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Tausend heiße Liebesnächte: Roman

Sandy Palmer

Tausend heiße Liebesnächte: Roman

Cassiopeiapress Unterhaltung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Tausend heiße Liebesnächte

von Sandy Palmer

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2014 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

Einen so spannenden Auftrag hat die Journalistin Ellen Niehaus lange nicht mehr bekommen: Sie soll in Dubai den Schauspieler Dennis Ullmann interviewen, der dort vor Drehbeginn eines Actionfilms Urlaub macht.

Der Traumjob gestaltet sich allerdings ziemlich anstrengend, denn Dennis wohnt nicht, wie angekündigt, im Burj Al Arab. Auf ihrer Suche trifft sie einen ebenso geheimnisvollen wie aufregenden Mann mit dunklen Märchenaugen, der sie Dennis vergessen lässt …

Kapitel 1

Ellen ließ ihren Blick über das kalte Büfett schweifen und überlegte, was sie sich noch nehmen sollte. Etwas von dem Hummersalat noch, der einfach köstlich geschmeckt hatte, und eines der delikaten Krabbenhäppchen vielleicht …

Während sie sich einen Teller holte, bemerkte sie aus den Augenwinkeln heraus, dass ein später Gast eintraf. Sein Gesicht war hinter einem überdimensional großen Blumenstrauß verschwunden, den Ulrike, ihre beste und älteste Freundin, ihm gerade abnahm.

Ulrike war mit einem erfolgreichen Anwalt verheiratet und bewohnte eines der größten Luxusappartements in den Kranhäusern des Kölner Rheinau-Hafens. Jetzt winkte sie Ellen zu. „Sieh nur, wer noch gekommen ist!“ Ihr Lächeln war betont unschuldig.

„Tom …“ Ellen spürte, dass sich ihr Herzschlag beschleunigte – wie immer, wenn sie in Toms Nähe war.

„Mausi!“ Keiner außer ihm nannte sie so, und wie immer, wenn er das Wort aussprach, bekam Ellen weiche Knie. Seit fast fünf Jahren war das so. Seit dem Silvesterabend vor fünf Jahren kannten sie sich, und genau seit dieser Nacht waren sie ein Paar.

Nein, stimmt nicht, korrigierte sich Ellen in Gedanken. Seit vier Monaten sind wir getrennt. Endgültig! Da kann er noch so treue Hundeaugen machen und von mir aus zum x-ten Mal erklären, wie leid ihm sein Ausrutscher täte!

Bei der Erinnerung an den Abend, an dem sie Tom mit seiner Sekretärin im Büro erwischt hatte, begannen ihre Hände so zu zittern, dass der Teller mit den Delikatessen bedrohlich ins Wanken geriet. Rasch stellte sie ihn zur Seite.

„Dein Mausi hat rote Haare und Knubbelbeine“, fauchte sie. „Nichts davon siehst du bei mir.“

„Aber Ellen …“ Er wollte sie umarmen, doch ihr eisiger Blick ließ ihn mitten in der Bewegung innehalten. „Sei doch nicht so schrecklich nachtragend.“ Er schüttelte den Kopf. „Es war ein Ausrutscher. Eine Dummheit, die ich bitter bereue.“

„Du bereust höchstens, dass du so blöd warst, deine Bürotür nicht abzuschließen!“ Sie hatte sich wieder in der Gewalt, nahm ihren Teller und sagte mit aller verfügbaren Gelassenheit: „Lass mich vorbei, Tom. Und hör endlich auf, mir bei jeder Gelegenheit aufzulauern. Du und ich – wir sind geschiedene Leute. Endgültig!“

„Verdammt, deine Selbstherrlichkeit ist widerlich!“

„Du musst dich nicht in meine Nähe begeben, dann merkst du nichts davon.“ Sie steckte sich eines der Hummerstücke in den Mund und ging in die geräumige, chromglänzende Küche, wo zwei Frauen der Catering-Firma arbeiteten. „Kann ich einen Cognac haben?“

„Sofort. Ich hole Ihnen ein Glas und …“

„Ist schon da.“ Ulrike kam in die Küche, zwei Cognacschwenker in der Hand. „Ich weiß doch, was du brauchst, um deinen Ärger runterzuspülen.“

„Vor allem brauche ich meine Ruhe vor Tom.“ Ellen griff nach dem Glas mit dem edlen Tropfen. „Hör endlich auf, uns versöhnen zu wollen, Ulrike. Es ist vorbei. Ich will ihn nicht mehr, diesen Möchtegern-Casanova.“

„Aber er bereut sein Verhalten wirklich!“

Ellen nickte. „Sicher. Das hat er vor zwei Jahren und vor dreieinhalb Jahren auch schon getan. Damals war es das Au-pair-Mädchen seiner Schwester und eine Kundin aus dem Investment-Büro.“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin fertig mit ihm. Endgültig.“

„Sei nicht so hart. Männer ticken anders als wir Frauen. Sie brauchen den Sex fürs Ego. Das hat mit echten Gefühlen nichts zu tun. Mein Ewald ist da genauso.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Aber ich weiß, dass er nur mich liebt.“

„Du lässt dir die Versöhnungsbrillanten schenken wie andere Frauen Rosen.“

„Du bist unmöglich!“ Ulrike lachte, sie nahm der Freundin die offenen Worte nicht übel. „So ist es nun mal: Mein lieber Ewald braucht hin und wieder ein junges Ding, das ihm sagt, wie toll er ist – und ich liebe nun mal teuren Schmuck. Außerdem weiß ich, dass er in Wahrheit nur mich liebt.“

„Stimmt. Dennoch …“ Ellen schüttelte den Kopf. „So könnte ich keine Beziehung führen. Wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann soll er ausschließlich mir gehören. Zum Teilen bin ich einfach nicht geschaffen.“ Sie trank ihr Glas aus. „Ich kriege ja auch nach all der Zeit das Bild nicht aus dem Kopf, als dieses rothaarige Ding vor Tom kniete und es ihm hingebungsvoll besorgte.“ Sie biss sich auf die Lippen, atmete zweimal tief durch und meinte: „Nein, das Thema Tom Hollstein ist durch, ich hab ihn schon fast vergessen.“

„Gestatte, dass ich das bezweifle.“

„Es ist aber so! Und deshalb hör auf, uns gemeinsam einzuladen.“ Sie trank den letzten Schluck Cognac. „So, meine beste, raffiniertest und doch gutmütigste aller Freundinnen, jetzt muss ich los. Mein Flieger geht gegen sieben Uhr morgens, ich muss noch packen.“

Ulrike umarmte sie. „Ich beneide dich um den Job. Ein Interview mit Dennis Ullmann in Dubai … davon träumt jede Journalistin.“ Für einen Moment verdunkelten sich ihre Augen. „Wenn ich höre, wohin du überall reisen kannst, bedauere ich es doch, meinen Job aufgegeben zu haben. Wir hatten damals eine tolle Zeit bei der Vogue, nicht wahr?“

„Stimmt. Aber du weißt genauso gut wie ich, dass die ganz guten Zeiten vorbei sind. Nicht umsonst arbeite ich frei, die Stellen bei den wirklich interessanten Zeitschriften sind rar.“ Sie machte eine kleine Pause, dann fügte sie leiser hinzu: „Und, offen gestanden, könnte ich mir diese Arbeitsweise nicht leisten ohne das Erbe meiner Großmutter.“

„Oma Johanna … sie war ein Engel.“ Ulrike lächelte. „Ich weiß noch genau, was sie mir bei der Hochzeit gesagt hat: Männer dürfen alles essen, aber nicht alles wissen.“

„Und den Wahlspruch hast du dir zu Herzen genommen“, lachte Ellen.

Ulrike kicherte. „Na ja, wenn’s doch so gut passt …“ Jemand rief nach ihr, und sie umarmte die Freundin ein letztes Mal: „Ich muss zurück zu den anderen Gästen. Mach’s gut, meine Süße, und melde dich zwischendurch mal.“

„Mach ich.“ Ellen sah sich im geräumigen Eingangsbereich vorsichtig um, doch von Tom war nichts mehr zu sehen. Rasch verließ sie das elegante Appartement.



Kapitel 2

„Sorry, Miss Niehaus, aber die Maschine verspätet sich nochmals um drei Stunden.“ Die Stewardess mit den dunklen Augen und dem schwarzen Haar, die am Schalter von Emirates Airlines saß, zuckte nur knapp mit den Schultern und rückte ihr rotes Käppchen zurecht. „Ich darf Sie aber auf die First Class buchen als Entschädigung.“ Sie sah kurz auf. „Dort sind noch sechs Plätze frei.“

Ellen nickte. So ein Upgrade war nicht schlecht! „Danke, sehr freundlich von Ihnen. Dann geh ich mir noch einen Kaffee trinken.“ Sie nahm die Bordkarte entgegen und schlenderte hinüber zu der langen Kaffeebar, an der schon etliche Fluggäste saßen und sich die Wartezeit vertrieben.

Zwischen einer älteren Dame und einem Mann mit dunklem Dreitage-Bart war noch ein Platz frei. Ellen bestellte sich einen doppelten Espresso. Sie hatte nur vier Stunden geschlafen, die Begegnung mit Tom war nicht spurlos an ihr vorbei gegangen. Viel zu lange hatte sie wach gelegen und an ihn gedacht. Und an die schönen Stunden mit ihm. An Stunden voller Liebe, heißem Sex und …

Verdammt, jetzt hatte sie sich die Zunge verbrannt!

Schnell stellte sie die kleine Tasse zurück.

„Das passiert mir auch immer wieder! Hier, kauen Sie einen Bissen, dann vergeht der Schmerz schnell.“ Der Mann mit dem dunklen Bart rückte Ellen einen Teller mit einer Laugenbrezel hin. Er hatte eine sehr warme, dunkle Stimme mit leichtem Akzent.

„Danke. Es geht schon.“

„Zieren Sie sich nicht, ich war noch nicht dran.“ Er schob den Teller mit der Brezel noch ein paar Zentimeter näher zu ihr hin.

„Danke.“ Ellen brach sich ein Stück ab, und wirklich tat es gut, das trockene Gebäck zu kauen.

„Sie fliegen auch nach Dubai, nehme ich an.“

„Ja. Sie auch, nehme ich an.“ Mit einem raschen Blick streifte sie ihren Nachbarn. Zu einer schwarzen Jeans trug er ein hellgelbes Poloshirt und einen anthrazitfarbenen Leinenblazer. Ellen hatte lange genug für diverse Modezeitschriften gearbeitet, um zu erkennen, dass es sich bei den lässigen Kleidungsstücken um hochwertige Designerware handelte.

Jetzt nahm der Mann seine getönte Brille ab und sie sah ihn dunkle Augen, die von einem Kranz langer schwarzer Wimpern umgeben waren. Kleine feine Fältchen hatten sich um die Augenpartie eingegraben und verrieten, dass der Mann nicht mehr ganz jung war.

„Darf ich mich vorstellen – Frank Cavendish.“ Im Sitzen deutete er eine kleine Verbeugung an.

Ellen nickte nur. Sie hatte keinerlei Interesse daran, die nähere Bekanntschaft des Bärtigen zu machen.

„Verraten Sie mir Ihren Namen?“

Schon wollte Ellen eine knappe, nicht allzu freundliche Bemerkung dahingehend machen, dass sie keinerlei Interesse an einer Unterhaltung hätte, da bemerkte sie die Blondine, die sich an seine andere Seite setzte und ihn mit beinahe hypnotischem Blick ansah. „Frank … Frank, du bist es wirklich! Supergeil! Wir haben uns eine Ewigkeit lang nicht mehr gesehen.“

Er drehte sich nur kurz um. „Sandra … sorry, aber du siehst ja, dass ich beschäftigt bin.“ Eine kleine Pause folgte, dann fügte er fast unhörbar hinzu: „Und du weißt sicher auch, warum ich dich nicht mehr sehen wollte. Also bitte … lass mich in Ruhe.“ Die eben noch samtweiche Stimme hatte plötzlich einen harten Unterton bekommen, dann wandte sich der Mann wieder mit charmantem Lächeln an Ellen. „Und? Wie darf ich Sie nennen?“

„Sie sind hartnäckig, ja?“

„Nur, wenn es sich lohnt.“

„Ellen. Ellen Niehaus.“ Sie trank den inzwischen abgekühlten Espresso aus. „Guten Flug.“ Damit rutschte sie von ihrem Hocker, nahm ihre Tasche und schlenderte davon in Richtung Zeitschriftenladen. Es konnte nicht schaden, sich einen Reiseführer über Dubai und die Emirate zu kaufen und sich ein wenig zu informieren.

Sie hielt gerade zwei verschiedene Exemplare in der Hand, als über Lautsprecher ihr Flug aufgerufen wurde. Kurz entschlossen kaufte sie beide Reiseführer und ging dann hinüber zum Gate.

Eine freundliche Stewardess begrüßte sie in der First Class und wies ihr einen Platz am Fenster an.

„Sie erlauben doch …“ Die dunkle Stimme kannte sie.

„Natürlich. Gern.“ Es verwunderte sie nicht allzu sehr, dass Frank Cavendish neben ihr Platz nahm. Sein offensichtlicher Flirtversuch begann ihr Spaß zu machen. Eines war ihr jetzt schon klar: Dieser Mann war keiner, in dessen Gesellschaft Langeweile aufkam. Das bewies er, kaum dass die Maschine ihre Flughöhe erreicht hatte. Er winkte der Stewardess und bestellte Champagner.

„Ich hoffe, Sie mögen Champagner, Miss Niehaus.“

„Gern sogar.“ Ein kleines Lächeln glitt um ihren Mund. „Und Sie haben sogar meine Lieblingsmarke geordert.“

„Ich hab’s geahnt.“ In seinen Augen blitzte es auf, und obwohl Ellen sich dagegen wehrte – diese Augen besaßen einen Zauber, der sie gefangen nahm, ob sie es wollte oder nicht. „Ich wage zu behaupten, dass ich noch einiges andere von dem erahnen, was Sie mögen.“

So ein frecher Kerl! Seine Worte waren an Zweideutigkeit nicht zu übertreffen. Zum Glück wurde gerade der Champagner serviert, und Ellen trank ihr Glas in einem Zug halb leer.

Irgendwann im Lauf der sieben Stunden, die der Jet bis Dubai benötigte, erzählte sie ihm von sich, von ihrem Job, von Dennis Ullmann, dem beliebten Star, den sie interviewen sollte.

Frank hingegen sprach kaum über sich, er erzählte nur, dass er als Manager arbeite und die einige Monate im Jahr in London lebte. „Meine Mutter war gebürtige Engländerin, leider ist sie vor fünf Jahren gestorben.“ Die dunklen Augen verschatteten sich für einen Moment, doch rasch hatte er sich wieder gefangen. „Mögen Sie noch ein Glas?“ Er wies auf die fast ganz geleerte Sektflöte, die vor ihr stand.

„Nein, danke, nur nicht. Ich bin jetzt schon ganz müde.“ Sie sah ihn nur kurz an, dann blickte sie aus dem Fenster, doch eine dichte Wolkendecke verhinderte die Sicht nach unten.

„Ruhen Sie sich ein wenig aus.“ Er winkte der Stewardess, die sofort eine leichte Decke brachte.

Ellen war in ihren Empfindungen hin und her gerissen. Einerseits gefiel es ihr, so fürsorglich behandelt zu werden. Auf der anderen Seite mochte sie es gar nicht, wenn jemand für sie handelte, auch wenn es noch so gut gemeint war.

Sie schloss die Augen. Erst mal so tun, als würde sie schlafen. Das ersparte ihr eine weitere Konversation und die nähere Bekanntschaft mit diesem bärtigen Mann, der ihr viel zu tief in die Augen sah …

Übergangslos schlief sie ein, merkte nicht einmal, dass ihr Kopf nach links sank und sie fast eine Stunde an Franks Schulter schlief.

Ganz still saß der Mann da und schaute immer wieder auf ihr im Schlaf völlig entspanntes Gesicht. Ein zarter Duft stieg von ihrem Haar auf, ein Duft nach Limetten, der sich mit dem Geruch ihres Parfums mischte. Es war ein unaufdringlicher Duft, nicht so schwer und süß, wie es die Frauen in seiner Heimat bevorzugten, sondern frisch und ein ganz klein wenig ...

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