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Treat Your Money Like Your Lover

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Telefonat mit meiner Schwester
  7. Hinweis zum Übungsmaterial
  8. VORAUSGESCHICKT
  9. EINLEITUNG
  10. 1. MONEYCOACHING FÜR GEIST UND KÖRPER
  11. Wieso ist eine gute Beziehung zu Geld so wichtig?
  12. 2. RESPEKT
  13. 2.1 Deine Umgebung als Basis für eine gute Beziehung
  14. 2.2 Die Macht der Sprache
  15. 2.2.1 Man kann nicht, muss aber
  16. 2.2.2 Mehr, nicht genug, zu viel, zu wenig
  17. 3. EMPATHIE
  18. 3.1 Gefühle sind nicht gut oder schlecht – sie fühlen sich nur so an
  19. 3.2 Was wollen uns unsere Gefühle sagen?
  20. 3.2.1 Angst
  21. 3.2.2 Neid und Eifersucht
  22. 3.2.3 Scham
  23. 3.3 Unsere Gefühle und das Geld
  24. 3.4 Das Gefühlshaushaltsbuch – Ausgaben
  25. 3.4.1 Die Auswertung des Gefühlshaushaltsbuchs
  26. 3.4.2 Beispielauswertung
  27. 3.4.3 Marlene und der Kaffee
  28. 4. LIEBE
  29. 4.1 Liebe ist eine Entscheidung
  30. 4.2 Liebe heißt, Grenzen zu setzen
  31. 4.3 Meditation zur Herzöffnung
  32. 5. AUFMERKSAMKEIT
  33. 5.1 Unsere Glaubenssätze zum Thema Geld
  34. 5.2 Das Gefühlshaushaltsbuch – Einnahmen
  35. 5.2.1 Warum ist es so wichtig, zu wissen, wie sich unsere Einnahmen anfühlen?
  36. 5.2.2 Das Gefühlsbarometer für unsere Einnahmen
  37. 5.2.3 Was kann ich tun, wenn sich das eingenommene Geld nicht gut anfühlt?
  38. 5.3 Du kannst dich nicht reich sparen
  39. 5.4 Das Ziel ist das Ziel
  40. 5.5 Meditation: Wer würde davon profitieren, wenn du mehr Geld hättest?
  41. 5.6 Exkurs: Schuldenabbau
  42. 6. TUCHFÜHLUNG
  43. 6.1 Der Zehneuroschein
  44. 6.2 Rein in die Komfortzone
  45. 6.3 Exkurs: Familieneinkommen
  46. 6.4 Das Gefühlsbarometer im Alltag
  47. 7. EXPERIMENTE
  48. 7.1 Es gibt kein Scheitern mehr
  49. 7.2 Wie experimentiert man denn mit Geld?
  50. 7.2.1 Gedanken ändern
  51. 7.2.2 Sparen
  52. 7.2.3 Geldflüsse lenken
  53. 7.3 Wie viele Konten braucht der Mensch?
  54. 7.3.1 Das 6-Konten-Modell
  55. 7.3.2 Das 5-Konten-Modell
  56. 7.3.3 Das 3-Konten-Modell
  57. 7.3.4 Meine individuelle Mischung
  58. 7.3.5 Budgeterstellung
  59. 7.4 Das große Manifestationsexperiment
  60. EIN PAAR WORTE ZUM SCHLUSS
  61. EIN GROSSES DANKESCHÖN
  62. Fußnoten

Über dieses Buch

»Ich müsste dringend mal meine Finanzen ordnen« – vielen sitzt das im Nacken und sie scheuen sich doch, das Thema anzugehen. Was aber wäre, wenn wir unser Geld betrachten würden wie einen Partner? MoneyCoach Ivonne Senn meint, im Umgang mit den Finanzen spiegeln sich Überzeugungen über das Leben, Beziehungen und den eigenen Selbstwert. Darum hat sie ein Programm entwickelt, um Beziehungsmuster zu erkennen, neu zu ordnen und so Selbstbewusstsein und sogar Spaß im Umgang mit Geld zu entwickeln.

Über die Autorin

Ivonne Senn ist Diplom-Betriebswirtin und seit 2010 MoneyCoach. Sie arbeitet mit Millionären und Minijobbern, Selbstständigen, Angestellten und Familien und hat selbst schon richtig viel und viel zu wenig verdient. In ihren Workshops, Seminaren und Einzelcoachings hört sie immer wieder den Satz »Ich kann einfach nicht mit Geld umgehen« – der nie stimmt. Hier erklärt sie, wie es gelingt, wenn man auf der richtigen Ebene ansetzt: bei sich selbst …

IVONNE SENN

Treat Your money Like Your Lover

Kümmere dich um dein Geld und
werde reich in jeder Beziehung

Luebbe-life

 

»Erinnerst du dich noch an das erste Mal, als du Geld bekommen hast? An diesen Moment, in dem das Geld in deiner Hand lag und du noch nicht wusstest, was du damit machen wirst? Als du noch keine Pläne dafür hattest und ihr einfach nur zusammen wart?«

»Du meinst, als es noch keine Erwartungen gab?«

»Ganz genau. An diesen Moment sollten wir uns immer wieder erinnern. Denn sobald Erwartungen dazukommen, wird jede Beziehung schwierig.«

TELEFONAT MIT MEINER SCHWESTER

Hinweis zum Übungsmaterial

Alle Übungsblätter zum Buch findest du als kostenloses PDF zum Download hier:

https://www.treatyourmoneylikeyourlover.de/die-uebungen.pdf

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Im Januar 2010 hatte ich alles, was man sich nur wünschen kann: meinen Traumjob, meinen Traummann, meine Traumhunde, mein Traumhaus. Und ich hatte endlich, endlich die letzte Rate eines Kredits abbezahlt, den ich fünfzehn Jahre zuvor für meinen Mann aufgenommen hatte. (Was mir damals wie die einzige Lösung erschien – wie wenig ich da doch wusste!)

Außerdem hatte ich alles, was ich keinem wünsche: keinerlei Ersparnisse – der typische Fehler vieler Freiberufler –, einen ausgereizten Dispo von minus 5 000 Euro sowie einen Kunden, der seit Wochen nicht zahlte und mir auf Nachfrage mitteilte, wenn ich das Geld so dringend bräuchte, müsse man sich das mit der weiteren Zusammenarbeit vielleicht noch mal überlegen. Außerdem ein Schreiben des Finanzamts mit einer Forderung über eine »nachträgliche Vorauszahlung« der Einkommenssteuer in Höhe von 18 000 Euro.

Der erste Teil – Traumhaus etc. – war für jeden klar zu sehen. Vom zweiten Teil hat niemand etwas geahnt.

Nur einen Monat zuvor war ich so stolz darauf gewesen, das Angebot meiner Bank, den auslaufenden Kredit aufzustocken, innerlich mit einem »Ha, das hättet ihr wohl gern. Ich werde nie wieder einen Kredit aufnehmen« beantwortet zu haben. Doch jetzt rief ich in meiner Verzweiflung tatsächlich meinen Bankberater an, um genau das zu tun. Und ich bekam zu hören: »Tut mir leid, das können wir leider nicht darstellen.« Die Bank, die es vier Wochen zuvor gar nicht hatte abwarten können, mich weiter per Kredit an sich zu binden, fand mich auf einmal nicht mehr kreditwürdig!

Ich wusste wirklich nicht mehr, was ich tun sollte.

»Warum hast du nicht dein Haus beliehen oder verkauft?«, höre ich dich fragen.

Tja, mein Haus gehörte mir nicht. Ich hatte drei Jahre vorher angefangen, es meiner Mutter abzukaufen. Und der Anteil, der nach einem Verkauf mir gehört hätte, hätte nicht ausgereicht, um die Forderung des Finanzamts zu erfüllen.

Die Angst, bald mit meinem Mann und unseren Hunden auf der Straße zu sitzen, wurde immer größer.

Die Rettung kam von unerwarteter Stelle. Meine Schwester schickte mir einen Link zu einer Website, auf der sie mir etwas zeigen wollte. Ich weiß gar nicht mehr, was es war, irgendetwas Grafisches. Doch ich fand auf dieser Internetseite etwas, das mein Leben verändert hat: einen Link zu Meadow DeVor, einem MoneyCoach aus den USA. Von so etwas hatte ich noch nie gehört. Ich ging auf ihre Seite, lud mir ihr E-Book herunter und fing an zu lesen.

Sie sprach mir aus der Seele. Endlich jemand, der das Gleiche erlebt hatte wie ich! (Nur eine halbe Million Dollar schlimmer.)

Auf einmal verstand ich, warum ich nie mit meinem Geld hinkam, obwohl ich seit Jahren sehr gut verdiente. Warum ich noch so viel rechnen konnte und es am Ende des Monats trotzdem nicht reichte. Warum Probleme mit Geld nicht mit mehr Geld und rationalem Denken zu lösen sind, sondern mit Gefühlen beziehungsweise dem Verstehen und Verändern dieser Gefühle.

Ich habe sofort einen Kurs bei Meadow gebucht, mich kurz darauf auch noch privat von ihr coachen lassen und es innerhalb eines halben Jahres geschafft, Lösungen für meine Probleme zu finden:

  • indem ich mit meinem Steuerberater einen Weg erarbeitet habe, einen Teil der Forderung des Finanzamts gestundet zu bekommen, um Rückstellungen zu bilden,
  • indem ich mir Geld von meiner Schwester geliehen habe, um die restliche noch bestehende Forderung zu begleichen,
  • indem ich meine gesamte Beziehung zum Geld gründlich auf den Kopf gestellt habe.

Sechs Monate später habe ich meiner Schwester ihr Geld mit Zinsen (die sie gar nicht verlangt hatte, die ich ihr aber dennoch geben wollte) zurückgezahlt.

Zehn Monate später konnte ich eine weitere Forderung des Finanzamts über 7 000 Euro mit einer solchen Leichtigkeit bezahlen, dass ich mit einem so breiten Lächeln aus der Bank kam, als hätte ich gerade meinen Lottogewinn abgeholt.

Seit dieser Zeit hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Ich habe bei Meadow DeVor eine Ausbildung zum MoneyCoach gemacht, habe mich bei Brooke Castillo, Martha Beck, Byron Katie, Nicole Birkholzer, Koelle Simpson weitergebildet, habe Kurse und Workshops besucht, Bücher gelesen … und mich schließlich in die Öffentlichkeit gewagt, um anderen dabei zu helfen, ihre Beziehung zum Geld zu verbessern.

Die Grundlage für mein aktuelles Programm ist ein Vortrag, den ich 2014 auf einer internationalen Konferenz in Berlin gehalten habe. Der Titel dieses englischsprachigen Vortrags lautete: »Treat Your Money Like a Lover«, woraus im Folgenden eine erfolgreiche Workshopreihe und schlussendlich dieses Buch entstanden ist.

Ich habe inzwischen mit mehreren Hundert Menschen gearbeitet, in Workshops, Seminaren und Einzelcoachings. Gemeinsam haben wir die Angst vor dem Geld vertrieben und den Spaß am Geld (wieder-)entdeckt. Und wir haben wahnsinnig viel über uns gelernt. Denn unsere Beziehung zum Geld ist immer auch ein Spiegel unserer Beziehung zu uns selbst. Wenn wir also die Beziehung zu unserem Geld verbessern, verbessern wir damit auch die Beziehung zu uns selbst – und damit unser gesamtes Leben.

Einer meiner ersten Klienten vor Jahren hat während einer unserer Sitzungen gesagt: »An deiner Hand in den Abgrund zu schauen war lange nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte.«

Ich wünsche mir sehr, dass auch du an meiner Hand, mithilfe dieses Buchs, den Mut findest, in den Abgrund zu schauen. Du wirst feststellen, dass er gar nicht so tief ist.

IVONNE

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Hast du je darüber nachgedacht, dein Geld wie deinen Geliebten, deinen Partner zu behandeln? Vermutlich nicht, denn das klingt irgendwie absurd. Und doch habe ich genau das fünfzehn Jahre lang getan: Ich habe mein Geld genauso behandelt wie meinen Mann – oder ich sollte besser sagen, ich habe mich in der Beziehung zu meinem Geld genauso verhalten wie in der Beziehung zu meinem Mann. Ich dachte, ich müsse hart arbeiten, nützlich und möglichst anspruchslos sein, um ihre Nähe in meinem Leben »zu verdienen«. Obwohl keiner von beiden je so etwas von mir verlangt hat, steckte ich bald so tief in meiner selbst erfundenen Geschichte, dass sowohl die Beziehung zu meinem Mann als auch die zu meinem Geld darunter gelitten hat.

Auf meiner Expedition raus aus meiner Schuldenkrise und hin zu einem besseren Verhältnis zum Geld habe ich dann angefangen, diesen Ansatz zu hinterfragen: Bin ich wirklich nur liebenswert, wenn ich anspruchslos und im besten Falle nützlich bin? Welche Qualitäten zeichnen mich eigentlich aus? Und letztlich: Wer bin ich, und wer will ich sein? Dabei habe ich Folgendes festgestellt:

DIE ZUTATEN, DIE EINE TIEFE, INNIGE UND LIEBEVOLLE BEZIEHUNG ZWISCHEN ZWEI MENSCHEN AUSMACHEN, SIND DIE GLEICHEN, DIE WIR FÜR EINE GUTE UND LIEBEVOLLE BEZIEHUNG ZU UNS SELBST UND ZU UNSEREM GELD BENÖTIGEN.

Daraus habe ich ein Konzept entwickelt, das dein Selbstbild und die Beziehung zu deinem Geld auf positive Weise auf den Kopf stellen wird.

Bei meinen Recherchen zu dem Thema habe ich herausgefunden, dass eine gute, tiefgehende Beziehung auf sechs Säulen ruht: Respekt, Empathie, Liebe, Aufmerksamkeit, Tuchfühlung, Experimente. Wenn man ihre Anfangsbuchstaben nimmt, ergeben sie sogar ein passendes Wort: RELATE. »To relate« bedeutet, etwas miteinander in Beziehung zu bringen. Und ich habe gesehen, dass diese sechs Zutaten nicht nur für eine gute Beziehung zwischen zwei Menschen wichtig sind, sondern auch und vor allem für die Beziehung zu mir selbst – und damit auch für die Beziehung zu meinem Geld.

In diesem Buch werden wir uns diese sechs Säulen genau vornehmen. Ich habe sie anschaulich mit Beispielen aus meiner Coachingpraxis unterlegt, sodass du dich selbst darin wiedererkennen kannst und am Ende deinen Weg zu einer erfüllten, entspannten Beziehung zu dir und deinem Geld finden wirst. Ich freue mich, dass du dich auf dieses Abenteuer einlässt, und wünsche dir viel Spaß dabei! Es lohnt sich!