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Mit besonderem Dank an alle,
die mich mit Informationen versorgt und
durch Anregungen, Korrekturen und Probelesen
unterstützt haben.

Das Buch

Im Januar 2007 und den Folgemonaten berichten die Medien über massive Vorwürfe von Korruption und der Bildung schwarzer Kassen in einem deutschen Konzern. Gierige Manager haben hunderte von Millionen verschoben, aber die Öffentlichkeit scheint mit der Zeit das Interesse zu verlieren, als immer neue Fragmente des Skandals bekannt werden. Kontrollorgane des Konzerns sind in den illegalen Handel verstrickt. Durch Zahlung gewaltiger, millionenschwerer Bußgelder zieht der Konzern den Kopf aus der Schlinge.

Die Geschichte dieses Buches reicht weit über die öffentlich bekannt gewordene Wahrheit hinaus. Passagen hinzugefügt, öffnet sich ein tiefer Abgrund verbrecherischen Handelns. Die illegal entnommenen Gelder sind jeglicher Kontrolle entzogen und werden zum Fundament eines korrupten Systems zur Beschaffung von Aufträgen. Aber nur einer kennt dieses System und weiß, wo die Millionen gehortet sind. Und, sie sind Menschen mit Schwächen und Neigungen, die dem Sog des Geldes verfallen. Die Geschichte entblößt die dubiosen und verschlungenen Wege der Geldbeschaffung und schildert die skrupellose Dynamik, mit der verbrecherische Subjekte einen Teil des Kuchens an sich reißen wollen. Fehler werden mit dem Leben bezahlt. Der Journalist Harald Brenner recherchiert und gerät in tödliche Gefahr.

Der Text enthält Passagen mit sexuellem Inhalt, die für Jugendliche nicht geeignet sind.

Die Namen der Personen im Buch sind frei gewählt und weder mit lebenden noch toten Personen identisch. Jede Namensgleichheit wäre rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Der Autor

Der Autor lebt heute am Bodensee. Schon in seinem ersten Roman, Der Tod des Krämers, nimmt er die allerorts üblich gewordene Korruption ins Visier. Über Jahrzehnte war der Autor in leitender Funktion im In- und Ausland für den in die Schlagzeilen geratenen Konzern tätig. Danach arbeitete er für viele Jahre als selbständiger Berater. Der Autor kennt die Strukturen von Großkonzernen und deren Denkweise. Das Beschaffen von Aufträgen bestimmt die Moral - ethische Leitlinien verkümmern oft nur zu Phrasen, um wahre Sachverhalte zu kaschieren.

 

Rechtsgeschäfte, die gegen die guten Sitten verstoßen, gelten von Anfang an als nichtig (§138 Abs. 1 BGB).

Vorgeschichte

Am Montag, den 15. Februar 1999, lud Donald J. Johnston seine engsten Mitarbeiter zu einer Feierstunde in den Georg Marshall Room im Château de la Muette, der Residenz der OECD in Paris. Die Uhr zeigte 16:11, als der Generalsekretär den Raum durch die vier Meter hohe Doppelflügeltüre betrat und, wie es der Zufall wollte, exakt 17:11, als er ihn auf demselben Weg wieder verließ. Eine volle Stunde für seine Mitarbeiter, das war viel Zeit für den beschäftigten Mann.

Donald J. Johnston geizte mit unnötigen Worten und so beschränkte er sich auch zu diesem Anlass auf das Nötigste. Vor etwas mehr als zwei Jahren, am 17. Dezember 1997, war die Konvention gegen die Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr zur Unterzeichnung durch die Mitglieder aufgelegt worden. Zwei Jahre später waren unter seiner Regie die Bedingungen für ihr Inkrafttreten erfüllt.

Alle 34 OECD-Mitglieder, sowie die vier Nicht-Mitglieder, Argentinien, Brasilien, Bulgarien und Südafrika, sind seitdem der Konvention beigetreten.

Am 10. September 1998 hat Deutschland mit dem Gesetz zur Bekämpfung internationaler Bestechung die Umsetzung des Pariser Abkommens vom 17. Dezember 1997 vollzogen.

Nicht ratifiziert dagegen hat Deutschland bis heute die UN-Konvention gegen Korruption (UNCAC), die am 16. September 2005 in Kraft getreten ist.

Das Einrichten schwarzer Kassen in Unternehmen ist strafbar, entschied der Bundesgerichtshof 2011. Damit sollte in Deutschland ein weiterer Riegel gegen Korruption und organisierte Kriminalität vorgeschoben werden.

(9)

Im Fausto besprachen die drei Herren aus Pullach die Grundzüge ihrer Strategie. Das Essen war gut und man konnte unschwer erkennen, dass für die Herren ein kräftiger Roter aus der Toskana auch mittags nicht ungewöhnlich war.

Einer fragte, ob man wie üblich vorgehen wolle. Der Zweite gab zu bedenken, dass dies aber dauern könne, da man an die Leute derzeit nur sehr schlecht herankäme. Sie seien zu sehr im Fokus von Staatsanwaltschaft und Polizei und man könne deren Reaktion auf jede noch so vorsichtige Annäherung nicht vorhersagen.

Der Ältere hörte eine Weile zu und sagte schließlich: „Meine Freunde, wir müssen unsere Methoden anpassen. Im Augenblick sind sie darauf bedacht, sich selbst ins rechte Licht zu rücken und zu erläutern, wie unschuldig sie im Grunde genommen doch sind. Da würde es geradezu in ihr Konzept passen und von ihren tatsächlichen Verstrickungen ablenken, wenn sie der Polizei auch noch Hinweise über uns geben könnten. Nein, das werden wir nicht tun. Keine Kontakte! Niemand darf überhaupt nur den Hauch einer Ahnung davon bekommen, dass wir auf sie aufmerksam geworden sind. Also auch keine Begegnungen mit deren Familien und Freunden. Nicht jetzt! Wir kommen später darauf zurück, wenn sie vor Gericht gestanden sind und ihre Strafen erhalten haben. Wenn sie glauben, damit aus dem Schneider zu sein und nichts mehr befürchten zu müssen, dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir zuschlagen werden.“

Der Sprecher lächelte wissend und fuhr fort: „Wenn die Last der Vergangenheit von ihren Schultern fällt und ihre Herzen sich befreien von der Angst um die Zukunft, dann stehen wir vor ihnen und versehen diese schwachen Herzen mit neuer Angst, mit einer bisher von ihnen nicht gekannten Angst um ihre Liebsten, um ihr Leben. Dann werden sie reden oder sterben.“

Mit glänzenden Augen hatten die beiden anderen zugehört. Sie liebten ihn. Er war ihr Patrone, ohne Wenn und Aber. Verstohlen wischten sie sich über die feuchten Augen und griffen nach seiner Rechten. Eine Ehrenbezeugung, unmissverständlich und klar.

Der ältere Herr räusperte sich: „Ist gut meine Freunde. Wir werden in der Zwischenzeit nicht untätig bleiben. Unsere Familie ist groß und unsere Freunde sind zahlreich, so bin ich zuversichtlich, schon sehr bald mehr über diese Personen zu erfahren. Es wird uns nicht verborgen bleiben, was sie alles ausplaudern. Wir zahlen etwas Geld dafür, aber das ist gut angelegtes Geld, man könnte sagen, eine Investition in die Zukunft, nicht wahr?“

Die anderen hingen an den Lippen ihres verehrten Gastgebers, als wollten sie jedes Wort in sich aufsaugen und nickten beifällig. Sie verstanden nur zu gut, was von ihnen erwartet wurde. Sie mussten sich an den Vorlaufkosten beteiligen und würden dafür Informationen über die Aussagen der Betroffenen bei der Polizei und Staatsanwaltschaft erhalten. Der Gastgeber würde seine Verbindungen aktivieren. Verbindungen, die ihm keine Bitte ausschlagen würden. Das war der Plan. Alle Informationen sammeln, analysieren und die notwendigen Schritte vorbereiten für den Zeitpunkt nach den Gerichtsverfahren. Dann aktiv werden, zuschlagen, abkassieren und untertauchen. Ihr normales, tägliches Leben. Der Patrone wartete auf eine Antwort, und sie musste sehr schnell kommen, sollte er nicht glauben, sie hätten ihn nicht verstanden oder würden seine Anweisungen nicht befolgen.

„Wir haben verstanden“, sagte der eine. „Wir werden uns selbstverständlich beteiligen. Ich für meinen Teil übernehme die Hälfte dessen, was du für richtig hältst.“

„Dem kann ich mich nur anschließen“, sagte der andere. „Die Hälfte, keine Frage.“

„Ich habe es nicht anders erwartet“, antwortete der Ältere und kritzelte eine Zahl auf das Stück einer abgerissenen Zeitungsseite, die zufällig in Reichweite lag.

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