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Steve Salomo - Reverend Pain: Die Festung der Schädel

Pete Hackett, Steve Salomo

Steve Salomo - Reverend Pain: Die Festung der Schädel

Band 6 der Horror-Serie





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Festung der Schädel

von Pete Hackett nach Ideen von Steve Salomo

 

Ich vertilge deine Missetat wie eine Wolke,

und deine Sünde wie den Nebel.

Kehre zu mir, denn ich erlöse dich.

Jes. 44,22

 

Der Reverend fühlte sich schwach und elend. Seit drei Tagen hatte er nichts gegessen. Er hatte nur vom Weihwasser und vom Gebet gelebt. Seinen nackten Rücken bedeckten blutverkrustete Striemen.

Die Stimme klang heiser, als Pain sprach: »Ach, HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm! HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HERR …«

Er befand sich in einer Kirche. Durch die bunten Fensterscheiben hoch oben fiel Licht. Es reichte aber nicht aus, um die Düsternis in der Tiefe des Kirchenschiffs zu lichten. Irgendwo in halber Höhe versickerte es. Pain kniete vor dem großen Kreuz des Seitenaltars, der Gekreuzigte schien auf ihn herunterzublicken.

Schweiß rann über das stoppelbärtige Gesicht des Reverends. Er trug den Werwolfskeim in sich. Schmerzvolle Kasteiung und inbrünstiges Gebet sollten ihn heilen. Doch GOTT, der HERR, schien ihn verlassen zu haben. Wer konnte ihm helfen? Der Reverend dachte an Exorzismus. Doch wer sollte ihn durchführen?

Ein schweres, aus groben Balken zusammengezimmertes Kreuz lehnte an der Wand. Pains Schultern waren schon wund vom Schleppen dieses Kreuzes. Jetzt lud er es sich wieder auf die Schulter und kroch auf Knien von Station zu Station des Kreuzweges. Laut betete er das Vaterunser. Seine Stimme hallte in dem Kirchenschiff wider. Er sah nicht, wie die Tür der Kirche geöffnet wurde. Der alte Priester trat ein, tauchte seine Fingerkuppen in den Weihwasserkessel und bekreuzigte sich.

Pain hielt inne. Er sah den Priester nicht, aber er roch ihn. Seine Sinne hatten sich geschärft. In ihm lebte eine Kreatur der Hölle. In der Kirche war es still. Der Reverend atmete schwer und rasselnd. Das schwere Kreuz verursachte ihm Schmerzen. Seine Augen glitzerten fiebrig. Sie lagen in dunklen Höhlen. Die Lider waren gerötet.

Eine hallende Stimme ertönte: »Es ist unmenschlich, wie Ihr Euch quält, Reverend.«

Es war der alte Priester, der gesprochen hatte. Gebeugt kam er näher. Vor seiner Brust baumelte ein silbernes Kreuz. Die weißen Haare reichten ihm bis auf die Schultern. Seine Schritte riefen ein schlurfendes Echo wach. Es versank irgendwo in der Stille.

»Der HERR wird mein Rufen erhören«, murmelte Reverend Pain rau, mit misstönend krächzender Stimme. Deutlich stieg ihm der Geruch des Menschen in die Nase. Überlaut vernahm er das Schlurfen der Schritte. Sein Wahrnehmungsvermögen hatte sich um ein Vielfaches gesteigert.

Ein Werwolfsdämon hatte sich in Gestalt eines Abtes in ein Kloster eingeschlichen und die Mönche in Werwölfe verwandelt. Hinter Pain lag ein mörderischer Kampf. Er hatte die Werwölfe vernichtet und den Werwolfsdämon getötet. Dieser aber hatte ihn mit dem Werwolfskeim infiziert.

Der Reverend war ein Wanderer im Dienste GOTTES, der sich den Mächten des Schreckens entgegenstellte, wo immer sie ihm begegneten. Er hatte sich dem Kampf gegen die Schergen der Hölle verschrieben, nachdem Dämonenhorden die Städte der vom Glauben Abgefallenen überrannt und die Erde in Besitz genommen hatten.

Die Menschen hatten die alten Werte des Glaubens völlig aus den Augen verloren. Sie frönten der Sünde sowie der Jagd nach Reichtum und Macht. Materielle Werte standen über denen des Glaubens an GOTT, das Böse hatte die Chance, sich zu etablieren.

Die Priesterschaft und ihre Reverends hatten der Regentschaft Luzifers auf Erden vorerst ein Ende gesetzt und die Menschheit aus der Sklaverei des Satans befreit. Aber noch hatte der Höllenfürst den Kampf nicht aufgegeben, noch gab es Dämonennester über den ganzen Erdball verstreut, und noch immer gab es genügend Menschen, deren Glauben schwach genug war, dass das Böse ihre Seelen verderben konnte …

»Die Ratschlüsse des HERRN sind unerforschlich«, murmelte der Priester. Er hatte sich dem Reverend von hinten genähert und legte ihm nun die Hand auf die Schulter. »Ihr dürft nicht an ihm zweifeln. Er …«

»Niemals«, stieß Pain zwischen den Zähnen hervor. Seine Stimme hob sich: »Auf dich, HERR, mein GOTT, traue ich!«

Er kroch weiter. Seine Knie schmerzten. Die Hand des Priesters rutschte von seiner Schulter. Der alte Mann seufzte. Dann sagte er laut: »Vielleicht solltet Ihr Euch an die Heilerin Asmodia wenden, Reverend. Ich gebe Euch diesen Rat nicht gerne. Denn sie soll eine Heidin sein und über unselige Zauberkräfte verfügen. Aber da ich keine andere Möglichkeit sehe, um Euch zu helfen …«

Pains Kopf baumelte vor der Brust. In seinem eingefallenen, hohlwangigen Gesicht arbeitete es. Er hielt an. Das schleifende Geräusch, das das Ende des langen Balkens des Kreuzes auf dem Steinboden verursachte, verstummte. Sekundenlang schien Pain der Stimme des Priesters hinterherzulauschen. Dann lud er sich das Kreuz von der Schulter und erhob sich. Seine breite Brust hob sich unter einem zittrigen Atemzug. »Was sagt Ihr da, Priester?«

»Ich sprach von Asmodia, der Heilerin. Sie lebt irgendwo jenseits der Berge in einer Burg und soll über Kräfte verfügen, die sich kein Mensch erträumen kann.«

»Und sie könnte mir helfen?«

»Ich weiß es nicht. Aber es wäre eine Chance.«

»Ihr sagtet, sie sei eine Heidin.«

»Ich weiß nur, was man sich über sie erzählt. Vielleicht ist es auch nur eine Legende. Asmodia soll eine Hexe sein. Ihre Götter sind Taranis, Lug und Teutates. Keltische Gottheiten, deren Namen längst in Vergessenheit geraten sind. Sucht sie auf, Reverend.« Die Stimme wurde beschwörend. »Wenn Euch jemand helfen kann, dann ist es sie – vorausgesetzt, Asmodia ist existent.«

»Ich werde Asmodia suchen.«

»Tut das Reverend, und hört auf, Euch selbst zu strafen. Betet, aber quält Euch nicht. Es zehrt nur Euren Körper aus und macht Euch schwach. Euer Kampf aber ist noch nicht zu Ende. Und darum müsst Ihr stark sein. Kommt mit mir ins Pfarrhaus. Ich will Eure Wunden versorgen und Euch zu essen geben. Ihr müsst stark sein, um dem Wort unsere HERRN Geltung verschaffen zu können. Hört auf, Euch zu kasteien.«

Pain wandte sich dem Altar zu. Das ewige Licht brannte in einem Gefäß aus rotem Glas. Er bekreuzigte sich. »HERR, errette mich. Hilf mir um deiner Güte Willen und nimm mein Gebet an.«

»GOTT ist ein gerechter Richter«, sagte der Priester. »Und er ist ein GOTT, der täglich strafen kann.«

»Gepriesen sei sein Name«, murmelte der Reverend.

 

*

 

Josh Danner spannte das Pferd vor den leichten Wagen. Das Tier scharrte mit dem Huf im Staub und peitschte mit dem Schweif nach den blutsaugenden Bremsen an seinen Flanken. Dazu schnaubte es und blähte die Nüstern. Unter der Tür des einfachen Hauses stand Hedwig Danner, die dunkelhaarige Frau des Bauern. Sie trug die langen, dunklen Haare offen und sie fielen in weichen Wellen auf ihre Schultern und ihren Rücken. Hedwig war eine schöne Frau. Kaum ein Mann konnte sich ihrer Ausstrahlung entziehen.

Die Sonne stand im Osten. Die Schatten waren noch lang und auf den Gräsern lag der Tau. Hühner badeten im Staub oder pickten nach Fressbarem. Im Stall muhte eine Kuh.

Das Pferd war vor den Wagen gespannt. Josh Danner umrundete das leichte Fuhrwerk und ging zu seiner Frau hin. »Ich bin bis gegen Mittag zurück«, sagte er. »Gebe Gott, dass mir der Händler noch einmal Kredit gewährt. Ich habe keine große Hoffnung.«

»Du musst ihn davon überzeugen, dass er nach der Ernte sein Geld zurück erhält«, sagte die Frau.

»Ich will es versuchen«, murmelte der Vierzigjährige. Dann wandte er sich ab, ging zum Fuhrwerk, stieg auf den Bock, angelte sich die Zügel und ließ sie auf den Rücken des schweren Kaltblüters klatschen. Das Tier setzte sich in Bewegung. Die eisenumreiften Räder begannen sich zu drehen und mahlten im knöcheltiefen Staub. Josh Danner verließ den Hof der Farm und lenkte das Gespann auf den schmalen Weg, der in die Stadt führte. Sein Herz war schwer, er wälzte trübe Gedanken. Er hatte das untrügliche Empfinden, dass sich zwischen ihm und Hedwig eine unsichtbare Wand aufgebaut hatte, dass sie sich innerlich mehr und mehr voneinander entfernt hatten. GOTT hatte ihnen Kinder versagt. Danner wusste nicht, ob es an ihm oder an Hedwig lag. Um einen Arzt aufzusuchen, verfügte er nicht über die notwendigen finanziellen Mittel. Ihr Leben war ein einziger Daseinskampf. Sie lebten von der Hand in den Mund …

Er liebte Hedwig. Sie aber begegnete ihm in letzter Zeit ziemlich reserviert und ohne die gewohnte Innigkeit. Josh Danner befürchtete, dass er sie verlieren könnte.

Das Pferd stampfte dahin. Das Pochen der Hufe vermischte sich mit dem Poltern des Fuhrwerks und dem Quietschen der Achsen in den Naben. Vögel zwitscherten in den Büschen. Bienen und Hummeln summten.

Josh Danner hatte Angst vor der Zukunft. Der Händler in der Stadt hatte sich schon beim letzten Mal, als er ihn um Kredit bat, ziemlich ungehalten gezeigt. Er wollte endlich Geld sehen. Geld aber hatte Danner nicht. Der Farmer verspürte Hoffnungslosigkeit und war sich sicher, den Weg in die Stadt umsonst zu machen. Und er fürchtete sich vor dem verächtlichen Blick Hedwigs, mit dem sie ihn bedenken würde, wenn er ihr gestehen musste, dass seine Intervention beim Händler erfolglos gewesen war.

Er schaute über die Schulter zurück. Die Farm lag im Sonnenglast. Hedwig war verschwunden. Sie hatte geschworen, zu ihm zu stehen, in guten wie in schlechten Zeiten. Doch nun schien es, dass sie mit dem Leben, das er ihr bot, nicht mehr zufrieden war. Immer wieder machte sie ihm Vorwürfe. Sie ließ ihn ihre Verachtung spüren. Sie gab ihm auch die Schuld an ihrer Kinderlosigkeit.

Hedwig entglitt ihm immer mehr. Er spürte es ganz deutlich. Es war ein schleichender Prozess, und er wusste nicht, wie er ihn aufhalten sollte.

Er wandte den Blick wieder nach vorne. Die Hufe des Pferdes rissen kleine Staubwolken in die klare Morgenluft. Ein Schmetterling tanzte durch die Luft. Alles wirkte ruhig und friedlich. Aber Josh Danner ließ sich von dieser Atmosphäre nicht anstecken. Er haderte mit seinem Schicksal.

Und während er in Richtung der Stadt fuhr, kam aus dem Wald, der sich hinter der Farm erhob, ein Mann von etwa fünfundvierzig Jahren. Er war groß gewachsen und wirkte ausgesprochen kräftig. Mit langen, sicheren Schritten näherte er sich der Farm. Aufgewirbelter Staub markierte den Weg, den vor wenigen Minuten das Fuhrwerk genommen hatte. Soeben verschwand es dort, wo sich der zerfurchte Weg zwischen die Bäume bohrte.

Ein zufriedenes Grinsen kerbte sich in die Mundwinkel des Mannes. »Hedwig!«

Die schöne Frau erschien im Türrechteck und zeigte ein erfreutes Lächeln. Ihre roten Lippen gaben ein weißes Gebiss frei, das in einem scharfen Kontrast zur Bräune ihres Gesichts stand. »Komm herein, Jason. Der Narr ist in die Stadt gefahren. Wir haben einige Stunden Zeit.«

Sie machte kehrt und ging ins Haus. Jason Carter folgte ihr. Sie erwartete ihn in der Küche. Die Möbel waren dunkel und verstärkten den Eindruck von Düsternis, der in dem Raum herrschte. Fliegen tanzten am verstaubten Fenster auf und ab. Ein Regulator an der Wand tickte monoton. In gleichmäßigem Rhythmus bewegte sich das Messingpendel hin und her. »Ich freue mich, dass du gekommen bist«, sagte Hedwig.

»Du weißt, was du mir bedeutest, Hedy.« Jason Carter nahm die Frau in die Arme, dann küssten sie sich leidenschaftlich. »Ich liebe dich.«

»Nimm mich«, flüsterte Hedwig. »Ich kann es kaum erwarten, dich in mir zu spüren. Nimm mich …«

Jason Carter drängte die Frau ins Schlafzimmer. Sie zogen sich gegenseitig aus, dann lagen sie nackt auf dem breiten Bett. Sie küssten sich, seine rechte Hand tastete über ihren schlanken Körper mit den vollen Brüsten. Die Leidenschaft übermannte beide. Er trieb sie mit seinem Vorspiel fast zum Höhepunkt, und dann drang er tief in sie ein. Hedwig stöhnte lustvoll und bäumte sich ihm entgegen. Er begann, kraftvoll in sie hineinzustoßen.

Ein spitzer Aufschrei entrang sich der Frau, als sie auf dem Höhepunkt der Gefühle anlangte. Es durchdrang sie wie intensive elektrische Impulse, sie vibrierte innerlich und warf den Kopf hin und her. Ihre Finger verkrallten sich in seinem Rücken …

Krachend flog die Tür auf. Im Türrahmen stand Josh Danner. Wut verzerrte seine Züge. Hass glomm in seinen Augen. Die Zornesader an seiner Stirn war angeschwollen. Er hatte, ehe er in den Wald fuhr, noch einmal einen Blick über die Schulter geworfen. Und er hatte Jason Carter ins Haus gehen sehen. Ihm war es wie Schuppen von den Augen gefallen und er war umgekehrt …

»Ihr Schweine!«, knirschte er.

Jason Carter machte sich ruckartig von der Frau frei, fuhr herum und sprang vom Bett. Geduckt stand er da, sprungbereit, als wollte er sich im nächsten Moment herumwerfen und die Flucht ergreifen. Die Angst vor Josh Danner stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Hedwig erhob sich schnell und baute sich – nackt wie sie war – zwischen ihrem Mann und ihrem Geliebten auf. »Du hast es dir selber zuzuschreiben!«, fauchte sie.

Josh Danner setzte sich in Bewegung, schob sie kurzerhand zur Seite und griff Jason Carter an. Dieser schlug blindlings zu. Und er traf Danner zweimal am Kopf. Josh Danner brach auf die Knie nieder. Carter donnerte ihm die Faust mitten ins Gesicht. Blut schoss aus Danners Nase und rann über seinen Mund. Der Mann kippte benommen zur Seite. Aber sofort richtete er sich wieder auf. Carter nahm ihn in den Schwitzkasten.

»Aufhören!«, rief Hedwig entsetzt. »Hör auf, Jason!«

Aber Carter schien plötzlich taub zu sein. Während sich Josh Danner in dem Würgegriff wand und versuchte, freizukommen, drückte er immer fester zusammen. Er hatte die Zähne in der Anspannung zusammengebissen, die Lippen bildeten nur noch einen messerrückenscharfen Strich in dem verkniffenen Gesicht, in dem die Backenknochen hart hervortraten.

Josh Danners Gesicht lief rot an. Er hatte die herausquellenden Augen weit aufgerissen, den Mund wie zu einem stummen Schrei geöffnet. Er schlug Carter die Faust zwischen die Schulterblätter. Aber Carter schienen die Schläge nichts anhaben zu können. Sein Klammergriff wurde noch härter, und plötzlich gab es ein trockenes Knacken. Schlagartig verlor Josh Danners Gesicht den Ausdruck. Die Augen wurden glasig und starr. Der Körper erschlaffte.

Jason Carter hatte ihm das Genick gebrochen.

Als Carter seinen Klammergriff öffnete, fiel Danner zu Boden. Hart schlug der Kopf auf. Aber Josh Danner spürte nichts mehr. Leblos lag er da, die absolute Leere des Todes prägte das verzerrte Gesicht.

Jason Carter und Hedwig starrten betroffen auf den Leichnam. Langsam wanderte Hedwigs Hand nach oben, sie ballte sie zur Faust und biss darauf, um den Schrei, der sich in ihr nach oben kämpfte, zu unterdrücken. Er staute sich sekundenlang in ihr und brach schließlich als trockenes Schluchzen aus ihrer Kehle. Dann entrang es sich ihr: »Großer GOTT, er ist tot.« Sie schluckte. »Du – du hast Josh getötet.«

Ihre Worte rissen Carter aus seiner Lethargie. Er ging neben der reglosen Gestalt auf das linke Knie nieder. Zweimal musste er ansetzen, dann entrang es sich ihm fassungslos: »Das – das wollte ich nicht. Der HERR ist mein Zeuge. Ich – ich wollte ihn nicht töten.«

»Du hast ihn aber umgebracht!«, schrie Hedwig hysterisch. Sie knetete jetzt die Hände. Die Tatsache, dass ihr Mann tot war, drängte sich mit unwiderstehlicher Macht in ihr Denken und beraubte sie jedes anderen Gedankens.

Jason Carter richtete sich auf. Er zwang sich zur Ruhe. Tief atmete er durch. »Wir sind beide schuldig. Und jetzt müssen wir zusehen, wie wir uns aus diesem Schlamassel herausziehen.«

»Du – du bist ein Mörder!«, ächzte Hedwig.

Er trat vor sie hin, packte sie an beiden Oberarmen und schüttelte sie. »Nimm Vernunft an. Es war ein Unfall. Ich wollte ihn nicht töten. Es ist geschehen und nicht mehr zu ändern. Wir haben gesündigt. Mich wird man aufknüpfen, und dich wird man steinigen oder auf dem Scheiterhaufen verbrennen.«

Hedwig schaute betroffen drein. Sie starrte Carter an wie eine Erwachende. Erst jetzt schien ihr die Tragweite des Geschehnisses bewusst zu werden. »… verbrennen«, murmelte sie, den Blick starr auf einen imaginären Punkt irgendwo im Raum gerichtet. Ein zittriger Atemzug des lähmenden Entsetzens entrang sich ihr. Ihre Lippen bebten.

»Ja. Niemand wird uns glauben, dass ich ihn nicht töten wollte. Wir sind Ehebrecher. Die Menschen können eins und eins zusammenzählen. Man wird nicht lange fackeln.«

Hedwigs Augen flackerten unruhig. »Was sollen wir tun?«

»Wir müssen ihn verschwinden lassen«, versetzte Carter. »Zieh dich an. Ich denke mir was aus. Mach schon.«

In den Mann und die Frau geriet Leben …

 

*

 

D

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