Logo weiterlesen.de
Tisch für drei

Lindsay Gordon (Hg.)

TISCH
FÜR DREI

und andere
erotische Erzählungen

Aus dem Englischen von
Anna Wichmann

Inhalt

Tisch für drei
A.D.R. Forte

Männer
Charlotte Stein

Archeogasmen
K D Grace

Glamour
Carrie Williams

Tisch für drei

A. D. R. Forte

Er sieht in dieser schwarzen Hose so verdammt heiß aus. Ich habe sie für ihn ausgesucht. Er mag sie und trägt sie nur bei besonderen Gelegenheiten.

Heute Abend trägt er sie für sie.

Ich beobachte sie. Sie tanzen langsam im Wohnzimmer, er hat seine Hände auf ihren Hüften und sie die ihren um seinen Hals geschlungen. Er ist ein guter Tänzer. Das ist mir als Erstes an ihm aufgefallen. Damit hat er mich geködert.

Bei einer typisch kalifornischen Karnevalsparty war er zwischen all jenen, die sinnlos betrunken ihre Runden drehten, der Einzige, der tanzte – wirklich tanzte. Ein süßer, verführerischer Junge mit Knackarsch, der Merengue tanzte, brachte mich allein durch die Art, wie er seine Hände und seine Hüften bewegte, zum Schwitzen, und ich konnte den Blick gar nicht mehr von ihm abwenden.

Es gelang mir, ihn allein mit runter zum Strand zu locken. Zumindest dachte ich das. Bis er meine Shorts öffnete, mich auf den Sand drückte und ich seinen Mund auf meinem harten Schwanz spürte. Da wurde mir klar, dass ich derjenige war, der verführt wurde. Und so ist es immer bei ihm.

Jetzt tanzen sie nicht mehr. Sie sieht ihn mit diesem intensiven, hungrigen Blick an, den ich selbst nur zu gut kenne. Ich habe ihn schon oft so angesehen. Er lehnt sich gegen sie, und ihre Lippen berühren sich. Seine Hände gleiten ihre Beine entlang und schieben ihren Rock über die Hüften hoch.

Die Becken aneinandergepresst küssen sie sich, und ich weiß, dass sie die Wölbung und Hitze seiner Erregung spüren kann. Sie hat jetzt dieses warme, unbändige Gefühl im Bauch und will mehr, viel mehr.

Ich kenne die Art, wie sie sich nach ihm verzehrt. Du hübsches Mädchen, wie genau ich gerade weiß, was in dir vorgeht.

Nach der ersten Nacht am Strand habe ich versucht, nicht zu fallen. Ich hatte mich zu oft und auf zu viele verschiedene Arten verbrannt. Ich wollte das Spiel nicht mehr spielen, was ich ihm auch gesagt habe. Er stritt nicht mit mir und bemitleidete mich nicht. Bei diesem Gespräch saßen wir zusammen beim Frühstück, und ich sah ihm dabei zu, wie er aufstand und einen Strip hinlegte. Ich beobachtete ihn, während er auf den kleinen Balkon vor der Küche hinaustrat und seinen großartigen Schwanz streichelte, bis er vollkommen erigiert war, sah sein Gesicht im Profil und wie er im Licht der hellen Morgensonne, das sich auf dem Wasser widerspiegelte, die Augen zukneifen musste.

Ich sah ihm zu, wie er sich umdrehte, die Beine öffnete, die Hände auf das Geländer legte und mir seinen perfekten Hintern entgegenstreckte. Dann ging ich hinaus und liebkoste seine Pobacken, ich drückte sie fest, um zu sehen, wie die Haut erst blass und dann rot wurde.

»Ich habe hier draußen kein Kondom«, sagte ich. Und als er nicht antwortete: »Und auch keine Gleitcreme.«

Er bewegte sich nicht, und wir standen schweigend und voller Begierde in der Morgensonne, fochten einen Willenskampf aus. Natürlich habe ich verloren. Ich erinnere mich genau, wie ich mich hingekniet und seine Pobacken auseinandergedrückt habe, wie ich sein Loch leckte und mit meinem Speichel benetzte, spürte, wie er sich anspannte und gegen meine Zunge drückte. Der Moment, in dem mein Schwanz seine Haut berührte und das Verlangen durch meinen Körper toste, ist mir im Gedächtnis haften geblieben. Das war mehr als nur Lust.

Mehr als nur ein einfacher Fick.

Wenn ich jetzt meine Augen schließe, kann ich noch immer hören, wie er gepresst und stoßartig atmet, versucht, sich den Schmerz nicht anmerken zu lassen, als ich meinen Schwanz in ihn hineinstoße. Obwohl ich versuchte, ihm nicht wehzutun und die in mir aufwallende Rücksichtslosigkeit zu unterdrücken, machte mich das Verlangen leichtsinnig, als wäre ich ein plötzlich geil gewordener Teenager. Derart erregt von seiner Unterwerfung, konnte ich nicht mehr klar denken. Ich konnte nichts weiter tun, als mich sklavisch meinem Schwanz zu unterwerfen.

Ein einziger Fick, und ich gehörte ihm. Ich war gefangen, gefesselt, in jeglicher Hinsicht gefährdet. Ganz und gar sein.

Jetzt sehe ich ihn in den Armen eines Mädchens, weil er wissen will, wie das ist. Nur ein Mal.

»Du hast das noch nie getan?«, hatte ich gefragt, als er mir eines Samstagmorgens davon erzählte, während er träge und befriedigt neben mir lag, den Kopf auf eine Hand gestützt und mit der anderen meine Brust kraulte.

»Noch nie.«

Es fiel mir schwer, das zu glauben. Mir vorzustellen, dass die Frauen ihre Hände von ihm lassen konnten. Ich stellte ihn mir mit Anfang zwanzig vor, mit dunklem Haar, lang und zerzaust, und großen, finsteren Augen, die in ihrer Jugendlichkeit gleichzeitig heiß und weich wirkten. Doch er lachte mich aus und malte stattdessen das Bild eines blassen, schüchternen Nerds, der sich hinter seiner Brille und riesigen College-Sweatshirts versteckte.

»Damals wollte ich Mädchen. Und auch Jungs. Aber ich habe mich nie getraut …«

Er? Mein köstlicher Luzifer? Ich schüttelte den Kopf und lachte, konnte mir nichts anderes vorstellen als den wunderschönen Mann, der da neben mir lag, und dennoch stimmte ich seinem Plan zu. Ich hatte ihm noch nie irgendetwas abschlagen können.

Er hatte mir alles über sie erzählt: über diejenige, von der er immer wusste, dass sie die Eine sein würde. Über die eleganten kleinen Hosenanzüge, die sie immer trug, über die Perlenohrringe und darüber, dass er nie gesehen hatte, wie sich ein Höschen unter ihren engen, maßgeschneiderten Hosen abzeichnete. Durch seine Worte entstand in mir ein Bild von ihr: clever, sexy, selbstbewusst. Mutig genug, um seine Fantasie Realität werden zu lassen, klug genug, um damit fertig zu werden.

Am heutigen Abend habe ich sie zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen: ein lachendes Wesen mit glänzendem, dunklen Haar, das in der Meeresbrise wehte. Und natürlich war ich eifersüchtig. Ich verspürte ein heißes, wütendes Stechen hinter meinen Ohren. Wie konnte sie es wagen, seinen Arm anzufassen? Wie dreist war sie, ihn auf diese Weise anzulächeln?

Ich sagte mir, dass ich meine eigenen Altlasten hinter mir lassen musste: meine Ehefrau, die Scheidung und die scheinbar endlose Reihe von Jungs, die mein Geld nahmen, meine Sportwagen zu Schrott fuhren und sich in meinem Bett mit anderen vergnügten. Aber es tat dennoch weh, und es brodelte und grummelte in mir, bis es Zeit zum Essen war und ich ihr den Stuhl zurechtrückte, wobei ihre Hüfte beim Hinsetzen federleicht meinen Arm streifte.

Die paranoide Stimme in meinem Kopf wurde still, als sie ihre dunkelblauen Augen auf mich richtete, und ich setzte mich ebenfalls. Mir fehlte die Kraft, um wegzulaufen, mich zu distanzieren, so zu tun, als wäre ich mir der Gegenwart einer hübschen Frau und eines wunderbaren jungen Mannes nicht bewusst. Gott allein weiß, was ich gegessen habe – falls ich überhaupt etwas aß –, denn mein Hirn schien zu Mus geworden zu sein. Ich trank auf zu leerem Magen zu viel Wein, während er ihr Geschichten über uns erzählte und sie lachte und sich zu ihm beugte. Ich starrte die Rundungen ihrer Titten an, die sich unter der schwarzen Seide abzeichneten, und spürte, wie ich hart wurde.

Auch er beugte sich zu ihr, seine Finger strichen über ihr Handgelenk, und meine Erektion reagierte darauf. Ich beobachtete, wie die schmale Goldkette, die er immer trug – die ich ihm an unserem Jahrestag vor zwei Jahren geschenkt hatte –, herunterbaumelte, das Licht einfing, funkelte … und mich blendete.

Nach dem Essen sah ich meine Chance. Ich rannte weg. Ich hastete mit einem Glas Brandy auf den Balkon und rief mir ins Gedächtnis, dass mir heute die Rolle des Zuschauers bestimmt war.

Und das bereue ich jetzt, da ich sehe, wie sie sich in den Armen des anderen bewegen.

Er drückt sie gegen die Wand. Sie hat unter dem eleganten schwarzen Minikleid, das jetzt bis zu ihren Hüften hochgeschoben ist, kein Höschen an, und er küsst sie. Sie trägt nur trägerlose, oben mit Spitze besetzte Strümpfe. Unwissentlich hat sie damit genau eine meiner Schwächen in Bezug auf Frauen getroffen. Das konnte auch nur einer Frau gelingen, die er ausgewählt hat …

Ich kann den Hauch des Schicksals in der vom Ozean herüberwehenden feuchten Brise spüren, die mich im Nacken kitzelt.

Seine Hand bewegt sich auf die nackte Haut zwischen ihren Strümpfen und dem verrutschten Kleid zu. Seine Finger gleiten an ihrem Hüftknochen entlang, folgen seinem Schwung nach innen und begeben sich auf die Suche. Ich beiße mir auf die Lippen.

Ich möchte seine Finger in ihre weiche Spalte leiten, ihm zeigen, wie er sie dazu bringen kann, vor Wonne zu stöhnen, während ich seinen Hals küsse. Ablenkung und Helfer zugleich, ebenso Lehrer wie Hure. Aber er schlägt sich auch allein ganz gut: Eine Hand ist zwischen ihren Beinen, die andere zieht ihr währenddessen das Kleid über eine Schulter. Eine volle, geschwungene Titte kommt zum Vorschein. Er beugte sich vor, um den Nippel zwischen seine Lippen zu nehmen.

Sie schließt die Augen. Das kann ich sehen, weil sie den Kopf zu meiner Seite geneigt hat. Ihre Lippen sind leicht geöffnet, und sie lässt ihre Finger durch sein Haar gleiten. Mein Penis tut fast schon weh, er sehnt sich danach, berührt, gesaugt, liebkost zu werden. Ich weiß, wie sich sein Mund anfühlt. Ich kann mir vorstellen, wie er ihren Nippel verwöhnt. Seine Zunge tanzt immer um die empfindsame Spitze herum, bis sich seine Lippen auf einmal schließen und eine Woge der Lust durch ihre Haut schießt. Ihre Finger ballen sich zur Faust, sie legt den Kopf in den Nacken. Ich lächle. Ich kann mir vorstellen, wie sie schmeckt, wie sich ihr Nippel auf meiner Zunge anfühlt …

Ich bin gefangen zwischen den Blicken des einen und der Berührung des anderen. So hatte ich mir das Ganze nicht vorgestellt. Eigentlich weiß ich gar nicht, was ich mir gedacht hatte. Vielleicht war ich ein wenig angesäuselt von der Tatsache, dass Michael endlich, nach all den Monaten, in denen ich ihn beobachtet hatte, während ich so tat, als würde ich genau das nicht tun, mit mir zu flirten begonnen hatte. Stets dachte ich daran, wie es wäre, wenn er nicht der anderen Seite zugewandt wäre … was ich dann alles mit ihm anstellen könnte.

Möglicherweise fühlte ich mich ein wenig geschmeichelt und glaubte, er hätte irgendwie meine tiefsten, schmutzigsten Gedanken gelesen. Die, in denen er die Hauptrolle spielte, wenn ich nackt auf meinem Bett lag und das Radio lief, wenn mein hübschester pinkfarbener Hasendildo zwischen meinen Beinen summte. Während ich mir vorstellte, wie er nackt aussah, drückte ich die Hasennase fest auf meine Klit. Wenn ich überlegte, wie groß sein Schwanz sein mochte, wollte ich nichts mehr, als ihn in mir zu spüren, so sehr, dass ich bereit gewesen wäre, alles dafür zu tun. Wirklich alles.

Aber als er mich fragte, als er es tatsächlich vorschlug – diese verrückte, durchgeknallte, heiße Idee aussprach –, schimpfte ich mit mir. Ich sagte mir, was für eine Närrin ich war. Schlimmstenfalls würde das Ganze unglaublich peinlich werden, ein großer Fehler, ein Drama. Was sich weder Michael leisten konnte noch ich mir, wenn wir beide unsere Jobs behalten wollten. Im besten Fall würde es nur für ein wenig Verlegenheit sorgen und ich hätte die Chance, dass der andere – der unbekannte, geheimnisvolle Dritte – gar nicht zusehen wollte. Wer würde das schon wollen?

Welche Person, die noch alle Sinne beisammen hatte, würde den Gedanken ertragen, Michael zu teilen, und dann auch noch dabei zusehen? Niemand. Der einzige Grund, aus dem sein Liebhaber der Sache zugestimmt hatte, war meiner Ansicht nach, dass man Michael einfach nichts abschlagen konnte – nicht, wenn er einen auf seine ganz eigene Weise anblickte und man die Wärme in seinem Lächeln spürte. Ich weiß, warum ich nachgegeben habe, und ich schätze, bei ihm ist es ähnlich gewesen.

Bis ich sie tatsächlich zusammen gesehen habe. Bin ich krank, dass ich in ihnen Vater und Sohn sehe? Obwohl sie einander nicht gleichen: der eine hell, der andere dunkel, der blonde, muskulöse Mann mit kalifornischer Bräune neben dem brünetten, empfindsamen Sinnlichen. Ist es nicht sogar noch kranker, sich vorzustellen, wie sie einander berühren, und dabei harte Nippel zu kriegen? Wie auch der Wunsch, er möge doch bitte dabei zusehen, wie Michael mich fickt.

Will ich ihn eifersüchtig machen?

Ich habe gesehen, wie er mich wissend angesehen hat. Er kennt sich mit dem Körper einer Frau aus. Ich würde eine Menge Geld darauf verwetten, dass er genau weiß, was er mag, und ich frage mich, ob ihm gefällt, was er gerade sieht. Michael gefällt es jedenfalls sehr.

Mein Kleid ist jetzt völlig verrutscht, und Michael lässt seine Hände über meinen nackten Körper gleiten, von den Schultern bis zur Hüfte. Seine Finger zupfen an meinen Nippeln, lassen sie dann plötzlich wieder frei, sodass sie nach oben hüpfen, während seine Hände weiter nach unten wandern. Sein Schwanz – dieser harte, wunderbare Schwanz, der sich gegen meinen Oberschenkel drückt, während er mich liebkost – beult seine schicke Hose aus. Ich sehe die Lust in seinen Augen, und das bringt mich dazu, mich vor Wonne zu winden. Oh, Macht ist ein starkes Aphrodisiakum. Die Fantasie jedes Heteromädchens dreht sich irgendwann einmal darum, einen schwulen Jungen umzudrehen – und hier ist dieser Junge. Er steht direkt vor mir.

Aber da ist noch mehr. Etwas, was ich in seinem Blick nicht erkennen kann, aber jeder Zentimeter meines Körpers weiß es, versteht es, auch wenn es mein Verstand nicht begreift. Ich möchte dieses Verlangen stillen, dafür alles geben, was in mir ist.

»Ich kann es kaum erwarten, dich zu ficken«, sagt er.

Ich werde rot. Die Hitze wandert von meinem Gesicht zu meinen Brüsten und dann in meine Klit. Ich schiebe mir eine Hand zwischen die Beine, spreize die Schamlippen mit den Fingern und drücke mit einer Fingerkuppe auf meine Klit.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Tisch für drei" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen