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Skrupellos

Pete Hackett

Skrupellos

FBI Special Agent Owen Burke #10/ Cassiopeiapress Spannung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Skrupellos

Special Agent Owen Burke

 

Krimi von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress

www.AlfredBekker.de

 

 

Als es klopfte, löste Special Agent Owen Burke seinen Blick vom Monitor, richtete ihn auf die Tür und rief: »Herein!«

Auch Ron Harris war von dem Klopfen abgelenkt worden und konzentrierte sich auf die Tür. Diese wurde nun langsam, geradezu vorsichtig geöffnet und ein Mann zeigte sich. »Guten Tag«, nuschelte er. »Einer der Beamten von der Rezeption hat mich telefonisch angemeldet. Mein Name ist Phil Burmester.«

Der Bursche war zwischen dreißig und fünfunddreißig Jahre alt und sah ziemlich heruntergekommen aus. In seinem Gesicht wucherte ein tagealter Stoppelbart. Unter seiner abgegriffenen Baseballmütze quollen dunkle, strähnige Haare hervor, die bis auf seine Schultern reichten. Seine Züge waren von einem unregelmäßigen Lebenswandel und übermäßigem Alkoholgenuss gezeichnet. Bekleidet war er mit einer zerschlissenen Jeans und einem schmutzigen Trenchcoat. Darunter war ein kariertes Hemd zu sehen. Die Sportschuhe an seinen Füßen sahen aus, als würden sie sich jeden Moment in ihre Bestandteile auflösen.

»Guten Morgen«, erwiderte Owen Burke den Gruß. »Man sagte mir, es geht um einen Freund von Ihnen. – Bitte -« Burke wies mit der linken Hand auf den Stuhl neben seinem Schreibtisch, »- setzen Sie sich. Und dann erzählen Sie, was genau Sie zu uns führt.«

Der verwahrloste Bursche ließ sich nieder und wischte sich mit dem Handrücken über die Lippen. Dann begann er: »Percy verabschiedete sich vor über einer Woche von mir. Er erzählte mir, dass er ein Angebot erhalten habe, das ihm zweitausend Dollar einbringen würde. Meine Fragen beantwortete er nicht. Lediglich eine Andeutung gab er von sich. Er meinte, er täte ein gutes Werk und würde das Leben eines Mannes retten.«

»Hat Percy auch einen Familiennamen?«, fragte Owen Burke.

Phil Burmester nickte. »Bancroft – sein Name ist Percy Bancroft. Percy ist zweiunddreißig. Wir leben auf der Straße. Im Winter schlafen wir im Heim der Heilsarmee.«

»Vielleicht machen Sie sich unnötige Sorgen und Ihr Freund taucht in den nächsten Tagen wieder auf«, gab Ron Harris zu bedenken.

Der Obdachlose richtete seinen wässrigen Blick auf ihn. Seine Augen waren leicht gerötet. »Das glaube ich nicht. Ich habe Percy vor neun Tagen zum letzten Mal gesehen. Wir sind seit über vier Jahren unzertrennlich. Nein, ich glaube nicht daran, dass Percy wieder auftaucht. Vielmehr denke ich, dass mit meinem Freund etwas Furchtbares geschehen ist. Wer immer ihm die zweitausend Dollar versprochen – für was auch immer – er hat Percy hereingelegt. Er hat nie ernsthaft daran gedacht, ihm diese Menge Geld auszuzahlen.«

»Wann sahen Sie Ihren Freund zum letzten Mal?«, wollte Owen Burke wissen.

»Am 3. September. Es war Vormittag, etwa neun Uhr. Percy meinte, dass er in fünf oder sechs Tagen wieder zurückkehre. Und dann sei er um zweitausend Greenbucks reicher. Jetzt sind neun Tage vorbei …«

»Ich weiß nicht, ob Sie in dieser Angelegenheit bei uns richtig sind«, murmelte Owen Burke. »Einen konkreten Hinweis, dass ein Verbrechen vorliegt, haben Sie nicht zu bieten. Ihr Freund hat Ihnen gegenüber selbst erklärt, dass er einige Tage wegbleiben würde. Die Sache kann sich verzögert haben. Wegen einer Vermisstenanzeige müssen Sie sich ans Police Department wenden.«

Wieder wischte sich Phil Burmester mit dem Handrücken über den Mund. »Percy wird irgendwo festgehalten«, behauptete er dann mit fester Stimme. »Vielleicht lebt er auch gar nicht mehr. Auf ihn ist Verlass. Es ist so.«

»Ist Ihr Freund vorbestraft?«, fragte Ron Harris.

Burmesters Gesicht zuckte zu dem Agent herum. »Was hat das damit zu tun?«

»Wenn er vorbestraft ist, dann ist er registriert«, erklärte Harris. »Dann haben wir sein Bild, seinen Fingerabdruck, vielleicht sogar seine DNA.«

»Sie wollen sich also doch um die Sache kümmern?«, fragte Phil Burmester hoffnungsvoll.

»Wir werden sie zumindest im Auge behalten«, versicherte Ron Harris. »Also, ist Ihr Freund vorbestraft?«

»Ja. Wegen Körperverletzung. Er hat seine Frau verprügelt, als er sie mit 'nem Kerl im Bett erwischte. Das war vor fünf Jahren. Percy verlor seinen Job und ein halbes Jahr später flog er auch aus der Wohnung, weil er die Miete nicht mehr bezahlen konnte. Seitdem lebt er auf der Straße.«

»Wo können wir Sie gegebenenfalls erreichen?«, fragte Burke.

»Ich halte mich die meiste Zeit des Tages im Grand Central Terminal oder auf dem Platz vor dem Haupteingang auf. Sie werden dort auf eine Vielzahl von Obdachlosen stoßen. Jeder von ihnen kennt mich. Erkundigen Sie sich einfach nach Phil. Man wird Ihnen dann sagen, wo Sie mich finden können.«

Burke zog ein Fach seines Schreibtisches auf und holte eine Visitenkarte heraus, die er dem Obdachlosen reichte. »Sollte Percy auftauchen, rufen Sie mich bitte unverzüglich an.«

»Da tue ich. Mein Wort drauf.«

 

*

 

Drei Tage später. Es war 8.30 Uhr, als Owen Burkes Telefon läutete. Der Agent schnappte sich den Hörer, hob ihn an sein Ohr und nannte seinen Namen sowie die Dienststelle. Eine dunkle Stimme erklang. »Hier spricht Detective Sergeant Bannister. Guten Morgen, Agent. Sie haben vorgestern wegen eines Mannes namens Percy Bancroft bei uns angerufen.«

»Das ist richtig. Er ist seit dem 3. September abgängig. Gibt es irgendeine Spur?«

»Wir haben Bancroft gefunden, Agent. Er trieb im East River. Ihm fehlen beide Nieren.«

Burke runzelte die Stirn. »Ihm fehlen die Nieren?«, echote er und aktivierte den Lautsprecher des Telefonapparates, damit Ron Harris hören konnte, was gesprochen wurde. Im nächsten Augenblick aber fiel bei ihm der Groschen und er stieß hervor: »Seinem Freund gegenüber äußerte er, dass er sich zweitausend Dollar verdienen könne. Ich nehme an, er wollte eine seiner Nieren verkaufen.«

»Und als er so schön auf dem Operationstisch lag, schnitt man ihm gleich beide Nieren heraus«, fügte der Beamte aus dem PD sarkastisch hinzu. »Derjenige, der ihn im East River versenkte, hat ihm wahrscheinlich ein Gewicht an ein Bein gebunden. Allerdings hat sich die Schnur gelöst. Ohne diesen Zufall wäre die Leiche wahrscheinlich niemals mehr aufgetaucht.«

»Wo befinden sich Percy Bancrofts sterbliche Überreste?«, fragte Burke.

»In der Gerichtsmedizin. Der Coroner, der den Leichnam einem ersten Augenschein unterzog, meint, dass der Tod vor mindestens zehn Tagen eingetreten ist.

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