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Theo und das Weltallwunder

Horst-Dieter Nölter

Theo und das
Weltallwunder

I. Teil: Reise durch die Galaxien II. Teil: In
der Vergangenheit III. Teil: Zurück ins
Weltall

Theo und das Weltallwunder

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Horst-Dieter Nölter, geb. am 05.08.1944 in Wismar,
Hochschulabschluss, Diplom Ingenieur, jetzt Rentner.
Er hat, nach Auflösung seines Planungsbüros, mit 70
Jahren als Autor begonnen. Keine kreative Aufgabe
zu haben, oder Dinge zu tun, die das Selbstwertgefühl
nicht in Waage hält, ist für ihn nicht vorstellbar.
Tägliche, mehrere Kilometer lange, Wanderungen
und gymnastische Übungen sollen Körper und Geist
in Schwung halten.

Bisherige Bücher:

- Die Erinnerungen meines bisherigen Lebens

- Liebesbeziehungen im Wechselbad der Gefühle

- Unschuldig zum Mörder und eine unglaubliche Odyssee

Neue Antriebssysteme befähigen den Astronauten Theo, bis hinter die Milchstraße zu fliegen. Unerforschte und unentdeckte Himmelskörper erschließen sich ihm dort. Das Landen auf bewohnten Planeten sorgt für ungewöhnliche Spannungsmomente. Flüge in die Vergangenheit und Zukunft sind in ihrer Emotionalität kaum zu überbieten.

Theo und das Weltallwunder

I. Teil: Reise durch die Galaxien

1.Kapitel: Aufbruch ins Weltall

Theo erwachte erleichtert. Endlich hatte er seinen wirren Traum hinter sich gelassen. Die Realität holte ihn schnell wieder ein. In einem kleinen, aber mit allen technischen Höchstansprüchen ausgerüsteten Raumschiff sollte er einen schier unwirklichen Auftrag für die Menschheit erledigen.

Wurmlöcher, Schwarze Löcher, ein Vokabular, das sich beliebig fortsetzen ließe: Theo hatte alles studiert und war der Theorie schon durch andere Flüge, zum Beispiel zum Mars, weit voraus. War er damals noch mit einer hundertzwanzig Meter hohen Rakete gestartet, hatte man heute weitaus effizientere Antriebe. Die jetzige Herausforderung überstieg jedoch auch alles Bisherige. Die Verabschiedung von seiner Frau, seiner ganzen Familie und seinen Mitstreitern war nicht nur sehr emotional, sondern

auch für immer. Selbst bei normalem Flugablauf mit geglückter Rückkehr würde er aufgrund der Zeitverschiebung nur mit nachkommenden Generationen zusammentreffen.

Theo hatte viel Zeit. Er war für viele Jahre mit dem Nötigsten versorgt, weswegen er sich vornahm, bisher nicht erfasste Himmelskörper näher zu untersuchen. Sein Raumschiff konnte auch Flugkorrekturen sowie Lande- und Startmanöver einfach bewältigen. Mögliche Kollisionen mit Kometen oder ähnlichem hatte Theo längst aus seinem Gedächtnis gestrichen. Es nützte ja auch nichts, denn alles wäre sofort vorbei. Die Weltraumbehörde, die seine Rückkehr nicht erwartete, übergab ihm ein Medikament für Langlebigkeit. Auf Basis der Stammzellenerneuerung, die nur geheim im Labor getestet worden war, war eine Lebenserwartung von etwa eintausend Jahren möglich. Mit diesem Wissen fühlte sich Theo schon wie ein Außerirdischer. Seine Kost konnte auch dadurch stark reduziert werden. Sämereien für kleine Versuche im Raumschiff, aber auch für mögliche Bedingungen auf einem Planeten sollten die spätere Ernährung absichern.

Mittlerweile vier Jahre im Einsatz blickte Theo auf die Milchstraße, deren Abstände zwischen den Sternen zugenommen hatten. Zum besseren Verständnis sei hier gesagt, dass die Milchstraße - oder Galaxie -, zu der auch unser Sonnensystem gehört, eine Ansammlung von Milliarden von Sternen ist. Sie hat einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren und eine Dicke von ungefähr 310.000 - 16.000 Lichtjahren. Sie gehört zur Gruppe der Spiralgalaxien. Man schätzt, dass alleine unsere Milchstraße etwa hundert Milliarden Sterne enthält, mit einem sehr massereichen Kern, von dem spiralförmig Arme wegführen. Unsere Sonne befindet sich in den Außenzonen eines dieser Arme. Sie ist etwa 30.000 Lichtjahre vom Kern entfernt.

In den letzten Jahren konnten Wissenschaftler durch mehrere Proben von Kometen feststellen, dass diese aus bis zu fünfzig Prozent Wasser bestehen. Vielleicht kommen unsere Ozeane und Meere daher. Die Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass es deswegen mehr Planeten wie unsere Erde geben könnte und außerirdisches Leben höchst wahrscheinlich ist.

Auf dem Monitor bemerkte Theo einen sich schnell nähernden Kometen. Seine automatischen Messdaten übermittelten ihm die Größe von etwa dreitausendfünfhundert Meter Länge und neunhundertsechzig Meter Breite. Das Steuerungssystem seines Raumschiffes versuchte jegliche Berührung zu vermeiden. Theo sah den Kometen nur ein paar Sekunden. Die 300.000 Kilometer pro Sekunde waren im Weltraum nicht sehr viel. Viele Lichtjahre hat er bis zum Erreichen der Milchstraße noch vor sich. Trotzdem wurden die Sterne der Milchstraße immer deutlicher und auch strahlender Staub, als Reflexions- und Emissionsnebel, Wolkengebilde aus Gas und Staub, leuchtete faszinierend. Dann fielen ihm die eingelagerten dunklen Wolken in der Milchstraße in den Blick. Sie traten nur durch den Kontrast zur sternenreichen und milchig aufgehellten Umgebung in sein Blickfeld.

Für Theo wurde jeder Tag spannender. Er war der erste Mensch in diesen Weiten des Alls. Der Anblick tausender Sterne, mal hellere und dunklere, rot leuchtende oder blaue war faszinierend. Manche Sterne hatten ein gigantisches Ausmaß, andere erschienen dagegen wie Zwerge. Einige standen so dicht zusammen, dass man denken konnte, es seien Doppel- oder Mehrfachsterne. Der dritte Deichselstern im großen Wagen zum Beispiel. Theo weiß, dass bereits zweihundertneunzehn Millionen Sterne kartiert sind, aber von einhundert Milliarden Sternen in der Milchstraße ausgegangen wird. Es ist Teil seiner Aufgabe, diese Dunkelziffer zu verringern. Sicher ist das nur eingeschränkt möglich.

Weitere drei Jahre vergingen und Theo entdeckte mehrere Planeten und Monde auf seinen Monitoren. Er steuerte das Raumschiff in die Nähe eines Himmelkörpers. Dort bemerkte er eine vereiste Landschaft, die auf Wasser hinwies. Seine Vermessung ergab die Größe einer halben Erde. Theo machte mehrere Aufnahmen und markierte den Stern mit einem Cot. Er glaubte eine Reihe von kleinen unentdeckten Planeten und Monden zu sehen. So schoss er weitere Aufnahmen, um seine Vermutung zu beweisen. Anschließend richtete er die Kamera auf das Zentrum der Milchstraße. Sein Augenmerk galt den vermuteten Schwarzen Löchern. Wie Theo wusste, sind sie die merkwürdigsten Objekte im Universum. Sie haben keine Oberfläche wie die sich zu nah heran wagen und in ein Schwarzes Loch gezogen – die Sterne, sondern ein Gebiet, in dem die Materie in sich selbst zusammengefallen ist. Das bewirkt, dass sich eine enorme Masse auf einen unglaublich winzigen Raum konzentriert. Die Anziehungskraft dieses Gebiets ist so stark, dass ihr nichts entrinnen kann – noch nicht einmal das Licht. Man kann die Schwarzen Löcher zwar nicht sehen, aber der Strudel von Nebel, Sternen und weiteren Materialien, der um sie herumwirbelt, liefert den Beweis für ihre Existenz. In der Mitte der Milchstraße befinden sich supermassereiche Schwarze Löcher. Diese können die millionen- oder milliardenfache Masse der Sonne aufweisen. Objekte, die in ein Schwarzes Loch fallen, werden buchstäblich bis zum Zerbersten gedehnt. Würde Theo unglaublich starke Schwerkraft würde ihn einfach auseinanderreißen.

Deswegen musste Theo das Raumschiff rechtzeitig aus dieser Gefahrenzone steuern. Da jetzt immer mehr Planeten und Monde auftauchten, versuchte er eine Konstellation zu erkennen, die etwa den Gegebenheiten der Erde entsprach, eine Sonne mit umlaufenden Planeten und stabilisierenden Monden.

Inzwischen ist Theo acht Jahre unterwegs. Auf der Erde sind inzwischen vierundzwanzig Jahre vergangen und in der Raumfahrt hat sich dort viel verändert. Für die Aufnahme von Funksignalen aus dem All sind Parabolantennen von dreihundert Metern Durchmesser mit einer Abstrahlleistung von einhundertfünfzig Gigawatt erstellt worden. Gleichzeitig sind auch Signale mit gleicher Leistung für Sendungen ins All mit einer Entfernung von bis zu fünfzig Lichtjahren möglich. Ein Astronauten-Team hat sich seit einem Jahr auf dem Mars einquartiert. Von speziellen Containerstationen aus erforschen sie den Planeten. In Kürze ist ihr Rückflug zur Erde geplant.

Theo vernahm erste Signale von der Erde. Er änderte die Frequenzen, bis er etwas Verständliches vernahm. Aufgeregt sprach er einige Sätze und wiederholte sie aus Sicherheitsgründen noch einmal mit Morsezeichen. Aus dieser Entfernung hatte er noch niemals Signale empfangen. Es wird, wenn überhaupt, lange Zeit dauern, bis seine Nachricht von der Erde aufgenommen wird. Mögliche Außerirdische leben wahrscheinlich so weit entfernt, dass die Laufzeiten der Funksignale zu lang für unsere Daseinsspanne sind. Wir Menschen sind die Eintagsfliegen im Kosmos. Theo dagegen eine Zehntagefliege.

Gesundheitlich geht es Theo gut. Seine Stammzellenerneuerung mit dem Ziel eines langen Lebens ist sicherlich eine Voraussetzung dafür. So hat er weitere vier Jahre, allerdings mit reichlich Ablenkung, gut überstanden. Ein Sonnensystem wie unseres hat er bisher nicht antreffen können. Viele Aufnahmen sollen später der Menschheit einen besseren Eindruck von der Milchstraße vermitteln.

2. Kapitel: Kleine, grüne Männchen

Um nicht im Nebel zu versinken, schlug er eine neue Richtung ein. Eine lichte Stelle im Nebelwald sollte ihn in den Bereich bringen, der nicht von der Erde aus sichtbar war. Nach einem weiteren Lichtjahr wurde er in der Ferne auf eine gut erkennbare Sonne mit kreisenden Planeten und auch Monden aufmerksam. Sein Treibstoff war noch ausreichend vorhanden. Aus welchen Gründen auch immer ist der Verbrauch hier viel niedriger. Theo hatte nun endlich ein Ziel vor Augen. Das motivierte ihn und auch die Neugierde wuchs. Aber er brauchte noch einmal drei Jahre, um in Nähe dieses Ziels zu kommen.

Er steuerte den nächstgelegenen Planeten an. Bei dem, was er dort sah, traute er seinen Augen nicht. Im ersten Moment glaubte er, einen Rundflug zur Erde gemacht zu haben. Land und Wasser, weit und breit, hoben sich als Konturen ab. Er machte eine Messung und stellte die doppelte Größe der Erde fest. Ihm war klar, dass hier auch eine höhere Anziehungskraft herrschen musste, aber eine mögliche Landung musste auch noch von anderen Faktoren abhängig gemacht werden. Glücklicherweise hatte das Raumschiff eine vollautomatische Landungsausrüstung. Das bedeutet, dass aufgrund aller Messdaten die Funktionsteile des Raumschiffes aktiviert wurden und es automatsch auf den Planeten steuerte. Dazu gehört der Eintritt in die Umlaufbahn, der Beginn des Eintritts in die Atmosphäre, maximale Erhitzung, Anflug, Endanflug, Lande- und Bremsklappen, und schließlich das Aufsetzen auf der Oberfläche. Auch die Wetterbedingungen wurden schon vierzig Minuten vor dem Aufsetzen eindeutig vorausberechnet. Wolkenuntergrenze 3000 Meter, Sicht sechzehn Kilometer, Wind sechsunddreißig Kilometer pro Stunde. Der ganze Prozess dauerte neunzig Minuten. Die Geräte hatten auch einen festen, ebenen Platz für die Landung ausgesucht, auf dem das aufrechtstehende Raumschiff sicher aufsetzen konnte.Nach Prüfung des Sauerstoffgehalts und Sichtung einiger Kriechtiere, ähnlich unserer Käfer, nur viel größer, wagte er durch den Schleusengang einen kurzen Atemzug. Da er das Gefühl hatte, normal atmen zu können, stieg er aus – vorsichthalber allerdings mit einer Sauerstoffmaske in der Hand. Die Temperatur bei Sonnenschein betrug vierzig Grad Celsius. Er ging ein paar schwerfällige Schritte hinaus und dann wieder zurück ins Raumschiff, um sich seines Raumanzuges zu entledigen. Danach funkte er seine Sensation zur Erde. Das Inspizieren der Umgebung wollte er noch ein wenig zurückstellen. Vielleicht würden ja noch andere Lebewesen hervorkommen, die sich von einem sicheren Ort aus besser beobachten ließen. Als nutzte er die Zeit und stellte sich ein Gefährt zusammen: Ein kleines Geländeauto mit sicherer Verkleidung, für eventuelle Angriffe ausgelegt. Sein Antrieb funktionierte ähnlich wie der des Raumschiffes, nur gedrosselt auf maximal dreihundert Kilometer pro Stunde, außerdem hatte es eine fast unermessliche Reichweite. Die Räder, die Karosserie und alle mechanischen Teile waren aus besonders robustem Material, einer speziellen Aluminiumlegierung, gefertigt. Die Räder konnten einzeln hydraulisch bis zu drei Metern Höhe ausgefahren werden, zudem waren sie in alle Richtungen drehbar, sodass auch chwieriges Gelände passierbar war. Da keine neuen Lebewesen in Sicht waren, fuhr er das Gefährt aus einem gesonderten Schleusengang nach draußen. Jetzt ohne Helm und Raumanzug machte er einige Probeschritte im unmittelbaren Bereich der Station. Die Anziehungskraft war enorm. Sprünge waren kaum möglich, dafür eine gute Standfestigkeit. Ein längerer Fußweg war so gut wie ausgeschlossen, an schnelles Laufen gar nicht zu denken. Er sah sich die Umgebung genauer an und stellte eine weitestgehend ebene Fläche fest. Einige blattlose Bäume, im Hinterland in einen Wald übergehend, waren die einzige Abwechslung.

Theo setzte sich ins Auto und erkundete mit mäßigem Tempo die Umgebung. Am Waldrand angekommen sah er in eine geisterhafte Baumlandschaft. Bizarre Gebilde mit gruseligem Erscheinungsbild.

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