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TIFFANY SEXY CHRISTMAS BAND 9

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Kann denn Sünde Liebe sein?

PROLOG

Gage Milano hatte im Allgemeinen nichts gegen Feiertage einzuwenden. Aber Weihnachten war ihm ein Gräuel. Diese Festtage waren mit Familientreffen, Verpflichtungen, dem Erbe und diesem ganzen anderen Mist verbunden.

Er sah von seinem Teller auf. Am mit Blumengestecken in Herbsttönen geschmückten, riesigen Esstisch aus Rosenholz war ausreichend Platz für zwei Dutzend Gäste. Am Abendessen an Thanksgiving nahmen jedoch nur sein Vater, sein Bruder Devon und er selbst teil.

Marcus Milano, das Oberhaupt der Unternehmerfamilie, legte Wert auf Einfluss, Macht und Kontrolle. Er liebte es, der Größte und Beste zu sein – wahrscheinlich mehr, als er seine beiden Söhne liebte. Gage und Devon hatte er eingetrichtert, immer miteinander im Wettstreit zu liegen, den Blick einzig und allein auf den Sieg gerichtet.

Als wenn Marcus Gedanken lesen könnte, sah er ebenfalls vom Teller mit dem perfekt angerichteten Truthahnfleisch auf. „Gage, es gibt ein neues Projekt, das du übernehmen musst.“

„Keine Zeit. Nächste Woche bin ich in Meetings mit meinen eigenen Kunden und anschließend in den Ferien.“

„Nimm dir Zeit“, fuhr sein Vater ihn an. „Ich will diesen Auftrag haben.“

Ah, das zählte zu den Freuden, wenn man im Alter von dreißig Jahren noch immer der Familie verpflichtet war. Gage genoss den Ruf eines Marketinggenies und war Vizepräsident eines der umsatzstärksten US-Unternehmen.

Zudem hatte er seine eigene Marketingfirma gegründet, die sich sehr schnell so erfolgreich entwickelte, dass er bald gezwungen wäre, einige wichtige Entscheidungen zu treffen. Doch sein Vater glaubte immer noch, dass er ihn herumkommandieren könnte.

Es war nicht so, dass er die Möglichkeiten nicht zu schätzen wusste, die Milano ihm geboten hatte. Aber er war genauso am Erfolg des Familienunternehmens beteiligt wie alle anderen. Als Devon und er vor sechs Jahren an Bord gekommen waren, hatten die von seinem Bruder durchgeführte Umstrukturierung und seine Marketingmaßnahmen Milano vorm wirtschaftlichen Zusammenbruch bewahrt und wieder in die Gewinnzone geführt.

Das sah sein Vater allerdings anders. Für ihn waren seine Söhne lediglich seine Gehilfen.

Gage warf seinem Vater einen wütenden Blick zu. Allerdings vergeblich. Denn Marcus war kurzsichtig und saß zu weit weg, um seine Verärgerung zu registrieren. Also funkelte er stattdessen seinen Bruder an, der ihm gegenübersaß.

Devon grinste nur. „Du bist ein Meister darin, Produkte an den Mann zu bringen, kleiner Bruder. Du weißt, wie sehr wir bei diesen besonderen Projekten auf dich angewiesen sind.“

„Ich habe keine Zeit“, wiederholte er. „Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren pausenlos im Einsatz. Als ich letzte Woche den Multimillionen-Dollar-Deal für die Elektronikabteilung unterzeichnet habe, waren wir uns einig, dass ich bis zum Ende des Jahres nicht mehr zur Verfügung stehe.“

Fünf Wochen lang würde er Abstand zu Milano einlegen. Er wollte in die Karibik fliegen, wo er am Strand liegen, sich mit Frauen amüsieren und über seine Zukunft nachdenken könnte. Darüber, welche Risiken es mit sich brachte, wenn er sich vom Familienunternehmen unabhängig machte.

Milano bot von Technik bis Textilien eine breit gefächerte Produktpalette an. Devon war für Forschung und Entwicklung verantwortlich. Er hatte die Ideen für Produktinnovationen, die dem Unternehmen noch mehr Gewinn einbringen konnten.

Gage war für das Marketing zuständig. Er konnte jedem alles verkaufen, verfügte über eine gute Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen. Er wusste, was Leute umtrieb und antörnte. Diese Eigenschaft kam ihm sowohl geschäftlich als auch privat zugute.

„Wenn kein Notfall eintritt“, entgegnete sein Vater. „Und das ist ein Notfall.“

„Ein Notfall wäre, wenn deine letzte Ehefrau schwanger wäre und behauptete, das Baby wäre von dir. Was immer du für ein neues Produkt unter die Leute bringen willst, ist kein Marketingnotfall.“

„Für mich schon.“

Devon schaltete sich ein: „Sieh mal, es ist keine große Sache. Wir bringen diese Dessous-Kollektion auf den Markt. Das Merchandising ist geplant. Wir brauchen nur noch eine Vertriebsschiene. Kennst du die Rudolph – Modegeschäfte?“

„Ein alter, geiler Mistkerl, der alles zu Gold machen kann und eine Handvoll Geschäfte für die Mode-Elite in Kalifornien und New York besitzt?“

„Das ist er. Alle Kollektionen, die bei der Markteinführung seiner Frühlingsmode präsentiert werden, erreichen garantiert einen hohen Bekanntheitsgrad und entsprechendes Ansehen. Er setzt die Trends. Wenn wir diesen Vertrag bekommen, macht sich Milano im Modebereich einen Top-Namen.“

Gage schüttelte den Kopf. Er war Marketingberater, spezialisiert auf Markenstrategie, Verbraucherverhalten, digitales Management und strategische Weiterentwicklung des Kundengeschäfts. Mit einem exzentrischen Milliardär über Damenunterwäsche zu reden, gehörte nicht zu seiner Jobbeschreibung.

„Das kostet dich höchstens ein paar Tage. Rudolph gibt am nächsten Wochenende bekannt, welche Kollektionen er ausgesucht hat. Der Vertrag wird noch vor Weihnachten unter Dach und Fach sein. Du machst das Geschäft und gehst wieder. Die Zeit, die du dadurch verlierst, kannst du an deinen Urlaub dranhängen. Dann hast du immer noch fünf Wochen frei.“

„Wir hatten eine Vereinbarung, Devon.“

„Auch ich musste meine Projekte hintanstellen, um mich um den neuen Onlineshop zu kümmern, den Vater auf den Markt bringen will. Es wird dich nicht umbringen, wenn du ein paar Tage später am Strand liegst.“

Ah, darum geht es. Gage warf seinem Bruder einen düsteren Blick zu. Eines Tages würde einer von ihnen Milano leiten. Marcus hatte klargemacht, dass seine beiden Söhne sich an drei Regeln halten müssten, um sein Nachfolger zu werden: Sie müssten absolut loyal sein und ihn nicht verärgern. Zudem müsste jeder von ihnen zeigen, dass er es mehr verdiente als der andere.

Er und Devon hatten vor ein paar Jahren entdeckt, dass sie ihren Wert beweisen konnten, indem sie getrennt von Milano ihre eigenen geschäftlichen Erfolge suchten. Dabei durften sie natürlich nicht gegen die erste und zweite Regel verstoßen. Und was noch wichtiger war: Sie mussten dabei schneller und besser als der andere sein. Er sah seinen Bruder finster an. „Du spielst unfair.“

„Ich spiele, um zu gewinnen.“

„Was murmelt ihr da unten?“, fragte Marcus.

„Wir haben über unsere Tradition geredet, um alles zu knobeln“, antwortete Gage laut und griff nach einer Schachtel Streichhölzer. „Bist du dabei, Devon? Derjenige, der den Kürzeren zieht, übernimmt dieses Geschäft.“

„Also, gut. Aber wenn ich gewinne, suche ich auch noch dein Kostüm für den Weihnachtsball aus, auf den du wegen dieses Vertrags gehen musst.“

Er verzog das Gesicht. Ein Weihnachtskostümball? War das ein schlechter Witz? Er hasste Weihnachten.

1. KAPITEL

Hailey North liebte Weihnachten: Die strahlenden Gesichter, die Heimlichkeiten, die Aufregung und die Geschenke. Besonders Geschenke, die man sich hart verdient hatte und auf einem ausgefallenen Kostümball verteilt wurden.

Sie sah sich in dem Ballsaal voller einflussreicher Leute aus der Modeszene Nordkaliforniens um, die wie Zeichentrickfiguren aus Weihnachtsfilmen kostümiert waren. Eigentlich sollte sie vor Freude außer sich sein. Der heutige Abend würde ihr endlich die Gewissheit bringen, dass ihre Lingerie-Firma Ende des Jahres nicht das Zeitliche segnete.

Stattdessen befürchtete Hailey, dass die finanziellen Sorgen und der Stress während der letzten beiden Monate sie an den Rand des Wahnsinns getrieben hatten. Sie war umgeben von männlichen Models und wohlhabenden Designern. Einige davon zählten zu den am besten aussehenden Exemplaren der Männerwelt rund um San Francisco.

Doch wer machte sie heiß? Eine fast zwei Meter große, unförmige Gestalt, die in ein grünes Fellkostüm gehüllt war und Schneeschuhe trug. Sie schaute noch einmal genauer hin. Nein. Absolut nichts an dem kostümierten Mann an der Bar war verlockend. Aber er strahlte einen Sexappeal aus, der sie in den Bann zog und antörnte.

Der Grinch mit dem grünen Fell. Ausgerechnet der grantige Weihnachtsmuffel aus dem gleichnamigen Film. Meine Güte. Offenbar erlaubte sich ihre Libido einen Scherz mit ihr, aus Rache, weil sie monatelang keinen Sex gehabt hatte.

Oder es lag daran, dass Hailey ein Jahr lang das Ziel verfolgt hatte, Romantik sexy wirken zu lassen und in geschmackvolle Kreationen umzusetzen. In Dessous, die Frauen zeigen sollten, dass sie sexy waren, solange sie sich sexy fühlten.

Möglicherweise hatte es auch damit zu tun, dass sie beim Betreten des Ballsaals ein Glas Champagner heruntergekippt hatte, um sich Mut anzutrinken. Denn hier hatten sich hochrangige Macher versammelt, um Rudy Rudolph zu beeindrucken. Der exzentrische, sehr reiche Mode-Tycoon mit beißendem Humor galt als Trendsetter und präsentierte heute die für seine Geschäfte ausgewählten neuen Frühjahrskollektionen.

Erneut warf Hailey einen Blick auf die Bar. Der Grinch zog gerade die Handschuhe aus, um auf seine Armbanduhr zu sehen. Dann griff er nach seinem Glas. Sie starrte auf seine kräftigen Hände mit den langen Fingern. Sie war verrückt nach ihm. Ohne jeden Zweifel. Aber hatten niedliche Weihnachtselfen – die Helferinnen des Weihnachtsmannes – eine Chance bei ihm?

Sie musste es wissen und ging zwei Schritte auf ihn zu, bevor sie sich zur Ordnung rief. Nein. Sie war geschäftlich hier. Nicht zum Spaß. Leider.

„Hailey.“

Erleichtert über die Ablenkung und froh, dass tatsächlich jemand hier war, der ihren Namen kannte, drehte sie sich um. Erfreut lächelte sie Rudolphs Assistent Jared Jones an, der ihr diesen Abend ermöglicht hatte.

Jared hatte sie letzten Sommer unter seine Fittiche genommen, nachdem sie sich in einem Fahrstuhl in der Rudolph – Unternehmenszentrale begegnet waren. Hailey war auf dem Weg in den siebten Stock gewesen, um beim Verkaufsteam für ihre Lingerie-Entwürfe zu werben. Jared hatte sich über einen Riss in seinem Hemd beklagt, und sie hatte den Schaden vorübergehend mit einem Gewebeband behoben. Dafür war er ihr noch heute unendlich dankbar.

„Hallo, Jared.“ Sie umarmte ihn vorsichtig, damit der mit Glöckchen geschmückte Elfenhut nicht verrutschte. „Dein Kostüm gefällt mir. Ist der Lebkuchenmann deine Lieblingsweihnachtsfigur?“ Sie lachte laut, als sie die Botschaft las, die auf den riesigen Knöpfen stand: Knabbere an mir.

„Ich bin nun mal zum Anbeißen.“ Augenzwinkernd deutete mit dem Kopf auf die Band. „Wenn alles nach Plan läuft, kommt der Schlagzeuger dort hinten noch auf den Geschmack, bevor der Abend vorbei ist.“

Hailey musterte pflichtschuldigst den Schlagzeuger, und warf Jared einen beeindruckten Blick zu.

„Aber sieh’ dich an“, schwärmte er. „Mir sind heute Abend mindestens ein Dutzend Weihnachtselfen über den Weg gelaufen. Aber bis jetzt bist du bei Weitem die Aufsehenerregendste. Stammt alles, was du trägst, aus deiner Wäschekollektion?“

„Alles – bis auf den Rock.“ Hailey drehte sich zur Begutachtung langsam um die eigene Achse. Das rot-weiß gestreifte Bustier passte perfekt zu den roten Seidenstrümpfen mit dem Strumpfband aus weißer Spitze, das gerade noch unter dem grünen Tutu hervorlugte.

Sie war der beste Beweis dafür, dass sich Frauen in der richtigen Unterwäsche sexy fühlten. Auch wenn eine Frau keine Figur wie ein Supermodel hatte, sorgten die Merry Widow – Modelle dafür, dass sie fantastisch aussah – und sich auch so fühlte.

„Oh, Schätzchen“, sagte Jared bewundernd, als sein Blick auf ihre weißen Stiefeletten fielen.

Nun, er hatte zwar kein Interesse an ihren weiblichen Reizen, aber er war ein Modefreak, und die Manolo Blahnik – Stiefeletten waren sozusagen ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk ihres Vaters. Da er nie wusste, was er ihr schenken sollte, hatte sie sich die Stiefeletten letzten Monat gekauft und mit seinem Weihnachtsscheck bezahlt.

„Hailey, diese Stiefeletten sind perfekt. Damit verleihst du diesem süßen Outfit eine absolut modische Note.“

„Danke. Trifft Mr. Rudolph bald ein? Sollte er nicht bekanntgeben, welche Frühjahrskollektionen er für seine Geschäfte ausgewählt hat, bevor alle Designer betrunken sind?“

Jared grinste. „Betrunkene Designer passen zu seinem Sinn für Humor.“ Über die Verträge sagte er jedoch kein Wort. Obwohl er wusste, welche Designer ausgewählt worden waren. Und Hailey wusste, dass er es wusste, fragte ihn jedoch nicht. Das war beiden klar. „Denk nicht unentwegt daran.“

Aus Nervosität gönnte sie sich noch ein Glas Champagner. Dann sah sie ihn fragend an.

„Du weißt, dass ich keine Betriebsgeheimnisse verrate.“ Er zögerte und senkte die Stimme. „Zumindest nicht diejenigen, wegen denen ich meinen Job verlieren könnte.“ Er sah sich um, und deutete hinter sich. „Doch die Geheimnisse werden nicht mehr lange geheim bleiben.“

„Willkommen, willkommen.“

Hailey drehte sich um. Ein dünner Nikolaus trat auf die Bühne, begleitet von zwei Helferinnen, die in weißen Pelz gehüllt waren und viel Haut zeigten. Schockiert starrte sie das Trio an. „Wow. Mr. Rudolph sieht ohne Schlips ganz anders aus.“ Oder lag es daran, dass er kein Hemd unter der roten Plüschjacke trug? War der Mann nicht schon über siebzig Jahre alt? Das war kein schöner Anblick.

„Danke, dass Sie alle zu unserer jährlichen Weihnachtskostümparty gekommen sind. Wie Sie sehen, ist der Weihnachtsmann meine Lieblingsfigur. Wie passend, da ich heute Abend der Mann bin, der die Geschenke verteilt.“

Sie atmete tief durch, um ruhiger zu werden. Jetzt war es so weit.

„In diesem Jahr möchte ich bei der Damenmode für ein bisschen mehr Spaß sorgen“, fuhr Rudolph fort. „Ich habe nicht einen, sondern jeweils zwei Designer in den Kategorien Oberkleidung, Schuhe und Wäsche ausgesucht, die in der Weihnachtszeit um den endgültigen Zuschlag konkurrieren.“

Konkurrieren? Hailey wurde flau im Magen. Sie brauchte diesen Vertrag noch vor dem Jahreswechsel, sonst verlor sie ihre Firma. Stirnrunzelnd bemerkte sie, dass Rudolph das allgemeine Murren im Saal boshaft grinsend zur Kenntnis nahm. „Also hier sind die Finalisten bei der Damenmode.“ Während er die Namen verkündete, präsentierte jeweils ein Model ein Outfit der genannten Kollektion.

Ungeduldig wartete sie auf die Kategorie Damenwäsche. Ohne Rudolph zuzuhören, starrte sie ebenso verzweifelt wie hoffnungsvoll nur auf die Models. Ein Model trug Dessous aus Leder, die wie eine sündhafte Einladung zum heißen Sex wirkten.

Hailey runzelte die Stirn. Diese Dessous waren nicht ihr Stil und das totale Gegenteil von den Merry Widow-Modellen. Aber wenn man heißen, ausgefallenen Sex mochte, waren sie reizvoll. Mochte sie heißen, ausgefallenen Sex? Sie hatte nie die Gelegenheit gehabt, es herauszufinden. Eine Sekunde lang fragte sie sich, ob Leder den Grinch antörnte.

„Und Merry Widow“, verkündete Rudolph.

Sie hielt die Luft an, als ein Model auf die Bühne kam, das ein weißes, mit winzigen rosa Rosenknospen besetztes Satinunterhemd trug. Dieses Design hatte Hailey Süße Verführung genannt. „Oh, du meine Güte.“ Sie wirbelte herum, umarmte Jared und führte einen Freudentanz auf. „Das bin ich. Ich habe es ins Finale geschafft!“

Eine Stunde später war sie vor Aufregung immer noch völlig aus dem Häuschen. Inzwischen hatten unzählige Leute ihr gratuliert und Komplimente über ihre Entwürfe gemacht, die die Models im Saal präsentierten. Sie fühlte sich wie ein Rockstar.

„Leider ist es noch keine definitive Zusage“, meinte Jared. „Ich weiß, wie sehr du den Auftrag brauchst und habe sehr für dich geworben. Irgendein Marketingguru hat Rudy eingeredet, dass ein Wettbewerb für viel mehr Publicity sorgt. Aber er wird sich schon aus Marketingzwecken vor Weihnachten entscheiden.“

In diesem Moment kam ein als Weihnachtselch verkleideter Mann zu ihnen. „Glückwunsch, Ms. North. Ich bin Trent Lane und Fotograf bei den Rudolph-Modegeschäften. Ich habe Probeaufnahmen von allen eingereichten Kollektionen gemacht. Merry Widow war mein Favorit.“

„Meiner auch“, stimmte Jared zu. „Die Kollektion ist wie geschaffen für die Frühjahrsmode, bei der Nostalgie mit einem Schuss Leidenschaft angesagt ist. Rudy will, dass Cherry Bella die ausgewählten Kollektionen präsentiert. Merry Widow passt perfekt zu ihr.“

Der Shootingstar Cherry Bella zeigt meine Dessous? Hailey verschlug es den Atem. Cherry hatte ihre Karriere als Sängerin von sentimentalen Liebesliedern gestartet, sich aber in letzter Zeit verstärkt dem Modeln und der Schauspielerei zugewandt.

„Cherry würde in Merry Widow und Milano toll aussehen“, meinte der Fotograf. „Alles läuft wohl darauf hinaus, welche Kollektion sie tragen will. Ich vermute, dass sie bei der Auswahl die endgültige Entscheidung trifft.“

„Allerdings muss Rudy sie erst dazu überreden, den Modelvertrag zu unterschreiben. Bislang ist sie nicht interessiert.“

Trent senkte die Stimme. „Ich habe gehört, dass Rudy ihr das Blaue vom Himmel versprochen hat. Erfolglos. Jetzt versucht er es über ihren Agenten. Wer immer Cherry Bella dazu bringt, den Modelvertrag zu unterschreiben, ist auf der sicheren Seite.“

Hailey war in heller Aufregung. „Wissen das die anderen Designer?“, überlegte sie laut. Als die beiden Männer sie nur fragend ansahen, zuckte sie die Schultern. Nun, den beiden war doch wohl klar, dass sie ihnen gespannt zuhörte. „Ich meine ja nur.“

„Das ist geheim. Wenn also die anderen Designer nicht mit Rudys Angestellten plaudern, haben sie keine Ahnung davon.“ Jared lachte sarkastisch. „Deine Konkurrenten sind alle etabliert und angesehen, Schätzchen. Anders als du haben sie ein Riesenego und halten es nicht für nötig, sich mit den Angestellten abzugeben. Wenn sie mit jemandem reden, dann nur mit Rudy.“

„Es überrascht mich, dass Cherry nicht begeistert zugreift“, sagte sie nachdenklich. „Als Werbebotschafterin für die Rudolph-Modegeschäfte würde sie schlagartig auch international bekannt, nicht wahr?“

„Oh ja. Wir können einfach nicht herausfinden, was eigentlich das Problem ist.“

„Vielleicht liegt es an der Agentur“, schaltete Trent sich ein. „Dort betreuen alle Agenten gemeinsam jedes Model, und treffen Entscheidungen übereinstimmend. Wir wissen noch nicht einmal, welcher Agent hier auf der Party ist.“ Eines der vorbeigehenden Models fiel ihm ins Auge. Kurz lächelte er Hailey und Jared an. „Ich gehe mal zu den Models und rede mit ihnen. Vielleicht ist eine davon in derselben Agentur wie Cherry.“

„Glaubst du, ich habe eine Chance?“, fragte sie Jared, als der Fotograf verschwunden war. Sie sah sich um. Wenn sie den oder die Agenten beziehungsweise Agentin ausfindig machen könnte, konnte sie ihn oder sie davon überzeugen, dass ihre fließenden, femininen Entwürfe perfekt für die hochgewachsene Rothaarige wären. Dann hätte sie alle Trümpfe in der Hand.

Erneut ließ sie den Blick über die Gäste schweifen und sah, dass Trent jetzt an der Bar mit dem sexy Grinch redete. Er hatte die Haube des Fellkostüms inzwischen zurückgeschoben. Seine Haare waren rabenschwarz. Ein erregendes Prickeln überlief sie. Oh ja. Er war definitiv der Typ für heißen, ausgefallenen Sex. Allein sein Anblick versetzte ihr einen größeren Kick als jeder ihrer bisherigen Liebhaber.

Hailey seufzte. Es müsste großartig sein, ihm dieses hässliche Kostüm abzustreifen und zu sehen, welcher Körper sich darunter verbarg. Hatte er eine so sexy Figur, wie sie es sich vorstellte? Einen schlanken Körper mit muskulösen Schenkeln, Waschbrettbauch und breiten Schultern, an die sie sich klammern könnte, wenn sie einen wilden Ritt auf ihm vollführte?

Sollte sie es wagen, zu ihm zu gehen und mit ihm zu reden? Ihn fragen, ob er Leder oder Spitze, Rosenblüten oder Nieten bevorzugte? Ihr war jetzt so heiß vor Lust, dass sie bereits nach dem dritten Glas Champagner griff, als ein Kellner mit einem Tablett vorbeikam.

„Hailey? Schätzchen? Wo bist du mit deinen Gedanken? Ich habe dich über alle Pläne der Rudolph-Modegeschäfte für die Weihnachtszeit eingeweiht – und du hast noch kein Wort dazu gesagt.“

„Entschuldige, Jared. Ich habe mich nur gefragt, ob der Mann, mit dem sich Trent unterhält, Cherrys Agent ist“, improvisierte sie.

Er sah zur Bar. „Keine Ahnung.“ Dann riskierte er noch einen Blick, machte große Augen und fächelte sich mit einer Hand Luft zu. „Aber ich finde es mit großem Vergnügen heraus.“

Sie nahm ebenfalls wieder den Grinch in Augenschein. Er sah wirklich blendend aus. Die Haare fielen ihm in sanften Wellen aus der Stirn. Er hatte gut geschnittene, markante Gesichtszüge, dichte Augenbrauen, einen sinnlichen Mund und große Augen. Obwohl sie deren Farbe nicht erkennen konnte, war sie sicher, noch nie so schöne Augen gesehen zu haben.

Zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit wusste Hailey nicht, was sie mehr wollte: Geschäftlichen Erfolg? Oder den Mann an der Bar?

„Das ist der größte Schwachsinn aller Zeiten.“ Gage deutete mit dem Kopf auf das Partytreiben und funkelte dann seinen Cousin an. „Und warum spielst du meinen Babysitter? Hast du auch beim Knobeln verloren?“

„Es handelt sich eher um Erpressung“, murmelte Trent. „Glaub mir, wenn ich eine Wahl hätte, wäre ich schon lange von hier verschwunden.“

„Ja? Ich auch.“ Er kam sich in diesem grünen Fellkostüm wie ein Idiot vor.

„Mit welchem Trick haben sie dich dazu gebracht, hier dabei zu sein?“ Der Fotograf reckte den Kopf, um einen nur mit Leder bedeckten Po eines Models zu betrachten.

Gage kam der Lederslip bekannt vor. Er gehörte zur neuen Milano-Kollektion, die Devon Sexy Biker Babe genannt hatte. Blöd. Wirklich. Die Entwürfe sahen heiß aus und sendeten ein starkes sexuelles Signal. Aber wer trug schon Leder-Dessous?

Er schätzte die Reaktionen des Publikums ab. Es gab genug Betrachter, die angetan zu sein schienen. Doch am meisten wurden die romantischen und dennoch reizvollen Outfits aus Spitze und Satin bewundert. Sie erinnerten an die Dessous der Pin-up-Models in den vierziger Jahren und hatten Klasse.

Ein brünettes Model, das einen geschmackvollen Body und einen bodenlangen Mantel aus weißem Satin trug, warf Gage einen einladenden Blick zu. Dann blieb sie kurz stehen, wechselte mit einem Gast ein paar Worte und ging weiter.

Aber sein Blick blieb an der Frau hängen, mit der sich die Brünette unterhalten hatte. Aber hallo. Zum ersten Mal seitdem er von dieser Weihnachtsparty gehört hatte, war sein Interesse geweckt.

Sie hatte blonde Locken und sah unglaublich süß aus. Fast wie ein Engel. Die Frauen, die Gage sonst bevorzugte, hatten dunkle Haare, waren lasziv, heißblütig und zynisch. Also warum törnte sie ihn so an? Sicherlich war sie sexy. Doch auch wenn ihr Kostüm zweifellos von Damenunterwäsche inspiriert war, wirkte sie eher unschuldig.

Trotzdem wollte er zu ihr gehen, sie sich schnappen und irgendwohin tragen, wo er sie mit Mund und Zunge zum Stöhnen bringen konnte. Die vielen Überstunden und das schwachsinnige Kostüm wirkten sich offenbar auf seine Geistesverfassung aus.

„Gage?“

„Hm?“ Er warf einen letzten Blick auf die Blondine, um sich davon zu überzeugen, dass sie nicht sein Typ war. Dann wandte er sich wieder seinem Cousin zu. „Wie bitte?“

„Ich habe dich gefragt, warum du hier bist. Ich dachte, du hast Urlaub.“

„Vater hat den Notfall ausgerufen und diesem Vertrag mit den Rudolph-Geschäften Priorität eingeräumt.“ Unter keinen Umständen würde er zugeben, dass er beim Knobeln den Kürzeren gezogen hatte.

Trent war nicht überrascht. Er war die Spielchen seines Onkels gewohnt. „Du stehst doch erfolgreich auf eigenen Füßen, und hasst es, für deinen Vater zu arbeiten. Warum kündigst du nicht einfach?“

„So einfach ist das nicht. Außerdem will ich hier nicht darüber reden.“ Irgendwo anders auch nicht. Nicht weil er so zurückhaltend war, sondern weil er es selbst nicht wirklich wusste.

Geld spielte dabei eine große Rolle. Gage hatte miterlebt, wie viele erfolgreiche Leute mit der Verantwortung für ein eigenes Unternehmen überfordert gewesen waren. Loyalität war der andere Grund. Milano war ein von seinem Großvater gegründetes Familienunternehmen, das laut seinem Vater von einem Milano weitergeführt werden musste.

Wenn Gage also kündigte, müsste er auch aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, und würde wie im Fall von Gages Onkel enterbt und von der Familie ausgestoßen. Hinzu kam die Konkurrenz zwischen ihm und Devon. Wenn er kündigte, dann erst, wenn sein neu gegründetes Unternehmen erfolgreicher wäre als eines von Devon. Auf keinen dieser Gedanken war er besonders stolz.

Die blonde Weihnachtselfe, die ihm erneut auffiel, war die perfekte Ablenkung. Ihre großen Augen dominierten das reizende Gesicht. Sie hatte volle, sinnliche Lippen, die leuchtend rot glänzten. Die Farbe passte zu ihren Seidenstrümpfen.

Er musterte ihre langen und schönen Beine. Die roten Seidenstrümpfe und die weißen Stiefeletten erinnerten ihn an eine Zuckerstange. Das dazu passende, rot-weiß gestreifte Bustier setzte ihre süßen Brüste perfekt in Szene.

Sie gehörte nicht hierher. Obwohl ihr Kostüm zum Motto der Weihnachtsparty passte. Aber sie sah zu süß aus, um wirklich Interesse an dieser idiotischen Veranstaltung zu haben. So süß, dass er sie zu einer Privatparty einladen wollte, auf der er herausfinden könnte, ob sie so lecker schmeckte, wie sie aussah.

„Also“, meinte Trent unbehaglich. „Ich habe Anweisungen von Devon, an die ich mich halten muss.“

„Mach doch ein Foto und poste es auf Facebook, um zu belegen, dass ich bis zur Verkündung der ausgewählten Kollektionen hier war.“ Gage war immer noch verärgert, dass Milano um den Vertrag konkurrieren musste. Obwohl er das beste Verkaufsgespräch aller Zeiten geführt hatte.

„Nun, wenn Milano dann noch im Rennen ist, schlägt Devon dir eine neue Abmachung vor.“ Er zog aus der Innentasche seines Kostüms einen schwarzen Umschlag hervor. „Ich soll dir das hier geben.“

Als Gage keine Anstalten machte, den Umschlag entgegenzunehmen, legte Trent ihn schulterzuckend auf die Bar. „Ich soll dir nur den Umschlag mit den Bedingungen der Abmachung aushändigen, falls du interessiert bist.“

„Das hast du getan, und ich bin nicht interessiert.“

„Kannst du ihm bestätigen, dass ich seinen Anweisungen nachgekommen bin? Er hat versprochen, dann diese höchst kompromittierenden Fotos zu verbrennen.“ Er grinste anzüglich.

Also hatte Devon Beweise, dass Trent seine Ehefrau betrog. Und nur, wenn sein Cousin ihm den Umschlag aushändigte, war er bereit, die Fotos zu verbrennen? Gage runzelte die Stirn. Normalerweise benutzte sein Bruder solche Beweise mindestens zweimal für seine Zwecke. Was führte Devon im Schilde?

„Moment mal.“ Er öffnete den Umschlag, las die Papiere und war perplex. Falls er diesen Vertrag mit den Rudolph-Geschäften an Land zog, machte es sein Bruder möglich, dass er bei voller Bezahlung ein Jahr lang von seiner Arbeit bei Milano freigestellt würde. Gage könnte tun, was er wollte, und wäre gleichzeitig abgesichert.

„Gehst du auf die Abmachung ein?“

„Gegenfrage: Kannst du mir sagen, was nötig ist, damit Milano diesen Vertrag mit den Rudolph-Geschäften bekommt?“

„Ich weiß nichts“, antwortete Trent. „Es gibt nur betriebsinterne Gerüchte, die ich dir nicht auf die Nase binden kann. Deine Spielchen mit Devon sind es nicht wert, meinen Job zu riskieren.“

Unbeeindruckt nickte Gage. „Wenn ich auf die Abmachung eingehe, bin ich ein Jahr lang weg, und habe zwei Möglichkeiten: Meine Chevrolet Corvette in die Garage zu stellen – oder sie solange in gute Hände zu geben.“

„Deine Corvette?“ Bei diesem Gedanken wurde er schwach, besiegelte den Handel mit Handschlag, und erzählte, was er wusste.

„Also wer auch immer Cherry Bella davon überzeugt, die jeweils eigene Wäsche-Kollektion zu präsentieren, bekommt den Vertrag?“

„Ja.“

„Und du sagst, dass der Agent oder die Agentin ihrer Modelagentur hier auf der Party ist, und sich die Kollektionen anschaut?“

„Das ist mir zu Ohren gekommen.“

Gage sah erneut zur sexy Blondine hinüber. Sie war die einzige Person, die nicht hierher gehörte. Die einzige Person, die inmitten all der exzentrischen Designer und selbstverliebten Models fehl am Platz wirkte. Wenn er raten müsste, wer der Agent – oder die Agentin – war, tippte er auf sie. Nun müsste er sie nur noch dazu überreden, sich für Milano zu entscheiden.

„Kein Problem. Ich nehme die Herausforderung an.“ Es war ihm ein Vergnügen. Ihm winkte ein Jahr lang die große Freiheit. Zudem könnte er Zeit mit der Blondine verbringen, die einfach zum Vernaschen war.

2. KAPITEL

Hailey schluckte. Der Mann in dem grünen Fellkostüm kam auf sie zu. Inzwischen hatte sie nicht mehr mitgezählt, wie viele Gläser Champagner sie getrunken hatte. Jedenfalls schwirrte ihr der Kopf. Allerdings hatte dieser Umstand wohl ausschließlich mit dem wahnsinnig sexy Grinch zu tun.

„Trent macht ein Gesicht, als hätte er das große Los gezogen. Ich wette, dass er herausgefunden hat, wer Cherrys Agent ist“, sagte Jared, der nicht bemerkte, wie elektrisiert Hailey plötzlich war. „Ich gehe mal zu ihm und rede mit ihm.“

„Ja, geh zu ihm.“ Sie war kurz davor, ihn zu verscheuchen, um Platz für den Grinch zu schaffen.

„Oh, Baby“, murmelte sie seufzend, als er vor ihr stehenblieb. Aus der Nähe betrachtet war er noch attraktiver. Der leichte Bartansatz auf seinem Kinn ließ darauf schließen, dass er zu den eher seltenen Männern mit Brusthaaren zählte. Ihr juckte es in den Fingern, den Reißverschluss seines Kostüms herunterzuziehen, um nachzusehen.

„Hallo.“

Sein charmantes Lächeln hatte etwas Lasterhaftes. Seine Augen waren so dunkel, dass sie fast schwarz wirkten. Sein Blick war unglaublich intensiv. „Hallo.“ Sie lächelte ihn strahlend an.

„Ich bin Gage“, murmelte er, während er ihr die Hand hinstreckte.

„Hailey“, sagte sie seufzend, als er ihre Hand in seine nahm, um sie zu schütteln. Sein Händedruck war fest und weich zugleich. Seine Haut fühlte sich warm und wahnsinnig gut an.

„Wie finden Sie die Party?“ Er sah ihr immer noch in die Augen.

Sie hatte das Gefühl, dass er ihr direkt in die Seele schauen, und einen Blick auf all ihre Geheimnisse werfen könnte. Auf ihre Träume, die gewagtesten Sexfantasien, ihre Ängste. Das machte sie scharf und erschreckte sie zugleich maßlos.

„Die Party ist toll“, antwortete sie ein wenig nervös. Anscheinend ließ die Wirkung des Alkohols nach. „Ich fand es lustig, dass man sich als Lieblingsweihnachtsfigur kostümieren soll. Zumindest bis ich den Mann gesehen habe, dessen Kostüm aus zwei Christbaumkugeln und einer Zuckerstange besteht, mit der er herumwedelt.“

Erst einen Moment später wurde Hailey bewusst, was sie gerade laut ausgesprochen hatte. Entsetzt hielt sie sich den Mund zu, um sich daran zu hindern, mit der nächsten Dummheit herauszuplatzen.

Doch der umwerfend aussehende Grinch lachte nur derart amüsiert, dass sie ihn schließlich angrinste. Sein Blick wurde weicher. Er war ein verblüffend attraktiver Mann, bei dem sie alle ihre sexuellen Hemmungen fallen lassen wollte.

Hailey wurde auf Jared aufmerksam, der mit Trent und Rudolph zur Tür ging. Er fuchtelte hektisch mit einer Hand hinter dem Rücken seines Chefs herum, als wollte er ihr etwas mitteilen. Sie hob fragend die Augenbrauen.

Auf Gage deutend, formte er mit den Lippen lautlos irgendeine Botschaft. Was wollte er ihr sagen? Da sie keine Ahnung hatte, zuckte sie nur hilflos die Schultern. Er schien frustriert zu sein und tippte in letzter Sekunde mit dem Finger auf Trent, bevor er seinem Chef aus dem Saal folgen musste.

„Halten Sie Ausschau nach zwei Christbaumkugeln?“, neckte Gage sie.

„Oh, Verzeihung“, meinte sie verlegen. „Hier wird man einfach ständig abgelenkt, und kommt sich fast ein bisschen wie in einem Zirkus vor. Nur dass es sich um bizarre Modestatements handelt, die alle in Weihnachtskitsch verpackt sind.“

„Und auf Bizarres fahren Sie nicht ab?“

„Sollte ich?“

„Wohl kaum. Bizarr bedeutet gewöhnlich seltsam und verwirrend. Und ich bin nicht gern verwirrt.“

„Und Weihnachten?“ Hailey zeigte auf sein Kostüm. „Mögen Sie das Fest? Oder ist Ihr Herz dafür nicht groß genug?“

Gage wollte antworten, schüttelte aber dann grinsend den Kopf. „Bei Größenvergleichen jeglicher Art halte ich mich heraus.“

Sie lachte. Er hat Sinn für Humor. „Dann überlassen wir das Problem mit der Größe meiner Fantasie und wenden uns Weihnachten zu.“

„Nur solange Sie eine blühende Fantasie haben.“

„Sie treibt Blüten.“

„Haben Sie viele Träume?“

„Große, ja sogar riesige Träume“, versicherte Hailey ihm.

Gage lächelte, wurde dann aber ernst. „An sich habe ich kein Problem mit Weihnachten.“

Er schien jedes Wort genau abzuwägen. Offenbar war er ein Mann, der Ehrlichkeit schätzte. Er mochte der Wahrheit ausweichen, aber er erwartete, dass er beim Wort genommen wurde. Diese Integrität war sogar noch sexier als sein umwerfendes Lächeln.

„Aber es gibt einiges an Weihnachten, wonach Sie nicht gerade verrückt sind“, vermutete Hailey.

„Stimmt. Aber das Gute ist nicht ohne das Schlechte zu haben, richtig?“

Sie wollte widersprechen. Es ging darum, positiv zu denken, und das Schlechte möglichst zu vermeiden. Doch sie war nicht sicher, ob sie mit dem optimistischen Argument bei einem Mann weit käme, dessen Lieblingsweihnachtsfigur der Weihnachtsmuffel Grinch war. „Und was mögen Sie am meisten daran?“

„Das Essen.“ Gage zeigte auf einen Weihnachtsmann, der mit einem Tablett voller Weihnachtsplätzchen vorbeikam. „Ich liebe die süßen Naschereien in dieser Jahreszeit.“

Ein Mann genau nach meinem Geschmack.

„Aber so gut die Plätzchen auch aussehen – ich wette, Sie sind süßer. So süß wie eine Zuckerstange mit Cherrygeschmack, an die mich Ihr Kostüm erinnert.“ Er ließ den Blick über ihren Körper wandern, als wollte er sie vernaschen.

Hailey schluckte. Sie wusste, dass sie nicht in seiner Liga spielte. Aber das war ihr egal. Sie stand vor Verlangen in Flammen. Dann blinzelte sie. Was hatte er gesagt? Mit Cherrygeschmack?

Ihr ging ein Licht auf. Jared hatte ihr mitteilen wollen, dass Gage der Agent der Sängerin war. Also war er der Mann, den sie davon überzeugen musste, dass ihre Dessous perfekt für Cherry Bella waren.

Fast hätte sie entzückt in die Hände geklatscht. Erst hatte Merry Widow das Finale erreicht. Dann machte sich der aufregendste Mann an sie heran, den sie jemals gesehen hatte. Und jetzt musste sie alles Erdenkliche tun, was in ihrer Macht stand, damit er ganz wild auf ihre Dessous würde? Der Abend war der Knaller!

„Sie scheinen kein Designer zu sein“, sagte Hailey. Es war nicht so, dass alle Designer feminine Züge hatten. Aber Gage war einfach zu männlich und verführerisch.

Er lachte. „Oh nein. Ich bin kein Designer.“

Zudem arbeitete er nicht für die Rudolph-Modegeschäfte. Sonst hätte Jared es ihr erzählt. Das bedeutete, dass er tatsächlich nur Cherrys Agent sein konnte.

Gage zeigte auf ihr Kostüm. „Sie sind unverkennbar ein Fan von Weihnachten, und scheinen die Party zu genießen. Gibt es irgendetwas, das Sie heute Abend besonders beeindruckt?“

Er beeindruckte sie. Aber Hailey nahm nicht an, dass er auf Komplimente aus war. Sie versuchte, einen klaren Kopf zu bekommen. Sie musste das beste Verkaufsgespräch ihres Lebens führen. Sie musste ihn für ihre Entwürfe begeistern und ihm mit ihrem Wissen über die Modebranche und seine Kundin imponieren.

Und weil er einfach zum Anbeißen war, musste sie vielleicht auch dafür sorgen, dass er sie hinreißend fand. Es war nicht so, dass sie ihm ihren Körper anbot, damit er ein gutes Wort bei seiner Kundin einlegte. Eher war sie bereit, seinen Körper zu vergöttern, ohne dabei seine Kundin zu erwähnen. Damit übertrat sie keine rote Linie, oder?

„Hm, es gibt so viel. Da muss ich überlegen“, meinte sie. „Wirklich beeindruckt hat mich Rudolphs cleverer Wettbewerb. Die Kollektionen sind alle so verschieden, nicht wahr?“

Gage trat einen Schritt näher. „Welche Kollektion hat Ihnen denn am besten gefallen?“

Jetzt war er ihr so nah, dass seine Körperwärme sie einzuhüllen schien. Sie spürte, dass sein Atem über ihre Stirn strich. Sie wollte die Nase an seiner Halsbeuge reiben, und an ihm schnuppern. Was war nur los mit ihr? Sie musste diesen Mann nur ansehen, und ihre Hormone spielten völlig verrückt.

„Hailey?“

„Hm?“ Stirnrunzelnd versuchte sie, sich an seine Frage zu erinnern.

„Ihr Favorit?“

„Favorit?“ Meinte Gage ihre Lieblingsstellung? Oder ihre Lieblingswörter für männliche Genitalien? „Oh, mein Favorit, was die Kollektionen angeht?“

„Ja.“ Wieder sah er ihr tief in die Augen.

Hailey wollte anfangen, für ihre Kollektion zu werben. Aber sie sollte ihn besser erst mit ihrem Charme einwickeln, bevor er bemerkte, dass sie eine der Designerinnen war. Auf diese Weise könnte sie ihn sanft zu der Idee hinführen, dass Cherry und Merry Widow perfekt zueinander passten.

Im vergangenen Jahr hatte sie gelernt, dass Menschen in der Minute in die Defensive gingen, in der sie realisierten, dass ihnen jemand etwas verkaufen wollte. Hingerissen betrachtete sie sein markantes Gesicht. Nein. Ihr wäre es erheblich lieber, wenn Gage empfänglich für alles wäre, was sie ihm zu bieten hatte.

Also zuckte sie stattdessen die Schultern. „Heute Abend wurden viele tolle Looks präsentiert. Bestimmt würde es Spaß machen zu versuchen, für die Outfits die perfekt passende Person zu finden.“ Sie war sehr stolz auf den kleinen Hinweis. „Das ist es, was ein tolles Design ausmacht, nicht wahr? Die äußere Erscheinung und die Persönlichkeit derjenigen Person in Szene zu setzen, die die Kreationen trägt.“

„Glauben Sie wirklich, dass es jemanden gibt, zu dem all diese Outfits passen?“, fragte Gage jetzt über die Musik hinweg. Die Band spielte lauter, weil die ersten Gäste auf die Tanzfläche gingen.

„Ich glaube, dass es für jeden und alles die perfekte Entsprechung gibt“, sagte Hailey, und verzog gleich darauf besorgt das Gesicht. Hoffentlich verstand er ihren Enthusiasmus nicht falsch und glaubte, dass sie eine liebeskranke Frau auf der Suche nach einem Mann fürs Leben wäre.

Sie war vielmehr daran interessiert, dass sie es keuchend miteinander trieben. Bei dem Gedanken wurde ihr heiß. Was war nur mit ihr los? Die körperliche Reaktion schockierte sie fast genauso wie ihre wilden Gedanken. Der Champagner machte sie völlig hemmungslos.

„Welche Dessous würden perfekt zu Ihnen passen?“, neckte Gage sie, und sah sie begehrlich an.

Ihr wurde noch heißer. Die perfekte Ergänzung für sie war ein Mann, der sich auf Dauer an sie binden wollte, und sie bedingungslos unterstützte. Jemand, der an sie glaubte, und mit dem sie fantastischen Sex hatte. Jemand, der sie genug liebte, um ein Teil ihres Lebens werden zu wollen. Aber das war Zukunftsmusik. Heute Abend trug der perfekte Mann ein grünes Fellkostüm.

Hailey runzelte die Stirn, als er ihr erneut tief in die Augen schaute. Konnte er ihr bis auf den Grund ihrer Seele sehen? Ihre Gedanken lesen? Wusste er, dass sie sich fragte, ob er perfekt zu ihr passte? Gehörte er vielleicht zu der Sorte Männern, die dann vor lauter Angst wegrannten?

In diesem Moment ging die Show weiter. Der koreanische Popsong „Gangnam Style“ erklang. Alle Models stürmten auf die Tanzfläche. Gage verfolgte das Geschehen. „Na, wenn das keine Unterhaltung ist.“ Erst lachte er, zuckte jedoch zusammen, als eines der Models beim Tanzen das von ihren Brüsten rutschende Oberteil festhielt.

„Es wird wild“, stimmte sie ebenso beeindruckt wie amüsiert zu. Wild oder nicht – die Dessous sahen toll aus. Weiblich und sexy.

„Suchen wir das Weite? Was meinen Sie?“, flüsterte er ihr ins Ohr.

Hailey erschauerte. Ihre Brustwarzen richteten sich auf. Doch sie zögerte. Sie war bereit, fast alles zu tun, um diesen Vertrag zu bekommen. Aber wäre sie stolz darauf, mit ihm von hier zu verschwinden, wenn sich der Alkohol verflüchtigt und ihr Verlangen sich gelegt hätte?

Gage, der ihr Zögern richtig deutete, zeigte auf die Glastüren. „Wie wäre es mit einem Spaziergang im Wintergarten? Dort ist es leiser, und wir können, äh, reden.“

Ein Spaziergang wäre ungefährlich. Sie befänden sich immer noch in einem öffentlich zugänglichen Bereich. Zudem erinnerte die Party nebenan sie daran, dass es ums Geschäft ging. Das sollte sie davon abhalten, ihm das grüne Fell vom Körper zu reißen. „Sicher. Ein Spaziergang wäre reizend.“

Als Gage Hailey in den kühlen Wintergarten führte, atmete er auf. Im Ballsaal war ihm so heiß geworden, dass er geschwitzt hatte. Wegen dieses fürchterlichen Fellkostüms? Oder war die süße kleine Elfe neben ihm der Grund dafür?

Aber Frauen hatten ihn noch nie ins Schwitzen gebracht. Er war bei Weitem kein Kostverächter, und die meiste Zeit seines Lebens von sehr gut aussehenden Frauen umgeben. Zudem hatte er keine Probleme damit, das Geschäftliche mit dem Vergnügen zu verbinden. Er arbeitete mit zu vielen schönen Frauen zusammen, um sich von albernen Regeln oder falschen Moralvorstellungen einschränken zu lassen.

Nein, er war kein eingebildeter Mistkerl. Aber er hatte genug Erfolg bei den Ladys, um selbstbewusst und locker mit ihnen und ihren Bedürfnissen umzugehen. Mit Frauen hatte er noch nie Probleme gehabt. Es musste also am Kostüm liegen.

„Mr. Rudolph lässt es auf der Party richtig krachen“, sagte Hailey, als sie zwischen den mit Lichterketten geschmückten Marmorsäulen entlangspazierte.

„Sind Sie öfter zu Gast?“ Gage sah sich um, und lehnte sich dann an eine Wand. Auf diese Weise könnte sie zu ihm kommen. Doch sie warf ihm unter gesenkten Wimpern einen unergründlichen Blick zu, und schlenderte weiterhin durch den Wintergarten.

„Ich bin heute zum ersten Mal hier“, gab sie zu. „Aber ich kenne viele Leute hinter den Kulissen. Wenn die Gerüchte stimmen, wird es drinnen bald noch heißer zugehen – und es wird noch erheblich mehr nackte Haut zu sehen sein.“

Hinter den Kulissen? Offenbar gab es einige Models in der von ihr vertretenen Agentur, die von den teilnehmenden Designern schon gebucht worden waren. Er entschied, noch ein oder zwei Minuten zu warten, bevor er das Gespräch darauf brachte.

Zuerst musste er aus ihr schlau werden. Seit dem Kennenlernen war jetzt eine Viertelstunde vergangen. Normalerweise hatte er sich in dieser Zeit schon ein Bild von einer Person gemacht. Doch Hailey war ihm noch immer ein Rätsel. „Die Vorstellung scheint Sie nicht zu empören.“ War sie wilder, als ihr süßes Gesicht ahnen ließ?

„Jeder hat das Recht, die Weihnachtszeit auf seine eigene Weise zu genießen.“ Sie lachte. „Außerdem gefällt mir der Gedanke, dass die Dessous sexy genug sind, um diese Wirkung hervorzurufen.“

„Ein Elfenhut und ein Tutu rufen diese Wirkung hervor – wenn die richtige Frau beides trägt“, murmelte Gage leise. Dennoch hatte sie seine Worte offenbar gehört. Denn sie errötete.

„Was hat Sie heute Abend am meisten interessiert?“, fragte Hailey. „Die Schuhe? Es sind ein paar tolle neue Kollektionen präsentiert worden. Oder sind Sie eher ein Mann, der auf Damenoberbekleidung steht?“, neckte sie ihn.

„Ich war nur an den Dessous interessiert.“ Gage wollte das Gespräch jetzt auf ihre begehrte Kundin Cherry Bella bringen. „Zumindest bis ich Sie gesehen habe. Neben Ihnen ist dann alles andere verblasst.“

„Ach ja?“ Sie lachte. „Ich verglichen mit perfekten Frauen in Dessous? Ganz bestimmt waren sie hin- und hergerissen.“

„Zweifeln Sie etwa an mir?“

Hailey blieb stehen, nahm ihn langsam von oben bis unten in Augenschein, und ging dann zu ihm. „Am aufrichtigen Grinch, der die gestohlenen Weihnachtsgeschenke zurückgibt und mitfeiert, nachdem er die Bedeutung des Festes schließlich erkannt hat?“

Gage grinste. Verdammt, sie war niedlich. „Ich trage dieses Kostüm, weil ich eine Art Wette verloren habe.“

„Dann sind Sie also nicht wirklich ein Weihnachtsmuffel?“

Er zögerte, als er in ihre glitzernden Augen sah. Ihr zu erzählen, was er von Weihnachten hielt, wäre so ähnlich, wie einem vierjährigen Kind zu sagen, dass der Weihnachtsmann hirnrissiger Quatsch war. Genau das hatte seine damalige Stiefmutter getan.

Also wich er der Frage mit einem charmanten Lächeln aus. „Ich schwöre Ihnen, dass ich in meinem Leben noch nie Grinchy genannt worden bin. Und Sie?“, fragte er schnell, als sie ihn nachdenklich ansah. „Warum sind Weihnachtselfen Ihre Lieblingsfiguren?“

„Elfen sind süß und zum Liebhaben. Sie sind clever, bringen Freude und sorgen für Schönheit.“ Lächelnd drehte Hailey sich um die eigene Achse.

Gage wurde heiß, als ihr Rock hochflog, und er sah, dass ihre Seidenstrümpfe von Strumpfbändern gehalten wurden. „Aber sie stehen nie im Rampenlicht“, gab er zu bedenken. „So grantig Grinch auch sein mag – der gleichnamige Film belegte die ersten Plätze in den Kinohitlisten.“

„Ganz oben zu sein, bringt eine Menge Probleme mit sich“, konterte sie.“ Stars müssen so viele Erwartungen erfüllen, enormen Anforderungen gerecht werden und immer den Schein wahren. Sie werden von Groupies und von Leuten verfolgt, die sie hassen. Ist es das wert?“

Ja, zur Hölle. „Oben zu sein ist besser, als unten zu sein.“

„Nicht immer“, sagte Hailey leise, und warf ihm einen heißen Blick zu.

Die versteckte Andeutung verfehlte ihre Wirkung nicht. Gage trat einen Schritt auf sie zu.

Gleichzeitig trat sie einen Schritt zurück, warf einen kurzen Blick über die Schulter, und befeuchtete sich mit der Zunge die Lippen.

Er unterdrückte ein Stöhnen, als er ihre sinnlichen, feuchten Lippen betrachtete. Wahrscheinlich hätte er ihr bislang noch widerstehen können. Doch jetzt musste er sie zumindest küssen. „Oben zu sein, hat zweifellos Vorteile“, entschied er, als sie die Plätze getauscht hatten. Nun lehnte sie mit dem Rücken an der Wand.

„Ja? Welche zum Beispiel?“

Gage sah in ihre großen, erwartungsvollen Augen. Er betrachtete ihre blonden Locken, das Dekolleté, den Ansatz ihrer Brüste. Sein Verlangen war so stark wie noch bei keinem anderen Flirt zuvor. Das Blut pulsierte ihm durch die Adern. „Zum Beispiel diesen Vorteil.“ Er küsste Hailey.

Obwohl er einen sanften, zärtlichen Kuss im Sinn gehabt hatte, ließ er die Zunge in ihren Mund gleiten, vertiefte den Kuss. Sie schmeckte so süß wie sie aussah. Mit beiden Händen strich er über ihre Taille bis direkt unter ihre Brüste. Sie stöhnte leise.

Dieser Laut ließ ihn hart werden. Wenn er jetzt nicht aufhörte, erregten sie noch Aufsehen. Ich muss mich beherrschen. Widerstrebend löste Gage sich langsam von ihr – was ihm schwerer fiel, als er geglaubt hatte.

Doch er war nicht bereit, sie gehen zu lassen. Er stützte sich mit den Händen rechts und links neben ihrem Kopf ab, und bedeckte ihren Hals mit Küssen. Ihr Atem ging schneller. Sie ließ den Kopf in den Nacken sinken, bog sich ihm entgegen.

Ihre Brüste rieben über seine Brust. Er wollte das Bustier hinunterstreifen, ihre Brüste berühren und schmecken. Wir sind in der Öffentlichkeit, ermahnte er sich erneut. Bestimmt wäre es Hailey peinlich, wenn sie zu weit gingen. Insbesondere, wenn einige der Models im Ballsaal Kundinnen ihrer Agentur waren.

Sie ließ die Hände von seinen Schultern auf seine Brust gleiten.

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