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Terminal 3 - Folge 4

Über das Buch

Lennard Fanlay ist Sicherheitschef des Flughafen San Francisco. In jeder Folge von TERMINAL 3 löst er einen Fall. Die Geschichten werden aus seiner Sicht und der Perspektive weiterer Beteiligter geschildert.

Der junge Sicherheitsmann Marc Irving steht vor seiner größten Bewährungsprobe: Er will verhindern, dass ein kleines Mädchen getötet wird. Desmond Asher ist davon überzeugt, eine degenerierte Menschheit erlösen zu müssen. Und geht dafür über Leichen. Und Lennard Fanlay setzt sein nacktes Leben aufs Spiel, um die Katastrophe abzuwenden …

Drei Menschen. Drei Schicksale. Eine Geschichte.

Erscheint in monatlichen Folgen.

Über die Autoren

Ivar Leon Menger studierte Kommunikations-Design und arbeitet heute als Werber, Regisseur und Hörspielautor für internationale Werbeagenturen, den Axel Springer Verlag, RTL Television und Sony/BMG Music Entertainment. Seine Kurzfilme, Werbespots und Hörspiele erhielten zahlreiche Preise. Er zeichnet als Autor und Herausgeber für das Konzept TERMINAL 3 verantwortlich.

Raimon Weber lebt als Autor, Produzent und Medientrainer in Kamen und gilt als »Stephen King des Ruhrgebiets«. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er bekannt als Mitautor der Hörspielreihe Gabriel Burns.

Desmond Asher

Vor zehn Jahren, da war ich zwölf, musste jemand beseitigt werden, der vielleicht so was wie mein Freund geworden wäre.

Oder sagen wir besser … Gefolgsmann.

Er hieß, glaube ich, Bobby.

Ja … Bobby war sein Name. Jetzt bin ich mir wieder sicher. Steht ja auf seinem Grabstein.

Er war damals zwei Jahre jünger als ich.

Allerdings muss man noch mindestens zwei weitere Jahre abziehen, was seine geistige Entwicklung betraf.

Er war mit dem Denken immer etwas spät dran.

Ich kannte ihn nur ein paar Wochen, aber das langte, um mir ein Bild von ihm machen zu können.

Bobby Lahmarsch.

Bobby, die Matschbirne.

Hätte es nicht weit gebracht. Der Welt ist kein zweiter Einstein verloren gegangen.

Eigentlich gefiel es mir, wie er war. Immer sehr folgsam. Gab keine Widerworte. Hatte auch keine eigenen Ideen. Er himmelte mich an.

»Desmond«, sagte er nur. »Das ist ganz toll!«

Wenn ich verlangte, dass er sprang, dann sprang er. Ich habe ihn sogar mal dazu gebracht, mit dem Kopf ein parkendes Auto zu rammen. Er nahm Anlauf – Krach! –, der Chevy Malibu hatte eine Beule im Kotflügel, und Bobby blutete aus der Nase.

Mann, haben wir gelacht!

Danach erlahmte allerdings mein Interesse an ihm.

Eigentlich interessierten mich sowieso nur Waffen.

Schon ihr Anblick genügte, um mich zu erregen.

Da war dieser Film, wo ein junger Kerl – damals kaum älter als ich – einem Gangster in den Unterleib schoss.

Ich habe den Film hundertmal gesehen. Jedes Mal, wenn der Getroffene zuerst seinen schwarzen Hut verlor und dann langsam in die Knie ging … da habe ich …

Oh!

Sie rufen mich!

Ich muss ihnen ganz genau zuhören. Es ist immer sehr, sehr wichtig.

Lennard Fanlay

Heute beginnt mein Dienst als Sicherheitschef im Terminal 3 des Flughafens um Punkt zwölf Uhr mittags.

Ich mag diese Schicht nicht. Ich verbringe den Vormittag mit Belanglosigkeiten und zu vielen Gedanken, und wenn ich vor die Haustür trete, ist es zu hell.

Die Sonne scheint mir direkt ins Gesicht. Ich krame die dunkle Sonnenbrille aus der Hemdtasche.

»Hallo, Mister Fanlay!« Meine Nachbarin, Mrs Cormac, schnippelt mit einer Schere an ihren Rosensträuchern herum. Sie trägt eine dunkelgrüne Plastikschürze und gleichfarbige Handschuhe. Ihr Aussehen erinnert mich an eine Chirurgin … oder eine Pathologin.

Ich winke ihr zu und beeile mich, zu meinem Auto zu kommen.

»Läuse!«, ruft sie mir nach. »Dieses Jahr sind es besonders viele!«

»Ja, es ist furchtbar!«, erwidere ich und will die Fahrertür schließen.

Doch Mrs Cormac folgt mir auf die Auffahrt.

Ich warte höflich.

»Haben Sie heute Morgen die Zeitung bekommen?«, fragt sie mit einem Gesichtsausdruck, der besagt, dass die Frage nur der Auftakt zu einem längeren Gespräch werden soll.

»Nein«, erwidere ich knapp.

»Ich habe mich da natürlich sofort beschwert«, fährt meine Nachbarin fort. Ihr Atem riecht sehr stark nach Menthol. »Die sagten mir, der Zeitungsbote sei angeschossen worden. In den Kopf.«

»Weiß man, wer das getan hat, Mrs Cormac?«

»Nein, aber die Zeitung wird nachgeliefert. Bisher ist allerdings nichts dergleichen geschehen. Ob ich noch mal anrufen muss?«

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Bringe ein schales Lächeln auf meine Lippen und starte den Motor.

Das dicke Blech des alten Mercedes kapselt mich von der Außenwelt ab. Dafür liebe ich den Wagen.

Als ich den Überwachungsraum erreiche, kommen mir Paul Medeski und Steven Cale von der Frühschicht entgegen.

Wir wechseln ein paar Worte. Paul teilt mir mit, dass es keine besonderen Vorfälle gab. Lediglich ein Flug nach Las Vegas hatte eine dreistündige Verspätung wegen technischer Probleme. Ein paar der Fluggäste hätten sich daraufhin betrunken und versucht, ein wenig zu randalieren. Drei von ihnen hocken jetzt in der Ausnüchterungszelle. Für sie fallen Black Jack und Roulette erst mal aus.

Vor den Monitoren des Überwachungsraums sitzen bereits Rachel und mein jüngster Mitarbeiter Marc.

Rachel raucht wie üblich Kette. Eigentlich müsste ich ihr das untersagen, aber ich befürchte, dass sie dann den Dienst quittiert. Sie ist meine zuverlässigste Kraft.

Marc malt Zahlenkolonnen auf einen Schreibblock.

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