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Sollbruchstelle 65

Claus von Kutzschenbach

Sollbruchstelle 65

Der schwierige Übergang ins Rentenalter - eine Erzählung

Inhalt:

Vorwort

1) Phantomschmerz

2) Übergänge

3) Ausgestoßen

4) Rache

5) Resignation

6) Reaktivierungsträume

7) Loyalität

8) Leidenschaft

9) Justierung

10) S-Kurven

11) Generationen

12) Zeit

13) Windstärke 9

14) Lernen

15) Elba

16) Zukunft

Über den Autor

Dieses Buch widme ich meiner Frau, Silvia von Kutzschenbach, und dankbar allen, die sich in diesem Buch vielleicht wiedererkennen.

Vorwort

Wie ist das, wenn man als Freiberufler plötzlich 65 wird und die offizielle Regelaltersgrenze zum Rentenbezug erreicht hat? Eigentlich nicht erwähnenswert. Leben und Arbeit gehen weiter.

Doch wenn kurz vorher ein geschäftlicher Einbruch erfolgt und ein wichtiges Ehrenamt verloren gegangen ist, kommt man ins Grübeln. Zumal man gleichzeitig von der Umwelt immer häufiger als Rentner oder älterer Herr eingestuft wird.

Da muss man durch, es gibt keinen Weg daran vorbei. Was einem in so einer Phase alles widerfahren kann, welche Gedanken unweigerlich kommen und warum manch guter Rat für die „Best Ager“ ins Leere läuft, steht in diesem Buch.

„Sollbruchstelle 65“ ist eine Selbstbeobachtung: Ich beschreibe, was ich in dieser Phase erlebt habe und meinen Versuch, diese Sollbruchstelle 65 ungebrochen hinter mich zu bringen.

Gleichzeitig befinden sich sehr viele in einer ähnlichen Situation und suchen für die Zeit 65+ noch Orientierung. Doch besonders schwer mit einer neuen Lebens-Orientierung tun sich die, die trotz großer beruflicher Erfolge in reifem Alter noch vor ihrem Rentenalter plötzlich aus ihren Organisationen ausgesondert und entsorgt werden. Bitter: Wie jetzt noch aktivierende und sinnvolle Zukunftsentwürfe finden, wenn die Lebensmitte längst überschritten ist und die nachrückende Generation Positionen besetzt und Aufgaben übernimmt, für die man sich aber selbst noch leidenschaftlich engagieren möchte, dies jedoch für immer verwehrt ist? Nicht lustig.

An diese Menschen und ihre Schicksale habe ich beim Schreiben besonders oft gedacht. Ich kenne einige von ihnen - ihre Gedanken, Gefühle und Lebensläufe.

Wie geht man denn allgemein mit solchen Einschnitten um? Wie vermeidet man, in solchen Lebensphasen und Sollbruchstellen einzuknicken, zu zerbrechen, zu verbittern oder einfach nur zu resignieren? Da muss es doch noch etwas anderes geben, das kann’s doch nicht gewesen sein …

Von diesen Überlegungen und Erkenntnissen handelt dieses Buch. Geschichten und Einsichten aus der Managementwelt gehören dazu. Geschichten, die sich so oder so ähnlich tatsächlich ereignet haben. Begebenheiten bei Kunden habe ich allerdings so verfremdet, dass sich allenfalls die Betroffenen selbst wiedererkennen. Und die guten Freunde und Gesprächspartner, die man in diesem Buch identifizieren kann, haben die entsprechenden Texte vorher gelesen und sind mit der Veröffentlichung einverstanden.

Dieses Buch zu schreiben war nicht leicht, hat mich oft gefordert und mir schließlich doch viel Freude gemacht. Viel Freude, manchen Aha-Effekt oder leises Schmunzeln wünsche ich beim Lesen nun auch Ihnen!

Claus von Kutzschenbach

Wiesbaden, Juli 2015

1) Phantomschmerz

Der Phantomschmerz trifft mich oft und heftig: Hier blitzt eine kleine Idee auf, dort sehe ich eine Chance, da könnte man ein Brett an die Wand dübeln und mit einer Öffnung im Bücherregal noch ein weiteres Gleis verlegen mit einer Kurve vor der nächsten Wand … Und wieder erscheint das Bild meiner alten blauen Märklin E-Lok aus den 50er Jahren in meinem Kopf … gebraucht gekauft strahlte sie mich einst, als ich noch ein Kind war, unter dem Weihnachts-baum an. Ich sehe sie, ich spüre ihr Gewicht aus Gusseisen, ich rieche diesen typischen Geruch (aus verbranntem Staub und Kohlebürsten oder was immer das war), höre sie über die alten Metallgleise rumpeln … und plötzlich, wenn ich ein Foto von ihr auf meinem PC-Bildschirm sehe, fühle ich einen kleinen Stich. So schön war sie, so einzigartig und nostalgisch exotisch mit ihren hierzulande nicht üblichen Bullaugen an der Seite (es war ein Modell einer niederländischen Lokomotive) und ansonsten überall schon ein wenig abgestoßen - so zuverlässig, kraftvoll und schnell zog sie den D-Zug mit den neun blechernen Schürzenwagen (internationale Schlaf- und Speisewagen, Post- und Gepäckwagen, 1.- und 2.-Klasse-Wagons - Raritäten!), die ich auf Flohmärkten zusammengekauft habe, … alles fort.

Fort und weg ist sie. Und mit Ihr weitere einundzwanzig Lokomotiven, über hundert Wagen, zig Meter Gleise, Weichen, Signale, Oberleitung, Figuren, Autos, Bäume, Häuser … All das, was ich mir in knapp sechzig Jahren zusammen gesammelt und -gekauft habe, was stets meine Fantasie beflügelt hat, was zu großartigen Eisenbahnprojekten als Kind und später mit eigenen Kindern geführt hat … weg. Verpackt in mehreren großen Koffern und Kisten, zu einem Auktionshaus gebracht und rund tausend Euro dafür bekommen - locker das Zehnfache wäre das alles wert, wenn man nur in etwa Anschaffungspreise berechnet hätte. Hat man aber nicht: Modelleisenbahn ist out, die Preise der Sammlerstücke sind erst abgebröckelt, dann rasant abgestürzt - ein Überangebot im Markt bei immer weniger Liebhabern des alten Blechspielzeugs.

Das Drama an der Sache, der wirkliche Phantomschmerz, ist allerdings die aufgegebene Hoffnung. Die Hoffnung, man könnte ja, wenn nur genügend Platz und Zeit vorhanden wäre, wieder die Eisenbahn aus den Koffern und Kisten im Keller holen, könnte kühne Brückenbaukonstruktionen ertüfteln, raffinierte Schattenbahnhöfe anlegen, ein einfaches Blocksystem mit Magneten berechnen, Landschaften bauen, könnte sich satt sehen an der Modell-Idylle und -Illusion in H0, könnte Züge fahren lassen und ein wenig und versinken in einer romantischen, selbst geschaffenen Miniatur-Spielwelt … Diese Hoffnung ist passé. – Hoppla, ich bin doch längst erwachsen, beruflich reichlich eingespannt, habe doch dafür überhaupt keine Zeit?!

Doch der Phantomschmerz überfällt mich ohne Vorwarnung: Wenn ich Gleise sehe, ein leer stehendes Geschäft (wie viel Platz hätte man da für eine Eisenbahnanlage), oder wenn eben plötzlich aus der unerfindlichen Tiefe meines PC ein Foto meiner blauen, gusseisernen Märklin-E-Lok aus den 50er Jahren auftaucht …

Aufgegebene Hoffnung: Nicht den tatsächlichen Aufbau oder das Spielen mit der Modelleisenbahn vermisse ich, sondern die Hoffnung, das in meinem Leben mit diesen Sammler-Schätzen noch einmal wieder tun zu können.

Dazu muss man wissen, dass dieses Eisenbahnthema mit der blauen E-Lok (und anderen) mein bisheriges Leben lang im Hintergrund völlig magnetisiert hat. Wenn für den Eisenbahn-Aufbau weder Zeit, noch Platz noch andere operative Hoffnungen waren, zeichnete ich ersatzweise Eisenbahnpläne. Es galt, romantische Vorstellungen von Landschaften und Eisenbahn mit real existierenden Räumen und möblierter Einrichtung zumindest planerisch zu realisieren und gleichzeitig stets die Gesetze der Gleisgeometrie und ihrer Radien zu befolgen, notwendige Steigungswinkel für Überführungen oder Tunnelprofile zu beachten. Das konnte mich stundenlang beschäftigen, es lenkte von vielem ab. Während meines Studiums, dann auch später in meinem Leben als Angestellter immer wieder - und ja: Die alte Schablone für das Planen einer Anlage mit Märklin-Metallgleisen, die habe ich noch. Die habe ich nicht weg gegeben. Ebenso wenig wie einige Blöcke Millimeterpapier für Pläne. Warum habe ich gerade die noch behalten? Ein Fünkchen von Doch-noch-Hoffnung? Dumm.

Und dadurch wurde das ganze Drama ausgelöst: Umzug in unsere vermutlich letzte und erste eigene Wohnung. Sie nimmt die ganze Fläche einer ehemaligen Büroetage ein, ist schön, hell für zwei Personen großzügig geschnitten - und mein Arbeitszimmer dort hat eine durchgehende (Büro)-Fensterfront, ist aufgeräumt, quadratisch, praktisch, gut und nur mit dem Nötigsten möbliert. Es lässt sich konzentriert darin arbeiten und bietet Raum für intensive Beratungsgespräche mit Kunden.

Weil das so ist und auch so bleiben soll, gibt es in dieser Wohnung keine Chance mehr, Eisenbahnphantastereien auszuleben. Im Keller ist nicht einmal mehr Platz für die Eisenbahnkisten und -Koffer. Und überhaupt: Als Freiberufler, der nach wie vor aktiv Kunden beraten und Geld verdienen will, ist so ein Energie- und zeitraubendes Hobby wie der Aufbau und der Betrieb einer Modelleisenbahn sowieso völlig daneben. Und überdies: Eine große Anlage zerstört sich schon während des Wachstums bald selbst durch Staub und Kurzschlüsse, die im üppig wuchernden Wirrwarr verschiedener Drähte unter der Anlage immer schwieriger zu orten sind. Und außerdem: Das lange gebückte Stehen oder Kauern beim Aufbau einer Anlage hat früher schon mal Rückenschmerzen bereitet, die Mikro-Arbeit beim Zusammensetzen von Kleinstteilen geht nur mit vollkommener Nahsicht und ruhiger Hand. Das alles wird nicht besser werden. Meine Entscheidung war wohl überlegt: Weg mit der Eisenbahn.

Meine Frau hatte noch weise den Kopf geschüttelt und gemeint, ich könne doch um Gotteswillen die Eisenbahn behalten. Nein. Ich wollte mich bewusst vom Ballast und der Romantik der Vergangenheit befreien. Loslassen, um nun einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Und das habe ich nun davon: Phantomschmerz.

Nun ist ja Loslassen an sich für mich weder neu noch schmerzlich. Im Gegenteil: Ich lasse gern Dinge und Erfahrungen hinter mir zurück, bin offen und freue mich mit kaum spürbarem Bangen auf Neues. Neue Eindrücke, Umgebungen, Beziehungen, Eroberungen (auch Reinfälle - ja!) und weiß Gott was noch alles. Ich bin im Inneren neugierig und gewöhne mich schnell ein, kann mich anpassen - denke ich zumindest.

Immerhin sprechen die Fakten dafür: gut ein Dutzend Mal weiträumig und deutschinterkulturell umgezogen zwischen Alpenrand und Schleswig-Holstein, Karriere in sechs verschiedenen Unternehmen gemacht, seit zwanzig Jahren Managementberater und -Trainer mit allen Aufs und Abs eines freiberuflich agierenden Einzelkämpfers, am Ende dann auch noch vier Jahre Präsident meines Berufsverbandes und vor meiner dritten Amtszeit abgewählt (viel richtig gemacht, aber kein Gespür für Vereinsbefindlichkeiten). Ja, manchmal will ich es gegen guten Rat auch mal darauf ankommen lassen, will es wissen - auch vor dem Risiko der Niederlage: Das schreckt mich nicht, ich klammere nicht, kann loslassen, trauere guten alten Zeiten nicht nach.

Aber offenbar nicht in allem. Einschneidend in meinem bisherigen Leben war der Verzicht auf Volleyball, andere Mannschaftssportarten und Joggen - rauf und runter über Waldwege auf dem Taunuskamm. Das alles hatte ich nicht unbedingt professionell, aber leidenschaftlich betrieben. Doch meine Knie machen das seit einigen Jahren nicht mehr mit. Dieser Verzicht war und ist heftig. Ein deutlicher Verlust an Lebensqualität. Vielleicht auch da ein kleiner Phantomschmerz? Immer dann, wenn so ein Volley- oder Basketball in meine Nähe kullert dann wollen einige Reflexe mit Lust und spontaner Leidenschaft voll ausgelebt werden.

Und dazu noch drei aktuelle Alltagsbegebenheiten in dichter Folge, die ich mit schrägem Grinsen weitererzähle, damit im Freundeskreis allerdings oft Bestürzung auslöse, teilweise wohl auch Mitleid:

Begebenheit Nummer eins: Ich entere einen Stadtbus, einigermaßen voll, und eine hübsche junge Frau, vermutlich morgenländischer Herkunft, steht auf und bietet mir mit einem respektvollen Lächeln ihren Sitzplatz an …

Begebenheit Nummer zwei: Ich habe es an einer Ladenkasse sichtlich eilig und höre von der Kassiererin mittleren Alters und ausladender Leibesfülle hinter dem Fließband an der Kasse eingezwängt im breiten Hessisch: „Ja, die Rentner, die ham immer ka Zeit, die Rentner“.

Begebenheit Nummer drei: Hab’ ich vergessen (sorry), da war irgendetwas mit einem langen Schuhlöffel, und dass man sich im Alter auch nicht mehr so tief bücken will …

Ja super!

Es ist ja schließlich doch ein Unterschied, ob man freiwillig loslässt, weil man etwas Besseres vorhat, weil man etwas bewusst riskiert, weil man andere Ziele, andere Erfahrungen machen, ein neues Leben (oder so) beginnen will, oder ob man plötzlich losgelassen wird und irgendwo aufschlägt, wo man nach bisheriger Lebensauffassung und aktueller Gefühlslage nun wirklich nicht hingehört (besser: noch nicht hingehören will): Im Seniorenstatus.

Schon melden sich die Oberschlauen und auch der Oberschlaue in mir: Pfeif drauf, finde Dich damit ab, hänge da nicht ’rum, suche Dir neue Ziele, finde dein „neues Zeit-Alter“ und finde heraus, „warum es gut ist, dass wir immer älter werden“ (so Lothar Seiwerts Buch), lass’ es zu, spüre in dich hinein, lass’ dich erleuchten, folge deiner Bestimmung, das Universum führt dich (O-Ton meiner Lieblings-Esoterikerin). Tenor von alledem: Das Leben sei in jeder Phase lebenswert und begeisternd.

Jau. Sehe ich genauso. Theoretisch.

Habe ich bisher auch immer gekonnt. Das Neue war jedes Mal attraktiv, hatte viel mehr Zugkraft war viel mehr sexy als das Bisherige. Man kann nur dazu gewinnen. Ja, diese Erfahrung habe ich fröhlich und mehrfach gemacht.

Ach, apropos sexy: Da schleicht sich ja neuerdings so eine unbewusste, lästige, melancholisch stimmende Gewissheit bei mir ein, dass man für attraktive weibliche Wesen im gebärfähigen Alter kaum noch begehrenswert sei. Dass die eine oder andere erträumte Romanze schon im Ansatz nicht mehr zu Träumen verleitet, wenn man im Bus von ebendiesen Wesen mitleidig einen Platz angeboten bekommt. Was sagt man nur dazu, wie wird mann damit fertig?

Und bei all diesen Betrachtungen nicht den Phantomschmerz vergessen, der sich nach meiner immerhin ureigenen, freien Eisenbahn-Entscheidung entwickelt hat. Eine für mich nun völlig neue Erfahrung.

Was macht man nun damit?

2) Übergänge

Was haben wir bis jetzt: Phantomschmerz wegen des Abstoßens von Kinderspielzeug, kein Mannschaftssport mehr wegen kaputter Knie, die bittere Erkenntnis, dass mann eher als sitzbedürftiger Rentner denn als potenzieller Liebhaber taxiert wird und die Ahnung, dass sich Perspektiven mit zunehmender Lebensdauer spürbar verdichten (vorsichtig ausgedrückt). Mein Handlungs- und Hoffnungsspektrum ist definitiv ärmer geworden. So läppisch der Eisenbahn-Phantomschmerz erscheinen mag, gerade dieses harmlose Beispiel zeigt die Dramatik einer bewussten und endgültigen(!) Aufgabe kleiner, persönlicher Möglichkeiten und Sehnsüchte.

Oder täusche ich mich? Ich bin jetzt Mitte sechzig, habe vier Enkel, familiär läuft alles bemerkenswert gut. Ich bin gesund, stressstabil, einigermaßen fit und habe nach wie vor beruflich Erfolg. Im beruflichen Einsatz bin ich sogar besser als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren, heute agiere ich sicherer und souveräner und erziele mehr Erfolg für meine Kunden - mehr Erfahrung.

Allerdings, mit Mitte sechzig, im Alter von 65 Jahren und sechs Monaten, um ganz genau zu sein, bin ich jetzt unvermeidlich auf der traditionellen Sollbruchstelle zwischen Arbeitsleben und Ruhestand aufgeschlagen. Ob man nun will oder nicht, da wird man ein wenig nachdenklich. Und auch, wenn man selbst solche Themen wie Ruhestand oder Rente gar nicht aktiv denkt, weil man doch noch heftig im Geschirr steht, man wird gedacht: Rentenantrag, Auszahlung fälliger Versicherungen, Fragen anderer, ob man noch berufstätig sei, Platz im Bus … aber ich wiederhole mich.

Doch dann kam in diesem Sommer meines 65. Geburtstages noch etwas ganz Wichtiges dazu: Ich habe die Sportbootführerscheine „Binnen“ und „See“ gemacht. Eine vorher nicht einmal ansatzweise geahnte Erweiterung von Lebensqualität. Denn bisher haben wir den Rhein, den Lago Maggiore, die Ostsee und andere schöne Gewässer nur im Zweierkajak befahren und waren in der Karibik als Mitsegler an Bord - es waren und sind wunderschöne, faszinierende Erlebnisse. Aber: Mit diesen Bootsscheinen könnte ich ja selbst als Skipper ein Motorboot mieten oder in warmen, südlichen Meeren eine Segelyacht chartern (die letzte dazu notwendige Befähigung, der SKS, der Sportküstenschifferschein, ist, während ich das schreibe, in Arbeit). Wahnsinn!

Also, wozu lange grübeln: Nach meiner Abwahl als Vereinspräsident Ende Mai habe ich die frei gewordene Zeit schnell genutzt, um für meine Motorbootprüfungen über Leuchtfeuern und Betonnung, Lichterführung, Verkehrsregeln Binnen und See, Schallsignalen und Navigation zu brüten. Eine neue, faszinierende Welt tat sich auf. Und Silvia, meine Frau und Ko-Paddlerin bei allen Kajakfahrten, fand das eine geniale Idee - natürlich nicht ganz uneigennützig.

Ja, das leistete ich mir. Und es war gut. Nach anfangs labilen und gewittrigen Sommertagen stabilisierte sich 2014 das Wetter im August und September und dann kamen warme und angenehme Spätsommertage, wie ich sie zuvor noch nie erlebt habe: Auf dem Wasser und am Hafen sein, mehr Bootsfahrstunden als nötig auf dem Rhein buchen, für die nächste Prüfung büffeln und mich einfach treiben lassen.

Was für ein Hochgefühl, nach der ersten Prüfung selbst ein Motorboot zu chartern und damit völlig unbeschwert auf dem Rhein zu fahren! Mal gemütlich diese Bucht anzusteuern, dort mal in schneller Gleitfahrt Fahrtwind und Wellengischt zu spüren und diese wirklich einzigartige Landschaft des Rheingau, mit dem breiten Strom, den Rheininseln, den grünen, sanft geschwungenen Weinbergen, Wasser, Wellen und den harmlos darüber vorbeiziehenden Kumuluswolken regelrecht in mich aufzusaugen (bislang kannten wir das ja nur aus der Paddlerperspektive mit gemächlichem Paddlertempo). Zu staunen und dankbar zu sein, dass so etwas in meinem Leben, fast direkt vor meiner Haustür, überhaupt noch möglich geworden ist. Und dann auch mal Frau und Freunde mit zu nehmen. Am Ende gab’s sogar noch eine Steigerung: Kurzer Urlaub Ende September am Lago Maggiore - vier Tag im Kajak, zwei im Motorboot (mit ganz anderen Reichweiten und Möglichkeiten) in einer traumhaften Umgebung. Herrlich! Ungeahnte Freiheiten, berauschendes neues Lebensgefühl.

Leises Entsetzen jedoch bei Silvia, als wir in diesen unbeschwerten Sommertagen eines Abends zufällig zeitgleich vor unserer Wohnung eintrafen und später mit einem Glas Wein auf dem Balkon den restlichen Tag genießen sollten. Sie: „Du bist ja ein echter Freizeit-Heini geworden“. Mag sein: Ich kam sonnverbrannt, fünf Tage lang nicht rasiert, den wasserdichten Bootssack (Bootsschuhe, Handtuch, kleiner Pfeifenbeutel, Wasserflasche, Führerschein …) über der Schulter mit etwas Seegang in den Beinen gerade vom Schiersteiner Hafen. Sie dagegen rollte in ihrem offenen roten SLK heran, abgekämpft, aber immer noch top zurecht gemacht, nach einem vollen Tag konzentrierter Arbeit als Kosmetikerin und Heilpraktikerin in ihrem Institut in Wiesbadens nobler Wilhelmstraße.

Ja. Freizeit-Heini. Ich genoss es. Und wie. Ich war (bin!) ja sogar insgeheim richtig stolz auf diesen Titel! Meine Frau dagegen befürchtete, ich würde nun völlig abdriften, in diese Freizeit-, Hafen- und Bootswelt.

Vorübergehend vielleicht. Aber nur deshalb, weil es im Moment beruflich wirklich nichts anderes für mich zu tun gab und für den Herbst ja bereits Workshops und Seminare gebucht waren. Und lange hielt ich dieses Freizeit-Heini-Leben dann doch nicht aus: Ich schaute bald wieder in die Fachliteratur, checkte Kundenunter-lagen, bereitete mich langsam wieder für Aufträge im Herbst vor.

Ich weiß, dass ich meinen Freizeit-Heini in diesem Sommer nur deshalb so ausleben konnte, weil es tatsächlich eine kleine berufliche Pause zwischendrin gab. Eine kleine Auszeit zwischen verschiedenen Einsätzen für Kunden. Es hat sich halt so ergeben. So ein Leben als Dauerzustand würde ich sicher bald als fad empfinden, der Zauber wäre schnell dahin.

Andererseits: Vor einigen Jahren hätte ich mir den Freizeit-Heini noch nicht so entspannt gegeben. Da wäre ich viel eher nervös geworden, hätte viel schneller ein schlechtes Gewissen bekommen und mich schon viel früher wieder beruflichen Fragen gewidmet - oder mich als ehrenamtlicher Präsident mit den endlos vielen und wichtigen Anliegen von Vereinsmitgliedern befasst. - Das leise Entsetzen meiner Frau beim Anblick eines mit ihr verheirateten plötzlich auftauchenden Freizeit-Heini kann ich nachempfinden. Irgendetwas hat sich dann doch wohl ein wenig geändert.

Und dennoch …

Dennoch kommen wieder so merkwürdige Gedanken: Wie lange werde ich noch genügend Geld verdienen, um hier und dort mal ein Boot zu chartern? Wie lange würde ich mit meinen porösen Knieknorpeln ein schwankendes Bootsdeck in jeder Situation sicher abfedern können? Und sollte ich nicht eigentlich viel mehr dafür tun, neue Kunden zu gewinnen und mich beruflich weiter zu bilden? - Denn so erfolgreich meine Arbeit auch ist, es ist schwieriger geworden, neue Aufträge zu gewinnen, wenn bisherige wegen Firmenverkäufen oder personellen Wechseln bei Auftraggebern verloren gehen. Keine Frage, der Markt ändert sich, die Zeit läuft …

Ich bin aber noch lange nicht so weit, die Dinge einfach kommen zu lassen und das sogar zu genießen.

Im Gegenteil: Mich beschleicht jetzt ein ungutes Gefühl, wenn zwischen Kundenaufträgen mal wenig zu tun ist, mich Passanten bei Stadtgängen als Rentner einstufen und ich bei langen einsamen Waldwanderungen an einem Werktagvormittag oben im Taunus hin und wieder anderen einsamen Männern im Rentenalter rüstig ausschreitend mit freundlich-knappem Gruß begegne. Das war vor wenigen Jahren noch nicht so.

Was passiert da eigentlich?

Wahrscheinlich - nein: ziemlich sicher - bin ich in dieser Lebens- und Gefühlslage nicht allein. Es gibt bestimmt sehr viele (fast alle?), die beim Übergang ins klassische Rentenalter mindestens ins Grübeln kommen.

Mal gegoogelt: „Rentenalter + Befindlichkeit“. Das Ergebnis ist nicht besonders brauchbar. Es finden sich jede Menge Einträge zum Thema Rente an sich, soziale Programme und Angebote/Tätigkeitsberichte von Senioren-Gruppierungen, Foren für ehren-amtlichen Einsatz rüstiger Rentner und Ex-Manager - und natürlich auch die üblichen Gebrauchsanweisungen selbsternannter Gurus und Menschenversteher(innen) mit ihren seichten Lebensbewältigungstipps. Unglaublich, wer sich da wie äußert - in meinen Augen sind es oft sogar gescheiterte (jüngere) Existenzen, die anderen die Welt erklären wollen - ich habe einige davon kennen gelernt; da kann man nur schleunigst auf Distanz gehen. Was ist das nur für ein Trieb, ständig wissen zu können/müssen, was für andere gut ist …?

Da verlasse ich mich lieber auf eigene Beobachtungen und Berichte.

Zum Beispiel dieses Erlebnis: Einem Manager in einem großen norddeutschen Industrieunternehmen wurde nahegelegt, sich doch bei nächster Gelegenheit um einen vorzeitigen Ruhestand zu bemühen. Die Geschäftsleitung war ein Jahr zuvor neu besetzt worden und der neue Geschäftsführer hatte vom Start weg kleinere Wirbel-stürme entfacht. Einer davon hatte mich gleich zu Beginn regelrecht weg geblasen: „Sie werden verstehen, dass ich meine eigenen Berater und Trainer habe, und Ihre Dienste nicht mehr in Anspruch nehme,“ hatte er unser Kennenlern-Gespräch schließlich beendet. Nun ja, wenigstens eine klare Ansage. Die ihn allerdings nicht davon abhielt, mich nach meiner Meinung zu dieser oder jener Führungspersonalie seines Unternehmens zu befragen, als wir uns kurze Zeit später zufällig bei einem Kongress begegneten. Ihm deswegen eine Rechnung zu stellen, war mir dann doch zu blöd …

Jedenfalls war ein Jahr später auch jener Manager draußen, für den und für dessen Team ich seit vielen Jahren nicht oft, aber regelmäßig Trainings und Workshops durchgeführt hatte. Nur wenige Wochen nach seinem Ausscheiden, verabredeten wir ein Treffen in einem Café an seinem Wohnort. Ich hatte in der Nähe zu tun und wollte doch wissen, wie es ihm nach den ersten Wochen als Ruheständler geht.

So mittelprächtig. Wir arbeiteten zunächst die weitere Entwicklung in seiner ehemaligen Arbeitsstätte ab - inklusive der Aktivitäten des neuen Chefs und den diversen Entwicklungen seiner früheren Abteilungsleiter, wobei er sichtlich um Fairness und Loyalität seinem Ex-Arbeitgeber gegenüber bemüht war. Und sonst? Geht schon, meinte er. Der Vorschlag für den vorgezogenen Ruhestand, dem er schließlich gefolgt sei, hätte ihn schon ein wenig getroffen damals. Aber inzwischen … Und dann kam etwas, was mich sehr verblüffte: „Am meisten vermisse ich, dass ich keinen SAP-Zugang mehr habe …“ Hoppla? Was will er denn mit dem SAP-Zugang? Das, was damit dargestellt wird, sind doch betriebliche Interna, die ihn jetzt nichts mehr angehen, mit denen er nun wirklich nichts mehr anfangen konnte? Er: Naja, irgendwie wäre mir halt wohler, wenn ich wüsste, wie sich dieses oder jenes entwickelt. Er habe ja da täglich mehrmals nachgesehen und dann …

Diese kleine SAP-Bemerkung verriet mehr, als er mir sagen wollte. Wir beließen es aber dabei. Im weiteren Gespräch stellte er mir für seine weitere Zukunft eine Beratertätigkeit auf seinem Spezial-gebiet vor, was aber schwierig sei, denn dazu müsse er noch Lehrgänge besuchen und eine Prüfung machen und zudem dürfe er bis zur eigentlichen Rente nichts dazu verdienen. Eine Lehrtätigkeit sei ihm auch noch angetragen worden und im übrigen versuche er, sein Leben neu einzurichten. Besonders euphorisch klang das nicht. 31 Jahre seines Lebens war dieses Unternehmen sein Leben. Er hatte realistischer weise wenig Hoffnung, noch einmal etwas ähnlich Gewichtiges neu aufbauen zu können. Mal sehen …

Sprung in eine ganz andere Welt: ein Klassentreffen mit Gleichaltrigen in dem Ort, in dem ich aufgewachsen und vor knapp sechzig Jahren eingeschult worden bin, ein idyllisches Bilderbuchdorf direkt vor den Alpen. Die meisten meiner ehemaligen Mitschüler sind dort tief verwurzelt, die Mitschülerinnen von einst leben heiratsbedingt in der Region verstreut.

Das Klassentreffen sollte in der Kirche mit einer Hl. Messe für uns beginnen. Ich war gespannt und freute mich, diese Kirche wieder zu sehen: Wie oft hatte ich darin als kleiner Bub ministriert, die Liturgie natürlich noch in Latein, Weihrauch und Weihwasser, barocker Altar, Säulen, Bilder und Heilige. Zu Beerdigungen gab es für die Ministranten 25 Pfennige und die ersten Stunden schulfrei (Beerdigungen fanden immer am Vormittag an Werktagen statt). Und jetzt: Es war noch alles wie damals. Fast. Denn die Messdiener waren keine kleinen Buben mehr, sondern pubertierende Mädchen, hin und wieder mit Kicheranfällen, und der Pfarrer hielt seine Messe in Deutsch. Schade - der Zauber war dahin. Oder: Viel, viel Zeit ist seither vergangen. Ich bin wohl seit Kinder- und Jugendtagen nicht mehr in einer Hl. Messe gewesen.

Dann im Wirtshaus. Was erzählen die Männer: Der eine hat mit sechzig nochmal gebaut, seine Zimmerei jetzt aber an den Sohn übergeben und springt da noch gelegentlich ein. Der andere erzählt stolz von einem ganz neu angeschafften Melkroboter für seine Kühe, andere haben ihre Bauernhöfe und Kleinunternehmen bereits an die Söhne übergeben, helfen aber natürlich weiter mit, wenn es sein muss (und das muss es wohl häufig) und versuchen nebenbei, die Enkel zu zähmen. Wieder ein anderer ist Lkw-Fahrer in Rente und ist da, wenn er gebraucht wird (noch oft). Ein weiterer schließlich ist selbständig, allerdings auf einem ganz anderen Gebiet als ich und weiterhin beruflich aktiv. Er mokiert sich heftig über die, die mit 65 in Rente gehen und dann nur noch fernsehen.

„Naja“, meinte ich, „wenn Du Dein Leben nur in Käfighaltung verbracht hast, kannst mit Freiheit auch nicht viel anfangen - da hast als Selbständiger leicht reden …“

Insgesamt aber scheinen sich meine Klassenkameraden, männlich, keine allzu großen Gedanken zu machen: Jetzt sind sie eben würdige Großväter mit grauen Vollbärten, Austragbauern, die ihren Hof den Söhnen überlassen haben und nun nebenan in einem eigenen klein en Häuschen wohnen, stolz und gelassen in ihren Trachtenjankern beim Klassentreffen des Volksschuljahrganges 1955. Tief in der malerischen Heimat vor den Bergen verwurzelt. Die Familie eines Klassenkameraden, der jeden Tag gut eine Stunde zur Schule und wieder zurück gehen musste, besitzt ihren Bauernhof auf der Höhe schon seit dem 15. Jahrhundert. Sein Job ist, diesen weiter zu führen und an die nächste Generation zu übergeben. Das hat er schon mal geschafft.

Die Lebensübergänge bei den Klassenkameradinnen von ehedem erscheinen fließender. Sie sind oft mit noch älteren Männern verheiratet, viele haben nur für die Familie gelebt, waren außer auf dem eigenen Betrieb mithelfend nicht berufstätig und erleben nun, dass „da Mo jetzt dahoam is“. Der „Mann daheim“ entlastet erfreulicherweise bei diesen oder jenen grobmotorischen Arbeiten rund ums Haus, fällt aber dann allmählich schon ein wenig zur Last, weil er dauernd irgendwo herumsitzt oder sonst wie im Weg steht und gewohnte Abläufe mit eigenen Ideen durcheinanderbringt. Er erfordert doch ein wenig Rücksichtnahme und zeigt dann schon einmal dieses oder jenes Zipperlein.

Tiefergehende Gespräche über die derzeitige Befindlichkeit meiner Altersgenossen und -innen aus der fernen Kinderzeit schienen mir bei diesem Wiedersehen nach Jahrzehnten wenig angebracht. Einige von damals waren auch schon gestorben (nach der gemeinsamen Klassentreff-Messe besuchten wir deren Gräber auf dem Friedhof hinter der Kirche).

Wie es mir so erginge? Meine Äußerung, selbstverständlich noch deutschlandweit (auch in Österreich und in der Schweiz) beruflich aktiv zu sein, wurde mit vorsichtigem Respekt abgenickt, aber nicht weiter kommentiert. Dazu war ich den anderen trotz herzlicher und fast rührender (Wieder-)Aufnahme in diesen Kreis samt ehemaliger Klassenlehrerin (betagt, aber topfit) doch zu fremd geworden. Ob ich denn nicht wieder zurückkehren wollte? Hmmm. Dieses Dorf und diese Berge haben mich ja sofort wieder in ihren Bann gezogen. Eine einzigartige Idylle und deswegen auch gern als Kulisse für Heimatfilme in den 50er Jahren und heute für TV-Filme genutzt. Aber dann winkte ich ab. Es war ein schönes, aber ein anderes Leben. Heute für mich nicht mehr vorstellbar. Zuviel Idylle. Und schon damals wollte ich ja insgeheim immer schon weg, ein Leben mit einer anderen Taktung finden. Da half auch nicht, dass mir jetzt eine meiner Klassenkameradinnen von ehedem mit ihren 66 Jahren kichernd gestand, sie hätte mich damals ein wenig „o’gspunna“, wäre kindlich in mich verknallt, wäre damals ein Fan von mir gewesen. Da wurde mir doch unversehens warm ums Herz, Lebenstaktung und sporadische Altersmelancholie hin oder her … - Ja, es war schön. Sehr schön. Damals und jetzt wieder. Danke Euch!

Aber vorbei.

Also, was läuft? Wie bewältigen die, die weniger im traditionsreichen ländlichen Leben verwurzelt sind als meine ehemaligen Klassenkameraden, den Übergang in den neuen Lebensabschnitt, in dem man einfach nicht mehr so gebraucht wird wie die vierzig Jahre zuvor?

Vielleicht sogar ganz gut. Der Begriff der „Käfighaltung“ fällt mir wieder ein, und ich höre Erzählungen von Rentnern und Pensionären, die auf ihren neuen Lebensabschnitt regelrecht hingearbeitet und ihn erleichtert begonnen haben. Friedlich, verträglich und mit sich im reinen. Endlich nicht mehr in diesem Laufrad, nicht mehr einem fremden Zeit- und Schaffensdiktat unterworfen, sondern einem eigenen Rhythmus folgend, der sich bald eingependelt hat. Morgens etwas länger schlafen, vielleicht auch mittags noch ein Schläfchen, gemütlich die Frau zum Einkaufen begleitet oder allein mit Einkaufszettel und -tasche losgeschickt, früher am Tag ein Gläschen Bier oder Wein. Ein harmloses Hobby extensiver betrieben - die einzigen Termine sind die bei verschiedenen Ärzten. Dann natürlich auch ausgedehnte Reisen, von denen man erzählen kann (und die leise Enttäuschung darüber, dass andere im ebenso gealterten ...

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