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The Diamond Prince

Inhalt

  1. Cover
  2. Weitere Titel der Autorin
  3. Über dieses Buch
  4. Über die Autorin
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Widmung
  8. KAPITEL eins
  9. KAPITEL zwei
  10. KAPITEL drei
  11. KAPITEL vier
  12. KAPITEL fünf
  13. KAPITEL sechs
  14. KAPITEL sieben
  15. KAPITEL acht
  16. KAPITEL neun
  17. KAPITEL zehn
  18. KAPITEL elf
  19. KAPITEL zwölf
  20. KAPITEL dreizehn
  21. KAPITEL vierzehn
  22. KAPITEL fünfzehn
  23. KAPITEL sechzehn
  24. KAPITEL siebzehn
  25. KAPITEL achtzehn
  26. Epilog
  27. Danksagung

Über dieses Buch

Er kann alles kontrollieren, nur seine Gefühle nicht …

Foster Boyd möchte das Familienunternehmen retten, bevor die Eskapaden seines Bruders den Ruf der Firma zerstören. Da er seinen Bruder nicht dazu zwingen kann, das Unternehmen zu verlassen, möchte er ihn stattdessen ablenken – oder zumindest sein Image aufpolieren. Wo kann er eine Frau finden, die für die Rettung der Firma zu allem bereit ist?

Natalie Stolen war ganz oben auf der Karriereleiter angekommen. Als PR-Beraterin zählten namhafte Stars zu ihren Klienten. Als allerdings ein pikantes Geheimnis eines Kunden an die Öffentlichkeit gelangt, ist das ein gefundenes Fressen für die Presse. Natalies Karriere liegt in Scherben. In diesem Moment erreicht sie ein Angebot, das sie in ihrer aussichtslosen Lage nicht ablehnen kann …

Aber was, wenn du die Frau, die du engagiert hast, um deinen Bruder um den Verstand zu bringen, selbst nicht aus dem Kopf bekommst?

Über die Autorin

Die USA-Today-Bestsellerautorin Virginia Nelson, die sich mit The Penthouse Prince einen Namen gemacht hat, lebt gemeinsam mit drei eigenen und einer Menge adoptierter Kinder im Nordosten Ohios. Sie hat bereits Abschlüsse in Naturwissenschaften und Anglistik absolviert und studiert derzeit Kreatives Schreiben. Virginia Nelson gilt auch als das »regenbogenfarbene Einhorn« der Liebesromane – bunt, außergewöhnlich und weit davon entfernt, perfekt zu sein.

KAPITEL eins

Aus Natalies Regeln für Foster Boyd, Version 2

Regel Nummer 2: Versuch nicht, hinterlistig zu sein. Dabei kommt nichts Gutes heraus. Um es unverblümt auszudrücken: Du bist mies darin. Du bist besser damit bedient, dich einer Situation zu stellen und Selbstvertrauen vorzutäuschen, als zu versuchen, dich als Ninja auszugeben. Du bist über eins zweiundachtzig groß, Multimilliardär, und die ganze Welt hat über Fernsehen und Zeitschriftenberichte miterlebt, wie du aufgewachsen bist. Man weiß sogar, wo du auf der linken Pobacke ein Muttermal hast. Es ist ja irgendwie süß und herzförmig, aber du verstehst schon, worauf ich hinauswill. Das passt nicht zu einem Ninja, verstanden?

Natalie Stolen überprüfte zum wahrscheinlich hundertsten Mal den Akkuladestand ihres Handys. Ein kranker kleiner Teil von ihr hoffte immer noch, dass es deshalb nicht läutete, weil der Akku leer war oder … so ähnlich. Jeder vergleichbare Grund würde reichen, um ihre Befürchtung weiter zu verleugnen. Sie wollte sich nicht eingestehen, dass die Funkstille einer Totenglocke für ihre Karriere gleichkam.

Als sie sah, dass der Akku zu achtundsiebzig Prozent voll war, legte sie das Gerät in die Ladestation auf ihrem wunderschönen Glasschreibtisch. Als sie den Tisch gekauft hatte, war sie so voll Zuversicht gewesen. Sie hatte es in der Großstadt geschafft und bewiesen, dass ihre Fähigkeiten nützlich und real waren und sie sich nie wieder Sorgen darum machen müsste, Rechnungen bezahlen zu können. Damals hatte sie den Tisch zur Eingangstür ihres Büros gewandt aufstellen lassen, damit sie von den deckenhohen Fenstern herumschwenken und sich dem jeweils eintretenden Klienten zuwenden konnte.

Der Schreibtisch war ein Symbol für das Leben gewesen, von dem sie gedacht hatte, sie hätte es sich gesichert. Natalie wollte zur größten Meinungsmacherin in der Geschichte der Meinungsmacherei werden. Mittlerweile jedoch gab es das Büro mit der herrlichen Aussicht nicht mehr, ebenso wenig wie ihre verheißungsvolle Zukunft oder ihr Gefühl von Sicherheit. Geblieben war ihr nur der große Schreibtisch, der kaum in den gemieteten Raum passte, den sie sich noch leisten konnte. Den Tisch hatte sie nach wie vor, ob mit Symbolkraft oder ohne. Konnte es also wirklich sein, dass sich ihre Träume einfach so aufgelöst hatten? Ausgelöscht? Zerstört?

Vermutlich war ihr größter Fehler gewesen, dass sie ihren eigenen Hype geglaubt hatte. Als Imageberaterin hatte sie dafür zu sorgen, dass die Öffentlichkeit das Allerbeste von ihren Klienten dachte.

Wenn es sich bei einer Klientin beispielsweise um America’s Sweetheart handelte, musste man die lebensfreudige, makellose Fassade aufrechterhalten, die das Stereotyp des liebenswerten amerikanischen Mädchens von nebenan erforderte.

Und um ehrlich zu sein, waren die Dinge genau an der Stelle ins Strudeln geraten, worauf Natalie falsch reagiert hatte. Margo Welles, die rothaarige Schönheit, die vom Model zur Schauspielerin und weiter zum Filmstar unzähliger Romantikkomödien aufgestiegen war, besaß ein Privatleben, das sie unter Verschluss hielt. Das an sich war nicht besonders einzigartig. Viele Stars und bedeutende Persönlichkeiten trennten ihr öffentliches Auftreten gern von ihrem Privatleben. Es lag nicht in Natalies Natur herumzuschnüffeln, schon gar nicht bei einer so wichtigen Klientin wie Welles. Verdammt, sie hatte schon sehr früh in ihrer Arbeitsbeziehung erkannt, was für Glück sie gehabt hatte, von Margo aus den unzähligen Möglichkeiten ausgewählt worden zu sein, die einer Frau wie ihr zur Verfügung standen. Natalie hatte sogar mit der neuen Klientin geprahlt – eine weitere Kerbe in ihrem beruflichen Bettpfosten, ein Beweis, dass ihre Methodik funktionierte.

Glück. Von wegen!

Als die Welt dann erfuhr, dass Americas Sweetheart ein Jahrzehnt lang ein Kind geheim gehalten hatte, wurde daraus ein Problem. Zumal besagtes Kind die Tochter eines weiteren Lieblings der Presse war, des namhaften und berüchtigten Billionaire Prince, wie ihn die Medien getauft hatten. Ach ja, und Welles hatte auch dem milliardenschweren Vater selbst nichts von seinem geheimen Kind erzählt … angeblich. Natalie war immer noch nicht sicher, ob sie diesen speziellen Teil glaubte, obwohl er die Schlagzeilen beherrschte. Zumindest die der Boulevardpresse. Die Menschen bekamen nicht genug davon.

Nur leider waren die Neuigkeiten diesmal weder vorteilhaft noch passend zu America’s Sweetheart. Nicht wie damals, als Natalie der Presse zugespielt hatte, dass Margo Faultiere liebte. Das war hinreißend. Man hatte »zufällig« Bildmaterial von Margo erhalten, wie sie mit Tränen in den Augen behutsam mit einer zierlichen Fingerspitze den Rücken der trägen Kreatur berührte. Auf so etwas fuhr die Öffentlichkeit ab. Umwerfende Frau plus drolliges Tier ergab einen Sieg auf ganzer Linie. Allerdings gab es auf der Welt kein ausreichend putziges Faultier oder genug echte, süße Tränen, um die öffentliche Reaktion auf eine Frau wegzuwaschen, die zehn volle Jahre einem Mann sein Kind vorenthalten hatte.

Und apropos Presse, dachte Natalie gereizt, als sie aufstand und in ihrem nunmehr wesentlich kleineren Büro auf und ab lief. War es etwa Natalies Schuld, dass ihnen zehn verflixte Jahre lang ein Kind entgangen war? Nein, kein bisschen. Aber als Imageberaterin bestand ihre Aufgabe darin, eine Möglichkeit zu finden, die Situation für ihre Klientin in ein positives Licht zu rücken. Dabei hatte sie versagt, denn Margo hatte einen schweren Schlag erlitten. Was dazu geführt hatte, dass allmählich alle Klienten das Vertrauen in Natalies Fähigkeiten verloren.

Schneller, als sie es für möglich gehalten hätte, war sie vom höchsten Gipfel in den tiefsten Abgrund gefallen.

Natalie warf ihren kakifarbenen Leinenblazer auf den Stuhl und drehte sich der schiefergrauen Wand hinter dem Schreibtisch zu. Nicht annähernd so beeindruckend wie die deckenhohen Fenster mit Blick auf die Stadt, die sie so geliebt hatte, doch eine andere Aussicht hatte sie im Augenblick nicht.

Weil kein Klient im Universum eine Imageberaterin engagieren wollte, die nicht einmal America’s Sweetheart beschützen konnte.

Da das Telefon immer noch nicht klingelte und es ihr Finger leid wurde, ständig erneut die E-Mails abzurufen, entschied Natalie, stattdessen auszupacken. Andererseits: Wer konnte schon wissen, wie lange sie sich selbst diesen kleinen Raum überhaupt noch leisten können würde, wenn es so weiterginge? Ein Teil von ihr wollte sich gar nicht die Mühe machen auszupacken, doch eigentlich war auch die Bürosituation ihre eigene Schuld. Hätte sie gespart, das Geld gehortet, als der große Rubel gerollt war, wäre sie nach der Sache mit Welles nicht in eine derartige finanzielle Schieflage geraten. Aber sie hatte ein Faible für Schuhe. Außerdem reiste sie gern, sah sich mit Begeisterung Dinge an, die neu für sie waren. Ihre Mutter hatte immer gemeint, sie wäre ein Papa-Mädchen – und ein rastloser Mensch wie ihr Vater setzte niemals Rost an.

Sie ging gern Risiken ein, mochte Abenteuer und zog es vor, unkonventionell zu leben.

Als sie einen Karton aufschnitt, sah sie sich mit nutzlosen Akten konfrontiert. Sämtliche Klienten, die Natalie wegen ihres Versagens fallen gelassen hatten, befanden sich darunter. Seufzend streckte sie eine Hand in den Karton und suchte nach irgendeinem Hinweis, wie sie sich aus dem Abgrund wieder emporkämpfen könnte.

Irgendwo hinter ihr räusperte sich jemand. Wahrscheinlich der unheimliche Typ aus dem Büro zwei Türen weiter. Bisher hatte er sich an diesem Tag drei Ausreden einfallen lassen, um bei ihr hereinzuschneien, und allmählich ging es ihr auf die Nerven. Das Allerletzte, was sie brauchen konnte, während sie versuchte, ihre Karriere wiederaufzubauen, war eine romantische Verstrickung. Und selbst wenn sie auf der Suche wäre, Marc Dickson, amtlich zugelassener Buchprüfer, entsprach nicht wirklich dem Mann ihrer Träume. Seine beginnende Glatze und sein etwas muffiger Geruch turnten sie alles andere als an. Allein dadurch, wie er ihr ständig auf die Brüste starrte, während er ihr beim Reden praktisch ins Gesicht spuckte, warf er sich in Windeseile selbst aus jedem theoretischen Rennen.

Er räusperte sich erneut, also sagte sie: »Tut mir leid, Marc, ich bin beschäftigt. Ich hab Ihnen ja schon gesagt, dass ich keine Zeit zum Mittagessen habe.«

Nun, Zeit zum Mittagessen hätte sie eigentlich sehr wohl. Und Geld dafür? Das würde schon bald eine völlig andere Geschichte sein, wenn ihr kein Weg einfiele, zumindest einen soliden Klienten an Land zu ziehen.

Sie stand über den Karton gebeugt, die Beine leicht gespreizt, um das Gleichgewicht zu halten, während sie die Akten heraushob. Der Hundekopf, der sich zwischen ihren Beinen hindurchschob, genügte daher, um sie zum Kreischen zu bringen und die Akten fallen zu lassen. Natalie versuchte, sich mit einem halb hopsenden Schritt von dem Tier zu entfernen, doch ihr Fuß verfing sich an dem Karton, und die Welt neigte sich, als sie stolperte.

Sie hoffte, sie würde auf dem Weg nach unten nicht den Hund treffen, denn das Gleichgewicht würde sie eindeutig nicht wiedererlangen. Dann jedoch fingen sie starke Arme an den Ellbogen auf und stützten sie mühelos.

»Zurück, Buffy!«, sagte der Mann.

Natalie schaute langsam auf und versank Hals über Kopf in Liebe. Oder zumindest Lust. In eins davon.

***

Foster Boyd waren die Möglichkeiten ausgegangen. Andernfalls würde er auf keinen Fall in diesem kleinen Büro stehen und den von Jeansstoff verhüllten Allerwertesten von Natalie Stolen betrachten. Auch wenn es kein übler Anblick war. Überraschenderweise besaß die kleine Imageberaterin ein herzförmiges Hinterteil mit herrlichen Rundungen, das in einem Mann unwillkürlich den Wunsch weckte, die Hand auszustrecken und ihn zu begrapschen. Natürlich gehörte er nicht zu den Männern, die sich bei ihren Entscheidungen auf niedere Triebe verließen – solche Dummheiten waren eine Spezialität seines Bruders. Dennoch schaute er hin.

Wie könnte er auch nicht? Ihr Hintern wackelte vor ihm wie ein rotes Tuch vor einem Stier. Er räusperte sich in der Hoffnung, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, doch das Prachtstück wackelte weiter, während die Frau in einem Karton kramte.

Laut seinen Recherchen hatte Natalie Stolen ihren Rang und Namen als PR- und Imageberaterin der Stars aufgrund einer Situation verloren, die sich ihrer Kontrolle entzogen hatte. Nachdem er sich in den Fall von Margo Welles eingelesen hatte, konnte er nicht erkennen, in welcher Hinsicht Stolen irgendeine Schuld daran traf. Selbst wenn sie von dem Kind gewusst hätte, das Welles versteckt hatte, lag es nicht in ihrem Aufgabenbereich, ihre Klientin zu zwingen, irgendetwas zuzugeben. So oder so, wie sich die Sache abgespielt hatte, legte nahe, dass Stolen Geheimnisse für sich behalten konnte, falls sie Kenntnis von dem Kind gehabt hatte … und dadurch war sie eindeutig qualifiziert für die Aufgabe, für die er jemanden brauchte.

Aber vielleicht hatte er die Fähigkeiten von Natalie Stolen überschätzt, und ihr Versagen in der Branche lag daran, dass sie unorganisiert war. Jedenfalls lieferte sie mit dem kleinen, überfüllten Büroraum definitiv nicht den ersten Eindruck, auf den er gehofft hatte. Wieder blickte er auf den handgeschriebenen Zettel in seiner Tasche und vergewisserte sich, dass er sich am richtigen Ort befand, doch im Grunde genommen umsonst. Immerhin stand ihr Name, stolz mit Filzstift geschrieben, auf einer gelben Haftnotiz an der Tür. Demnach musste es sich um die Natalie Stolen handeln.

Gerüchten zufolge galt die Frau als diskret. Auch wenn es sonst niemandem auffiel: Ihre Bereitschaft, Geheimnisse für ihre Klienten sogar dann zu bewahren, wenn es ihrer Karriere wie beim Welles-Debakel schadete, zeichnete sie in seinen Augen aus, statt sie als die Versagerin zu brandmarken, als die man sie öffentlich abgestempelt hatte. Die Gerüchte verhinderten, dass sich Klienten zu ihr verirrten, aber Foster hielt sich für einen guten Menschenkenner. Soweit es seine Recherchen ergeben hatten, besaß die Frau durchaus Fähigkeiten. Zudem befand sie sich in einer verzweifelten Lage und würde in der Hoffnung, ihre frühere Position zurückzuerobern, vermutlich eher auf ein ungewöhnliches Angebot eingehen als andere. Denn natürlich gab es reichlich andere Imageberater auf dem Markt. Er jedoch hatte sich für sie entschieden, weil er hoffte, sie könnten sich gegenseitig helfen.

Und wenn schon nicht gegenseitig, dann zumindest sie ihm.

Abermals räusperte er sich, weil sie ihn anscheinend beim ersten Mal nicht gehört hatte. Die Frau antwortete. Ihre süße Stimme klang dabei einigermaßen genervt. »Tut mir leid, Marc, ich bin beschäftigt. Ich hab Ihnen ja schon gesagt, dass ich keine Zeit zum Mittagessen habe.«

Foster öffnete den Mund, um sie auf ihren Irrtum aufmerksam zu machen, als Buffy an der Leine zog und auf die Frau zustürzte.

Für eine Sekunde – die sich länger als eine Sekunde anfühlte, während er mit offenem Mund wie ein Idiot dastand – reagierte Foster nicht. Buffy riss sich sonst nie von ihm los, ebenso wenig streckte sie sonst je den riesigen Kopf zwischen die Beine einer Dame.

Bis zu diesem Tag.

Die Frau kreischte und ruderte possierlich mit den Armen, als sie sich verrenkte und das Gleichgewicht zu halten versuchte. Man musste ihr zugutehalten, dass sie darauf achtete, nicht auf den Hund zu treten. Linkisch gelang es ihr, beide Beine auf eine Seite des Tiers zu bekommen, ohne Buffy dabei gegen den großen, einfältigen Kopf zu treten. Aber danach würde sie fallen, daran bestand kein Zweifel. Er hastete vorwärts und fing ihre Ellbogen in dem Versuch auf, sie zu stützen, bevor sie sich den Kopf an der dicken Glasplatte des für den Raum zu großen Schreibtischs anschlagen konnte.

Dann blinzelte sie mit den blauesten Augen, die er je gesehen hatte, zu ihm hoch. Sie musste wohl diese getönten Kontaktlinsen tragen, denn ihm war noch nie ein Mensch mit Augen einer so veilchenblauen Schattierung untergekommen. Silber säumte die Pupillen, ein Rand, der sich verbreiterte, als sie sich auf sein Gesicht konzentrierte. Dann blinzelte sie. Dunkle Wimpern verbargen langsam den schillernden Farbton und entließen Foster aus ihrem vorübergehenden Bann.

»Hi«, sagte er mit einem verhaltenen, belustigten Schmunzeln.

»Sie sind nicht Marc«, stellte sie fest.

»Richtig«, bestätigte er und wartete, bis sie die Fassung zurückerlangte.

Foster ertappte sich dabei, ihr Gesicht zu mustern. Die ovale Form war beinah so perfekt wie bei einem Model. Ihre Nase fand er eine Spur zu lang und etwas zu weit nach rechts gekrümmt. Ob sie vielleicht irgendwann gebrochen gewesen war? Volle Lippen, derzeit verwirrt geschürzt, bildeten einen bezaubernden Kontrapunkt zu den Pfirsich- und Cremetönen ihrer Haut. Kräftiges Haar ergoss sich wie Wellen über seinen Arm. Insgesamt musste Foster zugeben, dass Natalie Stolen eine atemberaubende Schönheit verkörperte. Das war ihm zuvor aus irgendeinem Grund nicht an ihr aufgefallen, obwohl er bei seinen Recherchen natürlich Fotos von ihr gesehen hatte.

Offen gestanden wurde sie dadurch nur noch geeigneter für die Aufgabe. Ja, sie war schier umwerfend. Sein Bruder würde ihr nicht widerstehen können.

Wie dumm war es eigentlich, dass ihn die Vorstellung, wie sein Bruder sie in den Armen hielt, ein wenig eifersüchtig werden ließ?

Foster schüttelte den Gedanken ab und stellte fest, dass er sie immer noch festhielt, obwohl es nichts mehr nützte. Also verlagerte er die Haltung und vergewisserte sich, dass sie das Gleichgewicht wiedergefunden hatte, bevor er zurücktrat, weg von ihr.

»Tut mir leid deswegen«, entschuldigte er sich und deutete auf Buffy. »Sie macht das sonst nie.«

»Oh, sie ist wunderschön«, meinte Natalie, als wäre es ihr gerade erst aufgefallen. Dann ging sie in die Hocke, bis sie sich auf Augenhöhe mit dem Hund befand. »Hallöchen!«

Das Tier schaute zu Foster. Anscheinend fiel der Hündin wieder ein, dass sie sich ja nicht auf Fremde stürzen sollte. »Ja, ist sie wirklich. Ihr Name ist Buffy. Entschuldigung noch mal.«

Zu seiner großen Überraschung streichelte sie Buffy, obwohl die schwarze Labrador-Hündin sie erst vor wenigen Momenten beinah zu Fall gebracht und ihr womöglich eine schwere Kopfverletzung verursacht hätte. Der Umstand, dass Stolen der Hündin mehr Beachtung als ihm schenkte, ging Foster ein wenig auf die Nerven. Er war daran gewöhnt, dass ihm Menschen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit widmeten, wenn er sich in einem Raum mit ihnen befand. Bevor er ein Wort darüber verlieren konnte, richtete sich Natalie wieder auf und drehte sich ihm zu.

»Natalie Stolen«, stellte sie sich vor und streckte die Hand aus.

»Foster Boyd«, erwiderte er und ergriff ihre zierlichen Finger.

Für gewöhnlich fiel ihm nicht auf, wie viel kleiner eine Frau im Vergleich zu ihm war, aber Natalie Stolen wirkte außergewöhnlich weiblich, und zwar auf eine Weise, die den Kontrast zu seiner Männlichkeit umso bemerkenswerter machte. Sogar ihre eleganten und anmutigen Finger empfand er als mädchenhaft, als sie in seiner Hand lagen.

»Ich weiß, wer Sie sind«, gab sie zurück, stieg über einen Karton und trat hinter den Schreibtisch. Sie zog eine leichte hellbraune Jacke an, durch die sie schlagartig geschäftsmäßiger rüberkam. Wenn er sich nicht irrte, legte sie ihre Professionalität wie eine Rüstung an, um Kontrolle über die Situation zu erlangen. Was nahelegte, dass sie sich aus der Ruhe gebracht fühlte.

Seine Lippen verzogen sich zu einem verhaltenen Lächeln. Irgendwie gefiel ihm die Vorstellung, dass seine Gegenwart sie verunsicherte. Etwas an dieser Frau traf ihn emotional, und der visuelle Beweis, dass es ihr umgekehrt ebenso erging, freute ihn auf einer primitiven Ebene. In einem weißen T-Shirt, Jeans und nunmehr dem geschäftsmäßigen Blazer setzte sie sich auf ihren Stuhl und musterte ihn.

»Spart uns Zeit, dass Sie mich erkennen. So können wir gleich zur Sache kommen.«

»Ihr Ruf eilt Ihnen voraus«, gestand sie. »Raubeiniger Milliardär, der Schlagzeilen macht … Sie fliegen nicht unbedingt unter dem Radar.«

Da Foster keine Verurteilung in ihren Worten hörte, deutete er auf den Stuhl ihr gegenüber.

»Darf ich?«, fragte er.

Natalie nickte und lief bezaubernd rot an, als ihr Blick zu dem Karton auf dem Stuhl schwenkte. »Tut mir leid. Ich bin eben erst eingezogen.«

»Ist mir aufgefallen«, gab er zurück und lächelte wieder.

Sie mochte wissen, was die Schlagzeilen über ihn behaupteten, doch er kam nicht ungewappnet zu dieser speziellen Schlacht. Kontrolle schätzte er über alles, und getreu diesem Motto hatte er seine Hausaufgaben gemacht. Immerhin hieß es nicht umsonst: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Er wusste eine ganze Menge über die wunderschöne Frau hinter dem Schreibtisch.

Natalie Stolen war es nach dem College auf Anhieb gelungen, einen damals noch unbekannten Rockmusiker als Klienten zu ergattern. Was sie von vielen anderen aufstrebenden Neulingen in der Branche unterschied, war die Tatsache, dass sie es schaffte, auch wirklich zu liefern – ihren ersten Klienten hatte sie innerhalb eines Jahres vom Nobody in die Billboard-Top-100 geführt.

Ein Großteil ihres ursprünglichen Kundenstamms war dem Musikgeschäft zuzurechnen, doch schon bald hatte sie zusätzlich ein paar Models unter ihren Fittichen und half ihnen tadellos beim Übergang zur Schauspielerei. Wenig später heimste sie ein paar große Namen ein, als Howard’s Image Consulting unterging – eine Firma, die den Laden dichtmachen musste, als sich Gerüchte über sexuelle Belästigung seitens des Besitzers und Geschäftsführers Jerry Howard im Internet verbreiteten. Margo Welles gehörte zu dem Schwung, den Natalie von dort übernommen hatte.

Und Margo war zugleich vermutlich die Klientin, bei der es Natalie Stolen langfristig am meisten bereute, sie aufgegriffen zu haben.

Nachdem Foster den Karton vom Stuhl entfernt hatte, nahm er ihr gegenüber Platz, und Buffy legte den Kopf auf sein Knie. Abwesend streichelte er die Ohren der Hündin und wartete darauf, dass Stolen den ersten Schritt tat. Da er die Situation letzten Endes ohnehin kontrollieren würde, betrachtete er die Abtretung des ersten Schritts nicht als Verlust, er konnte sich also ein wenig Großzügigkeit leisten.

Natalie verlagerte auf dem Sitz das Gewicht und schob einen Teil ihrer üppigen Haarpracht über die Schulter zurück, bevor sie die Ellbogen auf die dicke Glasplatte des Schreibtischs stützte. »Wie kann ich Ihnen helfen, Mr Boyd?«

Eine ihrer Brauen wölbte sich über diesen verblüffenden Augen nach oben, ein plastisches Fragezeichen. Foster jedoch wollte sich nicht drängen lassen und atmete langsam ein, bevor er begann. »Ich habe Grund zu der Vermutung, dass Sie neue Klienten annehmen.«

Er fand, das war eine besonders taktvolle Art und Weise, es zu formulieren. Bestimmt würde er in Anbetracht der Umstände dafür Punkte für Diplomatie erzielen. Immerhin erwähnte er nicht, was er mit Sicherheit wusste, nämlich dass sie im Augenblick null Klienten hatte – und null potenzielle Klienten, weil die Medien des Debakels mit Margo Welles noch nicht überdrüssig geworden waren.

Die Braue senkte sich, ihre Augen verengten sich leicht. »Derzeit nehme ich tatsächlich neue Klienten an«, bestätigte sie. »Aber in der Regel erfahre ich gern, wie ich helfen kann, bevor ich mich zu etwas verpflichte. Legen wir doch alle Karten offen auf den Tisch.«

»Damit habe ich kein Problem«, erklärte er sich einverstanden.

»Da Sie anscheinend mit einigen Informationen über mich hergekommen sind, will ich Sie nicht mit den Einzelheiten über mich und meine Firma langweilen. Konzentrieren wir uns stattdessen darauf, was ich über Sie weiß. Sie sind Foster Boyd«, begann sie und zählte diesen ersten Punkt an einer eleganten Fingerspitze ab. »Ich weiß von Ihnen allerdings nur, weil Sie für Ihre Fehltritte bekannter als für alles sind, was mit den Tonnen von Geld zu tun hat, die Sie im Verlauf Ihres Arbeitslebens angehäuft haben.« Den zweiten Punkt zählte sie am Mittelfinger ab. Bevor sie fortfuhr, tippte sie zweimal auf ihren Ringfinger. »Aber Ihr Ruf ist nur halb so schlimm wie der Ihres Bruders, der – man staune – sogar noch berüchtigter für unverantwortliches, wildes Verhalten in fragwürdiger Gesellschaft ist.« Sie gelangte zu ihrem kleinen Finger und sah Foster mit schief gelegtem Kopf an. »Etwas weiter unten auf der Liste steht die Tatsache, dass Ihr Vermögen eine Menge echt ansprechender Nullen an den richtigen Stellen hat, weil Sie und Ihr Bruder ein überaus erfolgreiches Unternehmen besitzen, das sich mit Kosmetik- und Hautpflegeprodukten befasst.«

Foster nickte leicht, bevor er mit den Schultern zuckte. »Das sind alles Fakten, ja.«

Sie schwenkte eine Hand und meinte: »Sie klingen dazu recht gleichgültig, aber das sind alles wichtige Fakten für mich als Imageberaterin. Es gibt Dinge, an denen ich durch meine Fähigkeiten etwas ändern kann, ich muss aber auch in der Lage sein, die Dinge zu erkennen, an denen ich nichts ändern kann. In Ihrem Fall, Mr Boyd, bin ich überfragt. Entschuldigen Sie, wenn ich das so sage, aber es stimmt: Sie haben einen fürchterlichen Ruf, und er beeinträchtigt Ihr Geschäft nicht im Geringsten. Zusammenfassend bin ich nicht sicher, was ich für Sie tun kann. Ich kann nicht jahrelanges verwerfliches Verhalten ungeschehen machen und weiß auch nicht, warum Sie das wollen sollten, da es sich nicht negativ auf Ihre Profite auswirkt.«

Foster entspannte sich auf dem Stuhl und freute sich, wie schnell es ihr gelungen war, alles zu durchdenken. Das würde Zeit sparen. »Ich bin froh, dass Sie so viel von der Situation so schnell und deutlich erkennen«, gestand er. »Aber zum Glück für uns beide brauche ich weniger eine Veränderung meines Images als vielmehr meiner Situation.«

»Dann sollten Sie sich an eine Situationsberaterin wenden«, schlug sie vor. »Ich bin zwar nicht mal sicher, ob es so etwas überhaupt gibt, und dennoch … Meine Kompetenz ist das Image, Mr Boyd.«

»Und Sie haben im Augenblick keine Klienten, die für diese Kompetenz bezahlen, Ms Stolen.«

Seine Worte plumpsten förmlich in den Raum und schienen Wellen betretener Stille zu schlagen. Ihr Gesicht errötete abermals, diesmal eindeutig vor Verlegenheit.

So rosig sah sie ziemlich gut aus. Er fragte sich bei dem Anblick unwillkürlich, wie sie in der Hitze der Leidenschaft aussehen würde, atemlos und gerötet, die Lippen prall vor Verlangen.

Foster blinzelte zweimal, fasziniert davon, wie rasch diese Frau seine Vorstellungskraft verzauberte. Dann zerschlug er seine eigene aufkeimende Begierde mit eiserner Faust. Mit der Selbstbeherrschung, die er über viele Jahre perfektioniert hatte, zwang er die Gedanken, aus dem Schlafzimmer zurückzukehren. Er wurde das Gefühl nicht los, dass sich die unverhohlene Sinnlichkeit, die diese Frau ausstrahlte, als Vorteil erweisen würde. Sie würde hervorragend in seinen Plan passen.

Sie hob ihre blasse Hand in einer Geste der Verletzlichkeit an ihren Hals. Foster war sich ziemlich sicher, dass sie die Kränkung nicht vortäuschte. »War mir ein Vergnügen, Sie kennengelernt zu haben, Mr Boyd. Bitte erlauben Sie mir, Sie zur Tür zu begleiten.«

KAPITEL zwei

Aus Natalies Regeln für Foster Boyd, Version 2

Regel Nummer 7: Vermeide es, Wetten abzuschließen oder Leuten Abmachungen anzubieten, ohne vorher mit der Rechtsabteilung darüber zu sprechen. Du hast den Hang, solche Dinge auf eine bestimmte Weise zu sagen … Kurzum, du bist grauenhaft darin. Und wenn du dir erst einen deiner hirnrissigen Pläne in den Kopf gesetzt hast, hörst du nicht nur nicht auf Vernunft, du besitzt zudem diese merkwürdige Gabe, andere davon zu überzeugen. Und die Presse? Die verlässt sich auf diese spezielle Schwäche von dir. Ich weiß schon, Boyds haben keine Schwächen, aber nenn es, wie du willst, es ist ein Problem. Schließ keine Wetten ab und unterbreite keine Vorschläge, ohne vorher mit der Rechtsabteilung darüber zu sprechen. Niemals.

Oh, Natalie hatte Foster Boyd auf den ersten Blick erkannt, allerdings nicht bloß, weil er der einzige prominente Mann war, von dem sie je gelesen hatte, dass er eine Hündin als ständige Gefährtin hatte. Sie erkannte ihn, weil sein Gesicht mehr Zeitschriften zierte als das des erotischsten Mannes des Jahres. Man kannte ihn unter einer dieser lächerlichen Prinzenbezeichnungen: Die Medien hatten Foster Boyd den Diamond Prince getauft. Er war der um wenige Minuten ältere Bruder der Boyd-Zwillinge, die Boyd Cosmetics nach dem Tod ihrer Eltern vor einem Jahrzehnt übernommen hatten.

Beide waren für ihr gutes Aussehen bekannt, lieferten sich aber häufig ein Wettrennen um die aktuellsten Schlagzeilen. Bei Foster galten sein Faible für das weibliche Geschlecht und seine ständige hündische Begleiterin als Markenzeichen, bei Connor Glücksspiel und sein Hang, Streitereien anzuzetteln. Soweit sich Natalie erinnern konnte, hatte keiner der Brüder je versucht, etwas an seinem durchaus verdienten Ruf zu ändern.

Von beiden wusste man, dass sie mit dem Silberlöffel im Mund aufgewachsen waren und sich ihren Lebensunterhalt nie verdienen mussten. Die Boyds waren mit Geld geboren worden und gingen recht sorglos damit um. Sie mussten einfach nur atmen, um ein Vermögen zu erben, das die Vorstellungskraft der meisten Menschen überstieg. Abgesehen vom Tod ihrer Eltern – ein wirklich tragischer Autounfall – war ihr Leben himmlisch verlaufen. Die meisten Zeitschriften hatten Fotos von ihnen abgedruckt, als sie herangewachsen waren. Nach irgendeinem Ranking waren sie zu den meistfotografierten Kindern der Welt geworden. Von Ponys bis hin zum Spielen mit armen Kindern im Schlamm hatten die Zwillinge die Welt bereist und waren im Rampenlicht der internationalen Öffentlichkeit groß geworden.

Trotz ihres Reichtums und der übermäßigen Aufmerksamkeit der Medien – oder vielleicht gerade deswegen – scheute sich keiner der beiden Boyds vor der einen oder anderen Kontroverse. Oder einer Menge Kontroversen. Der Ruf der zwei Brüder war nicht angekratzt oder beschädigt – er war dauerhaft zerstört. Natalie kannte die Hinterteile beider. In der Regel wurden sie auf Hochglanz-Doppelseiten abgebildet und von Schlagzeilen begleitet wie »Zwillingsprinzen von der Kamera erwischt … schon wieder!«.

Oft wurden sie bei Ausflügen nach Las Vegas oder in einem Zimmer voller Stripperinnen ertappt, und die Presse stürzte sich darauf. Abgesehen davon, dass man beide Zwillinge als egozentrische, arrogante Multimilliardäre kannte, standen sie auch im Ruf, sich für humanitäre Interessen einzusetzen und für andere Belange zu kämpfen, die ihnen am Herzen lagen. Eine Schlagzeile über die beiden bei den Olympischen Spielen, umgeben vom Damenschwimmteam, würde Natalie ebenso wenig überraschen wie die Meldung, dass einer der Brüder oder beide eine Stiftung mit dem Ziel leitete, die Versorgung eines Lands der Dritten Welt mit sauberem Wasser sicherzustellen.

Gut aussehend, reich, bekannt für wilde, verrückte Auftritte … Im Grunde wusste sie nicht recht, was eine Imageberaterin tun könnte, um ein Leben der Ausschweifungen und der Rebellion gegen die Erwartungsnormen zu ändern. Oder zu verbessern.

Erst recht nicht eine etwas angeschlagene Imageberaterin, die sich noch von dem Wirbel um ihre letzte Klientin erholte.

Seine Unverfrorenheit, darauf hinzuweisen, dass sie keine Optionen und kein Einkommen hatte, irritierte sie. Sie hatte im Leben nichts falsch gemacht, hatte sich die Ausbildung selbst finanziert, hart gearbeitet, darauf geachtet, dass ihr eigener Ruf makellos blieb. Er hingegen verkörperte ein Musterbeispiel, was man nicht tun sollte, um erfolgreich zu sein. Und doch befanden sie sich in umgekehrten Positionen.

Was sie stinksauer machte.

Natalie scherzte nicht mal, als sie ihm anbot, ihn zur Tür zu begleiten, wenngleich der Vorschlag ein wenig arrogant von ihr war, wenn man bedachte, dass sie beide die verdammte Tür sehen konnten. Wegen der Größe des Schreibtischs und der Winzigkeit des Büros befand sie sich gerade mal einen halben Meter hinter ihm. Natalie starrte ihn an – was ihr nicht schwerfiel, denn der Mann besaß eine enorme sexuelle Ausstrahlung. Er besaß halblange blonde Haare, eine hohe Stirn und Augen eines so klaren Graus, dass es sie an Nebel in London erinnerte. Natalie fand es nicht fair, dass er reich, mächtig und heiß war.

»Ich glaube, Sie verstehen mich falsch, Ms Stolen«, sagte er.

»Was könnte man daran falsch verstehen, Mr Boyd?«, konterte sie prompt. »Sie kommen allen Ernstes in mein Büro, um mich darauf hinzuweisen, dass ich eine schwere Zeit durchmache?«

»Nein, wohl kaum.« Er schüttelte den Kopf. »Ich bin hier, um Ihnen einen Ausweg aus der schweren Zeit zu bieten.«

Natalie blinzelte, konzentrierte sich auf seine Worte und versuchte, einen Sinn darin zu erkennen. »Und ich dachte, darauf wäre ich bereits eingegangen, Mr Boyd. Ich bin Imageberaterin. Mir ist nicht klar, welche Verwendung Sie für meine Dienste haben könnten.«

Das Lächeln, das sich langsam über sein Gesicht ausbreitete, ließ ein elektrisierendes Kribbeln über ihre Haut tänzeln. Du lieber Himmel, wenn der Mann schon mit einem Lächeln das Höschen einer Frau zum Schmelzen bringt, dann stelle man sich vor, was er erst mit seinen Händen bewirken könnte …

Es war nicht der richtige Zeitpunkt dafür, wuschig wegen eines potenziellen Klienten zu werden. Sie biss sich auf die Unterlippe und hielt sich vor Augen, dass es sich um eine geschäftliche Angelegenheit handelte, nicht um ein Kuscheltreffen.

»Ms Stolen, ich bin darauf aufmerksam geworden, dass Sie die einzigartige Fähigkeit besitzen, Geheimnisse selbst auf Kosten Ihrer eigenen Karriere zu bewahren.«

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