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Heiß, heißer … Hochzeit? / Halloween – Sex zur Geisterstunde / Hautnah an der Versuchung

Brenda Jackson

Heiß, heißer … Hochzeit?

1. KAPITEL

Da hat er wirklich einen Volltreffer gelandet, dachte Duan Jeffries, als er inmitten der Hochzeitsgesellschaft stand. Er sah seinem Bruder Terrence dabei zu, wie dieser seine Braut Sherri durch den Ballsaal eskortierte und sich bei den Gästen für deren Kommen bedankte.

Als Duan ihr zum ersten Mal begegnet war, hatte er sofort gewusst, dass Sherri die Frau war, die seinen Bruder glücklich machen konnte. Es war Liebe, die beide miteinander verband, das spürte man genau. Er selbst glaubte eigentlich nicht an die große, wahre Liebe, doch die beiden hatten tatsächlich Zweifel in ihm, dem alten Skeptiker, geweckt.

Das Gleiche traf auf seine Schwester Olivia und den Mann zu, den sie im vergangenen Jahr geheiratet hatte, Senator Reggie Westmoreland. Auch das war eindeutig eine Liebesheirat gewesen. Na schön, zwei große Ausnahmen in seiner unmittelbaren Umgebung. Duan ließ den Blick über die Menge schweifen. Dort drüben stand sein Vater mit seiner neuen Frau. Duan musste lächeln. Also gut, drei Ausnahmen. Vor einigen Monaten hatte sein Vater endlich seine Assistentin geheiratet. Duan kannte keinen Mann, der die Liebe einer Frau mehr verdient hätte als Orin Jeffries, besonders nachdem seine Mutter ihrem Exmann die Hölle auf Erden bereitet hatte.

Duan sah auf die Uhr. Es war müßig, über die Frau nachzudenken, die ihn und seine Geschwister zur Welt gebracht hatte. Er fühlte sich müde und zerschlagen. Erst gestern war er in Chicago angekommen, direkt vom Flughafen in Richtung Kirche gefahren. Er hatte es gerade noch rechtzeitig zum Abendessen nach dem Wedding Rehearsal geschafft, der Generalprobe am Tag vor der Trauungszeremonie.

Jetzt blieb noch etwa eine Stunde Zeit, bevor das Brautpaar zu seiner zweiwöchigen Hochzeitsreise nach Paris aufbrechen würde. Dann würde er ins Hotel zurückgehen, seinen Smoking ausziehen und …

Und was?

Eigentlich hatte er nichts weiter vor. Es hieß, Reggies Brüder und Cousins wollten am Abend eine Pokerrunde veranstalten, doch darauf hatte er keine Lust.

Sein Blick fiel auf eine Frau, die sich gerade mit den Eltern der Braut unterhielt. Mit einem Schlag war er hellwach. Wow! Kimani Cannon. Sie wäre doch ein netter Zeitvertreib!

Sie war Sherris beste Freundin, und Duan hatte sich schon bei ihrer ersten Begegnung vor ein paar Monaten – bei der Verlobung von Terrence und Sherri – zu ihr hingezogen gefühlt. Es war auf Anhieb klar gewesen, dass die Luft zwischen ihnen brannte, und Kimanis Blick war wie ein sinnliches Versprechen gewesen. Leider hatte Duan sich früh verabschieden müssen. Er war privater Ermittler und hatte einen wichtigen Hinweis in einem Fall bekommen, der sofort weiter verfolgt werden musste.

Kimani war wirklich ein Hingucker.

Dunkle Augen, verführerischer Blick, eine süße kleine Nase und wunderschöne volle Lippen. Besonders gefielen ihm die braunen Locken, die ihr Gesicht umrahmten.

Sie war unglaublich sexy, hatte perfekte Kurven und fantastische Beine. Er liebte es, wenn Frauen hohe Absätze trugen, besonders, wenn sie die passenden Beine dazu hatten. Das schulterfreie Kleid stand ihr ausgezeichnet. Noch lieber aber wollte er sie nackt sehen. Zu gern würde er herausfinden, ob sie im Bett auch so heiß war.

Duan nahm einen kräftigen Schluck von seinem Drink und beobachtete sie weiter. Er musste aufpassen, dass er sie nicht zu offensichtlich anstarrte. Bilder und Gedanken wirbelten in seinem Kopf durcheinander. Diese Frau inspirierte ihn zu den wildesten Fantasien.

Obwohl Kimani weit entfernt auf der anderen Seite des Saals stand, brachte sie sein Blut zum Kochen. Er konnte nur noch an Sex denken.

Duan holte tief Luft und lockerte seine Krawatte ein wenig. Zum Teufel, sogar seine Unterwäsche erschien ihm plötzlich zu eng. Nach sechs Monaten Abstinenz konnte das nur eines bedeuten, er brauchte Sex. Vielleicht war diese Frau genau die richtige Partnerin.

Kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gedacht, da begegneten sich ihre Blicke.

Die Temperatur im Raum schien plötzlich um mehrere Grad zu steigen.

Kimani stellte ihr Weinglas auf dem Tablett eines Kellners ab und ging in Richtung Ausgang des Ballsaals. Duan sah ihr nach, fasziniert vom Schwung ihrer Hüften, vom rhythmischen Gang und von ihren schier endlosen Beinen, die durch die High Heels noch länger wirkten.

Kimani versuchte, ganz ruhig zu atmen, als sie über den Flur zum Garderobenraum der Brautjungfern ging. Sie hörte Schritte hinter sich und wusste ganz genau, wer ihr folgte.

Duan Jeffries.

Er hatte etwas an sich, das sie sofort an Sex denken ließ. Sex, Sex und noch mehr Sex. Eben hatte sie das Verlangen in seinem Blick gesehen, wild und irgendwie magisch. Ein heißer Schauer war ihr über den Rücken gelaufen, und das Verlangen, es auf der Stelle mit diesem Mann zu tun, hatte sie fast überwältigt.

Die Klinik, in der sie als OP-Schwester arbeitete, hatte Personal abgebaut, sodass ihr in letzter Zeit kaum noch Zeit für ihr Privatleben blieb. Die Begegnung mit Duan machte ihr erst richtig bewusst, wie sehr sie sich nach einem Männerkörper sehnte. Zum Einstieg könnte sie ihn ja von Kopf bis Fuß ablecken, doch dazu wäre wohl nicht genug Zeit. Sie würden sich mit einem Quickie begnügen müssen.

Schon bei ihrer ersten Begegnung vor vier Monaten hatte Kimani gewusst, dass sie früher oder später zusammenkommen würden. Die erotische Spannung zwischen ihnen war geradezu greifbar gewesen – und Kimani sehr enttäuscht, als Duan sich plötzlich verabschiedet hatte. Gestern Abend hatte sie sich nur deshalb nicht gleich auf ihn gestürzt, weil sie und Sherri mit deren Cousinen einen letzten Junggesellinnenabend miteinander verbringen wollten.

Kimani spürte ein aufregendes Prickeln im Nacken, als sie vor dem Zimmer stehen blieb. Ohne über die Schulter zu blicken, öffnete sie die Tür und ging hinein.

Erst als sie hörte, wie die Tür hinter ihr zufiel und der Schlüssel sich im Schloss drehte, wandte sie sich um. Wieder trafen sich ihre Blicke. Seine Augen waren faszinierend, wie überhaupt alles an ihm. Sein Gesicht wirkte sehr männlich und drückte gleichzeitig viel Sinnlichkeit aus.

Er kam auf sie zu. Unwillkürlich hielt sie den Atem an, als er so dicht vor ihr stehen blieb, dass sie seine Erektion an ihrem Bauch spürte. Sie hätte später nicht mehr sagen können, wer dann den Anfang machte. Es spielte auch keine Rolle.

Als sie seine Zungenspitze mit ihrer berührte, küsste er sie mit einer Leidenschaft, die sie erschauern ließ, und von da an war es um sie geschehen. Etwas schien in ihnen beiden aufzubrechen. Etwas Wildes, Ursprüngliches, etwas, das stärker war als alle Vernunft.

Sie fühlte seine Hand an ihrem Schenkel. Langsam schob er ihr Kleid hoch. Die Hand glitt höher, und noch höher, und dann spürte sie seine Finger unter ihrem Slip.

Als Duan ihre intimste Stelle berührte, stöhnte Kimani auf, griff nach dem Reißverschluss seiner Hose und zog ihn herunter. Sie schob die Hand in die Öffnung und berührte die volle Pracht zwischen seinen Schenkeln. Duan stieß einen kehligen Laut aus und lehnte den Oberkörper zurück.

„Kondom“, stieß er heiser hervor, und sie gab ihn kurz frei, damit er eins aus seiner Hosentasche fischen konnte.

Bewundernd betrachtete sie seine imposante Erektion. Wie routiniert er das Kondom darüberstreifte! Als er wieder aufsah, hatte Kimani das Gefühl, unter seinem Blick zu verbrennen. Schade, dass nur so wenig Zeit blieb. Zu gern hätte sie diesen Mann in aller Ruhe genossen. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und presste die Lippen auf seine.

Sofort erwiderte er den Kuss und fasste wieder unter ihr Kleid. Sie hatte das Gefühl, dass dies ein Quickie der ganz besonderen Art werden würde. Unvergesslich.

Duan hob sie hoch. Es war wundervoll, seine starken Hände auf ihrem Po zu spüren. Instinktiv schlang sie die Beine um seine Taille. Wie von selbst fand er den Weg, schob ihren Slip zur Seite und drang in sie ein. Immer tiefer drang er in sie ein – so groß, so hart – und füllte sie aus. Sie lehnte sich mit dem Rücken an die Wand und überließ sich ihm.

Einen Augenblick lang verharrte er, als wolle er das Gefühl noch etwas länger auskosten. Die Lust auf mehr ließ sie erzittern. Er löste seine Lippen von ihren, warf den Kopf zurück und stöhnte laut auf.

Endlich bewegte er die Hüften. Immer wieder drang er in sie ein, so schnell wie ihr Herz pochte. Sie konnte nur hoffen, dass der Raum hinter dieser Wand leer war. Nicht, dass jemand auf die Idee käme nachzusehen, woher diese Geräusche stammten …

Jeden seiner Stöße spürte sie bis in die Zehenspitzen. Sie wusste, gleich würde er die Beherrschung verlieren. In ihm brodelte es förmlich – wie in einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch.

Er beugte sich vor und nahm ihren Mund erneut in Besitz. Gab es irgendetwas, das dieser Mann nicht perfekt beherrschte? Kimani stöhnte und drängte ihm die Hüften entgegen.

Sie unterbrach den Kuss, um Duan in die Augen sehen zu können. Ein Gefühl von weiblicher Macht erfüllte sie, als sie erkannte, dass er offenbar das Gleiche empfand wie sie. Und wenn der Gesichtsausdruck nicht genügt hätte, um sie zu überzeugen, dann seine rhythmischen Stöße, von denen ihr jeder einzelne so viel Lust bereitete, dass sie nur noch keuchen konnte. Es war fast nicht mehr auszuhalten.

Endlich kündigte sich die Erlösung an. Sie schrie vor Lust auf, als sie einen ekstatischen Höhepunkt erreichte. Auch er stöhnte laut, bevor er sie mit einem Kuss zum Schweigen brachte.

Wieder tanzten ihre Zungen miteinander, wieder küsste er sie hungrig. Kimani schlang die Arme um Duan, während er in wilder Lust auf dem Weg zu seinem Orgasmus ihren Körper in Besitz nahm, als habe er jedes Recht dazu. Und in diesem Augenblick hatte er es auch.

Duan schob sein Hemd in die Hose und sah zu Kimani hinüber. Sie strich ihr Kleid glatt. Was für sexy Kurven sie hatte! Tolle Frau … Noch vibrierte er innerlich von der gerade durchlebten Ekstase, und doch verspürte er immer noch ein fast schmerzhaftes Verlangen. Er schien einfach nicht genug von ihr zu bekommen.

Der ganze Raum war erfüllt von Kimanis Duft. Sie fuhr sich mit der Hand durchs Haar, um ein wenig Ordnung hineinzubringen.

In diesem Augenblick fand er sie einfach nur schön. Duan schüttelte den Kopf über sich selbst. Er hatte gerade einen Quickie mit der besten Freundin seiner Schwägerin gehabt. Dabei warteten sein Bruder und dessen Braut wahrscheinlich längst an der Rezeption auf ihn.

„Wir müssen uns beeilen, wenn wir uns von Terrence und Sherri verabschieden wollen“, sagte Kimani und schlüpfte in ihre hochhackigen Schuhe, die er so sexy fand.

Er wusste, es war idiotisch, doch der einzige Ort, an dem er im Augenblick sein wollte, war hier bei ihr. „Und was, wenn wir es nicht schaffen?“

Sie sah ihn ungläubig an. „Alle werden sich fragen, wo wir sind.“

Duan wünschte, sie könnten wiederholen, was sie gerade getan hatten. Besser, er sagte ihr nicht, dass man sie wahrscheinlich längst vermisste. Sie wurde vielleicht nicht auf Schritt und Tritt beobachtet, doch sein Verschwinden war mit Sicherheit bemerkt worden. Wenn es um ihn und Terrence ging, entging seiner Schwester nichts. Ihre Heirat hatte daran nichts geändert.

„Du siehst übrigens gut aus im Smoking.“

Er erwiderte Kimanis Blick und musste lächeln. Sie hatte wunderschöne Augen. „Und du in diesem Kleid.

„Danke.“

„Ich wollte dich aber nackt sehen.“

Er wartete ihre Antwort ab und hoffte fast, sie würde sagen, dass es nur ein Quickie gewesen war und sonst nichts. Dass es kein zweites Mal geben würde. Dann könnte er es als eine verpasste Chance abhaken. Stattdessen trat sie auf ihn zu, rückte seine Krawatte zurecht, stellte sich auf die Zehenspitzen und flüsterte ihm zu. „Das lässt sich arrangieren. Meine Zimmernummer ist 822.“

Rasch ging sie zur Tür, blickte noch einmal über die Schulter zurück und lächelte provozierend.

Kaum hatte sie den Ballsaal betreten, hörte sie, wie jemand nach ihr rief. Da kam auch schon Sherri auf sie zu. Kimani war sehr froh, dass ihre Freundin mit Terrence ihr Glück gefunden hatte.

„Wo warst du denn?“, fragte Sherri. „Ich habe dich gesucht.“

Kimani warf den Kopf zurück und lachte. „Du meinst, dein Ehemann hat dich gehen gelassen? Kaum zu glauben!“

Sie lächelten beide. „Ja“, erwiderte Sherri. „Aber nur für eine Minute.“ Sie wurde ernst. „Versprich mir, dass du die gute Nachricht feiern wirst.“

Kimani hatte erst vor ein paar Tagen erfahren, dass sie zum Medizinstudium zugelassen worden war. „Ich werde sie feiern, versprochen.“

Sie hatte schon immer Ärztin werden wollen, doch ihre Eltern hatten sich kurz vor ihrem Highschool-Abschluss scheiden lassen, und danach war das Geld knapp geworden. Aus reiner Bosheit hatte ihr Vater, der Mistkerl, das Sparkonto ihrer Mutter leer geräumt, das eigentlich für ihren College-Besuch gedacht gewesen war. Deshalb hatte Kimani einen Kredit aufgenommen und sich erst einmal mit einer Ausbildung zur OP-Schwester begnügt.

Der Beruf machte ihr Spaß, und sie übte ihn gern aus, doch jetzt wollte sie ihren alten Traum weiterverfolgen.

Wieder fiel ihr Blick auf Duan, der am anderen Ende des Raumes stand. Er sah wirklich verdammt gut aus in diesem Smoking. Umwerfend sexy. Dieser Mann war einfach ein heißer Typ. Er schien ihren Blick zu spüren, jedenfalls drehte er den Kopf herum und sah zu ihr hinüber. Sie lächelte ihn an.

Sherri bemerkte es und hob eine Braue. „Na, wenn das kein merkwürdiger Zufall ist.“

Kimani löste den Blick von Duan und wandte sich wieder ihrer Freundin zu. „Was?“

„Während ich nach dir gesucht habe, hat Terrence nach Duan gesucht. Stell dir vor.“

Kimani hob die Schultern. „Ja, und?“

„Weißt du, was ich glaube?“ Sherri grinste vielsagend.

„Keine Ahnung.“

Ihre Freundin sah sie wissend an. „Ich glaube, du hast schon angefangen zu feiern.“

Duan stand ein wenig abseits und schaute zu, wie das frisch verheiratete Paar mit Reis und guten Wünschen überhäuft wurde. Dann nahm er einen kräftigen Schluck aus seinem Champagnerglas und richtete den Blick wieder auf Kimani. Dabei tat er so, als lausche er aufmerksam den Gesprächen um ihn herum.

Eine Einladung von Lucas McCoy und Stephen Morales, alten Freunden von Terrence, hatte er bereits ausgeschlagen.

„Bist du sicher, dass du keine Lust hast, doch noch auf ein Spielchen zu uns zu kommen, Duan?“, fragte ihn jetzt Stone Westmoreland. Duan und Stone hatten als Jungen in der gleichen Liga Softball und später an der Highschool in derselben Mannschaft Football gespielt.

„Ganz sicher“, erwiderte Duan, während er beobachtete, wie sich Kimani auf den Weg zum Ausgang machte. „Ich habe eine ziemlich harte Woche hinter mir, ich muss heute mal früh ins Bett.“

Im Großen und Ganzen stimmte das. Dass er nicht allein ins Bett gehen wollte, ging schließlich niemanden etwas an.

Für ein paar Minuten unterhielt er sich noch mit Stone und den anderen Westmorelands, dann verabschiedete er sich und wünschte allen eine gute Heimfahrt. Genau wie er würden die meisten morgen abreisen. Duan stellte sein leeres Glas auf einem Tisch ab und ging mit schnellem Schritt zu den Aufzügen.

Kimani sah sich in ihrem Hotelzimmer um. Sherri hatte ihr eine Flasche Champagner bringen lassen, die jetzt in einem mit Eis gefüllten Kübel bereitstand. Kimani hatte außer ihrer Freundin niemandem von ihrer Zulassung zur medizinischen Fakultät an der University of California in San Francisco erzählt.

Ein paar Monate lang hatte sie noch Zeit, bevor sie offiziell zusagen musste. Sie hatte sich auch bei anderen Universitäten beworben und wollte erst noch deren Antworten abwarten.

Kimani schlüpfte aus ihren Schuhen und lächelte versonnen. Sie hatte bemerkt, dass Duan ihr nachgesehen hatte, als sie gegangen war. Bestimmt war er schon auf dem Weg zu ihr. Ihr kurzes Intermezzo hatte ein wenig von der sexuellen Spannung zwischen ihnen gelöst, aber nur ein wenig. Kimani hatte Duan ihre Zimmernummer genannt, weil sie beenden wollte, womit sie begonnen hatten. Wenn er ihrer Einladung also tatsächlich folgte, umso besser.

Sie mochte ihn, und seit ihrer intensiven Begegnung vorhin mochte sie ihn noch mehr. Selbst in dieser extrem kurzen Zeit hatte er sich als einfühlsamer Lover erwiesen. Was sie von ihrem letzten Liebhaber, einem Chirurgen aus der Klinik, nicht behaupten konnte.

Kimani ging zum Fenster und sah auf den Michigansee hinaus. Mehrere kleine Boote mit Fischern oder Ausflüglern waren dort unterwegs. Es war ein herrlicher Ausblick. Ihre Mutter hatte eigentlich auch zu Sherris Hochzeit kommen wollen, jedoch vor zwei Tagen angerufen und gesagt, es sei etwas dazwischengekommen. Bestimmt hätte sie den Aufenthalt hier sehr genossen.

Kimani schüttelte unwillkürlich den Kopf, als sie an ihre Mutter dachte. Sie hatte ihr und Tante Gertrude eine Notlüge erzählen müssen. Zwar liebte sie die beiden über alles, doch vor Kurzem hatte Tante Gertrude dem Produzenten der Reality Show „Wie findet man den Richtigen?“ Namen und Adresse ihrer Nichte zugeschickt. Das ging nun wirklich zu weit. Als der Vorschlag auch noch angenommen und Kimani als Kandidatin vorgesehen worden war, war ihr nichts anderes übrig geblieben, als eine Ausrede zu erfinden. Sie hatte die in den Augen von Mutter und Tante einzigartige Chance ausgeschlagen und behauptet, sie habe inzwischen schon selbst den Richtigen gefunden.

Es klopfte an der Tür. Kimani drehte sich um. In gewisser Weise hatte sie ihn ja gefunden, zumindest für dieses Wochenende. Ihr wurde heiß. Sie holte erst einmal tief Luft und ging dann zur Tür. Sie freute sich auf eine weitere Runde wilden, unvergesslichen Sex.

Als Kimani öffnete, verspürte sie sofort Erregung am ganzen Körper. Sie machte einen Schritt rückwärts, ließ Duan eintreten und schloss die Tür hinter ihm.

„Kann ich dir einen Drink anbieten, Duan?“

Sein Lächeln genügte, um ihre Brustwarzen hart werden zu lassen.

„Nein, danke“, sagte er und kam auf sie zu.

„Tja, dann …“

Sie schlang die Arme um seinen Nacken und küsste ihn. Sofort stieg Verlangen in ihr auf.

Duan erwiderte ihren Kuss und manövrierte sie dabei rückwärts durch das Zimmer, bis sie gegen das Bett stießen.

Sie löste ihre Lippen von seinen und sah ihm ins Gesicht. Seine Züge waren angespannt, seine Lippen feucht.

Er tastete auf ihrem Rücken nach dem Reißverschluss ihres Kleids, öffnete ihn und streifte ihr rasch das Kleid und dann den BH ab. Er hatte gesagt, dass er sie nackt sehen wollte. Offenbar verschwendete er keine Zeit.

Duan legte die Hände um ihre Brüste. Als sie seine Finger auf den aufgerichteten Spitzen spürte, wurde ihr schwindlig vor Erregung.

Für einen kurzen Augenblick trafen sich ihre Blicke, dann beugte er sich vor, umschloss eine der beiden Brustwarzen mit den Lippen und küsste sie, als hätte er nie im Leben etwas Besseres gekostet. Sein lustvolles Lecken und Saugen brachte Kimani fast um den Verstand.

Als sie schon glaubte, es nicht mehr länger aushalten zu können, fand sie sich plötzlich auf dem Bett wieder. Duan legte sich zu ihr. Er reizte ihre Brustwarze immer weiter, und als sie sicher war, dass sie allein davon augenblicklich kommen würde, hob er den Kopf und sah ihr in die Augen.

„Du hast hübsche Brüste.“ Seine Stimme klang rau.

„Freut mich, dass sie dir gefallen“, erwiderte sie und streichelte sein Kinn.

Jemand hatte ihr einmal gesagt, dass man die Stärke eines Mannes an der Form seines Kinns erkennen könne. Wenn das stimmte, dann war Duan Jeffries ein echter Samson. Auf jeden Fall war er sehr, sehr sexy.

„Wir müssen dich noch aus deinen restlichen Kleidern schälen“, sagte er und ließ beide Hände über ihren Körper gleiten. Sanft strich er mit den Fingerspitzen über ihre Haut und löste dabei neue heiße Schauer in ihr aus.

Atemlos vor Erregung setzte sie sich auf, und Duan hielt inne, bis sie ihre Strümpfe ausgezogen hatte. Jetzt war sie bis auf ihren Slip völlig nackt. Als sie sich zurücklehnte und die Hüften hob, verstand er diese wortlose Aufforderung sofort. Er stieg aus dem Bett und streifte ihr langsam das Höschen ab.

Begierig ließ Duan den Blick über Kimanis nackten Körper gleiten. Er atmete schneller. Er hatte es kaum erwarten können, sie endlich nackt zu sehen, und er war ganz sicher nicht enttäuscht worden.

Bevor er wusste, wie ihm geschah, war auch Kimani aufgestanden und öffnete seinen Reißverschluss. Dann zog sie ihm Hose und Slip aus und warf die Kleidungsstücke zur Seite. Sie stand vor ihm, sah zu ihm hoch und lächelte. „Das wollte ich vorhin schon tun, aber die Zeit war einfach zu kurz.“

Duan sog hörbar die Luft ein, als sie begann, ihn abzulecken. Dann ging sie in die Hocke, öffnete den Mund und nahm ihn tief in sich auf. Ihre Zunge umschlang ihn warm und weich. Verdammt! Er sank auf die Bettkante und fragte sich, ob er jemals wieder würde frei atmen können. Die Empfindungen, die sie ihn ihm auslöste, waren so intensiv, dass er auf der Stelle hätte tot umfallen können. Er wäre als glücklicher Mann gestorben. Es war nicht das erste Mal, dass er diese Art von erotischer Zuwendung genoss, aber noch nie war sie ihm auf so überschwängliche Art zuteil geworden. Wie gut sich Kimanis volle Lippen anfühlten!

Er legte den Kopf in den Nacken und stöhnte laut, während sie ihre Zunge tanzen ließ. Dann sah er ihr zu. Kimani kniete vor ihm, und ihr Kopf bewegte sich auf und ab, während sie ihn gleichzeitig mit den Händen streichelte. Der Anblick war so erregend, dass es Duan schwerfiel, sich zu beherrschen. Er griff in ihr Haar, um sie einen Augenblick lang zum Stillhalten zu bringen. Seine Lust wurde einfach zu groß.

Er konnte sich kaum noch zurückhalten, und als er spürte, dass er gleich kommen würde, griff er nach Kimanis Kinn und löste sich von ihr. Sie seufzte enttäuscht, doch er nahm sie einfach auf die Arme und legte sie aufs Bett. Bevor sie sich noch lang ausstrecken konnte, war er über ihr und küsste sie hungrig. Dann schob er langsam ihre Schenkel auseinander. Jetzt war es an ihm, ihr mit dem Spiel seiner Zunge den Verstand zu rauben.

Sofort fand er ihre geheimste Stelle, reizte sie dort mit den Fingern und drang dann mit der Zunge in sie ein. Neues, heißes Verlangen erfüllte ihn, und er packte Kimanis Hüften und presste sie noch fester an sich. Schneller und schneller bewegte er seine Zunge und spürte dabei, wie Kimani dem Höhepunkt immer näher kam.

„Duan!“

Er nahm den Kopf etwas zurück und leckte nur noch ihren sensibelsten Punkt mit der Zungenspitze. Als er dann die Lippen darum schloss, musste er Kimani festhalten, so ekstatisch bäumte sie sich unter seinen Berührungen auf.

Sie erzitterte heftig, dann schrie sie auf. Erst als auch die letzten lustvollen Schauer nachgelassen hatten, ließ er sie los und richtete sich auf, um ein Kondom aus seiner Brieftasche zu holen.

Kurz darauf legte er sich wieder zu Kimani, die noch immer mit geöffneten Schenkeln auf dem Bett auf ihn wartete.

Er fühlte sich wie ein Löwe, der sich seiner Beute sicher ist, beugte sich über sie, sah ihr in die Augen, küsste sie und drang gleichzeitig tief in sie ein. Ganz tief.

Diesmal, das wusste er, gab es keinen Grund zur Eile.

2. KAPITEL

Duan öffnete die Augen und blinzelte. Durch das Fenster schien die Sonne in das Hotelzimmer. Im selben Augenblick spürte er den warmen nackten Rücken einer Frau, die sich an seine Brust und seinen Bauch schmiegte.

Ah, er erinnerte sich – an alles, was er in den letzten vierzehn Stunden getan hatte. Und er bereute keine einzige Sekunde davon. Im Gegenteil, er fühlte sich stark und lebendig wie nie zuvor. Kimani hatte ein brennendes Verlangen in ihm gestillt. Sex mit ihr war mehr als nur die Erfüllung seiner erotischen Wünsche.

Sie hatten einander fast wortlos verstanden und gemeinsam einen ekstatischen Höhepunkt nach dem anderen erlebt. Doch irgendwie war es mehr gewesen als reiner Sex. Kimani hatte es geschafft, ihm näherzukommen und den Duan Jeffries zu erleben, den nur wenige zu sehen bekamen. Den Mann, der sich danach sehnte, sich nicht immer perfekt unter Kontrolle haben zu müssen.

Als Kind hatte er keine Wahl gehabt. Er war zu Hause der Älteste gewesen und hatte für Terrence und Olivia immer ein gutes Vorbild abgeben müssen. Seine Mutter hatte seinem Vater schon genug Ärger bereitet. Also hatte sich Duan immer bemüht, das Richtige zu tun. In der Schule hatte er stets die besten Noten bekommen. Nach dem College war er zur Polizei gegangen, um gegen das Böse zu kämpfen. In gewisser Weise tat er das jetzt, als Privatdetektiv, immer noch. Sein Job gefiel ihm. Es verschaffte ihm Befriedigung, diejenigen hinter Gitter zu bringen, die gegen das Gesetz verstießen.

Und trotzdem …

Es hatte ihm Spaß gemacht, sich aus der Hochzeitsgesellschaft seines Bruders davonzustehlen, um einen Quickie zu genießen. Und als ob das nicht schon schockierend genug gewesen wäre, war er auf Kimanis Zimmer gegangen, noch bevor Terrence und Sherri am Flughafen angekommen waren. Unerhört. Aber sehr amüsant.

Kimani hatte ihn einfach bezaubert. Wie schaffte sie das nur, ihm so spontane Reaktionen zu entlocken? Ihn jede Vorsicht vergessen zu lassen?

Sie bewegte sich im Schlaf und presste ihren wundervollen Po noch fester an ihn. Sein männlichstes Teil war bereits hellwach. Dieser unersättliche Kerl war schon wieder auf Beute aus! Offenbar mochte er Kimanis nackten Po.

Doch Duan unterdrückte sein Verlangen. Aus einem unerfindlichen Grund wollte er einfach nur hier liegen und Kimanis Wärme spüren.

Als er ihr den Arm um die Taille legte, kuschelte sie sich näher an ihn. Was für ein gutes Gefühl! Duan schloss die Augen und schlummerte noch einmal ein.

„Wann wirst du heute abreisen, Kim?“

Kimani blickte von ihrem Frühstücksteller auf. Sie waren erst vor Kurzem aufgestanden, hatten geduscht und sich das Frühstück aufs Zimmer bringen lassen. Jetzt saßen sie in die flauschigen Hotelbademäntel eingehüllt im Bett und frühstückten.

„So spät wie möglich“, erwiderte sie. „Also nicht vor zwei. Und du?“

„Ich auch. Mein Flug geht erst um fünf. Ich habe also genug Zeit, um nach O’Hare zu kommen.“

„Ich fliege erst um sechs. Wollen wir uns ein Taxi zum Flughafen teilen?“

Duans Lächeln erfüllte sie mit so viel Wärme, wie es nicht einmal zehn Tassen Kaffee bewirken konnten. „Ja, das ist gut.“

Kimani aß weiter. Sie würde in die Florida Keys zurückkehren und er nach Atlanta. Sie lebten zwar beide im südöstlichen Teil der USA, aber trotzdem weit voneinander entfernt. Eine Wochenendbeziehung käme nicht infrage. Das hatte Kimani schon einmal ausprobiert, nur um irgendwann festzustellen, dass ihr Geliebter ein Doppelleben führte, mit jeweils einer Freundin an der West- und an der Ostküste.

„Es war sehr schön mit dir, Kim, gestern und letzte Nacht.“

Sie lächelte. Wie viele Männer bedankten sich schon bei einer Frau, nachdem sie Sex mit ihr gehabt hatten?

„Ich glaube, du weißt es zu schätzen, wenn eine Frau bereit ist. Und ich war definitiv bereit.“ Sie schob ihren Teller beiseite und lehnte sich gegen eines der Kissen. „Du musstest dir nicht einmal coole Sprüche ausdenken, um mich rumzukriegen.“

Sie beobachtete ihn über den Rand ihrer Kaffeetasse hinweg. Unter dem Bademantel war er nackt, genau wie sie selbst. Sie konnte sich nicht daran erinnern, jemals einem Mann begegnet zu sein, den sie so sexy fand. Unter der Dusche hatten sie ein paar skandalöse Dinge getan. Ihr Herz schlug schneller, wenn sie nur daran dachte.

„Erzähl mir von Duan Jeffries. Etwas, das ich noch nicht weiß“, forderte sie ihn auf.

Seine Mundwinkel zuckten. „Ist das die Bedingung für eine gemeinsame Taxifahrt?“

„Vielleicht.“ Sie grinste frech. „Heutzutage weiß man schließlich nicht, wem man noch trauen kann.“

Duan musste lachen. „Und das sagst du nach allem, was wir in den letzten vierzehn Stunden getan haben?“

„Natürlich. Also, schieß los.“

Er nahm einen Schluck Kaffee. „Was glaubst du denn schon zu wissen?“

Sie setzte eine betont nachdenkliche Miene auf. Duan musste wieder lachen. „Hey, so kompliziert bin ich auch wieder nicht.“

„Das habe ich auch gar nicht behauptet“, erwiderte sie.

Sie tippte sich mit dem Finger ans Kinn. „Also, ich weiß, dass du sechsunddreißig bist – dass du ein Cop warst und zum Detective befördert wurdest. Jetzt hast du mit vier Partnern zusammen ein privates Detektivbüro. Du warst anscheinend noch nie verheiratet und hast keine Kinder. Und wenn du gerade mal nicht kreuz und quer durchs Land reist, um zu ermitteln, gehst du manchmal mit Frauen aus.“

„Wie ich sehe, hat meine Schwester geplaudert.“

„Wieso denkst du, es war Olivia?“

„Weil Terrence den Mund gehalten hätte. Ein Abkommen unter Brüdern. Er verrät meine Geheimnisse nicht – und ich verrate seine nicht.“

Kimani beugte sich vor und hob eine Braue. „Terrence hat Geheimnisse?“

Duan sah sie belustigt an. „Nichts, weswegen Sherri sich Sorgen machen müsste, falls du das meinst. Das gehört alles der Vergangenheit an. Terrence hat sich geändert.“

„Dann erzähl mir deine Geheimnisse. Und lass nichts aus.“

Sein Lächeln erstarb. „Tja, ich habe wenig Geduld mit Leuten, die gegen das Gesetz verstoßen und dann wegen irgendeiner Lücke im System ungestraft davonkommen.“

Kimani hörte die unterdrückte Wut in seiner Stimme. „Gibt es einen Fall, der dir besonders gegen den Strich ging?“

Sein Gesichtsausdruck wurde sehr ernst. „Es gab mehrere, aber einer ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben. Eine Frau wurde entführt, vergewaltigt und sterbend zurückgelassen. Wir hatten alle Beweise, die wir brauchten. Eigentlich war alles klar.“

„Eigentlich?“

„Einer unserer Leute hatte die Beweise ohne Durchsuchungsbefehl beschafft.“

Kimani schwieg bestürzt. „Die Anklage wurde fallengelassen?“, fragte sie dann vorsichtig.

„Nein, aber das Urteil fiel milde aus.“

Sie verstand nur zu gut, dass Duan deswegen frustriert war. Bei ihrer Arbeit als Krankenschwester hatte sie auch keine Geduld, wenn es um Formalitäten und Papierkram ging. Sie hatte erlebt, wie Patienten wegen administrativer Probleme die Behandlung verweigert wurde. Das war einer der Gründe, weshalb sie in der Notfallchirurgie arbeitete. Dort wurde sofort geholfen und nicht lange gefragt.

„Noch Kaffee?“, fragte Duan und riss sie aus ihren Gedanken.

„Nein, danke“, sagte sie und lächelte. „Was gibt es sonst noch?“ Sie sah ihn neugierig an.

Duan blickte angelegentlich in seine fast leere Tasse. Da gab es etwas, worüber er eigentlich weder mit Kimani noch mit irgendjemand anders reden wollte: seine Unfähigkeit, der Frau zu verzeihen, die ihn zur Welt gebracht hatte. Oh, er hatte es versucht. Er hatte sogar nach ihr gesucht und sie gefunden. Damals war er ein erwachsener Mann von dreißig Jahren gewesen. Er hatte ihr sagen wollen, dass er ihr verziehen hatte, um endlich mit diesem Kapitel abschließen zu können.

Doch er war einer Frau begegnet, die keine Vergebung verdiente, weder von ihm, noch von Terrence oder Olivia. Und ganz sicher nicht von seinem Vater, der sie geliebt hatte.

„Das heben wir uns lieber für ein anderes Mal auf.“ Duan stand auf. Er schenkte sich Kaffee nach und sah Kimani an. „Und du? Was gibt es von dir zu erzählen?“

Sie lächelte. „Das ist schnell gesagt.“

Er hob die Tasse. „Ich höre.“

„Da ist zum Beispiel mein Vater, der Trunkenbold, der seine Frau schlug. Ich wollte immer Ärztin werden, und das hat er gewusst. Zumal ich diejenige war, die sich um die Verletzungen meiner Mutter kümmern musste, wenn er sie wieder einmal geschlagen hatte. Jahrelang hat sie Überstunden gemacht, um das Geld für meine Ausbildung zu verdienen. Als ich dann aufs College gehen sollte, hat mein Vater vorher alles vom Konto abgehoben.“

Kimani schwieg einen Moment. „Wahrscheinlich werde ich niemals heiraten, weil die meisten Männer mich zu stark und unabhängig finden. Den Ärzten in der Klinik mache ich Angst, und anderen Männern bin ich zu direkt. Die Menschen, besonders die Männer, verstehen mich nicht.“

Dann bin ich wohl anders, dachte Duan. Er mochte Kimani. Ja, er stand auf Frauen, die offen und direkt waren. Und er konnte Kimani gut verstehen. Sie hatte keine Scheu davor, sich zu nehmen, was sie wollte. Gestern, letzte Nacht und heute Morgen hatte sie ihn gewollt. Er hatte wahrlich keinen Grund zur Klage.

„Und was ist positiv?“, fragte er.

Ihr Gesicht hellte sich auf, und sie deutete auf den Sektkühler, der auf dem Tisch stand. „Das“, sagte sie. „Ich habe einen ganz persönlichen Grund zum Feiern.“

„Was hast du denn zu feiern?“

„Meine Zulassung zur medizinischen Fakultät. Es hat ganz schön lange gedauert, aber jetzt ist es endlich so weit.“

„Herzlichen Glückwunsch. Welche Uni?“, fragte Duan interessiert.

„San Francisco“, erwiderte sie eifrig. „Aber ich habe mich noch bei drei anderen beworben. Es ist also noch nicht sicher, wo ich am Ende studieren werde. Das ist auch nicht so wichtig. Hauptsache, mein Traum wird endlich wahr.“

Sie wurde nachdenklich. „Meinen Job als Krankenschwester werde ich allerdings vermissen. Der hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber ich denke, als Ärztin kann ich noch viel mehr tun.“

Duan lächelte breit und kehrte zum Bett zurück. Er nahm Kimanis Hände in seine. „Es freut mich für dich, und das muss wirklich gefeiert werden.“ Er küsste ihre Fingerspitzen, dann ließ er sie los und nahm die Flasche aus dem Eiskübel. Sie war noch kalt. „Normalerweise trinke ich so früh am Tag keinen Alkohol, aber das ist ein ganz besonderer Anlass.“ Er öffnete die Flasche und füllte die beiden bereitstehenden Gläser mit dem perlenden Champagner.

Duan schien sich wirklich von Herzen für sie zu freuen und nicht nur so zu tun. Kimani erinnerte sich an ein Gespräch, das sie einmal mit Olivia geführt hatte. Duans Schwester hatte ihr erzählt, dass ihr Bruder immer von einem eigenen Detektivbüro geträumt hatte, jedoch aus finanziellen Gründen nach dem College in Atlanta bei der Polizei anfangen musste. Doch er hatte sein Ziel nie aus den Augen verloren und vor ein paar Jahren schließlich seine eigene Firma gegründet.

Er hatte also seine eigenen Erfahrungen mit der Verwirklichung von Träumen gemacht.

Duan reichte ihr eines der Gläser und prostete ihr zu. „Auf die zukünftige Dr. Kimani Cannon.“

Kimani strahlte, stieß mit ihm an und trank genüsslich.

Duan setzte sich neben sie aufs Bett, nahm ihr das Glas ab und stellte es auf dem Nachttisch ab. „Und jetzt wird gefeiert“, sagte er. Er hielt sein Glas noch in der Hand, während er mit der anderen Kimanis Gürtel löste. Sie leckte sich über die Lippen, während sie ihm dabei zusah, wie er ihren Bademantel öffnete und ihren Körper entblößte.

Dann strich er mit den Fingerspitzen ganz langsam von ihrer Kehle zu ihren Brüsten, von dort zu ihrem Nabel und dann zwischen ihre Schenkel.

„Was hältst du eigentlich davon, diese Sache so richtig zu feiern?“, raunte er. Bevor sie begriff, was er vorhatte, neigte er sein Glas, und etwas Champagner ergoss sich über ihren Körper.

Kimani keuchte, als die kühle Flüssigkeit ihre Haut berührte, von ihren Brüsten abperlte und in kleinen Rinnsalen bis hinab zwischen ihre Schenkel floss. Ein lustvoller Schauer überlief sie.

„Hoppla, das tut mir aber leid, wie ungeschickt von mir.“ Duan stellte sein Glas ab. „Ich schätze, nun werde ich das ablecken müssen.“

Und genau das tat er.

Kaum war sie in das Taxi eingestiegen, klingelte ihr Handy. Kimani klappte das Display auf und lächelte. „Hallo Mom, wie geht es dir? Du hast eine tolle Hochzeit verpasst.“

Sie sah zu Duan, der neben ihr auf der Rückbank saß. Seine Hand lag auf ihrem Schenkel, und sein Blick verriet ihr, wie schwer es ihm fiel, ihr nicht den Rock hochzuschieben.

Sie verstand ihn. Seit dem Augenblick, als sie sich von der Party davongestohlen hatten, waren sie beide wie von einem Fieber ergriffen. Es war wie eine Sucht. Eine Sucht nach Sex, wann und wo immer es möglich war. Dass sie sich jetzt Selbstbeherrschung auferlegten, geschah nur aus einem Grund: Sie wollten den Taxifahrer nicht in Verlegenheit bringen. Und natürlich bestand auch noch das Risiko, verhaftet zu werden.

Kimani schüttelte den Kopf über sich selbst. Es war verrückt. So etwas war ihr noch nie passiert. Als hätten ihre Körper einen eigenen, unkontrollierbaren Willen. Nur so war es zu erklären, dass zwei erwachsene Menschen auf dem Weg zu einem Taxi noch im Aufzug Sex hatten.

Sie schätzte Duans Qualitäten als Liebhaber sehr. Die letzten vierundzwanzig Stunden waren die lustvollsten – und unvergesslichsten –, die sie je erlebt hatte.

„Mir geht’s gut, Kleines, und es tut mir sehr leid, dass ich die Hochzeit verpasst habe“, hörte sie ihre Mutter sagen. Kimani zwang sich, an etwas anderes zu denken als an Duan. Doch allein seine Anwesenheit und seine Blicke lösten immer wieder Verlangen in ihr aus.

„Ich rufe Sherri an, sobald sie aus den Flitterwochen zurück ist“, fügte ihre Mutter hinzu. „Aber jetzt muss ich dir erst einmal erklären, warum ich nicht nach Chicago kommen konnte.“

„Okay.“ Kimani versuchte, sich auf das Gespräch zu konzentrieren. Ihre Mutter hatte sehr geheimnisvoll getan, als sie ein paar Tage zuvor anrief.

Das letzte Mal, als sie sich so verhalten hatte, war ein Mann im Spiel gewesen. Nicht, dass sie ihrer Mutter kein neues Liebesglück gegönnt hätte. Mit fünfundfünfzig war Wynona immer noch attraktiv, auch wenn Kimani lange gebraucht hatte, um sie davon zu überzeugen. Denn ihr gewalttätiger Vater hatte ihrer Mutter eingeredet, dass sie keinen anderen Mann mehr finden würde, wenn sie ihn verließe, und ohne einen Beschützer hilflos wäre.

Leider war Wynona bei ihrem Ehemann geblieben und hatte seine physischen und psychischen Misshandlungen lange ertragen. Nie würde Kimani den Tag in ihrem letzten Highschool-Jahr vergessen, an dem ihre Mutter schließlich in der Notaufnahme der Klinik gelandet war. Damals hatte Wynona endlich beschlossen, sich nie wieder von einem Mann schlagen zu lassen. Unter Tränen hatte sie Kimani erklärt, sie wolle nicht, dass ihre Tochter in dem Irrglauben aufwachse, eine Frau müsse Gewalttätigkeiten einfach hinnehmen.

Kimani war froh, dass ihre Mutter die Kraft aufgebracht hatte, ihren Vater zu verlassen. Doch es gab noch etwas, das sie völlig inakzeptabel fand: Die Vorstellung, dass eine Frau ohne Mann nicht leben konnte. Doch davon war ihre Mutter immer noch überzeugt gewesen, und so hatte Kimani nacheinander drei Stiefväter bekommen. Zwar hatte keiner von ihnen ihre Mutter geschlagen, doch sie hatten allesamt nicht genügend Rückgrat gehabt, und keine dieser Ehen hatte länger als ein bis zwei Jahre gehalten.

„Also, warum konntest du nicht zur Hochzeit kommen, Mom?“

„Ich habe jemanden kennengelernt.“

Kimani hörte an der Stimme ihrer Mutter, dass diese übers ganze Gesicht strahlte. Oh, nein! Kimani lehnte sich zurück. Duan legte den Arm um ihre Schultern. Ein heißer Schauer überlief sie, fast wie auf Knopfdruck.

„Und wer ist der Glückliche?“, hörte sie sich selbst sagen.

„Sein Name ist Edward Villarosas, und er ist wirklich sympathisch.“

Das sind sie am Anfang alle, dachte Kimani. Boris Longleaf zum Beispiel, ein wirklich netter Kerl, bis ihre Mutter nach einem Jahr festgestellt hatte, dass er Männer bevorzugte.

Dann Albert Higgins, Hausmeister in dem Apartmentkomplex, in den ihre Mutter nach ihrer Scheidung von Boris gezogen war. Kimani hatte von Anfang an ein ungutes Gefühl gehabt, und siehe da, er war als Mitglied eines Rings von Autodieben verhaftet worden.

Phillip Gunter, Ehemann Nummer vier, hatte es schließlich auf Kimani abgesehen. Und dann auch noch behauptet, sie habe ihn zu verführen versucht. Wynona hatte ihm natürlich kein Wort geglaubt und ihn in die Wüste geschickt.

Nach diesen vier gescheiterten Ehen wünschte sich Kimani, dass ihre Mutter endlich einmal jemanden finden würde, mit dem sie glücklich werden konnte. Aber nach allem, was passiert war, schwand ihre Hoffnung.

„Erzähl mir alles über ihn.“

„Wir sind uns im Supermarkt begegnet, und dann ging es ziemlich schnell.“

Kimani verdrehte die Augen. „Das kann ich mir denken.“

„Du wirst ihn mögen.“

Das bezweifle ich, dachte Kimani. „Wann kann ich ihn kennenlernen?“

„Na ja, in … in drei Wochen, wenn du dann zu unserer Hochzeit kommst.“

„Was?“ Kimani traute ihren Ohren nicht.

„Alles in Ordnung, Kimani?“ Duan drückte sie an sich. Sein Atem strich warm über ihre Wange.

Kimani nickte und flüsterte: „Ja, schon gut.“

„Kim, wer ist da bei dir? Dein Verlobter?“

Kimani schüttelte den Kopf. Vor zwei Monaten hatte sie diese Lüge in die Welt gesetzt, und jetzt warteten alle darauf, ihren „Verlobten“ kennenzulernen.

„Kim?“

„Mom, du kannst nicht in drei Wochen heiraten. Was weißt du denn über diesen Kerl?“

„Genug, um überzeugt zu sein, dass er in Ordnung ist. Edward ist geschieden wie ich, und wir sind gerne zusammen. Er hat mich gefragt, ob ich ihn heiraten möchte, da habe ich Ja gesagt. Freu dich für mich. Ich freue mich ja auch für dich. Du hast ja keine Ahnung, wie glücklich Tante Gertrude und ich waren, als du uns von deiner Verlobung erzählt hast. Ich habe mir immer Vorwürfe gemacht, dass du nicht heiraten wolltest, weil du so lange mit ansehen musstest, was dein Vater mir angetan hat. Ich weiß, ich bin schuld daran. Ich hätte ihn viel früher verlassen sollen.“

Ja, das hättest du, dachte Kimani. Nicht wegen mir, sondern um deinetwillen.

Es stimmte zwar, was ihre Mutter sagte, aber sie wollte nicht, dass Wynona sich ihretwegen schuldig fühlte.

Frustriert blies Kimani die Luft aus. „Mom, bitte versprich mir, dass du nichts tust, bis ich da bin.“

„Und wann wirst du da sein? Die Familie möchte, dass ich eine Hochzeitsfeier veranstalte, aber Edward und ich würden am liebsten einfach nach Las Vegas fliegen und …“

„Nein, Mom, bitte nicht wieder Las Vegas. Hast du denn gar nichts gelernt?“

„Kimani Cannon, bitte nicht in diesem Ton. Ich habe nicht angerufen, um dich um Erlaubnis zu fragen, ob ich Edward heiraten darf. Ich sage dir nur, dass ich es tun werde. Aber wenn du ihn wirklich kennenlernen willst, dann schlage ich vor, du nimmst dir frei und kommst einfach.“

„Ich glaube, das werde ich tun, Mom.“

„Schön. Und wage es nicht, ohne den jungen Mann zu erscheinen“, sagte Wynona streng. „Ich kann es nicht erwarten, ihn zu sehen. Wie gesagt, dass du verliebt bist, nimmt mir eine große Last von den Schultern.“

„Mom, ich …“

„Nein, Liebes, lass mich ausreden. Ich weiß, du verstehst nicht, warum ich mich immer wieder mit einem Mann einlasse. Vielleicht suche ich ja etwas, das ich bisher nicht gefunden habe. Jetzt geht es mir gut. Edward tut mir gut. Aber zu wissen, dass du über die Zeit mit deinem Vater hinweg bist, das ist mein größtes Glück. Ich habe immer dafür gebetet, dass du einen guten Mann findest, und jetzt ist es endlich passiert. Ich kann es nicht erwarten, ihm zu begegnen. Komm ja nicht ohne ihn. Bis bald, Liebes.“

Ihre Mutter legte auf. Erst jetzt wurde Kimani bewusst, dass sie ihrer Mutter gar nichts von ihrem Studienplatz erzählt hatte. Sie seufzte tief. Mist, wegen ihrer Notlüge über einen angeblichen Verlobten saß sie nun ganz schön in der Klemme. Sherri hatte sie gewarnt.

„Ist alles in Ordnung, Kimani?“

Sie sah Duan an. Einen Moment lang hatte sie vergessen, dass sie mit ihm im Taxi saß und durch die Straßen von Chicago fuhr.

Wieder seufzte sie, und als er einladend die Arme ausbreitete, schmiegte sie sich an ihn „Geht es deiner Mutter gut?“, fragte er besorgt.

Kimani kaute an ihrer Unterlippe. „Wenn man es in Ordnung findet, dass sie vorhat, zum fünften Mal zu heiraten. Ja, dann geht es ihr sehr gut.“

3. KAPITEL

Duan war nicht sicher, ob er richtig gehört hatte. „Deine Mutter war viermal verheiratet?“

„Ja.“

Das war unglaublich. Genau das Gleiche traf auf seine Mutter zu. Er verlagerte das Gewicht, und Kimani bewegte sich automatisch mit. Er hatte schon öfter spontanen Sex gehabt, doch niemals hatte das zu einem gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen geführt, geschweige denn zu einer gemeinsamen Taxifahrt zum Flughafen. Wenn es vorbei war, war es vorbei. Es hatte nie den Gedanken an ein nächstes Mal gegeben. Doch Kimani würde er wiedersehen, das wusste er. Dieses eine Wochenende war nicht genug.

„Ich habe dir ja schon von meinem Vater erzählt, und dass er meine Mutter geschlagen hat. Doch ich habe nicht erwähnt, dass sie sich trennten, als ich noch auf der Highschool war. Diesen Tag betrachte ich als einen der glücklichsten meines Lebens. Mein Vater war wirklich ein Schläger von der schlimmsten Sorte.“

„Und deine Mom ist all die Jahre bei ihm geblieben?“

„Ja, sie war ganz sicher, dass er sich ändern würde. Er war schlau und ist mit uns nach New Orleans umgezogen, weit weg von ihrer Familie. Vor ein paar Jahren zog Mom zurück nach Shreveport, um näher bei ihren Leuten zu sein. Sie kümmerte sich um meine Großmutter, die inzwischen aber gestorben ist. Jetzt will meine Mutter ihr Leben neu ordnen und glaubt, einem Mann begegnet zu sein, der ihr Schicksal ist. Bis jetzt hat sie immer daneben gegriffen, und ich fürchte, auch das fünfte Mal wird es nicht anders sein.“

Duan schüttelte den Kopf. Das nannte man wohl Ironie des Schicksals. Kimanis Mutter suchte und suchte nach einem guten Mann, während seine eigene Mutter immer einen gehabt hatte und nie zufrieden gewesen war.

„Meine Mutter war auch viermal verheiratet“, hörte er sich sagen.

„Tatsächlich?“

„Ja.“ Duan wunderte sich über sich selbst. Er sprach sonst nie über seine Mutter. Auch Terrence und Olivia gegenüber erwähnte er sie nur ganz selten.

Kimani saß inzwischen praktisch auf seinem Schoß. Wieder versuchte er sein heißes Verlangen zu kontrollieren. Er konnte nur hoffen, dass sie am Flughafen ankommen würden, noch bevor er etwas tat, das womöglich Schlagzeilen in der Chicago Sunday Times machen würde.

„Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, plante sie gerade, Ehemann Nummer fünf zu ehelichen. Aber das war vor sechs Jahren. Vielleicht ist sie ja inzwischen bei Nummer zehn.“

Kimani sah ihn ungläubig an. „Das ist ja wohl nicht dein Ernst, oder?“

„Ich scherze nie, wenn es um die Frau geht, die mich zur Welt gebracht hat.“

Duans Stimme klang plötzlich scharf. Wahrscheinlich hatte das Verhalten seiner Mutter eine tiefe Wunde in seiner Seele hinterlassen. Kimani ging es ja ähnlich, weil ihre Mutter einfach nicht aufhörte, nach dem perfekten Mann zu suchen.

Der perfekte Mann.

Den gab es nicht. Aber ihre Mutter träumte von ihm, und Kimani wusste alles über Träume. Sie verstand, warum ihre Mutter sich wünschte, ihr einziges Kind würde heiraten. Wynona glaubte, als Ehefrau und auch als Mutter versagt zu haben. Das stimmte nicht, doch ihre Mutter würde sich erst eines Besseren belehren lassen, wenn ihre Tochter endlich sicher unter der Haube war.

Kimani und Duan schwiegen beide nachdenklich. „Wann soll die Hochzeit stattfinden?“, fragte er schließlich.

Kimani rieb sich die Stirn. „Sie wollen in drei Wochen heiraten, was mich in echte Schwierigkeiten bringt, wegen meiner Notlüge.“

„Was für eine Notlüge?“

„Dass ich verlobt bin.“

Duan sah sie überrascht an.

„Okay, ich gebe zu, das war blöd“, gestand Kimani. „Aber ich hatte meine Gründe. Mom und ihre Schwester, meine Tante Gertrude, glauben, es liegt an der kaputten Beziehung meiner Eltern, dass ich immer noch keine in ihren Augen ‚richtige Beziehung‘ zu einem Mann habe.“

Duan zuckte mit den Schultern. „Das trifft wahrscheinlich auch zu. Bei mir ist es jedenfalls so. Ich bin nicht sicher, ob ich jemals einer Frau wirklich vertrauen kann, nach allem, was meine Mutter meinem Dad angetan hat. Ich weiß, es sind nicht alle Frauen gleich, so wie du bestimmt auch weißt, dass nicht alle Männer gleich sind. Aber trotzdem, ich finde es ganz normal, dass jemand, der so etwas erlebt hat, Angst hat, verletzt zu werden.“

Kimani nickte. Was er sagte, ergab durchaus Sinn. Die Ehe ihrer Eltern hatte ihre Einstellung zu Männern beeinflusst.

„Aber ich will nicht, dass Mom sich deswegen Vorwürfe macht und sich unnötig sorgt. Ich bin glücklich mit meinem Leben, so wie es ist. Ich glaube auch, Mom würde es lockerer sehen, wenn da nicht noch Tante Gertrude wäre. Sie ist eine hoffnungslose Romantikerin. Und süchtig nach Reality-Shows im Fernsehen. Vor ein paar Monaten hat sie ohne mein Wissen meinen Namen und meinen Lebenslauf an die Redaktion von ‚Wie findet man den Richtigen?‘ geschickt. Ob du es glaubst oder nicht, ich wurde ausgewählt.“

Duan lachte. „Das ist nicht dein Ernst.“

„Oh, doch. Sie wollten mich überraschen, und das ist ihnen gelungen. Das Filmteam ist einfach so in der Klinik aufgetaucht. Es gab keinen anderen Ausweg, als zu lügen und zu behaupten, ich hätte mich in der Zwischenzeit verlobt.“ Kimani lächelte spöttisch. „Damit waren erst mal alle zufrieden, und man hat mich in Ruhe gelassen. Bis jetzt. Aber nun bekomme ich die Folgen zu spüren. Mom will meinen Verlobten kennenlernen. Ich kann das nicht länger aufschieben.“

„Sag ihnen einfach die Wahrheit.“

Kimani verdrehte die Augen. „Du kennst meine Familie nicht, besonders Tante Gertrude. Ich könnte ihr sagen, sie soll sich aus meinen Angelegenheiten heraushalten, aber ich weiß ja, dass sie es gut meint. Nein, nein, wenn ich das nächste Mal nach Hause komme, werde ich meiner Familie wohl einen Verlobten präsentieren müssen. Auch wenn es nur zum Schein ist.“

Duan fand, es wäre das Klügste, Kimani würde ihrer Familie einfach die Wahrheit gestehen. Aber wenn sie das nicht tat und einfach irgendeinen Mann nach Hause brachte? Irgendwie fiel es ihm schwer, sich das vorzustellen. Es ging ihn ja eigentlich nichts an, aber …

„Hast du schon einen Kandidaten?“ Er blickte sie fragend an. Sie hatte so wundervolle Augen. Er erinnerte sich, wie er im Augenblick der Ekstase in diese Augen geblickt hatte.

Kimani hob eine Braue. „Einen Kandidaten?“

„Na ja, ein Mann, der bereit wäre, deinen Verlobten zu spielen.“

Sie hob die Schultern. Der einzige, der ihr einfiel, war Winslow Breaker. Er war Chirurg an der Klinik und flirtete seit Monaten mit ihr. Das Problem war nur, dass sie sich nur zu lebhaft vorstellen konnte, was der gute alte Winslow sich davon erhoffen würde. Leider hatte sie gar keine Lust auf ihn. Nie gehabt.

„Kann sein“, hörte sie sich selbst sagen.

Duan fluchte lautlos. Aber wieso kümmerte ihn das überhaupt? Es ging ihn doch wirklich nichts an.

In der Ferne konnte man schon den riesigen Tower des Flughafens sehen. Plötzlich wusste Duan genau, was wollte.

Er strich Kimani mit der Fingerspitze über die Wange. Er sah auf ihre Lippen und beugte sich vor. „Hört sich an, als hättest du einen guten Plan. Bestimmt läuft alles so, wie du es möchtest. Aber jetzt …“, er senkte die Stimme, „… möchte ich dieses Wochenende mit dir noch bis zur letzten Sekunde genießen.“

Duan schmeckte Kimanis Lippen. Dann nahm er gierig ihren Mund in Besitz. Noch nie hatte er eine Frau so gern geküsst.

Ihre Zungen trafen sich, schienen miteinander zu verschmelzen. Das Gefühl löste heiße Schauer der Begierde in ihm aus. Es war wundervoll, mit welcher Leidenschaft Kimani seine Küsse erwiderte. Er ergriff die Initiative, sie ging darauf ein, drehte den Spieß um und übernahm die Führung.

Während dieses Kusses wurde Duan erst richtig bewusst, was ihm an Kimani so sehr gefiel. Bei ihr gab es keine Tabus, sie war so offen und unverkrampft in ihrer Sinnlichkeit. Da war nichts außer Hingabe und Verlangen.

„Sagten Sie, Sie fliegen mit Delta Airlines, Mister?“

Duan löste sich von Kimani und blickte an ihr vorbei zu dem Fahrer, der sich zu ihnen umgedreht hatte und grinste. Kein Wunder, denn Kimani saß wieder auf seinem Schoß und presste sich an ihn.

„Ja, ich fliege mit Delta.“ Duan schenkte dem Mann weiter keine Beachtung. Er legte den Mund an Kimanis Lippen und flüsterte: „Komm gut nach Hause, Kim.“

Zögernd schob er sie von seinem Schoß. Etwas in ihm wehrte sich dagegen, dass dies der Augenblick des endgültigen Abschieds sein sollte. Als der Fahrer anhielt, öffnete Duan die Tür. Bevor er ausstieg, wandte er sich noch einmal zu Kimani um.

Ohne nachzudenken sagte er: „Ich habe demnächst ein paar freie Tage – falls du mich auf deine Kandidatenliste setzen möchtest?“

Sie sah ihn verblüfft an. „Im Ernst? Das würdest du für mich tun?“

„Ja, das würde ich.“ Er nahm ihre Hand, führte sie an seine Lippen und küsste ihre Fingerspitzen.

Schließlich ließ er sie los und stieg aus.

„Sei nicht überrascht, wenn ich dein Angebot annehme, Duan“, warnte sie ihn. „Dann wäre ich eine Sorge los und könnte mich auf Mom und diesen Edward Villarosas konzentrieren.“

Duan drehte sich um und sah Kimani aufmerksam an. „Edward Villarosas?“, wiederholte er.

Sie nickte. „Ja, das ist der Mann, den meine Mutter heiraten will.“

Nachdem er die Sicherheitszone passiert hatte, zog Duan sein Handy aus der Tasche und wählte die Nummer seiner Firma. Landon Chestnut, einer seiner Partner, kam für gewöhnlich sonntagnachmittags ins Büro. Die anderen drei Partner waren Antron Blair, Brett Newman und Chevis Fleming.

„Hi, Kumpel, wie war die Hochzeit?“, meldete sich Landon nach dem dritten Klingeln.

„Richtig nett. Das glückliche Paar dürfte jetzt in Paris sein.“ Duan zögerte einen Moment. „Bist du bereit für eine Begegnung mit der Vergangenheit?“

„Um was geht es?“

„Edward Villarosas.“

Duan hatte volles Verständnis dafür, dass sein Partner statt einer Antwort kräftig fluchte. Landon war immer von Villarosas’ Schuld überzeugt gewesen. Der Mann war ihnen entwischt, als Landon noch Detective bei der Polizei von Atlanta gewesen war. Duan hatte damals den Polizeidienst bereits verlassen und seine eigene Firma gegründet.

Die beiden Ehefrauen Villarosas’ waren im Abstand von fünf Jahren als vermisst gemeldet worden, doch man hatte ihm absolut nichts nachweisen können. Duan konnte sich noch sehr gut erinnern, wie frustriert Landon gewesen war, als seine Ermittlungen immer wieder ins Leere liefen. Sollte Villarosas seine Ehefrauen ermordet haben, dann hatte er beim Verwischen der Spuren ganze Arbeit geleistet. Der Fall Villarosas war einer der Gründe gewesen, weshalb Landon den Polizeidienst verlassen und in Duans Firma angefangen hatte.

„Ich glaube nicht, dass ich den je vergessen werde.

„Falls es derselbe Edward Villarosas ist, und ich habe das Gefühl, er ist es, dann wird er demnächst wieder heiraten“, erklärte Duan. Er setzte sich in einen der Sessel in dem Warteraum.

„Kennst du die Zukünftige?“, fragte Landon.

„Nicht direkt. Sie ist die Mutter der besten Freundin von Terrence’ Frau. Diese Freundin hat es mir gerade auf der Fahrt zum Flughafen erzählt, wir haben uns das Taxi geteilt. Anscheinend lebt der Typ jetzt in Louisiana.“

„Ich habe gehört, dass er aus Atlanta weggezogen ist. Meinst du, er hat seiner künftigen Ehefrau erzählt, dass er bereits zwei Mal unter Verdacht stand, sich seiner jeweiligen Gattin entledigt zu haben?“

„Das bezweifle ich“, erwiderte Duan.

„Ich auch. Ich würde diese Fälle zu gerne neu aufrollen, um zu sehen, ob ich beim ersten Mal vielleicht etwas übersehen habe. Der Mann hatte absolut wasserdichte Alibis, aber irgendetwas an ihm hat mich immer gestört. Am Ende hat sich einfach nichts ergeben, womit wir aus einem Vermisstenfall einen Mordfall hätten machen können. Er behauptete beide Male, seine Frau habe ihn wegen eines anderen verlassen.“

„Wenn ich zu der Hochzeit in drei Wochen eingeladen werde, habe ich vielleicht die Chance, an weitere Informationen zu kommen. Kimani Cannon braucht eine männliche Begleitung, und ich schätze, da sie Villarosas selbst zum ersten Mal begegnen wird, möchte sie vielleicht ein bisschen früher als die anderen Gäste anreisen.“

„Eine Woche wäre gut. Wenn du so lange in Villarosas’ Nähe sein könntest, würde er vielleicht einen Fehler machen und etwas preisgeben, was er vor fünf Jahren verheimlichen konnte“, überlegte Landon laut. „Damals hat er seine Geschichten ja perfekt präsentiert. Gut, dass er dich nicht kennt, du warst zu der Zeit ja schon nicht mehr bei uns.“

Landon hat recht, dachte Duan, hier bin ich im Vorteil. Allerdings war er noch keineswegs sicher, ob Kimani ihn wirklich bitten würde, sie zu begleiten.

„Wann wirst du wissen, ob du Ms Cannon begleiten wirst?“

„Möglicherweise Anfang nächster Woche. Ich werde sie anrufen und sie daran erinnern, dass ich zur Verfügung stehe.“

„Wirst du ihr sagen, was los ist?“

Duan überlegte einen Moment. Wenn er Kimani informierte, würde sie alles tun, um ihre Mutter von der Heirat abzuhalten. Außerdem musste er, auch wenn es ihm schwerfiel, von der Unschuld des Mannes ausgehen, solange dessen Schuld nicht einwandfrei erwiesen war. Villarosas mochte Landons Hauptverdächtiger sein, doch er hatte ansonsten eine absolut weiße Weste und war niemals wegen eines Verbrechens angeklagt gewesen.

„Nein, ich werde ihr noch nichts sagen“, erwiderte Duan.

Er beendete das Gespräch mit Landon. Kurz darauf wurde sein Flug aufgerufen. Duan wusste, er durfte jetzt keine Zeit verschwenden. Er brauchte einen Plan. Er musste dafür sorgen, dass er der Mann an Kimanis Seite war, wenn sie nach Shreveport flog.

4. KAPITEL

Als Kimani am Montagmorgen in ihrem eigenen Bett erwachte, verspürte sie schon wieder Lust auf Sex. Kein Wunder, sie hatte im Traum praktisch jede Sekunde ihres Wochenendes mit Duan noch einmal durchlebt.

Etwas an der Art, wie er sie berührte, unterschied sich von den Zärtlichkeiten anderer Männer. Sie musste fast lachen, wenn sie an Dr. Allen Perry dachte, einen der besonders geachteten Chirurgen in der Klinik. Er bildete sich besonders viel auf seine Hände ein, und zwar nicht nur im Operationssaal. Aber diese Hände waren gar nichts im Vergleich zu Duans. Wenn Duan die Fingerspitzen über ihre nackte Haut gleiten ließ, wenn er sie an gewissen Stellen – besonders zwischen ihren Beinen – streichelte, löste er Empfindungen in ihr aus, die sie bis jetzt nie erlebt hatte.

Kimani schloss die Augen. Sie hatte heute frei und konnte genauso gut noch ein oder zwei Stündchen weiterträumen. Von Duan. In die Klinik musste sie erst morgen wieder. Dann würde sie Urlaub für die kommende Woche beantragen, um nach Shreveport fliegen zu können.

Sie lächelte versonnen. Sie war in Shreveport aufgewachsen, mit vielen Verwandten in der Nähe, bis ihr Vater ihre Mutter überredet hatte, nach New Orleans zu ziehen, weil es dort bessere Jobs gab. Dort hatte er angefangen, sie zu schlagen, und Kimani hatte ihre Mutter immer wieder vergeblich gedrängt, diesen Mann zu verlassen und zu ihrer Familie zurückzukehren.

Ihr Handy klingelte. An Träumen war wohl nicht mehr zu denken. Kimani setzte sich auf. Das Display zeigte keine Nummer. Hoffentlich war es nur jemand, der sich verwählt hatte. „Hallo.“

„Ich sitze hier an meinem Schreibtisch und denke an das wunderbare Wochenende, das hinter mir liegt.“

Kimani lächelte. Sie erkannte die tiefe, etwas raue Stimme sofort. Bevor sie das Hotel verlassen hatten, hatte sie Duan ihre Nummer gegeben. Doch sie hatte erst mit einem Anruf von ihm gerechnet, wenn er das nächste Mal seinen Bruder Terrence besuchen käme. Die Vorstellung hatte ihr gefallen. Sie genoss seine Gesellschaft, und seine Manieren waren perfekt, besonders im Bett.

„Ob du es glaubst oder nicht, mir geht es genauso“, sagte sie fröhlich.

„Freut mich, das zu hören. Ich habe mir überlegt …“

Kimani lächelte erwartungsvoll. „Ja?“

„Ich habe Terrence versprochen, ich würde in seinem Haus nach dem Rechten sehen, während er fort ist. Er und Sherri haben wohl ein neues Schlafzimmer bestellt, und das soll am Freitag geliefert werden. Ich habe ihm gesagt, es wäre kein Problem für mich rüberzufliegen und die Lieferung zu überwachen.“

Kim lachte leise. Das neue Schlafzimmer war Sherris Idee gewesen. Ihre Freundin wollte ihr Bett nicht mit den Geistern aus der Vergangenheit ihres Mannes teilen.

„Und da dachte ich mir, wir könnten uns bei der Gelegenheit vielleicht treffen“, schlug Duan vor.

Kim lehnte sich gegen das Kopfkissen. Es war ja nichts verkehrt daran, ein bisschen Spaß zu haben, solange man die Situation unter Kontrolle hatte. Und eines war sicher, eine Affäre mit Duan würde niemals zum Problem werden, denn er hatte genauso wenig ein Interesse an einer festen Beziehung wie sie.

Sie selbst hatte jedenfalls weder genug Zeit noch Lust auf eine Beziehung. Sie hatte Duan ja schon erklärt, dass sie keinem Mann wirklich vertrauen konnte. Außerdem bot sich ihr jetzt endlich die Chance, ihren beruflichen Traum zu verwirklichen. Davon würde kein Mann dieser Welt sie abbringen. Und sie war fest entschlossen, sich nie wieder auf eine Wochenendbeziehung einzulassen.

Sie wusste, dass auch Duan nicht wirklich an einer Beziehung interessiert war, das hatte er ja auf der Fahrt zum Flughafen zum Ausdruck gebracht. Wegen seiner Mutter würde er wohl niemals einer Frau wirklich vertrauen können.

„Ich würde dich sehr gern wiedersehen“, sagte sie. „Im Bett.“

Wozu sollte sie sich zieren? Wenn es um Sex ging, hatte Kimani nichts dagegen, die Initiative zu ergreifen, besonders wenn sie dadurch genau das bekam, was sie wollte.

Duan schwieg einen Moment, dann sagte er: „Ich mag deine Einstellung, Kimani Cannon. Hast du nächstes Wochenende Zeit? Terrence hat mir sein Boot überlassen, und ich dachte mir, ich fahre am Samstag damit zum Fischen. Möchtest du mitkommen?“

Wie sie wusste, besaß Terrence eine fünfzehn Meter lange Luxusjacht. „Sehr gerne“, erwiderte sie. Sherri hatte ihr erzählt, dass es auf der Jacht ein komfortables Schlafzimmer gab. Kimani hatte noch nie Sex auf einem Boot gehabt. Bestimmt würden sie nicht allzu viele Fische fangen.

„Wunderbar. Ich hole dich am Samstagmorgen um acht ab. Wie lautet noch mal deine Adresse?“

Kimani konnte das Wochenende kaum erwarten.

Duan klappte das Handy zu und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Er konnte nichts dagegen tun – sein Herz schlug wie verrückt bei dem Gedanken, dass er das Wochenende wieder mit Kimani verbringen würde. Tief im Innern wusste er, dass er in ihrer Nähe sein wollte, ganz egal, ob sie nun einen Begleiter brauchte oder nicht. Diese Frau zog ihn magisch an, aber er hatte noch nicht ganz verstanden, warum.

Er hatte schon öfter sehr intensiven Sex gehabt. Doch das, was er letztes Wochenende mit Kimani erlebt hatte, machte ihn atemlos, wenn er nur daran dachte.

Was gab es besseres, als neben einer attraktiven Frau aufzuwachen und ihren süßen nackten Po zu spüren?

Jeden Quadratzentimeter ihres Körpers hatte Duan mit dem Mund erkundet, und er erinnerte sich genau, wie lustvoll sie erschauerte, wenn er sie an ganz bestimmten Stellen leckte.

Trotzdem, es war mehr gewesen als nur Sex. Es hatte ihm Spaß gemacht, mit Kimani zu reden, und weil sie als Jugendliche Probleme mit ihren Eltern gehabt hatte, konnte sie sehr gut verstehen, was er für seine eigene Mutter empfand.

Es klopfte an der Tür. Duan war nicht überrascht, als die vier Männer den Raum betraten. Landon Chestnut. Chevis Fleming. Brett Newman. Antron Blair. Da sie zahlreiche Fälle zu bearbeiten hatten und deshalb sehr viel auf Reisen waren, kamen sie äußerst selten am selben Ort zur selben Zeit zusammen.

Duan hatte die vier während seiner Zeit als Cop in Atlanta kennengelernt. Sie hatten zusammen an der Polizeiakademie angefangen und waren am Ende alle zu Detectives befördert worden. Er war der Erste gewesen, der sich selbstständig gemacht hatte, dann war ihm Landon auf diesem Weg gefolgt. Innerhalb eines Jahres waren Brett und Chevis als Partner dazugekommen.

Antron war in die Fußstapfen seines Vaters getreten und zum FBI gegangen, bis eine verdeckte Operation zur Aufdeckung von Korruption ihn fast das Leben gekostet hätte. Danach hatte er sich entschlossen, sich ihnen ebenfalls anzuschließen.

Was Duan an seinem Team besonders schätzte, war die Tatsache, dass jeder der Partner auf eine bestimmte Sache spezialisiert war. Er selbst war sehr gut im Analysieren und Interpretieren von Ermittlungsberichten. Landon hatte ein besonderes Talent, verschwundene Personen ausfindig zu machen. Chevis war beim Verhör ein absoluter Profi. Der Experte in Sachen Technik, Computer und Internet war Brett. Und Antron arbeitete besonders gut als verdeckter Ermittler. Seine Erfahrungen beim FBI und seine Kontakte waren von unschätzbarem Wert.

Im Laufe der letzten fünf Jahre konnten sie in Zusammenarbeit mit der Polizei und befreundeten Rechtsanwälten eine beträchtliche Anzahl von Fällen lösen.

„Landon hat uns gesagt, dass du möglicherweise an einem Fall arbeiten wirst, bei dem du unsere Hilfe brauchen könntest“, begann Brett.

„Ja.“ Duan nickte. „Das würde es mir bestimmt leichter machen. Ich weiß, ihr habt alle eure eigenen Fälle zu bearbeiten, aber es wäre gut, wenn ihr ein paar Dinge für mich erledigen könntet.“

Sie brauchten nicht lange, um die Details zu klären. Zunächst musste Kontakt zu einem Detective beim Atlanta Police Department aufgenommen werden, damit die beiden Villarosas-Fälle neu aufgerollt wurden. Dann würde man Informationen sammeln und herausfinden, was Villarosas in den Jahren, seit er aus Atlanta weggezogen war, gemacht hatte. Außerdem würden sie Kontakt zu den Verwandten und Freunden der vermissten Frauen aufnehmen und feststellen, ob man irgendetwas von ihnen gehört hatte. Es gab immer noch die Möglichkeit, dass die Frauen tatsächlich mit anderen Männern durchgebrannt waren, wie Villarosas behauptet hatte. Auch wenn es mehr als unwahrscheinlich war, dass einem Mann so etwas zwei Mal hintereinander passierte.

Duan war fest entschlossen, Edward Villarosas’ Schuld oder Unschuld zu beweisen, und zwar bevor Kimanis Mutter den Mann heiratete.

5. KAPITEL

Pünktlich um acht klingelte es am Samstagmorgen an ihrer Tür. Laut Wetterbericht sollte es ein schöner Tag werden, genau richtig für eine Bootsfahrt, und Kimani hatte sich extra ein neues Outfit für diese Gelegenheit zugelegt. Sie blickte zufrieden an sich herab, dann öffnete sie die Tür.

Hell schien ihr die Sonne entgegen. Kimani hob den Kopf und sah blinzelnd zu Duan auf. Er strahlte sie an und sah so sexy aus, dass ihr fast die Knie weich wurden. Ihr war klar, dass es ihr schwerfallen würde, die Hände von ihm zu lassen. Er hatte einfach diese Wirkung auf Frauen. Besonders auf sie. Heute trug er Jeans und T-Shirt, unter denen sich seine muskulösen Beine und seine breiten Schultern besonders deutlich abzeichneten.

„Hi, Kim.“

Es dauerte einen Moment, bis sie ihre Sprache wiederfand. „Hi, Duan.“

„Bist du bereit?“

Oh, wie oft war sie schon bereit für ihn gewesen – nackt und voller Erwartung. „Ja, ich muss nur noch meine Tasche holen.“

„Okay. Lass dir Zeit.“

Rasch ging Kimani ins Wohnzimmer zurück, um eine Jacke und ihre Sporttasche zu holen. Sie spürte genau, dass Duan mittlerweile eingetreten war und die Tür hinter sich geschlossen hatte. Sofort war der Raum von knisternder Spannung erfüllt. Und die Klimaanlage funktionierte offenbar auch nicht mehr …?

Neugierig blickte Duan sich im Wohnzimmer um, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder auf Kimani richtete. Jeder einzelne Nerv in ihr schien zu reagieren, als sie bemerkte, wie er den Blick über ihren Körper schweifen ließ. Er hatte sie ja schon nackt gesehen, praktisch jeden Quadratzentimeter von ihr gekostet und wusste, wie er sie erregen konnte.

Sie schluckte. Ob er gerade das Gleiche dachte wie sie? Erinnerte er sich an das letzte Wochenende? Füllte sie sein Denken so aus, wie er das ihre? Offensichtlich ja, denn seine Pupillen wurden immer weiter.

„Ich schätze, es wird nicht klappen, Kim“, brach er das Schweigen. Allein der heisere Klang seiner Stimme ließ ihre Brustspitzen hart werden.

„Was wird nicht klappen?“

„Dass wir warten, bis wir auf dem Boot sind.“

Sie könnte die Unschuld spielen und fragen, was er denn meinte. Aber wozu Zeit verschwenden? Ihre Haut prickelte überall, und sie konnte nicht anders, sie verschlang Duan mit Blicken, so wie er es zuvor mit ihr getan hatte. Bewundernd betrachtete sie die verheißungsvolle Wölbung unter dem Reißverschluss seiner Jeans.

„Was meinst du, sollen wir tun?“, fragte er.

Er hatte recht. Sie konnten nicht warten. Das Verlangen war einfach zu stark. Und ganz plötzlich da. Wie schon so oft zuvor, musste es sofort gestillt werden. Kimani hatte damit kein Problem. Spontan zog sie ihr T-Shirt aus. Wie gut, dass sie keinen BH trug.

Duan zögerte keine Sekunde. Er trat auf Kimani zu und nahm sie in die Arme. Als sie die Lippen öffnete, küsste er sie hungrig. Seine Hände glitten über ihre Arme, ihre Schultern, ihre Brüste. Seine Erektion wurde noch größer, als er die harten Spitzen berührte. Doch das war nicht genug. Er wollte mehr. Er wusste, wie sie schmeckten, und er wollte sie wieder genießen.

Er beendete den Kuss und beugte sich zu ihren Brüsten hinunter. Er umschloss eine Knospe mit den Lippen und saugte fest. Als er Kimanis kehligen Seufzer hörte und sie seinen Kopf noch fester an ihre Brust drückte, ließ er die Hände tiefer gleiten.

Unter den Bund ihrer Shorts.

Verdammt, sie trägt auch keinen Slip!

Er wurde immer erregter, und seine Hände glitten wie von selbst über ihre nackte Haut. Als er Kimani zwischen den Schenkeln berührte, öffnete sie sie instinktiv. Er drängte ihre Beine noch ein wenig weiter auseinander und drang mit dem Finger in sie ein. Dabei hörte er nicht auf, ihre Brustspitze zu reizen. Dann berührte er ihre empfindlichste Stelle. Sofort geriet Kimani in Ekstase und erreichte fast im selben Moment ihren Gipfel. Sie stöhnte so laut und hemmungslos, dass Duan ihr die Lippen mit einem Kuss verschloss.

Bevor sie sich wieder beruhigen konnte, nahm er sie auf die Arme und trug sie zum Küchentisch.

Er zog ihre Shorts aus und ...

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