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Sie kommen

Alfred J. Schindler

 

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Horrorthriller

 

von

 

Alfred J. Schindler

 

 

 

 

VORWORT

 

 

Es pocht an unsere Haustüre. Ich schrecke auf, weil ich auf der Wohnzimmercouch tief geschlafen habe. Ein kurzer Blick auf meine Armbanduhr: Es ist genau fünfzehn Uhr. Wer kann das sein? Meine Freunde sind in um diese Zeit in ihrer Arbeit und Helgas Freundinnen sind jetzt sicherlich auch mit ihren persönlichen Dingen beschäftigt.

 

Ich empfinde dieses Pochen als sehr aufdringlich. Warum klingelt die Person nicht? Muss denn dieses unangenehme Pochen sein? Oder sieht die unbekannte Person unsere überdimensionale Klingel nicht? Es könnte eigentlich nur der Briefträger sein, der beide Hände voll hat und nicht klingeln kann. Oder es ist jemand vom Versandhandel, der uns ein Paket bringt. Er pocht wahrscheinlich mit dem Ellbogen gegen die Türe.

 

Ich erhebe mich von der Couch und verlasse das Wohnzimmer. Genüsslich zünde ich mir eine Zigarette an. Langsam gehe ich durch den langen, dunklen Flur. Hat Helga das Pochen nicht gehört? Wo ist sie denn? Oben im Schlafzimmer? Oder ist sie in ihrem Zimmer? Sie könnte auch in der Waschküche sein! Immer muss ich zur Haustüre gehen, wenn jemand zu uns kommt. Gemächlich gehe ich Richtung Türe. Ich schaue durch den Spion und bin völlig überrascht.

 

Was ist denn das? Zwei mir unbekannte Leute, die ich nicht kenne, stehen vor der Türe, und jetzt pochen sie schon wieder. Da ihre Gesichter völlig verschmutzt und mit lehmigem Dreck überzogen sind, kann ich sie nicht erkennen. Meine Freunde sind es sicherlich nicht, denn die waschen sich. Was soll das nur? Wer läuft mit solchen schmutzigen Gesichtern in der Gegend herum? Irgendetwas stimmt hier nicht!


Poch – poch – poch!

 

Hart und fordernd sind diese dumpfen Geräusche, die bei mir eine Gänsehaut erzeugen. Ich fühle mich irgendwie genötigt und zugleich bedroht...

 

 

01

 

 

Ich öffne die Türe einen Spalt und frage: „Was kann ich für Sie tun?“

Die blechern klingende Stimme des Mannes antwortet:

„Herr König, könnten sich meine Frau und ich bei Ihnen waschen?“

„Wie bitte?“

Die Frau sagt: „Wir möchten uns gerne bei Ihnen duschen.“

„Sie möchten - was?“

„Duschen!“

„Woher kennen Sie meinen Namen?“

„Er steht an der Türe auf dem kleinen Schild!“

 

Ich betrachte das Pärchen von oben bis unten und sehe, dass auch ihre Kleidung, Ihre Hälse und ihre Hände voller Schmutz sind. Der Dreck sieht wie frische Erde aus. Ich kann mich aber auch täuschen. Sie sehen fürchterlich aus! Ja, das kann man wohl sagen. Wie konnte denn das passieren? Hatten sie einen Autounfall und wurden in den Dreck geschleudert? Ich verstehe es nicht.

 

Das Pärchen antwortet mir nicht. Sie wirken sehr traurig auf mich. Niedergeschlagen, ausgelaugt und sehr schmal. Ihre abgerissene Kleidung ist viel zu weit für ihre Körper. Sie sehen so aus, als ob sie einen langen Fußmarsch hinter sich hätten. Ihre Schuhe sind vom Dreck völlig verklumpt. Ich versuche, mir von den Beiden ein Bild zu machen, aber es gelingt mir nicht. Sie scheinen tatsächlich zu Fuß gekommen zu sein, denn ich sehe weder Fahrräder noch ein Auto.

 

„Sie sehen ja fürchterlich aus! Man kann ja gar nicht Ihre Gesichter erkennen! Haben Sie sich bei diesem Platzregen in einem Sandkasten gewälzt?“

 

Wir kommen von unten.“

 

Von unten, überlege ich. Wie von unten? Meinen Sie vom unteren Tal? Ihr Blick ist mehr als traurig. Sind die Beiden etwa depressiv? Sind sie psychisch krank? Es könnte ja sein, dass sie einer Nervenheilanstalt entsprungen sind. Nein, die Zwei kommen mir nicht ins Haus.

 

Sie kommen mir nicht geheuer vor.

Wie die aussehen...

Und überhaupt!

 

Unser Haus ist doch kein Schwimmbad, wo sich jeder Fremde duschen kann! Aber in diesem Aufzug kämen die Beiden sowieso nicht in ein Hallenbad.

 

Da ich etwas größer bin als die beiden seltsamen Gestalten, blicke ich zufällig über sie hinweg. Und ich denke, ich träume. Wie gesagt, es regnet stark und die dicken Tropfen klatschen auf den breiten, betonierten Gehweg und auf die leere Straße.

 

Plötzlich sehe ich, wie ein Mensch von unten aus dem Gehweg nach oben steigt. Es ist unglaublich. Ganz langsam zieht er sich an den Rändern hoch, bis er endlich steht. Es befindet sich kein Loch im Gehweg, durch das er sich zwängen muss, sondern die Ränder der Öffnung umschließen die Gestalt. Er, der Mensch, sieht den beiden Figuren vor meiner Haustüre verdammt ähnlich: Von Kopf bis Fuß voller Dreck und Schlamm. Sein Gesicht ist nicht erkennbar. Eine dicke Schlammschicht bedeckt es. Er schüttelt sich ein wenig und kommt dann auf uns zu. Ich blicke auf den Gehweg und sehe, dass weitere Leute von unten aus dem Boden kommen. Sie schütteln sich und versuchen, ihre Gesichter mit ihren Händen ein wenig zu säubern.

 

Ich denke, ich bin im falschen Film...

Träume ich, oder wache ich?

 

Dürfen wir uns jetzt bei Ihnen duschen?“

 

„Nein. Das kommt gar nicht in Frage. Außerdem haben Sie Ihre ganze Familie mitgebracht.“

„Unsere Familie? Woher wissen sie...“, sagt er leise.

„Es ist also Ihre Familie!“

„Ja.“

„Wieso kommen Sie denn aus der Erde?“

„Wir fanden keinen anderen Weg nach oben.&

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