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Sonne, Strand, Cocktails und zwei knallharte SEALS

Norma Banzi

Sonne, Strand, Cocktails und zwei knallharte SEALS





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Herausgeber

SONNE, STRAND, COCKTAILS UND ZWEI KNALLHARTE SEALS

 

© Norma Banzi

 

Die Coverbilder stammen von:

Der Wasserfall mit Lotusblüte © Olga Khoroshunova, Fotolia

Mann mit Sixpack und Muskeln © f/2.8 by ARC - Fotolia.com

Gestaltung des Covers: Norma Banzi

 

Edition Banzini

Kurvenstraße 25

22043 Hamburg

www.banzini.de

Inhalt

Ein halbes Jahr nach ihrem Abschied von der Navy machen die beiden SEALS Orlando und Mike gemeinsam Urlaub auf Hawaii. Sie wollen Sonne, Strand, Cocktails und viel harten Sex miteinander, vielleicht ein paar nette, gemeinsame Abenteuer mit anderen.

Orlando kämpft immer noch mit dem verführerischen Gedanken, Berufskiller zu werden, nur mag er keine Unschuldigen umbringen. Mike hat sich eigentlich schon ganz gut ins Zivilleben eingefügt. Gefahr für sein Seelenleben droht ihm von ganz anderer Seite, als er und Orlando sich plötzlich in der Situation sehen, sich um den jungen Amishen Samuel zu kümmern, der ihnen praktisch vor den Füßen zusammenbricht. Samuel ist während des Rumspringas mit seinem Freund Jacob bis nach Hawaii gereist. Samuel will bleiben, Jacob hat sich entschieden, nach Hause zurückzukehren und bricht ihm damit das Herz.

Weshalb Samuel sich ausgerechnet Mike als Hirten in der Welt der Engländer sucht und was Orlando und Mike sonst noch so alles auf Hawaii erleben, erzählt dieses Buch.

Eins

 

Von allen Dingen, die Orlando Ramirez bei der Navy gelernt hatte, mochte er das Tauchen am allerwenigsten. Bei seiner Ausbildung zum Navy SEAL fror er sich damals bei Lehrgängen in Alaska den Arsch ab. Das prägte. Also seine Kameraden hatten sich natürlich auch alle den Arsch abgefroren, aber sie entwickelten nicht die gleiche Abneigung gegen das Tauchen wie Orlando. Bei Mike, Orlandos Lover, war das Fallschirmspringen ein Grund zum Kotzen gewesen. Einige von ihnen überließen den Umgang mit Sprengstoffen lieber anderen, wenn sie konnten. Orlando tauchte so gut wie jeder andere SEAL, Mike konnte mit seinem Fallschirm eine super Punktlandung hinlegen. Sie hatten gemacht, was sie machen mussten, um zu überleben.

Und jetzt waren sie frei, Zivilisten. Mike war mehrmals im Laufe der Jahre angeschossen worden. Das letzte Mal hatte seine Milz dran glauben müssen. Sein dadurch gesteigertes Infektionsrisiko machte ihn für den aktiven Dienst untauglich und einen Schreibtischjob wollte er nicht. Also nahm er fast zur gleichen Zeit seinen Abschied wie Orlando, dem die Psychologen eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert hatten. Noch einen auffälligen, ausgebrannten, durchgeknallten Sniper wollte die Navy nicht auf sich nehmen, obwohl sie Orlando nur ungerne ziehen ließ. Orlando war ein Spezialist für verdeckte Operationen gewesen, wandlungsfähig wie ein Chamäleon und enorm sprachtalentiert. So einen hielt sich die Navy sonst wenigstens in Reserve. Bei Orlando hatte es einen Punkt im Leben gegeben, als er sich fragte, warum auf eine Order warten, eine Legitimation durch die Vorgesetzten, wenn man die Taliban schon vor der Flinte hatte. Sie abschießen wie die Tontauben und es hinterher rechtfertigen. Das gab zwar etwas mehr Papierkram, aber hätte ihn nicht wirklich in Schwierigkeiten gebracht. Orlando watete in seinen Träumen nicht in Blut, er belastete sein Gewissen nicht wegen der Personen, die er im Laufe der Jahre im Dienst getötet hatte. Er war kein Schlächter, es hatte immer einen triftigen Grund dafür gegeben, Kampf Mann gegen Mann, Notwehr, Nothilfe, manchmal auch nur eine Order für den Sniper, die er nicht hinterfragt hatte.

Scharfschützen wanderten auf einem schmalen Grad. Manchmal mussten sie in Sekundenbruchteilen entscheiden, ob der, den sie im Visier hatten, ein Feind war oder nur ein unschuldiger Zivilist. Wenn einem das egal wurde, hörte man besser auf und Orlando hatte die Kurve gerade noch nehmen können. Sein PTBS war nur teilweise gespielt. Das, was er gespielt hatte, hatte ihn davor bewahrt, auf die Reservistenliste gesetzt zu werden. Orlando war frei, ohne wenn und aber, ohne Widerhaken.

Mike baute sich mit der Starthilfe ihres Freundes James Carter in New York ein Leben auf, Orlando hatte sein Literaturstudium an der Brown University wieder aufgenommen. Jetzt, in den Semesterferien, hielt Mike es für eine gute Idee, zusammen auf Hawaii Urlaub zu machen. Vierzehn Tage Mike, hemmungslosen Sex mit ihm, Sonne, Strand und Cocktails - und NICHT tauchen. Den Tauchkurs in der Lagune konnte Mike gerne alleine absolvieren, sie mussten nicht die ganze Zeit zusammenhocken und wenn Orlando exotische Fische sehen wollte, konnte er das im Waikiki Strand Resort tun, da gab es ein Zierfischbecken mit einheimischen Fischarten.

Gerade schlenderte Mike durch die Boutiquen, Kleidung einkaufen, darauf hatte Orlando nämlich auch keine Lust. Er lag lieber am Strand und ließ sich seine olivfarbene Haut von der Sonne kitzeln. Er bekam als Latino so schnell keinen Sonnenbrand, cremte sich aber trotzdem mit einem Sunblocker ein. Mike und er hatten dieselbe Kleidergröße und waren sich auch von der Statur her sehr ähnlich. Und da Mike Orlandos Geschmack kannte, übernahm er es, die Ersatzkleidung zu kaufen, denn ihre Koffer waren auf dem Flug hierher verloren gegangen. Kein Problem für Mikes gut gefüllten Geldbeutel. Er verdiente als Callboy, der den Militaryfetisch reicher Kunden bediente, in New York ausgezeichnet und er hatte zugunsten der Urlaubskasse ein paar mehr Klienten angenommen. Die luxuriöse Suite, die sie kostenfrei bewohnten, gehörte einem seiner Kunden. Der Schritt vom Flügelmann eines Scharfschützen zum Luxuscallboy irritierte vielleicht andere, Orlando nicht. Mike war mit jeder Faser seines Seins dominant und er hatte einen überbordenden sexuellen Appetit. Also ließ er sich praktisch nur dafür bezahlen, was er sowieso gerne machte, andere beim Sex zu beherrschen. Orlando und Mike mussten einander ihre tiefe Verbundenheit nicht durch Treueschwüre bestätigen und sie mussten auch nicht in derselben Stadt wohnen. Die Navy hatte sie zu Killern gemacht und jetzt brauchten sie Zeit, sich im Zivilleben zurecht zu finden – jeder auf seine persönliche Art und Weise. Zusammen waren sie zu gefährlich, der Sniper und sein Späher. Noch! Die Zeit würde kommen, wo Orlando zu Mike nach New York ziehen würde. Und bis dahin telefonierten sie miteinander, skypten, schickten sich Fotos von besonderen Ereignissen in ihrem Leben und verlebten hin und wieder einen Kurzurlaub miteinander.

Orlando schaute sich nach dem Kellner der Strandbar um, um sich noch einen fruchtigen Cocktail zu bestellen, alkoholfrei, in der Sonne Alkohol zu trinken, machte ihn zu duselig. Der Kellner hielt sich zwar in der Nähe auf, schien aber abgelenkt zu sein. Er diskutierte gerade mit einem anderen jungen Mann und das Gespräch nahm an Lautstärke zu, kam so richtig in Fahrt, und die Gesichter der beiden wurden immer verzweifelter. Sie hatten Tränen in den Augen. Orlando bemerkte, wie andere Gäste des Hotels neugierig zu den Jungs hinüber sahen. Aber Orlando war möglicherweise der einzige der unfreiwilligen Zeugen, der verstand, worum es ging. Deutsche gab es hier nicht im Hotel und selbst wenn, der besondere Dialekt, den die beiden sprachen, verstanden nur wenige Personengruppen in einigen Regionen Nordamerikas. Orlando brauchte einen Moment, bis es Klick machte und er wusste, woher er diese Sprache kannte. Er sah sich besorgt um, ob Mike schon von seinem Einkauf zurückgekehrt war. Zum Glück nicht. Was hatten die beiden Jungs in Hawaii zu suchen? So weit kamen sie normalerweise nicht, die Jungs und Mädchen, die von ihren Eltern losgeschickt wurden, um für einige Zeit das Leben außerhalb ihrer Gemeinden kennenzulernen.

Dios! Hier bahnte sich gerade ein Liebesdrama an. Der eine Mann wollte zurück nach Hause, der andere hier bleiben. Sie liebten sich, das sah Orlando ihren verzweifelten Gesichtern deutlich an. Wenn der eine wirklich ging, würden sie sich niemals wiedersehen.

Der Blonde hatte schreckliches Heimweh und wollte seine Eltern, seine Onkel und Tanten und seine neun Geschwister nicht enttäuschen. Die Bindung zu seiner Familie, zu seiner Herkunft und Religion war so tief in ihm verwurzelt, dass er den Bruch nicht vollziehen wollte. Der Braunhaarige bettelte jetzt und Orlando überlegte, ob er abhauen sollte. Er fühlte sich wie ein Eindringling in die Privatsphäre dieser Jungs. Jetzt riss der Blonde seinen Freund in die Arme und küsste ihn mit einer verzweifelten Leidenschaft auf den Mund. Danach riss er sich los und der Braunhaarige brach zusammen, ließ sich einfach in den Sand fallen und vergrub sein Gesicht in den Händen. So blieb er sitzen und die Hotelgäste hatten so etwas wie Mitgefühl mit ihm, gingen selbst an die Bar und holten sich dort ihre Getränke.

Orlando rang mit sich. Das ging ihn eigentlich gar nichts an und doch konnte er diesen traurigen Jungen nicht seinem Elend überlassen. Seufzend erhob er sich von seiner Liege, ging zur Bar und kaufte ein Mineralwasser. Am Strand setzte er sich neben ihn.

„Trink etwas, dann geht es dir seelisch nicht besser, aber du trocknest bei der Hitze nicht aus.“

Der Junge hob das Gesicht aus seinen Händen und starrte Orlando an, als würde er einen Geist sehen. Aus der Gegend, wo er herstammte, gab es keine Latinos. Wie konnte es also sein, dass so jemand seine Sprache konnte?

Orlando lächelte ein wenig und hielt dem Jungen den Wasserbecher unter die Nase. Perplex nahm der Unglücksrabe ihn und trank einen tiefen Zug daraus. Er bekam einen Schluckauf und Orlando rieb ihm sanft über den Rücken.

„Bist du aus New York, Pennsylvania oder aus Kanada?“, fragte Orlando.

„New York.“

„Und du kehrst nicht zu deiner Familie zurück?“

„Nein, ich kann das nicht. Ich, ich …“

„Du bist schwul und wenn du nach Hause zurückkehren würdest, müsstest du eine Frau heiraten, müsstest deine Gefühle ganz tief in dir verschließen.“

Der Junge nickte. Seine Lippen bebten und er starrte Orlando mit geweiteten Augen an, schüttelte verwirrt den Kopf und schaffte es sichtlich nicht, ihn einzuordnen, zu verstehen, weshalb sich ein Latino in seine Gefühlswelt hineinversetzen konnte.

„Ich bin Orlando und wie heißt du?“

„Samuel … Du kannst Pennsylvaniadeutsch … woher … wie …?“ Samuel brach ab, starrte auf den Boden vor sich, griff in den Sand und ließ ihn durch die Finger rieseln.

„Ich kenne jemanden, der mir euren Dialekt beigebracht hat. Deutsch konnte ich schon vorher.“

„Einfach so? Ich meine, … du kannst doch damit gar nichts anfangen.“

„Ich lerne sehr schnell Sprachen. Geht es dir jetzt wieder besser?“

„Ja, danke für das Wasser.“

Orlando spürte ein Kribbeln im Nacken und wusste, Mike war zurück. Scheiße! Hoffentlich legte er sich einfach auf den Liegestuhl. Dann könnte Orlando eine Geschichte erfinden, weshalb er hier mit Samuel saß. Na ja, nicht erfinden, aber eine kleine Information weglassen. Leider tat ihm Mike den Gefallen nicht. Er schlenderte heran und setzte sich neben ihn.

„Ein neuer Bekannter?“, fragte Mike und grinste lüstern. Oh ja, sich andere Sexpartner zu teilen, kam bei ihnen vor – Männer und Frauen.

Auf Englisch sagte Orlando: „Das ist Samuel. Er ist weit von zu Hause weg.“

Das war nicht die Antwort, die Mike erwartet hatte und er spürte sicher, dass Orlando ihm etwas verheimlichte. Orlando seufzte. Vor dem Mann seines Herzens konnte er nichts verstecken, rein gar nichts. Mike konnte ihn lesen wie ein offenes Buch.

„Samuel ist ein Amisher und sein Freund hat sich gerade entschieden, nach Hause zurück zu gehen.“

Ein kleines Schluchzen kommentierte Orlandos Worte.

Es flackerte kurz in Mikes Augen, ansonsten ließ er nicht erkennen, was er dachte.

„Das ist wirklich sehr weit weg von zu Hause“, sagte er auf Englisch zu Samuel.

„Wir wollten schon immer einmal Hawaii sehen, Jakob und ich. Ich, ich … muss wieder zur Arbeit.“ Samuel wischte sich über das Gesicht, sprang auf und rannte an die Strandbar.

„Sorry!“, flüsterte Orlando.

„Wofür?“

„Dass ich dich mit ihm konfrontiert habe.“

„Er brauchte Trost und du bist ein mitfühlender Mann.“

„Ich bin ein knallharter Hundesohn“, brummte Orlando.

Mike wuschelte ihm durch die schulterlangen, schwarzen Haare, sprang auf und zog Orlando danach mit einem Ruck auf die Füße. Ihre Körper schmiegten sich aneinander, aber sie küssten sich nicht, schließlich sonnten sie sich hier nicht an einem Gaystrand, sondern an dem Privatstrand eines Luxushotels. Mike legte seine Hand auf Orlandos Schulter und gemeinsam gingen sie zu ihrem Sonnenschirm, wo ihre zwei Liegen standen. Zehn Minuten später brachte ihnen Samuel zwei exotische Drinks. Die hatten sie zwar nicht bestellt, aber sie nahmen das Geschenk gerne an.

„Alles okay?“, fragte Orlando ihn.

Samuel schüttelte mit dem Kopf. „Ich muss noch meine Schicht beenden, dann soll ich meine Sachen aus der Personalwohnung holen. Bin entlassen, mein Chef mochte es nicht, dass ich mich öffentlich mit meinem Freund gestritten habe. Noch habe ich Zugang zu den Getränken und da dachte ich mir, ich spendiere Ihnen und Ihrem Bekannten einen Drink, weil Sie so nett zu mir waren.“

„Weißt du schon, wo du hingehst?“

„Das Wetter ist schön, ich gehe in eine der illegalen Strandsiedlungen. Da bin ich schon öfter untergekommen.“

„In unserer Suite gibt es ein zweites Schlafzimmer“, hörte Orlando da Mike sagen. „Wenn du dich nicht daran störst, bei einem männlichen Paar zu leben.“

„Äh … Ich weiß nicht …“

„Keine Angst, Orlando und ich fallen nicht über dich her. Wir dienten früher bei der Navy und wir helfen Kameraden in Not.“

„Aber ich bin kein Kamerad von Ihnen.“

„Nicht in diesem Sinne, nein. Viel Spaß beim Übernachten am Strand.“ Mike setzte seine Sonnenbrille auf und legte sich auf seiner Liege zurück. Gespräch beendet, signalisierte er. Samuel knabberte unsicher an der Unterlippe.

„Sind Sie der Mann, der Orlando Pennsylvaniadeutsch beigebracht hat?“, fragte Samuel. Seine Stimme klang so hoffnungsvoll, so bedürftig nach jemandem auf der Suche, der ihm den Weg zeigte, ihn in der Welt der Engländer leitete, die nicht die seine war und die doch in Zukunft die seine sein würde, weil er zu den Ausgestoßenen gehören würde. Seine Wahl führte von seiner Gemeinde fort, seiner Familie, seinem Zuhause, von allem, was er kannte.

Orlando merkte, wie Mike sich versteifte und er verfluchte sein Sprachtalent. Hätte er nicht wie alle anderen Hotelgäste neugierig, aber naiv den Streit der beiden jungen Männer beobachten können? Und was, zum Teufel, hatte ihn veranlasst, Samuel trösten zu wollen? Orlando lag nur ein Mensch am Herzen – Mike. Ihn in Bedrängnis zu bringen, Erinnerungen hervorzurufen, war das Letzte, was Orlando im Sinn hatte. Nun konnte Orlando es nicht mehr aufhalten. Er versuchte, nach Mikes Hand zu greifen, doch sein Lover entzog sich ihm.

„Aber Ihr Name, Mike, ist nicht amish“, hörte Orlando den einsamen Jungen sagen.

Jetzt nahm Mike die Sonnenbrille wieder ab und funkelte Orlando wütend an. Dann richtete er seinen Blick auf Samuel. „Mein ursprünglicher Name lautete Daniel Hochleitner. Ich habe ihn ändern lassen, als ich zur Navy ging.“

„Sie sind ein Hochleitner?“ Samuels Stimme überschlug sich fast vor Aufregung. Mikes Herkunft gefiel ihm, denn er lächelte und rückte etwas näher an ihn heran. Dieses verlorene Schaf suchte dringend nach einem Hirten. Mikes nächster Satz, ziemlich rüde ausgesprochen, nahm ihm allerdings etwas von seiner Begeisterung.

„Ich war ein Hochleitner, jetzt bin ich ein Engländer.“

Samuel entglitten die Gesichtszüge, als würde ihm gerade erst jetzt richtig bewusst, welche Konsequenzen es hatte, nach dem Rumspringa nicht nach Hause zurückzukehren. Er bemühte sich, die Fassung nicht zu verlieren, aber eine einzelne Träne rann ihm über das Gesicht. Mikes Gesichtsausdruck wurde milder.

„Du kommst mit zu uns!“, entschied er kurzerhand für ihn. „Ich gebe der Rezeption Bescheid, dass wir einen Gast haben. Wie ist dein Nachname?“

„Mueller“, antwortete Samuel seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern.

„Also, Samuel Mueller. Du meldest dich nach Dienstschluss an der Rezeption und lässt dir eine Karte für unsere Suite aushändigen.“

„Danke!“

Mike setzte seine Sonnenbrille wieder auf, sprang von der Liege und joggte davon. Samuel schaute ihm betreten hinterher. „Störe ich euch auch wirklich nicht?“

„Nein“, sagte Orlando. Er selbst hatte es verbockt, dieser junge Mann, der gerade vor der größten Entscheidung seines Lebens stand, konnte rein gar nichts dafür. „Da ist ein Gast, der etwas bestellen möchte“, lenkte Orlando ihn ab.

„Okay, bis später.“ Und schon eilte Samuel weg.

Nachdenklich saugte Orlando an seinem Cocktail. Später nahm er sein Handy und instruierte die Rezeption. Er musste eine Stunde auf Mike warten. Als sein Lover wiederkam, sah Orlando ihm an, dass es ein rauer Ritt werden würde, einer, bei dem Orlando hinhalten musste. Orlando lächelte in hemmungsloser Vorfreude. Er mochte er hart und er mochte es auch, wenn Mike ihn nagelte. Im Lift stand Mike fast zu einer Salzsäule erstarrt da. Sein Kiefer mahlte. Kaum fiel die Tür ihrer Suite hinter ihnen zu, als Mike Orlando von den Füßen riss und sie beide hart auf dem Fußboden des Wohnraums landeten. Nach der Hitze des Strands fühlte sich die Kühle des Marmors angenehm an, nur das Hawaiihemd war eine dünne Schicht zwischen Orlandos Haut und dem Boden.

Mike knurrte und biss ihm in die Halsbeuge. Orlando neigte den Kopf noch ein bisschen mehr, lieferte sich seinem Lover völlig aus, der ihn mit einem einzigen Handkantenschlag auf den Kehlkopf hätte töten können. Mike leckte jetzt an der Haut, seine Zunge fuhr über das dargebotene Areal, das nach frischem Schweiß schmeckte und wahrscheinlich auch nach der Sonnencreme, was ihm nichts auszumachen schien, denn er war sehr, sehr eifrig. Kunststück. Sie hatten einander schon mit ihren Mündern erforscht, wenn sie tagelang nicht duschen konnten, stahlen sich Zeit füreinander in Situationen, wo Sex eigentlich unmöglich war. Sie gefährdeten niemals andere, waren nie unaufmerksam in Momenten, wo sie hätten aufmerksam sein müssen. Als Mike das erste Mal vor seinem total ungewaschenen Kameraden auf die Knie ging, hatte Orlando ihn peinlich berührt zurückhalten wollen – und ihm war selten etwas peinlich. Mike stand nicht auf dreckige Schwänze, aber er stand auf Orlandos Schwanz. Er überwand den Widerstand, legte los, spuckte aus, spülte seinen Mund mit Wasser aus seiner Trinkwasserflasche und legte er einen Blowjob hin, der Orlando fast hätte schreien lassen vor Lust. Wenn sie nicht in einer Situation gewesen wären, in der es darauf ankam, sich nicht durch laute Geräusche in Lebensgefahr zu bringen. Natürlich hatte sich Orlando revanchiert, nicht an dem Tag, nicht einmal im gleichen Monat, aber bei nächstbester Gelegenheit. Nicht zu tief einatmen und einfach anfangen, war Orlandos Devise gewesen. Lecken, spucken, ausspülen, den Mann seines Herzens um den Verstand blasen. Man durfte im Feldlager nicht zimperlich sein, wenn man sich heimlich einen Moment der Intimität stahl.

Mike knöpfte Orlandos Hemd auf und beschäftigte sich sehr ausführlich mit dessen Nippeln. Ein Teil seiner aggressiven Energie hatte sich verloren, denn er agierte nun fast zärtlich, wirkte nicht mehr so drängend.

„Ich hatte mich auf etwas mehr Schmerzen eingestellt“, stichelte Orlando und streichelte Mike liebevoll durch das blonde Stoppelhaar.

„Kannst du haben“, knurrte Mike, streifte ihm die Bermudashorts zusammen mit der Badehose mit einem Ruck ab, seine eigenen Beinkleider fielen in wenigen Sekunden und schon wurde Orlando von Mikes starken Händen herumgedreht. Orlando unterdrückte den Wunsch, seinen Hintern beflissen anzuheben.

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