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Suche Frau in anständigem Zustand

Über dieses Buch

»Wer suchet, der findet« heißt es schon in der Bibel – nur wen finden wir, wenn wir uns in Kontaktanzeigen umschauen? Da scheinen sich die Freaks, Sexbesessenen und überdurchschnittlich Selbstbewussten nur so zu tummeln. Ob in seriösen Zeitungen, im regionalen Wochenblatt oder natürlich im Internet, wenn Menschen sich selbst und ihren Traumpartner in minimaler Zeichenzahl beschreiben, ranken sich schnell liebliche Stilblüten um entlarvende Selbstbeschreibungen und entwaffnende Ehrlichkeit trifft auf verheißungsvolle Angebote …Vielleicht findet man in den Kontaktanzeigen nicht immer den richtigen Partner, aber auf jeden Fall großartige Unterhaltung!

Über die Autorin

Birgit Adam studierte Englische Literaturwissenschaft und Kommunikationswissenschaft in Augsburg und Schottland. Sie arbeitet freiberuflich als Autorin, Lektorin und Übersetzerin und hat bereits zahlreiche Sachbücher und Ratgeber veröffentlicht. Mit dem Thema Kontaktanzeigen hat sie jede Menge Erfahrung, zumindest theoretisch: als Autorin eines Ratgebers zum Online-Dating. Birgit Adam lebt in Augsburg.

INHALTSVERZEICHNIS

  1. Buch sucht Leser/-in
  2. Kurz und knapp
  3. Wer will mich? Menschen suchen ein Zuhause
  4. Ausgefallene Sonderwünsche
  5. Ehrlich währt am längsten
  6. Auf die romantische Tour
  7. Wassermann sucht Jungfrau
  8. Reich und schön sucht …
  9. Stellenmarkt
  10. Allerlei Geistreiches
  11. Epilog: Menschen, die man unbedingt kennenlernen möchte

BUCH SUCHT LESER/-IN

Blickt man bei den steinzeitlichen Höhlenmalereien von Lascaux ganz genau hin, dann sieht man sicherlich irgendwo die Zeichnung eines Mannes, der mit einem extra langen Speer besonders viele Mammute oder Hirsche erlegt und mutig einen Säbelzahntiger abwehrt. Sein Ziel: besonders viele Steinzeitfrauen zur Paarung in seine Höhle zu locken. Ungläubige behaupten auch, dass die Steintafeln, die Moses am Berg Sinai erhielt, keineswegs die zehn Gebote enthielten, sondern nur der verzweifelte Hilferuf einer einsamen Frau waren. Sie hatte die Nase voll von Lügnern und Betrügern und suchte nun mit Hilfe dieser vorchristlichen Kontaktanzeige einen Mann, der nicht falsch Zeugnis redete wider seinen Nächsten, nicht nach der Frau des Nächsten verlangte und auch nicht die Ehe brach.

VOM BRAUTRAUB ZUR KONTAKTANZEIGE

Bis 1695 die erste »richtige« Heiratsanzeige erschien, war es ein langer Weg. Lange Zeit mussten junge Männer und Frauen überhaupt nicht selbst nach der Frau oder dem Mann fürs Leben suchen. Der Vater bestimmte, wer geheiratet wurde, egal, ob das dem Nachwuchs auch recht war. Notfalls ging das auch mit Gewalt: In der germanischen Zeit und im Frühmittelalter wurde eine Braut schon einmal geraubt, wenn der Bräutigam den Brautpreis nicht zahlen wollte. Zwar musste danach noch offiziell geheiratet werden, doch dagegen wehrte sich die Familie der Braut nun nicht mehr. Das Mädchen war sowieso »befleckt« und auch für viel Geld nicht mehr an den Mann zu bringen.

Die Menschen lernen lesen und schreiben

Zwei Dinge müssen die Menschen vor allem können, wenn sie eine Heirats- oder Kontaktanzeige aufgeben wollen: lesen und schreiben, auch wenn bei manchen Fundstücken im Internet die Rechtschreibung – sagen wir einmal – sehr kreativ gehandhabt wird. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit konnten das nur sehr wenige Menschen. Die Lese- und Schreibkundigen lebten an den Höfen – wo machtpolitische Gründe bestimmten, wen man heiraten musste – und in Klöstern, wo überhaupt nicht geheiratet wurde.

Erst mit dem Zeitalter der Aufklärung und der Französischen Revolution lernten große Teile der Bevölkerung lesen und schreiben. Für sie gab es immer mehr Tages- oder Wochenzeitungen, und diese Zeitungen entdeckten schon bald die Annonce als Möglichkeit, zusätzlich ein bisschen Geld in die Kassen der Herausgeber zu spülen. Und so wurde bald auch die erste Heiratsanzeige – denn eine Beziehung mündete damals ja noch unweigerlich in eine Ehe – veröffentlicht. Sie erschien am 19. Juli 1695 in einer englischen Zeitschrift namens A collection for improvement of husbandry and trade (Sammelsurium für den Fortschritt in Landwirtschaft und Handel) und lautete:

Der Herausgeber der Zeitung musste sich damals noch sehr für die Veröffentlichung dieser Anzeige verteidigen und beteuern, dass es sich dabei keineswegs um einen Scherz handle. Dabei waren arrangierte Ehen zu dieser Zeit ja keineswegs ungewöhnlich. Normalerweise verhandelten Vertreter der Familien von Braut und Bräutigam über eine Heirat – nun übernahm eben die Zeitung diese Vermittlerrolle.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Geheiratet wurde damals übrigens noch aus völlig anderen Gründen als heute: Während heute die Liebe den Ausschlag für die Partnerwahl gibt (etwas anderes würde zumindest niemand zugeben), spielten damals der gesellschaftliche Status, das Vermögen und bei den Adelsgeschlechtern politische Gründe die Hauptrolle. Frei nach dem Motto »Gleich und Gleich gesellt sich gerne« wurde innerhalb der eigenen gesellschaftlichen Schicht geheiratet – deshalb sucht der Herr aus unserer allerersten Heiratsanzeige auch eine Dame, die ähnlich vermögend ist wie er. Kein Wunder: Das Märchen vom Aschenputtel erschien ja auch erst rund 120 Jahre später und lässt seitdem unzählige Mädchen und Frauen davon träumen, dass auch sie ihren ganz persönlichen Prinzen finden können – egal, ob in der Zeitung oder im Internet.

Liebesheirat oder arrangierte Ehe?

Dass Zuneigung die Grundlage eines gemeinsamen Lebens bilden sollte, forderte als Erster Jean-Jacques Rousseau in seinem Roman Julie oder Die neue Heloise von 1761. Zwar gab es schon rund 170 Jahre zuvor Romeo und Julia, doch wie diese Geschichte ausging, wissen wir ja. Trotzdem dauerte es noch lange, bis es allgemein akzeptabel wurde, sich bei der Partnerwahl von Gefühlen leiten zu lassen und nicht Vermögen, Status oder Herkunft in den Vordergrund zu stellen. Auch heute wird noch nicht in allen Ländern der Welt aus Liebe geheiratet: In den unteren Kasten Indiens, in einigen Teilen Afrikas oder im ländlichen Raum Japans spielen arrangierte Ehen immer noch eine wichtige Rolle. Doch haben die zukünftigen Eheleute hier durchaus ein Wörtchen mitzureden – es handelt sich also um keine Zwangsheiraten.

Doch zurück zu unseren Kontaktanzeigen: Ob unser hoffnungsvoller Gentleman mit seinem Gesuch Erfolg hatte, wissen wir nicht. Doch trat er eine Welle los, die den heutigen Online-Partnervermittlern und Kontaktbörsen einen Umsatz von ca. 180 Millionen Euro pro Jahr beschert. Neu war im Jahr 1695 vor allem, dass unser Inserent sein Gesuch nach einer Partnerin öffentlich machte, denn die Heiratsvermittlung war damals eine rein familiäre Angelegenheit. Und interessanterweise hindert diese Öffentlichkeit auch heute noch viele Menschen daran, im Internet auf die Suche nach einem Partner oder einer Partnerin zu gehen. »Dann sieht ja jeder, dass ich einen Mann suche …«, heißt es dann. So dauerte es dann auch noch dreißig Jahre, bis sich endlich auch eine Frau traute, ihre Suche nach einem Partner öffentlich zu machen: Helen Morrison hieß die Dame, die 1727 im Manchester-Weekly-Journal einen netten Menschen suchte, mit dem sie ihr Leben teilen konnte. Die Quittung für ihr exzentrisches Verhalten bekam Miss Morrison prompt: Sie wurde in eine Nervenklinik eingewiesen.

Ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts erschienen dann in beinahe allen europäischen Zeitungen Heiratsanzeigen. Schon damals tat sich eine Bevölkerungsgruppe übrigens besonders schwer, eine Partnerin zu finden: die Bauern. In den Tagen vor »Bauer sucht Frau« blieb ihnen hier zunächst einmal nur die Heiratsanzeige.

Aus einer amerikanischen Zeitung, frühes 19. Jahrhundert

Die Mitgift ist entscheidend

Im 18. und 19. Jahrhundert spielte die Mitgift noch eine große Rolle bei der Anbahnung von Ehen. Vermögen, ob Geld oder Immobilien, war damals eine Sache der Männer und wurde auch nur an die männlichen Erben weitergegeben. Doch um männliche Erben zu produzieren, brauchte ein vermögender Mann zunächst einmal eine Frau – und die sollte ihn finanziell möglichst wenig belasten, denn das Vermögen sollte schließlich nicht geschmälert werden. Allerdings hatte eine bürgerliche Frau im 18. und 19. Jahrhundert durchaus ihre Ansprüche: Kleider, Schmuck, Bälle – das alles war auch vor 200 Jahren nicht gerade billig. Deshalb bekamen nicht nur adelige, sondern auch bürgerliche Bräute von ihrem Vater eine Mitgift, die ihnen auch weiterhin ein standesgemäßes Leben ermöglichen sollte. Zwischen 50.000 und 200.000 Reichsmark konnte diese Mitgift im 19. Jahrhundert betragen – nach heutigen Maßstäben sind dies Beträge von mehreren Millionen Euro. Kein Wunder also, dass unser Herr aus unserer allerersten Heiratsanzeige auf seine 3000 Pfund bestand. Ohne Geld keine Liebe, so war das eben damals. Und nicht jeder Mann, der eine Tochter mit reicher Mitgift heiratete, war überhaupt auf der Suche nach einer Frau. Immer wieder gab es Mitgiftjäger, die es lediglich auf das Vermögen einer Frau abgesehen hatten, um ihre Schulden zu bezahlen oder das Geld beim Glücksspiel oder mit Prostituierten zu verjubeln.

Manchester Guardian, England, 30. Januar 1856

DIE FRAUEN HOLEN AUF

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg waren es die Frauen, die in Zeitungen nach einem Ehemann suchten. Zu viele Männer waren im Krieg gefallen, und nicht jede Frau konnte darauf hoffen, in ihrem Bekanntenkreis einen Versorger zu finden. Oft wurde auf diese Weise auch ein Nachfolger für den Verstorbenen gesucht, denn eine Frau, die vielleicht auch schon Kinder hatte, brauchte einen Ernährer oder einen Nachfolger für den familieneigenen Betrieb. Ähnlich sah es nach dem Zweiten Weltkrieg aus, als ebenfalls ein Frauenüberschuss bestand.

Blumenmädchen und Unternehmersohn

Ab Anfang der 1970er-Jahre wurden die Heiratsanzeigen dann von den Kontakt- oder Bekanntschaftsanzeigen abgelöst. Die wilden 68er hatten es möglich gemacht, dass man auch ohne Trauschein zusammenleben konnte, und das wirkte sich auch auf den Charakter der Anzeigen aus.

Explizit nach einer Heirat suchten nur noch Inserate von Heiratsvermittlern. Hier waren vermögende Unternehmer und heiratswillige Mädchen auf der Suche nach dem Mann oder der Frau fürs Leben. Doch diese Personen existierten häufig gar nicht wirklich: Ihre Bilder stammten von Modelagenturen, die Texte zu ihren Anzeigen entsprangen der Feder von Schreiberlingen, die vermutlich auch Ghostwriter von Rosamunde Pilcher hätten sein können.

Online-Dating auf dem Vormarsch

Heute hat sich die Partnersuche größtenteils ins Internet verlagert. 7 Millionen Menschen suchen hier nach dem großen Glück. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Auswahl an potenziellen Partnern und Partnerinnen geht gegen unendlich, man kann sowohl selbst suchen als auch sich finden lassen, und man hat viel ausführlichere Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Auch die Kosten sind überschaubar. Der Monatsbeitrag zu einem Datingportal beträgt um die 30 Euro, doch dafür ist ein Profil auch rund um die Uhr zu sehen, und zwar in Füssen ebenso wie in Kiel. Eine Kontaktanzeige in der ZEIT oder der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung kostet mindestens ebenso viel, wandert jedoch nach zwei Tagen in den Papierkorb. Die Suche über das Internet ist mittlerweile salonfähig geworden. Fast jedes fünfte Paar lernt sich heute online kennen – und steht auch dazu.

Trotzdem hat die gute alte Papier-Kontaktanzeige noch lange nicht ausgedient. Sowohl in Tageszeitungen als auch in Stadtmagazinen und Zeitschriften suchen Singles und Pseudo-Singles nach dem oder der Richtigen fürs Leben oder auch nur für eine Nacht. Und wer mit einer großen Anzeige in der Süddeutschen Zeitung inseriert, signalisiert damit eben auch: Ich kann und will es mir leisten.

DIE SPRACHE DER KONTAKTANZEIGEN: ES LEBEN DIE ABKÜRZUNGEN

Kontaktanzeigen in Printmedien waren eine teure Angelegenheit, da ihr Preis von der Zahl der Worte abhing. Für eine Chiffre-Nummer kamen noch zusätzliche Kosten dazu. Heute wird nach dem sogenannten Millimetertarif abgerechnet, der sich nach der Größe der Anzeige richtet, doch auch hier wirkt sich Redefluss auf den Preis aus. Deshalb findet man nach wie vor Anzeigen, die fast nur aus Abkürzungen bestehen:

Während »NR« noch relativ leicht als »Nichtraucher« zu erkennen ist, wird es bei »BmB« schon schwieriger: »Bitte mit Bild« sollen die Zuschriften sein. Und eine Frau, die sich »kein BBB« wünscht, möchte einen Mann ohne Bauch, Bart und Brille.

Der Sex-Code

Wer heute im Internet zum Beispiel bei Stadtmagazinen wie dem Berliner Zitty oder auf kostenlosen Kleinanzeigenportalen wie Quoka oder Markt.de unterwegs ist, denkt häufig eins: Geht es denn nur noch um das Eine? Ganz eindeutig wird hier nach Menschen gesucht, die jeden auch noch so sexuell ausgefallenen Wunsch befriedigen. Böse Zungen könnten nun behaupten, im Grunde genommen gehe es bei jeder Kontaktanzeige nur um Sex, doch die wenigsten Menschen trauen sich, das auch offen zuzugeben. Und schreiben deshalb lieber von Schmetterlingen im Bauch, Sonnenuntergängen und langen Strandspaziergängen.

Dass das Intimleben in die Öffentlichkeit gezerrt wird, haben wir jedoch nicht etwa Bärbel Schäfers, Arabella Kiesbauers oder Hans Meisers medialen Hinterlassenschaften zu verdanken. Vielmehr suchen die Menschen schon per Inserat nach Sex, seit es Kontaktanzeigen gibt. Da man über Sex damals nicht offen sprechen konnte, entwickelten die Inserenten einen Code, der überall verstanden wurde und teilweise heute noch gültig ist. In der Rubrik »Unterricht« inserierte dann zum Beispiel eine »strenge englische Gouvernante«, die Jungs »Zucht und Ordnung beibringt«, oder auch eine »junge Französischlehrerin«. Angebote von Prostituierten ließen sich als »Massagen« in der Rubrik »Körperpflege« finden, und jemand, der auf der Suche nach »dem Besonderen« war, meinte damit erotische Spielarten wie SM. Auch in den Stellenangeboten konnten Frauen, die auf der Suche nach einem erotischen Abenteuer waren, fündig werden. Hinter manchem Gesuch nach einer »Gesellschafterin« oder »Privatsekretärin« steckte eigentlich die Suche nach einer anderen Dienstleistung, vor allem wenn in der Stellenbeschreibung dann auch noch stand, es wäre von Vorteil, »einen großen Busen zu haben«. Selbst nach gleichgeschlechtlicher Liebe konnte gesucht werden: Wenn eine Frau eine andere »Frau für eine moderne Freundschaft« suchte, konnte man sichergehen, dass es in dieser Freundschaft um mehr als nur den Austausch von Strickmustern und Kochrezepten ging.

Heute findet man noch immer manche dieser Codes in Tageszeitungen, doch im Internet nimmt niemand mehr ein Blatt vor den Mund. Mit einem einfachen Klick bestätigt ein Nutzer, dass er über 18 ist, und stößt dann auf Anzeigen wie »Suche eine junge Frau, die sich gerne ihre Muschi lecken lässt« oder »Gut aussehender, reicher Daddy sucht hübsches junges ›Baby‹«, beide am 12.7.2012 bei Craigslist New York gepostet. Und oft liefern die Inserenten gleich auch noch Bilder ihrer körperlichen Vorzüge mit, damit Frau auch sieht, dass alle Körperteile voll funktionsfähig sind.

ZWISCHEN DIESEN BUCHDECKELN

Und nun kommen wir endlich zu diesem Buch: Sie halten in Ihren Händen das Beste aus 100 Jahren Einsamkeit – eine Auswahl witziger Kontaktanzeigen aus verschiedenen Print- und Onlinemedien. Dabei haben wir uns ausschließlich auf frei zugängliche Annoncen beschränkt. Weggelassen haben wir allerdings die Anzeigen von professionellen Partnerinstituten, denn obwohl diese oft sehr blumig formuliert sind, ist nicht immer klar, ob es den dort beschriebenen Menschen überhaupt in dieser Pracht und Fülle auch gibt. Und damit die Menschen hinter den Anzeigen von hämischen E-Mails und Anrufen verschont bleiben, haben wir natürlich Telefonnummern und E-Mail-Adressen anonymisiert. Aber Sie können es ja gerne trotzdem ausprobieren. Und nun wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen – und wer weiß: Vielleicht ist ja sogar Ihr Traummann/Ihre Traumfrau dabei?

PS: Wenn Sie wissen wollen, welche Kontaktanzeige mir am besten gefallen hat – das war diese:

Was daran komisch ist, wollen Sie jetzt wissen? Eigentlich nichts – außer dass es sich bei Daisy um einen acht Wochen alten schwarzen Labrador-Retriever aus Atlanta handelte, der auf diesem Weg ein neues Zuhause suchte. Daisy bekam 15000 Anrufe von Männern aus ganz Amerika – ob sie dabei auch einen Freund fürs Leben gefunden hat, ist leider unbekannt.

KURZ UND KNAPP

Um zu sagen, was einem wichtig ist, reichen oft nur wenige Worte. Ob es sich bei den Inserenten aber wirklich um Menschen handelt, die ihre Wünsche präzise auf den Punkt bringen können, sei dahingestellt. Vielleicht sind sie auch einfach nur geizig … Am besten machen Sie sich hier selbst ein Bild.

Zuerst einmal frage ich mich, ob diese Anzeige aus der Süddeutschen Zeitung nicht in der Rubrik »Verloren/Gefunden« besser aufgehoben wäre. Dann nehmen wir natürlich an, dass »bl.« hier für »blond« und nicht für »blöd« steht. Obwohl: Wenn die Frau hier einen gestandenen ausgewachsenen Mann verliert wie einen Lipgloss …

Und auf meiner Kaffeetasse steht »London«. Bin ich deshalb die Queen?

Klar, und bei Disney singen sogar die Flamingos und Krabben, aber solange sie den Ton halten können, schlagen wir vor: Stimm doch mit ein, liebes exzellentes Zwitschervögelchen aus dem Berliner Stadtmagazin Zitty! (Im wahren Leben sicher eine birkenstocktragende Musiktherapeutin mit dem melodiösen Namen Ute.)

Für sich genommen sind diese drei Anzeigen aus dem Portal Gleichklang-Anzeigen nicht urkomisch. Das werden sie aber, wenn man sich die Verfasser näher anschaut: Alle Anzeigen wurden nämlich von derselben Person aufgegeben – und dieser Herr scheint nicht genau zu wissen, was er eigentlich will: eine Geliebte oder doch lieber einen Damenwäscheträger? Ach, dann machen wir einfach einen Kompromiss: Nehmen wir eine Translady!

Es ist immer schön, wenn Männer genau wissen, was sie wollen – wie dieser Quoka-Inserent.

Planwirtschaft und Zielerfüllung wie in dieser Anzeige aus der ZEIT – da fühlt man sich in die DDR zurückversetzt. Aber hoffentlich muss die Inserentin auf ihre männliche Sonderanfertigung nicht genauso lange warten wie auf einen Trabi.

Auf diese Anzeige aus der Süddeutschen Zeitung werden die reichen Herren in Scharen antworten. Endlich mal eine Frau, die nicht nur Sex will. Wo das doch so anstrengend ist …

So ist’s gut. Dieser Herr bringt bei Quoka alle seine Vor- und Nachteile auf den Punkt. Und das in nur drei Zeilen. Respekt!

Das ist schon klar: Da hat der arme Mann aus Idaho – einem US-Bundesstaat, der vor allem für Kartoffeln berühmt ist – beim Internet-Händler seines Vertrauens eine Packung Viagra gekauft. Dass auf den Pillen vielleicht chinesische Schriftzeichen stehen und sie auch lose in einem Briefumschlag lagen, stört unseren Kartoffel-Romeo erst einmal nicht. Er will sein »blaues Wunder« erleben – und dafür ist ihm jede recht.

Äh, ja, versaut und witzig – das reicht wahrscheinlich gerade noch für die Bildzeitung oder eine Karriere als Pop-Literat …

Wenn man sich beim Sex fesseln lassen will, ist wohl nichts frustrierender als eine Frau, die nur eine lockere Schleife binden kann.

Zu dieser Anzeige muss es eine Vorgeschichte geben, doch die ist uns leider nicht bekannt. Wer ist der Mann aus Lübeck? Und was will er mit den Füßen? Schuhe maßanfertigen? Als Buchstützen benutzen? Was haben Sie denn gedacht?

Die Kombination von zuverlässig und faul ist irgendwie süß. Der Zitty-Inserent sucht eine Frau, die nichts macht – aber darauf sollte man sich wenigstens verlassen können.

Also, dieser Witwer ist ein echter Gutmensch! Möchte einer Prostituierten beim Ausstieg helfen. Und bietet ihr dafür dann gleich einen ehrbaren Job als Altenpflegerin an!

Kleiner Tipp: Ein Friseur kann hier bestimmt weiterhelfen! Und was bitte ist ein Iranianer? Ein Iraner? Oder ein Außerirdischer vom Planenten Irania? Entschuldigung, das war jetzt ein Witz, wir hoffen, das verkraften die humorlosen Aliens auf Irania.

Richtig: Man kann nicht immer nur Fußball gucken, auch wenn Europameisterschaft ist – das weiß auch diese Zitty-Leserin.

Mit Buddha? Einer Buddha-Figur? Seinem persönlichen Buddha? Oder ist das ein beschönigender Ausdruck für einen Mann mit Bierbauch? Diese Fragen bleiben in der Süddeutschen Zeitung unbeantwortet.

Ich hoffe, diese Leserin der Süddeutschen Zeitung weiß auch, was bei der Energiewende mit ihr passiert.

Wie süß! Aber wer kümmert sich nun um die arme Lois Lane? Ach ja, da gibt es ja noch Wonder Woman …

Was diese Indianer-Hippies wohl in ihrer Friedenspfeife rauchen? Und wie wollen sie sich ernsthaft auf den Kriegspfad begeben, wenn es in ihnen schreit: »Make love, not war«? Darauf weiß die Süddeutsche Zeitung leider keine Antwort.

Genau, habt euch doch nicht so, ihr reifen Frauen. Ihr wollt doch auch immer nur das eine – und dieser Zitty-Leser weiß das auch genau!

Ob der gute Mann weiß, was er mit einer solchen Anzeige anrichten kann? Lesen Sie weiter …

Ob es sich hier tatsächlich um den gleichen Inserenten wie bei der Anzeige darüber handelt, konnte nicht ermittelt werden.

Damit solche Anzeigen in Zukunft nicht mehr in der Süddeutschen Zeitung stehen müssen, will die Bundesregierung jetzt eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige einführen.

Also, da ist ja mal jemand auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Ansprüche sind etwas für die optimistische Jugend, im Alter schätzt man die Kernqualitäten. Telefonieren und Lesen.

Hat der Inserent hier nicht etwas vergessen? Sollte die Dame nicht vielleicht ein Auto oder zumindest einen Führerschein haben? Oder ist der Mann leidenschaftlicher Autofahrer und sucht sich nun einen Zeitvertreib für die führerscheinlosen Wochen?

Das nennt man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Urlaub und Sex, und nur einmal dafür bezahlen. Gibt’s sonst nur beim Cluburlaub auf Malle mit TUI.

Auch Frauen haben Wünsche, wie hier auf Quoka. Aber gleich in der Öffentlichkeit?

Einer für alle, alle für einen …

Ob dein Ehemann wohl auch meint, dass dein persönlicher Hausfreund auch ein Freund des Hauses ist, liebe Quoka-Inserentin?

Als ob das Image der Kirche durch die vielen Missbrauchsfälle nicht schon geschädigt genug wäre … Ach, da steht ja aufstrebend, dann kann ja nicht die katholische Kirche gemeint sein. Bestimmt eine neue Naturreligion mit Freikörperkult und Menschenopfern.

Schön, dass auch angenehme Personen in der Süddeutschen Zeitung nach Partnerinnen suchen! Zu den unangenehmen Personen lesen Sie bitte auch Kapitel 10 dieses Buches oder …

… ganz einfach diese Anzeige aus Zitty. Aber Hauptsache, die Freundin ist nett!

Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für den von der Arbeitslosigkeit bedrohten Postboten – diese Deutsche Post und ihre Personalpolitik! Aber warum nur ein Versuch, lieber Zillo-Leser??

Oho, mit einem Garantieversprechen wäre ich mal lieber vorsichtig!

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