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Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter # Band 5: Maddox, der Tyrann von Cornwall

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter # Band 5: Maddox, der Tyrann von Cornwall

Joachim Honnef and Tomos Forrest

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

Table of Contents

Title Page

Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter # Band 5: Maddox, der Tyrann von Cornwall

Klappentext:

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20.

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22.

Further Reading: Schwert und Schild – Sir Morgan, der Löwenritter Band 4: Überfall im Morgengrauen

Also By Joachim Honnef

Also By Tomos Forrest

About the Publisher

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Klappentext:

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In den Wäldern von Cornwall soll sich ein furchtbares Ungeheuer herumtreiben. Noch niemand hat es bislang gesehen. Nachts fallen wilde Reiter in Dörfer ein, töten, rauben, schänden und brandschatzen. Und ihr Schlachtruf ist Maddox! Man glaubt an Übersinnliches, an eine grausame Bestie, an eine Ausgeburt der Hölle, die alles sieht und hört und die sich rächen könnte, wenn man offen etwas über seine Gräueltaten erzählt. Sir Ronan of Launceston, der Sheriff von Cornwall, glaubt nicht an solche Märchen und schickt seinen Sohn Morgan zusammen mit den beiden Kriegsknechten Cynan und Rhodri aus, damit sie den dunklen Geschichten auf den Grund gehen ...

***

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1.

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Ein Blitz zuckte über den Himmel, an dem sich dunkle Wolken ballten, und tauchte den Hohlweg in gespenstisches Licht. Brynn, der Kutscher, fluchte lästerlich über das Gewitter.

Ein Donnerschlag ließ ihn verstummen. Hastig bekreuzigte er sich und blickte zum Himmel, von dem ihm der Regen ins Gesicht peitschte.

„Verzeiht, Herr“, murmelte er, „Ihr werdet schon wissen, weshalb Ihr dieses Sauwetter auf die Erde schickt. Bestimmt zürnt Ihr dort oben mit den Bösewichtern hier unten, zum Beispiel mit Maddox, der hier in Cornwall sein Unwesen treiben soll. Mag er vom Blitz getroffen werden, dieser verdammte ...“

Wieder zerriss ein Blitz die dunklen Wolken, und Brynn zuckte zusammen.

„Schon gut, Herrgott, ich fluche nicht mehr.“

Er versuchte, die Dunkelheit mit den Augen zu durchdringen, trieb die Gespannpferde zu schnellerem Tempo an und dachte an einen Krug Bier, den er am Ziel in der Schenke trinken wollte. Bei dem Gedanken – lächelte Brynn.

Dann traf ihn der Pfeil.

Er glaubte, der Schmerz müsse ihm die Brust zerreißen. Mit einem ächzenden Laut sank er auf dem Kutschbock zusammen, die Zügel entglitten seiner kraftlosen Hand, und unbewusst krallte sich seine Rechte um den Pfeilschaft, der aus seiner Brust ragte. Er stürzte nicht vom Bock, sondern lehnte sich gegen die Rückwand.

Das unförmige Fahrzeug raste weiter über den schlammigen Hohlweg. Als es eine mächtige Buche passierte, deren weit ausladende Zweige hoch über den Fahrweg ragten, sprang eine schwarze Gestalt von einem Ast herunter wie eine Raubkatze. Sie landete neben Brynn auf dem Kutschbock, fing sich geschickt ab und ergriff die Zügel.

Brynn erfasste erst richtig, was geschehen war, als sie anhielten und durch das Rauschen des Regens und das Donnergrollen Stimmen erklangen. Plötzlich waren ringsum Gestalten, drohende Schemen in der Finsternis.

Der Kutscher nahm alles wie durch einen Vorhang aus blutrotem Regen wahr. Und dann erschauerte er. Denn er glaubte einen Schrei aus tausend rauen Kehlen zu hören:

„Maddox!“

Nur der Mann neben ihm hatte es gesagt, nicht einmal laut, doch es hallte in Brynn nach wie Paukenschläge.

Es gibt ihn also doch, dachte er voller Entsetzen und Todesfurcht. Herr, hilf mir!

Dann wurde es völlig still und dunkel um Brynn. Er spürte nicht mehr, wie er vom Kutschbock hinabgeworfen wurde. Er hörte nicht mehr, wie sein Passagier in der Kutsche um Gnade flehte, als ihm einer der Räuber ein Schwert an die Kehle setzte.

Der Passagier war Einax of Exeter, ein berühmter Dichter, der auf Crown Castle erwartet wurde. Offenen Mundes starrte er auf das Schwert.

„Gnade!“, keuchte er. „Habt Erbarmen. Ich gebe Euch alles, was ich besitze. Es ist nicht viel, denn ich bin nur ein Dichter, aber ...“

Der Mann mit dem Schwert unterbrach ihn mit wildem Lachen. „Wir wissen, dass du ein Verseschmied bist. Deshalb sind wir hier. Du wirst dein Hirn für unseren Herrn anstrengen müssen, wenn du am Leben hängst.“

Er nahm das Schwert zurück, stieg in die Kutsche und zog den Schlag zu.

„Fahr los!“, rief eine raue Stimme aus dem Dunkel am Wegesrand. Der Mann auf dem Kutschbock zog die Peitsche aus der Halterung und trieb das Gespann an.

In der Kutsche erkundigte sich Einax bange: „Was ... – was hat das zu bedeuten? Wer – ist Euer Herr, und wohin fahren wir?“

Der Mann neben ihm lachte spöttisch. „Wir fahren geradewegs in die Hölle. Zu Maddox! Zu Maddox, dem Schrecken Cornwalls!“

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2.

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Das soll eine Soße sein?“

Maddox’ finstere Miene nahm einen noch grimmigeren Ausdruck an. Angewidert blickte er auf die Schale mit der Bratensoße, in die er einen Kanten Brot getunkt hatte. Dann heftete er den Blick seiner schwarzen, zornfunkelnden Augen auf den Koch.

Croin, sein Koch und Vorkoster, schien unter diesem Blick zu schrumpfen. Allmächtiger, stimme ihn gnädig!, dachte er.

„Ich warte auf eine Erklärung“, sagte Maddox mit unheilschwangerer Stimme. Sie erinnerte an nicht mehr allzu fernes Donnergrollen.

Croin wurde es heiß, und das lag weder an der Mittagssonne, die über dem Tal stand, noch an dem Lagerfeuer, über dem ein halber Ochse am Spieß briet.

Croin suchte verzweifelt nach einer Rechtfertigung. Doch es wollte ihm einfach keine glückliche Ausrede einfallen. So stammelte er nur:

„Herr, wenn ich Euren Geschmack nicht getroffen habe, so bin ich untröstlich.“

„Ich auch!“, brüllte Maddox und warf seinem Koch die Schale mit der Soße ins Gesicht.

„Wagst du es noch einmal, mir einen solchen Fraß anzubieten, so lasse ich dich teeren und federn!“ Maddox’ Donnerstimme hallte durch die Gegend. „Verschwinde!“

Croin, noch benommen, mit tränenden Augen und brennendem Gesicht, vermochte sein Glück kaum fassen. Hurtig lief er davon. Er war froh, so glimpflich davongekommen zu sein. Er hatte schon damit gerechnet, dreißig Peitschenhiebe zu bekommen wie vor vier Wochen und zwei Tagen, als er die Soße versalzen hatte.

Als er sich wieder sicherer fühlte, wagte er, sich übers Gesicht zu wischen. Er leckte sich über die Lippen. So schlecht ist die Soße gar nicht, dachte er, mache es einer diesem Tyrannen recht! Und Trotz regte sich in ihm.

Im Zelt ließ er seinen Unmut an der Magd Wyanna aus. Das dumme Ding kicherte, als sie den Bratensaft auf dem roten Gesicht ihres Meisters sah. Croin versetzte ihr eine schallende Ohrfeige und knurrte sie an:

„Alberne Gans! Steh nicht und halte Maulaffen feil. Richte schnell eine neue Soße an. Maddox ist verstimmt!“

Da wurden Wyannas große Kulleraugen noch größer, sie beeilte sich, den Befehl zu befolgen.

Indessen prasste Maddox am Feuer. Mit beiden, prankenartigen Händen hielt er eine Bratenkeule, riss mit seinen kräftigen, weißen Zähnen große Stücke des saftigen, zarten Fleisches heraus und kaute schmatzend. Fett tropfte auf seinen Waffenrock, doch Maddox kümmerte es nicht. Er trank aus einem Becher Wein, rülpste vernehmlich und wischte sich mit fettiger Hand über die wulstigen Lippen. Sein breites, vom wuchernden schwarzen Vollbart und wahrer Löwenmähne umkränztes Gesicht, nahm einen zufriedeneren Ausdruck an.

Seine beiden Vertrauten, Padrick der Bogenschütze, und Moris, der sich selbst der Tapfere nannte, bemerkten es zufrieden. Als ihr Herr gar herzhaft furzte, entspannten sie sich etwas. Maddox’ Grimm war verraucht, so schien es.

Doch da klang Hufschlag am Zugang zum Lager auf. Unwillig blickte Maddox auf. Auch Padrick und Moris drehten die Köpfe.

Zwei Reiter trieben ihre Pferde zu Maddox’ Zelt. Und sie hatten einen dritten Mann dabei. Doch der verfügte über kein Pferd, und nur ein Dummkopf hätte gedacht, dass der reiterlose Mann freiwillig auf dem Weg zu Maddox war. Denn der Unglückselige hing an einem Strick, den einer der beiden Reiter um seinen Arm geschlungen hielt, und wurde über den rissigen und staubigen Boden geschleift, sodass Hemd und Hose in Fetzen gingen.

Der Mann am Strick bot wirklich einen bedauernswerten Anblick. Er holperte über den Grund, versuchte sich aufzurappeln, doch es wollte ihm nicht gelingen. Auf dem ganzen Weg – es mochten hundert Yards bis zu Maddox’ Feuer sein. Dabei stieß der Gepeinigte schrille Schreie aus, die in ein Schluchzen und Wimmern übergingen, als die Reiter ihre Pferde zügelten und die wilde Jagd zu Ende war.

Maddox wandte sich an Padrick. „War diese Vorführung im Programm zu meinem Wohlgefallen geplant?“

„Nein“, beeilte sich Padrick zu sagen, „Ihr hattet befohlen, dass der Dichter nur Euch preisen sollte.“ Und er fügte schnell ein Herr! hinzu, denn Maddox konnte im Jähzorn einen Mann töten, der ihm nicht genügend Respekt zollte.

Einer der Reiter stieg vom Pferd, löste den Strick von seinem Handgelenk und schritt steifbeinig zu dem Gepeinigten, dessen Schreie und Schluchzer verstummt waren.

„Es ist der Dichter, Herr!“, rief der zweite Mann. „Er stahl sich durch das Birkenwäldchen und versuchte zu fliehen.“

Der andere packte den Dichter und zerrte ihn auf die Beine.

Maddox legte die Bratenkeule ins Gras neben dem Feuer und erhob sich.

Er war ein Hüne, breit, schwergewichtig und furchteinflößend. Seine schwarzen Augen musterten den kleinen, schmächtigen Mann im Griff des Reiters. Der grinsende Bursche ließ den Kleinen los, und er stürzte zu Boden, weil er seinen geschundenen Körper nicht aus eigener Kraft aufrecht halten konnte.

Die Männer lachten rau. Maddox’ wulstige Lippen verzogen sich zu einem amüsierten Grinsen. Padrick feixte und Moris kicherte.

Nur dem Dichter stand nicht der Sinn nach Lachen. Aus brennenden Augen starrte er mit bangem Herzen zu Maddox.

„Gnade!“, rief er, „Gnade ... Gnade ...“

„Er wiederholt sich“, beschwerte Maddox mit dröhnender Stimme, aber in heiterem Tonfall, sodass der Dichter wieder ein wenig Hoffnung schöpfte. „Wie heißt du?“

„Einax ...“

„Was?“

„Einax of Exeter“, stammelte der Dichter. „So lautet mein Name.“

Das drohende Funkeln aus Maddox’ Augen verschwand.

Der Wachtposten versetzte Einax einen rüden Tritt. „Sag Herr zu unserem Herrn, oder es setzt was!“ Drohend hielt er dem Gefangenen die geballte Rechte vor die Nase.

„Herr!“, stotterte Einax.

Maddox gebot mit gebieterischer Geste Einhalt. Finster starrte er auf den schmächtigen Dichter hinab.

„Für seinen Namen kann er nichts“, sagte er wie im Selbstgespräch. „Er kann auch nichts dafür, dass er reimt und denkt, statt sich wie ein rechter Mann im Kampfe zu schlagen. Aber er kann etwas dafür, dass er sich meinen Befehlen widersetzt und aus dem Wald fliehen wollte!“

„Ein Narr, der das Unmögliche versucht“, erklärte einer der Wachtposten mit grimmiger Genugtuung.

„Ja, ein Narr“, pflichtete Maddox bei. „Und gleich ein toter Narr!“

Einax erschauerte bis ins Mark.

Moris zog sofort sein Schwert. Solch günstige Gelegenheit wollte er sich nicht entgehen lassen. Ein wehrloses Opfer hielt er für genau das Richtige, um die Zahl der Toten, derer er sich rühmte, zu vergrößern.

„Erbarmen, Erbarmen!“, flehte Einax und fügte ein hastiges „Herr“, hinzu, denn er war nicht dumm und hatte erkannt, dass die anderen ihren Herrn so anredeten. Er richtete sich eilig auf und warf sich auf die Knie. Er hätte genauso gut liegenbleiben können, doch in seiner Aufregung fiel ihm das nicht ein. Außerdem war er ein gelehrter Mann, der wusste, wie ein Kniefall zu wirken hatte.

Moris blickte seinen Herrn begierig an. Die Klinge des Schwertes blitzte im Sonnenlicht. Doch Maddox gab noch nicht die Erlaubnis.

„Ich denke, du bist ein Dichter?“ Maddox warf Padrick einen fragenden Blick zu.

Padrick nickte.

„Ich denke, er sollte eine Hymne vortragen!“, grollte Maddox zu Padrick.

„Das sollte er, Herr“, antwortete Padrick.

Die Ader an Maddox’ Stirn schwoll an. „Und warum tut er’s nicht?“, brüllte er jähzornig.

Alle starrten jetzt Einax an.

Angst hielt ihn im Griff. Sein Herz pochte wild. Er glaubte ohnmächtig zu werden.

Er schluckte und brachte kaum ein Wort hervor. Erst beim dritten Versuch gelang es ihm.

„Ich ... – mir ... – mir ... – ist nichts eingefallen!“

Es war, als sei der Knoten in seiner Kehle geplatzt. Immer schneller sprudelte er jetzt die Worte hervor. „Ich hatte doch nur eine Stunde Zeit, Herr. Ich war noch wie betäubt von meiner Gefangennahme. Ich konnte nicht klar denken. Ich flehe Euch um Gnade an!“

„Das höre ich“, spottete Maddox. „Aber es nützt dir nichts. Einen Dichter, der nicht klar denken kann, den kann ich nicht gebrauchen.“ Er blickte zu Moris. „Und außerdem hat er mich bei meinem Mahl gestört. Also – schlagt ihm den Kopf ab!“

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3.

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Trompetengeschmetter hallte von den Türmen der Burg. Evan of Syrmores Sohn war geboren. Siana hatte Evan das langersehnte Kind geschenkt, den Erben, nach sieben langen Jahren.

Am glücklichsten war Evan. Oh, er hatte nur zu gut gewusst, dass man im Lande hinter vorgehaltener Hand schon über ihn getuschelt hatte. Sieben Jahre lang waren alle Anstrengungen vergebens gewesen – Siana hatte kein Kind bekommen. Evan hatte einen Medicus gefragt, den Burggeistlichen und die Wahrsagerin.

Die Wahrsagerin hatte ihm immer wieder prophezeit, dass ihm ein gesunder Erbe geboren werde. Der Geistliche hatte von Gottes Willen und Geduld gesprochen. Und der Medicus, dieser eingebildete Kerl, hatte sich erdreistet, Evans Manneskraft anzuzweifeln – natürlich nur in Andeutungen, dieser Feigling, – und er hatte ihm geraten, mehr Schalotten und kräftig gewürzte Speisen zu essen, auf dass er feurig wie ein Stier sein werde.

Nun, die Wahrsagerin hatte recht gehabt, dachte Evan zufrieden. Und auch der Pfaffe hat das Richtige gesagt, indem er mir zu Geduld riet. Doch dann musste er an den Medicus – denken, und seine Miene verdüsterte sich. Dieser verdammte Quacksalber mit seinem Gerede! Er, Evan, hatte tatsächlich manches Mal an sich selbst gezweifelt. Haufenweise hatte er Schalotten verzehrt und seine Speisen so kräftig würzen lassen, dass ihm förmlich Feuer aus dem Mund gelodert war, als er Siana in ihrem Schlafgemach besucht hatte.

Ob die Schalotten doch geholfen hatten?

Unsinn, dachte Evan. Genau das Gegenteil war der Fall. Als er mit klopfendem Herzen und brennend vor Gewürzen und von Verlangen zu Siana geeilt war, hatte sie nur die Nase gerümpft und gesagt: „Mich dünkt, Ihr riecht nach Zwiebeln.“ Und die ganze Stimmung war im Eimer gewesen.

Nein, an den Schalotten konnte es nicht liegen. Da waren ganz andere Kräfte im Spiel, dachte Evan selbstzufrieden.

Stolz blickte er in die Wiege auf das kleine Wesen mit dem roten, kahlen Kopf hinab.

„Mein Sohn!“, sagte er gerührt. „Evan II., mein Erbe!“ Nach diesen Worten herrschte eine Weile Stille in dem Gemach, bis Evan II. zu weinen begann.

Sofort eilten alle Umstehenden an die Wiege. Pyrias, die Amme, waltete ihres Amtes. Evan of Syrmore blickte zu Siana. Sie lag noch etwas blass auf dem Bett, aber ihre blauen Augen strahlten vor Mutterglück, ihr goldenes Haar schimmerte, und sie erschien Evan so schön wie nie zuvor.

„Ich danke Euch“, sagte er ein wenig unbeholfen. Siana lächelte liebreizend und senkte dann fast verschämt den Blick.

„Sagt, Omer“, rief Evan seinem Vertrauten zu, „mich dünkt, Ihr seid so ernst wie bei einer Beerdigung. Doch nicht Trauer ist an diesem Tage geboten, sondern Jubel. Freut Ihr Euch denn gar nicht?“

Omer, ein großer, schlanker Mann mit männlich hartem Gesicht, in dem die grauen Augen Kühnheit und Energie verrieten, zeigte nur die Andeutung eines Lächelns. „Natürlich freue ich mich.“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Auch wenn es nicht mein Sohn ist, so ...“

„Das will ich hoffen!“, unterbrach ihn Evan gutgelaunt, trat zu Omer und klopfte ihm auf die Schulter. „Das will ich hoffen!“ Er lachte wie über einen Spaß und blickte strahlend in die Runde.

Omer fiel herzlich in das Lachen ein und bewies, dass er doch nicht so ernst und kühl war, wie er meistens wirkte. Der Geistliche unterbrach sein leise gemurmeltes Gebet und blickte den Burgherrn tadelnd an. Der Scherz missfiel ihm. Auch Siana war augenscheinlich nicht sehr angetan von der Bemerkung ihres Gemahls. Ihre Wangen röteten sich leicht, und sie senkte die Lider.

„Verzeiht mir meine Worte, die im Überschwang des Glücks geboren“, entschuldigte sich Evan hastig. Und dann hielt er es für angezeigt, schnell das Thema zu wechseln. Er wandte sich an Omer.

„Habt Ihr alles für die Feier vorbereitet? Ich wünsche das schönste Fest, das es in Cornwall je gegeben hat. Sieben Tage und Nächte wollen wir feiern. Mit erlesenen Speisen und köstlichen Weinen. Mit Ritterspielen, Komödianten und Musikanten. Gebt Kunde im ganzen Land, dass Evan II. geboren ist!“

„Ich werde für alles sorgen“, versicherte Omer. Er verneigte sich leicht vor seinem Herrn, blickte dann kurz zu Siana und verbeugte sich noch etwas tiefer. Dann verließ er das Gemach.

Draußen erklang seine Stimme. Er sprach mit den Wachen vor der Tür. Waffen klirrten, Schritte stampften davon.

Versonnen blickte Evan of Syrmore auf seinen Spross nieder.

„Ein schönes Kind“, stellte er stolz fest. „Mich dünkt, er kommt auf mich.“

„Ich finde eher, er ähnelt mir“, entgegnete Siana mit sanfter Stimme.

„Nun ja, von Euch, Gemahlin, hat er sicherlich die Schönheit“, antwortete Evan, bemüht, galant zu sein. „Aber von mir hat er sicherlich ...“ Den Verstand und die Kühnheit, hatte er sagen wollen, aber er rettete schnell die Situation, indem er fortsetzte: „... auch einiges mitbekommen, sodass ein ruhmreicher Ritter aus ihm wird.“

Das habe ich elegant hingekriegt, dachte er selbstgefällig, als er Sianas Lächeln sah.

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