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Sturm des Schicksals

1. KAPITEL

Castillo del Sedano, Spanien, 1367

Marguerite lag auf ihrem Bett und schaute unverwandt zur Decke. Obwohl es gerade erst tagte, war sie vollständig bekleidet. Seit gestern in Angst und Schrecken, hatte sie an Schlaf nicht denken mögen, und es fiel ihr schwer, in ihre sich überstürzenden Gedanken ein wenig Ordnung zu bringen. Was war geschehen? Der Halbbruder von König Pedro, Don Enrique de Trastamara, erhob Anspruch auf dessen Thron. Ihr Gatte, Don Roberto del Sedano, war mit ihm für die gerechte Sache in den Kampf gezogen. Aber nun schien alles verloren, der König hatte die Schlacht bei Nájera gewonnen, von den Unterlegenen gab es nur spärliche Nachrichten. Lebte ihr Gemahl noch? Wie würde sich ihr Schicksal gestalten? Ach, es konnte nichts anderes als Unglück bringen.

Jäh wurde die Burgherrin aus ihren Grübeleien gerissen; die Kammerfrau Inés stürzte ins Gemach.

„Doña, Doña, Heilige Muttergottes, Bewaffnete stehen vor dem Burgtor und fordern Einlass!“

„Beruhige dich, Inés.“ Marguerite gab sich Mühe, ihre eigene Angst zu unterdrücken und besonnen zu wirken.

„Konntest du erkennen, welche Farben die Männer tragen? Vielleicht sind es Reisige aus dem Gefolge Don Robertos, und unser Gebieter kehrt aus der Schlacht heim.“

„Nein, Doña, das kann nicht sein. Das Hornsignal vom Turm war nicht der übliche Gruß für unseren edlen Herrn.“

Die Miene der jungen Inés spiegelte tiefe Besorgnis wider. Ein Pochen an der schweren Holztür ließ die beiden Frauen aufhorchen. Ein junger Diener trat ein und wartete in ehrerbietiger Haltung, dass die Burgherrin das Wort an ihn richtete.

„Was gibt es, Juan?“

„Die Inglés sind da, Doña Marguerite.“ Mit bebenden Lippen stieß der Bursche die Worte hervor. „Ein mächtiger englischer Herr mit vielen Rittern und Reisigen, Doña. Er fragt, ob Ihr wohl die Güte hättet, ihm Einlass zu gewähren, damit er mit Euch sprechen könne, Herrin.“

„Er fragt? Er befiehlt nicht?“ Marguerite war erstaunt und fast ein wenig erleichtert. Sie hatte erwartet, dass der Feind die Burg gewaltsam stürmen, in alle Gemächer eindringen, plündern und vergewaltigen würde.

„Nein, Doña, es scheint, dass sie in friedlicher Absicht kommen.“

„Selbst wenn wir es wollten, könnten wir ihnen den Zutritt nicht verwehren. Die wenigen Reisige, die der Gebieter zurückgelassen hat, wären nicht imstande, die Burg zu verteidigen. Geh, Juan, sage dem Torwächter, die Zugbrücke möge heruntergelassen werden. Ich selbst werde die Fremden in der großen Halle empfangen.“ Sie wandte sich dann an ihre Kammerfrau: „lnés, bring mir rasch das blaue Obergewand und die Haube mit dem goldbestickten Barbuquejo, die dazugehört. Ich werde mich nicht von Kopf bis Fuß umkleiden lassen wegen einiger Engländer.“

Das Mädchen brachte das himmelblaue, ärmellose Überkleid, die traditionelle Loba. Mit zitternden Händen streifte sie ihrer Herrin das Gewand über und schloss mit Mühe die winzigen Knöpfe an der Vorderseite. Marguerites Haar verschwand völlig unter einem engen Häubchen, das ihr klares Gesicht vorteilhaft einrahmte. Darüber kam eine ebenfalls blaue Tiara, die mit einem prächtigen Band, dem Barbuquejo, unter dem Kinn befestigt wurde.

Die junge Frau betrachtete ihr Spiegelbild in einer polierten Silberscheibe. Sie wollte bei dem ersten Zusammentreffen mit den Fremden einen würdigen Eindruck machen. Sie, Marguerite del Sedano, der während der Abwesenheit ihres Gatten die Geschicke der Burgbewohner oblagen, hatte keineswegs die Absicht, die hochmütigen Sieger um Erbarmen anzuflehen. Obwohl halb Französin und halb Engländerin, hatte sie einen angeborenen Stolz, der dem einer Kastilianerin nicht nachstand.

Marguerite, die ihren Namen nicht sonderlich schätzte und sich darum lieber Margot nannte, wünschte sich einmal mehr, eine berauschende Schönheit zu sein, von der sich ihre Feinde betören ließen. Aber sie hatte sich noch nie anziehend gefunden. Ihr seidiges kastanienbraunes Haar blieb unter der Haube verborgen. Und das allzu ernste, blasse Gesicht mit der schmalen Nase und den zu vollen Lippen? Nein, das würde niemanden dahinschmelzen lassen. Auch ihre Augen hatten keine besondere Farbe, waren weder blau noch braun noch grün. Margot blickte niedergeschlagen zu Boden. Doch dann gab sie sich einen Ruck, warf den Kopf in den Nacken und verließ ihr Gemach. Mochten die Fremden nur kommen und sie zur Gefangenen erklären. Sie war bereit, ihr Schicksal in Würde zu tragen. Mit festem Schritt ging sie die schmale Wendeltreppe hinunter und verbot sich alle weiteren düsteren Gedanken.

Der Stahl der Waffen und Rüstungen schimmerte matt, die Gewänder der wartenden englischen Ritter beeindruckten mit ihren leuchtenden Farben. Die Edelleute schritten durch die Halle und betrachteten eingehend die kostbaren Wandteppiche. Der bloße Gedanke, dass diese wertvollen Schätze demnächst wohl die grauen Mauern einer englischen Burg zieren würden, ließ Margot traurig werden.

Ein hochgewachsener Mann drehte sich zu Margot um, seine vergoldeten Sporen klirrten. Der Waffenrock zeigte die königlichen Wappen von Frankreich und England.

Margot war keineswegs gesonnen, sich von dem durchdringenden Blick der blauen Augen einschüchtern zu lassen oder gar demütig auf die Knie zu fallen wie eine Bittstellerin.

„Margarita del Sedano?“ Der Engländer verneigte sich mit ritterlichem Anstand. „Sprecht Ihr Französisch, Doña?“

„Oui“, versetzte Margot und fuhr in eben dieser Sprache fort: „Und ich heiße Marguerite, nicht Margarita. Wenn Ihr es vorzieht, können wir uns auch auf Englisch verständigen. Meine Mutter stammte aus Eurem Land.“

„Vergebung, Doña.“ Der Ritter verneigte sich noch einmal. „Es ist mir bekannt. Und Euer Vater ist der Chevalier Bertrand de Bellac, Comte de Limousin, der meiner Meinung nach ein Vasall meines Bruders, des Prince of Wales, sein sollte.“ Er warf stolz den Kopf in den Nacken. „Ich bin John Gaunt, Herzog von Lancaster.“ Seine Stimme klang hochmütig und, des hohen Standes bewusst, blickte er kühl auf Margot del Sedano herunter.

„Königliche Hoheit.“ Sie machte den vorgeschriebenen Hofknicks. „Ihr und Eure Herren bedürfen wohl einer Erfrischung. Ich werde Wein kommen lassen. Juan!“ Ihren Befehl gab sie auf Spanisch. Der Knabe eilte davon. Margot ließ sich auf einem Stuhl nieder und bedeutete dem Herzog, ein Gleiches zu tun. Er schüttelte den Kopf.

„Ich bringe Euch schlimme Nachricht, Lady Marguerite“, sagte er dann kurz. „Ihr habt von der Schlacht vernommen, die vor drei Tagen bei Nájera geschlagen worden ist?“

„Ja, Hoheit. Don Enriques Truppen wurden besiegt. Ist er selbst gefallen?“

„Sein Leichnam wurde nicht gefunden. Allerdings war Euer Gemahl, Don Roberto del Sedano, unter den Toten, Doña.“

„Oh …“ Margots an sich schon blasses Gesicht wurde aschfahl, jeder Blutstropfen schien daraus gewichen. Sie atmete heftig und umklammerte die Armlehnen des Stuhles.

In diesem Augenblick erschienen einige Diener mit Tonkrügen und silbernen Trinkgefäßen. Margot nahm einen Becher Wein und trank hastig. „Das hatte ich schon befürchtet, Hoheit.“

„Das Lehen Eures toten Gemahls fällt nun an König Pedro zurück. Ihr bleibt auf der Burg, bis dieser entschieden hat, was mit Euch weiter geschehen soll. Ich lasse eine Besatzung hier zurück, die Euch schützen wird. Thomas!“

Ein Mann trat neben den Herzog. Er war etwas kleiner als der hochgewachsene Bruder des englischen Königs, aber ungefähr im gleichen Alter. In seinem hellblauen Waffenrock wirkte er schlank und sehnig. Ein breiter, schräger Streifen teilte den Stoff, bestickt mit einer goldenen Burg und dem roten Kreuz Englands. Die Bedeutung ließ sich leicht erraten; der Engländer war der Bastard des Edelmannes, dessen Wappen er trug.

Ein Paar graue Augen ruhten mit einem Ausdruck kaum merklicher Überraschung auf Margot. Hatte sie ihre Erleichterung vielleicht allzu unverhohlen gezeigt, als sie vom Tode des Gemahls erfuhr? Kein Mensch konnte ahnen, dass nichts, was die Zukunft ihr bringen mochte, schlimmer sein konnte als das Leben an Don Robertos Seite.

„Mylady, dies ist Sir Thomas d’Evreux, der Ritter, dem ich am meisten von allen vertraue“, sagte der Herzog. „Ihr könnt versichert sein, dass er Euch und die Euren schützen wird. Er wird auch die Burg vor einem Überfall durch die Leute König Pedros, des rechtmäßigen Königs von Kastilien, bewahren.“

Der noch junge Mann verneigte sich ritterlich, und Margot neigte grüßend den Kopf. Ihr Blick ruhte eine Weile auf dem gut geschnittenen Gesicht des Engländers, der eben zu ihrem Kerkermeister bestellt worden war. Dann wandte sie sich wieder an den Herzog.

„Ihr seid sehr gütig“, sagte sie zurückhaltend. Die junge Edelfrau schwankte zwischen Angst und Erleichterung. Das höfliche Verhalten der englischen Ritter hatte sie ein wenig beruhigt, aber König Pedro stand nicht gerade im Rufe der Milde. Wenn es auf ihn ankam, konnte es leicht ihr Los sein, in irgendeinem Verlies zu vermodern. Margot hob trotzig den Kopf. Diese englischen Eroberer sollten nicht merken, wie ihr zumute war.

„Thomas“, hörte sie den Herzog sagen, „Ihr bleibt mit dreißig Männern hier, während ich nach Burgos zurückkehre. Haltet die Burg gegen räuberische Überfälle und verhindert eine Flucht der edlen Frau. Ich verlasse mich ganz auf Euch.“

„Euer Gnaden, ich werde alles tun, was Ihr befehlt. Was aber ist nun mit Eurer persönlichen Sicherheit, mein hoher Herr? Ich wollte lieber an Eurer Seite bleiben, um Euch zu schützen, wie es meine eigentliche Pflicht ist.“

„Ich kann recht gut auf mich selbst achtgeben, Thomas. Oder meint Ihr, ich könnte mit meinem Gefolge nicht allein zurechtkommen?“

„Keineswegs, Herr, aber es wird erheblich kleiner sein als bisher, und auf dem Weg nach Burgos drohen mancherlei Gefahren.“

„Herr des Himmels!“ Die Geduld des Herzogs wurde durch die Beharrlichkeit von Sir Thomas auf eine harte Probe gestellt. Seine stahlblauen Augen blitzten gefährlich. Die Kettenhaube, die er zum Schutz des Halses unter dem Helm trug, klirrte leise, so heftig warf er den Kopf in den Nacken. „Wollt Ihr nun gehorchen, oder soll ich Euch in Eisen mit nach Burgos zurückbringen lassen?“

Sir Thomas schien kein bisschen eingeschüchtert zu sein. Im Gegenteil. Er lächelte strahlend und ohne jede Spur von Demut. Dabei blitzten seine grauen Augen spöttisch und fast ein wenig herausfordernd.

„Ich erinnere Euch bloß an die möglichen Folgen, hoher Herr. Die edle Lady Blanche würde es mir niemals vergeben, wollte ich meine beschworene Pflicht gegen Euch vernachlässigen“, gab Sir Thomas gelassen zurück und schaute unerschrocken in das missmutige Gesicht seines Gebieters, der sichtlich besänftigt schien nach diesen Worten. So schnell der Jähzorn aufgeflammt war, so rasch erlosch er wieder.

„Blanche, mein Weib.“ Seine Stimme klang auf einmal sehr weich, und er wirkte plötzlich viel milder, menschlicher. „Es mag wohl bald ihre Stunde kommen. Vielleicht bin ich bereits jetzt schon Vater geworden?“

„Um der edlen Frau willen solltet Ihr Euch umso mehr vorsehen.“

„Ihr habt recht, Thomas.“ Der Herzog stimmte seinem Vertrauten zu. „Ich werde mein kostbares Leben nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Bald schon lasse ich Euch wissen, was weiter zu geschehen hat. Bis dahin genießt die Bequemlichkeit eines festen Quartiers.“

„Das will ich, mein hoher Herr. Welch ein Unterschied zu unserem Feldlager in der Ebene des Ebro.“

„Mein Bruder Edward residiert in Burgos, wo er mit König Pedro von Kastilien verhandelt. Hoffentlich erholt sich Edward bald von diesem verdammten Fieber.“ Der Herzog verstummte. Ernstliche Besorgnis ließ seine jugendlichen Züge gereifter erscheinen. „Inzwischen werde ich zu den Truppen reiten.“ Er deutete eine höfliche Verneigung gegen Margot an. „Lebt wohl, Lady Marguerite. Möge Gott Euch gnädig sein, sodass wir einander unter angenehmeren Umständen einmal wieder begegnen.“

„Das hoffe auch ich, Königliche Hoheit“, gab sie zurück und neigte den Kopf. „Ich danke Euch für die Höflichkeit, die Ihr mir erweist, die ich zu Euren besiegten Feinden gehöre.“

Der Duke schritt sporenklirrend aus der Halle, Sir Thomas und die anderen Herren folgten ihm.

Margot del Sedano hatte eben erst die letzten Anordnungen erteilt, als Sir Thomas d’Evreux auch schon zurückkam. Hinter ihm ging sein Schildknappe, ein noch sehr junger Mann, beladen mit den schweren Waffen und der Ausrüstung seines Herrn. Margot richtete sich zu ihrer ganzen Größe auf und musterte den Ritter mit aller Würde, derer sie fähig war.

„Sir Thomas, ich habe Eure Reisigen in den Stallungen unterbringen lassen. Ihr selbst werdet ohne Zweifel in diesem Teil der Burg bleiben wollen. Deshalb habe ich veranlasst, die Gästegemächer für Euch und Eure engsten Begleiter zu bereiten.“

„Habt Dank, Doña aber ich muss darauf bestehen, in Eurer Nähe zu sein. Wo befindet sich Eure Kemenate?“

„Auf der anderen Seite der Halle“, gab Margot erschrocken zurück. Der Ritter sah zwar nicht gerade aus, als gehörte die Vergewaltigung feindlicher Edelfrauen zu seinen alltäglichen Gewohnheiten, aber konnte man es wissen?

„Euer Gemahl hatte sein eigenes Schlafgemach?“

„Ja, Sir Thomas.“ Sie unterdrückte tapfer ihre aufkommende Angst und hielt dem forschenden Blick der kühlen grauen Augen stand. Die Burgherrin war kaum eine Handbreit kleiner als Thomas d’Evreux. Ihre Augen wirkten nun viel dunkler, als es vorher den Anschein hatte, und drohten zu verraten, dass sie doch nicht so ruhig und gelassen war.

„Und wo liegt jenes Gemach?“

„Es grenzt an unser gemeinsames Wohngemach, ebenso wie meines.“ Sie schluckte, sprach etwas leiser. Durch ihre Erziehung sprach Margot mit einem bezaubernden leicht französischen Akzent, in den sich gewisse Eigenheiten des Kastilianischen mit hineinmischten. Obwohl die junge Edelfrau sich geschickt bemühte, ihre Furcht zu verschleiern, durchschaute Thomas sie mühelos und sagte sanfter, als er es ursprünglich vorhatte: „Ihr habt wohl nichts dagegen, wenn ich es benutze? Es liegt mir fern, Euch nahe treten zu wollen. Im Übrigen nehme ich an, dass Ihr den Tod Eures Gemahls nicht sonderlich betrauert, Doña.“

Dieser Mann war scharfsinnig. Er hatte also bemerkt, mit welcher Erleichterung sie die Nachricht des Herzogs aufgenommen hatte. Margot holte tief Atem und entschloss sich, die Wahrheit einzugestehen.

„So ist es, Sir Thomas, ich empfinde keine Trauer. Don Roberto war oft grausam, ein gewalttätiger Mann, wenn er Widerstand fühlte. Ich gebe es offen zu, dass sein Ableben eine Befreiung für mich bedeuten könnte, wenn meine eigene Zukunft nicht so ungewiss wäre.“

In den grauen Augen des Ritters spiegelte sich deutliches Mitgefühl.

„War Euer Gemahl auch hart gegen Euch?“

„Darüber möchte ich lieber nicht sprechen.“

Er musterte sie genau und stellte dann fest: „Ihr macht nicht gerade einen eingeschüchterten Eindruck.“

„Ich versuchte in all den Jahren, meine Würde trotz allem zu bewahren. Und nun folgt mir bitte, dass ich Euch zu Eurem Gemach geleite.“ Margot wandte sich ab, bevor der Mann ihre aufsteigenden Tränen bemerken konnte. Sie stieg die schmale Wendeltreppe zu den Gemächern hinauf, die sie mit Roberto del Sedano bewohnt hatte. An den gemeinsamen Wohnraum schlossen sich zu beiden Seiten die Schlafgemächer an mit den Kammern für Mägde und Knappen. Mit widerstrebenden Gefühlen führte die junge Frau Sir Thomas und seinen Schildknecht in das Gemach, das sie vor weniger als einer Stunde erst verlassen hatte. Alles schien ganz unverändert, und doch war nichts mehr wie zuvor.

„Hier ist meine Kemenate.“ Sie wies auf die schwere Tür zur Rechten und dann auf eine zur Linken. „Dies war das Schlafgemach meines Gemahls.“ Margot stieß die Pforte auf. Die Wände drinnen waren mit dunklen, schweren Teppichen bedeckt, dazwischen zahlreiche Trophäen, Waffen und Wappenschilde. Das breite Bett mit dem kostbaren Baldachin dagegen schien weich und einladend, umgeben von purpurroten Samtvorhängen. Margot konnte sich eines jähen Schauders nicht erwehren. Wie oft hatte Roberto del Sedeno sie hierher gezerrt, um ihren Körper lieblos zu missbrauchen!

„Hm.“ Sir Thomas sah sich mit kaum verhohlenem Widerwillen um. „Das sollte genügen, Doña. Ich muss sofort zur Stelle sein, Euch zu schützen, sollte man Euch anzugreifen suchen. Ich habe keineswegs einen unzüchtigen Grund, Euch so nahe zu sein. Versteht Ihr, was ich meine?“

Sein offener Blick hielt dem ihren ruhig stand. Margot konnte sich dieser überwältigenden männlichen Ausstrahlung kaum entziehen und fühlte sich in seiner Nähe auf einmal eigenartig geborgen und sicher.

„Ihr braucht keineswegs zu befürchten, dass ich zu fliehen versuchen könnte, Sir Thomas. Wohin sollte ich auch gehen?“

„Dann werden wir es schon miteinander aushalten, solange uns das Schicksal die Gesellschaft des anderen aufzwingt, Doña“, sagte er und lächelte ihr aufmunternd zu. „Ned! Befreit mich von der Rüstung. Dann will ich nach unseren Reisigen sehen, ob sie auch gut untergebracht sind.“

Der junge Knappe ließ seine Last achtlos auf den Bohlenboden fallen und kniete nieder, um seinem Herrn die Beinschienen zu lösen.

„In etwa einer Stunde wird das Nachtmahl aufgetragen“, sagte Margot zu dem Ritter, der seine Aufmerksamkeit völlig von ihr abgewandt zu haben schien. „Ich habe Anweisung gegeben, Eure Männer gut zu versorgen.“

Thomas d’Evreux legte das Schwert ab und sah sie an.

„Habt noch einmal meinen Dank, Doña. Die Tür dort führt wohl auf die Galerie? Seid getrost, ich werde Euch nicht in Eurer Zurückgezogenheit stören. Ihr braucht Euch nicht einzuschließen, mein ritterliches Wort darauf! Was meine Leute angeht, so sind sie mir alle treu ergeben. Ihr habt auch von ihnen nichts zu befürchten. Ihr und Euer Gesinde seid ganz sicher.“

Margot atmete sichtlich auf und schenkte ihm noch ein flüchtiges Lächeln, bevor sie sich in das Wohngemach begab, machte aber sehr nachdrücklich die Tür hinter sich zu.

Zur gewohnten Stunde erhob sich die Burgherrin von der Tafel. Schlaf freilich würde sich auch in dieser Nacht nicht finden lassen. Während des Mahles war es in der Halle zwar lärmend und rau zugegangen, dennoch hatten sich die Besatzer weder roh noch ungewöhnlich zuchtlos gezeigt. Von Plünderung war bisher jedenfalls nichts zu merken. Sir Thomas, der ganz selbstverständlich den Platz des Burgherrn am Kopf der Tafel eingenommen hatte, beherrschte die Leute allein durch seine Anwesenheit. So überwand Margot bald schon ihren Unwillen, während sie ihm zur Seite saß, und konnte nicht umhin festzustellen, dass der junge Ritter zum Herrschen geboren schien.

Schließlich drohte wegen der fortschreitenden Trunkenheit unter den Reisigen ein Handgemenge auszubrechen. Sofort machte Thomas d’Evreux dem Mahl ein Ende und entließ seine Männer. Keiner konnte danach mehr die Schlafstätten in den Stallungen verlassen und in die Halle zurückschleichen. Sir Thomas hatte Wachen aufgestellt, um der Burgherrin die versprochene Sicherheit zu gewährleisten.

„Niemand wird Euch belästigen oder Euer Gesinde drangsalieren, Doña“, sagte er, um sie noch einmal zu beruhigen. „Aber versteht, die Reisigen haben eine schwere Schlacht geschlagen und in den vergangenen Wochen nur sehr wenig zu essen gehabt. Vergebt ihnen, wenn sie nun übermäßigen Gebrauch von der guten Gelegenheit machten.“

„Begreiflich, Sir Thomas.“ Margot verstand und nickte ihm zu. Dann erhob sie sich. „Habt Ihr noch Wünsche?“

„Nein, Doña, ich danke Euch.“

„Dann sehe ich Euch am Morgen wieder, Herr.“

Thomas d’Evreux sprang auf, verneigte sich und führte ihre Hand mit ritterlicher Geste an die Lippen. Obwohl diese höfliche Geste für die Burgherrin nichts Ungewöhnliches darstellte, errötete sie. Margot konnte nicht sagen, was sie auf einmal so befangen machte, und sie hätte in den Boden versinken mögen. Sir Thomas schaute sie noch einen Atemzug lang forschend an, dann lächelte er und gab ihre Hand frei.

„Bis morgen also, Doña“, versetzte er. Der zuckende Schein der Fackeln fiel auf das dunkelblonde Haar des Ritters und ließ es heller erscheinen, als es tatsächlich war, und bildete einen starken Gegensatz zu den dichten dunklen Brauen und Wimpern über den lebhaften grauen Augen. Wie fest seine kühle, schlanke Hand sich anfühlte, die Hand eines Mannes, der das Schwert zu führen verstand! Seine Lippen hatten Margots Fingerspitzen nur ganz kurz und achtungsvoll berührt.

Unwillig schob sie ihre Gedanken beiseite und ging hastig zu Bett. Ganz unerwartet schnell schlummerte sie ein und schreckte kurz danach auf, als sie ein leises Pochen vernahm. Sie lauschte. Es wiederholte sich. Ganz deutlich kam es von der Tür zur Galerie. Margot fuhr in die Höhe und griff nach ihrem Umhang.

„Wer ist da?“, flüsterte sie eindringlich.

„Doña, darf ich eintreten?“ Der Mann sprach kastilianisch. Ihre bloßen Füße gaben keinen Laut auf dem dicken Teppich, der den Boden bedeckte. Margot schob den Riegel zurück, öffnete die kleine Pforte nur einen Spalt weit und spähte unsicher hinaus auf die Galerie. Zunächst konnte sie in der Dunkelheit kaum etwas erkennen.

„Domingo?“ Ihr überraschter leiser Ausruf brachte ein schwaches Lächeln auf das Gesicht eines Mannes, der über und über schmutzbedeckt, bärtig und abgerissen draußen stand. In seinem erbärmlichen Zustand hätte Margot ihn fast nicht erkannt. „Was suchst du hier, und wie konntest du in die Burg gelangen?“

Domingo gab ein Handzeichen, und zwei weitere verdreckte Gestalten gesellten sich zu ihm.

Margot ließ sie alle drei ein und schob den Riegel wieder vor. Das Gemach lag ziemlich im Dunkeln, nur hin und wieder schwach beleuchtet durch einen Mondstrahl, der durch die Wolken fiel.

„Habt Ihr das geheime Pförtlein vergessen, Doña, das aus dem Nordturm in das Gewölbe unter der Küche führt? Dort standen keine Wachen, nur in der Halle sahen wir ein paar fremde Reisige von Weitem.“ Er hielt inne, atmete schwer. „Ihr habt die Nachricht schon vernommen, Doña?“

„Dass die Schlacht verloren und Don Roberto tot ist? Ja, das habe ich bereits gehört, Domingo.“

„Wir haben das englische Banner von dem Castillo flattern sehen und wissen, dass die Burg im Namen König Pedros gehalten wird. Aber Don Enrique lebt, Doña.“

„Tatsächlich?“ Margot wusste nicht, ob sie das für eine gute oder schlechte Botschaft halten sollte. Wahrscheinlich bedeutete es eine Fortführung der Kampfhandlungen.

„Draußen sind noch mehr unserer Leute, edle Herrin, denn wir werden uns wieder zu Don Enrique durchschlagen, ihn weiter unterstützen. Vorher freilich wollten wir sehen, ob Ihr Hilfe braucht. Wir können Euch mitnehmen, Ihr braucht bloß Inés zu rufen, dass sie Eure Gewänder bringt …“

„Nein, Domingo. Beeilt euch, unbemerkt fortzukommen, schnell! Ich bin sehr froh, euch am Leben zu wissen, aber ich bleibe. Glaubt mir, das ist besser so. Und das Gesinde braucht mich auch.“

„Aber bedenkt, Doña wenn Ihr König Pedro in die Hände fallt! Er wird Euch töten lassen oder Schlimmeres. Ihr kennt Don Pedros Rachgier.“ In seiner Erregung hatte Domingo unwillkürlich die Stimme erhoben, beschwor seine Herrin, die Burg zu verlassen. Die beiden anderen Männer pflichteten ihm bei. Die junge Edelfrau wurde von ihren Untertanen rückhaltlos geliebt, sie durfte dem grausamen König von Kastilien nicht ausgeliefert sein! Vergeblich bemühte Margot sich, die Männer zum Schweigen zu bringen.

„Leise, Domingo, fort mit euch, bevor man euch hier findet!“

„Halt, was geht hier vor? Wer sind diese Leute?“

Trotz der dämpfenden Wandteppiche dröhnte die Stimme Thomas d’Evreux’ durch das Gemach. Er stand auf der Schwelle, das Schwert in der Hand. Neben ihm hielt der junge Knappe Ned eine brennende Fackel hoch und richtete ebenfalls seine Waffe auf die Kastilier.

Domingo wollte nach der eigenen Klinge greifen.

„Nicht, Domingo, keinen Widerstand, wenn ihr nicht alle sterben wollt!“

„Antwortet mir!“, unterbrach sie Sir Thomas barsch. Seine grauen Augen blitzten gefährlich.

„Diese Reisigen gehören zum Gefolge meines Gemahls“, gab Margot zurück, „und sie fürchten den Tod nicht, der sie ereilen mag.“

„Zünde die Fackel an, Ned“, befahl d’Evreux scharf und wartete, bis der Knappe eine brennende Fackel aus dem Gang geholt hatte. Der Flammenschein zuckte gespenstisch über die Gefangenen. Sir Thomas musterte sie unbewegt. „Mir liegt nichts daran, sie zu töten. Sie mögen ein Lösegeld bezahlen, dann sind sie frei.“

Ohne den Männern, die kein Wort verstanden, den Inhalt der unsinnigen Forderung zu übersetzen, schaute Margot den Ritter entschlossen an. Sie wollte die Männer auf keinen Fall preisgeben, die ihr so treu ergeben waren.

„Nennt mir die Summe“, sagte sie bitter. „Ich werde für sie bezahlen.“

„Ihr, Doña?“ In seiner Stimme klang Verwunderung mit. „Und wie das, nachdem Don Robertos Güter eingezogen worden sind?“

„Ich habe noch Juwelen aus dem Besitz meiner Mutter. Hier!“ Sie holte mit bebenden Händen eine kleine geschnitzte Schatulle aus der Truhe neben dem Lager, öffnete den Deckel und hielt Sir Thomas das Kästchen hin. „Nehmt, was Ihr wollt, nehmt alles, aber lasst diese Männer ungehindert ziehen!“

Unter halb geschlossenen Lidern betrachtete Thomas d’Evreux den gleißenden Inhalt, nahm ein zierliches Goldgeschmeide heraus, besetzt mit blitzenden Edelsteinen. Es war das kostbarste Schmuckstück, das Margot besaß, und ihr besonders teuer.

„Das dürfte genügen, vorausgesetzt, Ihr verratet mir noch, wie es diesen Reisigen gelang, bis zu Euch vorzudringen. Ich hatte Castillo Sedano für uneinnehmbar gehalten.“

Die junge Frau warf ihm einen schnellen Seitenblick zu und brachte erst Domingo mit einer kurzen Handbewegung zum Schweigen, der sich erregt in das Gespräch einmischen wollte, von dem er nichts verstehen konnte.

„Lass gut sein, Domingo“, warnte sie auf Kastilisch, „wir haben keine andere Wahl, ich werde dem Ritter die Wahrheit sagen müssen.“

Der vorwurfsvolle Blick des Getreuen schnitt ihr ins Herz, doch jeder Widerstand wäre in dieser ausweglosen Situation sinnlos gewesen. So wiederholte sie mit kurzen Worten in Sir Thomas’ Sprache, was sie vorher von dem Kastilier erfahren hatte.

„Sie sollen mir das Pförtlein zeigen, dann mögen sie ihres Weges ziehen“, gebot Thomas d’Evreux herrisch.

Der Knappe Ned nahm auf ein leises Wort seines Gebieters den dreien die Schwerter und Dolche ab. Dann verließ er an der Spitze der kleinen Schar das Gemach. Auf der Schwelle schaute er sich noch einmal um. „Wartet auf mich! Ich werde nicht lange ausbleiben.“

„Oh, Doña!“ Inés war vom Klang der Stimmen wach geworden und hereingekommen. Mit zitternden Fingern bekreuzigte sie sich schnell. „Gelobt sei die Heilige Jungfrau. Sind sie in Sicherheit, Doña?“

„Gewiss. Und solange wir dem Befehl des englischen Ritters gehorchen, wird uns auch nichts geschehen. Darum sieh dich vor und tu nichts, was ihn erzürnen könnte. Versuche unter keinen Umständen, mit den Männern draußen in Verbindung zu treten.“

„Aber es war Domingo! Wir sind versprochen und wollen bald heiraten, wie Ihr wisst. Ich muss zu ihm!“

„Ich verbiete es dir, Inés! Deine Gegenwart würde die Männer nur hindern, heil davonzukommen. Wahrscheinlich würden sie sogar wieder gefangen genommen. Das willst du doch nicht, oder? Außerdem bedarf ich deiner hier auf der Burg. Du wirst mich doch nicht in dieser verzweifelten Lage allein lassen.“

„Natürlich nicht, Doña vergebt mir!“ Betroffen trat die Kammerfrau von einem Fuß auf den anderen und senkte reumütig den Kopf.

„Dann geh wieder schlafen. Ich werde hier den englischen Ritter erwarten.“

Immer wieder lauschte Margot unwillkürlich nach draußen, ob es nicht etwa doch zum Handgemenge kam, wenn die Männer vielleicht den Unwillen des Ritters erregten. Sie fühlte sich unsäglich erleichtert, als Sir Thomas ohne jedes Anzeichen einer bewaffneten Auseinandersetzung eintrat, das Schwert in der Scheide. Sie versuchte ein Lächeln.

„Habt Ihr sie in Frieden ziehen lassen?“

„Ja, Doña. Ich pflege mein ritterliches Wort zu halten.“

Ihr entging nicht die schneidende Schärfe in seiner Stimme, und sie sagte: „Ich hatte nicht die Absicht, mich mit den Unsrigen heimlich davonzustehlen, Sir Thomas. Im Gegenteil. Ich habe ihnen deutlich gemacht, dass ich hier bleiben werde und warum.“

Er schien aber noch keineswegs besänftigt.

„Selbst wenn dem so ist“, sagte er frostig, „Ihr habt versprochen, keinen Fluchtversuch zu unternehmen, und mir dabei doch das Vorhandensein dieser Tür verschwiegen. Damit hättet Ihr unser aller Schicksal besiegeln können. Wäre die Burg gefallen, hättet Ihr behaupten können, man habe Euch befreit, und somit hätte Euch keine Schuld getroffen, wohl aber mich, der Euch zu bewahren hat.“

„Aber Ihr habt mich nicht nach dergleichen gefragt, und ich hatte überhaupt nicht an das Pförtlein gedacht.“

„Eine überaus glaubhafte Erklärung, meint Ihr nicht auch, Doña?“

„Und doch ist es die Wahrheit. Hättet Ihr nur ein wenig früher gelauscht und verstündet Ihr unsere Sprache, so hättet Ihr mit eigenen Ohren hören müssen, dass ich Domingo fragte, wie er in die Burg eingedrungen wäre. Ich konnte es mir überhaupt nicht vorstellen.“

Sir Thomas’ Blick schien Margot auf den tiefsten Grund der Seele zu dringen. Im vollen Bewusstsein ihrer Unschuld hielt ihm die junge Frau stand. Sie hatte ja nichts vor ihm zu verbergen.

„Gibt es vielleicht noch mehr solch … vergessener Heimlichkeiten, Doña? Etwa unterirdische Gänge oder dergleichen? Noch eine verborgene Ausfallpforte, die Eurer Erinnerung entschwunden ist?“

„Nichts. Wenigstens …“, sie unterbrach sich, zögerte und fuhr dann fort: „Wenigstens habe ich nie etwas davon gehört. Mein Gemahl vertraute mir keins seiner Geheimnisse an.“

„Wie weitblickend.“ Es klang spöttisch. „Begebt Euch wieder zur Ruhe, Doña. Mir gestattet, hier in dem Wohngemach vor Eurer Tür zu schlafen. Auf der Galerie und natürlich auch vor der geheimen Pforte stehen inzwischen Wachen. Ich möchte mich nicht weiter auf Euer Gedächtnis verlassen. Ich wünsche eine gute Nacht, Doña.

Margot hob trotzig den Kopf. Sir Thomas bemerkte den Ausdruck zürnenden Verletztseins in ihren Augen und wünschte sich, dieser Frau vertrauen zu können. Aber seit dem beinahe tödlichen Verrat seines Bruders Stephen fiel es Thomas d’Evreux überaus schwer, einem Menschen Vertrauen entgegenzubringen. Zu allem Übel war der Missetäter seiner gerechten Strafe entgangen und hatte sich den Folgen des Mordversuches entzogen, aber wahrscheinlich hatte ihn schließlich doch der Schwarze Tod ereilt. Die wütende Pest dürfte dem Henker die Arbeit abgenommen haben. Seither hatte Sir Thomas mit dem Bewusstsein seiner Schuld leben müssen, denn in kindlicher Liebe und schrankenlosem Vertrauen hatte er es Stephen erst möglich gemacht, den edlen Lord of Wenfrith, ihrer beider Vater, heimlich zu vergiften. Nein, es würde nicht leicht sein, jemals wieder einen Menschen so zu lieben, ihm rückhaltlos zu vertrauen.

Schon gar nicht Marguerite del Sedano, der Witwe jenes verräterischen Kastiliers, der gegenüber seinem König wortbrüchig geworden war und sich gegen den rechtmäßigen Herrscher aufgelehnt hatte! Auf den ersten Blick hatte Sir Thomas die Burgherrin bloß für eine dumme, zu magere junge Frau gehalten, an der höchstens noch ihre stolze, tapfere Haltung gegenüber einem ungewissen Schicksal zu schätzen gewesen wäre. Nun freilich gab ihm die unleugbare Ergebenheit und Treue ihrer Untertanen zu denken, die wahrscheinlich bereit waren, für sie zu sterben.

Und dann diese Augen! Sie waren ungewöhnlich und auf ihre eigene Art sogar schön zu nennen. Thomas hätte nicht sagen können, welche Farbe sie im Grunde genommen hatten. Mal funkelten sie dunkel und blitzten ihn trotzig an, mal schimmerten sie graugrün voll unergründlicher Tiefe. Das sehr schmale Gesicht hätte aus Elfenbein geschnitten sein können, so klar und rein hob es sich dem Betrachter entgegen, doch die hohen Backenknochen und die lange, aber edle Nase gaben ihm etwas Eigenwilliges, das durch die vollen Lippen, die eine ihr selbst vielleicht unbewusste Sinnlichkeit verrieten, noch verstärkt wurde. Wie hatte Thomas d’Evreux die junge Frau nur für mager halten können? Unter den Falten des Gewandes zeichneten sich vollendet schöne, zarte Formen ab. Ja, Marguerite del Sedano war eine ungewöhnlich reizvolle Erscheinung, wenn auch nicht im landläufigen Sinne schön. War ihr gewalttätiger Ehemann jemals imstande gewesen, die Leidenschaft in ihr zu entfachen? Sir Thomas glaubte es nicht. Um diese Frau schwebte etwas von Unschuld und Mädchenhaftigkeit, weckte in ihm ganz ungewollt die Neigung, Marguerite del Sedano zu beschützen. Und das war ein Gefühl, das er bisher noch nie an sich gekannt hatte und das ihn darum nicht wenig beunruhigte.

Er drehte sich um und verließ das Schlafgemach. Mit einer hastigen Bewegung schloss er die Tür hinter sich.

2. KAPITEL

Margot spürte, dass sie nicht auf Castillo Sedano bleiben konnte, selbst wenn sie es gewollt hätte. Die ausländischen Besatzer schlugen Lärm, brüllten Befehle, fluchten lauthals, übten sich in den Waffen und verzehrten auch die letzten Wintervorräte. Der Wein floss in Strömen, die Streitrosse brauchten Futter, und die junge Edelfrau war nicht länger die Herrin und Gebieterin auf der Burg. Dazu stellte sich dringend die Frage, ob König Pedro nicht nach dem Tod des Rebellen Don Roberto del Sedano an der Witwe grausame Rache nehmen wollte. Vielleicht würde man Margot auch zu ihrem Vater nach Bellac zurücksenden. Schon vor Jahren war ihre Liebe zu ihm erloschen, als er sie zwang, sich gegen ihren ausdrücklichen Willen mit Don Roberto zu vermählen. Warum er damals so dringend darauf bestand, sie zur Gemahlin zu nehmen, verstand Margot selbst bis heute nicht. Weder war sie eine Schönheit, noch hatte er sie geliebt, aber sie aus einem unerklärlichen Grunde mit einer geradezu glühenden, sinnlichen Leidenschaft begehrt und mit seiner rohen Wildheit die unerfahrene Fünfzehnjährige völlig verstört. Margot konnte nur mit Abscheu daran denken.

Don Roberto hatte wohl nur danach getrachtet, seine gierige Lust zu stillen und einen Erben zu zeugen. Als all die schier wahnwitzigen Akte körperlicher Vereinigung nichts fruchteten, hatte er seinem jungen Weib die alleinige Schuld zugeschoben. Immer häufiger begann er sie zu schmähen, dass sie nicht einmal dazu taugte, einen Sohn ins Leben zu tragen. Grausam quälte Don Roberto sie, die Unfruchtbare, die einem Mann von solch alter und hoher Ahnenreihe zu nichts nutzte und das ehrwürdige Geschlecht der del Sedano damit zum Aussterben verurteilte.

Im Leben ist es nun einmal so weise eingerichtet, dass nichts ewig dauert, weder das Glück noch das Leid. So hatte sich Don Roberto, ein erprobter und leidenschaftlicher Kriegsmann, schließlich den dauernden Feldzügen gegen die Mauren angeschlossen und kehrte in unregelmäßigen Zeitabständen nur für kurze Zeit auf die Burg zurück, beladen mit kostbarem Beutegut. Dann allerdings forderte er seine ehelichen Rechte gewalttätig ein. Die Nachricht von seinem Tode auf dem Schlachtfeld brachte für Margot die ersehnte Erlösung von einer Fessel, die ihr immer unerträglicher wurde. Jedes Gefühl von körperlicher Leidenschaft in den Armen eines Mannes war ihr fremd geblieben, und sie war fest entschlossen, niemals wieder die Marterqualen unter dem Joch der Ehe zu erdulden.

Nun war Margot gereift, fast zehn Jahre älter als damals, und ihr Leben als Witwe musste irgendwie weitergehen. Sie stürzte sich in die wenigen Verpflichtungen, die ihr als Burgherrin noch geblieben waren, übermäßig besorgt um das Wohl des Gesindes, der Untertanen.

Eines Tages vernahm sie Hornstöße vom Turn und gleich darauf Lärm und Bewegung im Burghof. Es mussten Fremde eingeritten sein. Hastig eilte sie hinaus und fand Sir Thomas d’Evreux, der einen Neuankömmling mit allen Anzeichen herzlicher Freude umarmte.

„Richard“, rief der Ritter überschwänglich, „gut siehst du aus, heil geblieben an Leib und Seele.“ Er hielt den Jüngling, fast noch ein Knabe, von sich ab und musterte den Harnisch, den Waffenrock mit dem Roten Kreuz als Emblem des heiligen Georg und dem Wappen des Prince of Wales. Nun erst bemerkte Sir Thomas die vergoldeten Sporen.

„Beim Himmel, du bist zum Ritter geschlagen worden. Meinen Glückwunsch, Sir Richard d’Evreux“, rief der Ältere und verbeugte sich mit großer Geste. Dann schlug er dem Jüngling auf die Schulter. „Aber du trägst noch kein eigenes Wappen, wohl keine Zeit dafür gehabt?“ Er lachte. „Du hast dich also tapfer geschlagen.“

„So ist es“, stimmte der junge Ritter strahlend zu. Er war außerordentlich gut aussehend, ein goldblonder Bart spross auf den frischen Wangen, und verdienter Stolz auf die frühzeitige Erhebung vom Knappen zum Ritter leuchtete aus schönen grauen Augen. „Der Prince of Wales hat mich eigenhändig auf dem Schlachtfeld zum Ritter geschlagen. Aber wie geht es dir, Thomas? Auch du siehst prächtig aus.“

„Gut, Neffe, ich kann nicht klagen.“ Sir Thomas lächelte liebevoll. „Außer, dass ich hier am Ende der Welt die Tage zähle, bis ich wieder an meinem Platz sein werde.“

Neffe? Neugierig verglich Margot die beiden Ritter. Sir Thomas konnte kaum ein Jahrzehnt älter sein als der Neuankömmling, und sie verhielten sich eher wie Brüder.

„Sag das nicht, Thomas“, widersprach der Jüngere und wurde schnell ernst. „Leider schätzt man selten, was einem gegeben ist. Hier ist es trocken und warm. Das kann man nicht behaupten, wenn man wie ich mit dem Gefolge des Prinzen in der Ebroebene lagert, während er und der König von Kastilien sich über unseren gerechten Anteil nicht einigen können. Dazu das Fieber, das unsere Reihen von Tag zu Tag mehr lichtet. Ich habe Onkel Cedric mitgebracht. Er ist gefährlich geschwächt durch die Krankheit, und ich hoffe, hier ist er besser aufgehoben.“

„Cedric? Wo ist er?“ In Sir Thomas’ Stimme klang unüberhörbare Besorgnis mit. Eilends entfernte er sich mit dem jungen Ritter Richard, und Margot folgte den Männern. Es war ihre Aufgabe, sich um einen Kranken zu kümmern. Das hatte sie jahrelang so gehalten, seitdem sie die Herrin auf der Burg war.

Die Reisigen hatten die Sänfte bereits auf den Erdboden niedergesetzt. Beim Nahen von Sir Thomas’ richtete sich der Kranke auf und versuchte aufzustehen. Schnell kam ihm der Ritter zu Hilfe.

„Cedric? Ich bin bestürzt, dass es Euch nicht gut geht. Kommt hinein, wir werden alles tun, Euch zu helfen.“

„Gott zum Gruß, Thomas! Weiß der Himmel, ich fühle mich schwach wie ein neugeborenes Kind. Dieses verdammte Fieber!“

Das Haar des Mannes leuchtete weißblond in der Sonne, an den Schläfen schimmerte es silbern. Der verzagte Ausdruck des männlichen, wettergegerbten Gesichtes rührte Margots Herz. Trotz des offensichtlich hinfälligen Zustandes versuchte er ein Lächeln und sah den Ritter mit seinen klaren blauen Augen erfreut an. Dann wankte er zwischen Sir Thomas und einem Jüngling, vermutlich der Knappe des Fremden, die Stufen zum Burgfried hinauf. Hier erwartete Margot die kleine Gruppe.

„Willkommen auf Castillo Sedano, edler Ritter. Es tut mir leid, dass Ihr Euch nicht wohlfühlt.“ Sie warf Thomas d’Evreux einen fragenden Blick zu. „Vielleicht könnten wir Euch im Schlafgemach meines verblichenen Gemahls unterbringen, dort habt Ihr alles, was Euch nottut.“

Sir Thomas nickte beifällig zu diesem freundlichen Vorschlag.

„Cedric? Richard, diese edle Frau ist Doña Marguerite del Sedano, die Tochter des Comte de Limousin. Ihr zum … Schutze bin ich hier.“ Er hatte nur einen Atemzug lang gezaudert. „Sie ist unsere Gastgeberin. Doña, Sir Richard d’Evreux ist mein Halbneffe, aber wir sind wie Brüder miteinander aufgewachsen, und Sir Cedric ist der Schwager meines Halbbruders.“

Margot hatte also Verwandte des Ritters vor sich. Sir Cedric trug keine Rüstung, nur eine Tunika, die mit goldenen Drachen auf himmelblauem Grund verziert war. Er war wesentlich älter als die beiden anderen Ritter. Jetzt wies die Burgherrin auf die Treppe.

„Wollt Ihr mir über diese Treppe folgen? Auch Euer Knappe wird in Eurer nächsten Umgebung schlafen.“

Oben bemerkte Sir Cedric, dass Thomas d’Evreux’ Waffen in dem Gemach lagen, und zeigte sich bestürzt.

„Ich vertreibe Euch, Thomas? Das möchte ich nicht.“

„Sorgt Euch nicht, ich habe mein Lager im Wohngemach aufgeschlagen.“ Er mied Margots Blick. Sie lächelte ein wenig gequält.

„Da kann Sir Thomas besser darüber wachen, dass ich nachts nicht die Flucht ergreife“, bemerkte sie und stellte mit Genugtuung fest, dass bei diesen Worten jähe Röte in Sir Thomas’ Wangen stieg. Dann schickte sie sich an, Kräuterabsud und Wein zu holen, und überließ es den Männern, Sir Cedric auf das Lager zu betten.

„Ich bedaure, Euch solche Umstände zu machen, edle Frau“, sagte er schwach, als Margot bald darauf an seinem Krankenlager erschien. „Aber der Feldzug hat vielen von uns unerhört zu schaffen gemacht. Gottlob ist wenigstens unser Gebieter, der Prince of Wales, davon verschont geblieben, während das Fieber täglich mehr Männer in die Knie zwang.“ Seine blauen Augen glänzten vor Begeisterung bei der Erwähnung des englischen Kronprinzen, den er wohl, wie die meisten, die unter Edwards Fahnen kämpften oder gegen ihn stritten, schwärmerisch bewunderte.

Margot ging nicht darauf ein, sondern goss eine bräunliche Flüssigkeit in einen Zinnbecher und reichte ihn dem Ritter, der ihn ziemlich argwöhnisch beäugte.

„Trinkt dies, es wird Euch helfen“, ermunterte sie ihn.

„Wein? Wird er mir nicht wieder Krämpfe verursachen? Selbst Milch kann ich nicht bei mir behalten, hohe Frau.“

„Dies ist ein Trank aus besonderen getrockneten Kräutern, er wird Euch wohl tun. Die Mauren bereiten ihn seit Generationen, denn Eure Art Fieber ist in unserem Land nicht unbekannt. Meidet Wasser, wenn es nicht mit Wein vermischt ist, ebenso Milch, wenn Ihr sie nicht verträgt.“

Gehorsam nahm er den Becher aus ihrer Hand, und Margot fuhr fort: „Trinkt nur in kleinen Schlucken. Für die nächsten Tage wird Euch dies einigermaßen bei Kräften halten, solange Ihr nichts Festes essen könnt.“ Margot gab unwillkürlich einer barmherzigen Regung nach und strich dem Kranken das schweißnasse, verklebte Haar aus der Stirn. Sie war heiß und feucht. Sein Zustand schien bedrohlich ernst zu sein. „Hier nebenan findet Euer Knappe alles, dessen Ihr bedürfen möget.“

Ein jäher Krampf verzerrte die Züge Sir Cedrics. Er konnte nur mehr stammeln. Sir Thomas, der unschlüssig daneben gestanden hatte, versuchte dem Kranken beizustehen. Ob Marguerite del Sedano alle kranken Bewohner der Burg mit solch behutsamer Aufmerksamkeit versorgte? Thomas d’Evreux wurde nachdenklich. Wenn dem so war, wenn Cedric hier keine Ausnahme bildete, dann war es allerdings kaum zu verwundern, wenn sich die Untertanen der Burgherrin für sie hätten in Stücke reißen lassen und sie so sehr verehrten und liebten, wie dies sich bei jenen flüchtigen Reisigen klar gezeigt hatte.

Es dauerte eine geraume Weile, bis der Fieberschub nachließ. Sir Cedric sank auf das Lager zurück und ließ es geschehen, dass der Knappe Wasser brachte und ihm die Stirn kühlte. Nun reichte Margot ihm wieder den Heiltrank.

„Trinkt, es wird Euch stärken.“

„Wartet!“ Der heisere Befehl Sir Thomas’, Beweis seines Argwohns, erschreckte alle, die in dem Gemach waren. „Wollt Ihr nicht selbst erst einen Schluck nehmen, Doña?“

Margot blickte erschrocken auf, der junge Richard zog missbilligend die Brauen hoch, und Cedric richtete sich mühsam auf den Ellenbogen auf.

„Nicht doch, Thomas. Ich vertraue Lady Marguerite.“ Damit griff er nach dem kleinen Becher und wollte ihn an die Lippen setzen. Margot entriss ihm das Gefäß, bevor er seinen Vorsatz ausführen konnte. Ihre Augen sprühten Funken.

„Meint Ihr denn, ich würde Sir Cedric vergiften?“ Zum zweiten Mal trieben ihre Worte dem Ritter das Blut in die Wangen. „Dann will ich Euch gern von meinen guten Absichten überzeugen.“ Ohne zu zögern, leerte sie den Kelch. Dann füllte sie ihn von Neuem und wandte sich damit hingebungsvoll an den Kranken. „Hier, edler Herr. Ich möchte nur, dass Ihr schnell wieder gesund werdet.“

„Das weiß ich, hohe Frau.“ Cedric trank und ließ sich auf das weiche Polster zurückfallen. Gewiss würden sich gleich wieder die schweren Krämpfe einstellen.

Margot wich dem Blick Sir Thomas’ beharrlich aus. Was kümmerte es sie, was er von ihr hielt? Doch schnell schob sie alle Gedanken an ihn beiseite und widmete ihre ganze Aufmerksamkeit dem stark geschwächten Sir Cedric. Niemals bisher hatte dieser Kräutertrank seine wohltuende Wirkung in ähnlichen Fällen verfehlt. Vertrauensvoll wartete die Burgherrin, dass auch Sir Cedrics Befinden sich nicht erneut verschlechtern würde.

Erst nach einiger Zeit, in deren Verlauf der Ritter keinerlei Verschlechterung seines Zustandes verspürte, entspannte er sich deutlich.

„Habt Ihr Zauberkräfte, edle Frau?“, fragte er scherzend.

„Jede vierte Stunde solltet Ihr einen Becher voll trinken“, gebot sie und erwiderte sein Lächeln. „Ihr seid noch nicht der Genesung nahe, doch Euer Befinden wird sich schnell innerhalb weniger Tage bessern. Ich werde dafür Sorge tragen, dass immer genug von dem Heilkräuterabsud hier in Eurem Gemach ist. Inzwischen ruht und lasst Eurem Körper sein Recht.“

Die beiden anderen Herren folgen ihr hinaus in das Wohngelass.

„Habt Dank, Mylady“, sagte Sir Richard mit dem Ausdruck aufrichtiger Bewunderung. „Meine gute Mutter wäre Euch zutiefst verbunden, wenn sie wüsste, welch wunderbare Pflege Ihr ihrem Lieblingsbruder angedeihen lasst.“

„Wir alle hängen sehr an Cedric“, gestand Sir Thomas. „Ich bitte um Vergebung für mein Misstrauen, Doña aber versteht mich …“ Er sah sie ein wenig hilflos an.

„Ich bin schließlich eine Feindin“, vollendete Margot ruhig.

„Als ob es keine ehrenhaften Feinde gäbe“, rief Sir Richard aus. „Komm schon, Thomas, lass dein Vorurteil. Die edle Frau ist uns gewogen.“

Sir Thomas presste die Lippen zusammen und gab keinen seiner Gedanken mehr preis.

„Ihr habt wohl innerhalb Eurer Familie sehr enge Bande?“ Margot bemerkte nicht, wie sehnsüchtig und zugleich traurig diese ihre Worte klangen.

„So ist es, und das ist das Werk von Lady Eleanor, Richards edler Mutter“, erklärte Sir Thomas. „Wir lieben und verehren sie und versuchen sie zu erfreuen, indem wir untereinander gute Freunde sind.“ Sein Lächeln wurde wärmer, als ihm selbst bewusst war, als er diesen Ausdruck in Margots Augen gewahrte. Sie war wohl sehr einsam. Nicht zum ersten Mal stellte sich dem Ritter die Frage, warum Doña del Sedano keine Kinder hatte. Eine unfruchtbare Frau verdiente besonders tiefes Erbarmen.

„Ich muss wieder zurück, die Pflicht ruft mich“, sagte Sir Richard mit hörbarem Bedauern. „Der Prinz hatte mir nur gestattet, das Zeltlager Chandos’ aufzusuchen, um mich nach dem Zustand meines Onkels zu erkundigen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass dies so lange dauern würde. Ich brachte es nicht über mich, ihn dort unter solch erbärmlichen Umständen zu lassen. Als ich hörte, dass man dich hierher gesandt hatte, Thomas – Lancaster berichtete dies dem Prinzen –, sah ich einen Ausweg.“ Der junge Ritter wandte sich an Margot und führte ihre Hand an die Lippen. „Lebt wohl, Lady Marguerite. Ich bin nun sehr beruhigt, da ich Sir Cedric bei Euch in guter Hut weiß. Ich danke Euch, möge Gott Euch vergelten, was Ihr für den Lieblingsbruder meiner Mutter tut.“

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