auto nehmen die Verfolgung auf, einer treibt die Gruppe in indischer Sprache an.

Der Gejagte hetzt durch dunkle Gänge und versucht sich zu orientieren. Vorbei an Kellertreppen, Heizungsanlage und Vorratsräumen gelangt er schließlich an die Küche, in der noch Licht brennt und ein einzelner asiatisch aussehender Koch noch Putz- und Aufräumarbeiten erledigt. Der Mann stockt in der Tür kurz, denkt hastig nach, blickt sich um, die Geräusche seiner Verfolger kommen näher, er orientiert sich kurz neu, fasst die Ausgänge der Küche ins Auge und läuft quer durch die Küche, den Koch dort, den er zunächst irritiert gemustert hatte, nun links liegen lassend.

Der stutzt verwundert, war zunächst sprachlos, möchte aber jetzt doch den unerwarteten Besucher zur Rede stellen. In gebrochen französischer Sprache versucht er ihn aufzuhalten. Er hatte wohl auch die Schüsse gehört und ist nun sichtlich irritiert über die Ereignisse. Doch der Mann ließ sich nicht aufhalten und ist bereits wieder verschwunden.

„Allo!“, ruft der Koch hinterher. „Qu'est-ce qu'il y a ?! Ca alors!“

Er beruhigt sich wieder und will sich erneut seiner Arbeit widmen, da kommen die anderen Männer an der Küche an. Einer hastete vorbei, ein anderer stürmt herein und sieht sich um. Der erste ruft etwas von draußen, der andere in der Küche antwortet, auch der dritte gibt einen Kommentar ab, alles in indischer Sprache. Sie setzen ihren Weg nun zusammen durch die Küche fort. Auch sie nehmen den Angestellten nur am Rande wahr und schenken ihm keine weitere Beachtung. Der aber scheint nun wirklich nicht nur verwundert sondern aufgebracht zu sein und den Dingen endgültig auf den Grund gehen zu wollen.

„Mon beau monsieur!“, ruft er dem ersten mit ausgestreckten Armen und Händen entgegen. „Was ist los?! Est Schussen, dann Spectacle hier in meiner Küch. Sie können nicht ...“

Da streckt ihm einer der Inder mit grimmiger Mine sein Maschinengewehr entgegen. Der Asiate verstummt abrupt. „Oh je.“, rekapituliert er, senkt seine Arme und weicht zurück. „Ok.

Nix fragen. Weiter machen. Ok.“

Die Männer eilen weiter ihres Weges, lassen den Koch stehen. Der widmet sich betont erneut seinen Töpfen und Bestecken und versucht sich abzulenken, kommentiert in einem Mix aus französisch und chinesisch. Schließlich greift er nach einem großen Hackbeil. „Ah, bin ich Koch hier. Mach ich Speisen zum Essen. Nix Inspektor. No Gendarm. Kriecht Made in die Süpp, hau ich tot.“, schlägt er es in einen Holzblock. „Kommt da große Manne, große Wumme, muss nix interessiert. Geh ich heim. Feierabend.“

Eine Aufzugtür öffnet sich. Gähnend tritt Andrea heraus und begibt sich abgekämpft und matt wieder auf den Weg durch den Etagengang zu ihrem Zimmer.

An anderer Stelle hastet der Mann mit dem Gerät in der Hand eine Treppe empor, nimmt die letzten Stufen mit großen Sätzen, reißt die Tür in den Hotelflur auf und hastet hindurch.

Andrea ist an Ihrer Zimmertür angekommen, wühlt den Schlüssel aus Ihrer Umhängetasche heraus. Gerade will sie ihn in das Schlüsselloch stecken, da erreicht sie der Mann, der ihr durch den Gang entgegen gehastet war. „Ireene!“, schreit er Ihr aufgeregt entgegen.

Andrea zuckt erschrocken zusammen, sieht den Mann auf sie zurasen und weicht zurück. „Ich ...“, will sie sich erklären.

„Wir müssen es hier machen.“

„Was ...“, versucht sich Andrea einen Reim auf die Situation zu machen, ihren Gegenüber, seine ungewöhnliche Kleidung, Mimik und Gestik rasch musternd.

„Wir haben keine Zeit. Es muss schnell gehen. Plan B!“

„Ich ...“

Der Mann presst Andrea gegen die Tür und setzt das seltsame Gerät, das er die ganze Zeit in seinen Händen bewahrte und vorbereitete auf Ihre Stirn und Nase auf, vor die Augen.

„Hey! Was soll das?!“

„Bleib ruhig, sonst wird das nichts! Du musst ganz still halten.“ „Hören Sie, …! Ah! Was soll das?! Lassen Sie mich …!“

Das Gerät durchläuft einige Licht- und Tonsequenzen, scheint sich am Gesicht festzusaugen. An den Seiten fahren Haltebügel aus, die sich blitzschnell selbsttätig um den Kopf fixieren, ihn fest umschließen und das Gerät noch weiter an die Augen pressen.

„Die sind gleich da. Verdammt. Die sind mir auf den Versen. Das ist alles schief gelaufen.“, erklärt der Mann panisch, während ein grelles Licht aus dem Gerät Andreas Kopf zu durchdringen scheint und hochfrequente Töne von sich gibt.

„Aaaaaaaaah!!!“, schreit Andrea nun in Panik.

„Schnell, rein!“, schiebt der Mann Andrea in das Zimmer, das er inzwischen aufgeschlossen hatte, dreht sie an die Wand und hält sie noch fester, drückt sie jetzt vehement gegen die Wand und schließt die Tür. „Es tut mir leid! Es tut mir leid. Das ist unsere einzige Chance. Das verschafft uns ein bisschen Zeit.“ Da wird die Etagentür wieder aufgestoßen, durch die der Mann gekommen war.

Der Mann bei Andrea hört seine Verfolger wild durcheinander rufen und Türen eintreten. Er schiebt Andrea die Wand entlang weiter weg von der Tür, zu der er schließlich mit dem Rücken steht. Da wird auch die eingetreten. Er stellt sich schützend vor Andrea. Die schmächtige Frau verschwindet gänzlich hinter dem massigen Körper. „Ich wünsche Dir viel Glück.“, sagt er nun etwas ruhiger zu Andrea. Dann fallen Schüsse. Sein Körper zuckt mit jedem Einschlag. Doch er steht weiter aufrecht schützend vor Andrea. Als die Männer dicht hinter ihm sind, dreht er sich mit großem Schwung in deren Richtung, ein Teil des Gerätes, das er abgenommen hatte, jetzt wieder in seiner Hand, drückt er einen Knopf, woraufhin es zischt und dampft und fast in seiner Faust explodiert, bevor er es mit voller Wucht einem der Angreifer ins Gesicht presst, das er damit zerfetzt. Mit großem Schwung und einem tosenden Schrei fällt er über den nächsten her. Ein Schuss trifft ihn nun von vorn. Doch die Kugel bleibt in der massiven Schutzkleidung stecken. Ein Fausthieb dagegen trifft wirkungsvoll den zweiten der Verfolger mitten zwischen die Augen und er fällt zurück. Weitere Schüsse bleiben in der Schutzkleidung stecken. Ein Faustschlag auf den dritten Angreifer wird von diesem abgewehrt, eine erste Patrone findet ihren Weg in den Hüftbereich des Mannes, der kurz zusammenzuckt. Ein weiterer Angriff des nun verwundeten Mannes wird abgewehrt, der Lauf einer Maschinenpistole verpasst ihm einen brachialen Kinnhaken, weitere Patronen treffen ihn, er sackt zusammen und liegt schließlich am Boden. Mit schmerzverzerrtem Blick fasst er sich an seine schmerzendsten Wunden: „Ah...“

Die Männer stellen sich neben ihm auf, schauen auf ihn herab, sich vergewissernd, dass er außer Gefecht gesetzt ist. Die zwei letzten richten ihre Waffen auf ihn. Der erste, dem er das Gerät ins Gesicht gepresst hatte, und dem die Fleischfetzen vom Schädel hängen, schreit aus voller Kehle und windet sich vor Schmerzen.

Dann hört man Andrea verstört einen Ton von sich geben. Die beiden anderen Männer drehen sich zu ihr um. Sie stand wie angemauert an der Wand und sackt nun in sich zusammen, erst in eine Art Hocke, dann noch ein Stück weiter, so dass sie buchstäblich auf dem Boden sitzt. Die Frequenzen, in denen der grell erleuchtete zweite Teil des Gerätes, das sich noch auf Andreas Augen befindet, immernoch Signale von sich gibt, werden immer ohrenbetäubender, Andrea winselt und fasst sich an den Kopf, umfasst das Gerät, hilflos, zitternd, säuselnd.

Wütend und aggressiv aber ebenso hilflos und ratlos schauen die Männer vor ihr auf das Geschehen und gehen auf sie zu. Dann dreht sich einer wutschnaubend zu dem Mann auf dem Boden um. Der kauert dort. Dann huscht sein Blick auf Andrea zurück.

Intensiv strahlt das Gerät. Allmählich verstummen die Frequenzen. Das Licht strahlt sanfter. Da erhellt ein Blitz, greller als alles vorher, die Silhouette. Dann wird es dunkel. Andreas Haut vibriert. Die Lippen zittern. Das Herz pumpt. Das Blut rast durch die Arterien. Der Körper bebt. Die Lunge bläht und kontraktiert sich.

Blauer Himmel, kaum Schleierwölkchen und strahlender Sonnenschein über der Skyline einer amerikanischen Metropole. Imposante Bauwerke ragen ins Blau. Auf den Straßen herrscht reger Betrieb.

Ein hochmodernes kleineres und extravagant wirkendes Gebäude. Es trägt keinerlei Aufschriften oder andere Anzeichen, die Aufschluss über Art oder Nutzung geben könnten.

In einem Büro im Inneren tippen die vier Finger einer Hand unentwegt der Reihe nach über eine Schreibtischplatte. Mit ernstem Blick und keine Mine verziehend sitzt und wartet dort ungeduldig Mr. Herey auf einem tief gepolsterten Ledersessel hinter dem Schreibtisch. Nun blickt er ungeduldig auf seine Armbanduhr.

Mit im Raum sitzen zwei weitere Männer. Einer auf einem kleinen Sofa an einer Wand, der andere auf einem Stuhl an einem kleinen Tisch. „Man kann sich auf ihn verlassen.“, meint der letztere. „Er ist nie pünktlich.“

An der Eingangstür zu einem Sicherheitskomplex innerhalb des Gebäudes steckt ein Mann seine Chipkarte in ein Erkennungsterminal. Kurz darauf erscheint die Meldung: „Identifizierung negativ. Kein Zutritt.“

„Diese Hunde.“, bekommt der Mann einen zornigen Gesichtsausdruck und blickt die vor ihm liegende, verschlossen bleibende Tür auf und ab.

Schließlich wendet er sich ab und will gerade wieder weg gehen, als er buchstäblich in einen weiteren Mann rennt, der eben angekommen war.

„Guten Morgen, Robert.“, grüßt ihn der gut gelaunt und holt seine Chipkarte aus einer Jackentasche. Ironisch fragt er nach: „Na, die Karte vergessen? - Komm´, ich nehm´ Dich mit. -Oder willst Du gar nicht rein?“

„Du kommst da nicht mehr rein.“, will Robert loslegen und zeigt dabei auf die Tür. Doch die beginnt sich in diesem Augenblick zu öffnen, nachdem sein Kollege seine Karte zwischenzeitlich in das Terminal eingeführt hatte. Da bleibt Roberts Mund offen stehen und stumm. Weit geöffnet ist sein Mund, so wie die Tür jetzt, vor der er staunend steht.

„Wieso nicht? Ich gehe einfach durch.“, kommt salopp die Antwort.

Robert überlegt kurz. Dann kommt er zu dem Schluss: „Du bist ein Glückspilz, eh?“

Der so angesprochene stockt kurz, leicht irritiert. Dann scheint er aber doch rasch weiter zu wollen. „Willst Du jetzt mit rein, oder nicht?“

„Geh nur. Danke. Ich muss nicht, wenn ich nicht darf. Viel Spaß da drin. Bei … was immer.“, winkt Robert schließlich genervt ab und macht sich davon.

„Habe ich irgendetwas verpasst?“, fragt der zurück gelassene ins Leere.

In einem futuristisch anmutenden runden Raum sitzt eine einzige Frau hinter einem runden Bau, der wie eine überdimensionierte Rezeption wirkt, vor mehreren großen Bildschirmen. Neben ihr und an anderer Stelle im Raum sind sichtlich Plätze leer und unbesetzt.

Der Mann, der durch die Tür gelangt war, geht auf die Frau zu und nimmt die gespenstische Szenerie war. Offensichtlich ist er mit der Örtlichkeit gut vertraut. Er sieht sich um und realisiert nacheinander jeden offensichtlich ungewöhnlicherweise nicht besetzten Platz und Posten. „Was ist denn hier heute los? Wer sind Sie? Und wo sind die anderen? Jenny, Rico?“

Die Frau betrachtet ihn mit stoischem aber musterndem Blick. Schließlich stellt sie fest: „Sie sind Mr. Stannigan.“

Der Mann überlegt kurz. „Ja.“ Er grübelt weiter und kommt zu der Überzeugung: „Wer Sie sind, werde ich wohl von Ihnen nicht erfahren.“

„Durchlaufen Sie die innersten Zugangskontrollen. Sie werden erwartet.“

Mr. Stannigan geht bedächtig weiter und denkt angespannt über eine mögliche Erklärung für die heutige Situation nach.

„Und stecken Sie sich Ihren Mitarbeiterausweis vorschriftsmäßig an.“

Stannigan stockt. Er dreht seinen Kopf in Richtung der Frau. Argwöhnisch kneift er die Augen etwas zu. Dann geht er unbeirrt weiter in Richtung einer kristallinen Tür. Vor dieser befinden sich mehrere Apparaturen. Auf eine geht Stannigan zu. Er streckt seine Hand in eine Öffnung. Auf einem Bildschirm erscheint ein Scan seiner Hand mit Fingerabdrücken und anderen Auswertungen. Schließlich legt er seine Stirn auf eine Vorrichtung in der Form ähnlich einer Taucherbrille auf. Seine Augen werden gescannt, eine Iriserkennung läuft.

Das System scheint Stannigan positiv erkannt zu haben. Mehrere Ergebnisfelder auf den Bildschirmen leuchten grün. Eine synthetische Stimme ertönt: „Guten Morgen. Bitte identifizieren Sie sich.“

„Michael Stannigan. Vierter Mai... „ Dann blickt er auf seine Armbanduhr: „Acht Uhr siebzehn.“

Nach nur einem kurzen Augenblick erfolgt die Antwort:

„Guten Morgen, Mr. Stannigan. Mr. Rhudy erwartet Sie in seinem Büro. Einen angenehmen Tag.“

Die Tür öffnet sich und Michael Stannigan geht hindurch, nachdem er erneut einen musternden Blick zu der Frau geworfen hatte.

Vor einer normalen Holztür steht ein schwer bewaffneter Wachposten. Stannigan nähert sich ihm. Während Stannigan seinen forschen Schritt deutlich verlangsamt, rückt der Wachposten in Alarmbereitschaft versetzt mitten vor die Tür und entsichert seine Maschinenpistole.

„Was ist das?“, fragt Stannigan gereizt.

„Ihren Ausweis bitte.“, wird kühl erwidert. „Sie tragen ihn nicht vorschriftsmäßig sichtbar.“

„Und Ihr Ausweis?“, mustert Stannigan die Brusttaschen seines Gegenübers, findet keinen Ausweis und kein Namensschild, wird aber auf ein ihm scheinbar bekanntes Emblem aufmerksam, das ihn stutzen lässt und irritiert.

Als Antwort nimmt der Wachposten seine Waffe in Anschlag, richtet sie offen auf Stannigan. Der beugt sich schließlich widerwillig und zieht seinen Ausweis aus der Innentasche seines Jackets. Er hält ihn dem Mann provokativ direkt vor die Nase.

„Mr. Stannigan.“, erkennt der.

Stannigan nickt betont überzogen.

„Sie dürfen durch.“, tritt der Wachposten beiseite.

„Natürlich darf ich das.“, meint Stannigan spitzfindig. „Ich weiß nur noch nicht warum. Aber das werde ich jetzt herausfinden. Und vielleicht verrate ich Ihnen das dann auch, wenn ich wieder raus komme.“

Der Posten öffnet ihm nun sogar noch die Tür: „Bitte sehr.“

„Danke sehr.“, erwidert Stannigan hämisch, steckt sich seinen Ausweis demonstrativ zeremoniell an seine Brusttasche und geht schließlich in das Vorzimmer.

Da sieht er vor einer nächsten Tür einige Meter vor sich einen weiteren, sehr großen Wachposten von stattlicher Figur stehen, ebenfalls schwer bewaffnet, jedoch in zivilerer Kleidung. Er stockt. „Da ist ja schon wieder so einer.“, sagt er frustriert.

„Ah, guten Morgen, Michael! Gut, dass Du endlich da bist. Die da drin warten schon ungeduldig auf Dich.“, begrüßt ihn eine hübsche junge Frau hinter dem Schreibtisch.

Endlich ein vertrautes Gesicht für Michael, der sichtlich erfreut und erleichtert darüber ist. „Saundra. Guten Morgen. Wenigstens Du bist noch hier. Was ist los hier? Am Haupteingang bin ich Robert begegnet, der kam nicht mehr ins Gebäude mit seiner Karte. Der ganze innere Sicherheitstrakt ist wie ausgestorben. Und im Kontrollbereich davor sitzt nur eine grimmige Frau, die ich noch nie zuvor gesehen habe.“

Dann fällt Stannigan der extrem aufgeräumte, ja quasi leere Arbeitsplatz von Saundra auf. Das gesamte Vorzimmer ist ungewöhnlich aufgeräumt. Über einer Ablage liegt Saundras Mantel bereit. „Du hast auch schon gepackt? Was geht hier vor sich, Saundra?“, fragt er nun bedächtiger. „Und warum `die`? Wer wartet da drinnen auf mich? Ich dachte Rhudy wollte mich sprechen.“

Saundra hatte die ganze Zeit nervös auf Ihren Lippen herum gebissen und ängstlich zwischen Stannigan und dem Wachposten hin und her geschaut.

„Mr. Stannigan, Sie sollten die Herrschaften nun wirklich nicht länger warten lassen.“, macht der Posten klar.

„Michael,“, erklärt Saundra unsicher, „ich werde auch nicht mehr lange hier sein. Rhudy ist auch drin. Aber nicht alleine. Einer heißt Herey und ist vom National Security Department. Das ist ganz sicher kein Freundschaftsbesuch. Niemand vom Special Codex hat mehr Zugang seit heute. Mehr weiß ich nicht.“

„Niemand außer mir.“, nickt Stannigan nachdenklich. „Schon gut Saundra.“

Der Posten deutet erneut und nachdrücklich auf die Tür neben ihm.

„Mr. Rhudy.“, sagt Saundra in die Gegensprechanlage.

„Nein, hier ist Herey. Was gibt es?“, kommt die Antwort.

„Stannigan ist jetzt hier.“

„Das wurde aber auch Zeit. Rein mit ihm.“

„Ja, Sir.“

Saundra nickt zu Stannigan. Der geht nun auf den Posten zu. Schließlich blickt er zu ihm auf und nickt. „Sie sind ein imposanter Wegweiser.“ Dann deutet er auf den flauschigen Bodenbelag unter seinen Füßen. „Ist ein weicher Teppichboden. Sie sollten ab und zu mal die Stelle wechseln, nicht dass Sie noch einsinken und ein Stück von Ihnen verloren geht. Wäre doch schade.“

Dann öffnet er die Tür und geht in einen kleinen Zwischenkorridor. Hinter sich schließt er die Tür wieder. Er atmet tief durch, richtet sich auf und öffnet die zweite Tür. Behände tritt er hindurch.

Mr. Herey, der Mann hinter Mr. Rhudys Schreibtisch sieht ihn erfreut eintreten: „Ah!“

Stannigan ist verwundert, nicht Mr. Rhudy hinter seinem Schreibtisch zu sehen und erblickt ihn stattdessen an einem kleineren Tisch am Rande des Raumes. Er wendet sich dennoch zunächst und ausschließlich an ihn: „Guten Morgen, Mr. Rhudy.“

Dieser erwidert freundlich nickend mit einem leichten Lächeln: „Guten Morgen, Michael.“

„Mr. Stannigan, nehme ich an. Schön dass Sie noch an uns gedacht haben und uns noch beehren.“, spricht Herey dazwischen.

Stannigan zornig: „Was geht Sie das an, an wen ich denke? Und was führen Sie hier eigentlich auf?“ Dann wendet er sich direkt wieder zu Mr. Rhudy: „Mr. Rhudy!?“

Herey energisch: „Wir sollten doch zunächst einmal klarstellen, dass ich es bin, der hier Fragen stellt und Informationen erteilt. Und ich bin es, dem Sie seit heute Morgen unterstellt sind, Mr. Stannigan. Das ist das erste, was Sie stillschweigend zur Kenntnis nehmen werden.“

„Das darf doch wohl nicht wahr sein!“, versucht Stannigan zu unterbrechen und fragt Rhudy: „Wer ist der Typ da?“

„Und nun setzen Sie sich hin und halten Ihre vorlaute Zunge im Zaum!“, fährt Herey unbeirrt fort und zeigt auf einen Sessel vor dem Schreibtisch.

Stannigan blickt unentschlossen zwischen Herey und Rhudy hin und her.

Rhudy macht einen sehr bedrückten Eindruck, sieht jetzt zuerst weg, dann nickt er sachte und blickt daraufhin zu Stannigan: „Setzen Sie sich bitte, Michael.“

Nur zögernd geht Michael nach vorn und setzt sich schließlich nieder. „Gut, ich sitze. Und ich bin echt gespannt.“

Herey beruhigt sich ebenfalls wieder, nickt. „Das ist schön. -Sie sollten wissen, dass ich keinen besonderen Wert darauf legen würde, mit einem Mann wie Ihnen zusammenzuarbeiten, wenn es die Situation nicht unbedingt erfordern würde.“ Er schlägt eine Mappe auf. „Ihre Akte ist – naja, außergewöhnlich.“

Stannigan mit großen Augen und zum Aufstehen aufgestützten Händen: „Ich werde doch wohl nicht mehr. Wie kann der National Security meine Akten haben? - Wie kommen die da ran?!“, fragt er ungehalten in Richtung Mr. Rhudy, und wieder zu Herey gewandt: „Das was Sie da tun, und getan haben, und tun wollen, was immer es auch sein mag, kann auf keinen Fall legal sein oder vom Präsidenten autorisiert.“ Dann wendet er sich wieder Rhudy zu: „Mr. Rhudy, ich weiß überhaupt nicht, warum wir dieses Theater mitspielen. Rufen Sie den Präsidenten an und schmeißen Sie die Leute raus.“ Er springt von dem Sessel auf und macht Herey klar: „Für mich ist dieses Gespräch beendet, bevor es richtig angefangen hat!“

Michael will zur Tür, hat aber Rhudy fest im Blick. Der sitzt niedergeschlagen aber ruhig auf seinem Stuhl. „Michael.“, beginnt er bedächtig. „Ich weiß, dass das alles sehr schwer für Sie sein muss. Aber hören Sie Mr. Herey bitte zu. Und kooperieren Sie bitte. - Der National Security tut selten etwas Legales. Und nicht viel öfter etwas Gutes. - Aber es gibt einen Notstand, der dem Staatssekretär des Sonderdezernats für Code Purple Krisen die Befehlshoheit über sämtliche Sicherheitsbehörden des Staates gibt. Der Präsident ist da jetzt außen vor. Mr. Herey handelt auf Anweisung des Staatssekretärs.“

„Code Purple?“, fragt Stannigan ungläubig nach. „So eine Krise gab es noch nie.“

Rhudy nachdenklich: „Deshalb ist die Situation für uns alle Neuland.“

„Und wir sind keine staatliche Behörde.“, wendet Stannigan weiter ein.

Rhudy erneut besonnen: „Nein. Aber wir werden in dieser Sache kooperieren. Bis ich die Situation für eine endgültige Einschätzung geklärt habe.“

Herey hatte den Dialog zwischen Stannigan und Rhudy nur widerwillig geduldet, aber laufen lassen, angesichts seiner Hoffnung, dass er Stannigan letztendlich beruhigen und zum Einlenken bringen würde. Nun hat Rhudy auch noch ein paar Worte für ihn: „Aber ich denke, wir können persönliche Dinge beiseite lassen und zur Sache kommen. Wir haben doch keine Zeit zu verlieren.“

Herey wird zwar nicht gerne zurecht gewiesen, insbesondere in dieser Situation und vor Michael Stannigan nicht. Doch er registriert, dass Rhudys Worte bei Stannigan die Wirkung erzielten, die auch in seinem Interesse liegt und möchte die beruhigten Gemüter nicht erneut allein seines Egos wegen erhitzen. Darum gibt er widerwillig klein bei: „Eh – ja. Ich hatte ohnehin nicht vor, Mr. Stannigan sein ganzes Untatenregister vorzulesen. Er scheint ja zumindest erfolgreich zu sein, in dem, was er tut. Dann wollen wir also mal zur Sache kommen. - Wenn Sie wieder Platz nehmen möchten, Mr. Stannigan. Dann können wir diese Unterredung zivilisiert über die Bühne bringen.“

Stannigan kneift die Lippen zusammen, blickt erneut zwischen Herey und Rhudy hin und her und lenkt schließlich ebenfalls ein. „Also gut. Ich höre.“, sagt er und setzt sich wieder.

Herey: „Was wissen Sie über das Delta-Acsel Projekt?“

Stannigan: „Hochtechnologische Entwicklungsarbeit zum automatischen und autonomen Aufspüren und Sammeln von Top Secret Informationen über weltweit vernetzte Hardwaresysteme. Ein virales virtuelles neurales Netzwerk der vierten Generation. Technik, wie man sie aus Science Fiction Filmen kennt, oder in einem Raumschiff erwarten würde, das auf der Erde notlandet. Die erste Generation steckt weltweit in den Kinderschuhen, von der zweiten träumen einige Wissenschaftler, Unternehmer und Politiker, paranoide Geheimdienstler der NSA und des National Security befürchten, dass ihre Gegner bereits an einer dritten Generation arbeiten und irgendjemand hat geglaubt, die ultimative Waffe des 21. Jahrhunderts erschaffen zu müssen.“

„Hm hm.“, bestätigt Herey.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Trio Extratour" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen