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Tiermärchen vieler Völker

Tiermärchen vieler Völker

Band 1:

Tiermärchen der Brüder Grimm

Nach der Erstfassung herausgegeben
und mit einem Vor- und Nachwort versehen
von Alexander Gruber

Inhalt

Vorwort

Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

Herr Korbes

Der alte Sultan

Vom treuen Gevatter Sperling

Die Bienenkönigin

Von der Frau Füchsin

Vogel Phönix

Von dem Tod des Hühnchens

Die goldene Gans

Läuschen und Flöhchen

Katz und Maus in Gesellschaft

Von dem Mäuschen, dem Vögelchen und der Bratwurst

Rotkäppchen

Le Petit Chaperon Rouge (Charles Perrault)

Von der Nachtigall und der Blindschleiche

Der gestiefelte Kater

Le Chat Botté (Charles Perrault)

Der Fuchs und die Gänse

Die Bremer Stadtmusikanten

De Haas un de Swinegel

Der Hase und der Igel

Der Zaunkönig und der Bär

Die weiße Schlange

Von den Fischer un siiner Fru

Vom Fischer und seiner Frau

Von dem Tischgen deck dich

Märchen von der Unke

Des Herrn und des Teufels Getier

Das Lumpengesindel

Nachwort

Eine Anmerkung

Vorwort

Tiermärchen sind Erzählungen, worin Tiere handeln wie Menschen, aber einige Eigenschaften ihrer Tierheit beibehalten, sodass sie Anschauung von beidem geben: Mensch und Tier – wie in dem Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein.

Es heißt Abschied nehmen, Abschied von etwas, was den Brüdern Grimm noch ein Ewiges erschien, wie sie in der Vorrede zur Erstausgabe der »Kinder- und Hausmärchen« im Ersten Band 1812 schreiben: »Was so mannichfach und immer wieder von neuem erfreut, bewegt und belehrt hat, das trägt seine Notwendigkeit in sich, und ist gewiß aus jener ewigen Quelle gekommen, die alles Leben bethaut … « Hilft nichts: Nach Notwendigkeit fragen wir nicht mehr, erst recht nicht nach etwas, was ewig und gar noch kostenlos quillt. Wachstum wird ökonomisch und auf die absehbare Zukunft hin definiert, nicht auf ein Ganzes, worin die Gegenwart mit Vergangenheit und Künftigem sinnreich verknüpft wäre.

Tiermärchen – Fabel? Lessing begründet, warum Tiere für das Fabula docet geeignet sind, doch die festen Umrisse, die ihre Charaktere angeblich haben, sind kaum der Anschauung und Erfahrung verdankt. Wer hat Erfahrungen mit Wölfen gemacht, außer denen, die sie lange beobachtet und belauscht, dann ihr Rudelverhalten verstanden und, darauf fußend, sie schließlich gezähmt und zu Hunden umerschaffen haben? Wer hat einen wirklichen Fuchs listig handeln gesehen? Wer will behaupten, ein Wildesel sei dümmer als ein Pferd? Nein, die Fabel benutzt Ausstechformen für den Gebäckteller der Literatur, auf dem auch kritisch Gesalzenes angeboten werden kann; vorgefertigte Reduktionen keiner tierischen, sondern menschlicher Wirklichkeiten. Die Tiermärchen erzählen dagegen lebendige Geschichten, sind sozusagen geschnitten Brot. Herzhaftes Schwarzbrot zumeist, das es mit Lust zu belegen, zu kauen und zu verdauen gilt. Guten Appetit!

Vorschlag: Zum Nachtisch, im Nachwort, gibt es übrigens für jeden, der mag, noch einen Löffel voll schmackhafter Belehrung.

Der Wolf und die sieben jungen Geißlein

Eine Geiß hatte sieben Junge, die sie gar lieb hatte und sorgfältig vor dem Wolf hütete. Eines Tages, als sie ausgehen musste, Futter zu holen, rief sie alle zusammen und sagte: »Liebe Kinder, ich muss ausgehen und Futter holen, wahrt euch vor dem Wolf und lasst ihn nicht herein, gebt auch Acht, denn er verstellt sich oft, aber an seiner rauen Stimme und an seinen schwarzen Pfoten könnt ihr ihn erkennen; hütet euch, wenn er erst einmal im Haus ist, so frisst er euch alle miteinander.« Darauf ging sie fort, bald aber kam der Wolf vor die Haustüre und rief: »Liebe Kinder, macht mir auf, ich bin eure Mutter und hab euch schöne Sachen mitgebracht.« Die sieben Geißerchen aber sprachen: »Unsere Mutter bist du nicht, die hat eine feine, liebliche Stimme, deine Stimme aber ist rau, du bist der Wolf, wir machen dir nicht auf.«

Der Wolf ging fort zu einem Krämer und kaufte sich ein großes Stück Kreide, das aß er und machte seine Stimme fein damit. Danach ging er wieder zu der sieben Geißlein Haustüre und rief mit feiner Stimme: »Liebe Kinder, lasst mich ein, ich bin eure Mutter, jedes von euch soll etwas haben.« Er hatte aber seine Pfote in das Fenster gelegt, das sahen die sieben Geißerchen und sprachen: »Unsere Mutter bist du nicht, die hat keinen schwarzen Fuß, wie du; du bist der Wolf, wir machen dir nicht auf.«

Der Wolf ging fort zu einem Bäcker und sprach: »Bäcker, bestreich mir meine Pfote mit frischem Teig« und als das getan war, ging er zum Müller und sprach: »Müller, streu mir dein weißes Mehl auf meine Pfote.« Der Müller sagte nein. »Wenn du es nicht tust, so fress ich dich.« Da musste es der Müller tun.

Darauf ging der Wolf wieder vor der sieben Geißerchen Haustüre und sagte: »Liebe Kinder, lasst mich ein, ich bin eure Mutter, jedes von euch soll etwas geschenkt kriegen.« Die sieben Geißerchen wollten erst die Pfote sehen, und wie sie sahen, dass sie schneeweiß war und den Wolf so fein sprechen hörten, glaubten sie, es wäre ihre Mutter und machten die Türe auf, und der Wolf kam herein. Wie sie ihn aber erkannten, versteckten sie sich geschwind, so gut es ging, das eine unter den Tisch, das zweite ins Bett, das dritte in den Ofen, das vierte in die Küche, das fünfte in den Schrank, das sechste unter eine große Schüssel, das siebente in die Wanduhr. Aber der Wolf fand sie alle und verschluckte sie, außer das Jüngste in der Wanduhr, das blieb am Leben.

Wie der Wolf seine Lust gebüßt, ging er fort, bald darauf kam die alte Geiß nach Haus. Was für ein Jammer! Der Wolf war da gewesen und hatte ihre lieben Kinder gefressen. Sie glaubte, sie wären alle tot, da sprang das Jüngste aus der Wanduhr und erzählte, wie das Unglück gekommen war.

Der Wolf aber, weil er sich vollgefressen, war auf eine grüne Wiese gegangen, hatte sich in den Sonnenschein gelegt und war in einen tiefen Schlaf gefallen. Die alte Geiß dachte daran, ob sie ihre Kinder nicht noch erretten könnte, sagte darum zu dem jüngsten Geißlein: »Nimm Zwirn, Nadel und Schere und folg mir nach.« Darauf ging sie hinaus und fand den Wolf schnarchend auf der Wiese liegen. »Da liegt der garstige Wolf«, sagte sie und betrachtete ihn von allen Seiten, »nachdem er zum Vieruhrenbrot meine sechs Kindlein hinuntergefressen hat, gib mir einmal die Schere her: Ach! Wenn sie noch lebendig in seinem Leibe wären!« Damit schnitt sie ihm den Bauch auf, und die sechs Geißerchen, die er in der Gier ganz verschluckt hatte, sprangen unversehrt heraus. Sie hieß sie gleich hingehen und große und schwere Wackersteine herbeitragen, damit füllten sie dem Wolf den Leib, nähten ihn wieder zu, liefen fort, und versteckten sich hinter einer Hecke.

Als der Wolf ausgeschlafen hatte, so fühlt er es so schwer im Leib und sprach: »Es rumpelt und pumpelt mir im Leib herum! Es rumpelt und pumpelt mir im Leib herum! Was ist das? Ich hab nur sechs Geißerchen gegessen.« Er dacht, er wollt einen frischen Trunk tun, das mögt ihm helfen und suchte einen Brunnen, aber wie er sich darüber bückte, konnte er vor der Schwere der Steine sich nicht mehr halten und stürzte ins Wasser. Wie das die sieben Geißerchen sahen, kamen sie herzugelaufen und tanzten vor Freude um den Brunnen.

Herr Korbes

Es waren einmal ein Hühnchen und Hähnchen, die wollten zusammen verreisen, da baute das Hähnchen einen schönen Wagen mit vier roten Rädern und spannte vier Mäuschen davor, dann setzte sich das Hühnchen mit dem Hähnchen auf, und so fuhren sie fort.

Da begegnete ihnen eine Katze, die sprach: »Wo wollt ihr hin?«

Da antwortete das Hähnchen: »Als hinaus nach dem Herrn Korbes seinem Haus.«

Die Katze sprach: »Nehmt mich auch mit.«

Das Hähnchen antwortete: »Recht gern, setz dich hinten auf, dass du vornen nicht herabfällst: Nehmt euch wohl in Acht, dass ihr mir meine roten Räderchen nicht schmutzig macht.

Ihr Räderchen schweift!

Ihr Mäuschen pfeift!

Als hinaus nach des Herrn Korbes seinem Haus.«

So kamen nach und nach ein Mühlstein, ein Ei, eine Ente, eine Stecknadel und eine Nähnadel, die setzten sich auch alle auf den Wagen, wie sie aber zu des Herrn Korbes seinem Haus kamen, war der Herr Korbes nicht da. Die Mäuschen fuhren den Wagen in die Remise, das Hühnchen flog mit dem Hähnchen auf eine Stange, die Katze setzte sich in den Kamin, die Ente in die Bornstande, die Stecknadel sich ins Stuhlkissen, die Nähnadel ins Bett ins Kopfkissen, der Mühlenstein legte sich über die Türe und das Ei wickelte sich in das Handtuch. Da kam der Herr Korbes nach Haus, ging an den Kamin und wollte Feuer anmachen, da warf ihm die Katze das ganze Gesicht voll Asche; er ging geschwind in die Küche und wollte sich abwaschen, wie er an die Bornstande kam, spritzte ihm die Ente Wasser ins Gesicht, als er sich abtrocknen wollte, rollte ihm das Ei aus dem Handtuch entgegen, ging entzwei und klebte ihm die Augen zu; er wollte sich ruhen und setzte sich auf den Stuhl, da stach ihn die Stecknadel, darüber wurde er ganz verdrießlich und ging ins Bett und wie er den Kopf aufs Kissen niederlegte, da stach ihn die Nähnadel; da ward er so bös und toll, dass er zum Haus hinaus laufen wollte, wie er aber an die Türe kam, sprang der Mühlstein herunter und schlug ihn tot.

Der alte Sultan

Ein Bauer hatte einen getreuen Hund, der war alt, und konnte nichts mehr fest packen. Da sagte der Bauer zu seiner Frau: »Ich will den alten Sultan totschießen, er ist uns doch zu nichts mehr Nutz«, die Frau aber antwortete: »Tu das nicht und lass das treue Tier das Gnadenbrot essen, es hat uns so lange Jahre gedient.« Der Mann sagte: »Du bist nicht recht gescheit, was fangen wir mit ihm an, er hat keinen Zahn mehr im Maul, und es fürchtet sich kein Dieb mehr vor ihm; hat er uns gedient, so hat ers des Hungers wegen getan, und weil er hier gutes Fressen kriegte; morgen ist sein letzter Tag, dabei bleibts.«

Der Hund hatte alles, was Mann und Frau zusammen gesprochen, mit angehört, nun hatte er einen guten Freund, das war der Wolf, zu dem ging er abends hinaus und klagte ihm sein Leiden und dass sein Herr ihn morgen totschießen wolle. »Mach dir keine Sorgen«, sagte der Wolf, »Ich will dir einen guten Anschlag geben: Morgen früh geht dein Herr mit seiner Frau hinaus ins Heu, da nehmen sie auch ihr kleines Kind mit, bei der Arbeit legen sie das draußen hinter die Hecke, da leg du dich daneben, als wenn du es bewachen und da ruhen wolltest; alsdann will ich kommen und das Kind wegnehmen, und du musst mir nachspringen, was du kannst, und mir es abjagen, dann werden sie glauben, du habest ihr Kind errettet, dadurch wirst du in völlige Gnade kommen und sie werden dirs an nichts fehlen lassen dein Lebelang.« Das gefiel dem Hund gut und ward, wie es verabredet war, ausgeführt; der Wolf lief ein Stück Wegs, und als ihn der Hund eingeholt hatte, ließ er das Kind fallen, und der Hund trug es seinem Herrn zurück. Da rief der Bauer überlaut: »Weil der alte Sultan unser liebes Kind dem Wolf wieder abgejagt hat, soll er leben bleiben und das Gnadenbrot haben. Frau, geh heim und koch ihm einen Weckbrei, den kann er gut hinunterschlucken, und mein Kopfkissen soll er zu seinem Bett haben, so lang er lebt.« Also hatte es der Hund auf einmal so gut, dass er sichs nicht besser wünschen konnte. Der Wolf kam zu ihm und freute sich, dass es so wohl gelungen war: »Du wirst nun auch nichts dagegen haben, und mir behilflich sein, wenn ich deinem Herrn ein fett Schaf wegholen kann.« Der Sultan aber war seinem Herrn treu und sagte ihm, was der Wolf im Schilde führe, da passt ihm dieser in der Scheuer auf, und als er kam und sich einen guten Bissen holen wollte, kämmte er ihm tüchtig die Haare. Der Wolf war darüber gewaltig aufgebracht, schalt den alten Sultan einen schlechten Kerl und forderte ihn heraus, die Sache auszumachen.

Sie bestellten sich vor den Wald, und jeder sollte einen Sekundanten mit sich bringen. Der Wolf war zuerst auf dem Platz und hatte das wilde Schwein zu seinem Beistand mitgenommen, der Hund hatte niemand als eine lahme Katze bekommen können, und ging endlich mit der ab. Wie sie aber der Wolf und das wilde Schwein von weitem kommen und die Katze beständig hüpfen sahen, glaubten sie, die Katze höb jedesmal einen Stein auf, da wurde ihnen beiden angst, und das wilde Schwein verkroch sich in das Laub, der Wolf aber sprang auf einen Baum. Der Gegenpart kam heran, und beide wunderten sich, dass niemand da war. Das wilde Schwein aber in dem Laub zwickte mit den Ohren; wie die Katze sich etwas regen sah, sprang sie drauf zu, biss und kratzte; da hob sich das Schwein mit Geschrei in die Höhe, lief fort und rief noch zurück: »Dort oben auf dem Baum, da sitzt der Schuldner.« Da kam es an den Tag, dass der Wolf sich verkrochen hatte, und wollte er herunter, musste er sich zum Frieden bequemen.

Vom treuen Gevatter Sperling

Es war einmal eine Hirschkuh, die war mit einem jungen Hirsch ins Kindbett gekommen, und bat den Fuchs, Gevatter zu stehen. Der Fuchs aber lud noch den Sperling dazu, und der Sperling wollte noch den Haushund, seinen besonders lieben Freund einladen. Der Hund aber war von seinem Herrn ans Seil gelegt worden, weil er einmal von einer Hochzeit ganz betrunken nach Haus gekommen war. Der Sperling meinte, das hat nicht viel auf sich, pickte und pickte am Seil einen Faden nach dem andern los, so lang, bis der Hund frei war.

Nun gingen sie zusammen zum Gevatterschmaus, machten sich auch recht lustig, denn da war alles vollauf; der Hund aber versahs und übernahm sich wieder im Wein; als sie aufstanden, war ihm der Kopf so schwer, dass er sich kaum auf den Beinen erhalten konnte, doch taumelte er noch ein Stück Wegs nach Haus fort, endlich aber fiel er hin und blieb mitten auf der Straße liegen.

Eben kam ein Fuhrmann daher, und wollt geradezu über ihn wegfahren. »Fuhrmann tus nicht«, rief der Sperling, »Es kostet dein Leben!« Der Fuhrmann aber hörte nicht darauf, knallte mit der Peitsche, und trieb die Pferde gerade auf den Hund, dass die Wagenräder ihm die Beine zerbrachen.

Fuchs und Sperling schleppten den Gevatter heim, der Herr sah ihn an und sprach: »Der ist ja tot« und gab ihn dem Fuhrmann, der sollt ihn begraben. Der Fuhrmann dachte, die Haut ist zu brauchen, lud ihn auf und fuhr fort. Der Sperling aber flog nebenher und rief: »Fuhrmann, es kostet dir dein Leben! Fuhrmann, es kostet dir dein Leben!« Dann setzte er sich dem einen Pferde auf den Kopf und rief: »Fuhrmann, es kostet dir dein Leben!« Der Fuhrmann ward bös über den kleinen Vogel, der ihn zum Narren hatte, griff nach seiner Hacke und holte aus; der Sperling aber flog in die Höhe, und der Fuhrmann traf sein Pferd auf den Kopf, dass es tot hinfiel. Er musste es liegen lassen und mit den zwei andern weiterfahren; da kam der Sperling zurück, setzte sich einem Pferd auf den Kopf und rief: »Fuhrmann, es kostet dir dein Leben!« Der Fuhrmann lief herbei: »Jetzt krieg ich dich!« Schlug und traf wieder bloß das Pferd, dass es tot liegen blieb. Nun war ihm noch eins übrig. Der Sperling wartete nicht lange, setzte sich auf den Kopf desselben und rief: »Fuhrmann, es kostet dir dein Leben!« Der Fuhrmann aber war schon so zornig, dass er sich gar nicht besann, sondern gleich zuschlug: Da waren nun alle seine drei Pferde totgeschlagen, und er musste den Wagen stehen lassen.

Bös und giftig ging er nach Haus, und setzte sich hinter den Ofen; aber der Sperling war hinter ihm drein geflogen, saß vor dem Fenster und rief: »Fuhrmann, es kostet dir dein Leben!« Der Fuhrmann griff nach der Hacke, schmiss das Fenster ein, aber den Sperling traf er nicht. Der Vogel hüpfte nun herein, setzte sich auf den Ofen und rief: »Fuhrmann, es kostet dir dein Leben!« Dieser, toll und blind vor Wut, schlägt den ganzen Ofen ein, und wie der Sperling von einem Ort zum andern fliegt, sein ganzes Hausgerät, Spieglein, Stühle, Bänke, Tisch und zuletzt die Wände seines Hauses. Da packt er endlich den Vogel: »Jetzt hab ich dich!« Nimmt ihn in den Mund und schluckt ihn hinunter. Der Sperling aber im Leibe des Fuhrmanns, fängt an zu flattern, flattert wieder herauf, dem Fuhrmann in den Mund, streckt den Kopf heraus und ruft: »Fuhrmann, es kostet dir doch dein Leben!« Da gibt der Fuhrmann seiner Frau die Hacke: »Frau, schlag mir den Vogel im Munde tot.« Die Frau schlägt fehl, dem Mann auf den Kopf, dass er gleich tot hinfällt, der Sperling aber fliegt auf und davon.

Die Bienenkönigin

Zwei Königssöhne gingen auf Abenteuer aus und gerieten in ein wildes, wüstes Leben, sodass sie gar nicht wiedernach Haus kamen. Der Jüngste, der Dummling, ging aus und suchte seine Brüder; wie er sie fand, spotteten sie sein, dass er mit seiner Einfalt sich durch die Welt schlagen wolle, da sie zwei nicht durchkämen und wären doch viel klüger. Da zogen sie miteinander fort und kamen an einen Ameisenhaufen. Die zwei Ältesten wollten ihn aufwühlen und sehen, wie die kleinen Ameisen in der Angst herumkröchen und ihre Eier forttrügen; aber der Dummling sagte: »Lasst die Tiere in Fried, ich leids nicht, dass ihr sie stört.« Dann gingen sie weiter und kamen an einen See, auf dem schwammen viele, viele Enten; die zwei Brüder wollten ein paar fangen und braten, aber der Dummling sagte wieder: »Lasst die Tiere in Fried, ich leids nicht, dass ihr sie tötet.« Endlich kamen sie an ein Bienennest, darin war so viel Honig, dass er am Stamm herunterlief; die zwei wollten Feuer unter den Baum legen, dass die Bienen erstickten, ...

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