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Tee? Kaffee? Mord! – Zum Ersten, zum Zweiten … und tot

Inhalt

  1. Cover
  2. Tee? Kaffee? Mord! – Die Serie
  3. Über diese Folge
  4. Über die Autorin
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Prolog
  8. Erstes Kapitel
  9. Zweites Kapitel
  10. Drittes Kapitel
  11. Viertes Kapitel
  12. Fünftes Kapitel
  13. Sechstes Kapitel
  14. Siebtes Kapitel
  15. Achtes Kapitel
  16. Neuntes Kapitel
  17. Zehntes Kapitel
  18. Epilog
  19. In der nächsten Folge

Tee? Kaffee? Mord! – Die Serie

Davon stand nichts im Testament …

Cottages, englische Rosen und sanft geschwungene Hügel: das ist Earlsraven. Mittendrin: das »Black Feather«. Dieses gemütliche Café erbt die junge Nathalie Ames völlig unerwartet von ihrer Tante – und deren geheimes Doppelleben gleich mit! Die hat nämlich Kriminalfälle gelöst, zusammen mit ihrer Köchin Louise, einer ehemaligen Agentin der britischen Krone. Und während Nathalie noch dabei ist, mit den skurrilen Dorfbewohnern warmzuwerden, stellt sie fest: Der Spürsinn liegt in der Familie …

Über diese Folge

Was geht im Haus des alten Mr Stevenson vor sich? Nach dessen Tod wurde das abgelegene Cottage von dem Bolivianer Carlos Ramon Alvarez für einen Fantasiepreis ersteigert. Und seitdem geschehen dort merkwürdige Dinge …

Nathalies und Louises Spürsinn ist geweckt. Sie stellen Nachforschungen an und finden Erstaunliches heraus: Alvarez und der alte Mr Stevenson kannten sich! Und Stevenson verfügte über mehr Geld, als er eigentlich hätte haben dürfen. In einer waghalsigen Aktion verschaffen sich Nathalie und Louise Zutritt zum Cottage. Doch was sie hinter der Fassade des malerischen Landhauses entdecken, sind Verbrechen, von denen Geldwäsche und Waffenschmuggel noch die harmlosesten sind …

Über die Autorin

Geboren wurde Ellen Barksdale im englischen Seebad Brighton, wo ihre Eltern eine kleine Pension betrieben. Von Kindheit an war sie eine Leseratte und begann auch schon früh, sich für Krimis zu interessieren. Ihre ersten Krimierfahrungen sammelte sie mit den Maigret-Romanen von Georges Simenon (ihre Mutter ist gebürtige Belgierin). Nach dem jahrelangen Lesen von Krimis beschloss sie vor Kurzem, selbst unter die Autorinnen zu gehen. »Tee? Kaffee? Mord!« ist ihre erste Krimireihe.

Ellen Barksdale lebt mit ihrem Lebensgefährten Ian und den drei Mischlingen Billy, Bobby und Libby in der Nähe von Swansea.

Ellen Barksdale

Tee? Kaffee?
Mord!

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ZUM ERSTEN,
ZUM ZWEITEN …
UND TOT

Aus dem Englischen von Ralph Sander

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Prolog, in dem sich zeigt, dass man einem geschenkten Gaul besser doch ins Maul schauen sollte

Earlsraven 1988, an einem verregneten Nachmittag im Haus der Stevensons

»Ja … ja, ich habe verstanden«, sagte Ron Stevenson. »Auf Wiederhören!« Dann legte er den Hörer auf und stand eine Weile neben dem Sideboard, den Blick auf die klobige Tastatur gerichtet.

»Wer war das, Schatz?«, rief seine Frau Susan aus dem Wohnzimmer. Bevor er antworten konnte, jubelte sie: »Wow, Steve Davis hat den Frame geholt! Himmel, war das aufregend!«

»M-hm«, machte Ron, ohne wirklich hinzuhören, ging in die Küche und nahm die Whiskyflasche aus dem Schrank. Dann griff er nach einem Glas, schenkte ein und gönnte sich einen großen Schluck, um seine Nerven zu beruhigen. Es half nicht, also musste ein zweiter Whisky her. Die Wärme, die sich in Rons Körper ausbreitete, hatte etwas Wohltuendes und wirkte gegen die Eiseskälte, die ihm in die Finger gekrochen war, als er dem Anrufer zugehört hatte.

Drei Jahre waren vergangen, in denen er lange mit einem solchen Anruf gerechnet hatte, bis das Thema irgendwann nahezu in Vergessenheit geraten war. Wenn er schon einmal bei seltenen Gelegenheiten daran gedacht hatte, war er der Überzeugung gewesen, dass sich das Thema längst erledigt hatte. Vermutlich hatte sich der Anlass für einen Anruf in Wohlgefallen aufgelöst.

Ganz gleich, was der Grund gewesen sein mochte, niemand hatte ihn angerufen.

Bis heute Abend.

Jetzt war mit einem Mal alles anders. Aus der Möglichkeit, die er mit der Zeit für immer unwahrscheinlicher gehalten hatte, war nun doch noch Wirklichkeit geworden.

Er stellte das Glas in die Spüle und kehrte ins Wohnzimmer zurück, dann setzte er sich zu seiner Frau, die immer noch gebannt der Snooker-Partie im Fernsehen folgte. Erst als er auch auf den x-ten ihrer Kommentare zum Spiel nicht reagierte, drehte sie sich zu ihm um und sah ihn an.

»Stimmt was nicht?«, fragte sie besorgt. »Wer hat denn angerufen?«

»Das willst du eigentlich gar nicht wissen«, murmelte er und starrte mit leerem Blick auf den Bildschirm, auf dem eine weiße Kugel über einen riesigen grünen Spieltisch rollte und eine rote Kugel traf, die unter großem Beifall des Publikums in einer Ecktasche verschwand.

»War das etwa …?«, begann sie.

Ron nickte schwach. Sie musste nicht weiterreden, beide wussten sie nur zu genau, was gemeint war.

Seufzend ließ Susan sich nach hinten sinken. »Ich habe ja gleich gesagt, dass wir uns darauf nicht einlassen sollten.«

»Du hast gesagt, dass wir uns darauf nicht hätten einlassen sollen«, korrigierte er sie. »Den Haken an der Sache hast du genauso spät erkannt wie ich. Und jetzt werden wir damit leben müssen.«

Susan ließ den Kopf auf die Rückenlehne sinken. »Können wir nicht einfach …?«

»Nein, können wir nicht«, unterbrach er sie. Er wusste, was sie hatte fragen wollen. Er wusste es, weil sie das Thema am Anfang immer und immer wieder durchgekaut hatten, bis sie es selbst nicht mehr hören konnten. »Nichts von dem existiert schwarz auf weiß. Wir können nichts belegen, doch er kann uns mit dem untergehen lassen, was da unten schlummert.« Ron zuckte mit den Schultern. »Uns bleibt einfach keine andere Wahl.«

»Tja, dann können wir wohl nur hoffen, dass es nicht ganz so schlimm kommt«, sagte Susan. »Oder vielleicht sollten wir darauf hoffen, dass es ganz schlimm kommt, damit wir angenehm überrascht werden, wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden.«

»Ja, vielleicht sollten wir das machen«, stimmte Ron seiner Frau zu. Im gleichen Moment brandete im Fernsehen tosender Jubel auf, der so punktgenau einsetzte, als spendeten die Leute Susan und ihm für ihren Entschluss Beifall. Das Gegenteil wäre wohl eher der Fall gewesen, wenn sie die Wahrheit gekannt hätten …

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