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Mein geheimes Verlangen

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Autorenvita
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Sex mit Freunden - Mein geheimes Verlangen
  7. In der nächsten Folge

Über dieses Buch

Mal wieder ist Julias Mann beruflich auf einem Containerschiff wochenlang unterwegs. Wie immer fühlt sie sich in dieser Zeit einsam. Damit ihr nicht die Decke auf den Kopf fällt, gibt sie öfter als sonst Trainingsstunden in einem Fitness-Studio. Dort begegnet sie immer häufiger einem befreundeten Pärchen. Auffällig oft trifft sie Tobias und Annica in der Sauna. Und an einem Abend ist die Luft dort nicht mehr das heißeste …

Mein geheimes Verlangen erzählt die Geschichten von Frauen im besten Alter und der Erfüllung ihrer heimlichen erotischen Wünsche.

Autorenvita

Karyna Leon ist das Pseudonym der Autorin Ann-Kathrin Karschnick. Sie schreibt nicht nur erotische, sondern auch phantastische Romane. Neben ihrer Hauptbeschäftigung in einer Hamburger Reederei, ist sie ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz als Sanitäterin und als Gruppenleiterin fürs Jugendrotkreuz tätig.

Ich lief von einer Ecke des Schlafzimmers zur nächsten und warf meine Sportsachen in die Tasche. »Wenn er wach wird, gib ihm seinen Waschbären. Dann schläft er wieder ein«, sagte ich zu meiner Mutter.

Diese stand im Türrahmen und beobachtete mich mit verschränkten Armen. »Julia, es ist nicht das erste Mal, dass ich auf meinen Enkel aufpasse. Und dich habe ich auch groß bekommen. Also, mach dir keine Sorgen.«

Ich zerrte an dem Reißverschluss, der schon seit einigen Wochen klemmte. Bisher war ich zu geizig gewesen, mir eine neue Sporttasche zu gönnen. Nur weil sich ein Seitenfach nicht mehr schließen ließ. »Danke, Mutti. Du bist die Beste. Ich bin in zwei Stunden zurück.«

»Wie jeden Donnerstag. Jetzt geh, sonst verspätest du dich zu deinem Kurs.« Auch wenn ihre Worte ungeduldig klangen, lächelte meine Mutter.

Ich stürmte die Treppe hinunter, griff nach meinem Schlüsselbund und verließ das Haus. Die Sommersonne strahlte selbst jetzt am Abend noch vom Himmel und wärmte meine Haut. Den Weg zur Garage fand ich im Schlaf, schließlich ging ich ihn seit zweieinhalb Jahren. Als der Weg noch unbefestigt war, hatte ich Schwierigkeiten gehabt, mir in den Wintermonaten nicht die Knochen zu brechen. Aber Karsten, mein Mann, hatte im letzten Sommer die Auffahrt und die Terrasse unseres Neubaus gepflastert. Zusammen mit Tobias, dem Mann meiner besten Freundin Annica, hatte er anderthalb Wochen lang jeden Abend gearbeitet, während wir Frauen unsere Kommentare dazu abgegeben hatten.

Ich stieg ins Auto, warf die Tasche auf den Beifahrersitz und fuhr los. Wenn Karsten zu Hause war, musste meine Mutter nicht auf Dennis aufpassen. Karsten war jedoch vor drei Wochen in See gestochen. Vier Monate sollte sein Einsatz insgesamt dauern, dann erst würde mein Mann für zwei Monate zu uns zurückkehren. Er arbeitete als Erster Ingenieur an Bord eines Containerschiffs und verdiente gut dabei. Theoretisch brauchte ich nicht arbeiten zu gehen.

Aber für mich war mein Job als Fitnesstrainerin kein Zwang, sondern ein Ausgleich zu meinem sonst so unsportlichen Alltag. Ich liebte den Schweiß, die Anstrengung, den Spaß an der Bewegung.

Fünf Minuten später erreichte ich das Fitnessstudio und stellte mich auf einen der Angestelltenparkplätze. Seit vier Jahren gab ich bereits regelmäßig meine Kurse. Der kastenförmige Bau bot keinen besonders ansprechenden Anblick, doch für mich fühlte es sich darin wie eine Kuscheldecke im Winter an, in die ich mich einwickeln konnte.

An diesem Abend stand ein Kurs Bauch, Beine, Po mit einer gemischten Gruppe auf dem Programm. Darunter waren auch einige neue Kunden, nachdem ich auf die Idee gekommen war, gezielt Büromitarbeiter aus der näheren Umgebung anzusprechen. Außerdem bot ich firmeninterne Kurse an, um es den Schreibtischtätern leichter zu machen, sich zum Sport aufzuraffen.

»Hey, Julia. Alles klar bei dir?« Wie jeden Donnerstag stand José an der Bar und kümmerte sich um die Begrüßung der Gäste. Ich übernahm diese Aufgabe immer samstags. Wir wechselten uns ab, je nachdem ob ein Kurs anstand oder nicht.

»Immer. Das weißt du doch. Und selbst? Ist viel los?« Ich zwinkerte ihm zu, während ich Richtung Umkleidebereich ging.

»Nur die üblichen Verdächtigen. Obwohl, ein Neuer ist dabei. Knackiger Hintern, wenn du mich fragst.« José grinste und zwinkerte zurück.

Ich lachte und stieß die Tür zu den Umkleideräumen auf. Ich war froh, dass ich kein Single mehr war. Gegen José hätte ich bei den Männern keine Chance gehabt. Mit seiner charmanten portugiesischen Art, seinem gesunden, braunen Teint und dem kräftigen, trainierten Körper war er mehr als attraktiv. Als ich im Studio anfing, hatte ich geglaubt, dass José sich an mich heranmachen wollte. Bis mir klar wurde, dass er schwul war. Ich seufzte leise. Wenn es anders wäre, hatte ich glatt schwach werden können. Besonders nun, da Karsten nicht da war. Die Einsamkeit ließ meinen Blick immer mal wieder zu Josés knackigem Hintern und seinen durchtrainierten Armen wandern.

Ich verstaute meine Sportsachen im Spind und lief hinüber in den Trainingsbereich. Auf einem der Laufbänder entdeckte ich zu meiner Überraschung Tobias. Ich durchquerte den weitgehend leeren Raum, bis ich bei ihm war.

»Hi, was machst du denn hier?«, fragte ich mit einem Lächeln.

»Training«, keuchte er. Auf seiner Stirn zeigten sich bereits einige Schweißperlen. Er musste schon eine ganze Weile laufen, denn unsportlich war Tobias nicht. Zumindest hatte ich das bisher angenommen. Er besaß einen kleinen Bauchansatz und kein ganzes Bierfass, wie es andere Männer in seinem Alter bereits vor sich herschoben.

»Dann mal viel Spaß. Ich muss in meinen Kurs. Grüß Annica von mir.«

Tobias nickte nur und starrte erneut auf die Anzeige vor sich. Ich schüttelte den Kopf. Bisher hatte ich Tobias nicht für den Typ Mann gehalten, der ins Fitnessstudio ging. Vielmehr hatte ich ihn mir beim Crosslauf im Wald vorgestellt. Querfeldein über Stock und Stein. Vielleicht noch Hanteln, mit denen er zu Hause trainierte. Für einen Technischen Zeichner hatte er eine erstaunlich ausgeprägte Armmuskulatur. Und ich bezweifelte, dass die in seiner Firma genutzten Bleistifte und Lineale dafür geeignet waren, seine Arme so aussehen zu lassen.

Ich ließ den Gedanken fallen. Die Oberarme des Ehemannes meiner besten Freundin gingen mich nichts an. Und die einzigen Körperteile, die mich in der kommenden Stunde zu interessieren hatten, saßen unterhalb der Brust.

»Guten Abend, ihr Lieben«, begrüßte ich die Teilnehmer meines Kurses. Ich entdeckte ein paar unbekannte Gesichter, was mich freute. Neue Teilnehmer bedeuteten, dass ich meinen Job gut machte. Abgesehen von den Anzeigen in den Tageszeitungen meiner Stadt, lebte das Fitnessstudio ausschließlich von Mundpropaganda. Und es funktionierte.

Eine Stunde später schickte ich die Kursteilnehmer unter die Dusche und ging zu José an die Bar. Ohne zu fragen, stellte er mir ein Wasser mit einem Spritzer Zitrone hin.

»Du weißt, was die Frauen wollen, was?« Ich schmunzelte und nahm einen großen Schluck.

José winkte ab. »Ihr seid für mich genauso mysteriös wie das Zustandekommen von Kleidergrößen. Man kann zwar auch in euch hineinschlüpfen, aber nur, weil ich durch die Öffnung passe, muss ich mich darin nicht wohlfühlen.«

Ich lachte auf. »Schon gut. Wir haben nun mal dasselbe Beuteschema, doch ich muss dich enttäuschen.« Ich trank einen weiteren Schluck des kühlen Getränks. »Der knackige Hintern, den du dir ausgeguckt hast, ist nicht mehr frei.«

José schüttelte den Kopf. »Die meisten von ihnen wissen doch gar nicht, was sie verpassen.«

»Er ist der Mann meiner besten Freundin und glücklich verheiratet. Also versuch es erst gar nicht.«

Mein Gegenüber neigte den Kopf und blickte an mir vorbei. Ich drehte mich um. Tobias kam auf mich zu und setzte sich an die Bar. Er atmete wieder gleichmäßig und roch, frisch aus der Dusche, nach Minze und einem herben Duft, den ich nicht einordnen konnte.

Ich rückte ein Stück, um Tobias Platz zu machen. »Training beendet?«, fragte ich.

»Mehr oder weniger. Der nette Herr hier hat mir erzählt, dass ich heute Abend ein Getränk frei hätte.« Tobias deutete auf José, der mit den Schultern zuckte und unschuldig lächelte. Ich musste ein Grinsen unterdrücken.

»Wenn er das sagt, ist es wohl so.«

»Ich wollte immer mal diese Energiedrinks ausprobieren.« Tobias legte seine Hand auf meine Schulter. »Welchen kannst du mir empfehlen, Julia?«

Mein Blick glitt über das Regal hinter der Theke, wo die runden Dosen mit den knallbunten Aufschriften und Beschreibungen standen. Wenn José arbeitete, sortierte er sie nach Alphabet, während eine Kollegin, mit der er einen Kleinkrieg führte, die Dosen nach ihrer Beliebtheit ordnete. Niemand kommentierte das, und weder José noch die Kollegin sprachen sich gegenseitig darauf an. Das ständige Umräumen war eine Beschäftigung, die ihnen in Fleisch und Blut übergegangen war.

»Probier mal Erdbeere. Den trinke ich am liebsten.«

»Erdbeere soll es sein«, sagte Tobias und nickte José zu.

»Einmal Erdbeere für den Mann mit dem Apfelhintern. Kommt sofort.«

Verdutzt starrte Tobias zu José und zurück zu mir. Lachend erhob ich mich und klopfte Tobias auf die Schulter. »Das ist für mich das Zeichen zu gehen. Wenn du es schaffst, die nächste halbe Stunde an der Bar zu bleiben, ohne zu flüchten, während ich dusche, hast du dir einen zweiten Drink verdient.«

Tobias sah für einen Moment aus, als ob er mir folgen wollte, statt allein bei José zu bleiben. Doch dann drehte er sich um und setzte sich auf einen Hocker an der Bar.

Als ich später wieder aus der Umkleidekabine kam, saß Tobias immer noch dort und unterhielt sich angeregt mit José. Ich warf meine Tasche auf den freien Sitz neben Tobias und band mir einen Zopf.

»Ah, da bist du ja wieder. Jetzt bekomme ich einen weiteren Drink, José. Diesmal darfst du aussuchen.«

»Zwei auf einmal. Übernimm dich nicht, sonst erträgt dich Annica heute Nacht nicht.« Ich winkte ab, als José mit dem Kopf auf die Wasserflasche deutete.

»Da muss sie durch. Außerdem haben wir ab morgen sturmfreie Bude.«

Ich nickte. »Die Kinder sind im Urlaub bei deinen Eltern, oder?«

»Für drei volle Wochen. Annica will morgen auch mitkommen. Wir machen seit einem Monat abends zu Hause Sport, aber es fehlen die Geräte.«

José stellte den zweiten Drink vor ihm ab und zwinkerte ihm zu. Tobias zwinkerte zurück. Okay, überlegte ich, irgendetwas habe ich in der letzten halben Stunde wohl verpasst. »Dann ist das Studio genau richtig.«

»Das dachte ich mir auch. Wenn es uns gefällt, kommen wir vielleicht regelmäßig her.«

»Macht das.« Ich stand auf und griff nach meiner Tasche. »Ich muss dich leider wieder verlassen. Meine Mutter passt auf Dennis auf. Bei meinem Glück ist er aufgewacht, und sie liest ihm aus ihren Horrorschmökern vor, damit er wieder einschläft.«

»Wenigstens schläft er ein, wenn du ihm vorliest. Marlene hat anscheinend einen Teletubbie verschluckt und ruft jedes Mal: ›Noch mal, noch mal!‹ Ihr vor dem Schlafengehen etwas vorzulesen, ist bei uns deshalb ein absolutes Tabu.«

Ich beugte mich vor und umarmte Tobias zum Abschied. Seine Hand lag warm und angenehm auf meinem Rücken. »Grüß Annica von mir und bis morgen Abend. Tschüss, José. Und sei artig.«

»Immer, meine Liebe.«

»Tschüss, Mama!«, rief Dennis und verschwand im Kindergarten. Die Tür schlug hinter ihm zu, und ich schüttelte den Kopf. Er war nun seit fast einem Jahr in der Bärengruppe. Anfangs hatte er sich an meinem Bein festgehalten und mich frühestens nach einer halben Stunde wieder losgelassen. Und das auch nur, wenn ich ihm versprach, ihn fünf Minuten früher als üblich abzuholen und mit ihm noch zu Hause auf den Spielplatz zu gehen. Wie gut, dass er die Uhr nicht lesen kann, dachte ich. Er hatte nie gemerkt, dass ich ihn jeden Tag zur selben Zeit abgeholt hatte. Auf den Spielplatzbesuch hatte er jedoch bestanden. Mittlerweile hatte er Freunde in der Gruppe gefunden, und ich war in der Sekunde abgemeldet, in der Dennis einen seiner Spielkameraden entdeckte. Ein kleines bisschen vermisste ich die Kuscheleinheiten mit meinem Sohn. Aber das holte er meist abends nach, sobald er müde wurde.

Ich stieg ins Auto und winkte meinem Sohn erneut durch den Zaun zu. Er saß im Sandkasten des Spielplatzes und lächelte mich kurz an. Dann war das blonde Mädchen mit dem rosa Kleidchen neben ihm interessanter. Einen Moment lang beobachtete ich, wie er seine Backförmchen mit ihr teilte, ehe ich den Motor startete und losfuhr. Der Wocheneinkauf stand bevor, und ich hatte keine Zeit zu verlieren.

Eine Stunde und zwei Aufreger über trantütige Kassiererinnen später war ich zu Hause und räumte meine Einkäufe in die Speisekammer und den Kühlschrank. Als wir das Haus geplant hatten, hatte ich auf eine Speisekammer bestanden. Ich kannte die Vorzüge eines solchen Raums aus meinem Elternhaus und wollte sie nicht mehr missen. Vier Jahre lang hatte ich in unserer letzten Mietwohnung ohne auskommen müssen und war beinahe verzweifelt. Jetzt hatte ich angenehm viel Platz in der Küche.

Nach dem Auspacken ging ich ins Schlafzimmer, wo ich Berge von sauberer Wäsche zusammenlegen musste.

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