Logo weiterlesen.de
So weit die Hoffnung trägt

Über den Autor

Richard Paul Evans ist der preisgekrönte Autor von bislang zwanzig Romanen, die in mehr als fünfundzwanzig Sprachen übersetzt und zum Teil fürs Fernsehen verfilmt wurden. Die The-Walk-Reihe um den Reisenden Alan Christoffersen liegt Evans jedoch ganz besonders am Herzen. Er lebt mit seiner Frau Keri und ihren fünf Kindern in Salt Lake City, Utah.

RICHARD PAUL EVANS

So weit die
Hoffnung trägt

ROMAN

Aus dem amerikanischen Englisch
von Veronika Dünninger

BASTEI ENTERTAINMENT

Prolog

Gestern Nacht hatte ich einen Traum, in dem McKale mir erschienen ist.

»Wo bist du?«, fragte sie.

»South Dakota«, antwortete ich.

Sie starrte mich an, ohne etwas zu sagen, und ich begriff, dass sie nicht meinen Aufenthaltsort meinte.

»Ich weiß nicht«, sagte ich.

»Geh weiter«, sagte sie. »Bleib einfach nicht stehen.«

ALAN CHRISTOFFERSENS TAGEBUCH

Vor ein paar Jahren ging ich einmal in Seattle durch ein Einkaufszentrum. Eine Frau, die an einem Kiosk verbilligte Flugtickets verhökerte, rief mir zu: »Sir, wenn Sie eine Minute Zeit haben, kann ich Ihnen helfen, fast die Hälfte bei Ihrer Reise zu sparen!«

»Danke«, erwiderte ich höflich, »aber ich bin wirklich nicht interessiert.«

Sie fuhr unbeirrt fort: »Wenn Sie an einen beliebigen Ort auf der Welt fahren könnten, wohin würden Sie fahren?«

Ich blieb stehen und sah sie an. »Nach Hause.« Ich wandte mich ab und ging weiter.

Ich nehme an, ich bin so ziemlich der Letzte, von dem man erwarten würde, dass er das Land zu Fuß durchquert. Ich war noch nie jemand, der, wie Steinbeck schreibt, besessen war von »dem Drang, irgendwo anders zu sein.«

Das soll nicht heißen, dass ich keine Reisen unternommen hätte. Ich bin mehr als genug gereist, und ich habe die Stempel in meinem Pass, um es zu beweisen. Ich habe die Chinesische Mauer gesehen, die Eremitage in Russland und die römischen Katakomben. Ehrlich gesagt waren diese ganzen Reisen nicht meine Idee. Meine Frau, McKale, wollte die Welt sehen, und ich wollte sie glücklich sehen. Um genau zu sein, wollte ich nur bei ihr sein, daher bin ich mitgefahren. Die fremden Örtlichkeiten waren nur verschiedene Hintergründe für mein Bild von ihr.

Sie. Ich vermisse sie jeden Tag. Ich bin vielleicht ein heimlicher Stubenhocker, aber das Leben hat mich gelehrt, dass mein Zuhause nie eine Stube war. Mein Zuhause war sie. An dem Tag, an dem McKale starb, verlor ich mein Zuhause.

Bis zu dem Augenblick, als ich McKale verlor, hatte ich mein Leben als Lügner gelebt. Das sage ich nicht nur, weil ich in der Werbung war (auch wenn ich dadurch als professioneller Lügner gelten könnte). Ironischerweise war ich aufreibend ehrlich in unwichtigen Dingen. Zum Beispiel bin ich einmal in ein McDonald’s gegangen, um zehn Cents zurückzugeben, als mir das Mädchen am Drive-in-Fenster zu viel Wechselgeld herausgegeben hatte. Doch bei den Dingen mit den größten Konsequenzen habe ich mir etwas vorgemacht. Ich sagte mir, McKale und ich würden zusammen sein, bis wir alt und grau wären – dass uns irgendwie eine bestimmte Lebensspanne garantiert war, bevor unsere Zeit ablief, wie bei Milchpackungen. Vielleicht ist ein gewisses Maß an Selbstbetrug notwendig, um den Tag zu überstehen. Aber egal, was wir uns einreden, es ändert nichts an der Wahrheit: Unser Leben ist auf Sand gebaut.

Für diejenigen von Ihnen, die auf meinem Weg erst jetzt zu mir stoßen: Meine Ehefrau McKale, meine Sandkastenliebe, brach sich bei einem Reitunfall die Wirbelsäule, sodass sie von der Hüfte abwärts gelähmt war. Vier Wochen später starb sie an den Komplikationen infolge des Unfalls. In ihren letzten Tagen, während ich mich um sie kümmerte, stahl mir mein Partner, Kyle Craig, meine Firma, und meine so sicher geglaubte bürgerliche Existenz brach in sich zusammen. Mein Haus wurde unter Zwangsvollstreckung gestellt und meine Wagen von der Leasingfirma wieder in Besitz genommen.

Nachdem ich meine Frau, meine Firma, mein Haus und meine Autos verloren hatte, spielte ich mit dem Gedanken, mir das Leben zu nehmen. Aber stattdessen packte ich ein paar Sachen, sagte Seattle Lebewohl und machte mich auf den Weg zu dem am weitesten entfernten Punkt auf meiner Karte, der zu Fuß erreichbar war: Key West, Florida.

Ich nehme an, wenn ich absolut aufrichtig zu mir wäre (was ich, wie ich bereits festgehalten habe, nicht bin), dann müsste ich zugeben, dass es mir nicht wirklich um Florida geht. Key West ist mir ebenso fremd wie all die anderen Städte, durch die ich auf meinem Weg gekommen bin. Ich bin auf dem Weg, um zu finden, was das Leben noch bereithalten könnte. Ich suche nach Hoffnung: dass das Leben vielleicht doch noch lebenswert ist und ich endlich akzeptieren lerne, was ich verloren habe.

Vielleicht gilt das für uns alle. Ich bin gewiss nicht der Einzige, der hofft, eine solche Gnade zu finden. Auf meiner Reise habe ich noch andere getroffen. Wie zum Beispiel jenen älteren Polen in Mitchell, South Dakota, der mich bei sich aufnahm; eine junge Mutter, bei der ich in Sidney, Iowa, übernachtete; den alten Mann, dem ich in Hannibal begegnete, der auf der Suche nach seiner Frau über Friedhöfe streifte; und die Frau, die ich traf, als ich mein Hotel in Custer, South Dakota, verließ. Dies ist auch ihre Geschichte, nicht nur die meine.

Noch einmal, willkommen auf meinem Weg.

Erstes Kapitel

Man kann nie wissen,
was eine neue Straße bringen wird.

ALAN CHRISTOFFERSENS TAGEBUCH

Custer, South Dakota, ist eine schmucke kleine Stadt voller Touristen, in der Nähe des Mount Rushmore und des Crazy Horse Memorial. Ich verbrachte zwei Tage in Custer, um mich nach einer langen und emotional anstrengenden Wegstrecke durch den Osten Wyomings zu erholen. Am Sonntag war ich bereit, meine Reise fortzusetzen. Es war ein kühler Maimorgen, und ich stand im Morgengrauen auf, duschte und rasierte mich. Der Luxus meiner zeitweiligen Umgebung war mir nicht entgangen. In den kommenden Wochen, die mich durch das kahle Ödland von South Dakota führen würden, würde ich ohne ein weiches Bett und warmes Wasser auskommen müssen.

Ich breitete meinen Straßenatlas auf dem Bett aus und studierte ihn ein paar Minuten, während ich mit dem Finger verschiedene Wege nachzog. Dann, sobald ich mich für eine Route entschieden hatte, markierte ich sie mit einem Stift. Mein nächstes Ziel war 1300 Meilen weit entfernt: Memphis, Tennessee, über St. Louis. Von Custer aus würde ich nach Norden gehen, bis sich mein Weg mit der Interstate 90 kreuzte, und dann durch das Ödland von South Dakota etwa vierhundert Meilen ostwärts bis Sioux Falls.

Am Abend zuvor hatte ich fünf Paar Socken im Waschbecken des Hotels gewaschen. Sie waren alle grau und zerschlissen und kurz vor dem Verfallsdatum. Bedauerlicherweise waren sie auch noch feucht. Ich steckte sie in den Wäschebeutel aus dem Hotelschrank und packte sie in meinen Rucksack. Dann schlüpfte ich in meine verschwitzten Socken vom Tag zuvor, schnürte meine Schuhe zu und verließ das Hotel.

Auf dem Weg durch die Hotellobby bemerkte ich eine Frau, die in einem der Sessel in der Nähe der Rezeption saß. Sie hatte graue Haare, obwohl sie eigentlich zu jung aussah, um schon ergraut zu sein. Sie trug einen langen, schwarzen Wollmantel und einen burgunderroten Seidenschal um den Hals. Sie war schön, oder war es einmal gewesen, und irgendetwas an ihr machte es einem schwer, den Blick abzuwenden. Irgendetwas an ihr kam mir bekannt vor. Seltsamerweise musterte sie mich ebenfalls mit einem faszinierten Blick. Als ich nur noch ein paar Schritte von ihr entfernt war, sagte sie: »Alan.«

Ich blieb stehen. »Entschuldigung?«

»Sie sind doch Alan Christoffersen?«

Als ich sie so ansah, war ich mir sicher, dass wir uns schon einmal begegnet waren, aber ich konnte sie nicht einordnen. »Ja«, erwiderte ich. »Der bin ich.« Dann wurde mir klar, wer sie war.

Bevor ich etwas sagen konnte, fuhr sie fort: »Ich habe Sie wochenlang gesucht.«

Zweites Kapitel

Es gibt Leute wie Benedict Arnold oder Adolf Hitler, deren Namen zu Synonymen für das Böse werden. Für mich ist »Pamela« ein solcher Name.

ALAN CHRISTOFFERSENS TAGEBUCH

Die Frau war McKales Mutter.

»Pamela«, sagte ich. Es war ein Name, den ich nie ohne Schmerz oder Wut – im Allgemeinen mit beidem – ausgesprochen hatte. Dieser Name schien mir als Kind und später sogar als Erwachsener für alles zu stehen, was mit der Welt im Argen lag. Pamela war die Quelle von McKales größter Angst – ein ständiger Stachel in ihrem Herzen. Es gab einen guten Grund, weshalb ich sie nicht auf Anhieb erkannt hatte. Ich war Pamela nur ein einziges Mal begegnet, bei McKales Beerdigung, und hatte damals alles gesagt, was ich ihr je sagen wollte.

»Was wollen Sie?«, fragte ich.

»Ich hatte gehofft, mit Ihnen zu reden«, sagte sie.

»Worüber?«

Sie schluckte nervös. »Alles.«

»Alles«, wiederholte ich. Ich schüttelte den Kopf. »Nein. Wir haben nichts zu bereden.«

Sie schien betroffen, aber nicht besonders verblüfft von meiner Reaktion. »Das kann ich Ihnen nicht verdenken, aber ich habe einen langen Weg hinter mir …«

Einen Moment sah ich sie an, dann schulterte ich meinen Rucksack. »Ich auch.« Ohne ein weiteres Wort wandte ich mich ab und ging durch die Hoteltür ins Freie.

In der Stadt Custer wimmelte es von Touristen. Es herrschte dichter Verkehr, und auf den Gehsteigen der Mount Rushmore Road drängten sich Leute, die das Monument besichtigen wollten. Ich plante, an diesem Tag ungefähr zwanzig Meilen zurückzulegen, und hatte vor, zuerst etwas zu frühstücken, auch wenn mir die Begegnung mit Pamela, ehrlich gesagt, irgendwie auf den Magen geschlagen hatte.

Ich konnte nicht glauben, dass sie hierhergekommen war, um mich zu finden. Worüber könnte sie bloß mit mir reden wollen? Als ich etwa hundert Meter die Straße hinuntergegangen war, sah ich noch einmal zurück. Zu meinem Entsetzen folgte mir Pamela mit etwa einem Block Abstand auf derselben Straßenseite. Sie trug eine Sonnenbrille und eine große rosa Tasche über der Schulter. Ein paar Schritte weiter betrat ich das Songbird Café – das Lokal, das der Hotelangestellte mir empfohlen hatte.

Das Café war klein und gut besucht, und die Bedienung hatte mich eben zu einem runden Tisch in der Ecke geführt, als die Glocke über der Tür bimmelte und Pamela hereinkam. Sie hielt ihre Tasche mit beiden Händen und sah mich verstohlen an, während sie darauf wartete, platziert zu werden. Zum Glück führte die Hostess sie zu einem Tisch am anderen Ende des Raums, wo sie auch blieb. Ich war froh, dass sie nicht an meinen Tisch kam. Ich wäre gegangen, wenn sie es getan hätte.

Ich schlang mein Frühstück hinunter – einen großen Stapel Buttermilchpfannkuchen mit zwei Spiegeleiern und drei Streifen zu braun gebratenem Speck, dazu eine Tasse Kaffee. Ich bezahlte meine Rechnung, schulterte meinen schweren Rucksack und ging. Pamela saß noch immer an ihrem Tisch und schlürfte Kaffee, während sie mich mit Blicken verfolgte.

Ich ging auf die andere Straßenseite und mehrere Blocks weit zurück in Richtung meines Hotels, bis ich im Stadtzentrum an der Junction 16 abbog. Dann folgte ich dem Highway 16 nach Norden zum Crazy Horse Memorial. Es gab mehr als einen Weg von Custer zur I-90, aber so würde ich direkt am Denkmal vorbeikommen, was vielleicht kein kürzerer, aber ein interessanterer Weg zu sein schien.

Als ich den höchsten Punkt der Anhöhe über Custer erreichte, sah ich ein letztes Mal zurück auf die Stadt. Es war nicht zu glauben, aber da war Pamela und ging etwa eine viertel Meile hinter mir. Ich schüttelte den Kopf. Hatte sie wirklich vor, mir zu folgen? Ich bezweifelte, dass sie körperlich in der Verfassung war, mit mir Schritt zu halten. Sie hatte nicht einmal die richtigen Schuhe dafür. Wenn sie glaubte, ich würde stehen bleiben und auf sie warten, dann lag sie leider falsch.

Die ersten drei Meilen hinter der Stadt ging es überwiegend bergauf, und Pamela fiel rasch zurück, bis ich sie nicht mehr sehen konnte. Keine halbe Stunde hinter Custer war sie spurlos verschwunden. Ich fragte mich, was McKale von der Situation gehalten hätte. Die Mutter, nach der sie sich ihr Leben lang gesehnt hatte, verfolgte mich.

Vier Meilen hinter Custer erreichte ich die Avenue of the Chiefs. Ich war noch immer völlig fasziniert von Korczaks Werk (und werde es wohl immer sein), daher machte ich einen kleinen Abstecher und ging hoch zum Eingang des Parks. Der Park kostet zehn Dollar Eintritt, und ich hatte weder Zeit noch Lust, den ganzen Weg bis zum Denkmal für Crazy Horse zu laufen, daher blieb ich einfach am Eingang stehen und bewunderte das Werk aus der Ferne. Ich fragte mich, ob diese gewaltige Skulptur noch zu meinen Lebzeiten fertig werden würde. Ich hoffte es. Selbst als alter Mann würde ich auf jeden Fall noch einmal hierherkommen, um das fertige Kunstwerk zu sehen. Auf einmal wurde mir schwer ums Herz. Die Vorstellung, ohne McKale alt zu werden, erfüllte mich mit tiefer Einsamkeit. Ich kehrte zurück zum Highway und setzte meinen Weg fort.

Die Straße hinter dem Crazy Horse Memorial ging die meiste Zeit steil bergab, mit breiten Seitenstreifen und nur einer Handvoll Gebäuden auf dem Weg, darunter ein Unternehmen, das Hubschrauberflüge zu den Monumenten anbot.

In Pennington County machte ich Mittagspause und aß einen Apfel, einen Müsliriegel und ein leicht zerdrücktes Schinken-Käse-Sandwich aus meinem Rucksack, das ich am Tag zuvor in dem Lebensmittelladen von Custer gekauft hatte.

Während ich aß, kehrten meine Gedanken wieder zurück zu Pamela – zusammen mit meiner Wut. Ich fragte mich, wie weit sie noch gegangen war, bevor sie kehrtgemacht hatte. Und ich fragte mich, wie sie mich gefunden hatte. Nach ein paar Minuten verscheuchte ich sie jedoch aus meinen Gedanken. Die Vorstellung, dass sie mir folgte, erfüllte mich mit Abscheu. Ich aß auf und machte mich wieder auf den Weg.

In den nächsten paar Stunden waren die Wanderbedingungen ideal – glatte, neue Straßen aus schwarzem Asphalt, breite Seitenstreifen, frische Luft und eine wunderschöne Gebirgslandschaft – etwas, das ich nach meinem langen Marsch durch den trostlosen Osten von Wyoming erst recht zu schätzen wusste.

Die Sonne stand bereits tief am Himmel, als ich hinter mir einen Wagen heranfahren und mit knirschenden Reifen auf dem Kies zum Stehen kommen hörte. Als ich mich umwandte, sah ich einen älteren, türkisfarbenen Chevy-Truck mit einem dazu passenden Camper-Verdeck, der etwa fünfzig Schritte hinter mir angehalten hatte. Die Beifahrertür ging auf, und Pamela stieg aus. Sie sagte irgendetwas zu dem Fahrer, dann warf sie sich ihre Tasche über die Schulter und ging mir wieder nach. Ich stöhnte auf. Sie ist genauso hartnäckig wie McKale, dachte ich. Vielleicht ist Hartnäckigkeit genetisch bedingt. Wenn McKale etwas wollte, dann ließ sie nicht locker, bis sie es bekam.

Nachdem der Truck weitergefahren war, rief Pamela mir zu: »Alan, wir müssen reden.«

»Nein, das müssen wir nicht«, rief ich zurück, ohne mich umzudrehen. »Lassen Sie mich einfach in Ruhe.« Ich beschleunigte meine Schritte. Als ich eine Stunde später Hill City erreichte, war sie nirgends mehr zu sehen.

Drittes Kapitel

Ich weiß nicht, ob es Poltergeister oder Gespenster gibt, und es ist mir auch egal. Es gibt zu vieles in meinem Leben, was ich nicht verstehe, um mir den Kopf über Dinge zu zerbrechen, denen ich noch nicht begegnet bin.

ALAN CHRISTOFFERSENS TAGEBUCH

In seiner kurzen Blütezeit besaß Hill City den Spitznamen »Hell City« oder »Die Höllenmeile«, da es an jedem Ende der Stadt eine Kirche gab, mit fünfzehn Saloons dazwischen. Die Stadt wurde während Amerikas Hundertjahrfeier 1876 gegründet und war ursprünglich eine Bergarbeiterstadt – erst die zweite, die in den Black Hills angesiedelt wurde.

Hill City war etwa zwanzig Meilen von Custer entfernt, und die Strecke führte hauptsächlich bergab, was sich wohl ziemlich leicht anhört. Aber ich spürte das Gefälle in meinen pochenden Knien. Es wurde bereits dunkel, als ich begann, nach einem Bett für die Nacht Ausschau zu halten.

An der Hauptstraße von Hill City stieß ich auf ein Hotel mit dem Namen Alpine Inn, ein auffälliges Gebäude im bayerischen Stil, wie ein Lebkuchenhaus verziert und mit einer hölzernen Veranda davor. Über den Stufen vor dem Haus befand sich ein Schild mit der Aufschrift:

GEPFLEGTE EUROPÄISCHE UNTERKUNFT

Ich betrat eine leere Bar, in der nur ein paar kleine runde Tische standen. Links führte eine Tür in ein Restaurant, das allerdings verblüffend gut besucht war. Eine Frau stand dort hinter einem massiven Walnuss-Empfangstresen und beobachtete mich. Sie lächelte, als ich auf sie zutrat. »Guten Abend«, sagte sie.

»Ich würde gern einen Blick auf Ihre Speisekarte werfen«, sagte ich.

»Das wird nicht nötig sein«, sagte sie. »Wir haben nur ein Gericht auf der Karte. Zwei, um genau zu sein. Filet mignon, klein oder groß.«

Im ersten Augenblick dachte ich, sie hätte einen Witz gemacht, aber ihre Miene blieb ernst. »Wirklich?«

Sie nickte. »Ich weiß, das ist etwas ungewöhnlich, stimmt’s?«

Ich war noch nie in einem solchen Restaurant gewesen, aber danach zu urteilen, wie voll der Laden war, machten sie offenbar irgendetwas richtig.

»Ich nehme das Filet mignon«, sagte ich.

»Gute Wahl«, sagte sie. »Wenn Sie mir bitte folgen wollen.«

Sie führte mich zu einem kleinen Tisch im hinteren Teil des Raums, an der Innenwand. In einem Ständer auf dem Tisch steckten Speisekarten aus Papier, was mir angesichts des begrenzten Angebots des Restaurants etwas seltsam erschien.

Kurz darauf kam meine Kellnerin. Sie war eine hochgewachsene Frau, vermutlich etwa in meinem Alter, mit blondem Haar und einer großen Nase.

»Ich bin Heidi«, sagte sie. »Groß oder klein?«

»Groß.«

Sie notierte sich nichts, was kein Wunder war. »Möchten Sie etwas trinken?«

»Haben Sie Saft?«

»Apfel, Orange und Cranberry.«

»Ich nehme einen Apfelsaft. Können Sie ihn mit Cranberry mischen?«

»Na klar. Einen Cranapple.«

»Und etwas Eiswasser.«

»Sehr gern.«

Bevor sie ging, fragte ich: »Wissen Sie zufällig, ob es in Ihrem Hotel heute Abend noch freie Zimmer gibt?«

»Nein, aber ich frage gleich nach.«

Einen Augenblick später kam sie mit meinem Saft wieder. »So, bitte sehr. Und ich habe mich nach unseren Zimmern erkundigt. Leider haben wir keines frei. Wir haben nur vier Zimmer.«

Ich runzelte die Stirn. Ich hatte mich schon darauf gefreut, dort zu übernachten. »Wissen Sie irgendetwas in der Nähe, wo ich übernachten könnte?«

Sie dachte einen Moment nach. »Ich bin mir ziemlich sicher, dass es etwa eine halbe Meile nördlich von hier ein Bed & Breakfast gibt. Es heißt Holly irgendwas. Holly Inn, glaube ich.«

»Am Highway?«

Sie nickte. »Wenn Sie immer nach Norden gehen, können Sie es nicht verfehlen.«

»Danke«, sagte ich. »Ich werde es mir ansehen, nachdem ich gegessen habe.«

Mein Essen kam schnell – noch ein Vorteil der kurzen Speisekarte. Zu dem Filet mignon wurden grüner Salat, selbst gemachtes Ranch-Dressing und gebutterter, dick geschnittener Toast gereicht.

»Haben Sie sonst noch einen Wunsch?«, fragte Heidi.

»Nein«, sagte ich. »Ist hier immer so viel los?«

»Das ganze Jahr über. Im Hotel auch. Die Zimmer sind hübsch.« Ein verschmitztes Grinsen huschte über ihr Gesicht. »Es spukt dort, aber sie sind hübsch.«

»Es spukt?«

»Ja, aber das sollte ich Ihnen vermutlich nicht sagen.«

»Woher wissen Sie, dass es dort spukt? Haben Sie schon einmal ein Gespenst gesehen?«

»Nein. Aber eine der anderen Kellnerinnen hat gesagt, sie hätte eines gesehen.«

»Und Sie glauben ihr?«

»Sie hat mich noch nie belogen. Außerdem geht es gar nicht darum, was sie gesagt hat, sondern wie sie es gesagt hat. Es war mitten an einem Freitagabend, an dem viel los war. Sie war auf der Personaltoilette hinter der Küche. Während sie sich die Hände gewaschen hat, hat sie in den Spiegel gesehen. Genau hinter ihr stand eine Frau in einem Kleid aus dem achtzehnten Jahrhundert. Wir haben sie alle schreien hören.

Ich bin hineingegangen, um nach ihr zu sehen, und sie war kreidebleich und hat gezittert. Sie sah aus, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen. Sie hat den Job sofort hingeschmissen, und ich musste an dem Abend ihre ganzen Tische übernehmen. Seitdem hat sie nie wieder einen Fuß in dieses Haus gesetzt.« Sie sah mich an, beobachtete meine Reaktion. »Jedenfalls, ich lasse Sie besser essen, bevor es kalt wird. Auf der Rückseite der Speisekarte steht noch mehr über das Hotel. Bon appétit.«

Ich schnitt in das Steak. Das Fleisch war meisterhaft zubereitet und so zart, dass ich es mit der Gabel hätte zerteilen können. Ich nahm ein paar Bissen, dann griff ich nach der Speisekarte. Die Geschichte des Hotels stand auf der Rückseite, und ich las, während ich weiteraß.

Hill City war eine Goldwäscherstadt, die während des Goldrauschs im Westen gegründet wurde. Ihr Erfolg war von kurzer Dauer, die Goldwäscher zogen bald weiter und überließen die Stadt zwei Bewohnern – einem Mann und seinem Hund.

1883 erfuhr die Stadt erneut einen Aufschwung, als größere Zinnvorräte entdeckt wurden und ein englisches Bergbauunternehmen Millionen investierte, um die Harney Peak Tin Mining, Milling, and Manufacturing Company auf die Beine zu stellen. Das Unternehmen errichtete den Gasthof – damals unter dem Namen Harney Peak Hotel – als Luxusunterkunft für die leitenden Angestellten des Bergbauunternehmens. Wie schon das frühere Bergbauvorhaben hielt auch der Zinnrausch nicht lange an, und mit der Stadt ging es erneut bergab, bis der Mount Rushmore die Gegend wiederbelebte und das Gold der Touristen anlockte.

1974 kaufte eine Deutsche namens Wally Matush das Harney Peak Hotel und benannte es in Alpine Inn um. Inzwischen waren übersinnliche Erscheinungen keine Seltenheit mehr, und die neuen Geschäftsführer scheuten sich nicht, ihren Gästen zu erzählen, dass es in dem Hotel spukte. Wally bat sogar darum, nach ihrem Tod unter dem Hotel begraben zu werden, um mit den anderen Geistern über die Flure ziehen zu können.

Während ich von diesen Spukgeschichten las, musste ich unwillkürlich wieder an Pamela denken. Ich fragte mich, was aus ihr geworden war, nachdem ich sie stehen gelassen hatte. Zum ersten Mal, seit sie aufgetaucht war, hatte sich meine Wut so weit gelegt, dass ich meinen Gefühlen objektiv auf den Grund gehen konnte. Trotz meiner Wut war ich in dieser Situation irgendwie hin- und hergerissen. Ein Teil von mir hatte das Gefühl, auch nur mit Pamela zu reden wäre ein Verrat an McKale. Ein anderer Teil, vielleicht der höflichere, hielt es für falsch, sie nicht wenigstens sagen zu lassen, wofür sie so weit gekommen war.

Ich drängte den Konflikt aus meinen Gedanken. Ob es nun richtig oder falsch war, ich hatte nicht das Bedürfnis, mit ihr zu reden. Wenn sie litt, dann war es eben so. Das hatte sie sich nur selbst zuzuschreiben. McKale war ihr nichts schuldig. Ich war ihr nichts schuldig.

Nach dem Essen bezahlte ich meine Rechnung, dann schulterte ich meinen Rucksack und ging die Hauptstraße in nördlicher Richtung hoch, auf der Suche nach dem Bed & Breakfast. Unterwegs hielt ich an einem kleinen Supermarkt und stockte meine Wasser- und Essensvorräte auf: Pop-Tarts, Äpfel, Studentenfutter, Salami, Orangen, Eiweißriegel, Dörrfleisch, ein Brot mit einer harten Kruste und ein paar Konservendosen: Suppe, Chili und Eintopf.

Ich fragte die Kassiererin, ob sie etwas von dem Bed & Breakfast wüsste, aber zu meiner Verwirrung hatte sie nie davon gehört. Wie war das in einer Stadt dieser Größe überhaupt möglich? Ich ging wieder hinaus und wandte mich nach Norden, besorgt, ich könnte das Haus im Dunkeln übersehen haben. Nach einer weiteren Meile entdeckte ich am Straßenrand ein Schild, auf dem stand:

THE HOLLY HOUSE

BED & BREAKFAST RESORT

Ich war mir nicht sicher, was der Begriff »Resort« mir sagen sollte, denn das Haus sah eher ein bisschen in die Jahre gekommen aus und nicht wie eine schicke Urlaubsanlage. Scheinwerfer strahlten das Gebäude von außen an und erhellten eine Fassade, die mit Stechpalmenblättern und -kränzen verziert war.

Ich ging ums Haus und klopfte an eine Seitentür. Eine Frau mittleren Alters öffnete, bei der es sich, so meine Vermutung, um die Besitzerin des »Resorts« handelte.

»Kann ich Ihnen helfen?«

»Ich brauche ein Zimmer für die Nacht.«

»Willkommen«, sagte sie mit einem breiten Lächeln. »Mein Name ist Dawna. Bitte kommen Sie herein.«

Ich betrat das, wie es aussah, Wohnzimmer des Hauses. Es hatte einen dunkelroten Veloursteppich und waldgrüne Wände, bedeckt von gerahmten Aquarelldrucken mit weihnachtlichen Motiven.

»Wie heißen Sie?«, fragte sie.

»Alan.«

»Freut mich, Sie kennenzulernen, Alan. Wir haben fünf freie Zimmer und hinter dem Haus eine Hütte. Ich werde Ihnen alles zeigen, und dann können Sie mir sagen, welches Zimmer Sie gern hätten.«

»Spukt es in Ihren Zimmern?«, fragte ich.

Sie sah mich von der Seite an. »Nicht dass ich wüsste. Benötigen Sie denn ein Zimmer, in dem es spukt?«

Ich grinste. »Nein. Ohne Spuk ist mir recht.«

Dawna führte mich durch alle fünf Zimmer, angefangen mit dem Western-Zimmer, in dem eine Nachbildung von Wyatt Earps Revolver ausgestellt war, über das USA-Zimmer, die Hochzeitssuite und das Harley-Zimmer (zweifellos zu Ehren des alljährlichen Motorradfahrer-Treffens in Sturgis so benannt) bis hin zu dem Viktorianischen Zimmer, das mit dem Taufkleid von Dawnas Schwiegermutter und einem funktionstüchtigen, antiken Victrola-Grammophon geschmückt war.

Die Zimmer sahen alle hübsch aus, und mir war es im Grunde egal, in welchem ich schlief. Also entschied ich mich für das Western-Zimmer, aus dem einfachen Grund, weil es dem Eingang am nächsten war. Außerdem gefiel mir die Badewanne, die fast groß genug für einen Cowboy und sein Pferd war.

»Gute Wahl«, sagte Dawna. »Zum Frühstück morgen werde ich meine festliche Frühstückskasserolle servieren. Was meinen Sie, um wie viel Uhr Sie essen wollen?«

»Normalerweise stehe ich früh auf«, sagte ich, froh über die Aussicht auf etwas Schönes zum Frühstück. »Vielleicht sieben. Vielleicht noch früher.«

»Dann bereite ich das Frühstück um die Zeit für Sie vor. Gute Nacht.«

Ich ging auf mein Zimmer und schaltete den Fernseher ein, während ich mir in der Whirlpoolwanne ein Bad einließ. Im Fernsehen lief eine Reality-Show über Leute, die den unbekannten Inhalt verlassener Lagerräume ersteigerten. Sie sollten eine Sendung über einen Typen bringen, der zu Fuß durch Amerika geht, dachte ich. Nur nicht über mich.

Ich schaltete den Fernseher aus, zog mich aus und ließ mich in das Wasser sinken, das so heiß war, dass meine Haut ganz rot davon wurde. Erst nach einem langen Bad war ich bereit, mich schlafen zu legen.

Viertes Kapitel

Zu sagen, dass jemand nicht weiß, wann er aufhören soll, ist entweder eine Beleidigung oder ein Kompliment, je nachdem, was bei seinen Mühen am Ende herauskommt.

ALAN CHRISTOFFERSENS TAGEBUCH

Am nächsten Morgen wachte ich zu dem Geräusch von klapperndem Geschirr auf. Ich sah auf die Uhr. Es war fast acht. Ich duschte, rasierte mich und zog mich an, dann packte ich meine Sachen und machte mich auf die Suche nach Frühstück. Dawna betrat den Speiseraum etwa im selben Augenblick wie ich.

»Guten Morgen, Schlafmütze. Bin ich froh, dass ich um halb sechs aufgestanden bin, um das Frühstück vorzubereiten.«

»Entschuldigung, ich …«

Sie winkte ab. »Ich ziehe Sie nur auf. Ich hatte noch einen anderen Gast, für den ich Frühstück herrichten musste. Was möchten Sie trinken? Ich habe Kaffee, Orangensaft, Apfelsaft, Milch – oder von allem etwas, wenn Sie möchten.«

»Kaffee und Orangensaft«, sagte ich.

Sie ging zurück in die Küche, und ich setzte mich an den Tisch, auf dem eine mit Weihnachtssternen bedruckte Tischdecke und weihnachtliche Platzdeckchen lagen, rot-golden umrandet und mit Stechpalmenblättern verziert. Das Prunkstück war ein Windlicht, umgeben von einem Stechpalmenkranz.

Ein paar Minuten später kam Dawna mit einer Kasserolle und einem silbernen Servierlöffel wieder in den Speiseraum. »Meine festliche Frühstückskasserolle ist eines der Lieblingsgerichte unserer Gäste«, erklärte sie. »Sie wird mit Schweinswurst, Cheddarkäse, scharfer Sauce, Brot und Eiern zubereitet. Es schmeckt köstlich.«

»Es sieht gut aus«, sagte ich.

»Das ist es auch.« Sie häufte mir eine große Portion aus der Kasserolle auf meinen Teller, dann sagte sie: »Oh, ich habe Ihre Getränke vergessen.«

Sie ging zurück in die Küche und war eine Minute später mit Saft und Kaffee wieder da. Sie stellte die Getränke ab und setzte sich mir gegenüber an den Tisch, offenbar, um mir beim Essen zuzusehen.

Ich nahm ein paar Bissen, während ich darauf wartete, dass sie etwas sagte, aber das tat sie nicht. Sie saß einfach nur da und sah mir zu, was mir, offen gestanden, ein bisschen unangenehm war. Schließlich fragte ich: »Wie läuft das Geschäft?«

Sie seufzte. »Im Moment ein bisschen schleppend, aber es wird langsam wieder besser. Die Touristensaison hat noch nicht begonnen. Wenn die Sturgis-Rallye ist, vermieten wir einfach das ganze Haus. Sie wissen, was die Sturgis-Rallye ist?«

Ich nickte. »Ich hatte Angestellte, die jedes Jahr dorthin gefahren sind. Die Geschichten, die sie erzählt haben …«

»Oh ja, die Geschichten sind vermutlich alle wahr. Letztes Jahr gab es da eine Frau auf einer Harley, die sich ›Lady Godiva‹ nannte. Ich muss Ihnen nicht sagen, was sie anhatte. Oder nicht anhatte.«

Die Stadt Sturgis in South Dakota ist das Epizentrum des weltweit größten Jahrestreffens von Harley-Davidson-Motorradfahrern. Jeden August fallen tausende Biker, von Wirtschaftsbossen bis zu Hells Angels, in die Stadt ein. Es gibt nichts Vergleichbares auf der Welt.

»Wie weit entfernt von Sturgis sind wir denn hier?«, fragte ich.

»Etwas über fünfzig Meilen.«

»Das würde ich gern einmal sehen.«

»Um diese Jahreszeit gibt’s da nicht viel zu sehen«, sagte sie. »Natürlich ist es nicht mehr so wild wie früher. Es ist wie Weihnachten – es wurde kommerzialisiert.«

In diesem Augenblick hörte ich, wie ein Türknauf gedreht wurde und die Hintertür aufging. Ich sah hinüber, als Dawnas anderer Gast den Raum betrat. Es war Pamela.

»Hi, Alan«, sagte sie leise.

Ich starrte sie ungläubig an. »Ich dachte, Sie hätten aufgegeben.«

»Nein.«

Ich sah sie einen Moment an, dann erhob ich mich. »Na schön. Folgen Sie mir bis nach Key West, wenn Sie wollen. Aber Sie sollten sich bessere Schuhe zulegen.« Ich wandte mich an Dawna, deren Blicke nervös zwischen uns hin- und herhuschten. »Ich hätte gern meine Rechnung.«

»Ich hole sie Ihnen.« Sie stand rasch auf und trat an die kleine Nische mit dem Ahornschreibtisch. »Das macht dann neunundachtzig Dollar für die Nacht.« Sie hielt eine handgeschriebene Rechnung hoch. »Zweiundneunzig sechsundfünfzig mit Steuern.«

Pamela starrte mich an. »Alan … nur fünf Minuten. Bitte.«

»Ich habe Nein gesagt.«

Ich reichte Dawna meine Kreditkarte, und während sie sie durchzog, ging ich zurück auf mein Zimmer, um meinen Rucksack zu holen. Als ich wieder in den Speiseraum kam, war Pamela immer noch da. Ich ließ mir meine Kreditkarte wiedergeben, unterschrieb die Rechnung und ging an Pamela vorbei zur Tür.

»Bitte hören Sie mich an«, sagte sie.

»Ich habe Ihnen schon gestern gesagt, wir haben nichts zu bereden. Seitdem hat sich nichts geändert.« Ich ging zur Tür hinaus und knallte sie hinter mir zu.

Noch bevor ich das andere Ende des Parkplatzes erreichte, kam Pamela aus dem Haus. »Sie sind mir etwas schuldig«, brüllte sie.

Ich schnellte herum. »Was?«

»Sie sind mir etwas schuldig.«

Ein Anfall von Zorn wallte in mir auf. »Ich bin Ihnen etwas schuldig?«

Sie kam halb über den Parkplatz auf mich zu. »Oh ja. Allerdings.«

»Wofür? Dass ich ein kleines Mädchen im Stich gelassen habe? Dass ich das Leben meiner Frau ruiniert habe?«

Sie sah mir in die Augen. »McKales Leben war nicht ruiniert.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "So weit die Hoffnung trägt" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen