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Traumhochzeit im Fürstenhof

1. KAPITEL

„Charlotte, dürfte ich dich kurz unter vier Augen sprechen?“ Werner war mit seinem kleinen braunen Koffer in der Hand an die Rezeption getreten und hatte gerade noch mitbekommen, dass sie sich mit Hildegard und Alfons verabredet hatte, um mit ihnen gemeinsam in die Kirche zur Vermählung von Alexander und Laura zu gehen. Dass er die Nacht allein in den Bergen verbracht hatte, um seine vertrackte Situation mit etwas Abstand zu betrachten, hatte ihm gutgetan.

Seine Frau sah ihn erwartungsvoll an. Seit ihrem Gespräch mit Barbara von Heidenberg am Abend zuvor, in dem ihre Rivalin mehr als deutlich ausgesprochen hatte, dass sie Werner für sich beanspruchte, bestand auch für sie kein Zweifel mehr: Sie war Werners Frau, und sie würde um ihn kämpfen! Sie hatte nicht vergessen, wie ihr im brennenden Flugzeug klar geworden war, wie sehr sie ihn liebte und dass sie sich geschworen hatte, ihm – falls sie überleben sollte – eine neue Chance zu geben. Sie wollte Werner. Sie musste ihm gegenüber offen und ehrlich sein. Ja, sie hatte ihm gesagt, dass sie ihn noch liebte – doch sie musste ihm auch noch sagen, dass sie ihm die Zeit gab, sich in Ruhe zu entscheiden. Wenn man Liebe nicht riskiert, wird man auch nicht das Glück haben, sie zu erleben – so lautete ein afrikanisches Sprichwort.

„Und, wie war deine Reise?“, fragte sie freundlich, nachdem sie ihm ins Büro gefolgt war.

Doch Werner hatte etwas anderes auf dem Herzen, als Höflichkeiten auszutauschen. Er kam gleich zum Punkt. „Charlotte, ich habe nachgedacht … und ich möchte dich bitten, zusammen mit mir auf die Hochzeit zu gehen.“

Sie lächelte überrascht. „Bist du dir da sicher?“

„Ganz sicher.“ Er sah sie ernst an. „Laura ist meine Tochter und Alexander ist, auch wenn ich nicht sein leiblicher Vater bin, mein Sohn.“ Er berührte leicht ihren Arm. „Ich wäre sehr glücklich, wenn wir als Eltern gemeinsam zur Trauung gehen würden.“

Charlotte sah ihn gerührt an und nickte. „Ich weiß nicht, ob das so einfach ist, wie du dir das vorstellst“, sagte sie vorsichtig. „Frau von Heidenberg wartete oben auf dich.“

In der Tat saß Barbara am Frühstückstisch, als Werner die Wohnung betrat, und auch ihre Gedanken kreisten um das letzte Gespräch mit ihrer tot geglaubten Nebenbuhlerin. „Lassen wir Werner entscheiden, mit wem er in Zukunft leben will“, hatte Charlotte gelassen vorgeschlagen und davon gesprochen, dass man Liebe nicht erzwingen oder erkämpfen könne. Doch Barbara dachte nicht daran, ihren Platz an Werners Seite aufzugeben. Sie würde ihn heiraten, und wenn Charlotte und ihr missratener Sohn Robert sich auf den Kopf stellten.

Als ihr Blick Werners traf, spürte sie sofort, dass etwas nicht stimmte, und ergriff seine Hand.

„Es tut mir leid, dass ich dir damit gedroht habe, dich zu verlassen, aber ich war verzweifelt und … ich habe dich so vermisst“, erklärte sie leise.

Werner setzte sich. Er steckte in der Klemme. Schließlich war er nicht, wie sie vermutete, zurückgekommen, weil er ihre Nachricht auf seiner Mailbox abgehört hatte, sondern wegen Lauras und Alexanders Hochzeit. „Ich werde zusammen mit Charlotte auf die Hochzeit gehen“, sagte er schnell.

Barbara drehte sich kurz weg und schluckte, während sie blitzschnell ihre Taktik überdachte und sich betont gelassen gab. „Ich finde deine Entscheidung richtig“, sagte sie schließlich voller Verständnis, während Werner erleichtert aufatmete. „Schließlich seid ihr die Eltern der beiden.“

Laura betrachtete ihr Spiegelbild und lächelte versonnen.

Sie konnte immer noch nicht glauben, dass es wirklich wahr werden sollte. Hätte vor vier Wochen jemand zu ihr gesagt, dass sie heute Alexander heiraten würde – sie hätte es nicht geglaubt. Dabei hatte es noch nie etwas gegeben, das sie sich so sehr gewünscht hatte.

Heute war es also so weit. Heute war der schönste Tag in ihrem Leben!

Vergessen all die Schmerzen, all die Tränen … der Wahnsinn mit Katharina … Robert, der ihr anfangs das Leben zur Hölle gemacht hatte. Cora, die ihren Papa … und Werner, ihr Chef, der plötzlich ihr Vater war.

Sie lächelte. Ohne den „Fürstenhof“ hätte sie Alexander nicht wiedergesehen. Und inzwischen waren das Hotel und die vielen Menschen, die sie hier in ihr Herz geschlossen hatte, zu ihrem Zuhause geworden – Tanja, Hildegard und Alfons, Robert und Gregor, Miriam …

Es war perfekt. Heute heiratete sie den Mann, den sie über alles liebte. Den Vater ihres Kindes. Sie strahlte vor Glück und atmete tief durch.

Wo Tanja nur blieb? Sie hatte etwas Altes – die Kette ihrer Mutter –, etwas Neues – ihre Schuhe – und etwas Geliehenes – ein Armband von Hildegard. Fehlte nur noch etwas Blaues. Und Tanja, die ganz in ihrem Element war, war losgesaust, um ein Strumpfband zu besorgen.

Lauras Blick fiel auf das Foto von sich und Alexander. Sie berührte es zärtlich. Wie oft hatte sie dieses Bild angesehen! Es musste auf jeden Fall mit.

Als es klingelte, steckte sie es schnell ein. „Na endlich, Tanja! Und mal wieder den Schlüssel vergessen!“

Sie eilte zur Tür und öffnete stürmisch.

„Helen …?“

Barbara saß indes auf dem Sofa und blätterte fahrig in der Zeitung, als Werner aus dem Schlafzimmer kam. Er hatte sich für die Hochzeit umgezogen. Sie lächelte, stand auf und ging zu ihm.

„Ist das der neue Anzug? Du siehst umwerfend darin aus! Laura und du werdet ein schönes Bild abgeben, wenn du sie durch die Kirche zum Altar führst.“ Sie griff nach der Krawatte, die er sich offen um den Hals gelegt hatte, und begann, sie zu binden. „Laura kann wirklich stolz sein auf ihren Vater“, säuselte sie und blickte ihm dabei verführerisch in die Augen.

Werner starrte sie verzückt an. Ihre Worte schmeichelten ihm sehr, und ihre erotisierenden Berührungen verfehlten ihre Wirkung nicht. Ihm wurde heiß und kalt, als sie sein Ohrläppchen zwischen die Lippen nahm und sanft daran herumknabberte.

„Ich habe dich wirklich sehr vermisst …“, flüsterte er heiser.

Sie lächelte lasziv. „Du musst zur Hochzeit, Schatz.“

„Ein bisschen Zeit habe ich noch …“

Mit gekonntem Griff löste sie die Krawatte wieder und begann, sein Hemd aufzuknöpfen. „Aber wir dürfen deinen schönen Anzug nicht verknittern …“

Helen betrachtete Lauras verdattertes Gesicht mit Genugtuung und ging wie selbstverständlich an ihr vorbei in die Wohnung. Laura folgte ihr irritiert. Helen lächelte.

„Hübsch. Wirklich hübsch, dein Kleidchen!“, sagte sie.

„Danke. Was willst du? Ich habe nicht viel Zeit“, erwiderte Laura und runzelte die Stirn.

„Bist du allein?“

Laura nickte zögernd. „Wieso …?“

„Nur so“, grinste Helen geheimnisvoll. „Heute ist also dein großer Tag!“ Sie sah sich unbekümmert im Zimmer um. Als Laura, der die Situation immer unheimlicher wurde, nach ihrem Handy greifen wollte, nahm sie es ihr schnell weg. „Was bist du denn so nervös?“

„Ich will endlich wissen, was du hier willst?“, flüsterte Laura und konnte die Panik in ihrer Stimme kaum verbergen.

„Das sage ich dir schon noch.“ Helen drehte sich um und zog ein kleines Fläschchen aus der Tasche. Fast hätte Gregor sie am Abend zuvor erwischt, als sie die Tinktur eingesteckt hatte. Aber nur fast. Schnell goss sie ein paar Tropfen Äther auf ein Taschentuch. Sie lächelte diabolisch, als sie sich wieder zu Laura umwandte.

„Was machst du denn da?“, fragte Laura ängstlich.

Helen kam einen Schritt näher und sah ihr hasserfüllt in die Augen. Laura, dieses Miststück, hatte ihr Leben zerstört. Erst hatte sie ihr Gregor weggenommen, obwohl sie ihn gar nicht wollte – und dann hatte sie das Gleiche mit Alexander getan. Und sie erwartete auch noch ein Kind von ihm. Das war so ungerecht. Warum bekam Laura, dieses Biest, alles, was sie sich wünschte? Warum nahm sie ihr alles weg? Sie hatte alles und Helen nichts. Schlimmer noch: Sie hatte Helens Zukunft zerstört. Aber das würde sie ihr büßen … „Du willst wissen, was ich will? Ich hole dich ab. Aber nicht zu deiner Hochzeit.“

Schnell presste sie ihr das Tuch auf Mund und Nase. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann glitt Laura ohnmächtig zu Boden.

„Hast du die Ringe?“ Alexander zappelte unruhig vor dem Spiegel herum und sah Robert Hilfe suchend an.

„Ja, habe ich. Und jetzt halt still!“ Robert grinste, während er sich an Alexanders Krawatte zu schaffen machte. So nervös hatte er seinen Bruder selten erlebt. Er hatte sogar schon in aller Herrgottsfrühe mit ihm einen Schnaps trinken wollen. Es war zu drollig. „Ruhig, Bruderherz … es kann überhaupt nichts schiefgehen.“

Alexander zupfte am Knoten herum. „Du hast gut reden. Was ist zum Beispiel, wenn ich vorm Altar einen Blackout bekomme?“

„Das Wörtchen ‚Ja‘ wirst du wohl noch herausbringen.“ Robert klopfte ihm beruhigend auf die Schulter. „Jetzt entspanne dich! Wenn hier einer nervös sein sollte, dann bin ich das.“ Schließlich musste er als Trauzeuge dafür sorgen, dass der Bräutigam rechtzeitig in die Kapelle kam, dass Alexander am richtigen Platz stand, dass die Ringe da waren … Das waren die entscheidenden Dinge am heutigen Tag!

„Störe ich?“ Charlotte steckte ihren Kopf vorsichtig durch den Türspalt.

„Überhaupt nicht.“ Robert winkte sie herein. „Vielleicht schaffst du es ja, Alexander ein bisschen zu beruhigen.“

Doch seine Mutter wandte sich zuerst an ihn. „Hast du die Ringe?“, fragte sie aufgeregt. Als Robert nickte und die Augen gen Himmel verdrehte, drehte sie sich zu Alexander um und betrachtete ihn lächelnd. „Der Anzug steht dir großartig!“, sagte sie stolz. „Laura wird begeistert sein, wenn sie dich sieht.“

„Wenn er nicht über die Teppichkante stolpert …“, brummte Robert belustigt.

„Hör bloß auf!“, protestierte sein Bruder schwach.

Charlotte lächelte wehmütig. „Ich bin damals mit dem Absatz an der Schwelle zur Kirche hängen geblieben … und Werner hat mich trotzdem geheiratet.“

„Komisch“, murmelte Alexander. „Bei der Hochzeit mit Katharina war ich überhaupt nicht nervös. Und jetzt wünsche ich mir nur noch eines: Dass endlich alles vorbei ist.“

Robert lächelte ihm zu und fragte dann Charlotte: „Wer ist eigentlich deine Begleitung heute?“

„Werner.“

„Dann geht er also nicht mit …“ Robert unterbrach sich und nickte erleichtert. Obwohl er Alexander versprochen hatte, sich ruhig zu verhalten, wäre er seinem Vater wahrscheinlich ins Gesicht gesprungen, wenn der bei der Trauung mit Barbara aufgetaucht wäre.

„Nein, offenbar nicht“, bestätigte Charlotte. „Alfons wird natürlich auch da sein“, sagte sie Alexander.

Er lächelte glücklich. „Ohne ihn hätte ich mir das auch nicht vorstellen können.“

„So. Los geht’s …“ Robert klatschte in die Hände. „Auf in den Kampf!“

Alexander atmete tief durch und warf einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel. „Jetzt kann wirklich nichts mehr schiefgehen“, flüsterte er voller Vorfreude.

Robert zwinkerte ihm innig zu. „Sag ich doch die ganze Zeit.“

Helen sah sich zufrieden im Keller der Burgruine um. Durch Zufall hatte sie die Ruine entdeckt, als sie ziellos durch den Wald gewandert und schließlich einem Geräusch gefolgt war. Ein kleiner Hund hatte sich hier unter der Pritsche versteckt gehalten, auf der sie jetzt die leblose Laura ablegte. Staub tanzte in dem schmalen Lichtkegel, der durch das vergitterte Fenster fiel, während Helen den Puls der Braut fühlte. Er war normal. Sie griff nach einem Strick und fesselte Lauras Hände. An der Tür wandte sie sich noch einmal um, bevor sie den Schlüssel im Schloss drehte. Laura sah so friedlich aus, als würde sie einfach nur schlummern …

„Laura …?“ Tanja sah sich suchend um, während sie das versprochene blaue Strumpfband aus ihrer Tasche kramte. Wo steckte ihre Freundin nur? Sie war doch wirklich nur einen Moment weg gewesen. Laura konnte sich doch nicht in Luft aufgelöst haben.

„Vielleicht ist sie schon los?“ Mike zuckte mit den Schultern. „Weil sie es vor Aufregung nicht mehr ausgehalten hat?“

„Quatsch.“ Tanjas blonde Locken flogen, als sie den Kopf schüttelte. „Es war abgemacht, dass wir zusammen zur Kapelle gehen. Und außerdem wusste sie doch, dass ich gleich zurückkomme.“ Für einen Moment verfiel sie in grüblerisches Schweigen. Die Wohnungstür war nur angelehnt gewesen. Das war so untypisch für Laura – Tanja wusste, dass Laura sogar abschließen würde, wenn George Clooney unten auf sie warten würde. Was hatte das zu bedeuten?

„Heute ist ihr Hochzeitstag!“, wandte Mike ein. „Der Brautvater fährt mit einer weißen Kutsche vor, Laura ist entzückt, eilt die Treppe hinunter, sie schwebt ihm entgegen … Zum Teufel mit der blöden Tür.“

Tanja musste lachen. Wahrscheinlich hatte er recht, und Laura war schon längst unterwegs. Die Hauptsache war schließlich, dass ihre Freundin nicht ohne das blaue Strumpfband heiratete. Sie lächelte ihren Freund an, bevor sie sich bei ihm unterhakte und mit ihm zur Kapelle spazierte, wo Xaver schon auf die beiden wartete. Tanja überließ die beiden Männer sich selbst, während sie aufgeregt in die Kapelle eilte, um nach dem Rechten zu sehen.

„Man könnte meinen, Tanja heiratet heute“, witzelte Xaver und fing sich dafür einen genervten Blick von seinem Freund ein.

„Ich kann das Wort ‚Heirat‘ nicht mehr hören.“ Mike runzelte die Stirn. Das Thema Ehe lag bei Tanja und ihm erst einmal auf Eis.

Laura schlug langsam ihre Augen auf.

„Alexander …?“, flüsterte sie benommen. „Wo bin ich?“

Niemand antwortete.

Langsam gewöhnte sie sich an das schummrige Licht und erstarrte vor Schreck, als sie erkannte, dass sie sich in einem düsteren Verlies befand. Hastig versuchte sie, sich aufzusetzen, doch sie bemerkte, dass ihre Hände gefesselt waren. Sie riss am Strick, aber vergebens: Die Fessel saß zu fest.

„Ganz ruhig …“, sagte sie zu sich selbst, schloss die Augen und atmete tief durch. „Das ist nur ein böser Traum. Gleich wachst du auf. Dann ist alles vorbei.“

Doch als sie die Augen wieder öffnete, erschien ihr der Raum noch unheimlicher.

Sie schluckte. Das war kein Traum. Sie war in einem Keller eingeschlossen.

Laura dachte nach. Was war passiert?

Plötzlich sah sie Helens Gesicht wieder vor sich – Helen, die ihr hasserfüllt in die Augen blickte, bevor sie ihr etwas ins Gesicht drückte.

Lauras Herz schlug bis zum Hals. Hatte Helen sie wirklich entführt?

Verzweifelt schleppte sie sich zur Tür und schlug mit beiden Fäusten dagegen. „Hilfe!“, rief sie. „Hört mich jemand?“

Derweil machte sich die Hochzeitsgesellschaft vom festlich geschmückten Vorplatz des „Fürstenhofs“ aus auf den Weg zur Kapelle – allen voran Alexander und Charlotte.

„Bald hast du’s geschafft“, flüsterte Charlotte und legte ihrem Sohn beruhigend die Hand auf den Arm.

Robert schob Miriams Rollstuhl hinter den beiden her und schmachtete seine Freundin verliebt an. „Man könnte fast denken, du bist die Braut“, strahlte er.

Miriam lächelte. „Ich beschränke mich lieber aufs Zugucken.“

„Was die Gästeliste angeht, kommt deine Mutter …“, begann Robert, wurde aber sofort von Miriam unterbrochen.

„Hast du die Ringe?“, fragte sie ihn schnell. Sie wollte von dem leidigen Thema, das immer wieder zu Streit zwischen ihnen führte, nichts hören.

„Ob ich heute auch noch mal was anderes gefragt werde?“, brummte Robert und lachte.

Auch Elisabeth, die neben den beiden ging, schmunzelte. „Das ist das Schicksal des Trauzeugen.“

Robert zog die Ringe aus seiner Westentasche und ließ die Schachtel aufschnappen. „Aber pst …! Nicht verraten.“

„Sind die schön!“, flüsterte seine Freundin und machte große Augen.

Hinter ihnen flanierten Hildegard und Alfons Arm in Arm in Richtung Kapelle. Der Portier wirkte nicht nur extrem nervös, er war es auch. Schließlich war er der Vater des Bräutigams! Immer wieder blickte er sich unruhig um. „Der Bräutigam ist da, aber wo ist …?“

„Die Braut kommt als Letzte“, beruhigte seine Frau ihn. „Das haben wir doch auch so gemacht.“

Alfons nickte gerührt. „Ich werde nie vergessen, wie du neben deinem Vater durch den Gang gelaufen bist. Wie eine Prinzessin!“

An der Spitze der kleinen Gesellschaft blieb nun auch Alexander stehen und sah unruhig auf die Uhr. „Ich verstehe das nicht. Laura sollte längst hier sein.“

„Wahrscheinlich ziert sich Werner noch ein bisschen“, erwiderte Charlotte lächelnd. „Manche Väter tun sich halt schwer, ihre Tochter herzugeben …“

Laura hatte es indes geschafft, ihre Hände aus der Fessel, die ihr tief in die Haut schnitt, zu befreien. Eilig streifte sie den Strick ab.

„Und jetzt raus …“, murmelte sie und blickte mit einem Anflug von Panik auf die kalten nackten Steinmauern. Die Tür war der einzige Weg hinaus aus ihrem Gefängnis, doch so sehr sie auch an ihr zog und rüttelte – sie gab nicht nach.

Hilflos ließ Laura sich wieder auf die Pritsche sinken und vergrub ihr Gesicht in den Händen.

Niemand wusste, wo sie war. Niemand würde sie hier suchen.

Und Helen … Was hatte sie nur vor?

Laura schluchzte angstvoll auf. Es gab für sie kein Entkommen!

Die Hochzeitsgesellschaft war inzwischen von einer leichten Unruhe ergriffen worden.

Wo blieb Laura nur?

Pfarrer Lehner wollte allmählich mit der Trauung beginnen. Alexander trat nervös von einem Fuß auf den anderen, und Charlotte machte sich kurzerhand auf den Weg ins Hotel. Wo sonst sollten Braut und Brautvater sein?

Doch Werner kam ihr schon entgegen, erhitzt von seinem Stelldichein mit Barbara und ohne seine Tochter. Er hatte mit Laura vereinbart, dass sie sich vor der Kapelle treffen würden. Hatten sie sich etwa missverstanden?

„Tanja Liebertz hat erzählt, Laura sei spurlos aus der Wohnung verschwunden“, erklärte Charlotte ihm hastig. „Ohne Nachricht, einfach so.“

„Was?“ Werner sah sie ratlos an. „Aber das gibt’s doch nicht!“

Verwirrt ließ er sich von seiner Frau in Richtung Kapelle ziehen, vor der die Gäste mit inzwischen deutlich angespannten Mienen warteten. Die Trauung hätte vor einer halben Stunde stattfinden sollen.

„Ausdrücklich gesagt hat Laura aber nicht, dass sie zu ihrem Vater wollte, oder?“ Alexander blickte Tanja fragend an.

„Nein!“, erwiderte die aufregt. „Sie war eben einfach weg.“ Sie war selbst zutiefst beunruhigt. Irgendetwas stimmte nicht, da war sie sich sicher.

„Sie kommen!“, rief Hildegard plötzlich und deutete auf den Fußweg, der sich vom Hotel durch den Park zur Kapelle schlängelte.

„Gott sei Dank! Ich hätte das keine Sekunde länger …“ Alexander verstummte.

Das waren seine Eltern, die da den Weg hinaufkamen.

„Wo ist Laura?“, fragte er atemlos. „Was hat das zu bedeuten? Wo ist sie?“

Werner räusperte sich. „Sie ist nicht gekommen … Und wir wissen im Moment auch nicht, wo sie steckt.“

Einige Stunden später, es war inzwischen Nachmittag geworden, war die Lage unverändert. Laura blieb verschwunden.

Charlotte und Werner standen vor einem Rätsel, als sie die Feierlichkeiten im Restaurant absagten.

Xaver vermutete, dass jemand die Saalfelds erpressen wollte, und auch Tanja war sich sicher, dass etwas Schlimmes, etwas sehr Schlimmes passiert sein musste.

Alexander telefonierte derweil in seinem Büro mit sämtlichen Krankenhäusern im Großraum München und sprach gerade mit der Leitstelle der Feuerwehr, als sein Bruder hereinkam.

„Ich habe bei ihrem Mobilfunkanbieter nachgehakt. Mit ihrer Nummer ist alles in Ordnung. An denen liegt es nicht, dass immer nur ihre Mailbox rangeht.“

Alexander ließ sich verzweifelt in den Bürostuhl sinken. „Robert, ich könnte wahnsinnig werden … So langsam bleibt ja überhaupt keine andere Möglichkeit mehr, als dass ihr etwas zugestoßen ist.“ Was, wenn sie verletzt in einem einsamen Waldstück lag? Oder in den Bergen abgestürzt war?

„Jetzt mach mal ’nen Punkt!“, bremste sein Bruder ihn. „Was ist denn, wenn … Laura einfach nur gekniffen hat? In letzter Sekunde?“

Alexander fuhr ihn empört an: „Nein. Ausgeschlossen. Wir lieben uns und …“

„Gestern habe ich sie mit Gregor gesehen“, unterbrach Robert ihn. „Sie haben sich umarmt … und wirkten irgendwie sehr vertraut.“

„Hör auf! Laura und ich gehören zusammen. Sie bekommt ein Kind von mir.“

Robert sah ihn geistesabwesend an. In ihm reifte ein Verdacht. Und er handelte …

Ohne ein weiteres Wort stürmte er aus dem Hotel und machte erst halt, als er vor Gregors Wohnungstür stand.

„Wo ist sie?“, brüllte er, als der ihm endlich die Tür öffnete.

„Wo ist wer?“, fragte Gregor und hob die Augenbrauen.

„Laura!“ Robert wartete die Antwort gar nicht erst ab, sondern ging an Gregor vorbei in die Wohnung, wo er sämtliche Zimmer inspizierte, bevor er sich schließlich wieder vor Gregor aufbaute.

„Ist sie nicht bei ihrer eigenen Hochzeitsfeier?“ Gregor erwiderte seinen durchdringenden Blick ungläubig.

„Nein“, knurrte Robert. „Das weißt du doch ganz genau!“ Gregors konsternierte Miene veranlasste ihn dann aber doch, erst einmal zu berichten, was eigentlich passiert war.

„Und niemand hat eine Ahnung, wo sie stecken könnte?“, fragte Gregor fassungslos.

„Ehrlich gesagt: Du warst meine letzte Hoffnung“, gestand Robert kleinlaut. „Ich hatte plötzlich das dumpfe Gefühl, dass sie im letzten Moment Panik vor dem Jawort gekriegt hat.“

Gregor schüttelte entschieden den Kopf. „Laura liebt Alexander!“ Ausgeschlossen, dass sie sich verstecken würde, und das auch noch ausgerechnet bei ihm.

Robert wiegte nachdenklich den Kopf. „Bleibt eigentlich nur noch eine Möglichkeit: Laura ist doch was passiert!“

„Vertrau ihr“, beruhigte Gregor ihn. „Laura tut nichts Unüberlegtes. Schon gar nicht jetzt, wo sie schwanger ist.“

Als Alexander und Alfons am frühen Morgen die Lobby betraten, waren sie alles andere als zuversichtlich. Schlimmer noch: Sie waren müde und vor allem waren sie verzweifelt. Denn nachdem die Bergwacht im Dunkeln keine Suchstaffeln mehr losschicken wollte, waren sie selbst die ganze Nacht lang unterwegs gewesen, um nach Laura zu suchen.

„Gibt es nicht noch irgendeinen Ort … den sie gern hat, der etwas mit euch zu tun hat?“, fragte Alfons drängend.

Alexander ließ sich ermattet in einen Sessel fallen. „Eigentlich sollte ich jetzt mit Laura auf dem Weg nach Brüssel sein … In unser neues Leben …“, antwortete er seinem Vater mutlos. „Und stattdessen weiß ich nicht mal, ob sie überhaupt noch …“

„Alexander! So was darfst du noch nicht mal denken“, unterbrach Alfons ihn energisch. „Vielleicht ist sie in der Zwischenzeit ja hier angekommen …“

Doch als er sich in Richtung Rezeption wandte, zupfte sein Sohn ihn am Ärmel. „Lass es. Ich weiß, dass sie nicht hier ist. Ich spüre das.“ Er legte seine Hand auf sein Herz. „Ganz deutlich. Hier drin.“ Seine Augen füllten sich mit Tränen.

Alfons schluckte heftig. „Es wird sich alles aufklären, glaube mir“, versprach er mit fester Stimme, während Alexander das Gesicht in den Händen vergrub. „Laura geht es gut – da bin ich mir ganz sicher!“

2. KAPITEL

Die kalte Nacht schien endlich vorüber zu sein. Laura fröstelte und legte schützend einen Arm über ihren Bauch. Was hatte Helen nur vor? Wollte sie sich dafür rächen, dass Laura mit Gregor zusammen gewesen war? Oder dafür, dass Alexander Helen nicht geheiratet hatte, als sie schwanger geworden war?

Nachdenklich sah sie sich in ihrem Gefängnis um. Plötzlich hörte sie ein Geräusch an der Tür. Angstvoll zuckte sie zusammen. Helen! Sie durfte nicht merken, dass Laura sich von dem Strick befreit hatte. Hastig schob sie ihre Hände wieder in die Fessel, zog den Strick fieberhaft mit den Zähnen fest um ihre Handgelenke und sah ihrer Peinigerin voller Furcht entgegen.

„Guten Morgen, Laura.“ Helen nickte ihr freundlich zu. Sie trug einen Korb voller Lebensmittel bei sich. „Ich hoffe, es war nicht zu unbequem für dich … und du konntest ein bisschen schlafen. Ich habe was zum Frühstücken mitgebracht. Und einen Vitaminsaft …“

Laura spähte unauffällig zur Tür, während Helen sprach. Sie musste es unbedingt schaffen, an ihr vorbeizukommen!

„Es soll dir ja gut gehen und an nichts fehlen!“ Helen lachte leise. Ihr Blick hatte etwas Wahnsinniges.

„Ja, toll!“ Laura ließ sich nicht anmerken, wie sehr sie sich fürchtete. „Wollen wir den Tisch decken?“

„Gute Idee. Wir zwei machen es uns richtig gemütlich.“ Als Helen sich am Tisch zu schaffen machte, drehte sie Laura für einen Moment den Rücken zu. Das war die Chance! Laura sprang auf und schubste Helen beiseite. Sie war schon fast an der Tür, als …

„Du spinnst wohl! Das könnte dir so passen!“ Helen packte Laura mit eisernem Griff am Arm, doch die wehrte sich mit Händen und Füßen. „Du sollst hierbleiben!“, fauchte Helen. Als Laura im Gerangel einen Moment lang die Oberhand zu gewinnen schien, griff Helen entschlossen nach einer Flasche und zerschlug sie brutal auf Lauras Kopf.

„Ich weiß, dass mein Sohn Sie bereits angerufen hat. Aber bis jetzt hat sich ja nichts getan …“, knurrte Werner in sein Handy. Er war außer sich vor Sorge um seine Tochter und hatte die ganze Nacht kein Auge zugetan. Jetzt telefonierte er zum x-ten Mal mit der Polizei.

„Und ob da Handlungsbedarf besteht! Sie ist schwanger! Und seit gestern Vormittag gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr!“ Er schüttelte nachdrücklich den Kopf. „Nein! Damit bin ich nicht einverstanden! Ich verlange, dass Sie die Suche nach meiner Tochter jetzt einleiten!“ Als er sich wütend umdrehte, bemerkte er Barbara, die leise ins Zimmer gekommen war und sein Telefonat verfolgte. „Dazu sehen Sie keine Veranlassung? Das wird Konsequenzen für Sie haben, darauf können Sie sich …“

Barbara spürte, dass sie einschreiten musste. Und das tat sie. Mit einem Handgriff nahm sie Werner das Telefon aus der Hand und sagte knapp: „Wir melden uns bei Ihnen. Auf Wiederhören.“ Sie legte das Handy beiseite und blickte Werner an. „Es macht doch keinen Sinn, so einen kleinen Beamten anzublaffen. Der Mann hat seine Vorschriften.“ Beschwichtigend strich sie über Werners Arm.

„Vorschriften hin oder her, solche Frechheiten brauche ich mir nicht bieten zu lassen!“ Er musterte sie äußerst ungehalten. „Weißt du, was der gesagt hat? So was käme in den besten Familien vor. Dass die Braut am Hochzeitstag spurlos verschwindet.“

Barbara runzelte unmerklich die Stirn. Es fiel ihr relativ schwer, Verständnis für die geplatzte Hochzeit aufzubringen. Laura würde schon wieder auftauchen. Und schließlich hatte ihre eigene Trauung auch nicht stattgefunden. Außerdem hatte sie im Moment genug damit zu tun, mit vollem Körpereinsatz Etappensiege über Werners tot geglaubte Frau zu erringen.

„Werner …“, gurrte sie. „Warum legst du dich nicht endlich hin? Du hast doch noch gar nicht geschlafen.“ Sie nestelte an den Knöpfen seines Hemdes und sah ihm verführerisch in die Augen. „Ein bisschen relaxen würde dich entspannen …“

Doch er sah sie nur verständnislos an und knöpfte sein Hemd wieder zu. „Barbara, bitte … ich bin jetzt wirklich nicht in Stimmung.“

Helen hatte Laura, die nach ihrem Angriff ohnmächtig zusammengebrochen war, auf die Pritsche gehievt und ihre Hände mit Klebeband gefesselt. Jetzt kauerte sie neben ihr und tupfte die Wunde an Lauras Kopf sauber.

„So, das hätten wir …“, murmelte sie in einförmigem Singsang. „Keine Angst, das sieht schlimmer aus, als es ist. Nur eine kleine Platzwunde. Das heilt wieder …“

Langsam kam Laura wieder zu sich. „Was ist passiert?“ Sie schlug die Augen auf und stöhnte schmerzvoll auf. Als sie Helen erkannte, zuckte sie unwillkürlich zusammen.

„Es ist noch mal gut gegangen. Du hättest auch unglücklich fallen können. Und das wäre ganz schlimm für das Baby gewesen …“, antwortete Helen und erwiderte Lauras verwirrten Blick. „Da brauchst du jetzt gar nicht so zu gucken. Meine Schuld ist das nicht. Du wolltest ja unbedingt abhauen! Da musste ich dich leider dran hindern.“ Sie drückte die Wehrlose zurück auf die Pritsche.

„Helen, bitte!“ Laura sah sie flehend an. „Ich habe dir nichts getan. Lass mich hier raus.“

Doch Helen schüttelte nur missbilligend den Kopf. „Liebe Laura, das geht nicht. Das kann ich nicht machen. Jedenfalls noch nicht.“

„Was willst du von mir?“, fragte Laura voller Panik.

Helens Stimme wurde kühl. „Das Kind.“

Laura erstarrte. „Was?“, flüsterte sie tonlos.

„Es ist in deinem Bauch. Aber es gehört mir. Ich will es zurückhaben!“

„Dein Baby? Was redest du denn da?“

„Mein Baby wächst in deinem Bauch. Das weißt du doch …“

Helen lächelte sanft. „Ich glaube, ich mach’s wie die mexikanischen Mütter. Die legen ihre Babys in eine Hängematte und wiegen sie den ganzen Tag. Dann schlafen sie wie kleine Engel.“

Laura konnte kaum glauben, was sie da hörte. Langsam begriff sie das Ausmaß von Helens Wahnvorstellungen. Das war weit mehr als ein psychotischer Schub. „Ich finde es ganz lieb von dir, dass du dir darüber Gedanken machst“, sagte sie mühsam beherrscht und zwang sich zur Ruhe. „Vielleicht kaufe ich meinem Kleinen tatsächlich eine Babyschaukel.“

Doch Helen schüttelte nur tadelnd den Kopf. „Du hast ja wirklich nichts begriffen.“ Sie beugte sich vor und musterte Laura wie ein unbelehrbares Kind. „Als ich mein Baby verloren habe, wurdest du von Alexander schwanger. Du hast mir mein Baby weggenommen, und deswegen bleibst du hier, bis es auf der Welt ist!“

Alexander trug noch immer seinen Hochzeitsanzug. Von der nächtlichen Suche erschöpft hatte er sich eine Weile aufs Sofa gelegt und versuchte, mit halb geschlossenen Augen wenigstens ein wenig zu dösen. Doch er war viel zu unruhig dafür. Ruhelos sprang er wieder auf und lief angespannt im Zimmer auf und ab.

Wo konnte Laura nur sein? Wie seine Mutter glaubte auch er daran, dass zwischen Liebenden eine unsichtbare Verbindung bestand, und als sein verzweifelter Blick auf Lauras Foto fiel, kam es ihm so vor, als würde sie ihm beruhigend zulächeln. Das war ein Zeichen. Damit wollte sie ihm sagen, dass sie am Leben war!

„Ich finde dich, Laura, das verspreche ich dir!“, murmelte er, küsste voller Zärtlichkeit ihr Bild und machte sich schnurstracks auf den Weg ins Büro.

Dort blätterte Werner gerade sein Notizbuch durch. Ihm reichte es jetzt langsam. Weder die Bergwacht noch die Polizei schien es zu kümmern, dass seine Tochter verschwunden war, und damit musste Schluss sein. „S-C-H… Hubert … wo habe ich ihn denn … ach, da ist er ja.“

„Hubert Schlemmbacher?“ Alexander riss die Augen auf.

„Du willst den Polizeipräsidenten anrufen?“

Werner nickte entschlossen. „Ja. Der gute Mann ist mir einen Gefallen schuldig. Ich habe schließlich zig Sonntage geopfert, um seinen Abschlag zu verbessern.“ Er lachte trocken auf, bevor er die Nummer ins Telefon tippte. „Der Kerl haut immer noch die meisten Bälle in den Wald.“

Alexander schluckte gerührt. „Danke.“

Überrascht legte Werner den Hörer zurück auf die Gabel und sah Alexander an. „Wofür? Weil ich nach meiner Tochter suchen lasse? Hast du geglaubt, ich lege die Hände in den Schoß und warte einfach ab?“

„Ich war mir nicht sicher“, gab Alexander zögernd zu.

Werner nickte nachdenklich. „Weil ich den Fehler schon mal gemacht habe.“ Hätte er nur nicht aufgegeben, nachdem er das Flugzeugwrack in Augenschein genommen hatte – er hätte seiner Frau die Monate im Dschungel vielleicht ersparen können. Aber das würde sich nicht wiederholen. Abermals griff er nach dem Telefon und tippte die Nummer ein.

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