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Stummes Lied

Vorwort

Lieber Leser! Liebe Leserin!

Du hast das Buch eines Autors aus einer Gruppe von Selfpublishing-Autoren erstanden. Wir nennen uns „Die Wächter der Apokalypse“ und bemühen uns, diesen Namen zu einem Markenzeichen für Qualität und Originalität zu machen. Vor allem die Qualität unserer Bücher liegt uns sehr am Herzen, weswegen wir keine Mühen scheuen, jedes Buch so fehlerfrei und perfekt wie möglich zu gestalten.

Wir hoffen, dass diese Mühe sich gelohnt hat und deinem Lesevergnügen nichts mehr im Wege steht!

Aus einem aktuellen Anlass heraus müssen wir jedoch auf einen Punkt hinweisen, den wir noch weniger akzeptieren als Rechtschreib- und Grammatikfehler:

RAUBKOPIEN.

Unsere Bücher sind nicht besonders teuer. Ehrlich gesagt, sind sie für die Arbeit, die wir darin investiert haben, geradezu billig.Deswegen würde es unser aller Verständnis übersteigen, wenn wir dieses Buch als Raubkopie auf einer Piratenseite wiederfinden würde.

Lieber Leser, bitte denke daran: Der Autor hat in diese Geschichte Arbeit gesteckt, die sich über Monate, eventuell sogar über Jahre hinweg gezogen hat. Viele andere Menschen haben ihre Arbeit dem hinzugefügt (Lektoren, Korrektoren, Coverdesigner, Berater), teilweise gegen ein Entgelt, teilweise nur für ein herzerfülltes Danke.

Es wäre weder dem Autor noch diesen unzähligen Helfern fair gegenüber, wenn du dieses Buch auf einer Piratenseite downloaden oder gar die illegale Verbreitung unterstützen würdest. Sollte dein Gewissen nicht genug Abschreckung sein, erinnern wir dich daran, dass Bücherpiraterie eine Straftat ist und wir vor rechtlichen Schritten nicht zurückschrecken werden.

Die Wächter schützen ihre Geschichten und ihre Rechte.

Sollte dir eine illegale Version dieses Buches in die Hände fallen, teile es bitte dem Autor oder einem Wächter mit.

Somit wünschen wir dir viel Spaß mit diesem (hoffentlich legal erstandenen) Buch!

Liebe Grüße

Die Wächter der Apokalypse

Stummes Lied

Der Klang einer Geige ist einer menschlichen Stimme sehr ähnlich.

Ein Schluchzen, ein Lachen, ein Spotten, ein Schrei - die Geige kann all das wiedergeben.

Doch was ist, wenn diese Stimme, dieser Klang das einzige ist, was dir geblieben ist? Was ist, wenn aus deiner eigenen Kehle kein Ton mehr dringen kann?Was ist, wenn dir nichts anderes mehr bleibt, als durch deine Geige um Hilfe zu schreien?Und was ist, wenn niemand diesen Hilferuf verstehen kann?

Erste Erscheinung am 22.1.2013 auf Bookrix.de in E-Book Form

Copyright © Sophia Anna Csar

Alle Rechte vorbehalten.

1. Auflage

TextInhalt: Sophia Anna Csar

Cover: Joan Darque

Stummes Lied

Ich fragte mich, wie es wohl war zu sterben.

Das fragte ich mich, während ich auf dem Geländer hockte, das Leute davon abhalten sollte, vom Gebäudedach zu fallen. Es war ein flaches Dach mit einem kleinen Häuschen über der Treppe, die nach unten führte. Normalerweise war die Tür zu diesem Häuschen verschlossen.

Es war kühl, bewölkt und windig. Es gab bessere Tage, um auf dem Dach eines hohen Hauses zu sitzen und sich zu fragen, wie es wohl war zu sterben.

Ich rauchte. Ich mochte zwar den Geschmack nicht besonders, aber ich liebte es den Rauch in die Luft zu blasen und Muster zu zeichnen. Seit zwei Wochen war ich sechzehn und seit zwei Monaten rauchte ich. Man fragte Mädchen wie mich nicht nach ihrem Ausweis. Mädchen wie mir starrte man auf die Brüste und auf den Hintern und lud sie ein.

Es war mir erst ein paar Mal passiert, dass man mir als Erstes in die Augen und nicht auf den Busen gesehen hatte. Man gewöhnte sich daran. Ich inhalierte tief, ließ die Zigarette fallen.

Sie wirbelte hinab und ich verlor sie nach wenigen Sekunden aus den Augen. Ich fischte eine neue aus meinem Päckchen und zündete sie gerade an, als sich die Tür erneut öffnete.

Ein junger Mann kam auf mein Dach. Ganz kurz zuckte ich innerlich zusammen.

Er blickte mich an, verwirrt, erschrocken. Ich konnte sehen, wie sein Adamsapfel hüpfte, als er schluckte. Er würde glauben, ich wollte mich umbringen, so wie ich auf dem Geländer hockte. Ich blies gewollt herausfordernd den Rauch in seine Richtung. Ich war mir nicht sicher, ob ich es wirklich wollte. Ich tat es trotzdem. Einfach nur um ihn zu ärgern.

„Hallo“, sagte er schließlich. Er holte ebenfalls ein Päckchen Zigaretten aus der Jackentasche. Ein Mitarbeiter der Firma in der Raucherpause. Plötzlich hatte ich keine Lust mehr zu rauchen. Ich drückte die Zigarette am kalten Metall aus, begann damit herumzuspielen. Sie zerfusselte in kleine Stückchen. Der Tabak verstreute sich, wurde vom Wind davongetragen. Ich kletterte vom Gitter, ging zur Tür, ging.

 

Ich setzte die bunte, gestrickte Mütze auf, als ich aus dem Haus ging. Sie war groß genug, damit ich meine Kopfhörer darunter tragen konnte. Ich mochte keine Stöpsel. Sie taten mir in den Ohren weh. Im Vorbeigehen pfefferte ich das Zigarettenpäckchen in den Müll. Ziellos schlenderte ich durch die Straßen, Musik in den Ohren, die mich vom Rest der Welt abkapselte und mich die Wirklichkeit vergessen ließ. Keine Geräusche von draußen. Nur ich und die Stimme in meinen Ohren. Die Gitarren, die Geigen, das Cello, das Schlagzeug, der Bass, das Klavier.

Die Hände vergrub ich tief in den Taschen meiner Jacke und betrachtete die Menschen, die hektisch durch die Straßen eilten. Schließlich setzte ich mich auf eine Bank, sah dem Gewimmel um mich herum zu, wie sie eilig von einem Ort zum nächsten liefen und mir keinen Blick zu warfen. Es war, als wäre ich allein auf der Welt. Der richtige Zeitpunkt.

Ich holte meine Geige aus ihrem Koffer, den ich auf dem Rücken trug, schaltete die Musik ab. Wenn ich spielte, dann schloss ich die Augen, atmete tief ein und strich hart und kalt über die Saiten. Wenn ich spielte, dann entlockte ich meiner Geige anklagende und wütende Töne, die sich zu einem Crescendo steigerten, das durch die Stadt hallte. Niemals spielte ich ein und dasselbe Stück. Niemals gab ich einem Stück einen Namen. Wenn sie einen Namen bekommen würden, würden sie „Zorn eines sechzehn jährigen Mädchens“ heißen. Wut eines einsamen Menschen. Hass einer verlassenen Tochter. Bitterkeit eines verletzten Kindes.

Manchmal blieben Leute stehen, lauschten mir und meiner Geige. Manchmal warfen sie Geld in den Koffer zu meinen Füßen. Ich spielte nicht für das Geld, ich spielte, damit ich meinen Kummer hinaus schreien konnte.

Als mir kalt wurde, packte ich zusammen, steckte die paar Euro ein, die ich bekommen hatte und ging. Immer noch ohne Ziel.

Irgendwann hockte ich mich in ein Cafe, trank eine heiße Schokolade und beobachtete die Leute. Alte Frauen, die sich zum Klatsch und Tratsch getroffen hatten. Junge Mädchen, die sich laut lachend in großen Gruppen um kleine Tischchen drängten. Alte Männer, die die Zeitung lasen. Mütter, die ihre Kinder mit Torte verwöhnten. Väter, die mit ihren Kindern am Tisch saßen. Familien. Einsiedler. Studenten. Schüler. Und ich in meiner Ecke.

Als das Cafe schloss, ging ich wieder. Zog durch die Straßen auf der Suche nach etwas, das ich selbst nicht benennen konnte. Bei der Brücke über dem dreckigen Fluss blieb ich stehen, packte erneut meine Geige aus. Dieses Mal strömten schmerzliche, traurige Melodien aus meinen Fingern, quälten sich durch den Lärm des Verkehrs. Ich hatte die Augen geschlossen, ignorierte Menschen, die stehen blieben und mir lauschten. Manche wandten ihren Kopf zu mir um, blickten mich an, während sie weiterhasteten. Auf ihr Ziel zu.

Und während ich immer tiefer versank, einsam in meiner Musik, gesellte sich eine zweite Stimme dazu. Zart klimperte eine Gitarre dazu, süß um meine Bitterkeit wie Honig, der sich um die harten Kanten schmiegte. Unbewusst drehte ich mich in die Richtung, aus der meine Begleitung kam, passte mich der Sanftmut an. Ich spürte, wie meine Bitterkeit sich langsam aus meiner Musik löste und sich in eine Rauheit und Schärfe verwandelte, die von der Wärme und Weichheit der Gitarre umspielt wurde. Ich wollte nicht mehr aufhören zu spielen. Die Musik zerrte mich mit, aus einem kalten, dunklen Ort in ein warmes, freundliches Licht. Ich spürte, wie die Gitarre sich mir näherte. Nicht körperlich, sondern durch Musik. Sie umarmte mich, sagte mir, dass alles in Ordnung war. Meine Geige sang wie noch nie zuvor.

Ich wusste nicht, wie lange wir spielten. Als ich die Augen öffnete und das Lied in einem sanften Ton verklang, war es dunkel. Mir gegenüber stand ein Junge mit wuscheligen, hellbraunen Locken. Er hatte eine Akustikgitarre um und lächelte.

„Ich konnte nicht widerstehen“, sagte er freundlich.

Ich räumte meine Geige in den Kasten und hob sie auf. Ganz kurz zögerte ich, dann ging ich.

 

Es war Mitternacht, als ich die Tür zu der Wohnung aufsperrte. Ein Zwischenstopp. Auch wenn ich nicht wusste, auf welchem Weg ich diesen Zwischenstopp einlegte. Leise huschte ich durch die dunkle Wohnung, holte mir eine Semmel aus der Küche, ein bisschen Käse und ein Glas Wasser. Dann verkroch ich mich im Zimmer, wo ich schlief.

Aus dem Schlafzimmer, in dem die Frau schlief, die sich meine Mutter nannte, tönte lautes Schnarchen. ER war da.

Ich sperrte die Tür zu.

Die Geige neben dem Bett, schlief ich ein. Und träumte.

 

Am nächsten Tag stand ich auf, bevor die Frau aufwachte. Immer noch tönte das Schnarchen aus dem Zimmer, beruhigte mich und wiegte mich in Sicherheit. Ich glitt in die Küche, suchte mir etwas zu essen für den Tag. Ich kochte Wasser, füllte zwei Thermosflaschen damit. Die eine war für meinen Tee, die andere zum Aufgießen des Suppenpulvers. Während ich die Flaschen in meine Tasche packte, in die der Geigenkoffer eingepackt war, spürte ich die Anwesenheit eines Menschen.

Das Schnarchen hatte aufgehört.

Ich fuhr herum, stand IHM gegenüber. Ganz kurz spürte ich, wie sich meine Angst auf meinem Gesicht zeigte. Dann zog ich wieder die Maske über mich und wurde ausdruckslos.

„Guten Morgen“, sagte ER. SEIN leiser Tonfall jagte mir einen Schauder über den Rücken. Wenn ER laut gesprochen hätte, wäre es nicht so furchteinflößend gewesen. Der gedämpfte, hinterhältig lauernde Satz ließ meine Kehle eng werden.

Ich ging an IHM vorbei, nahm den Sack mit den Butterbroten. Ich drehte IHM den Rücken zu.

ER stand dich hinter mir, blies SEINEN heißen, schweren Atem in meinen Nacken.

Meine Glieder begannen zu zittern und machten es mir schwer mich zu bewegen.

Ich wollte an IHM vorbeigehen, ER legte die Hand auf die Anrichtefläche und versperrte mir den Weg.

SEIN nackter Oberkörper presste sich gegen meinen Rücken.

Ich erstarrte.

Wenn ich mich nicht bewegte, ließ ER mich in Ruhe.

Tot stellen.

Ich bin nicht da.

SEINE Hand fuhr über meinem Oberschenkel, strich über meine Hüfte.

ER presste SEIN hartes Glied gegen mich, fuhr unter meinen Pullover, fasste meine Brüste an.

Ich hielt den Atem an, starrte die Uhr an.

Der Sekundenzeiger tickte.

SEINE andere Hand machte sich an meinem Hosenknopf zu schaffen, zerrte den Reißverschluss auf.

Ich grub die Fingernägel fest in meine Handflächen, betete darum, dass der Schmerz mich ablenkte, mich verschwinden ließ.

ER griff zwischen meine Beine, berührte das weiche Fleisch.

Übelkeit stieg in mir auf.

Der Zeiger tickte.

Tick. Tick. Tack. Tick. Tick. Tack. Tick. Tick. Tack. Tick. Tick. Tack. Tick. Tick. Tack. Tick. Tick. Tack. Tick. Tick. Tack. Tick. Tick. Tack. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. Tick. TRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR.

ER riss die Hände von mir, entfernte sich von mir, als hätte ich eine ansteckende Krankheit. Ich packte meine Geige, riss die Türe auf und rannte die Treppe hinunter.

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