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Talent to go

Inhalt

  1. Über den Autor
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Widmung
  5. Zitat
  6. Einleitung
  7. Teil 1
  8. Tipp 1
  9. Tipp 2
  10. Tipp 3
  11. Tipp 4
  12. Tipp 5
  13. Tipp 6
  14. Tipp 7
  15. Tipp 8
  16. Tipp 9
  17. Tipp 10
  18. Tipp 11
  19. Tipp 12
  20. Teil 2
  21. Tipp 13
  22. Tipp 14
  23. Tipp 15
  24. Tipp 16
  25. Tipp 17
  26. Tipp 18
  27. Tipp 19
  28. Tipp 20
  29. Tipp 21
  30. Tipp 22
  31. Tipp 23
  32. Tipp 24
  33. Tipp 25
  34. Tipp 26
  35. Tipp 27
  36. Tipp 28
  37. Tipp 29
  38. Tipp 30
  39. Tipp 31
  40. Tipp 32
  41. Tipp 33
  42. Tipp 34
  43. Tipp 35
  44. Tipp 36
  45. Tipp 37
  46. Tipp 38
  47. Tipp 39
  48. Tipp 40
  49. Tipp 41
  50. Tipp 42
  51. Teil 3
  52. Tipp 43
  53. Tipp 44
  54. Tipp 45
  55. Tipp 46
  56. Tipp 47
  57. Tipp 48
  58. Tipp 49
  59. Tipp 50
  60. Tipp 51
  61. Tipp 52
  62. Glossar
  63. Anhang
  64. Weiterführende Literatur
  65. Danksagung

Über den Autor

Daniel Coyle ist Journalist und Bestsellerautor, er schrieb unter anderem DIE TALENT-LÜGE und DIE RADSPORT-MAFIA UND IHRE SCHMUTZIGEN GESCHÄFTE. Er schreibt regelmäßig für OUTSIDE, SPORTS ILLUSTRATED und die NEW YORK TIMES. Coyle lebt mit seiner Frau und ihren vier Kindern in Ohio und Alaska.

DANIEL COYLE

TALENT
TO GO

52 Tipps für mehr
Erfolg im Leben

Übersetzung aus dem Amerikanischen
von Ulrike Bischoff

   

»Wir sind das, was wir wiederholt tun.
Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung,
sondern eine Gewohnheit.«

Aristoteles

EINLEITUNG

Die Entstehungsgeschichte
dieses Büchleins

Im Rahmen eines Auftrags für eine Zeitschrift begann ich vor einigen Jahren Talentschmieden zu besuchen: winzig kleine Einrichtungen, die eine große Zahl von Sportlern, Künstlern, Musikern, Wirtschaftsexperten, Mathematikern und anderen Fachleuten von Weltklasseformat hervorbringen. Dazu gehörten:

  • ein maroder Moskauer Tennisclub, der in den vorangegangenen drei Jahren mehr Top-20-Tennisspielerinnen hervorbrachte als die gesamten Vereinigten Staaten;
  • ein bescheidenes Musikcamp in den Adirondacks, in dem Studenten innerhalb von sieben Wochen Fortschritte machen wie sonst in einem ganzen Jahr;
  • eine Schule in der Innenstadt von San Mateo, Kalifornien, die es innerhalb von vier Jahren schaffte, dass ihre Schüler bei landesweiten Mathematikprüfungen nicht mehr wie sonst auf den hinteren Rängen landeten, sondern besser abschnitten als 96 Prozent der Teilnehmer;
  • ein Gesangsstudio in Dallas, das in den vergangenen zehn Jahren Popmusik-Talente hervorbrachte, die Millionen Dollar einspielten;
  • eine Ski-Akademie in Vermont mit nur hundert Studenten, aus der in den vergangenen vierzig Jahren fünfzig Olympiateilnehmer hervorgingen.

Meine Recherchen führten mich auch in Talentschmieden anderer Art: in die Labors und Forschungszentren der USA, die sich mit der neuen Wissenschaft der Talentförderung befassen. Jahrhundertelang gingen die Menschen instinktiv davon aus, Talent sei weitgehend angeboren, eine Gabe, die man bei der Geburt mitbekomme. Dank der Arbeiten zahlreicher Wissenschaftler wie Dr. K. Anders Ericsson, Dr. Douglas Fields und Dr. Robert Bjork werden die alten Ansichten zum Thema »Talent« mittlerweile jedoch revidiert. An ihrer Stelle setzt sich eine neue Sichtweise durch, nach der Talent weniger von den Genen als von unserem Handeln bestimmt wird: speziell von der Kombination aus intensiver Übung und Motivation, die zu Gehirnwachstum führt.1 Aus meinem Projekt entwickelte sich dann mein Buch Die Talent-Lüge – Warum wir (fast) alles erreichen können, das beschreibt, wie Talentschmieden die natürlichen Mechanismen des Gehirns erfolgreich nutzen, um Talente zu fördern und Fähigkeiten zu verbessern.

Meine Reisen hatten jedoch auch unerwartete Nebenwirkungen. Denn ich bin nicht nur Journalist, sondern auch Vater von vier Kindern, ehrenamtlicher Baseball-Trainer und mit einer Frau verheiratet, die Hockey spielt. Und als Familie schlagen wir uns täglich mit den üblichen Fragen nach und Sorgen wegen der Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten herum. Wie können wir unserer Tochter helfen, das Einmaleins zu lernen? Wie erkennen wir den Unterschied zwischen einem echten Talent und einem flüchtigen Interesse? Wie lässt sich Motivation am besten steigern? Wie ermuntern wir zu Leistungsverbesserungen, ohne zu Psycho-Eltern zu werden oder gestresste, unglückliche Kinder zu produzieren? Es stellte sich heraus, dass meine Besuche in diesen bemerkenswerten Einrichtungen mir nicht nur Chancen in journalistischer Hinsicht eröffneten, sondern es mir auch ermöglichten, ein besserer Trainer und ein besserer Vater zu werden.

Dieser Prozess begann schon, als ich die erste Talentschmiede, den Tennisclub Spartak in Moskau, besuchte. Gleich am ersten Morgen sah ich eine ganze Reihe von Tennisspielern ihre Schläger in Zeitlupe schwingen, ohne Ballkontakt, während ein Trainer kleine, präzise Korrekturen an ihrer Haltung vornahm. Mir fiel auf, dass die Trainer regelmäßig gemischte Altersgruppen zusammenstellten. Und ich bemerkte die gebannten, durchdringenden Blicke, mit denen die jüngeren Spieler die älteren Stars beobachteten, als ob sich dadurch die Bilder einer perfekten Vor- und Rückhand ins Gehirn einbrennen würden. In meinem Kopf begann langsam ein Gedanke Gestalt anzunehmen:

So etwas könnte ich zu Hause auch gebrauchen.

Von da an notierte ich mir jeden kleinen Ratschlag und jede potenziell hilfreiche Methode, auf die ich stieß, in meinem Notizbuch und markierte die Seite mit einer leuchtend pinkfarbenen Haftnotiz. So schrieb ich mir Tipps auf wie: Neue Bewegungen immer übertreiben. Den Übungsraum verkleinern; oder (mein Favorit): Viele Nickerchen machen. Im Laufe des Jahres wuchs am Rand meines Notizbuchs ein ganzer Wald aus Haftnotizen.

Die Ratschläge hatten eine positive Wirkung – eine ziemlich positive sogar, den schnellen, stetigen Fortschritten nach zu urteilen, die meine Kinder beim Geige- und Klavierspielen, meine Frau im Hockey und das Little-League-Team, das ich trainierte, mit Blick auf seine Bilanz von Siegen und Niederlagen machten (10:3; meine Mannschaft, die bisher immer schlecht abgeschnitten hatte, stieg sogar beinah in die Regionalliga auf). Nachdem dann mein Buch Die Talent-Lüge erschienen war, hörte ich von Beispielen, in deren Rahmen anhand der dort beschriebenen Methoden eigene Programme zur Talentförderung entwickelt wurden. Diese Beispiele bezogen sich auf eine Schule in Maine, einen Ausbildungskurs für Krankenpflege in Minnesota, eine Golf-Akademie in Florida, einen Vorbereitungskurs für die Aufnahmeprüfungen an der Universität in Kalifornien, eine College-Basketballmannschaft der ersten Liga, ein Software-Unternehmen, Ausbildungseinheiten militärischer Spezialtruppen und Profiteams in verschiedenen Sportarten. Ich reiste damals immer noch umher, besuchte noch mehr Talentschmieden, sprach mit weiteren Meistertrainern und sammelte noch mehr pinkfarbene Haftnotizen. Irgendwann wurde mir schließlich klar, dass ich alle diese Ratschläge strukturieren und zusammenfassen sollte.

Das ist in dem nun vorliegenden Buch geschehen.

Es enthält eine Sammlung einfacher praktischer Tipps zur Verbesserung unserer Fähigkeiten. Sie stammen direkt aus den von mir besuchten Talentschmieden und von Wissenschaftlern, die sie erforschen. Die Ratschläge sind in der Praxis erprobt, wissenschaftlich fundiert und vor allem kurz und bündig. Denn letztlich manövrieren wir alle uns durch ein hektisches, komplexes Leben. Ob als Eltern oder Lehrer, Kinder oder Trainer, Künstler oder Unternehmer, wir alle möchten unsere Zeit und Kraft bestmöglich nutzen. Wenn es um die Förderung unserer Talente geht, könnten wir eine Bedienungsanleitung gut gebrauchen, die uns sagt: Tu dies, tu das nicht. Wir könnten einen Meistertrainer gut gebrauchen, der gleichsam ständig in unserer Tasche steckt. Wir könnten mit anderen Worten ein kleines Buch gut gebrauchen.

Wie dieses Buch am besten zu benutzen ist

Fangen wir mit dem Grundlegenden an:

  1. Wir alle besitzen Talente.
  2. Wir wissen aber nicht recht, wie wir diese Talente voll zur Entfaltung bringen können.

Bei den meisten dreht sich das Problem um ein einziges Wort: »Wie?« Wie erkennen wir Talente bei uns und anderen in unserer Umgebung? Wie fördern wir Talente im Frühstadium? Wie erzielen wir die größten Fortschritte in kürzester Zeit? Wie finden wir die passenden Strategien, Lehrer und Methoden?

Dieses Buch geht von der Vorstellung aus, dass Talente sich am besten fördern lassen, indem man den bewährten Methoden der Talentschmieden folgt. Die Tipps, die ich gesammelt habe, lassen sich drei Kategorien zuordnen, die jeweils einen Teil des Buches bilden:

  1. Anfangen: Ideen, wie man Motivation weckt und eine Blaupause der angestrebten Fähigkeiten anfertigt.
  2. Sich verbessern: Methoden und Techniken, um in kürzester Zeit die größten Fortschritte zu erzielen.
  3. Dauerhafte Fortschritte sichern: Strategien, um Leistungsplateaus zu überwinden, die Motivation hochzuhalten und Gewohnheiten auszubilden, die langfristigen Erfolg sichern.

Jeder Teil des Buches enthält eine Reihe von Tipps. Sie sind, wie gesagt, kurz und bündig – nicht etwa, weil sie übertrieben vereinfacht wären, sondern weil Einfachheit das ist, worauf es ankommt. Die neurologischen Erkenntnisse, die ihnen zugrunde liegen, sind zwar komplex und faszinierend, laufen aber letztlich auf die Grundwahrheit hinaus: Kleine, ständig wiederholte Handlungen verändern uns. Die legendäre Gesangslehrerin Linda Septien, Coach unzähliger Sänger und Sängerinnen, erklärte: »Es ist weder Magie noch Weltraumforschung. Es geht um harte Arbeit und um ein kluges Vorgehen.«

Zudem geht es um eine Arbeitsweise, die zu unserem Leben passt. Aus diesem Grund hat dieses Buch ein Format, das in eine Jackentasche, einen Instrumentenkoffer oder eine Sporttasche passt. Außerdem enthält es leere Seiten für Notizen.2

Es ist ganz gleich, welches Talent jemand fördern möchte – vom Golfen über das Erlernen einer neuen Sprache bis hin zum Gitarrenspiel oder der Leitung eines Startups –, man sollte sich über eines im Klaren sein: Jeder Mensch wird mit der nötigen Grundausstattung geboren, um die Unbeholfenheit des Anfangs in schnelle und flüssige Abläufe zu verwandeln. Diese Mechanismen werden nicht von den Genen bestimmt, sondern von jedem selbst. Jeder Tag, jede Übungsstunde, ist ein Schritt in eine andere Zukunft. Das ist eine hoffnungsvolle Vorstellung, und am meisten Hoffnung macht, dass es eine Tatsache ist.

1 Wieso Gehirn? Weil es bei der Talentförderung vor allem um das Gehirnwachstum geht. Ein »Muskelgedächtnis« existiert in Wirklichkeit nicht, weil unsere Muskeln nur das tun, was das Gehirn ihnen sagt. Die neue wissenschaftliche Richtung lässt sich so zusammenfassen: Du willst dein Talent fördern? Dann baue durch intensive Übung ein leistungsstärkeres Gehirn auf.

2 Wer Kommentare abgeben oder einen weiteren Tipp vorschlagen möchte, kann dies auf der Internetseite www.thetalentcode.com tun.

TEIL 1

Anfangen: Beobachten, klauen
und bereit sein, sich zu blamieren

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Häufig heißt es, Talent beginne mit genetischen Gaben – Talentierte würden mühelos Leistungen vollbringen, von denen wir anderen nur träumen könnten. Das ist falsch.

Talent beginnt mit kurzen, beeindruckenden Begegnungen, die Motivation schüren, indem sie unser Selbstverständnis mit einer Person oder Gruppe verknüpfen, die Höchstleistungen vollbringt. Dieser Funke bzw. diese Initialzündung besteht in einem winzigen, weltverändernden Gedanken, der etwas im Unterbewusstsein entfacht: Ich könnte wie sie sein.

Im ersten Kapitel geht es darum, diese Initialzündung zu erreichen und die dabei entstehende Energie in eine möglichst konstruktive Richtung zu lenken.

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Viel Spaß!



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