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Sorry, meine Katze hat den Staubsauger angemacht

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über den Autor
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Herzlich willkommen im Homeoffice
  7. Was du über das Homeoffice wissen solltest
    1. Oberste Regel: Das Aufstehen nicht vergessen!
    2. Die Sache mit dem Biorhythmus
    3. Auch Heimarbeiter können zu spät kommen!
    4. Der Dresscode gilt!
    5. Unbedingt beachten: Frisur, Kosmetik, Körperpflege
    6. Webcam, Webcam an der Wand, wer ist die Beautyqueen im Land?
    7. Besser nicht blau
    8. Vergiss die Pausen nicht!
    9. Die Ruhe am Arbeitsplatz
    10. Prima Klima oder Aroma di coma?
    11. Achtstundentag? Nichts da, 24/7!
    12. Ein ganz besonderer Fluchtversuch
    13. Die Geschichte des Homeoffice
    14. Die apokalyptischen Reiter der Prokrastination
    15. Homeoffice kompakt
    16. Andere Homeoffice-Lösungen
    17. Die Homeoffice-Ausstattung im Detail
    18. Das Schild an der Tür
    19. Wenn ich sage, dass ich jetzt im Homeoffice arbeite … (Zutreffendes bitte ankreuzen)
  8. Du und deine Webcam
    1. Das Chaos im Allgemeinen
    2. Face Fails
    3. Weiße Linien
    4. Die Konferenz ohne Hose
    5. Familiäre Flitzer
    6. Sanitäre Peinlichkeiten
    7. Sexuelle Verwicklungen
    8. Testosteron-Wetten
    9. Nervenkiller Meeting
    10. Vorsicht, Fake Work!
    11. Welcher Typ bist du im Meeting?
    12. Auf der Flucht – softwaretechnisch
    13. Homeoffice-Knigge
  9. Potenzielle Peinlichkeiten
    1. Bis gleich dann!
    2. Moment mal, ich hab’s gleich!
    3. Ich kann mir das auch nicht erklären, Chef!
    4. Hattata, da bittu ja!
    5. Das Ende der Romantik
    6. Was man so alles tun kann, statt zu arbeiten …
  10. IT-Katastrophen
    1. Hurra, die Firma zahlt!
    2. Verdammt, der Rechner spinnt
    3. Ach so, das ist gar keine freudige Erregung, das ist Schamesröte
    4. Schlimmer geht’s immer!
    5. Geschützt von Puschelbaerchen2010
    6. Apropos teuer: Virus zerstört die komplette IT der Firma Reichmüller!
    7. Schlichtweg abgeraucht
  11. Die lieben Kollegen – und du …
    1. Neues vom Flurfunk
    2. Sag mal, Corinna, weißt du vielleicht …
    3. Wohin denn nun mit den Aggressionen?
    4. Revolution verschoben
    5. Nur nicht hintersinnig werden!
    6. Beförderung? Keine Chance!
    7. Du arbeitest zu lange im Homeoffice, wenn …
  12. Homeoffice interaktiv
    1. Bullshit-Bingo!
    2. Ja, ich bin genervt, weil …
    3. Die blödesten Durchhalteparolen
    4. Mein liebster Euphemismus
  13. Homeoffice-Wellness
    1. Die kantine@home ist grauenvoll!
    2. Das könnte knapp werden
    3. Power-Napping
    4. Homeoffice-Yoga
    5. Fitness im Homeoffice
  14. Homeoffice privat – Familienangelegenheiten
    1. Arbeit oder Partner?
    2. Arbeiten im Kindergarten?
    3. Haustiere im Homeoffice?
  15. Katastrophenpotenzial
    1. Multitasking im Homeoffice
    2. Lärm von unerwarteter Seite
    3. Gefahren im HomeOffice: Arbeitsunfall?
    4. Die besten Arbeitsplätze fürs Homeoffice
    5. Sätze, die du im Homeoffice gehört haben könntest …
    6. Paketstation total privat
    7. To work from home or not to work from home – that’s the question!
    8. Berufe, die kein Homeoffice praktizieren können oder sollten
  16. Die Rückkehr
  17. Homeoffice-Scherze
    1. Alle im Homeoffice

Über dieses Buch

Geruhsames Erwachen, ein entspannter Kaffee am Küchentisch und dann fröhlich an die Arbeit – so oder so ähnlich malte man sich einst das Home-Office aus. Aber das war einmal, denn jetzt wissen wir, dass stattdessen Technikpannen, vierbeinige Saboteure und teuflische Rückenschmerzen auf uns warten. O Schreck! Comedy-Autor Norbert Golluch hat die aberwitzigsten Geschichten aus dieser schönen neuen Arbeitswelt zusammengetragen und zeigt: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Über den Autor

Norbert Golluch hat zahlreiche Sachbücher, Kinderbücher und eine Vielzahl humoristischer Texte veröffentlicht, zuletzt den Bestseller »Stirbt ein Bediensteter während der Dienstreise, so ist die Dienstreise beendet. Meisterleistungen der Beamtensprache.« Er lebt mit seiner Familie bei Köln.

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Herzlich willkommen im Homeoffice

»Early to bed and early to rise, makes a man healthy, wealthy and wise.« Der kluge Satz des Schriftstellers, Naturwissenschaftlers, Erfinders und Staatsmannes Benjamin Franklin ist – was das Homeoffice betrifft – nur bedingt richtig. Wann du aufstehst, ist im frühen 21. Jahrhundert zwar nicht vollkommen unwichtig, doch musst du heutzutage natürlich nicht mehr um fünf Uhr morgens die Kühe melken, die Hühner füttern und den Herd anheizen. Glück gehabt!

Jetzt zählt nur, dass du überhaupt aufstehst.

Denn nur dann werden deine Wünsche wahr. Hast du nicht immer davon geträumt, zu Hause zu arbeiten? Wolltest du nicht sogar schon einmal selbstständig werden, um dieses Ziel zu erreichen? Dieser Wunsch geht jetzt möglicherweise für dich in Erfüllung, und das selbstorganisierte Paradies mit genau passgenauer Work-Life-Balance scheint in greifbare Nähe gerückt. Deine neue Organisationsform könnte sich jedoch auch als ein zwiespältiges Geschenk erweisen, ein modernes Trojanisches Pferd sozusagen. Aber mach dir keinen Kopf – du kriegst das schon in den Griff!

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Was du über das Homeoffice wissen solltest

Es verhält sich wie mit der abstrakten Kunst: Unbeteiligte behaupten im Brustton der Überzeugung: Zu Hause arbeiten, das kann doch jeder. Ha, Pustekuchen! Die nachfolgenden Kapitel werden zeigen, wie dünn das Eis ist, auf dem du dich bewegst, wenn du deinem Beruf in den eigenen vier Wänden nachgehen willst. Überall verstecken sich Gefahren, hinter jedem Sofakissen, sogar unter dem Läufer im Flur lauert das Verderben. Na gut, so dargestellt ist es etwas übertrieben, es geht dir nicht gleich an den Kragen, aber es ist immerhin eine Art von Verderben light – Arbeiten im Homeoffice – das verlangt schon eine besondere Form von Aufmerksamkeit, ja Achtsamkeit von dir. Aber achtsam musst du in diesen Tagen ohnehin sein, und alles wird gut, wenn du dich an die folgenden Richtlinien hältst.

Oberste Regel: Das Aufstehen nicht vergessen!

Aus der Tatsache, dass es für dich keine nennenswerten Wege mehr zur Arbeit gibt, könntest du den irrigen Schluss ziehen, dass du jetzt uuunendlich lange im Bett liegen bleiben kannst. Aber das kannst du knicken! Die dreißig Minuten, die du sonst im ÖPNV an der Haltestelle gewartet, in der U-Bahn um einen Sitzplatz gekämpft oder im eigenen Automobil auf der Stadtautobahn im Stau gestanden hast, pennst du – salopp gesagt – in Nullkommanix weg. Waaas, schon 10 Uhr?!? Alles zu spät – da könnte man doch gleich ganz liegen bleiben, oder? Keine gute Lösung, du Spätstarter! Seit du im Homeoffice arbeitest, hast du auch einen bisher ganz entscheidenden Merksatz in deinem inneren Ordnungssystem vergessen:

»Mensch, ich muss ins Bett! Ich muss morgen früh raus!«

Kein Wunder also, dass du jetzt morgens länger schlafen willst. Aber mit dieser Veränderung in deiner Lebensführung bist du wohl nicht allein.

Die Sache mit dem Biorhythmus

Dass das flächendeckende Arbeiten im Homeoffice etwas verändert, bemerkten die Wasserwerke deutscher Großstädte in messbarer Weise. Die sogenannte Duschspitze, eine deutliche temporäre Erhöhung des Wasserverbrauchs, verschiebt sich durch die Mitarbeiter zu Hause um bis zu neunzig Minuten in den Vormittag hinein – wer im Homeoffice arbeitet, schläft länger – oder duscht zumindest später. Damit bist du also nicht allein.

Kritische Zeitgenossen vermuten hier den Beweis dafür, dass die bisherige Art und Weise zu arbeiten gegen den natürlichen Biorhythmus verstieß. In ähnlicher Weise wirkt sich das Verhalten von Schülern und Schülerinnen aus, die Präsenzunterricht durch Homeschooling ersetzen konnten. Auch sie duschen lieber deutlich später. Homeschooling und Homeoffice sind also erste Schritte in Richtung einer verbesserten Work-Life-Balance – und das schon am frühen Morgen. Denn:

Es geht auch ohne Stechuhr! Mit allzu frühen Anrufen musst du nicht rechnen, die anderen Kollegen im Homeoffice schlafen auch länger.

Also kannst du erst mal in Ruhe frühstücken. Biorhythmus hin oder her: Skeptiker sehen in diesen Erkenntnissen allerdings den ersten Hinweis darauf, dass das Homeoffice der Einstieg in ein allgemeines, mit der Zeit immer weiter um sich greifendes Lotterleben sein könnte – spätes Aufstehen passt einfach nicht zum Rollenbild von fleißigen Menschen …

Auch Heimarbeiter können zu spät kommen!

Die vorangegangenen Überlegungen dürften dir klargemacht haben: Auch Heimarbeiter können zu spät zur Arbeit kommen – und sie haben weniger Ausreden dafür. Einen Stau zwischen Schlafzimmer und Bad glaubt dir niemand. Und mit Ausreden wie »Mein Bett war so unheimlich kuschelig!« oder »Mein Digitalwecker hat wohl einen Virus!« brauchst du es gar nicht erst zu versuchen. Zum einen haben auch andere Menschen wie deine Kolleginnen und Kollegen sowie die lieben Vorgesetzten unverschämt kuschelige Betten, zum anderen ist die Nummer mit dem Wecker so fadenscheinig wie in früheren Zeiten die Aussage: »Meine Straßenbahn hatte einen Platten!«