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Tot oder lebendig: Western

Tot oder lebendig

 

Western von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author (Peter Haberl)

© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress

www.AlfredBekker.de

 

Es war schon dunkel. Harrison McQuinn zügelte vor dem Silver Moon Inn sein Pferd und saß ab. Lärm trieb ihm aus dem Saloon entgegen. Aus der Tür und den beiden Frontfenstern fiel Licht auf den Gehsteig und ein Stück in die Main Street. Harrison McQuinn stellte seinen Braunen in die Reihe der anderen Pferde am Haltebalken und knotete die Leine fest. Dann schob er sich den breitrandigen Hut in den Nacken, rückte seinen Revolvergurt zurecht und stieg die drei Stufen zum Vorbau hinauf. Mit beiden Händen drückte er die Batwings auseinander. Schlechte Luft voll Tabakqualm und Schweißgeruch schlug ihm entgegen. Er betrat den Inn. Hinter ihm schwangen die Türflügel knarrend aus.

Im Saloon war der Teufel los. Es war Wochenende, genau gesagt Samstagabend. Die Mannschaft der Brazos-River-Ranch bevölkerte den Inn. Aber auch einige Small Rancher vom California Creek hatten sich eingefunden. Einige der Kerle waren schon angetrunken. Sie grölten und johlten und brüllten voller Ungeduld nach Bier oder Brandy. Die drei Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun. Zwei Keeper und der Salooner selbst standen hinter dem Schanktisch, um einen schnellen Service zu bieten.

Harrison McQuinn wurde erkannt. Einige der Small Rancher begrüßten ihn lauthals. Die Männer von der Brazos-River-Ranch allerdings beachteten ihn nicht. Sie waren mit den Animiermädchen oder ihren Karten beschäftigt.

Harrison steuerte einen der Tische an. Er hob die rechte Hand zum Gruß. „Hallo, Ben, habt ihr noch einen Platz frei für mich?“

Ben Walker wies einladend auf einen unbesetzten Stuhl. „Setz dich nieder, McQuinn. Schön, dass du dich wieder mal blicken lässt in der Stadt. Dachte schon ...“

Er brach ab, als jemand wild schrie: „Sieh an, der Kuhbauer, dessen Rinder immer auf meine Weide laufen und meinen Kühen das Gras wegfressen. Heh, McQuinn, wann willst du endlich einen Zaun ziehen? Heute habe ich wieder ein Rudel Rinder mit deinem Brandzeichen zurücktreiben müssen. Zur Hölle mit dir, McQuinn! Ich dulde diesen Zustand nicht länger!“

Die Geräusche versickerten. Harrison, der gerade im Begriff gewesen war, sich zu setzen, richtete sich wieder auf. Sein Blick suchte den Sprecher und heftete sich schließlich auf ihn. Harrison rief mit spröder Stimme: "Warum ziehst du keinen Zaun, Bancroft. Ich war vor dir da. Meine Rinder fragen nicht nach Weidegrenzen. Du willst nicht, dass sie auf dein Stück Land rennen. Also hindere sie daran und baue einen Zaun.“

„Sei vorsichtig, McQuinn“, warnte Walker. Er sprach es zwischen den Zähnen. „Bancroft ist schon ziemlich angetrunken und in diesem Zustand unberechenbar. Außerdem hält er sich stark an Dexter, und der zählt gewiss nicht zu den Freunden der Small Rancher und Siedler.“

Ein großgewachsener Mann mit roten Haaren, der neben Bob Bancroft am Tresen stand, flüsterte ihm etwas ins Ohr. Bancroft nickte, dann heftete er seine vom übermäßigen Alkoholgenuss geröteten Augen wieder auf Harrison. Seine Lippen sprangen auseinander, er rief: „Du stinkst mir, McQuinn. Es sind deine Rinder, die auf mein Land rennen. Also liegt es auch an dir, sie davon abzuhalten. Aber das habe ich dir schon zigmal gepredigt. Ich glaube, es ist an der Zeit, es dir mit den Fäusten in dein Spatzenhirn hineinzuhämmern.“

Bancroft setzte sich in Bewegung. Der Mann, der lässig neben ihm am Tresen lehnte und in der Linken sein Whiskyglas drehte, grinste herablassend, vielleicht sogar zufrieden.

Stuhlbeine scharrten über die rauen Dielen, Männer erhoben sich und bildeten eine Gasse. Harrison atmete tief ein und blickte Bob Bancroft entgegen. Von seinem gestrafften Gesicht war nicht abzulesen, was hinter seiner Stirn vorging. Aber in seinen Mundwinkeln hatten sich zwei tiefe Kerben gebildet. Zeichen dafür, dass ihm diese Entwicklung nicht gefiel. Als Bancroft zwei Schritte vor ihm anhielt, sagte er grollend: „Ich bin nach Stamford gekommen, um mich zu amüsieren, Bancroft und will mich nicht mit dir raufen. Außerdem bist du betrunken. Du weißt wahrscheinlich gar nicht, was du anzettelst. Merkst du denn nicht, dass du dich vor den Karren der Brazos River Ranch spannen lässt, wenn du ...“

„Darum geht es nicht, McQuinn!“, fauchte Bancroft ungeduldig und stur. „Es geht um die Verletzung meiner Weidegrenze. Es ist ein Zustand, den ich nicht leide, und da du nicht bereit bist, für Abhilfe zu sorgen, werde ich dir jetzt die Birne weichklopfen. Was von dir übrig bleibt, werde ich auf die Straße werfen.“

Bancroft riss sich die Jacke herunter und warf sie einem der in der Nähe Stehenden zu. Er begann, sich die Hemdsärmel hochzukrempeln.

„Hör auf mit dem Unsinn, Bancroft!“, mischte sich Ben Walker ein. „Wenn wir Kleinrancher anfangen, uns gegenseitig zu zerfleischen, braucht Big John am Ende nur noch einzukassieren, worauf er schon lange scharf ist - nämlich unser Land. Hast du dich vielleicht mit ihm verbündet, nachdem du schon den ganzen Abend mit seinem Vormann an der Theke stehst?“

„Du hältst dich raus, Walker!“, knurrte Bankroft, hob die Fäuste und winkelte die Arme an. „Das ist eine Sache zwischen mir und McQuinn. Du kannst dich wieder bei mir melden, wenn ich mit McQuinn fertig bin. Jetzt aber solltest du zur Seite treten.“

Er schien richtig begierig darauf zu sein, Harrison zurechtzustutzen. Seine geröteten, wässrigen Augen funkelten kriegerisch. Trotzig hatte er das Kinn vorgeschoben. Wilde Entschlossenheit ging von ihm aus wie etwas Animalisches.

Im Schankraum war es jetzt still. Voll gespannter Erwartung ruhten die Blicke der Gäste auf den beiden Männern, insbesondere auf Harrison. Dieser sagte abgehackt: „Warum ziehen wir nicht gemeinsam einen Zaun, Bancroft? Das wäre doch eine Lösung, nicht wahr? Fangen wir übermorgen gleich an, indem wir Draht bestellen. Was hältst du davon?“

„Nichts!“, grollte Bancroft und machte einen Schritt auf Harrison zu. „Ich habe mir vorgenommen, dich zu verprügeln, und das mache ich jetzt. Pass auf, McQuinn!“

Mit dem letzten Wort stieß er sich ab. Harrison wurde von dem Angriff überrascht. Er stürzte rücklings auf den Tisch, an dem noch Walker und zwei andere Kleinrancher saßen. Gläser fielen zu Boden und zerbrachen. Wie Stahlklammern umschlangen Bancrofts Arme Harrisons Oberkörper, pressten ihm die Arme dagegen und ließen keine Bewegung zu. Es war, als wollte Bancroft ihn zerquetschen.

Und tatsächlich spürte Harrison, wie ihm langsam aber sicher die Luft aus dem Körper gepresst wurde. Bancrofts Whiskyatem streifte sein Gesicht. Nur zwei Handbreit war das hässliche, breitflächige Gesicht vor seinem Blick. Bancrofts Züge waren verzerrt von der Anstrengung, in seinen Augen glühte der Vernichtungswille. Harrison sah es, und es traf ihn wie ein eisiger Guss ...

 

*

 

Ben Walker sprang auf, als er seine Lähmung überwand. Seine rechte Hand wühlte sich in Bancrofts Haare. Unerbittlich zerrte Walker an den Haaren den Kopf des Schlägers in den Nacken. Bancroft brüllte wie am Spieß. Seine Umklammerung lockerte sich. Er stand jetzt, griff mit beiden Händen über seinen Kopf hinweg und packte Walkers Handgelenk. Der Schmerz von seiner Kopfhaut ließ seine Augen tränen.

„Du Narr! Du gottverdammter Narr!“, presste Walker zwischen den Zähnen hervor und ließ nicht locker. „Du machst dich zum Werkzeug Big Johns und seiner Kettenhunde. Die Pest an deinen Hals, Bancroft!“

Indessen tauchte Harrison zur Seite weg und atmete tief durch. Seine Lungen füllten sich mit lebenserhaltendem Sauerstoff, er spürte, wie sich sein Körper mit neuen Energien auflud. Und erspürte noch mehr: Da war der lodernde Zorn auf Bob Bancroft, der in seinen Eingeweiden wühlte und der ihn in heißen, giftigen Wogen durchrann. Sein Organ grollte heiser: „Lass ihn los, Ben. Er will den Kampf, also soll er ihn haben. Lass ihn los.“

„Das würde ich dir auch raten, Walker!“, tönte es vom Schanktisch her. Es war der große, rothaarige Bursche, der es mit stahlharter Stimme rief. „Es ist Bancrofts und McQuinns Sache, und du solltest dich heraushalten. Oder muss ich es dir auf die raue Tour klarmachen lassen?“

Einige Männer in Cowboykleidung an den Tischen hatten sich erhoben. Aus der Reihe der Gäste an der Theke traten ebenfalls Männer, die den Sattel der Brazos River Ranch drückten. Sie alle nahmen eine drohende Haltung ein.

„Ich denke, dass du hinter diesem schmutzigen Spiel steckst, Dexter!“, rief Ben Walker. „Es ist mir nicht entgangen, dass du den ganzen Abend über schon Bancorft mit Schnaps abfüllst. Was bezweckst du damit? Handelst du im Auftrag Big Johns? Was steckt letztendlich dahinter?“

In diesem Moment riss Bancroft sich los. Er wirbelte herum und schlug nach Walker, der seine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Flint Dexter, den Vormann der Brazos River Ranch, gerichtet hatte. Seine rechte Faust krachte gegen Walkers Kinn und drückte seinen Kopf auf die Schulter. Und da landete auch schon Bancrofts Linke auf seinem Ohr. Walker taumelte mit einem erschreckten und schmerzhaften Aufschrei zur Seite, stieß gegen einen Tisch, krümmte sich nach vorn und stützte sich im letzten Moment mit beiden Armen ab, ehe er stürzte.

Nun trat wieder Harrison in Aktion. Seine Hand verkrampfte sich in Bancrofts Schulter, er riss den Schläger herum, und ehe Bancroft sich versah, knallte ihm Harrison die Faust mitten ins Gesicht. Es klatschte grässlich. In Bancrofts Brust kämpfte sich ein gurgelnder Ton hoch, erreichte die Kehle und erstickte. Blut sickerte aus seiner Nase. Aus glasigen Augen, mit dem Ausdruck des stupiden Nichtbegreifens starrte er Harrison an, und es wurde deutlich, wie sehr dieser Schlag ihn erschüttert hatte.

Es wäre Harrison jetzt ein Leichtes gewesen, Bancroft den Rest zu geben. Aber er schaffte es nicht, die Hemmschwelle, die den Namen Fairness trug, zu überschreiten. Es entsprach einfach nicht seinem Naturell, die momentane Schwäche des Gegners auszunutzen. Und so wartete er ab, die Fäuste wie ein Faustkämpfer erhoben, den Gegner fixierend, mit angespannten Muskeln und aktivierten Sinnen.

Bancroft schüttelte seine Benommenheit ab. Er schaute Harrison an wie ein Erwachender, wischte sich mit dem Handrücken das Blut von der Oberlippe, ein gefährliches Grollen, das tief in seiner Kehle entstand, kam aus seinem Mund – dem Grollen eines zornigen Kampfhundes nicht unähnlich -, und plötzlich stieß er voll Leidenschaft hervor: „Ich werde dich jetzt zerschmettern, McQuinn, ich werde dich in tausend Stücke schlagen.“

Es war ein tödliches Versprechen. In seinen Augen funkelte es tückisch.

Zwei Schritte weiter kämpfte Ben Walker gegen seine Not an. Langsam zog sich der Kreis aus Gaffern und den Männern der Brazos River Ranch zusammen.

Bancroft hatte seine Schwäche überwunden. Er kam mit katzenhafter Behändigkeit näher. Seine klobigen Fäuste erinnerten an Schmiedehämmer. Er wirkte ausgesprochen konzentriert, seine Trunkenheit schien verflogen zu sein.

Harrison warf sich ihm entgegen. Bancrofts Fäuste flogen auf ihn zu. Er tauchte unter ihnen hinweg, konnte aber nicht verhindern, dass Bancrofts Linke schmerzhaft an seiner Schläfe entlangradierte. Mit dem ganzen Ge­wicht seines Körpers prallte er gegen den Small Rancher, rammte ihn mit der Schulter.

Bancroft taumelte zurück und ruderte mit den Armen, um sein Gleichge­wicht zu halten.

Harrison verlor keine Zeit. Er setzte nach und ließ seine Rechte fliegen. Im letzten Moment konnte Bancroft den Kopf zur Seite reißen. Harrisons Haken streifte nur seine Wange.

Bancroft prallte gegen einen Tisch und verschob ihn. Gläser und Flaschen kippten um, klirrten auf die Dielen, Bier und Whisky versickerte in den Ritzen zwischen den Dielen.

Gierig sog Bancroft Sauerstoff in seine Lungen. In seinen Augen schimmerte glühender Hass. Mit aller Kraft stieß er sich ab, flog förmlich auf Harrison zu, ver­suchte ihn mit beiden Händen zu fas­sen und zu umklammern. Ein Schwin­ger, der blitzschnell und ansatzlos aus der Hüfte kam, fing ihn ab, und einen Herzschlag lang schien er die Orientierung zu verlieren. Tapsig drehte er sich halb um seine Achse. Harrison zog blitzschnell die Linke in die Höhe, um Bancroft mit einem wuchtigen Haken gegen den Kinnwinkel zu fällen, aber sein Gegner wich instinktiv aus. Doch da schickte Harrison schon die Rechte auf die Reise und knallte sie Bancroft mit Wucht gegen die Rip­pen.

Aus dem Mund des Getroffenen drang ein abgehackter Schrei. Sofort schlug Harrison eine Doublette. Es gab dumpfe, trockene Geräusche, als er Bancroft zwei­mal traf. Der Small Rancher verdrehte die Augen. Der verbissene, rabiate Ausdruck verschwand aus seiner Miene und machte grenzenlosem Er­staunen Platz. Seine Beine knickten ein wie morsche Zaunlatten, er sank auf die Knie, sein Oberkörper neigte sich langsam nach vorn, und er konnte den Fall auf das Gesicht gerade noch im letzten Moment mit den vorgestreckten Armen abfangen. Er lag auf allen vieren am Boden. Sein Kopf kippte nach unten und pen­delte wie haltlos nach unten. Bancroft atmete rasselnd. Speichel und Blut tropften von seinen Lippen.

Harrison ließ die Arme sinken. Seine Knöchel schmerzten, sein Atem ging stoßweise. Er verspürte Bitterkeit. Denn er verabscheute diesen Kampf, von dem er genau wusste, dass er gesteuert wurde, dass Bancroft auf ihn gehetzt worden war, dass System dahinter steckte.

Plötzlich waren Flint Dexter, der Vormann der Brazos River Ranch, und die Cowboys da. Harrison war unvermittelt zwischen ihnen eingekeilt, und ehe er sich versah, packten ihn kräftige Fäuste und zerrten ihn herum.

Flint Dexters rohes Gesicht war unversehens ganz dicht vor seinem. Eine metallische Stimme erklang im Hintergrund: „Walker, Faithfull, Hogan! Haltet euch zurück! Wenn ihr euch einmischt, kriegt ihr es, dass ihr auf allen vieren aus der Town hinauskriecht.“

„So billig kommst du nicht weg, McQuinn!“, fauchte Dexter, und Harrison bog den Kopf zurück, weil ihm der Whiskyatem des Vormanns voll ins Gesicht schlug. Es war übelkeitserregend. Der Magen krampfte sich Harrison zusam­men.

Links und rechts wurde er festge­halten. Unerbittliche Fäuste pressten ihm die Arme auf den Rücken. Er war nicht fähig, sich zu rühren. Und plötzlich tauchte Bancroft ne­ben Flint Dexter auf.

„Er gehört mir“, brach es unheilschwanger aus ihm heraus. Sein blutverschmiertes Gesicht erinnerte an eine groteske Maske des Bösen. Die Besessen­heit in seinem Blick sagte Harrison mehr als tausend Worte. Die Verzweiflung begann in Harrison hochzukriechen. Er begriff, dass seine Ranchnachbarn von der Brazos River-Mannschaft ausgeschaltet worden waren. Er war in diesen Sekunden der einsamste Mann auf Erden, und dieser Gedanke ließ ihn innerlich erschauern.

Bancrofts Faust zuckte hoch. Harrison wollte instinktiv ausweichen, aber der Griff der B.R.-Reiter, die ihn festhielten, lockerte sich nicht. Der un­barmherzige Schlag traf Harrison. Sein Kopf ruckte in den Nacken. Der Schmerz wehte wie ein heißer Wind durch sein Bewusstsein und lähmte sein Denken.

Bancrofts Schläge kamen schnell und si­cher. Bald nahm Harrison die vierschrötige Gestalt und das kantige Gesicht nur noch wie durch Nebelschleier wahr. Er wankte zwischen den Kerlen, die ihn gepackt hielten. Die Schwäche kroch wie flüs­siges Blei durch seinen geschundenen Körper.

Für einen Augenblick flac­kerte das Feuer des Widerstandes noch einmal in ihm auf. Er zerrte und riß und warf sich hin und her. Aber es gelang ihm nicht, sich den stahlharten Fäusten zu ent­winden. Ein wuchtiger Schlag traf ihn.

Er spürte nicht mehr, wie sie ihn losließen und er schwer auf dem Fuß­boden landete, wie sie ihn an den Bei­nen hinausschleiften und in den Staub der Main Street warfen. Eine gnädige Ohnmacht umfing ihn.

Einer der Weidereiter lachte iro­nisch, spuckte in den Sand und sagte mitleidlos: „Der hat schätzungsweise für alle Zeit genug. Wahr­scheinlich schleicht er sich aus dem Land wie ein geprügelter Straßenköter, und wir wer­den nie wieder etwas von ihm sehen. An solchen Prügeln zerbricht jeder Mann.“

Sie gingen wieder hinein.

 

*

 

Als Harrison zu sich kam, umfing ihn tiefe Dunkelheit. Sein Kopf drohte zu zerspringen, und in seinem Körper jagten sich Wellen ziehender und bohrender Schmerzen.

Es dauerte eine ganze Zeit, bis er seine wirbelnden Gedanken geordnet hatte. Die Dunkelheit vor seinen Augen lichtete sich. Die Konturen einiger Männer zeichneten sich vor seinem Blick ab. Er setzte sich auf. Die Erinnerung setzte ein. Er ächzte und stöhnte, und selbst das Atmen strengte ihn an. Wie aus weiter Ferne vernahm er Ben Walkers Stimme: „Wir konnten nichts für dich tun, McQuinn. Die eine Hälfte der Brazos River-Crew hielt uns mit ihren Waffen in Schach, während die andere Hälfte dich in die Zange nahm und Bancroft unterstützte. Es tut mir leid, McQuinn. Sie haben dich brutal zusammengeschlagen. Und wir mussten zusehen. Hätten wir uns widersetzt, wäre die Gewalt sicherlich eskaliert. Und was dabei herausgekommen wäre, wollte keiner von uns verantworten.“

„Schon gut, macht euch keine Gedanken“, röchelte Harrison. Ziehende Schmerzen durchströmten seinen Körper. Er fühlte sich wie gerädert. Die Haut in seinem Gesicht spannte sich vom eingetrockneten Blut.

Einer seiner Ranchnachbarn reichte ihm eine Flasche.

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