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Sexy Collection No. 2

Caprice – Die Erotikserie

Maren und Sophie sind beste Freundinnen und Journalistinnen bei Deutschlands größtem Boulevardmagazin BLITZ. Sie berichten von Events überall auf der Welt, die der internationale Adel, die High Society und Prominente aus dem Showgeschäft besuchen. Für ihre Artikel recherchieren sie knallhart – mit vollem Körpereinsatz …

Caprice ist eine Erotikserie, die monatlich in abgeschlossenen Folgen erscheint. In den einzelnen Folgen geht es mal härter und mal sanfter zu. Dafür sorgen die unterschiedlichen Autoren, die für diese Serie schreiben. Da jeder Autor seinen eigenen Stil hat, ist Caprice Folge für Folge ein neues erotisches Leseerlebnis.

Über diese Folge

Sex und Glamour – Caprice, die Erotikserie. Erleben Sie fünf aufregende Geschichten um die beiden attraktiven Reporterinnen Maren und Sophie. Die Sexy Collection No. 2 enthält die Caprice-Folgen: Heißes Spiel für 3, Süße Früchtchen auf Hawaii, Manhattan Sex Story, Interview mit einem Verführer, Fingerspiele

Über die Autoren

Bella Apex ist ein Kind der späten Sechziger und lebt in einer aus Film und Fernsehen bekannten westfälischen Metropole. Seit 2010 coacht sie Menschen zum Thema »erfüllte Sexualität« und schreibt mit Liebe, Lust und Leidenschaft über die schönste Sache der Welt. Jetzt auch für Caprice. www.bella-apex.eu

Nach vielen Jahren als Lektorin in einem großen deutschen Verlag arbeitet Sandra Sardy jetzt als freie Autorin. Sie hat etliche Bücher und unzählige Illustriertenromane veröffentlicht und Drehbücher verfasst. Sie liebt schwarze Katzen, gelbe Rosen und ausgedehnte Reisen, die ihr immer neue Inspirationen verschaffen.

Angelina Kay wuchs bei ihren Großeltern in New York, USA, auf. Nach ihrem College-Abschluss zog es sie nach Deutschland zurück, wo sie als freie Journalistin bei einer Zeitung arbeitete. Heute lebt sie in Kalifornien auf einer großen Ranch und widmet sich ganz ihrer Arbeit als Autorin und ihren Mustang Pferden.

Isadorra Ewans ist das Pseudonym der Autorin Klarissa Klein, die auch unter den Pseudonymen Ana Riba und Sara Bellford schreibt und auch damit in den Bestseller-Listen zu finden ist. Isadorra Ewans steht für gefühlvolle Erotik mit dem gewissen Etwas.

Natalie Frank lebt und arbeitet in Berlin. Beim Schreiben ihrer erotischen Romane lässt sie sich von den Eindrücken und Abenteuern inspirieren, die sie auf ihren Reisen zu den exklusivsten Orten der Welt erlebt.

Caprice – Maren und Sophie

Maren, die Unschuld vom Lande – das ist zumindest ihre Masche. Dass sie nicht so unschuldig ist, wie sie tut, haben schon die Dorfjungs, mit denen Maren in einem norddeutschen Kaff aufwuchs, am eigenen Leib erleben dürfen. Da sie die Jungs nur aus Langeweile vernaschte, zog es sie in die Großstadt, und sie landete bei Deutschlands größtem Boulevardmagazin BLITZ. Maren weiß, dass ihre mädchenhafte, naive Art den Beschützerinstinkt bei Männern weckt und nutzt diese Tatsache für ihre Zwecke. Trotzdem hofft sie, damit auch ihrem Mr. Right zu begegnen. Und so lange sie den noch nicht gefunden hat, vertreibt sie sich die Zeit mit den Stadtjungs …

Spontan, dominant, durchsetzungsstark – das ist Sophie, der selbstbewusste Vamp mit französischen Wurzeln. Aufgewachsen in einem Pariser Vorort hat sie früh gelernt, sich alleine durchzuboxen. Schon damals merkte sie, dass sie eine gewisse Anziehung auf Männer ausübt – und bekam auch so die Stelle beim BLITZ. Ihre neugierige Reporternase führt sie nicht nur zu exklusiven Topstorys, sondern auch in Situationen, bei denen sie ihre Phantasien ausleben kann. Denn das findet sie viel spannender, als die große Liebe zu suchen. Außerdem ist ihr Körper zu wertvoll, um nur von einem Mann bewundert zu werden …

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Bella Apex

Heißes Spiel
für Drei

Das Gespräch im Badezimmer verstummte abrupt. Offenbar hatte BLITZ-Chefredakteur Walter Stein das Telefonat mit Sophie auf seine bekannt uncharmante Art beendet.

Maren stand noch immer vor der verschlossenen Tür. Sie wusste auch ohne nachzufragen, dass sie jetzt fällig war.

»Merde«, fluchte Sophie in die Stille. Nach der Nacht und den Verwünschungen, die hinter ihr lagen, klang es nur noch kläglich. »Die waren schlecht. Garantiert«, wiederholte sie zum x-ten Mal. »Warum musste ich auch bloß diese verdammten Muscheln mit Schweinefleisch essen? Das schreit doch schier nach Magenschmerzen. Mon dieu, ich Idiot!«

Allerdings, stimmte Maren ihrer Freundin innerlich zu und dachte an Lady Gaga. Die konnte sie jetzt erst mal vergessen. Und das nur, weil Sophie sich gestern Abend beim Portugiesen stilecht auf ihren neuen Auftrag einstimmen wollte. Dreieinhalb Tage Algarve. Im Januar hatte dort das Internationale Gourmet Festival stattgefunden, das neuerdings hinter vorgehaltener Hand als Hot Spot für prominente Köche und Feinschmecker gehandelt wurde. In diesem Jahr war »Herr der Ringe«-Star Orlando Bloom unter den Besuchern gesehen worden. Seitdem brodelte die Gerüchteküche.

Fast alle einschlägigen Magazine hatten ihre üblichen Mutmaßungen angestellt: Wollte dieser Leckerbissen von einem Mann, den seine weiblichen Fans tränenreich an das »Victoria’s Secret«-Model Miranda Kerr verloren hatten, sich etwa in Portugal niederlassen? Hatte er für seine Familie sogar schon ein Haus gekauft? Warum sonst hätte er sich auf dem Festival so auffällig für die Gegend um Albufeira interessieren sollen?

Die BLITZ hatte natürlich in den Kanon mit eingestimmt. Vom fernen Hamburg aus hatte Sophie jedoch keine letzte Gewissheit bekommen können, und jetzt war Walter Stein mit seiner ohnehin nicht gerade sprichwörtlichen Geduld am Ende. Nach drei Monaten leerer Spekulation wollte er für sein Blatt endlich einen Kracher landen. Exklusiv. Klar.

Wie erwartet, klingelte Marens Handy. Die Nummer im Display kannte sie besser als ihre eigene.

Sie ging ran. »Ich tu’s nicht, Walter. Definitiv nicht.«

»Hat jemand gesagt, du hättest eine Wahl?«

»Es ist fast neun. Der Flug geht in anderthalb Stunden. Das schaff ich nie. Außerdem ist Sophie die Expertin für dieses Thema. Ich bin an der Gaga-Sache dran. Schon vergessen?«

»Nein, aber du vergisst, wer hier den Kurs bestimmt.«

»Wieso sind Bloom und sein Hollywood-Herzchen wichtiger? Ich seh nicht ein, dass –«

»Hör zu. Im Gegensatz zu dir ist Sophie bei ihrem Auftrag kurz vorm Ziel. Erfolg zählt, sonst nichts.«

»Aber Walter –«

»Am Montag will ich Ergebnisse«, blaffte er sie an, als müsse er dringend Luft ablassen, damit seine Bauchkugel nicht platzte. »An deiner Stelle würde ich jetzt mal langsam meinen Wackelarsch bewegen. Die Zeit läuft.«

Wütend starrte Maren ihr iPhone an, bis das Display erlosch. Stein gehörte zu der Sorte männlicher Wadenbeißer, die versuchten, geringe Körpergröße durch cholerisches Aufplustern wettzumachen, was ebenso nutzlos wie armselig war. Aber ihre beste Freundin hing nun mal in den Seilen, sodass Maren in diesem Fall tatsächlich keine Wahl hatte. Zweifellos würde Sophie das Gleiche auch für sie tun.

Na schön. Dann musste sie eben später beweisen, dass Lady Gaga und ihr »angeblich für immer Exfreund« Lüc Carl heimlich ihre Stunk-Beziehung wieder aufgenommen hatten.

Zum Trost würde sie sich in Portugal eine nette Zeit machen. So schwer konnte es ja nicht sein, Blooms Spuren zu folgen. Schon morgen würde sie den Auftrag erledigt haben und sich die restliche Zeit entspannt am Strand vergnügen.

Maren ging in ihr Zimmer und warf einen Blick aus dem Fenster. Der Himmel zeigte sich im schönsten Hamburger Grau. Im Nu hatte sie mit dem Handy ein Wetterportal aufgerufen, das für die nächsten Apriltage in Albufeira bereits optimale 22 Grad versprach. Na bitte, wenn das nicht nach einem Flug ins Paradies klang …

***

Marens Herz machte einen Satz in Richtung Schwerkraft. Noch einmal sah sie auf ihre Bordkarte, aber die Platznummer blieb dieselbe: 24 K. Erst hatte sie sich überschlagen müssen, um es buchstäblich in letzter Sekunde in den Flieger zu schaffen – und dann das.

»Moin«, sagte der Winona-Ryder-Verschnitt auf Platz 24 H und grinste ihr frech ins Gesicht. »Dein ist der Fensterplatz.«

Für Herzblut-Journalisten gibt es keine Probleme, nur Chancen. Maren hatte die Worte ihres Professors noch im Ohr, als wäre seine Einführungsvorlesung erst gestern gewesen. Super Theorie, aber der Mann kannte Jana Schneider nicht. Dieses Wesen war ein einziger Stein im beschwerlichen Weg redlich arbeitender Kollegen. Allerdings so hinderlich wie das Matterhorn und skrupellos genug, die Konkurrenz unter Bergen verbaler Lawinen zu begraben. Wer sich von Janas zierlicher Figur, den dunklen Rehaugen im blassen Gesicht und dem knabenhaft kurz geschnittenen Braunschopf täuschen ließ, war geliefert. Sie galt als schärfste Spürnase der Star-Gazette »Sternenhimmel« oder, wie böse Zungen sie gern nannten, als »Schneewittchen Gnadenlos«. Maren war Janas nähere Bekanntschaft bisher erspart geblieben. Sophie allerdings hatte schon eine ziemlich unerfreuliche Begegnung mit der Kindfrau hinter sich: Beim Rihanna-Konzert in der Hamburger o2-World im letzten Dezember hatte Jana die sonst so gewiefte Sophie mal eben auf einer Toilette eingesperrt und ihr das Exklusiv-Interview weggeschnappt.

Dass nun ausgerechnet diese Person in der Maschine nach Faro neben ihr saß, konnte kein Zufall sein. Maren hätte ihr Mittelstrecken-Menü darauf verwettet, dass Jana der gleichen Fährte folgte. Irgendwie musste sie Wind davon bekommen haben, dass die BLITZ-Redaktion jemanden nach Portugal schickte – und so viele spannende Themen warteten da nun mal nicht. Wehe, dachte Maren, wenn ich rausbekomme, wer sich da verplappert hat. Jetzt nützte ihr das aber rein gar nichts, denn der Zweikampf hatte soeben begonnen.

Umso erstaunter war sie, als Schneewittchen sich friedlich gab. Nach der Begrüßung ignorierte sie Maren völlig, sah gelegentlich in Richtung Cockpit und widmete sich ansonsten ihrem Netbook. Fast fühlte Maren sich beleidigt. War sie für Jana etwa keine ernst zu nehmende Konkurrentin? Sie spürte Ärger in sich hochsteigen. Dir zeig ich’s noch, dachte sie. Mach du ruhig auf harmlose Unschuld. Dann kann ich mir ganz in Ruhe überlegen, wie ich vorgehe. Für meine Recherche und gegen dich.

Eine halbe Stunde Grübelei und verstohlene Seitenblicke später war Maren klar, dass Jana ein paarmal zu häufig aufsah und ihren Mund dabei auf diese ganz spezielle Weise verzog, die nur eins bedeuten konnte: Sie flirtete jemanden an.

Mir doch wurscht, dachte Maren und wollte sich gerade wieder ihrem Schlachtplan widmen, als ihr einfiel, was John Feyn erst kürzlich über Jana gesagt hatte. Er fotografierte für die BLITZ und hatte sich auf dem gemeinsamen Heimweg von einem Interview nachgerade abfällig über die Kollegin geäußert.

»Die macht nie irgendwas ohne Berechnung«, hatte er geätzt, was reichlich untypisch für ihn war, wo er doch stets von sich behauptete, Frauen besonders für ihre Raffinesse zu lieben.

Mit einem Mal war Maren alarmiert.

Wenn ihr Hausfotograf für Janas offenbar enttäuschend kurze Gunst die Portugal-Info preisgegeben hatte, konnte er sich warm anziehen, sexy Arsch hin oder her.

Momentan war jedoch viel wichtiger, wem das durchtriebene Luder da gerade schöne Augen machte. Maren stand auf und tat so, als wollte sie zur Toilette. Sie schlängelte sich an Jana vorbei und warf einen Blick in die Business-Class, die ab der nächsten Sitzreihe vor ihnen begann. Alles, was sie sah, war jedoch bloß eine Stewardess, die mit routinierter Fröhlichkeit Bloody Marys verteilte.

***

Auf dem Rückweg hatte Maren dagegen so viel Glück, dass ihr der Atem stockte. Sie war nur noch wenige Schritte von Reihe 24 entfernt, als sie den Typen erkannte, der sich den Hals Richtung Holzklasse verdrehte und Jana sein verschmitztes Grinsen zuwarf. Nein, sie irrte sich nicht, nur eine Reihe weiter vorne saß Rick Paulsen, das Abbild des erfolgreichen hanseatischen Geschäftsmannes. Groß, blond, mit kantigem Kinn und smartem Auftreten, noch immer gut in Form für seine über vierzig Jahre und darüber hinaus mit besten Kontakten zur internationalen Prominenz gesegnet. Ein moderner Hasardeur, von dem es hieß, er sei sogar mit einigen Mitgliedern europäischer Königshäuser mehr als gut bekannt.

Maren hatte keine Ahnung, ob das stimmte. Aber ein Draufgänger war der für seine Guerilla-Methoden bekannte Unternehmensberater auf jeden Fall. Denn kaum dass er sie gesehen hatte, verlagerte sich seine Aufmerksamkeit, und er hielt sie mit seinem blauäugigen Blick gefangen. Viel zu lang, dachte sie und quetschte sich wieder an Jana vorbei.

Den restlichen Flug über hatte sie genug Zeit, um sich einzugestehen, dass sie gründlich verwirrt war. Trotzdem brauchte sie dringend einen guten Plan, jetzt umso mehr, wo klar war, dass Jana sich sofort an Rick hängen würde, um seine Verbindungen in die High Society für sich zu nutzen. Denn daran bestand kein Zweifel: Wenn jemand die gesuchten Informationen haben könnte, dann er. Der Jet Set war gewissermaßen seine Westentasche.

***

Ihre Chance, hineinzugreifen, bekam Maren früher als erhofft. Während sie nach der Landung auf ihr Gepäck wartete, schlenderte Rick wie beiläufig auf sie zu und sprach sie an.

»Morgen Abend lasse ich im ‚Albufeira Golf and Spa Ressort‛ eine private Party steigen. Nur Freunde. Hast du Lust, vorbeizukommen?« Mit einem Lächeln setzte er hinzu: »Wär mir eine große Freude.«

Maren sah ihn kühl an und hoffte, dass er ihr nicht anmerkte, wie sehr sie seine Einladung überraschte. Er lud sie in das Luxushotel am Platze ein, was weit mehr war, als sie sich hatte wünschen können. Trotzdem gab sie sich zurückhaltend. Ein bisschen Taktik konnte nie schaden.

»Wie komme ich zu der Ehre?«, fragte sie kühl.

»Du gefällst mir«, antwortete er so frei heraus, dass sie gegen ihren Willen beeindruckt war. »Außerdem mag ich es, wenn jemand in der Fremde meine Sprache spricht. Das ist ein bisschen wie Heimat.«

Wieder lächelte er sein verschmitztes Jungenlächeln und setzte sich in Bewegung. Nach ein paar Schritten drehte er sich um.

»Darf ich hoffen, verehrte …?«

»Maren Janson«, sagte Maren und spürte ein Ziehen im Unterleib.

Er nickte und ging langsam weiter.

»Aber ich kenne nicht mal deinen Namen«, rief Maren ihm nach. Er sollte bloß nicht glauben, dass sie wusste, wer er war und noch weniger, dass sie in Ehrfurcht vor ihm erstarrte. Oder in Erregung.

»Rick«, rief er zurück. »Rick Paulsen aus Hamburg. Frag einfach an der Rezeption nach mir.«