Logo weiterlesen.de
Totenschein für Johnny

Image

Der Autor

W. P. John, ein Kriegskind und Zeuge der Nachkriegszeit. Als Schulkind erlebte er die Fürsorge der Familie, absolvierte sein Abitur, promovierte zum Dr. Ing. und später zum Dr. rer oec. Den Lebensunterhalt verdiente er sich als Führungskraft in der Elektroindustrie bei insgesamt 3 Firmen. Sein Lebensmotto, es macht mir Freude einen Karren aus dem Dreck zu ziehen, zu überlegen, wo man etwas unterlegen und wo man anheben muss. Das charakterisiert seine Ambitionen Dinge bewegen und positiv verändern zu wollen. Nun widmet er sich als Autor dem Ziel, Lebenserfahrungen, Wissen, sowie Unterhaltung zu vermitteln und Erinnerungen gegenwärtig zu halten.

W. P. John

Totenschein für Johnny

Die rührende Geschichte einer von Krieg und Leid geplagten deutschen Familie.

Image

© 2016 W. P. John

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback: 978-3-7345-4064-6
Hardcover: 978-3-7345-4065-3
e-Book: 978-3-7345-4066-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Prolog

Der Krieg und seine Folgen

Johnny

Das Wunder des Lebens

Wohnung und Luftschutzkeller

Der Alltag

Die Bombennacht

Auf der

Asyl auf dem Bauernhof

Stippvisite in der Heimat

Wir fahren nach Berlin

Massenmord

Rückkehr in die Heimat

Ein Totenschein für Johnny

Zwischen Leben und Tod

Verzweiflung

Sehnsucht nach Normalität

Lästige Mode dieser Zeit

Ein außergewöhnlicher Kindergarten

Nur ein Kind

Epilog

Das sollte niemals in Vergessenheit geraten

Unsere Vorfahren, die Urgroßelter, Großeltern oder für viele von uns selbst die Eltern, lebten im vergangenen Jahrhundert unter äußerst schwierigen Bedingungen. Viele von ihnen mussten zwei Weltkriege über sich ergehen lassen und so mancher unserer Verwandten kam dabei ums Leben. Sie waren aber die Grundlage für unsere heutige Existenz und unser Lebens. Ihr eigenes Leben bewerkstelligten sie unter heute nicht mehr vorstellbaren Bedingungen. Die wissenschaftliche Entwicklung und die technisch/technologischen Fortschritte standen in den Anfängen, vergleichbar mit einer kleinen Knospe an einem Rosenstrauch. Die medizinischen Errungenschaften repräsentierten, wenn wir auf der biologischen Vergleichsbasis bleiben, ein kleines Pflänzchen, das noch viel Fürsorge im Garten der Wissenschaft benötigte. Krankheiten und Epidemien gehörten zum Leben und zum Tod. Im Zweiten Weltkrieg verlor nahezu jeder zweite Mann sein Leben oder wurde verletzt und für den Rest seiner Tage behindert. Die Bevölkerung war den gnadenlosen Bombenangriffen der Alliierten ausgeliefert, ein Drittel der deutschen Bevölkerung befand sich ausgebombt auf der Flucht. Hauptsächlich verdanken wir vieles den deutschen Frauen, die ihr Leben in ihre Hände nahmen, da es kriegsbedingt an Männern fehlte. Diejenigen, die überlebten, wohnten zwischen Ruinen und Trümmerbergen, räumten auf und gestalteten dieses Land zu dem, was wir heute, sicherlich nicht perfekt, diskussionswürdig, aber lebenswert genießen können, so wie dieses Buch, nicht perfekt, sicherlich diskussionswürdig, aber lesenswert.

Prolog

Der Zweite Weltkrieg ist seit über 70 Jahren ein geschichtliches Ereignis, auf das wir Deutschen nicht ungern zurückblicken, warum auch immer. Aus unterschiedlichsten Gründen lässt dieses Stück deutscher Geschichte die Medien und Menschen einfach nicht in Ruhe. Während es immer noch Gruppen gibt, die diesem Teil der Geschichte nachtrauern und ihn verherrlichen, möchten andere mahnen und darauf hinweisen, wie fehlgeleitet sich diese Epoche der deutschen Vergangenheit darstellt oder Medien und Historiker nur rein informativ, geschichtlich orientiert über diese entsetzlichen Kriegsjahre, Strategien, Abläufe und die dafür verantwortlichen Personen berichten. Viele, die dieses Grauen miterleben mussten, wollen nur vergessen.

Wir erleben gerade eine Friedensperiode, die in Europa, bis auf nicht gerade unerhebliche, aber weitestgehend nationale Auseinandersetzungen schon über 70 Jahre andauert, auf die besonders wir Deutschen sehr stolz sein können und sollten. Vor allem die europäischen Nationen scheinen aus der Geschichte gelernt zu haben. Mir wurde in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei einem Empfang in türkischen Regierungskreisen eine Laudatio zuteil, in der ein türkischer Sprecher darauf hinwies, dass das deutsche und das türkische Volk kriegerische Völker seien, die in der Geschichte schon so manche Schlacht gemeinsam erfolgreich schlugen. Er meinte weiter, dass die Deutschen erst einmal eine Auszeit nach der verheerenden Niederlage des Zweiten Weltkrieges nahmen, er sich dennoch gewiss zeigte, die Zukunft wird uns wieder kriegerisch zusammenführen. Wenn wir die Aggressivität der Deutschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts betrachten, könnte eine solche Einschätzung vielleicht real gewesen sein. Schließlich verantworteten die deutschen Politiker sowohl den Ersten, als auch den Zweiten Weltkrieg. 2018 begeht Europa das 100-jährige Ende des Ersten Weltkrieges und im Jahr 2020 ereignet sich das 75 jährige Jubiläum des Endes eines niemals zu vergessenen, brutalen und leidvollen Krieges, der unsere und diese Geschichte prägte. Für diejenigen, die diese Friedensperiode aktiv mitgestalteten, ein Grund zum Feiern. Ein Grund voller Genugtuung in die jüngste Vergangenheit zu blicken und allen Voraussagen zu trotzen.

Die Jugend in Deutschland hat heute, in der dritten Generation nach dem Krieg, keine oder kaum noch eine direkte Beziehung zu diesen Fehlhandlungen in der deutschen Geschichte, aber sie partizipiert von dem erfolgreichen Wiederaufbau und der friedlichen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Zwischenzeitlich wandelte sich auch der Status der Bevölkerung erheblich. Durch die Internationalisierung und Integration vieler ausländischer Bewohner in Deutschland, wurde der arische Grundgedanke längst geschichtlich archiviert. Im Jahre 2016 lebten bereits 17,2 Millionen Einwanderer in Deutschland, das sind 21%, etwas weniger als ein Viertel der deutschen Bevölkerung und diese Entwicklung geht weiter. Gerade in den Jahren 2015 / 2016 nahm die Völkerwanderung der arabischen und nordafrikanischen Nationen, als auch der Balkanländer nach Deutschland fast unbeherrschbare Ausmaße an und überflutete die Gesellschaft. Ihre Kinder werden keinen arischen Einfluss mehr haben und erst recht keine Beziehungen zu dieser Phase deutscher Geschichte. Es ist aber wichtig, dass sie eine feste Beziehung zur deutschen Gemeinschaft, mit allen Regeln des Zusammenlebens entwickeln und das Land, in dem sie leben, kennen lernen und anerkennen.

In 70 Jahren geschichtlicher Weiterentwicklung befinden wir uns bereits in einer Situation, dass die Mehrheit der jungen Generation wenig, beziehungsweise kein Verständnis sowie Interesse aufbringt, sich mit diesem Abschnitt der deutschen Geschichte zu identifizieren. Eine Schande für Deutschland, aber nicht für die heute in diesem Land lebenden Bürger. Es ist Zeit, endlich damit Schluss zu machen, ein schlechtes Gewissen dafür zu entwickeln, welche grausamen Verbrechen unsere Vorfahren an der Menschlichkeit verübten. Die heute lebenden deutschen Bürger sind dafür nicht mehr verantwortlich, wir dürfen nur dieses Leid, das von deutschem Boden ausgehend verursacht wurde, niemals vergessen. Gleichberechtigt zu dem, was Deutschland den anderen Völkern an unmenschlichen Tragödien zufügte, müssen wir das maßlose und schier endlose Leid des deutschen Volkes selbst betrachten. Es wird immer wieder über die charismatischen Kriegstreiberpersonen und Kriegsverbrecher, wie Hitler, Himmler oder Goebbels diskutiert, berichtet und ihre Ambitionen analysiert. Wir diskutieren oft und berechtigt über die Menschenverachtung des nationalsozialistischen Systems, der Ermordung, das Ziel der Ausrottung ganzer Menschengruppen, wie 6 Millionen europäischer Juden, die nicht in die Ideale der damaligen Machthaber passten.

Sind nicht derartige Anschauungen widerlich: Wenn du nicht auf meiner Seite stehst und meine Ideen vertrittst oder wenn du nicht meinem Glauben entsprichst, wirst du verachtet, geächtet und somit hast du kein Recht zu leben. Nicht diese machtbesessenen, sich selbst darstellenden Personen, die diktatorisch ihren Willen durchsetzen wollen, sind die Hauptursachen und Hauptverbrecher. Allein sind sie nichts! Diejenigen, die davon profitieren und es deshalb unterstützen, sind die Hauptschuldigen. Ebenfalls mitverantwortlich sollten sich die Bürger fühlen, die mit erschreckender Unwissenheit, leichtgläubig vielleicht daran glaubend, dass sich mit Gewalt, Diktatur und Volksentfremdung eine sinnvolle Zukunft für ein Land errichten lässt.

Ist es nicht schlimm und unmenschlich, was vom Deutschen Reich, vom deutschen Boden aus verursacht wurde? Wesentlich weniger sprechen wir über das Leid des normalen, einfachen deutschen Volkes, vielleicht weil es nicht so attraktiv erscheint und nicht direkt von der Aggressivität der nationalsozialistischen Anführer und ihrer Wehrmacht verursacht wurde. Verwenden wir die Begriffe aus der Physik mit Ursache und Wirkung. Die Ursache setzten die Deutschen Machthaber, aber die Wirkung war die Zerstörung Deutschlands durch die Alliierten, das grausame Leid der deutschen Bevölkerung.

Im Zusammenhang mit den Fluchtwellen der Kriegsflüchtlinge aus der arabischen oder afrikanischen Welt, sollten wir uns an unser eigenes deutsches Schicksal wieder erinnern. Über 27 Millionen deutscher Bürger befanden sich obdachlos auf der Flucht vor dem Krieg, 27 Millionen deutsche Flüchtlinge suchten ein Asyl, suchten eine neue Heimat, 27 Millionen unserer Vorfahren lebten und arbeiteten in der Fremde, auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Wie viele Flüchtende bei ihrer Flucht ums Leben kamen, ist nicht eindeutig überliefert, es übersteigt jedoch die Zahl der bisher bei Fluchtversuchen Umgekommenen gewaltig.

Die Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten, die eine dauerhafte neue Heimat suchten, stellten mit 10 Millionen einen wesentlichen Teil der Flüchtenden dar. Jeder dritte Deutsche besaß keine Existenz und kein Eigentum mehr. Am meisten traf es die Kinder. So viele von ihnen wurden getötet, bevor sie anfangen konnten zu leben. So viele Kinder wurden für ihr ganzes Leben behindert, geschädigt und lebensuntüchtig. Für die Kinder, die überlebten, begann ein Leben im Chaos, in einer zerstörten Heimat. Das Erbe für die Kinder waren Schulden, die Last und Herausforderung, die Verbrechen der älteren Generation aufzuarbeiten, die Wiedergutmachungen hinzunehmen und eine neue Gesellschaft aufzubauen. Sie mussten erst einmal aufräumen, eine Basis schaffen, bevor sie ihr eigenes Leben formieren konnten. Mindestens die ersten

15 Jahre ihres Lebens wurden ihnen von der kriegsführenden Generation gestohlen. Kinder, die das Wichtigste für die Weiterentwicklung einer Gesellschaft sind, standen vor dem Nichts, vor einem Scheiterhaufen, vor Trümmern und Existenznot.

So viele Mitmenschen mussten in ihrem Leben noch einmal ganz von vorn, von Null beginnen. Dieses Leid der Deutschen könnte möglicherweise der Ausgangspunkt für eine derart lange Phase der friedlichen Entwicklung in Deutschland sowie in Europa sein und damit vielleicht auch die Basis für das tolerante Zusammenleben mit anderen Nationen. Wir sollten uns weiterhin intensiv mit unserer Geschichte beschäftigen, daraus lernen und gemeinsam dafür sorgen, dass von dem heutigen und zukünftigen deutschen Volk niemals auch nur Ähnliches wieder ausgehen wird. Halten wir uns unser eigenes Schicksal ständig vor Augen, ohne gegenseitige Hilfe hätten viele deutsche Bürger, überwiegend die Leidtragenden aus den zerstörten Städten, diese grausame Zeit nicht überlebt und unsere Hilfe sollte den Menschen, die heute und zukünftig in ähnliche Situationen geraten gewiss sein, auch wenn sie zu dieser Zeit, als wir hilfebedürftig waren nicht an unserer Seite stehen konnten. Fairer Weise muss man sagen, dass zum Beispiel Syrer, die seit Mitte des zweiten Jahrzehntes im 21. Jahrhundert unserer dringenden Hilfe bedürfen, die Jahre des 2. Weltkrieges ebenfalls nicht friedlich erleben konnten. Noch Ende 1945 zerstörten französische Bomber syrische Städte und erst 1946 wurde deren Unabhängigkeit ausgerufen. Also diejenigen, die später Anfang des 21. Jahrhunderts die Unterstützung des deutschen Volkes benötigten und benötigen, konnten als die Deutschen hilfebedürftig waren objektiv nicht helfen.

Die Instabilität in der Welt nahm im Gegensatz zur Entwicklung in Europa immer weiter zu, sodass 2016, wie die Nachrichtendienste meldeten, weltweit insgesamt 65 Millionen Flüchtlinge geschätzt werden mussten. 65 Millionen Menschen auf der Suche nach einem Platz, nach einem Ort, auf dem sie überleben und ihr Leben neu gestalten können. Wie berichtet wird, handelt es sich bei den Flüchtlingen wieder überwiegend um Kinder, womit heute noch ein Stück Zukunft dieser Welt in Frage gestellt wird. Ein neues Zeitalter der Völkerwanderungen begann, verursacht durch Kriege, politische Missverhältnisse und klimatische Veränderungen in den Heimatgebieten der Asylsuchenden. Haben wir nicht eine Verantwortung als Menschen für unsere Mitmenschen? Viele Nationen fanden in Deutschland ein neues Zuhause, auch sie sollten wissen, dass es die deutsche Bevölkerung in den Kriegsjahren und den Jahren danach sehr hart traf. Die heutigen Bedingungen in Deutschland schuf das Volk selbst, über viele entbehrungsreiche, engagierte und fleißige Jahre.

Seit den 60er Jahren halfen auch Gastarbeiter beim Aufbau unserer Gesellschaft und Wirtschaft in beiden deutschen Staaten mit und natürlich gab es zunehmend auch Unterstützung von der internationalen Staatengemeinschaft. Am 13. August 1961 erfolgte nach der Trennung durch die Besatzungsmächte, einer territorialen und ideologischen Trennung, auch noch die endgültige physische Trennung zwischen den Ost- und Westgebieten Deutschlands, woraus sich die DDR und die BRD, immer weiter auseinander entwickelten. Heute sind die Deutschen nach vierundvierzig Jahren auseinanderleben, wie nach einer gescheiterten Ehe, wieder ein vereintes Volk, auf einer einheitlichen Basis, mit gemeinsamen Zielen. Auch diese Veränderung erzwang das deutsche Volk selbst. Die eigenwillige Trennung durch die alliierten Mächte wurde mit der Macht des deutschen Volkes korrigiert. 2033 wird das neue einheitliche Deutschland wieder genau so lange bestehen, wie es getrennt, widersprüchlich nach dem Krieg existierte. Die Geschichte sollte uns lehren, schneller zusammen zu wachsen, gemeinsames Verständnis zu entwickeln und die Gleichberechtigung in der Gesellschaft zu sichern. Wir entwickeln eher Verständnis für Probleme anderer Nationen, als für eigenen leidenden deutschen Bürger, die die Grundlagen dafür schufen, dass heute so manche Einwanderer danach gieren in Deutschland wohlversorgt aufgenommen zu werden, da ihre Heimat eine andere Entwicklung nahm. Die Flüchtlinge, die sich Deutschland als Milchkuh auswählen, kennen die Gesetze, was und wo sie Beanspruchungen geltend machen können besser, als so manches deutsches Rentnerehepaar, das lieber den Cent drei Mal herumdreht, als dem deutschen Volk auf der Tasche zu liegen. Gerade unter den Bürgern, die die Grundlagen für die heutigen Errungenschaften schufen, wächst die Altersarmut, ohne Hoffnung zu gewinnen, diesem Problem entgehen zu können.

Wir wollen gar nicht so überheblich sein, dass wir das alles, was wir gegenwärtig an Fortschritt, gesellschaftlicher Koexistenz und friedlichem Zusammenleben erreichten, allein schafften.

Das neue deutsche Volk, heute als ein einheitliches Volk, in einer Rassen- und Glaubensvielfalt, kann sich stolz fühlen, überwiegend ein friedliebendes Volk geworden zu sein, das bis auf wenige Unbelehrbare, alle Menschen unabhängig welcher Herkunft, Rasse, welchen Geschlechts oder Glaubens achtet, wenn auch deren Grundlage die Achtung und Gleichberechtigung aller Menschen, mit allen Regeln sowie Gesetzen unseres Zusammenlebens ist. Deutschland brauchte Hilfe, um das zu werden, was es heute ist. Deutschland verfügte und verfügt weiterhin über fleißige, kreative, schöpferische und engagierte Menschen. Das deutsche Volk bestimmte sein heutiges Schicksal selbst. Wer daran teilhaben will, muss sich als Teil des deutschen Volkes fühlen und ebenso handeln. Nur wer die Grundlagen des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft akzeptiert, wer sich bei der Unterstützung der Gesellschaft selbst verwirklichen will und nicht auf Kosten dieser sein Leben fristen möchte, darf sich einbringen und entwickeln. Es begeistert immer wieder, wenn in den Vereinigten Staaten von Amerika, das ausschließlich aus Flüchtlingen und Einwanderern besteht, die heutigen Amerikaner bei ihrer Nationalhymne inbrünstig mitsingen, ihre rechte Hand aufs Herz legen und damit einen festen Zusammenhalt und die Dazugehörigkeit zu ihrem Land bekunden, obwohl auch dieses Land viele interne Probleme hat.

Zeigen wir uns für andere Nationen, die heute in ähnlicher Lage sind, als Vorbild, wie unser Volk am Ende des Zweiten Weltkrieges das eigene Land aufräumte, allen Widrigkeiten trotzte, es wieder aufbaute, zu einer wirtschaftlichen Macht und einer blühenden Gesellschaft entwickelte. Geben wir anderen unsere Unterstützung, damit sie eines Tages genau so stolz auf ihre Errungenschaften sein können, wie wir das in unserem Land sind. Stolz auf sein Heimatland zu sein ist keine Sünde, es ist eine Erungenschaft.

Grundsätzlich ist jedoch festzustellen, das Leben ist einfach nicht fair! Warum trifft es die Einen mit absoluter Tragik und Brutalität, mit Angst und Schrecken, Sorge um das eigene Leben sowie seiner Angehörigen, während doch eine große Anzahl von Mitmenschen ein unbekümmertes Leben führen kann und Sorgen, Probleme, auch Not nur aus den Wörterbüchern kennen, beziehungsweise diese Worte auf Situationen anwenden, die für andere nicht nachvollziehbar sind.

Wie viel Schmerz, Leid, Kummer und Trauer, wie viel Elend und Entbehrung kann ein Mensch überhaupt ertragen? Es ist erschreckend, was Mitmenschen, die menschlich gleichberechtigt geboren wurden, in ihrem Leben erdulden mussten und heute noch erdulden, während andere in Saus und Braus leben, damit angeben, nur weil sie Glück hatten, weil sie auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurden, weil sie bessere Voraussetzungen erhielten, auf denen sie ihren Wohlstand aufbauen konnten. Auf dieser Welt gibt es so viel Reichtum, der für alle Bedürftigen ein zufriedenes Dasein sichern könnte. Da sind Medienanstalten aktiver darin zu helfen, als die, die dafür die besten Möglichkeiten und Voraussetzungen haben oder gar dafür zuständig sind. Zunehmend engagieren sich Persönlichkeiten, wie Künstler, Sportler und auch so manche Firmen vorbildlich für die Unterstützung von im Leben geplagter Menschen. Beenden wir endlich die Huldigung der Vermögenden im Allgemeinen und würdigen nur diejenigen, die sich für die Gemeinschaft und nicht nur für sich selbst engagieren. Nur wenige Reiche auf dieser Welt besitzen so viel, dass sie es niemals benötigen und oftmals sinnlos egoistisch verschwenden, eher verprassen. Das Vermögen dieser sehr kleinen Gruppe besonders Wohlhabender ist größer, als der Reichtum von mehr als der Hälfte der gesamten Weltbevölkerung.

Das was die Reichen dieser Welt besitzen, würde ausreichen, um der gesamten Menschheit ein würdigeres Leben zu ermöglichen und während diese, nur sehr geringe Zahl von Leuten über ein so sinnlosen Besitz verfügen, lebt die Mehrheit der Menschen dieser Welt in Armut, kämpft die Mehrzahl unserer Mitmenschen täglich um ihr Dasein. Viele dieser Wohlhabenden wurden auf Kosten der Armen reich und die meisten der Armen sind arm, weil ihnen die Reichen alles nahmen. Darüber hinaus leben so viele auf Kosten des Volkes, ohne sich maßgeblich für das Volk einzusetzen oder zu interessieren. Leider engagieren sich diejenigen, die Wohlstand und Glück in die Wiege gelegt bekamen, sehr selten für diejenigen die jede Hilfe benötigen, um denen wenigstens ein einigermaßen zufriedenes Leben zu ermöglichen. Ist das die Gerechtigkeit unseres Zusammenlebens? Es entwickelte sich eine ausgezeichnete Spendenmoral, die aber im wesentlichen nur den absoluten Härtefällen menschlicher Schicksale zu Gute kommt. Es erreichen uns Berichte von Unternehmern, die sich ihrer Belegschaft gleichsetzten und die Firmenerfolge gleichberechtigt teilen. Es bleiben Einzelbeispiele, überwiegend ist die Maßlosigkeit und Gier noch dominierend weit verbreitet.

Bei Katastrophen oder besonderen menschlichen Schicksalen und für Kinder, öffnen sich nicht nur die Herzen vieler unserer Mitmenschen. Was verstehen wir darunter, wenn wir damit werben, gleiches Recht für alle Menschen. Sehen wir darin auch das Recht auf ein würdevolles, zufriedenes Leben für alle Menschen? Wenn wir bei allen Problemen dieser Welt feststellen, dass zu viele Nahrungs- und Lebensmittel produziert und weggeworfen werden, aber mindestens jeder Achte unserer Mitmenschen hungert, dann haben heute 1 Milliarde unserer Mitmenschen nichts zu Essen, dann gehen heute über 1 Milliarde Menschen hungrig in den Schlaf. Welchen Sinn macht es die Produktion von Lebensmitteln oder anderer Bedarfsgüter zu drosseln, um einen höheren Preis zu erzielen. Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer? Stellt sich da nicht die Frage, sind wir Menschen wirklich eine Gemeinschaft? Allein die Lebensmittel, die achtlos weggeworfen werden, könnten zumindest jedem dieser Hungernden ein etwas besseres Leben ermöglichen.

Wir sprechen sehr oft und viel über Katastrophen, die Medien berichten konstant darüber. Wie betrachten wir derartige Ereignisse? Interessiert, was alles so auf dieser Welt passiert, freudig, uns traf es glücklicherweise nicht, besorgt über die brutalen Ereignisse auf dieser Welt oder voller Mitleid mit den armen Betroffenen und vielleicht der Bereitschaft zu helfen und zu unterstützen? Wenden wir uns nun der größten Katastrophe in der menschlichen Entwicklung und deren Folgen zu.

Der Krieg und seine Folgen

Sicherlich war dieser Krieg, der Zweite Weltkrieg, die größte Katastrophe in der menschlichen Entwicklungsgeschichte, eine Katastrophe der Leidensfähigkeit, der Opfer und der Emotionen. Es ist noch nicht einmal ein durchschnittliches Menschenalter her, als sich diese Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes in Deutschland ereignete. Das deutsche Volk, aber auch die anderen am Krieg beteiligten europäischen Völker lebten unter Bedingungen, die wir heute keinem modernen Flüchtling zumuten. Die Flucht des deutschen Volkes vor Krieg, Gewalt und Obdachlosigkeit, ihre Qualen und Aufopferungen finden bis heute keine Beispiele. Die Todesangst der Bevölkerung, das Leid über die vielen Toten, verlorene Freunde und Familienangehörige, kann heute kaum noch nachgefühlt werden. Seit Menschengedenken gab es niemals auf diesem Planeten so viel Leid, Tragik und Unmenschlichkeit, wie es am Ende des Zweiten Weltkrieges resümiert werden musste. Keine andere Situation in der dokumentierten Geschichte hält dieser Tragödie stand.

Wie schnell definieren wir ein Unglück oder ein Naturereignis zu einer Katastrophe. Wie oft nehmen wir diesen Begriff in den Mund, um ein bestimmtes Leid zu beschreiben. Was eine wirkliche Katastrophe darstellt, die sich zum größten Desaster des deutschen Volkes entwickelte, beweisen die nachfolgenden Darlegungen. Ein wahrhaftes Elend, das nahezu, zumindest einen sehr großen Teil der gesamten Weltbevölkerung betraf, die das Leben und die Zivilisation, das Fortbestehen der heute existierenden menschlichen Generationen in Gefahr brachte; ein Unheil, das hauptsächlich die Deutschen mit verursachten, führte am Ende zu ihrem eigenen Leid und Verderben.

Wenden wir uns am Beispiel einer deutschen Familie, mit ihrem Schicksal dieser wirklichen Katastrophe zu, die das deutsche Volk wesentlich veränderte und das Verhalten der Mehrzahl ihrer Bürger bis heute beeinflusst.

Es gab vor noch nicht allzu langer Zeit in Deutschland eine Situation, in der nahezu die gesamte Bevölkerung in Sorge, in Angst, in Not und Verzweiflung ihr Leben verbrachte. Viele dieser Menschen, die das überstanden, leben heute noch, nachdem sie dieser Hölle und diesem Verhängnis, möglicherweise für das ganze weitere Leben geschädigt oder geschändet entflohen oder entronnen sind. Der Einfluss derartiger Ereignisse ist und bleibt ein Leben lang fest im Wesen eines Mitmenschen, in seinem Denken, Fühlen und Handeln verwurzelt, als ein Teil seiner Persönlichkeit.

Insgesamt beteiligten sich an diesem verheerenden Unheil, dem Zweiten Weltkrieg, 60 Staaten, also zirka ein Drittel aller bestehenden Länder dieser Welt.

110 Millionen Menschen dieser Erde standen unter Waffen, illegale Kämpfer, wie Partisaneneinheiten nicht mitgezählt und sie kämpften für unterschiedlichste Ziele. Während einige daran glaubten, der Krieg bringe ihnen irgendwelche Vorteile, zog die Mehrzahl der Soldaten in den Krieg, weil es ihnen befohlen wurde. Vorteile waren für sie kaum zu erkennen. Viele verteidigten heldenhaft ihre überfallene Heimat, ob befohlen in den Armeen oder freiwillig, illegal in Partisaneneinheiten. Die USA kämpfte gegen den deutschen Faschismus, obwohl ihre Heimat nicht von der deutschen Wehrmacht besetzt oder direkt bedroht wurde. Sie unterstützten die Alliierten, die sowohl ihre Länder verteidigten, als auch den deutschen Faschismus vernichtend schlagen wollten. Die Folgen dieser Auseinandersetzungen ergaben zwischen 60 und 70 Millionen Tote. Natürlich sind auch Kriege mit 250.000 Opfern viel zu viele, aber das Vierzigfache an menschlichem Leid bleibt geschichtlich unerreicht. Jeder einzelne Mensch der bei kriegerischen Auseinandersetzungen sein Leben verliert, ist wieder ein Mensch, den wir betrauern und bedauern, aber 70 Millionen sinnlos ermordeter Erdenbürger und nahezu gleichviel Verwundeter und Geschädigter, lebender Krüppel, die ihr Leben mit einem körperlichen Gebrechen niemals richtig genießen konnten, verdeutlichen das Ausmaß des Leidens und dieser Tragödie. Es gleicht, von der Zahl her, der Ausrottung der gesamten Bevölkerung Deutschlands. Die zusätzlich verwundeten Menschen entsprachen ungefähr der Einwohnerzahl Frankreichs. Jeder deutsche Bürger war und ist vom Tod seiner Verwandten, Bekannten und Freunde betroffen, direkt in Mitleidenschaft, in persönliche Trauer einbezogen.

Insgesamt werden über 13 Millionen Tote, als Opfer deutscher Massenvernichtungen, statistisch in verschiedenen Publikationen angegeben. Das ist wohl wirklich eine Katastrophe, die uns in Erinnerung bleiben sollte! Wenn Respekt, Rücksicht und Anstand bei den Menschen verloren gehen, entwickeln sich brutale, menschenverachtende Entartungen in unserem Zusammenleben.

Obwohl Deutschland den Krieg maßgeblich auslöste, steht es an 3. Stelle der zu beklagenden Opfer, aber 10% gefallener oder getöteter Deutscher reichte schon, um auch in diesem Land unvorstellbares Leid auszulösen. Die Sowjetunion verlor insgesamt etwa 27 Millionen Mitmenschen, China opferte in diesem Krieg 13,5 Millionen Bürger und in Deutschland kamen insgesamt rund 7 Millionen Einwohner um ihr Leben, davon etwa 6 Millionen Soldaten sowie reichlich 1 Millionen Zivilisten. Auch das polnische Volk beklagte über 6 Millionen ihrer Landsleute. Selbst in Österreich brachte der Verlust von 270.000 Menschen unsägliches Leid.

Die westlichen Alliierten opferten überwiegend ihre Soldaten in den Streitkräften. Die USA beklagten insgesamt etwa 407.000 Bürger, Großbritannien gab zirka 333.000 Tote an und in, sowie für Frankreich starben 360.000 Franzosen. Auch 220.000 Niederländer bekamen keine Chance ihr Leben weiterzuführen. Ganz Europa stand am Abgrund und benötigte einen Neuanfang. Die Auswirkungen für Deutschland waren am Gravierendsten in Europa, denn nach den Zerstörungen durch die Alliierten, wurde es von diesen besetzt, was nicht grundsätzlich als Hilfe verstanden werden konnte.

Über 300.000 Opfer forderten allein die beiden Atombombenabwürfe der amerikanischen Streitkräfte auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, möglicherweise ein Racheakt für den Angriff der Japaner auf Pearl Harbor, wobei fast 2500 Amerikaner ihr Leben verloren. Was für ein Elend, nicht nur für die dabei getöteten amerikanischen und japanischen Einwohner, sondern vor allem für die atomstrahlengeschädigten Menschen in Hiroshima und Nagasaki, die ihre Strahlenkrankheit auf weitere Generationen durch Missbildungen vererbten. Für Japan nicht nur die 120-fache Anzahl an Toten, sondern die wirklich schlimmen Folgen für die unbeteiligten zukünftigen Generationen. Die Statistik gibt für Japan etwa 3,8 Millionen Opfer dieses Krieges bekannt.

Karl Marx definierte einmal als Philosoph, dass das Sein, das Bewusstsein der Menschen bestimmt, also meine Umwelt, meine täglichen Probleme, die erkennbaren Ungerechtigkeiten, meine Erkenntnisse, Fähigkeiten und mein Wissen, sowie mein Glaube formen meine Einstellung, meine Integration in die Gesellschaft, mein tatsächliches Bewusstsein, mein reales ich, also mich selbst. Sowohl Zufriedenheit und Glücksgefühle als auch Angst und Sorge resultieren aus dem Sein. Wie muss das Bewusstsein der vielen leidenden Menschen dieser Welt gewesen sein, welche Einstellungen entwickelten sie zum Leben und zum Tod? Ungerechtigkeiten, Vernachlässigungen und Bedrohungen beeinflussen grundsätzlich die Einstellungen der Menschen und ihr Verhalten. Benachteiligungen bestimmter Menschengruppen, lassen die Unzufriedenheit linear wachsen.

Versuchen wir uns nun gedanklich in das Jahr 1944 zu versetzen, in dem unsere Geschichte beginnt.

Die deutschen Städte nahezu verwaist; nur Frauen, Kinder, ältere Männer und Kriegsuntaugliche bildeten die Einwohner der Dörfer, Gemeinden und Städte in Deutschland. Sie boten ein sehr einseitiges Bild der Bevölkerungsstruktur. Alle wehrpflichtigen und wehrfähigen Männer, eingezogen in die Wehrmacht, mussten ihrem Land an den Kriegsfronten dienen, indem sie ihr eigenes Leben als Waffe einsetzten, gefährdeten und opferten. Die Aktivitäten der deutschen Wehrmacht waren keine Maßnahmen zum Schutz der eigenen Nation oder Hilfe für andere Länder, sie fanden egoistisch mit Eroberungszielen statt. Insgesamt kämpften bis zu 20 Millionen deutscher Soldaten für die Ziele ihres Vaterlandes. Mehr als 25% verloren auf dem Schlachtfeld ihr Leben, weitere 25% kamen verwundet zurück, also nur jeder Zweite, in den Krieg Gezogene, überlebte diesen ohne körperliche Gebrechen. Die emotionalen Auswirkungen lassen sich nicht in Zahlen ausdrücken.

Insgesamt kamen fünf Millionen Soldaten und Offiziere aller Nationen in Kriegsgefangenschaften um ihr Leben. Die Ziele der verantwortlichen deutschen Politiker können beim besten Willen nicht volksnah bezeichnet werden. Die Herrschaft über ihr Land und die Verantwortung für das eigene Volk reichte ihnen anscheinend nicht aus. Die Lage in Deutschland wirkte unheimlich und ungewiss, sie spitzte sich bereits im Vorfeld erheblich zu, aber bis zu diesem Jahr, dem Jahr 1944 blieb Deutschland wenigstens weitestgehend von äußeren Kriegseinflüssen verschont. Fast alle Daheimgebliebenen ängstigten sich um ihre Liebsten, Freunde, Bekannte, Söhne und Männer in den Kriegsgebieten und machten sich große Sorgen um deren Schicksal, deren Leben und deren Gesundheit. Ein großer Teil der Bevölkerung trauerte bereits mehrfach über die in den Kriegsjahren Gefallenen. Dem zu Hause gebliebenen deutschen Volk, so würde man heute sagen, ging es den Umständen entsprechend noch recht gut.

Kontakte zu seinen Lieben erfolgten maximal halbjährlich bis jährlich beim Fronturlaub und selten mittels wirklich langwierig funktionierender Feldpost.

Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, nur in ihren Gedanken konnten die Betroffenen beieinander sein. Es bestanden keinerlei andere Möglichkeiten und Voraussetzungen irgendwie miteinander zu kommunizieren. Einige Liebes- und Ehepaare versuchten, so wie sie es miteinander vereinbarten, zeitgleich über Sterne oder Sternbilder telepathisch Kontakt aufzunehmen, sie sahen in die Sterne und dachten dabei fest an ihren Partner. Sie fühlten sich so, in kurzzeitiger Verbundenheit.

Sorgen um das eigene Leben und der zu Hause Verbliebenen, waren bis zu diesem Zeitpunkt noch unbegründet und beeinflussten unwesentlich die Gefühle der Menschen. Das übrig gebliebene deutsche Volk fühlte sich in ihrem Heimatland noch ausreichend sicher. Die deutsche nationalsozialistische Propaganda verbreitete über die Medien fast ausschließlich Erfolgsmeldungen, nur über Verwandte und Bekannte hörte man zunehmend über viele Tote und Verletzte an den Fronten der deutschen Wehrmacht. Meldungen über verlorene Schlachten und gefallene Soldaten wurden monatelang hinausgezögert. Die Erkennung der Gefallenen auf den Schlachtfeldern stellte sich, trotz persönlicher Erkennungsmarken, oft als sehr problematisch heraus. Deren Auswertung und Weiermeldung dauerte sehr lange. Auch das Gerücht über die Gefangennahme tausender deutscher Soldaten machte zunehmend die Runde, mit der Ungewissheit und Unwissenheit, was das für die gefangenen Soldaten bedeutete. Widersprüchliche Meldungen erzeugten gefühlsmäßige Zwiespälte, eine große Unruhe breitete sich zunehmend aus. Über den Sinn und Zweck dieses Krieges zweifelte nach vier Jahren schon seit längerer Zeit die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Noch vermuteten sie nicht, dass sie diesen Krieg so deutlich am eigenen Leibe verspüren werden.

Das Jahr 1944 läutete die Endphase des Zweiten Weltkrieges ein, den Deutschland 1939, mit der wahnwitzigen Idee, die ganze Welt zu erobern, in Europa begann. „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“ lautete der propagandistische Feldzug der nationalsozialistischen Grundidee und Kampagne. Die Deutschen, zumindest ein Teil davon, fühlten sichn wohl als Supermenschen, die in der Lage sind die Welt zu erobern, zu beherrschen und zu unterdrücken. Was für eine überhebliche, selbstsüchtige Einstellung gegenüber der anderen Weltbevölkerung.

Dieses Jahr 1944 sollte in Deutschland, im Verlaufe des Krieges, ein besonders ereignisreiches und entscheidendes Jahr werden, vor allem für das deutsche Volk selbst. Während sich der Krieg bisher für die deutschen Zivilisten noch erträglich gestaltete, mussten sie mit dem weiterem Kriegsverlauf zunehmend Entbehrungen auf sich nehmen.

Unter den Kriegsbedingungen der Eroberungen führte die deutsche Bevölkerung immer noch ein verhältnismäßig erträgliches Leben, denn der Krieg fand weit entfernt in den Nachbarländern statt. Durch Eroberungen wurde die Versorgung der in Deutschland Gebliebenen einigermaßen gewährleistet, doch mit der Entwicklung an den Fronten mussten sie damit rechnen, dass sich der Krieg von ihrem Vaterland nicht mehr lange fernhalten ließ. Sowohl die Soldaten, als auch das nicht an kriegerischen Handlungen beteiligte Volk befanden sich zwischenzeitlich im fünften Jahr des Mordens, des Sterbens und des Zerstörens, das sich nun von den Fronten der deutschen Kriegsführung, wie ein Bumerang zurück auf die Heimat, überwiegend auf die deutschen Städte verlagerte. Durch Vernichtungen und verlorene Schlachten reduzierten sich die Aussichten, aus den Okkupationsgebieten die Versorgung der deutschen Bevölkerung zu sichern. Der Fronturlaub ihrer Lieben entwickelte sich zur absoluten Ausnahme, ließ die wahre Kriegssituation vermuten und Post wurde zur absoluten Seltenheit und Sensation. Das Leid der Daheimgebliebenen wuchs und wuchs! Was Deutschland den Deutschen zumutete, was die deutschen Politiker ihrem Volk im Verlaufe des Krieges antaten, kann diesen Geneationen deutscher Bürger niemals wieder gut gemacht werden. Es ist heute absolut unverständlich, dass es nach Jahrzehnten dieser Gräueltaten, dieser geschichtlichen Fehlentwicklung, dieser Fehleinschätzung zur arischen Rasse, dieser fremdenfeindlichen Einstellungen zu anderen Nationen, noch immer Mitmenschen gibt, die derartiges Gedankengut hüten, meinen etwas Besseres zu sein als andere Menschen, jegliche Solidarität ablehnen, wobei sie möglicherweise sogar selbst von der Hilfe des gesamten deutschen Volkes leben, abhängen und ihr Leben nur auf der Basis der Hilfe für ihre Vorfahren entstehen konnte.

Man kann über die Art und den Umfang der Unterstützung für Mitmenschen unterschiedlicher Auffassung sein, aber das friedliche Zusammenleben auf dieser Welt, sowie jegliche Überlebenshilfe, muss doch ein Grundbedürfnis aller normal denkenden Menschen sein. Ist es nicht bedenklich, wenn heute lebende Bürger, das Denken nicht zu ihrer ersten Menschenpflicht machen und egoistisch, teilweise skrupellos, selbst auf Kosten Hilfe- und Schutzbedürftiger nur ihrem eigenen Wohl hinterher jagen? Die Realität hinsichtlich unmenschlicher Denkweisen stellte sich 1944 sehr deutlich heraus. Auf die Dauer haben Macht-, Aggressions- und Abgrenzungsgedanken keine Chance. Mit Gewalt lassen sich keine Erkenntnisse und Gedanken, auch kein Glaube verpflanzen!

Es wird heute wohl keinem Gesellschaftssystem mehr gelingen, dem Volk eine derartige Ideologie über längere Zeit zu suggestieren, dass ein großer Teil des Volkes die Frage: „Wollt ihr den totalen Krieg?“, enthusiastisch mit „Ja“ beantwortet! Eine Entscheidung, die der deutschen Jugend und ihren Kindern ein menschenunwürdiges Leben bescherte und die Last der Wiedergutmachung und eines schweren, entbehrungsreichen Neuanfangs auferlegte.

Das fünfte Jahr des Krieges etwickelte sich in Europa zum entscheidensten Jahr zum Jahr der Wende. Die Überfallenen drängten die deutschen Wehrmachtseinheiten an allen Fronten zurück. Er verlagerte sich somit auf das deutsche Territorium und damit auch direkt auf die in Deutschland Hinterbliebenen, eigentlich auf das einfache deutsche Volk, die Zivilisten, Frauen, Kinder und alte Männer, die sich nicht unmittelbar am Krieg beteiligten, wenn sie nicht gerade ihren Lebensunterhalt in der Rüstungs- und Pharmaindustrie verdienten. Der Hauptkampf der Alliierten, so sagt man, galt zwar den Munitionsfabriken, Pharmaunternehmen, sowie der Befreiung der vielen in Konzentrationslagern gepeinigten Menschen, wie werteten und begündeten sie aber die Verluste im deutschen Volk? Betrachteten die kriegerischen Mächte die Hinrichtung vieler Unschuldiger als Kollateralschaden oder verfolgten sie damit ebenfalls eine Absicht?

Die Alliierten im Westen und Süden Europas setzten der deutschen Wehrmacht immer neue Verluste zu und vertrieben die Eindringlinge aus den Eroberungsgebieten, also aus ihrer besetzten Heimat. Auch die Rote Armee der Sowjetunion gewann in den Ostgebieten immer mehr die Oberhand, sodass sich der große Wandel entwickelte, herauskristallisierte und nicht mehr aufhalten ließ. Wie eine Lawine rollte der Krieg von allen Seiten auf Deutschland und das deutsche Volk zu. Das bedeutete, das Schlachtfeld, der Kriegsschauplatz verlagerte sich auf die deutschen Städte, die wirtschaftlichen, sowie historischen deutschen Errungenschaften, sowie auf das Eigentum der deutschen Bürger und der Gesellschaft. Wie eine Zange oder eine Krake umklammerten sie das Land. Hier lebten auch einige Millionen Bürgern, die erst gegen den Faschismus kämpften, um ihr Leben fürchten mussten und nun plötzlich einem neuen Feind gegenüberstanden. Das Grausame dabei ist, sie bekamen von Anfang an keine Chance sich zu wehren oder sich zu verteidigen! Soweit dachten die deutschen Politiker anscheinend nicht, da sie Ihre Politik eigensinnig auf das Ausland fokussierten und nicht ihrer Pflicht zum Schutz der eigenen Bevölkerung nachkamen, für die sie eigentlich verantwortlich waren.

Zwei Armeen der Westalliierten überschritten, nachdem sie an der Còte d´Azur beginnend, also aus Südfrankreich kommend, die deutschen Truppen nordwärts aus Frankreich vertreibend, am

11. September 1944 die deutsche Staatsgrenze bei Trier. Weitere westalliierte Einheiten, die am 6. Juni in der Normandie landeten, bildeten eine neue, weitere Front und überschritten am 12. September bei Aachen die deutsche Grenze. Als Westalliierte wurden die USA, Frankreich und Großbritannien bezeichnet. Die USA verhielten sich dabei zuerst neutral, Frankreich und Großbritannien hingegen erklärten dem Deutschen Reich gleich am 03. September 1939, also zwei Tage nach dem deutschen Angriff auf Polen, mit einem Überfall auf den polnischen Radiosender Gleiwitz in Schlesien (Original polnischer Name Gliwice), den Krieg. Da die Ostfront fast ausschließlich die Rote Armee verteidigte, vervollständigte die Sowjetunion das Gesamtbild der Alliierten. Die USA wurden erst im Dezember 1941 Bestandteil der Alliierten, nachdem das nationalsozialistische Deutsche Reich am 11. Dezember 1941, eigentlich größenwahnsinnig, den USA den Krieg erklärte. Deutschland gehörte neben Italien und Japan zu den Mitgliedern der verbündeten Großmächte , die unter der Bezeichnung „Achsenmächte“ die Kriegstreibernationen bildeten.

Seit 1937 währte bereits der Pazifikkrieg, der anfangs nur zwischen Japan und China auf chinesischem Festland stattfand. Mit dem Angriff Japans auf Pearl Harbor am 07. Dezember 1941, änderte sich die Lage vollständig. Die noch kriegsbeobachtenden USA traten in den Kampf gegen die Achsenmächte ein und wurden Bestandteil der Alliierten des Zweiten Weltkrieges. Deutschland stand als Achsenmacht an der Seite Japans. Mit dem Eintritt der USA in den Krieg, weiteten sich ebenfalls die japanisch-chinesischen Auseinandersetzungen im Pazifikkrieg aus, an dem letztendlich neben Japan und China, auch Großbritannien, Australien, Neuseeland, die Sowjetunion und natürlich nun auch die USA eingriffen. Seit 1941, dank den Japanern und dem Treueschwur der deutschen Politiker im Rahmen der Achsenmächte, kämpften auch die US-Streitkräfte gegen Deutschland. Die Übermacht der Angreifer auf das deutsche Volk spitzte sich immer weiter zu. Die deutsche Wehrmacht konnte die Stellungen an der Ostfront nicht mehr halten und die Rote Armee erreichte schließlich noch am 10. Oktober 1944 die deutsche Grenze in Ostpreußen.

Bevor nun die weiteren Umstände und die Grausamkeiten in Deutschland beschrieben werden, ist es unumgänglich noch einmal klarzustellen, dass die Kriegsfolgen, die Katastrophe des deutschen Volkes, die deutsche Politik selbst verursachte. Wer einen Streit, einen Kampf oder einen Krieg beginnt, muss damit rechnen, dass die Angegriffenen zurückschlagen und vor allem das Recht auf ihrer Seite haben.

Nur ein Beispiel der unmenschlichen und gnadenlosen Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht zeigt die Blockade von Leningrad, heute wieder mit seinem ursprünglichen Namen Petersburg bekannt.

Sie dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, insgesamt 29 Monate. Diese Blockade war strategisch ausschließlich darauf ausgerichtet die Bevölkerung auszuhungern. Etwa 1,1 Million Zivilisten verloren in dieser Stadt ihr Leben, nur weil sie dort wohnten und ihr Zuhause hatten. Der Massentod, durch Verhungern der Leningrader Bevölkerung, wurde von den deutschen Politikern und Wehrmachtsführern gezielt herbeigeführt. Das ist in dieser Grausamkeit und Brutalität bis heute weltweit beispiellos und es gab in der Geschichte der Menschheit wahrlich bereits maßlose Verbrechen.

Die Abriegelung der Stadt, ihre Einkesselung, das Abschneiden jeglicher Verbindungen nach außen durch die deutschen Truppen, mit dem klaren Ziel, die Bevölkerung systematisch auszurotten, war eines der eklatantesten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht. Jeder Mensch mit gesundem Verstand kann sich vorstellen, welche Wut, welchen Hass dieses Leid erzeugte. Ihre Landsleute verteidigten und kämpften mutig um ihre Heimat, das Leben ihrer Lieben, sowie der gesamten Bevölkerung. Ihre Emotionen begleiteten ihre Kämpfe. Partisaneneinheiten agierten tapfer und erfolgreich im Verborgenen. Die alliierten Nationen, die angetreten waren gemeinsam das faschistische Deutschland vernichtend zu schlagen, verlagerten nach vielen verlustreichen und intensiven Kriegsjahren ihren Fokus, von der Verteidigung ihrer Länder, auf den Angriff zur Zerstörung der deutschen Infrastruktur. Wer konnte es ihnen verdenken?

Sie bombardierten deutsche Städte, um Nachschubleistungen für die Wehrmacht und damit die Aufrechterhaltung des Krieges zu verhindern. Die Ziele konzentrierten sich darauf Verkehrsverbindungen zu blockieren, die Moral der Bevölkerung zu brechen, den Frontnachschub zur Aufrechterhaltung des Krieges zu unterbinden und die Soldaten an den Fronten zu demoralisieren, wenn sie erfuhren, dass ihre Familien zu Hause in Gefahr sind, in Angst und Schrecken leben oder vielleicht sogar ums Leben kamen. Wie muss es in einem deutschen Soldaten ausgesehen haben, der für das vermeintliche Vaterland im Schützengraben lag, sein eigenes Leben einsetzte, gefährdete und möglicherweise opfern sollte, wenn er die Nachrichten über die Vernichtung deutscher Städte und deren Bevölkerung erfuhr? Er hatte keine Chancen in diesen schweren Stunden bei ihnen zu sein, ihnen zu helfen oder beizustehen. Er bekam keine Möglichkeit zu erfahren, wie es seinen Lieben geht. Worauf richtete sich seine Wut, sein Groll?

Es stellt sich sofort die Frage, wo liegen die Grenzen einer Verteidigung? Wie weit ist es menschlich und geschichtlich tolerierbar, eine Verteidigung in Angriffe mit absoluter Brutalität umzuwandeln, selbst dann, wenn der Gegner bereits am Boden liegt.

Ein paar ausgewählte Beispiele sollen uns das verdeutlichen, was 1944 in Deutschland geschah und was die deutsche Bevölkerung erdulden, über sich ergehen lassen musste. Das bisherige Leid in Deutschland, Kämpfer an den Fronten zu verlieren, drehte sich sehr schnell in das zusätzliche Leid um die Mitmenschen in Deutschland und die Angst um das eigene Leben, ohne direkter Kriegsbeteiligter zu sein, jemals eine Waffe in die Hand genommen oder vielleicht diesen Krieg befürwortet zu haben, aber sich möglicherweise zu wenig dafür einsetzte, mitzuhelfen diesen sinnlosen Krieg zu verhindern. Von Monat zu Monat erhöhten sich die Angriffsfrequenzen und deren Intensität. Die Objektivität fordert die Nennung weniger ausgewählter Beispiele, dieser anwachsenden Sinnlosigkeit:

So griffen vom 1. bis zum 3. Januar 1944 insgesamt etwa 800 Lancaster-Bomber der britischen Luftwaffe (RAF) Berlin an und hinterließen die ersten erheblichen Verwüstungen dieses Jahres. Die Wünsche für das neue Jahr sahen sicherlich besser, anders aus, als die sich einstellende Realität.

Ein Bombardement durch US-Flugzeuge bricht am 22. Februar über die niederländische Stadt Nimwegen herein. Es war ein Irrtum, der etwa 800 unschuldige Todesopfer verursachte, denn der Angriff galt eigentlich der deutschen Stadt Kleve.

Kleve zerstörten britischer Bomber dann einfach später, am 07. Oktober, mit zwei Luftangriffen zu etwa 80%, einschließlich der Altstadt mitsamt der Schwanenburg und seinen Kirchen. Auch das 10 Kilometer entfernte Emmerich löschten sie bei dieser Gelegenheit mit Brandund Sprengbomben zu 95% gleich mit aus. Vom 18. bis 22. März richteten Luftangriffe der alliierten Streitkräfte auf Frankfurt am Main enorme Schäden an. Sie zerstörten die historische Altstadt, die in der deutschen Geschichte bedeutende Paulskirche brannte dabei vollkommen aus und unter anderen historischen Gebäuden wurde auch die Katharienkirche Opfer des Bombenangriffes. Über 1000 Frankfurter verloren nur bei diesen Angriffen ihr Leben.

Ein schwerer alliierter Luftangriff auf Magdeburg tötete am 05. August fast 700 Menschen, zerstörte Häuser sowie Wohnungen für etwa 13.000 Bürger und machte diese zu Obdachlosen.

In der Nacht vom 11. auf den 12. September machten englische und amerikanische Bomber mit einem Luftangriff große Teile Darmstadts dem Erdboden gleich. Die Kernstadt wurde zu 80% vernichtet und etwa 10.000 Menschen kamen ums Leben.

In einer Bombennacht am 05. Oktober 1944 warfen alliierte Kampfbomber laut Kriegsberichterstattung in Saarbrücken innerhalb von nur 30 Minuten 2.500 Sprengbomben ab. Dabei starben über 350 Menschen. Sie zerstörten mehr als 3.800 Häuser und damit 18.000 Wohnungen. Insgesamt 45.000 Einwohner verloren ihr Hab und Gut und ihr Dach über dem Kopf. So etwas Grausames erlebte die saarländische Landeshauptstadt in ihrer langjährigen Geschichte niemals vorher.

Im 4. Quartal des Jahres 1944 verdichteten sich weitere Angriffe und hier nur zur Erinnerung noch wenige wesentliche Ereignisse, ohne schreckliche Details zu erwähnen:

Ein verheerender Bombenangriff der britischen Royal Air Force trifft am 15. Oktober Braunschweig. US-Truppen erobern am 21. Oktober Aachen als erste deutsche Großstadt und am 6. November fliegt dann die britische Royal Air Force einen Luftangriff auf Koblenz. Die fast vollständige Zerstörung dieser historischen Stadt war das ruhmreiche Ergebnis dieser Aktion. Die Städte Euskirchen sowie Düren erlebten bei Bombardierungen der rheinischen Städte Heinsberg und Jülich am 16. November schwerste Zerstörungen. Am 4. Dezember starben bei einem Luftangriff auf Heilbronn 6.500 Menschen.

Die unmenschliche Angst und Not der deutschen Bevölkerung, den sinnlosen Bombenangriffen ausgesetzt zu sein und ihr eigenes Leben zu verlieren wuchs stündlich! Nichts wurde verschont. Historische Gebäude, Denkmäler und Kirchen, historisch wertvolle nicht wieder reproduzierbare Errungenschaften fielen den sinnlosen Angriffen zum Opfer. Die wenigen einzelnen Beispiele zeigen, wie schutzlos auch die Bevölkerung dem Krieg ausgeliefert war und welche enormen Verluste bereits entstanden. Dabei wiederholten sich die Bombenangriffe in regelmäßigen Abständen.

Was für ein schreckliches Jahr, dieses 1944 und der Krieg auf deutschem Boden befand sich erst am Anfang. Wer war nun Feind und wer Freund? Wer half dem deutschen Volk? Die eigenen Angehörigen kämpften an den Fronten einmal um ihr eigenes Leben und zum anderen um zweifelhafte Ideale, die den Interessen des deutschen Volkes keinesfalls entsprachen. Die Ziele der Alliierten in Deutschland, ordnete die Bevölkerung als geplante Angriffe auf das deutsche Volk ein, das nicht unter Waffen stand. Die Angegriffenen konnten sich weder verteidigen, noch sich wehren.

Waren die Alliierten nun die Befreier, waren sie die Freunde des deutschen Volkes oder waren sie der fliegende Tod, der eigentliche Feind?

Die deutsche Wehrmacht unternahm nichts bis viel zu wenig, um ihre Einwohner zu schützen! Sie gehörten zum deutschen Volk, aber waren sie nun Freund oder Feind? Wie das deutsche Volk die Lage erleben musste und daraus resultierend fühlte, schien es keine Freunde zu geben und alles richtete sich auf die Vernichtung und Zerstörung ihres Lebens aus.

Da gibt es die bereits bei vielen Anlässen erzählte, bekannte Geschichte und die daraus entstehenden Schlussfolgerungen über ein kleines Vögelchen:

Es saß auf einem Ast. In der Nacht wurde es bitter kalt, sein Leben geriet in Gefahr. Das Vögelchen wollte unbedingt durchhalten und den wärmenden Morgen erleben. Wo sollte es auch hin, selbst ein anderer Ast veränderte nichts, es gab nirgends bessere Bedingungen. Der Frost wurde sein größter Feind! Fast schaffte es das kleine Federbüschel die Nacht zu überleben, denn die Dämmerung brach bereits herein. Steif vor Kälte konnte es sich plötzlich nicht mehr auf seinem Ast halten und fiel schließlich herunter, wie ein Stein. Es hatte aber Glück im Unglück, denn es landete in einem noch warmen Kuhfladen. Dem Vögelchen wurde warm, es taute auf, es konnte sich wieder bewegen und vor Freude begann es zu zwitschern. Das hörte eine herumstreunende Katze, die mit einem Satz das Vögelchen schnappte und tötete. Die Moral dieser Geschichte ist, nicht jeder, der dich aus dem Dreck herausholt, muss auch dein Freund sein!

Ja, es gibt auch die Schlussfolgerung daraus, wenn du bereits bis zum Hals im Dreck steckst, solltest du nicht noch zwitschern. Nur die Kuh, die ihren Fladen hilfreich fallen ließ, galt unbewusst als kurzzeitiger Retter, konnte aber den Lauf der Dinge nicht aufhalten.

Die Menschen in Deutschland befanden sich in einer ähnlichen Situation, sie steckten bis zum Hals im Dreck, sie halfen sich gegenseitig aus dem Dreck heraus, zum Zwitschern war wohl keinem so richtig zumute und es blieben erhebliche Probleme zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Viele, die vielleicht gerade so dem Faschismus entkamen, unterlagen nun den Alliierten. Wer befreit sie aus dieser Not und diesem unerträglichen Elend, wird die Befreiung ihr Trost oder ihre Ratlosigkeit werden? Wenn die Alliierten ihnen nach dem Leben trachten, können sie wohl nicht ihre Befreier sein oder besteht die Befreiung aus dem Tod? Wohin geht die Reise, noch ist am Ende des Tunnels kein Licht zu erkennen?

Wie sarkastisch klingt die Aussage, dass die Menschen es fast täglich als Erleichterung empfanden wieder einen Tag überlebt zu haben, obwohl sie ahnten, was da noch auf sie zukommen sollte, was ihnen wieder zur Last wurde, was wieder eine Zerreißprobe zwischen Leben und Tod wurde.

Millionen Opfer des zweiten Weltkrieges, die auf Schlachtfeldern oder unter Trümmern lagen und die vielen Millionen deutschen Obdachlosen, die als Kriegsflüchtlinge keine Chance und keine ausreichende Hilfe bekamen, ihre Flucht zu überleben, verdeutlichten die ausweglose Lage.

Heimatlos irrte ein Drittel des deutschen Volkes am Ende des Zweiten Weltkrieges und darüber hinaus auf der Flucht in Deutschland umher, nur um eine Möglichkeit zum Überleben zu finden. Da sie entweder durch Bomben heimatlos wurden oder die Bombenangriffe und Zerstörungen sie aus ihren Heimatstädten vertrieben, sie flohen nicht für ein besseres Leben, sondern nur zu überleben, etwas mehr Sicherheit und Geborgenheit zu gewinnen war ihr einziges Ziel

Allein die zehn Millionen Flüchtlinge, die wegen Enteignung und aus Angst vor der Rache der Sowjetarmee, voller Hoffnung aus den deutschen Ostgebieten in ein zerstörtes Land, in ein Land der Hoffnungslosigkeit, in ein unorganisiertes Land ohne absehbare Perspektive kamen, suchten nach Sicherheit. Selbst nahezu ein Menschenleben nach diesen schlimmen Ereignissen entsprechen Zahlen, Ursachen und Begründungen nicht den realen Tatsachen und differieren bis zum Unverständlichen. Es werden aus verschiedensten Quellen die unterschiedlichsten Werte und Betrachtungen dokumentiert. Wir leben mit Lügen über die Kriegsberichterstattungen, da keine Kriegspartei ein wirkliches Interesse daran hatte, die grausame Wahrheit zu veröffentlichen. Hier verwendete Zahlen sind Annäherungen und Mittelwerte, die keinen Anspruch auf Richtigkeit haben. Die fürchterlichen Ereignisse, die Morde, gleichgültig ob in Konzentrationslagern, auf den Schlachtfeldern oder durch Bombardierung, dokumentieren die Grausamkeiten, unabhängig von detailliertem Zahlenmaterial. Dieser Krieg ist historisch nicht zu übertreffen. Was denken sich heutige Mitmenschen, die das ignorieren, verniedlichen oder die Tatsachen verzerren? Wer es nicht miterlebte kann einfach sagen: „Das war doch gar nicht so schlimm!“

Betrachten wir die damalige Situation etwas genauer. Was erlebten und dachten die Menschen, was mussten sie durchmachen, welchem Terror, sowohl emotional, als auch physisch wurden sie wirklich ausgesetzt?

Analysieren wir kurz und selektiv das heutige Bundesland Sachsen, mit seinen Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz. Sachsen wurde lange Zeit verschont, da die britischen Bomber von ihren Basisstationen etwas weiter fliegen mussten, schien es anfangs zu aufwendig zu sein. Auf Dresden erfolgten die ersten Angriffe am 24. August 1944. Dem folgten bis zur endgültigen Zerstörung und Vernichtung dieser schönen historisch wertvollen Stadt, am 02. März 1945, nahezu monatlich weitere erwähnenswerte Bombardierungen. Die interessante Industrie ging von Chemie bis Funktechnik, die als Zulieferer für die Wehrmacht galten oder als solche definiert wurden. Bis zur Einstellung der Bombardierungen am 28. März 1945 wurden die unterschiedlichsten Zahlen veröffentlicht. Die in Dresden getöteten Menschen differieren zwischen 250.000 bis 400.000, es gibt auch Zahlen von weit unter 100.000 Toten. Da sich in Dresden bekanntlich viele der Flüchtlinge aus den Ostgebieten aufhielten und Schutz suchten, sind genaue Angaben kaum möglich. 15.000 betroffene Gebäude sollen es gewesen sein, 40% aller Wohnungen wurden zerstört, was die vielen Obdachlosen begründet. Veröffentlichungen nennen Zahlen von bis zu 400.000 Flüchtenden. Es gab kaum noch Einwohner in dieser Stadt. Dresden wurde am 06. Mai 1945 von der Roten Armee befreit.

In Leipzig begannen die Angriffe bereits im Februar 1944 und zählten insgesamt 38 intensive Luftangriffe, bis zu ihrer Befreiung. 90.000 Wohnungen zerstörten die Alliierten, bis Leipzig von den amerikanischen Streitkräften am 18. April 1945 befreit wurde. Diese Stadt gab als Standort für Maschinen- und Motorenindustrie, sowie als Messestadt, den Grund für diese Luftangriffe und die vielen toten Einwohner und Flüchtlinge. Wir können es heute nur resultierend aus den Zerstörungen und der Angst der Menschen schätzen, wie viele sich auf der Flucht aus dieser Stadt befanden, wie viele insgesamt getötet wurden. Das Grauen ist so überzeugend, dass es Zahlen nicht noch gravierender machen könnte.

Mit Chemnitz werden wir uns noch detaillierter beschäftigen, da diese Stadt ein Teil dieser Geschichte ist. Diese Stadt wurde vom 06. Februar bis zum 11. April 1945 vielfach Opfer der Alliierten. Die Firma Auto-Union galt als Grund für die ersten Angriffe, da dort auch Motoren für Panzer hergestellt wurden. Welchen Sinn die Zerstörung der Motorenproduktion und der Textilmaschinenproduktion Anfang 1945, also wenige Monate vor Kriegsende noch hatten, sollte sich jeder selbst denken. Chemnitz wollte gern von den amerikanischen Streitkräften besetzt werden. Sie hofften damit auf mehr Ruhe. Dieser Wunsch erfüllte sich jedoch nicht, so kapitulierten die Stadtväter erst am Ende des Krieges, am 08. Mai 1945. Den Alliierten schien es nicht lohnenswert zu sein, eine völlig zerstörte Stadt zu befreien.

Das Land Sachsen traf es am Ende des Krieges, also Anfang 1945, doch noch sehr hart, was die größten und wichtigsten Städte grausam zu spüren bekamen.

Wie lehrreich ist ihre Geschichte für die sächsische Bevölkerung? Sind die historischen Überlieferungen nicht Grund genug auch unsere heutige Entwicklung mit anderen Augen anzusehen?

Wenn diese Katastrophe der deutschen Geschichte uns veranlasst, über die menschlichen Beziehungen und deren Werte, sowie die Menschlichkeit untereinander nachzudenken, dann muss das Ergebnis enttäuschend und ernüchternd sein. Der Mensch, das wohl intelligenteste Wesen dieses Planeten, was richtet er nur an und das schlimmste ist, manche lernen nicht einmal daraus. Bedenken wir, dass unsere Spezies nur für sehr kurze Zeit Gast auf diesem Planeten ist. Die Erde begeht gerade Bergfest, sie ist nach 5 Milliarden Jahren Entwicklung auf ihrem Höhepunkt. Von nun an geht es wieder bergab und in ebenfalls 5 Milliarden Jahren, falls die Berechnungen der Wissenschaftler fundiert und richtig sind, endet die Existenz der Erde. Den Menschen gibt es erst seit etwa 5000 bis 7000 Jahren, seit sich die klimatischen Bedingungen für ihn günstig für seine Entwicklung gestalteten. Wann die Existenz der Menschheit Bergfest feiern kann, ist ein großes Fragezeichen. Noch sieht es so aus, dass sich der mensch selbst vernichtet und nicht die natürlichen und klimatischen lebensbedingungen. Die bisherige Aufenthaltsdauer der Menschheit im Vergleich zur Lebensdauer der Erde gleicht einem Blitz. Ein Menschenleben ist so gar nicht erkennbar. Es ist unverständlich, dass sich ein intelligentes Wesen selbst bekämpft, sich selbst, aus nicht nachvollziehbaren Gründen versucht auszurotten. Können sie das biologische Ende der Menschheit nicht abwarten?

Eine oftmals erzählte und damit recht bvekannte Geschichte, mehr als ein Witz gedacht, erzählt davon, dass sich zwei Planeten treffen, einer davon ist die Erde, sie unterhalten sich. Bei der Unterhaltung juckt und zuckt es beim Planeten Erde. Folglich fragt der andere Planet, was hast du da? Ach ich habe Menschen auf mir, sagte die Erde. Mach dir nichts draus, das hatte ich vor Millionen Jahren auch, mach dir darüber nur keine Sorgen, das geht ganz schnell wieder vorbei, war der gut gemeinte Rat des Planetenfreundes. Sollte der Mensch nicht seine kurzzeitige Existenz auf diesem Planeten sinnvoller nutzen? Das Leben auf der Erde zu vernichten, verfolgten sowohl die Länder der Achsenmächte, als auch die Alliierten. Sie kamen zumindest diesem Ziel sehr nahe. Das Jahr 1944 wurde für so viele Menschen, die das Jahr überlebten, ein Alptraum, ein absolut schreckliches Jahr, ein Jahr, das ihr ganzes Leben beeinflusste, ein Jahr, das sie niemals vergaßen oder vergessen werden!

Johnny

In diesem Chaos, in diesem Elend, in Mitten eines nahezu unbeschreiblichen, nicht mit Worten zu definierenden Leides, erblickte am 1. April des Jahres 1944 ein kleiner Junge in Chemnitz erstmalig das Licht dieser Welt. Sie nannten ihn Johnny. Mama Irene und ihr Mann Heinz, Johnnys Papa, wollten während des letzten Fronturlaubes, bekanntlich vor 9 Monaten unbedingt die Schwangerschaft. Seit dieser Zeit, also dem Zeugungszeitpunkt des neuen Erdenbürgers, änderte sich die politische Lage erheblich, nahm der Kriegsverlauf seine jähe Wendung. Die Lage, die sich nachfolgend 1944 an der Ostfront und in Deutschland abzeichnete, ist der Widerstand, ist der Kampf gegen die deutsche Wehrmacht und gegen das deutsche Volk. Während sich 1943 das Leben in Deutschland noch einigermaßen erträglich gestalten ließ, verkomplizierte sich während der Schwangeschaft die Kriegssituation weiter und entschied an den Ostfronten, an denen Johnnys Vater Heinz stationiert war, zunehmend zugunsten der Roten Armee. Der Traum, der vor 9 Monaten noch gestattet war, ein Kind in friedlichen überschaubaren Verhältnissen zu gebären, wurde nun jäh zerstört. Die Gefahren für die Soldaten an den Fronten, wo sich Papa Heinz befand und für die Bürger in den deutschen Städten, erhöhten sich ins unermessliche. Schon der vergangene Urlaub, der das Leben von Johnny entschied, stand auf der Kippe und wurde erst im letzten Moment genehmigt. Das junge Leben stand auf dem Prüfstand des Krieges. Hinter der Geburt des Neuankömmlings befand sich immer wieder ein großes Fragezeichen. Der Heimaturlaub ergab sich nur aufgrund einer scheinbar kurzzeitigen Entspannungssituation bei den Kämpfen an der Ostfront, ein echter Glücksumstand, für den kleinen Jungen. Die nun frisch gekürten Eltern diskutierten zu diesem Zeugungszeitpunkt des Fronturlaubes noch einmal sehr lange darüber, ob eigentlich in derart unsicheren Zeiten Nachwuchs zu verantworten sei. Und schon wieder stand das Leben des kleinen Jungen in Frage. Seit Kriegsbeginn wuchs bei Heinz von Heimaturlaub zu Heimaturlaub der Wunsch nach einem zweiten Kind.Hinzu kam die Enthaltsamkeit und Einsamkeit an der Front, die derartige Gefühle zum Glühen bringen. Deutschland sah im Sommer 1943 noch so friedlich und stabil aus, was Zukunftsträume gestattete und keinesfalls in Frage stellte. Am Horizont quollen bereits dunkle Wolken der Ungewissheit auf. Wie bei so manchem Gewitter hofften sie, das es an ihnen vorüberzieht. Möglicherweise ergab sich nun bei diesem Urlaub die letzte Chance für die beiden, Nachwuchs für ihre Familie zu erhalten. Irene überschritt für die damalige Zeit, mit fast 30 Jahren, den Zenit einer Mutterschaft. Im Rahmen der bestehenden gesellschaftlichen Ansichten, galt sie bereits zu alt für Nachwuchs. Die gesellschaftlichen Regeln wirkten äußerst streng und wer dagegen verstieß, spürte es mit der Verachtung seiner Mitmenschen, obwohl die eigentlich mit genügend anderen Problemen fertig werden mussten. Eine weitere Unsicherheit bestand in der Beantwortung der Fragen, was wird uns der Krieg noch bringen, wird Heinz den Krieg gesund überleben? Auf der anderen Seite gab es auch den positiven Aspekt, die Möglichkeit nach dem Krieg als glückliche Familie das Leben gemeinsam fortzusetzen. Wer glaubt schon an düstere Visionen? Ein stetiges Auf und Ab der Gefühle beeinflussten die wesentlichsten Diskussions- und damit Ausgangspunkte für und gegen Johnnys Leben. Dem Ehepaar sei Dank, dass sie sich dennoch für ein neues Leben entschieden!

Bis zu seiner Geburt wussten sie nicht, ob es ein Mädchen oder ein Junge sein wird, aber sie hofften so auf einen Sohn und träumten von ihrer gemeinsamen Zukunft nach diesem chaotischen Krieg. Ein Mädchen und ein Junge sollten es wieder sein. In den vergangenen Wochen und Monaten vor der Geburt des Jungen, spitzte sich die Kriegssituation in Chemnitz derart zu, dass bereits die ersten Angstgefühle die Schwangerschaft begleiteten und genau drei Monate bevor Johnny auf diese Welt kam, intensivierten die Alliierten die Bombenangriffe auf deutsche Städte derart, dass die Sorgen um vorhandenes und entstehendes Leben, vor allem in den deutschen Städten explosionsartig wuchsen. Chemnitz traf es bisher nur unwesentlich, aber Bombenalarme und damit die Aufenthalte im kalten, feuchten und dunklen Bombenkeller erhöhten sich kontinuierlich. So manche Stunde verbrachte die schwangere Mama mit Angst und voller Sorge um ihren Nachwuchs im sogenannten Luftschutzraum. Hochschwanger derartige Erlebnisse zu dulden, stressten die werdende Mama wesentlich mehr, als die restlichen Insassen. Mit einem Fötus im Bauch, erhöhte sich ihre Verantwortung um ein Vielfaches. Schließlich handelte es sich um ein gezieltes Wunschkind, das sie keinesfalls verlieren wollte. Auch im Bombenkeller stand das Leben des noch Ungeborenen wieder in Frage. Das Baby wurde in eine Zeit hineingeboren, die eine Kindheit, ein Aufwachsen im Bombenkeller vorausahnen ließen. Es war aber auch die Zeit der Hoffnung für ein neues besseres Leben, in ferner Zukunft. Irgendwann musste doch der Krieg zu Ende gehen und dann, was dann?

Morgens, so gegen 10:00 Uhr, kündigte sich das Ereignis der Geburt an und nur etwas später begrüßte lautstark der neue Erdenbürger die Mitmenschen dieses Planeten, vertreten durch die Mama, ihrem Vater Ernst, seiner Schwester Ursula und der Hebamme. „Es ist ein Sohn“ rief die Hebamme der jungen Mutter zu, „es ist ein Sohn!“ „Mein Sohn“ antwortete Irene nahezu jauchzend, „wie majestätisch das klingt.“ Ursula sprang und drehte sich im Kreis: „Ich habe ein Brüderchen“, wiederholte sie tanzend mehrmals. Ein Junge machte alle besonders glücklich, da sie vor fünf Jahren ihren ersten Sohn Wolfgang, unmittelbar bevor der Krieg ausbrach, verloren. Johnny erblickte zwar in diesem Moment das Licht dieser Welt, ob er aber jemals die Welt erblicken und kennen lernen darf, hing von so vielen, immer düster werdenden Faktoren ab, die sein Dasein noch maßgeblich beeinflussten. Für seine Familie stellte er einen momentanen Lichtblick, einen Funken Hoffnung und auch Trost dar. Sein Leben, ein neues Leben, repräsentierte die Zukunft, obwohl die so ungewiss schien. Mit

48 cm Länge, etwas unterernährt, was aus den Folgen des Krieges resultierte, aber für ein Kriegskind mit einem Gewicht von 2450 Gramm, wies er noch recht normale Werte auf, eine sicher geglaubte Basis zum Überleben, was vielen anderen Kindern in diesen Jahren nicht grundsätzlich vergönnt war. Nur geboren, um das Leben nicht zu erleben, wie schrecklich das klingt. Irene hielt ihr Baby ungeachtet der ernsthaften und kritischen Lage des Krieges, erst einmal überglücklich in ihren Armen. Voller Stolz und Bewunderung vergaß sie die raue Wirklichkeit. Für ihr Kind wollte sie auf so vieles, eigentlich auf alles verzichten, um ihn zu verwöhnen und zu beschützen. Ich habe einem gesunden Sohn das Leben geschenkt, das ist unbeschreiblich schön? Sie wusste, dieser kleine Kerl musste erst noch schrittweise aufgepäppelt werden, damit er ein widerstandsfähiger Knabe wird und die noch folgenden Tage, die noch zweifellos bevorstehenden Strapazen des Krieges, überstehen kann! Sie wussten, dass noch Schlimmes passieren wird, sie wussten nicht was und wie schlimm sich der Krieg noch entfalten wird.

Das was sich dann aber entwickelte, kannte leider keine Grenzen.

Es geschah also am 1. April!

Johnny, war kein Aprilscherz, sondern sachlich nüchterne Realität. Im Sternzeichen Widder geboren, sollte er die Kraft erhalten gegen Widrigkeiten des Lebens anzukämpfen. Ich trage auf meinen Armen einen kleinen Kämpfer, dachte sich Irene bei dieser Überlegung. Die Eigenschaften eines Widders wird er sicherlich für sein weiteres Leben benötigen, sie werden für ihn wichtig sein.

In Chemnitz erlebten die Einwohner diesen Tag ansonsten als einen ruhigen Tag, ein Tag ohne besondere negative Vorkommnisse. Ein seltsamer und seltener Tag! Erst vor kurzem schickten sie die Sirenen wieder und wieder in die Luftschutzkeller, auch die hochschwangere Irene verbrachte etliche Stunden in der Ungewissheit der Finsternis. Die werdende Mama bekam schon die Befürchtung, dass sie eventuell ihr Kind im Bombenkeller gebären muss. Sie beschäftigte sich intensiv mit dieser Ausnahmesituation.

Was nun für ein glücklicher Umstand, einer der wenigen Tage in Ruhe zur Geburt ihres Sohnes nutzen zu können. Vielleicht beeinflusste das ungeborene Kind den Werdegang. Johnny wollte nicht im Keller zur Welt kommen, dort konnte er keinesfalls das Licht der Welt erblicken. Die Situation erlaubte es, den dunklen ungemütlichen Keller, mit dem Schlafzimmer zu tauschen.

Die Winterzeit hatte die Chemnitzer Bevölkerung noch fest im Griff, aber heute, an diesem eigensinnigen Tag, stand eine ungewöhnliche, fröstelnde Stille über der Stadt. Von dem Spruch, April, April, der macht was er will, leiteten die Chemnitzer an diesem Tag keine weiteren Merkwürdigkeiten oder Aprilscherze ab. Die Bevölkerung freute sich über einen sirenenfreien Tag. Kriegshistoriker berichteten von diesem 1. April, dass etwa 30 US-amerikanische Bomber das schweizerische Schaffhausen irrtümlich angegriffen. Die neutrale Schweiz beteiligte sich gar nicht an diesem Krieg, also kein Gegner, aber ein Angegriffener. April, April. Der macht was er will! Es sollte hoffentlich kein Aprilscherz sein, aber ein schrecklicher Fehler, der zum schwersten Bombenangriff des Krieges in der Schweiz führte. Die Bomben töteten 40 völlig unschuldige, am Krieg unbeteiligte Schweizer. Die Amerikaner schienen sich anscheinend, zum Unglück und Leidwesen der Betroffenen, in Europa doch nicht so gut auszukennen! Wenn es sich nicht so bitter traurig darstellt, könnte die Frage folgen: Hatten sich die Amerikaner vielleicht verflogen? In öffentlichen, heute noch zur Verfügung stehenden Dokumentationen, ist keine Entschuldigung der Amerikaner bei der Schweizer Bevölkerung zu finden.

Weiterhin kein Aprilscherz schien die Erschießung von 86 Zivilisten in Frankreich, darunter auch viele Kinder, als Racheakt deutscher SS-Angehöriger an unschuldigen und ahnungslosen Franzosen zu sein, weil aufgrund eines vermutlichen Sabotageaktes in Lille, ein deutscher Militärzug entgleiste.

Was für ein 1. April!

Keinem war danach zumute, keinem lag es im Sinn Aprilscherze zu machen, die stellten sich wahrlich nicht besonders zeitgemäß heraus. Makabre Scherze gab es bereits genügend, jeder hatte davon die Nase voll!

Ansonsten war dieser Tag ein ganz normaler Samstag. Johnny legte sich allerdings schon bei der Geburt die Nabelschnur um den Hals und bereits blau angelaufen zeigte er sich der Hebamme und seiner Mama; er ahnte doch nicht etwa, was da noch auf ihn zukommt, was ihn in seinem Leben noch erwartet.

Geburten erfolgten damals natürlich überwiegend zu Hause; auch die Tatsache, dass Johnny in einfachsten Verhältnissen und in Kriegszeiten zur Welt kam, begründen das. Kinder in Krankenhäusern zu gebären war einerseits noch unüblich oder nur besseren Kreisen zugängig und andererseits aufgrund der Auslastung der Krankenhäuser durch Invaliden des Krieges fast unmöglich. Schulen und andere öffentliche Gebäude bekamen neue Funktionen, Schüler machten Platz für Verwundete und zusätzliche Lazarette. Die grausamen Zustände in den Krankenhäusern und Lazaretten, vor Schmerzen schreiende Verletzte, menschliches Elend auf Gängen, überfüllten Räumen und auf allen nur denkbaren freien Plätzen, boten nicht gerade die besten Möglichkeiten und die günstigsten Grundlagen für Neuankömmlinge! Eine Hebamme konnte nicht einfach gerufen werden, wie sollte das gehen? Irenes Vater lief los, um sie zu benachrichtigen und zum Einsatz abzuholen. Diese begleitete dann die Geburt, mehr Fürsorge konnte man nicht erwarten, es gab so viel Wichtigeres. Ein neues Leben schien doch in diesen schlechten Zeiten vollkommen in den Hintergrund zu treten, wenn es um die Rettung von unzähligen bereits vorhandenen Leben ging. Das Wetter sah wie immer in dieser Jahreszeit ungemütlich aus, zeigte aber keine Aprilallüren. Es schneite dicke weiße Flocken, obwohl es im Allgemeinen etwas wärmer war, als in anderen Jahren zu dieser Jahreszeit. Grundsätzlich verhielt sich das Wetter in Chemnitz schlechter und rauer als in anderen Regionen. Die Stadt liegt zwar nur ca. 350 Meter über dem Meeresspiegel, was für ein Bergland, wie das Erzgebirge nicht besonders hoch erscheint, aber sie liegt in einem Talkessel und wird bereits von Bergen und Hügeln bis zu 600 Meter direkt umgeben. Da diese interessante Stadt am Fuße des Erzgebirges angesiedelt ist, erhielt sie die Bezeichnung: „Das Tor zum Erzgebirge“. Wenn Regenoder Schneewetter heranziehen, zwingen die umliegenden Berge immer wieder die Wolken zum Steigen, diese entladen dann lieber ihre Last und lassen die angesammelte Feuchtigkeit, gleichgültig in welcher Form, in welchem Aggregatzustand auch immer, auf die Häuser, Parks und Straßen fallen. Chemnitz, der Name ist abgeleitet von dem durch die Stadt plätschernden Fluss Chemnitz, aus dem lateinischen übersetzt, Steinfluss. Johnnys Leben begann somit im Steinfluss oder angepasst in der Steinfluss-Stadt.

Die Textil- und Textilmaschinenindustrie dominierten das Stadtbild, weswegen Stadtführer und Historiker diese Stadt oft mit dem englischen Manchester verglichen. Das sächsische Manchester, womit auch gleich definiert ist und noch einmal darauf hingewiesen wird, diese Stadt liegt in Sachsen. Aufgrund der hohen Industriedichte und der Vielzahl von Industrieschornsteinen erhielt sie zusätzlich treffend den liebevoll gemeinten Namen „ Ruß-Chemnitz“. Nahezu einhundertprozentig erfolgte die Energie- und Wärmeerzeugung mit Ofenheizungen und in diesen schlechten Zeiten verbrannte die Stadtbevölkerung alles, was wärmen konnte. Reste der Braunkohlenbriketts, Koks, Kohlendreck, gesammeltes Holz aus dem Wald oder bereits zusammengeschlagene, beziehungsweise zusammengefallene Möbel. Die umliegenden Wälder sahen aus wie gekehrt, von Holzsammlern leer geputzt und jedes nur verwendbare Hölzchen aufgesammelt. Aus Ruinen, holten die Bürger bei nicht einschätzbaren Einsturzgefahren teilweise unter Einsatz ihres Lebens alles Brennbare heraus, das sie finden und bergen konnten. Selbst an ein paar brennenden Postkarten versuchten sich Frierende die Hände zu wärmen.

Bei Neuschnee glitzerte in und über der Stadt die weiße Farbe des Schnees maximal für einen halben Tag, dann ging es in ein Grau über und nach spätestens zwei Tagen bekam der Schnee eine deckende schwarze Rußschicht. Gestreut wurde auf den Fußwegen mit der verbrannten Asche aus den Öfen, wirkungsvoll aber dreckig und diesen Schmutz trug jeder mit seinen Schuhen, oder was auch immer die Menschen damals an und um ihre Füße herum trugen, überall hin. Man musste sich in diesen Zeiten zu helfen wissen und Umweltschutz oder Klimakatastrophe blieben gegenstandslos, wenn es um das eigene nackte Überleben ging. Die Sorgen den nächsten Tag zu erleben, die ständige Angst um seine leibliche Existenz und das seiner Lieben bestimmten die grausame Wirklichkeit. Was ist Zukunft, wenn die Angst besteht den nächsten Tag nicht zu erleben. Was bedeutet Umweltschutz und Klimakatastrophe, wenn die Umwelt und das Leben den gezielten Zerstörungen ausgesetzt sind? Es verschwendete kein Mensch nur einen Gedanken an die Welt in 50 oder 100 Jahren, wenn das tägliche Leben so unsicher, so ungewiss ist. Die Überlebenden kämpften jeden Tag um ihr Dasein, die Zukunft lag in so weiter Ferne, es lohnte sich gar nicht daran zu denken, denn die Unsicherheit, diese Zukunft jemals zu erleben, zeichnete sich dermaßen gering ab. Mit der ständigen Angst, am Leben bleiben zu dürfen, dachten die Menschen mit Sicherheit nicht daran, wie es vielleicht dem Treibeis in den Polargebieten geht. Bei vielen Menschengruppen gab und gibt es heute noch wirklich wesentlich brisanteres! Die Sehnsucht bestand ausschließlich darin, sein einmaliges Leben, das seiner direkten Angehörigen und der Gemeinschaft in der man lebte, trotz dieser schlechten Zeiten, so lebenswert wie nur möglich zu gestalten. Das galt auch und vor allem der Fürsorge Neugeborener. Was für eine Welt wartete auf den kleinen neuen Erdenbürger, was für ein Start in sein Leben bieten ihm diese Tatsachen und Umstände? Sein Leben erfolgte heute und seine Zukunft war morgen vielleicht schon vorbei. Die Widrigkeiten, in die Johny mit seiner Geburt eintauchte und mit denen er aufwachsen sollte, die Einstellung zum Leben, der Kampf um die Erhaltung des Lebens, wurden ihm bereits sehr früh in die Wiege gelegt und objektiv vermittelt. Als Baby in eine Lebenssituation zu geraten, die nur mit Kampf und Entbehrungen zu bestehen ist, was für eine problematische und düstere Ausgangslage. Dieser Junge erhielt keine Möglichkeit unter anderen Bedingungen aufzuwachsen, sich zu entwickeln, seine Persönlichkeit auf einer anderen Grundlage zu bilden und zu entfalten. Die direkten Umstände, die zu erduldenden Lebensbedingungen drückten dem noch unverfälschten Leben bereits seinen Stempel auf. Seine Lebenskurve für die ersten Monate, wurde durch Krieg und Vernichtung vorgezeichnet, an diesen Verhältnissen konnte keiner etwas ändern. Eine schlechte Lage zu erkennen, sich machtlos zu fügen und dennoch das Beste daraus zu machen, war das Grundprinzip des damaligen Lebens.

Der Luftschutzkeller gestaltet sich zur Baby- und Kinderstube des neuen Erdenbürgers. In der bedrückenden Dunkelheit, gemischt mit ängstlichen Gefühlen aufzuwachsen, kann nicht spurlos an einem Kind vorbei gehen. Der Luftschutzkeller prägte sein erstes Babyjahr mit Unruhe, Hektik und Ungewissheit. Was erwartet dieses noch kleine unschuldige Wesen bei dieser Ausgangslage von seinem Leben? Die Bevölkerung fügte sich in ihr Schicksal, fand keine sinnvolle und wirksame Möglichkeit etwas dagegen zu veranlassen, wo sollten sie nur ihre Unzufriedenheit ihre Angst und vielleicht auch Wut ausdrücken, wo konnten sie ihren Einfluss geltend machen? Wer sah Sinn darin oder kam auf den Gedanken, zu einer Demonstration oder Kundgebung zwischen Ruinen aufzurufen, um gegen ihre schlechten Lebensbedingungen zu protestieren. Wen interessierte das? Welches Resultat könnte damit erzielt werden? Vielleicht Flugblätter an Ruinen zu befestigen, mit dem Text: Kommt heraus zur Demonstration gegen die Luftangriffe der Alliierten. Die konnten es aus ihren Fliegern ohnehin nicht lesen. Keine Medien berichteten über das Leid des deutschen Volkes. Die Menschen damals waren klug genug die Konsequenzen jeden Handelns vorauszusehen. Wer wollte noch mehr Schaden anrichten? Das wäre nicht einmal mit einem Kampf gegen Windmühlen zu vergleichen, es käme eher einem Schattenboxen gleich, ein Protest, Kampf gegen unsichtbare unerreichbare Gegner, die von diesem Protest nicht einmal etwas erfahren. Von den Politikern konnten selbst solche Reaktionen, mit den entsprechenden Folgen, als Antikriegshetze gewertet werden. Die Bürger Deutschlands resignierten und erduldeten die Ungerechtigkeiten sowie Benachteiligungen, allerdings mit einer maßlosen Angst und Wut im Bauch. Wenn erfahrene Erwachsene keinen Ausweg sehen, wie sollte es dem kleinen heranwachsenden Johnny gehen? Das Leben schien sinnlos genug zu sein, wer wollte noch sinnlose Aktionen hinzufügen? Wer bereits zu schwach für das Leben ist, ist auch zu schwach für unsinnige Protestaktionen. Zunehmend richteten sich deshalb die Aktivitäten der Menschen auf ihr direktes Umfeld. Sie konzentrierten sich auf ihr enges Lebensmilieu, ihre unmittelbaren Einflussbereiche. Die Gemeinschaften Gleichgesinnter, wie Hausgemeinschaften wuchsen enger zusammen und gemeinsam gingen sie die Aufgaben zur Erhaltung ihres Lebens und ihrer direkten Umwelt an. Eine Welle der gegenseitigen Unterstützung und des Miteinander entwickelte sich. Der Krieg hinterließ vor allem in den total zerstörten Städten nur Schutt, Dreck und Asche. Die Sehnsucht, nach diesen sinnlosen Gewaltakten immer wieder aufzuräumen, empfanden nahezu alle Bürger als ein inneres Bedürfnis. Sie wollten und konnten damit nicht den Weg der Erde beeinflussen oder verändern, sie wollten nur ihr eigenes Leben und ihr unmittelbares Lebensumfeld verbessern, vielleicht etwas lebenswerter gestalten! Sie wollten nur eine, für sie sauberere direkte Umwelt. Der Mensch ist zu jedem Zeitpunkt das Wichtigste auf diesem Planeten, so lange er diesen bevölkert. Für die jeweils Lebenden sollte immer alles Erforderliche getan werden, was ihr Leben lebenswert macht und nicht erst in der Zukunft der Menschheit! Jeder, aber auch jeder sollte dabei mit anpacken. Für Irene, das stand außerhalb jeder Frage, konnte nur der kleine Johnny und alles was sein Leben positiv beeinflusst, das Wesentlichste sein. Sie träumte davon ihm ein zufriedenes Leben, wenigstens eine friedliche Zukunft bieten zu können. Wie das unter den gegebenen Bedingungen und den zu erwartenden Aussichten möglich wird, diese Frage konnte niemand beantworten. Es war auch nur ein Traum.

Stolz präsentierte sie immer noch jedem, der das neue Familienmitglied kennen lernen wollte, das gegenwärtig Allerwichtigste in ihrem Leben, ihren Sohn. An friedlichen Tagen nach der Geburt, schrieb sie Postkarten, um Bekannte und Verwandte über die Geburt ihres kleinen Jungen zu informieren. Freudig schrieb sie allen: Hurra, mein Johnny ist da! Nun kamen diejenigen, die diese Nachricht nach mehreren Tagen erreichte und denen es möglich war, sich auf den Weg zu machen, neugierig das kleine Bündel Leben zu bewundern. „Das ist mein Sohn“ jubelte die Mama, bei jedem neuen Besucher! Am 01. April wurden bedeutende Persönlichkeiten geboren, wie zum Beispiel Otto von Bismarck, so versuchte Irene die Ankunft und den Geburtstag ihres Sohnes aufzuwerten. Beeinflusst das Datum die Menschen? Wird mein Sohn ein lustiger und witziger oder ein ernsthafter, herrschsüchtiger Mann? Als Kind wird er es sicherlich einmal schwer haben anderen Kindern zu erzählen, dass er gerade an diesem Tag seinen Geburtstag feiert. Ich glaube, fast jeder wird antworten: Ja, ja, 1. April! Was soll es, winkte sie ab, das wird sicher sein kleinstes Problem werden, dachte sich Mama Irene bei näheren Überlegungen. Das Kind entwickelte sich in den ersten Wochen seines jungen Lebens zu einem stattlichen kleinen Kerl und je später die Bewunderer kamen, umso prächtiger zeigte sich seine Entwicklung. Nur Papa Heinz durfte seinen Sohn nicht in oder auf den Arm nehmen. Er kämpfte immer noch im Auftrag seines Heimatlandes als Offizier der Wehrmacht an der Ostfront, im direkten „Feindkontakt“. Für ihn gab es weder eine Möglichkeit bei der Geburt des Kleinen dabei zu sein, noch ihn später zu besuchen. Die bestehende Kriegssituation gab es nicht mehr her, einen Heimaturlaub genehmigt zu bekommen. Die Lage an der Ostfront wurde von Tag zu Tag kritischer, die Verluste bei den deutschen Soldaten überschritten bei weitem die Grenzen des Vertretbaren, wobei kein getöteter Mensch, ob Soldat oder Angegriffener im Bereich des Vertretbaren lag. Jeder getötete Soldat verursachte nicht nur unerträgliches Leid, er reduzierte die Kampfkraft der Wehrmacht, fehlte bei den geplanten Angriffs- oder Verteidigungsbestrebungen. Die Leistungsfähigkeit der Wehrmacht reduzierte sich immer weiter, die Unentbehrlichkeit der Soldaten erhöhte sich ständig. Die Befehlshaber brauchten jeden Mann, um aus der Angriffssituation wenigstens eine wirksame Verteidigungsbasis zu errichten. Das gelang ihnen jedoch zunehmend immer weniger. Die befohlene Wehrpflicht für 14-jährige Knaben änderte wenig an dieser Lage. Im Moment ignorierte Irene jegliche Widrigkeiten und Probleme. Ihr Blick richtete sich bereits nach vorn in die erwünschte nahe Zukunft, dem Ende dieses schrecklichen Krieges. Sie sehnte nichts anderes herbei, ahnte dabei nicht, wie sich ihre Situation noch entwickeln wird. Die Geburt des Knaben erhöhte ihre Verantwortung, nicht nur für ihre Tochter, nun auch noch zusätzlich für ihren Sohn, der noch völlig hilflos war, die Vater und Mutterrolle wahrzunehmen. Das ist der Ausgangspunkt für Johnnys Leben und seiner Geschichte! Wie sehen seine Lebensumstände aus und wie wird sich seine Kindheit gestalten? Es entstand sowohl der Wunsch, als auch schon eine Gewissheit, dieser Junge soll seinen Weg finden, er soll das Leben meistern und ein wichtiges Mitglied der bestehenden und zukünftigen Gemeinschaft werden.

Eine schwere Kindheit, frühzeitig aktiv sein Leben mitgestalten zu müssen, führt sehr häufig dazu, später einmal in der Lage zu sein, das eigene Leben besser in den Griff zu bekommen, Widrigkeiten besser zu meistern. Oft sind die Wege des Lebens mit vielen Hindernissen gespickt, die es zu überwinden gilt. Wer früh lernt, derartige Hindernisse zu beseitigen, zu umgehen oder gar zu bekämpfen, wird sich im späteren Leben behaupten können. Johnny wird dafür bestimmt ausreichend Gelegenheit bekommen. Das gesamte deutsche Volk spürte in den letzten Kriegsjahren, welche Herausforderungen sich ergaben, welche Probleme sich in ihren Weg stellten. Sie reiften heran, den Herausforderungen für einen Neuanfang gewappnet zu sein. Allen Problemen ob groß oder klein, versuchten sie, selbst unter menschenunwürdigen Bedingungen, die Stirn zu bieten. Noch war der kleine Junge nicht daran beteiligt, er bedurfte noch der Fürsorge, eingebettet in einen Teil einer Gemeinschaft, die alles dafür gab ihm ein, entsprechend der vorhandenen Möglichkeiten, erträgliches Leben zu gestalten. Er musste sich wie auf einer einsamen geschützten Insel fühlen. Um ihn herum tobten die Gewalten, von denen er kaum etwas mitbekam und der Luftschutzkeller gehörte zur Normalität. Schon wenige Tage nach der Geburt des Jungen, erfolgte die Generalprobe seines Bombenkelleraufenthaltes, ohne das es zu Angriffen kam. Noch gingen die Ereignisse an ihm vorbei, wobei die damit verbundenen Umstände, die Hektik und die ungemütliche Lage im Keller nicht an ihm spurlos vorbei gehen konnten.

Die politischen Verhältnisse halfen den Menschen schon damals kaum. Auf sich allein gestellt, getrieben davon ihr Leid zu minimieren, entstand nur in der Gemeinsamkeit, im engen Zusammenhalt der Menschen, Außergewöhnliches. Die Bewertung, politischen Handelns und das Verhältnis von Politikern und Volk, ließen den Vergleich mit einer Fleischbrühe entstehen. Wenn es den Fettaugen auf einer Brühe recht gut geht, muss das nicht ebenso auf das Gemüse am Boden zutreffen, obwohl der Geschmack einer Brühe weniger von den Fettaugen bestimmt wird, die erhöhen nur den Cholesterinspiegel, also das Unwohlsein der Konsumenten und macht krank. Kaum einer kauft und zahlt für eine Fleischbrühe der Fettaugen, sondern ausschließlich ihres Geschmackes wegen. Leider müssen die Fettaugen mitbezahlt werden! Die Umstände in denen die Bevölkerung der Stadt Chemnitz, im Verlaufe Johnnys ersten Lebensjahresjahres, lebte und die Herausforderungen, die an sie gestellt wurden, verdeutlichten die gesellschaftliche und politische Lage in Deutschland. Wie sich aber nach 1944 die Lage des deutschen Volkes weiter entwickeln wird, konnten selbst Hellseher oder Wahrsager zu diesem Zeitpunkt nicht ausreichend vorhersagen. Die Zukunft war für die gesamte deutsche Nation zu diesem Zeitpunkt ein Rätsel und noch völlig unklar. Die Zukunft der Menschen selbst, bestand aus Sehnsüchten, Wünschen und Gebeten. In welchen Zuständen unser Kriegskind weiter aufwachsen wird, konnte somit wirklich niemand konkret voraussehen. Die Politiker dieser Zeit regierten jedenfalls absolut an den Interessen des Volkes vorbei, sie beschäftigten sich mehr mit und für sich selbst, als sich um ihr Volk zu kümmern. Das Volk galt nur als Mittel zu ihren Zwecken! Fremde Länder schienen wichtiger zu sein, als die eigene Nation.

Am Horizont zeichnete sich bereits ab, dass Deutschland diesen Krieg verlieren wird. Viele Deutsche, die es sich finanziell leisten konnten, setzten sich ab und ließen sich in sicheren Ländern ohne Kriegseinflüsse nieder. Wer Geld besaß, machte sich auf den Weg in ferne Länder, die ihnen das Leben lebenswerter gestalteten. Sie flüchteten damit auch vor den finanziellen Verlusten der deutschen Politik. Das Volk musste nicht nur die Politiker und den Krieg bezahlen, nein sie verloren ihr eigenes Geld und es war abzusehen, dass das Volkdie kosten eines verlorenen Krieges und den Aufbau ihres Landes zu bezahlen hatten.Warum sollten sie bei derartigen Gedanken ihrem Heimatland treu sein, wenn sie von diesem sowohl politisch als auch finanziell derart betrogen werden. Für eine Auswanderung in bessere Verhältnisse benötigte man aber selbst die entsprechenden finanziellen Mittel. Das konnte sich die Mehrheit des einfachen Volkes nicht leisten. Der Inhaber des Geschäftes für täglichen Bedarf, das dem Haus, in dem Johnny geboren wurde, gegenüber stand, setzte sich mit seiner Familie nach Chile ab. Er war wohlhabend und erwirkte in diesem Land nur einen Aufenthalt, weil er nachwies, dass er seinen Lebensunterhalt finanziell ohne jegliche gesellschaftliche Unterstützung selbst bestreiten konnte. Es fand sich kein Land für normale deutsche Familien, das sie ohne diese Voraussetzungen aufnahm. Wie sollten sie nur in einem anderen Land Fuß fassen können? Eigentlich wollten sie es auch nicht, ihre Heimat blieb ihre Heimat, was auch immer kommen mag! Vermögen war für die durchschnittliche Bevölkerung fast ein Fremdwort und dafür noch einen Nachweis zu erbringen unmöglich. Wer bis zum Krieg noch kleine Ersparnisse oder Eigentum besaß, dem entriss der Krieg sein letztes Vermögen. Eigentum hat entweder der Krieg genommen, oder musste zum Überleben umgesetzt werden. Es gab also für sie gar keine andere Wahl, keine Alternative, als durchzuhalten, auf das Ende des Krieges zu warten, zu hoffen diese Qualen zu überstehen und dann einen Neuanfang, den Neubeginn, den Aufbau eines neuen friedlichen Lebens zu starten. In Krisen- und Katastrophensituationen trifft es immer die unteren Schichten der Bevölkerung besonders hart.

Trotz all dieser Unsicherheiten, aller negativen Umstände und Einflüsse, der kleine Johnny gewann ohne eigenes Zutun viele Fans und alle Beteiligten begleiteten dieses noch junge Leben wie ein freudiges Ereignis, nicht nur die Familie, Bekannte und Verwandte, sondern die gesamte Hausgemeinschaft war emotional und tatkräftig an seiner Entwicklung beteiligt.Sie nannten ihn ihr Patenkind. Der kleine Junge blieb für alle der Lichtblick, das Zeichen der Hoffnung in dieser Hoffnungslosigkeit, das Symbol eines neuen Lebens und einer besseren Zukunft. Die Hausbewohner besuchten das Kind sehr häufig, um an seiner Entwicklung teil zu nehmen. Das freudige Ereignis und die Fortschritte des Kleinen in den ersten Wochen, erhöhten das Engagement und die Gemeinsamkeit im Wohnhaus. Alle rückten enger zusammen und verfolgten gemeinsam nur ein Ziel, dem jüngsten Mitglied der Hausgemeinschaft einen guten Start in sein Leben zu sichern. Von Johnny selbst noch unbemerkt, stand er im Mittelpunkt, wohlbehütet von allen, geliebt als kleines Kind. Leider hatten der Krieg und die alliierten Mächte etwas dagegen, diesen freundlichen und homogenen Zustand zu dulden! Die größte Aufgabe für alle, dem Schutz des neuen Lebens zu dienen, entwickelte sich zu einem immer größer werdenden Problem, zu einer kaum lösbaren Herausforderung. Aus heutiger Sicht würde sicherlich so mancher sagen, dass es verantwortungslos sei, ein Kind in solchen Verhältnissen, in solchen kritischen Zeiten zu gebären, auf eine so unsichere gewaltbereite Welt zu bringen. Bei eingehender Überlegung, kann man an jeder Zeit etwas finden, keinen Nachwuchs den unterschiedlichen Bedingungen auf dieser Erde auszusetzen, aber es ist nun mal eine normale Voraussetzung zur Erhaltung der Menschheit und ist es nicht eine Verpflichtung eines jeden Lebenden, den noch Ungeborenen wenigstens eine Chance zum Leben zu geben? Wer lebt erhielt die Möglichkeit diese Welt kennen zu lernen und sollte seine Verantwortung diesbezüglich auch wahrnehmen und zur Weiterentwicklung der Menschheit beitragen. Ss ist doch ein glückliches überwältigendes Gefdühl, sich selbst in seinem Nachwuchs wiederzuentdecken und sich so an an seiner eigenen genetischen Fortpflanzung zu beteiligen? Möglicherweise gibt es eines Tages eine gesunde Umwelt und eine gesunde, friedliebende Menschenrasse, die diese Welt genießen kann. Macht das nicht stolz dazu beigetragen zu haben? Für die Deutschen übernehmen es andere Nationen, mehr Kinder in diese Welt zu setzen, als für ihren normalen Ersatz, für ihre Reproduktion notwendig wäre. Die vermeintlich deutsche Rasse wird es ohnehin in Kürze nicht mehr geben, nicht weil die Deutschen nicht für ausreichend Nachwuchs sorgen, sondern sich die Fusion der menschlichen Rassen unaufhaltsam im Vormarsch befindet. Jeder Mensch der zeugungsfähig ist, muss sich irgendwann, zu irgendeinem Zeitpunkt die Frage stellen, gebe ich einem anderen Menschen die Möglichkeit zu leben, die Möglichkeit diese Welt zu erleben und kennen zu lernen?

Im nationalsozialistischen Reich wurden aus politischen Gründen in den Jahren nach dem Machtantritt von Adolf Hitler, zur Förderung der arische Rasse, angeblich reinrassige arisch anmutende Frauen und Männer, sicherlich mit einem arischen Stammbaum, in Wohnheimen verpflichtet ebenso rein rassischen arischen Nachwuchs zu zeugen, damit sich diese Rasse auf der Grundlage von derartigen Zwangszeugungen überdimensional weiterentwickeln kann. Es ist auf jeden Fall besser, die Vielfalt der Rassen und Völker auch in Deutschland so zu vermischen, dass sich eine ungeahnte Artenvielfalt entwickeln kann, dass sich die Menschen dieser Welt immer mehr verbrüdern, sich eine enge Verwandschaft aller Menschen bildet. Die Vorzüge die verschiedenen Rassen zu vereinen, macht doch mehr Hoffnung und Sinn, als eine arische Inzucht. Selbst noch vor wenigen Jahrzehnten wurde Nachwuchs ausschließlich unter den Einwohnern kleiner Ortschaften gezeugt, die bereits irgendwie alle miteinander Verwand waren. Die Auswirkungen lagen auf der Hand und in den Köpfer der Beteiligten.

Logisch betrachtet ist es unverantwortlich, gleichgültig in welcher Lage sich die gesellschaftliche Situation befindet, nicht zum Bestehen und zur Weiterentwicklung des menschlichen Lebens beizutragen. Gerade in schlechten Zeiten sind Investitionen in die Zukunft erforderlich. Wer sollte die Menschen aus schlechten Zeiten herausführen, wenn es dafür keinen Nachwuchs gibt?

Für den Nachwuchs in den Jahren des Krieges wäre es sicherlich auch besser gewesen, in einer friedlichen, ruhigen und sicheren Welt, mit freundlicher Umgebung heranzuwachsen, aber das konnten sie sich nicht aussuchen.

Es tröstet dabei wenig, wenn wir jeden von uns, der geboren wurde, als Sieger bezeichnen, denn er gewann den Wettkampf bei der Befruchtung im Mutterleib. Nur so wenige erhalten überhaupt die Chance zu leben und wer diese einmalige Gelegenheit erhielt, bekam damit auch eine menschliche Verantwortung, nicht nur für sein eigenes Leben.

Das Wunder des Lebens

Ich bin am Leben, ich lebe, es ist mein Leben, ich lebe wie ich will und noch weitere oftmals selbstsüchtige Aussprüche sind uns eigen! Wie einfach, teilweise leichtfertig sagt man das so vor sich hin. Ist es nicht ein Wunder überhaupt leben zu dürfen? Es ist wesentlich mehr als ein Zufall geboren zu werden, die Chancen dafür sind so wahnsinnig gering. Versuchen wir erst gar nicht ein Verhältnis zu errechnen, wie es für einen Lottogewinn oft gemacht wird. Die Wahrscheinlichkeit des Lebens ist wesentlich kleiner.

Wie wahrscheinlich ein bestimmtes Leben ist, wie wahrscheinlich eine menschliche Existenz ist, wie wahrscheinlich es zur Geburt des kleinen Johnnys kam, alles ist so ungewiss und endlos klein. Bei eingehenden Überlegungen ist es enttäuschend zu erfahren, wie gering die Möglichkeiten für unser Leben bestanden, aber gleichzeitig wie beglückend es ist doch zu leben. Der Neuankömmling gehörte zu den Glücklichen, auf dieser Welt angekommen zu sein, erhielt aber gleichzeitig damit die Aufgabe sein Leben zu meistern, die Höhen und Tiefen eines Lebens zu durchleben, zu überstehen, allen Anforderungen gerecht zu werden und sich als Mensch würdig zu erweisen.

Nehmen wir uns die Zeit und ermitteln gemeinsam, unter welchen Bedingungen ein bestimmtes Leben entsteht. Wie konnte nur dieses Kind geboren werden, so wie es jetzt in den Armen seiner Mutter liegt? Was für ein Zufall ließ es entstehen? Was für eine Seltenheit stellt insgesamt dieses menschliche Wesen dar? Wie wir wissen, sind für ein neues Leben eine Frau und ein Mann erforderlich, aber nicht irgendeine Frau und nicht irgendein Mann können die Richtigen sein, denn als es um die Geburt von Johnny ging, waren ausschließlich Irene und Heinz die Auserwählten dieses Wunder zu vollbringen. Nur und ausschließlich nur die beiden kamen dafür in Frage, da sie die Lebensgrundlagen für sein Leben in sich trugen. Sie waren dafür notwendig, zuständig und verantwortlich. Alle anderen Menschen, die damals gleichzeitig auf dieser Welt lebten, konnten jeden Nachwuchs ermöglichen und bewerkstelligen, nur nicht Johnny. Hätten sich Irene und Heinz niemals getroffen, wäre es das für Johnny gewesen. Sie wohnten, dem neuen Lebewesen zum Vorteil, in einer Stadt, der Stadt Chemnitz, mit ca. 300.000 Einwohnern. Selbst das brachte keine Sicherheit für sein Leben, denn selbst mit dieser Einschränkung, war die Bandbreite der Gegner für Johnnys Leben sehr groß. Was für ein Wunder und Glück für den neuen Erdenbürger, dass sich diese beiden trafen.

Ein weiblicher Mitmensch, also eine Frau, ein Mädchen wird mit einer Anzahl von etwa 40- bis 50-tausend Eizellen geboren. Was für ein sinnloser Überschuss! Nur aus einer Einzigen davon konnte Johnny entstehen. Bis zur Geschlechtsreife sind von den 40- bis 50-tausend Eizellen nur noch etwa 20-tausend übrig, aber nur etwa 500 erreichen davon im Endkampf die Ovulation im gesamten Leben einer Frau und könnten neues Leben entstehen lassen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt befruchtet werden. Nur 500 von 50-tausend stehen an der Startlinie zum Leben. Alle anderen verloren bereits im Vorfeld jeglichen Anspruch.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Totenschein für Johnny" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen