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Silvia-Gold 128 - Liebesroman

Peggys Pech mit der Liebe

Hinreißender Roman um die schwierige Suche nach dem Mann fürs Leben

Von Bianca C. Valentin

Peggy ist ein entzückendes Wesen, aber bisher hat sie Pech mit der Liebe gehabt. Mit den Männern, die sie für die Richtigen hält, klappt es nicht, und die Falschen machen ihr die Anträge.

Eine plötzliche Erbschaft bringt die große Wende in Peggys Leben. Unvermittelt steht sie ihrem Traummann gegenüber, und die Knie werden ihr weich. Das ist vielleicht ein toller Typ! Seine breiten Schultern sind eine Herausforderung für jede Frau, ihren Kopf daran zu lehnen. Er hat dichtes, braunes Haar, ein sonnengebräuntes Gesicht und kluge, graue Augen.

Peggy ist überzeugt davon, diesmal »Mr. Right« erwischt zu haben. Ist er es wirklich?

Die Nachricht, die ihr ganzes Leben verändern sollte, überraschte Peggy aus heiterem Himmel, just als sie den linken Ringfinger des Scheichs manikürte.

Der Azubi des Salons näherte sich ehrerbietig.

»Der Chef hat eine wichtige Nachricht für Sie«, flüsterte er. »Wenn Sie fertig sind, sollen Sie bitte gleich zu ihm kommen.«

»Ja, ist gut«, antwortete Peggy gelassen. Sie glaubte nicht an die wichtige Nachricht, denn sie wusste beim besten Willen nicht, woher eine wichtige Nachricht für sie kommen sollte. Eher argwöhnte sie, dass der Chef sie zur Eile antreiben wollte, weil er es offensichtlich nicht so gerne hatte, wenn Peggy den Scheich bediente.

Der Scheich weilte seit einigen Wochen zur Kur in der Stadt, und er war ein sehr attraktiver Mann. Sogar sein linker Ringfinger war attraktiv, vor allem der hochkarätige Diamant, der daran funkelte.

Natürlich lief der Scheich nicht in wallenden Gewändern herum, sondern er trug maßgeschneiderte, westliche Business-Anzüge. Vielleicht wirkte er gerade deshalb so exotisch? Peggy fand jedenfalls, dass er ungeheuer exotisch wirkte.

Er kam jeden Tag regelmäßig in den luxuriösen Salon des Fünf-Sterne-Kurhotels, und er wünschte immer, dass Peggy seine Hände betreute, wie er es in vorzüglichem Englisch formulierte.

Im Spiegel trafen sich manchmal ihre Blicke.

Peggy wurde es dann jedes Mal kalt und heiß, und sie sah lieber schnell wieder auf ihren Manikürkasten.

Der Scheich hatte aber auch Augen, deren Blick einen schwach werden lassen konnte. Es waren samtschwarze, von Melancholie verschleierte Augen, die gelegentlich freilich verwegen funkelten. Dieses Funkeln passte besser zu der Erscheinung des Scheichs als die Melancholie. Er war ein hochgewachsener Mann, schlank und muskulös.

Peggy wirkte neben ihm wie eine zarte Elfe.

Dabei war Peggy eigentlich gar nicht so zart und elfenhaft, sondern sie stand auf ihren wohlgeformten Beinen recht fest auf dem Boden der Tatsachen, und das musste sie auch, denn bisher war ihr in ihrem jungen Leben wahrlich noch nichts geschenkt worden.

Peggy hatte ihre Eltern verloren, als sie kaum volljährig gewesen war. Sie hatte gerade ihre Lehre gemacht, denn sie wollte einmal den elterlichen Friseursalon übernehmen, doch daraus war dann natürlich nichts mehr geworden.

Aber sie hatte trotz dieses schmerzlichen Einschnittes in ihrem Leben einen guten Abschluss zustande gebracht, und sie hatte auch sofort den Job in dem erstklassigen Salon des Fünf-Sterne-Hotels bekommen.

Sie war sehr begabt und tüchtig, und sie war ständig bestrebt, ihre Leistungen noch zu verbessern. Bei der Kundschaft war Peggy genauso beliebt wie bei den Kollegen, weil sie ein freundliches, warmherziges und heiteres Menschenkind war.

Die Heiterkeit strahlte aus ihren großen blauen Augen. Peggy hatte ein fein geschnittenes Gesicht und einen zarten hellen Teint. Ihr reiches blondes Haar trug sie immer wieder anders, immer neu und modisch gestylt. Im Moment trug sie es kurz und kapriziös gelockt.

Der linke Ringfinger des Scheichs faszinierte sie immer wieder, weil dieser märchenhafte Diamant daran schimmerte, der in allen Regenbogenfarben leuchtete und ein unwahrscheinliches Feuer besaß, dessen Glanz Peggy in ihrer Fantasie orientalische Bilder wie aus Tausendundeiner Nacht vorgaukelte.

Peggy hatte eine ungemein lebhafte Fantasie. So tapfer sie sich auch durch ihr Leben wurstelte, sie war noch ein wenig verträumt und verspielt, noch nicht ganz aus den Kinderschuhen herausgewachsen.

Deshalb wartete sie insgeheim auch ständig darauf, dass in ihrem Leben etwas ganz Besonderes passieren müsste. Sie war jederzeit auf Wunder gefasst und bereit, auch das Unglaublichste, was immer geschehen mochte, ganz selbstverständlich zu akzeptieren.

Sie konnte es sich einfach nicht vorstellen, dass sie in dem Hotelsalon, so luxuriös und erstklassig er auch war, ihr ganzes Leben damit zubringen sollte, schicke Frisuren zu fabrizieren und Hände zu maniküren.

Die Hand des Scheichs zuckte ein wenig zurück.

Peggy blickte erschrocken in den Spiegel.

»Habe ich Ihnen wehgetan, Sir?«

Der Scheich wünschte mit dem englischen »Sir« angesprochen zu werden, obwohl ihm eigentlich der Titel Hoheit zugestanden hätte.

Er schüttelte den Kopf und lächelte ein wenig. Sein Lächeln war wie eine heimliche Liebkosung. Peggy schoss das Blut ins Gesicht. Sie wollte schnell wieder auf den Ringfinger sehen, doch die Augen des Scheichs hielten ihren Blick fest.

»In drei Tagen reise ich ab!«

»Oh, das tut mir leid, Sir!«

»Mir tut es nicht leid, falls Sie sich dazu entschließen können, mit mir zu kommen.«

Seine sonore Stimme hatte einen betörenden Klang. Peggy machte den Fehler, hingerissen diesem Stimmklang zu lauschen, und dadurch entging ihr der genaue Wortlaut dessen, was der Scheich zu ihr sagte. Er sprach englisch.

Peggy hätte den Job in dem renommierten Salon niemals bekommen, wenn sie nicht ein kleines Sprachgenie gewesen wäre. Sprachen machten ihr einfach Spaß, es war ein Hobby von ihr, Abendkurse zu belegen, um Sprachen zu lernen.

Deshalb hatte sie sprachlich auch gar keine Schwierigkeiten, sich mit dem Scheich zu unterhalten, nur leider hatte sie ihm eben nicht zugehört, weil sein sonorer Stimmklang sie förmlich berauscht hatte. Irgendwie hatte seine Stimme sehnsüchtig geklungen, und Peggys Fantasie reagierte prompt auf diesen Stimmklang, zauberte die Gärten aus Tausendundeiner Nacht herbei und den Silbermond über den Moscheen.

»Es muss wundervoll sein!«, hauchte Peggy, überwältigt von diesen Bildern.

Der Scheich beugte sich ein wenig vor.

»Sie sagen also Ja?«

»Wozu?«, fragte Peggy verdutzt, denn jetzt hatte sie zugehört. »Haben Sie mich denn etwas gefragt, Sir?«

»Ich habe einen Wunsch geäußert.« Sein Lächeln war von großer Sanftmut und irgendwie verheißungsvoll. »Sie kommen also mit mir?«

»Wohin?«, stotterte Peggy.

»In meine Heimat«, antwortete der Scheich.

Peggy riss die Augen auf.

»Das verstehe ich nicht.«

Er lachte leise und amüsiert.

»Es ist hier nicht der richtige Ort, um darüber zu sprechen.«

»Worüber, Sir?«

»Nun, über meinen Wunsch, dass Sie mich begleiten. Ich würde Ihnen gerne mehr darüber erzählen, doch nicht hier. Nichts gegen diesen Salon. Aber ich fürchte, die brokatbespannten Kabinenwände haben viele Ohren.«

Damit hatte der Scheich sicher recht. Die Kabinen waren alle offen, und ungestört unterhalten konnte man sich nicht.

Natürlich war der Scheich ein hochinteressanter Typ, und vom Azubi bis zum Maestro waren alle erpicht darauf mitzubekommen, was er sagte. Schließlich wurde über den illustren Gast in dem Nobelhotel viel gemunkelt, man erzählte sich, dass der Scheich einundzwanzig Frauen haben sollte!

»Wir sollten uns über die Sache unterhalten«, schlug der Scheich liebenswürdig vor. »Darf ich Sie heute Abend zu einem kleinen Souper im Speisesaal erwarten?«

»Oh, das ist uns nicht erlaubt«, bedauerte Peggy. »Wir dürfen nicht mit Gästen des Hotels im Speisesaal soupieren.«

»Dann soupieren wir eben anderswo, außerhalb dieser liebenswerten kleinen Stadt. Wann darf ich Sie wo erwarten?«

Peggy hatte keine Chance, seine Frage zu beantworten.

Der Maestro persönlich erschien im Spiegel. Er war Italiener, hieß Romeo, und er war ein großartiger Coiffeur. In aller Bescheidenheit behauptete er von sich selbst, dass er begnadete Hände habe, was Haare anbetraf. In gewisser Weise stimmte das sogar, denn Romeo brachte es fertig, jede Frau durch eine schicke Frisur zu verschönern und dadurch ihr Selbstwertgefühl aufzubauen.

Romeo war ein gut aussehender Mann, und er wusste es.

»Sir, verzeihen Sie, dass ich stören muss.« Seine englische Aussprache hatte einen starken italienischen Akzent, das klang sehr nett und lustig.

Der Scheich wirkte freilich gar nicht amüsiert, sondern er war sichtlich ungehalten über die Unterbrechung und bedachte den Maestro im Spiegel mit einem Dolchblick.

Peggy fing den Blick auf, und sie stellte verblüfft fest, dass die melancholisch verschleierten Augen des Scheichs auch schrecklich finster blicken konnten.

Romeo ließ sich dadurch nicht einschüchtern.

»Es ist ein wichtiger Anruf für Signorina Margarita gekommen, über den ich sie unverzüglich unterrichten muss. Ich bedaure, Sir.« Seine Miene signalisierte, dass er das überhaupt nicht bedauerte.

Romeo sprach Peggys Namen immer in der italienischen Form aus, er sagte grundsätzlich »Margarita« zu ihr. Eigentlich hieß Peggy Margarete. Auf diesen Namen war sie getauft worden, aber ihre Mutter hatte sie zärtlich Peggy genannt, und dabei war es geblieben.

»Ich bin sowieso fertig«, versicherte sie rasch. Sie nahm den linken Ringfinger des Scheichs immer zuletzt an die Reihe, weil sie sich das Funkeln und Schimmern des Diamanten sozusagen als Schlussapplaus der täglichen Maniküre gönnte. Sie klappte den Manikürkasten zu. »Vielen Dank, Sir.«

»Ich habe Ihnen zu danken.« Seine Stimme klang wieder ungeheuer einschmeichelnd und sonor, als er rasch hinzusetzte: »Wissen Sie, was Ihr Name in der arabischen Sprache bedeutet?«

Peggy wusste es natürlich nicht. Romeo wollte es gar nicht wissen, und seine schwarzen Augen konnten auch Dolchblicke produzieren.

»Perle«, erklärte der Scheich. »Ihr Name bedeutet Perle.«

»Tatsächlich?«, hauchte Peggy.

Der Scheich erhob sich zu seiner beachtlichen Länge. Er verbeugte sich tief vor Peggy, den Maestro hingegen bedachte er nur mit einem kurzen Kopfnicken. Dann verließ er mit langen Schritten den Salon.

»Kommen Sie sofort in mein Büro, Margarita«, befahl Romeo.

♥♥♥

Das Büro des Maestros war exklusiv. Es war in Weiß und Pink gehalten. Pink war Romeos Lieblingsfarbe. An den Wänden hingen Fotos dankbarer Kundinnen, und es befand sich hochkarätige Prominenz darunter, Damen des Geld- und richtigen Adels, Filmstars und sonstige Berühmtheiten.

»Sie sind ein Kind, Margarita!«, fuhr Romeo Peggy sofort an, kaum dass sie das Büro betreten hatten. »Merken Sie denn nicht, was dieser Scheich von Ihnen will?«

Peggy hatte wirklich noch nichts gemerkt. Sie reagierte deshalb recht unwirsch.

»Der Scheich reist in drei Tagen ab.« Sie ließ sich nicht gerne anfahren, auch von dem Maestro nicht. Aufmüpfig setzte sie hinzu: »Und damit Sie es genau wissen, er hat mich gebeten, ihn zu begleiten.«

»Ha!« Romeo fuhr sich mit beiden Händen in seine schwarze Mähne. »Wusste ich es doch! Von Anfang an habe ich es befürchtet und kommen sehen. Er will eine Odaliske aus Ihnen machen!«

»Eine was?«, fragte Peggy verwirrt.

»Eine Odaliske!«, wiederholte Romeo. »Sagen Sie nur, Sie wissen nicht, was eine Odaliske ist.«

»Muss man das denn wissen?«

»In Ihrem speziellen Falle – si.« Romeos Stimme schwoll an. Er wiederholte: »Si! Si!« Vergebens versuchte er, sich zu mäßigen. »Eine Odaliske, das ist eine weiße Frau in einem Harem!«

Peggy setzte sich schnell auf einen der pinkfarbenen Samthocker, die in dem Büro herumstanden. Sie schüttelte heftig den Kopf.

»Nein, das glaube ich nicht!«

»Ihre Naivität schreit zum Himmel, Margarita! Was glauben Sie denn, was der Scheich sonst von Ihnen will?«

»Ich weiß es nicht. Sie sind ja dazwischengeplatzt. Er konnte es mir nicht mehr sagen.«

»Ahnte ich es doch, dass ich noch im letzten Moment gekommen bin.« Romeo geriet immer mehr außer sich. »Ich habe Sie beide im Spiegel beobachtet. Oh, wie der Scheich Sie mit seinen Plüschaugen verschlungen hat! Er wartet nur darauf, Sie seinem Harem einzuverleiben! Und wissen Sie, was Sie dort erwartet?«

Der Maestro ließ Peggy keine Chance zu einer Erwiderung und gab die Antwort selbst.

»Dort erwarten Sie einundzwanzig eifersüchtige Frauen, die sich wie Hyänen auf Sie stürzen werden, und das Geplärr von siebenundzwanzig Ragazzi!«

»Siebenundzwanzig?«, stammelte Peggy. »Der Scheich hat siebenundzwanzig Kinder?«

»Siebenundzwanzig!«, bestätigte Romeo. »Nun, das ist kein Kunststück bei einundzwanzig Frauen. Zwei Bambini sollen noch unterwegs sein. Deshalb hat seine Lieblingsfrau ihn auch nicht begleitet, sie ist eine der beiden Frauen, die wieder ein Bambino erwartet.«

»Und woher wissen Sie das so genau?«

»Von einem der Leibwächter des Scheichs.«

Die Leibwächter des Scheichs trugen die landesübliche Kleidung, sie liefen in weißen Walli-Gewändern herum, und auch ihre Häupter waren weiß verhüllt. Das wirkte ungeheuer romantisch, doch unter den Wallis steckten stahlharte Burschen, die nicht nur Karate meisterhaft beherrschten, sondern auch blitzschnell mit modernsten Waffen aus der Hüfte schießen konnten.

Peggy war ein wenig enttäuscht. Dabei war es nicht etwa so, dass sie in den Scheich verliebt gewesen wäre. Sie fand ihn nur einfach toll, und er imponierte ihr.

Aber die einundzwanzig Frauen und die siebenundzwanzig Kinder, die der Scheich angeblich haben sollte, beraubten sie doch etlicher Illusionen. Sie hatte ihn in ihrer Fantasie als einsamen, ruhelosen Wüstensohn gesehen. Natürlich gehörte zu einem Scheich ein Harem, doch das war für Peggy mehr ein abstrakter Begriff gewesen.

»Stehen die Leibwächter denn nicht unter Schweigepflicht?«

Romeo lächelte mitleidig.

»Der arme Bursche ist kahl unter seinem weißen Haupttuch, er hat dadurch Probleme mit den Frauen.«

»Sie können ihm doch keine Haare wachsen lassen«, sagte Peggy.

»Nein, das natürlich nicht.« Romeo spielte lässig seinen Trumpf aus. »Aber ich habe ihm ein Toupet verpasst, es ist einfach maraviglioso!« Er küsste seine Fingerspitzen. »Es sitzt wie angegossen. Der Bursche sieht wie ein Gott damit aus!«

»Und deshalb hat er Ihnen die Haremsgeheimnisse verraten?«

»Evidamente! Es war mein Preis für das Toupet.«

Der Maestro war berühmt für seine Preise, die sich in astronomischen Höhen bewegten. Den hochkarätigen Gästen des Nobelhotels fiel es freilich nicht schwer, diese Preise zu bezahlen, sie erledigten das lässig aus der Westentasche.

»Lag Ihnen denn so viel daran, die Haremsgeheimnisse zu erfahren?«, fragte Peggy etwas benommen.

»Welchen Mann interessiert das nicht? Den Frauen geht es übrigens gut. Sie besitzen eine Menge Dinge, von denen andere Frauen nur träumen können: Juwelen, Perlen, Diamanten, kostbare Roben. Sie leben in Reichtum und im Überfluss.«

Jetzt senkte der Maestro seine Stimme und sah Peggy beschwörend an.

»Aber sie sind Gefangene, und sie hassen sich. Die Eifersucht aufeinander bringt sie schier um, denn sie haben nur einen Herrn, dem sie gefallen und zu willen sein und gehorchen müssen – den Scheich. So will es Allah.«

»Und was ist mit den Kindern?«, fragte Peggy.

»Denen geht es auch gut«, versicherte Romeo. »Sie haben ja ihre Mütter und alle einen Vater. Sie sind es nicht anders gewohnt. Aber die Kinder einer Odaliske wären Fremdlinge, wenn Sie verstehen, was ich meine, Margarita.«

Peggy schockte vor allem das Wort »Odaliske«, es klang schrecklich in ihren Ohren.

»Kurzum«, fuhr der Maestro fort, »vergessen Sie den Scheich und heiraten Sie mich, Margarita!«

»Was?«

»Das war ein Antrag!«, erläuterte Romeo etwas gekränkt, weil Peggy das nicht gleich begriff.

»Doch nicht etwa ein Heiratsantrag?«, hakte sie verblüfft nach.

»Kommt das denn so überraschend für Sie?«

»Ziemlich«, gab Peggy zu. »Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Und was ist mit dem wichtigen Anruf, über den Sie mich informieren wollten?«

»Sie haben eine Erbschaft gemacht«, erklärte er ihr nun ein wenig widerstrebend.

»Das ist ausgeschlossen«, widersprach Peggy. »Es muss ein Irrtum sein. Es gibt niemanden, den ich beerben könnte!«

»Doch. Ihre Tante Gundel.«

»Tante Gundel?« Peggy riss erschrocken die Augen auf.

»Sie haben doch eine Tante Gundel?«

»Ja natürlich. Sie ist die Schwester meiner Mutter. Aber ich habe kaum Kontakt zu ihr, sie lebt auch in einer anderen Stadt. Als meine Eltern gestorben sind, da habe ich gehofft, sie könnte sich vielleicht ein bisschen um mich kümmern, aber davon wollte sie nichts wissen. Sie habe genug mit ihrem Salon zu tun, hat sie damals gesagt, und deshalb habe sie keine Zeit für mich. Das hat mir wirklich wehgetan. Dabei ist sie eigentlich eine nette Frau.«

»Sie war eine nette Frau«, korrigierte Romeo Peggy etwas salbungsvoll. »Denn sie lebt nicht mehr.«

»Tante Gundel?« Das konnte Peggy sich nicht vorstellen. »Sie ist doch so lebendig!«, beteuerte sie. »Sie hat unglaublich viel Temperament. Ich habe sie zum letzten Mal bei der Beerdigung meiner Eltern gesehen. Und damals war sie putzmunter.«

»Und jetzt ist sie tot.«

Dieser lapidare Satz des Maestros erschreckte Peggy fürchterlich.

»Woher wissen Sie das überhaupt?«

»Von dem Notar, der angerufen hat und Sie sprechen wollte, Margarita.

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