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Schwarzbuch Kirche

Über den Autor

Dr. Michael Hebeis, Jahrgang 1959, ist Rechtshistoriker und Katholik. Er hat zu einem kirchenhistorischen Thema promoviert und ist in Dresden freiberuflich als Berater tätig. Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich in kirchennahen Vereinen und kirchlichen Stiftungen.

INHALT

  1. EINLEITUNG
  2. 1. DER HEILIGE KRIEG – KREUZZÜGE ALS MITTEL DER KIRCHENPOLITIK
    1. Der Sündenfall des zweiten Alexander
    2. Türkengefahr und Sittenverfall
    3. Hunderttausend Tote für Jerusalem – Gott will es!
    4. Vom obersten Kriegsherrn zum Stellvertreter Christi
    5. Mit Senfgas gegen Äthiopien: Der (vorläufig) letzte Kreuzzug
  3. 2. BETEN FÜR DIE JUDEN?
    1. Kirchliche Judenfeindlichkeit seit der Spätantike
    2. Hostienfrevel- und Ritualmordvorwürfe
    3. Systematische Vertreibung unter den »Katholischen Königen«
    4. »… dass man ihre Synagogen mit Feuer anzünde«
    5. Werner, Simon und Anderl – Heiligenverehrung und Judenhass
    6. Vom Antijudaismus zum modernen Antisemitismus
    7. »Die Welt kann nicht Richter der Kirche sein«
    8. Geht es nur um Worte?
    9. Heiliges Land oder Eretz Israel
    10. Papst Pius XII. – ein Heiliger?
  4. 3. INDIANER UND ANDERE HEIDEN
    1. Südamerika – das Geschenk des Papstes
    2. Folterknechte und Befreiungstheologen
    3. Sklaven, Gold und Kautschuk – der Preis für das Christentum
  5. 4. DAS 6. GEBOT – KIRCHENMÄNNER AUF ABWEGEN
    1. Vertuschen, verschweigen, verdrängen
    2. Grüne Insel – Schwarze Schafe
    3. Das Schweigen der Hirten
  6. 5. UND GELD STINKT DOCH
    1. Soll und Haben eines »Monstrums«
    2. Fromme Unternehmer, Banker und Betrüger
    3. Römische Finanzen – Petri Nachfolger fischen im Trüben
    4. Unsaubere Hände
  7. 6. DER FROMME KLÜNGEL: OPUS DEI UND CO.
    1. Die Wiederkehr der Reconquista – das Opus Dei
    2. Die Legionäre Christi und ihr unfrommer Gründer
    3. Alte Orden, neue geistliche Gemeinschaften
    4. Der Neokatechumenale Weg
    5. Laien von rechts …
    6. … und Laien von links
  8. 7. MIRACOLI, MIRACULA – WUNDER, WALLFAHRT, EXORZISMUS
    1. Heilig mit System
    2. Reliquien: geraubt, zerteilt, verehrt
    3. Sensationen aus dem Mezzogiorno
    4. Streit um Maria
    5. Komische Heilige und andere Peinlichkeiten für moderne Christen
    6. Die Faszination des Bösen
  9. 8. ERZWUNGENE EINSICHTEN – LEHRHOHEIT UND INQUISITION
    1. Die Freiheit des Christenmenschen
    2. Kreuzzug gegen die Ketzer
    3. Die Hunde des Herrn
    4. Verlorenes Böhmen
    5. Die Liturgie des Todes – Blüte der Inquisition
    6. Zensur des Denkens
    7. Der diktierte Glaube
  10. 9. DER KAMPF DER KIRCHE GEGEN DIE MODERNE
    1. Zurück in die Vergangenheit
    2. Die Krone der Schöpfung
    3. Der Teufel im Detail
    4. Zum Schluss: die Frauen
  11. RESÜMEE
  12. WEITERFÜHRENDE LITERATUR

EINLEITUNG

Die Kirche? »Verlogen, verlogen, verlogen!« Millionen – Gläubige und Ungläubige – empfinden so angesichts der Aufdeckung jahrzehntelangen sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen, Pfarreien, Schulen und Internaten. Wütend macht, dass Serientäter – gedeckt und vor Strafverfolgung geschützt – erneut Kinder betreuen konnten. Und dass Opfer zum Stillhalten genötigt, als unglaubwürdig dargestellt und damit ein zweites Mal ihrer Würde beraubt wurden. Noch wütender macht aber die Reaktion der höheren Geistlichkeit. Wenigstens heute Liebe, Güte, Zuwendung für die Opfer? Fehlanzeige! Stattdessen Beschwichtigung, Zeigen auf andere, im günstigsten Fall verdruckste Erklärungen, dass man es zukünftig besser machen wolle. Die Herren präsentieren sich vor Mikrofonen und auf Talkshow-Sofas als welt- und menschenfremde Glaubensbürokraten. (Es gibt auch weiße Raben, das ehrt sie persönlich, ändert aber nicht grundsätzlich die Strukturen zum Besseren hin.) Kirchenmitglieder fühlen sich von denen, die ihre Hirten sein sollten, verraten, die anderen wenden sich mit Grausen ab oder zeigen voll Spott mit dem Zeigefinger auf eine Institution, die nach wie vor in Sachen Ethik und Moral eine Definitionshoheit beansprucht. Allgemein ist die große Empörung. Manche reden von der »größten Krise« der Kirche seit dem letzten Weltkrieg.

Und damit gerät die Kritik an der Kirche auf die schiefe Bahn. Sie wird kurzatmig und kurzsichtig, sie verhilft zu keinen neuen Einsichten und verändert nichts. Denn der aktuelle Skandal ist kein großer Skandal, jedenfalls nicht, wenn man die gesamte Kirche und ihre Geschichte betrachtet. Dann ist es eigentlich nur ein klitzekleiner Skandal. Aber wer weiß das schon noch? »Geschichte lerne ich nicht, das sind nur die Dinge, die längst vorbei sind«, sagte mir unlängst ein sechzehnjähriger Schüler. Mit dieser Meinung liegt er im Trend. Dieser Trend ist gefährlich, er macht es den Meistern des Vernebelns oder des Beweihräucherns (was ja technisch gesehen das Gleiche ist) leicht. Halten wir darum der Kirche einen Spiegel vor, machen wir die tiefe Kluft zwischen frommem Anspruch und düsterer Wirklichkeit deutlich! Ein Schwarzbuch, ein Sündenregister, ein Schand- und Mahnmal ist nötig, ja herausgefordert. Seitdem ein solches Buch nicht mehr Leib und Leben des Autors und insbesondere des Verlegers kostet, also seit vielleicht 250 Jahren, ist – wenn man die konfessionelle Hetzliteratur aus der Reformationszeit unberücksichtigt lässt – eine stattliche Zahl kirchenkritischer Werke erschienen. Die meisten beschäftigen sich nur mit einzelnen Aspekten des Themas, manche stehen in ihrem inquisitorischen Eifer ihrem Gegner in nichts nach. Oft findet sich Faktenhuberei statt Analyse der Strukturen. Auch dieses Buch ist bewusst einseitig geschrieben, einseitig – aber nicht unfair. Auf die Darstellung »guter Seiten« und auf entschuldigende Hinweise zu »zeitbedingten Irrtümern« und allgemein auf den raueren Charakter früherer Epochen wurde bewusst verzichtet. Wer möchte, kann dies bei Bedarf anderswo reichlich finden. Hier, lassen Sie alle gegenteilige Hoffnung fahren, geht es zum Einstieg in den Höllenschlund der Sünden, Verbrechen und Perversionen der ältesten existierenden Institution der Menschheit.

Ich schreibe das Schwarzbuch nicht aus Hass, sondern aus Trauer, es ist weniger Anklage – mehr Klage. Dennoch muss der Kirche, die heute im Allgemeinen ein freundlicheres, aufgeklärteres und durchaus auch »frommeres« Antlitz aufweist als zu früheren Zeiten, in gewissen Abständen die Larve vom Gesicht gerissen werden, um dahinter die dunkle, die erschreckende Seite dieser Institution zu zeigen. Denn beide Aspekte sind nur zwei Seiten derselben Medaille und die Medaille ist unteilbar. Die Kirche ist im Guten wie im Bösen fast zweitausend Jahre gewachsen, das hat zu Strukturen geführt, die nicht gefallen, die nicht gefällig sind. Kein Wunder, sind diese Strukturen doch so etwas wie tiefe Narben, um ein medizinisches Bild zu gebrauchen: Wunden aus oft lang vergangener Zeit, Wucherungen, Verwachsungen. Die meisten dieser Wunden, das muss ganz deutlich gesagt werden, hat sich die Kirche selbst zugefügt. Und eigentlich alles das, was am Verhalten der Kirche und ihrer Spitzenvertreter heute skurril, verwunderlich, abstoßend oder empörend erscheint, wird von diesen seit alter Zeit gewachsenen Strukturen geprägt. Sie sind zwar nicht völlig unveränderlich, aber sie haben ein zähes Leben und jede Veränderung kostet Kraft und vor allem Zeit. Der aktuelle Skandal wird in seinen Gründen nur verstanden, wenn er auf diese Strukturen zurückgeführt wird, ohne diese Einsicht ist jede Veränderung unmöglich. Es geht in diesem Buch darum, die Strukturen zu verstehen, die Kirche heute bestimmen. Das geht, das wurde schon gesagt, nicht ohne Rückgriffe auf deren Geschichte. Die Identität der Kirche, ja die katholische Identität ist endgültig in den Kreuzzügen des Mittelalters entstanden. Da beginnen wir zu fragen: Wie viel vom alten Kreuzzugsgeist lebt heute noch in der Kirche? Was davon belastet heute das Verhältnis zum Islam? Warum eigentlich gibt es aus Rom so unklare Ansagen zum Thema Juden? Weshalb macht der Papst bei indigenen Völkern in Südamerika eine schlechte Figur? Wieso sieht die Kirche jahrzehntelang weg, wenn Priester Kinder sexuell missbrauchen, und deckt die Täter? Warum verletzt der Vatikan im Umgang mit Geld fundamentale ethische Prinzipien? Welche Seilschaften besitzen tatsächlich die Macht im Vatikan? Wie aufrichtig ist Rom im Umgang mit wundersüchtigen und teufelsfürchtigen Menschen? Was ist der Kirche die Freiheit des Einzelnen in Glaubensfragen wirklich wert? Und warum steht die Kirche mit allem, was die liberale Gesellschaft ausmacht, mit allen Errungenschaften der Moderne auf Kriegsfuß? Nach diesem Fragenkatalog, in Kirchensprache: nach diesem Beichtspiegel, werden die Sünden der Kirche im Folgenden geordnet und besichtigt, welchen Versuchungen sie erlegen ist.

Gegner des Christentums und Feinde der Kirche werden sich bestätigt sehen, werden sich an neuen, bisher unbekannten Variationen kirchlicher Sünde delektieren und weiden. Wie Kardinal Cordes schreibt: »Wohl niemand wird bestreiten, dass uns das Böse fasziniert.« Genauso muss ich als Autor bekennen, dass die Beschreibung von Skandalen, Gräueln und Verbrechen eine gewisse Faszination bereitet, vergleichbar jener, die beim Betrachten von Höllenbildern Brueghels entsteht. Aber das ist nicht das eigentliche Anliegen dieses Buches. Es geht wesentlich darum, Klage zu führen, auch wenn diese Klage mit sardonischem Lächeln vorgetragen wird. In dieser Klage mögen sich vielleicht Mit-Leidende erkennen und ihre eigenen Klagen formuliert finden. Und es geht auch darum, nach den letzten Skandalen die Enttäuschung derjenigen, die sich Kirche anders vorstellen, vollkommen zu machen. Denn die schwere Last, der Rucksack voll Schuld, den die Kirche sich – und damit jedem Gläubigen – aufgebürdet hat, muss in vollem Umfang begriffen werden, anders ist ein wahrhaftiges Verhältnis der Glaubenden zur Kirche und ihr aufrechter Gang in einer nichtkirchlich bestimmten Umgebung nicht zu haben.

Dies ist kein Buch für Romantiker, die sich die Kirche schönmachen wollen mit Weihrauch und lateinischem Gemurmel oder sie auf pfingstliche Gemeinschaftserlebnisse mit lila Halstuch und Gitarre reduzieren und so die eben auch schreckliche Realität der una sancta ecclesia, »der einen und heiligen Kirche«, wie sie sich nennt, verdrängen. Und ganz bestimmt ist dies kein Buch für diejenigen, die Beschwichtigen, Verniedlichen und Vertuschen für fromme Werke halten. Eines sei noch gesagt: Wenn hier »Kirche« oder »die Kirche« steht, so bezieht sich das nur auf die Katholische Kirche, deren Oberhaupt der Papst in Rom ist, nicht auf das Christentum an sich oder auf andere Konfessionen. Fangen wir also an, wo es anfängt …

1. DER HEILIGE KRIEG –
KREUZZÜGE ALS MITTEL DER KIRCHENPOLITIK

Auch Nichtchristen wissen gewöhnlich, dass die christliche Ethik vom Prinzip der Nächstenliebe, sogar der Feindesliebe, geprägt ist. Einschlägige Erzählungen aus dem Evangelium unterstreichen die Präferenz der Gewaltlosigkeit. Ein gutes Beispiel ist die Verhaftung Jesu im Garten Getsemani durch die Büttel des Hohepriesters, um ihn zu Gericht zu führen. Jesus wehrt sich nicht, doch der Apostel Petrus will ihn mit dem Schwert verteidigen und schlägt auf einen der Gerichtsknechte ein. Aber Jesus verbietet das: »Steck dein Schwert in die Scheide; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.« Und dann heilte Jesus den von Petrus verletzten Malchus auch noch. Diese eindrucksvolle Lektion, die Jesus damit seinen Anhängern erteilt hatte, geriet jedoch im Lauf der Zeit in Vergessenheit. Gerade Päpste, die stets beanspruchten, Nachfolger des Apostels Petrus zu sein, wirkten als Aufwiegler, Kriegshetzer, ja Anstifter schlimmster Kriegsverbrechen und Gewalttaten. Die Reihe der Gräuel, die von der Kirche und ihren Oberhäuptern zu verantworten sind, beginnt im – sonst gar nicht so finsteren – Mittelalter. Die mit diesen Untaten ausgelöste Blutspur zieht sich durch die folgenden Jahrhunderte bis in die Neuzeit, ja bis ins 20. Jahrhundert. Und wer kann gewiss sein, dass sie damit wirklich geendet hat?

Im Jahr 1054 war das Tischtuch zwischen der römischen und der griechischen Kirche, zwischen dem Papst in Rom und dem Patriarchen von Konstantinopel, zwischen Katholiken und Orthodoxen endgültig zerschnitten. Gegenseitig schloss man sich aus der Kirche aus, man hatte sich nichts mehr zu sagen. Bis zu diesem Zeitpunkt lebten die östliche und die westliche Kirche jeweils für sich, in anfangs respektvollem, dann zänkischem und schließlich feindseligem Nebeneinander in der Tradition der von Kaiser Konstantin 313 begründeten römischen Reichskirche. Das Verhältnis zwischen dem jeweiligen Kaiser und dem Papst oder dem Patriarchen war im Wesentlichen klar gewesen. Selbstverständlich durfte der jeweilige Kaiser auch in die Kirche hineinregieren und besaß Einfluss bei der Ämtervergabe. Ein wesentlicher Unterschied hatte sich in den langen Jahrhunderten nach dem Ende des weströmischen Reiches, nach der Völkerwanderung und der Entstehung neuer Machtzentren in West- und Mitteleuropa jedoch herausgebildet. Während im Osten der Patriarch es immer noch mit genau einem Landesherrn zu tun hatte und das Gebiet der orthodoxen Kirche weitgehend dem Byzantinischen Kaiserreich entsprach, stellte sich das Territorium der katholischen Kirche als politisch weitaus unübersichtlicher dar.

Anders als das Patriarchat in Konstantinopel hatte sich das Papsttum in Rom ein eigenes Territorium erwerben können, in dem der Pontifex auch die weltliche Herrschaft ausübte, das sogenannte Patrimonium Petri (»Erbe des Petrus«). Sein Schutzherr, der Kaiser des neuen »Heiligen Römischen Reichs«, das sich als Fortsetzung des antiken Imperium Romanum verstand, wurde jedoch in Europa von den anderen Herrschern immer weniger als ihnen übergeordnet anerkannt. Der Kirchenstaat geriet buchstäblich in die Zwickmühle: Im Norden Italiens sah er sich mit einflussreichen Adelsgeschlechtern und den sich immer stärker emanzipierenden Städten konfrontiert, im Süden wurde er von den Normannen bedrängt. Der König von Frankreich beanspruchte gleichen Rang mit dem Kaiser, in Nordeuropa entstanden selbstbewusste nationale Königreiche, wie England, Dänemark oder Schweden. Dazu kamen im Osten Polen, Böhmen und Ungarn, im Westen entwickelten sich die spanischen Teilkönigreiche. Und hier in Spanien, an der Front des Krieges gegen die islamischen Mauren, die die Iberische Halbinsel gut drei Jahrhunderte lang beherrscht hatten, ereignete sich der erste große Sündenfall des Papsttums.

DER SÜNDENFALL DES ZWEITEN ALEXANDER

In den südlichen Randgebirgen der Pyrenäen waren seit der Zeit Karls des Großen kleine Grafschaften unter westgotischen und fränkischen Adeligen gegen die aus Nordafrika einfallenden Muslime, aber auch untereinander in ständige Kleinkriege verwickelt gewesen. Ramiro I., der sich seit 1035 stolz König von Aragón nannte, ein ambitionierter Haudegen, strebte nach Höherem und plante den Angriff auf das benachbarte maurische Fürstentum unter dem Emir von Saragossa, Ahmad I. al-Muqtadir. König Ramiro verfügte nur über ein kleines Land mit schwachen Kräften, aber er hatte gute Beziehungen. Über seinen Schwiegervater, Herzog Wilhelm VII. von Aquitanien, war er mit dem europäischen Hochadel und darüber hinaus auch mit dem einflussreichen Benediktinerorden gut vernetzt. Über diese Verbindungen gelang es ihm, die Unterstützung von Papst Alexander II. (1061–1073) für seinen Angriffsplan zu gewinnen. Und diese Hilfe war Gold wert. Der Papst ließ Prediger ausschwärmen, die vor allem in Italien, Frankreich und Burgund das fromme Volk und den Adel zum Kampf gegen die Mauren antrieben. Oberste Pflicht der Christen sei es, al-Andalus – so der Name der Araber für die von ihnen beherrschten Teile Spaniens – den Ungläubigen wieder zu entreißen, ließ der Papst verkünden. Sankt Jakobus der Ältere, der sogenannte »Maurentöter«, dessen Grabstätte im heutigen Santiago de Compostela schon im 9. Jahrhundert »aufgefunden« worden war, würde, so versprach die kirchliche Propaganda, dem christlichen Heer himmlischen Beistand leisten.

Die fromme Propaganda wirkte. Zu zehntausenden fanden sich französische und burgundische Adelige mit ihren Truppen zur Unterstützung des aragonischen Königs ein. Die Franzosen standen unter dem Kommando von Wilhelm VIII. von Aquitanien, Ramiros Schwager, und die Burgunder leitete ein Bruder des Abtes Hugo von Cluny, dem mächtigsten Kloster der Benediktiner. Der Abt wollte die Entwicklung südlich der Pyrenäen unter Kontrolle behalten, hing daran doch seine bedeutendste Geldquelle, die den Ausbau weiterer Klöster seines Ordens ermöglichte. Denn Ramiros Halbbruder, Ferdinand I. Graf von Kastilien, hatte Abt Hugo von Cluny den Bau der riesigen Basilika in Cluny finanziert und bezahlte an ihn jährlich den Zehnten. Aber Ramiro erhielt noch mehr Unterstützung, der Papst schickte sogar seine eigene Kavallerie. Als Anführer der päpstlichen Reiterei diente dabei ein normannischer Haudegen, Wilhelm von Montreuil, genannt »Der gute Normanne«.

Das Heer der frommen Krieger sammelte sich zunächst bei Girona in der kastilischen Grafschaft Barcelona und zog dann entlang der Pyrenäen gen Westen. Schon die erste Feindberührung bei Graus kostete König Ramiro I., der die spanischen Truppen führte, das Leben. Sein Sohn Sancho Ramírez (1063–1094) übernahm als sein Nachfolger die Führung. Der große Kriegszug gelangte zu der maurischen Grenzstadt Barbastro, gut 100 Kilometer vor Saragossa. Unter Führung des päpstlichen Kommandeurs begann die Belagerung der Stadt. Den Verteidigern ging das Wasser aus, sie mussten nach wenigen Tagen aufgeben und die Stadt den Christen öffnen. Dann folgte ein Massaker grausamster Art, eine Vernichtungsorgie, die der Norden der Iberischen Halbinsel nie zuvor gesehen hatte: Die Einwohner wurden Mann für Mann niedergemetzelt, Frauen und Kinder gefangen genommen und versklavt. Nach zeitgenössischen Quellen, die allerdings die Bedeutung dieser Belagerung übertreiben und deshalb mit Vorsicht zu lesen sind, soll es 50 000 Tote gegeben haben. Ein Blutrausch zur Ehre Gottes?

Mitnichten, handfeste weltliche Interessen beflügelten die Eroberer bei ihrem Gemetzel. Wilhelm, der gute Normanne, erhielt als Vertreter des Papstes den größten Teil der Beute; fünfhundert junge Frauen nebst Ausstattung und Schmuck, so sagten Zeitgenossen, habe er bekommen. Natürlich teilte der gute Normanne seinen Schatz brüderlich mit der Kirche und stiftete aus seinem Vermögen der ältesten Abtei der Benediktiner in Montecassino, gelegen zwischen Rom und Neapel, zwei Kirchen. Als Sieger von Barbastro war Wilhelm von Montreuil in Rom gebührend empfangen worden, hatte er doch die Rolle des Papstes als vom europäischen Adel akzeptierten Kriegsherrn begründet. Nur der Pontifex konnte die Aussicht auf sagenhafte Beute mit dem Versprechen ewiger Seligkeit kombinieren und so die Qualen und Gefahren des Krieges vergessen machen. Gut 1000 Jahre nach dem Tag in Getsemani, als Christus dem Petrus befahl, das Schwert in die Scheide zu stecken, kehrte das Schwert zurück in der Hand der Nachfolger des Petrus. Ob an diesem Tag des Jahres 1064, an dem Barbastro fiel, Papst Alexander II. diese Bedeutung erkannt hatte, wissen wir nicht. Aber das Tabu war gebrochen, der unheilige Geist hatte die Flasche verlassen.

Wie jedes schlechte Beispiel in der Geschichte machte auch die Belagerung von Barbastro schnell Schule. Als 1066 der normannische Herzog Wilhelm, nicht zu verwechseln mit dem »guten Normannen«, sein »Recht« auf die englische Krone durchsetzen wollte und deshalb einen Angriff auf die Insel plante, bat er den Papst vorher um Erlaubnis. Es blieb dieses Mal jedoch bei nur moralischer Unterstützung aus Rom. Papst Alexander II. sandte dem Normannen seinen päpstlichen Segen und – damit die Soldaten die gute Sache auch bildlich vor Augen hatten – seine Fahne, das Vexillum Sancti Petri. Auch dieser Krieg ging aus päpstlicher Sicht gut aus, zu Weihnachten 1066 konnte Erzbischof Aeldred von York den Normannenherzog Wilhelm zum englischen König krönen. Der eigentlich zuständige Erzbischof Stigand von Canterbury war wegen Widersetzlichkeit gegenüber dem Papst in einer anderen Sache exkommuniziert worden und durfte keine Weihehandlungen vornehmen. König Wilhelm, genannt »der Eroberer«, half dem Papst dann 1070, den widerspenstigen Erzbischof Stigand abzusetzen. Eine Hand wusch die andere, Krieg hatte sich als nützliches Mittel der Kirchenpolitik erwiesen, auch innerkirchliche Gegner des Papsttums mussten zukünftig damit rechnen, Ziel eines mit dem Beistand und im Auftrag des Papstes geführten Militärschlags zu werden.

TÜRKENGEFAHR UND SITTENVERFALL

Während die Christenheit am Südrand der Pyrenäen erste militärische Erfolge gegen die islamischen Mauren erzielte, tauchte im Osten ein weit aus Asien kommendes Volk auf, nahm den islamischen Glauben an und stellte eine ernste Bedrohung für Byzanz dar. Auch wenn die Kirche mit den Orthodoxen inzwischen im Streit lag, ihre christlichen Seelen mussten doch gerettet werden. Es überrascht nicht, dass Papst Gregor VII. (1073–1085) sofort daranging, das von seinem Amtsvorgänger neu entdeckte Mittel des Kreuzzugs einzusetzen. Er wollte dem von den türkischen Seldschuken zunehmend bedrängten Kaiserreich von Konstantinopel mit einem Interventionsheer zu Hilfe kommen. Dazu sollte in einem »Deal« zwischen Papst und byzantinischem Kaiser die Wiedervereinigung der orthodoxen mit der katholischen Kirche ausgehandelt werden. Gregor VII. konnte diese Absicht jedoch aus vielerlei Gründen nicht verwirklichen. Erst sein übernächster Nachfolger, Papst Urban II. (1088–1099), sollte das Projekt wieder aufgreifen.

An dieser Stelle muss kurz ein anderer Entwicklungsstrang beleuchtet werden, der mit der Entstehung der kriegerischen Kirche zusammenhängt. Die beiden Päpste, denen wir in diesem Kapitel bisher begegnet sind, Alexander II. und Gregor VII., gelten heute als »Reformpäpste«. Diese Einschätzung beruht nicht auf ihrer Militanz; tatsächlich entstand im 11. Jahrhundert eine kräftige Reformbewegung in der Kirche, angeleitet von Mönchen reformierter Benediktinerabteien unter dem Abt Hugo von Cluny und anderen gelehrten Geistlichen, etwa Kardinal Humbert von Silva Candida und Petrus Damiani. Sie waren mit dem Zustand der Kirche unzufrieden, sie schien ihnen kein brauchbares Instrument mehr, das Evangelium zu verkünden. Angestrebt wurde eine Erneuerung im Sinn der Urkirche der ersten Christen, deren Wiederherstellung, was Reform im ursprünglichen Sinn des Wortes ja bedeutet. Was davon ernst gemeint und was nur Frömmelei war, um nackte Machtpolitik zu kaschieren, sei dahingestellt, für den Gang der Dinge spielte das keine Rolle.

Als besonderes Hindernis wurde empfunden, dass der Stand der niederen Geistlichen, also die einfachen Pfarrer und Mönche, im Allgemeinen ungebildet war, unmoralisch lebte und die geistliche Stellung schlicht zur Finanzierung eines Lotterlebens missbrauchte. Petrus Damiani hatte über den Sittenverfall der Geistlichkeit schon 1049 ein Buch geschrieben, das Liber Gomorrhianus (»Buch von Gomorrha«). Darin enthalten ist auch der ganze Katalog der Vorwürfe, denen sich eine Anzahl Geistlicher heute ausgesetzt sieht. Als Rezept gegen diese Auswüchse betrachteten die Kirchenreformer zunächst die strikte Durchsetzung des Zölibats. Der Geistliche sollte ausschließlich der Kirche gehören, ihr gegenüber loyal sein und sich nicht um die Versorgung einer Familie kümmern müssen. Daher hielt man es für konsequent, dass eine Frau, die trotz des Verbots von einem Geistlichen geheiratet worden war, sowie die von dem Geistlichen gezeugten Kinder automatisch zu unfreien Hörigen der Kirche erklärt wurden. Damit waren diese Kinder von der Besetzung kirchlicher Ämter ausgeschlossen. Auch der Kauf von geistlichen Ämtern, die sogenannte Simonie, wurde jetzt schwer bestraft. Geistliche Ämter durften keinesfalls an ungeweihte Laien vergeben werden, eine Praxis, die vor allem weltliche Herren gern geübt hatten.

Die Kirche wurde ganz auf den Papst ausgerichtet, und der päpstliche Hof auf dem Lateranhügel in Rom in eine kirchliche Zentralbehörde umgestaltet. Den römischen Anspruch, Bischofssitze unabhängig vom Kaiser und anderen weltlichen Machthabern vergeben zu können und auch die Wahl eines neuen Papstes selbst autonom regeln zu dürfen, hatte Gregor VII. in seinem Dictatus Papae (»Brief des Papstes)« formuliert. Der Papst wurde in diesem Dokument aus dem Jahr 1075 erstmals zur obersten Lehr- und Rechtsprechungsgewalt der Kirche erklärt, dem sich alle Bischöfe unterzuordnen hatten. Mit solchen internen Regeln begnügte sich Gregor VII. aber nicht. In seiner Schrift formuliert er klar und deutlich, dass der Papst sogar das Recht habe, den Kaiser abzusetzen. Und auch im Hinblick auf die ewige Seligkeit des Papstes wurde vorgesorgt: »Dass der römische Bischof, falls er kanonisch eingesetzt ist, durch die Verdienste des heiligen Petrus unzweifelhaft heilig wird, nach dem Zeugnis des heiligen Bischofs Ennodius von Pavia, dem viele heilige Väter beistimmen, wie aus den Dekreten des heiligen Papstes Symmachus hervorgeht.« Dies ist übrigens im Dictatus Papae die einzige Stelle, bei der Gregor VII. es für nötig hielt, sich für seinen Anspruch auf Autoritäten zu beziehen. Offenbar war er sich der Unerhörtheit dieser Aussage wohl bewusst.

Als Ergebnis der Kirchenreform war eine schlagkräftige internationale Organisation entstanden, deren Führer anders als alle übrigen Christen nicht das ewige Höllenfeuer fürchten musste. Und ganz nebenbei war der bisher nach kirchlichem Verständnis im gleichen Rang mit dem Papst stehende Patriarch von Konstantinopel auf den zweiten Platz verwiesen worden. Noch im Jahr 2009, als sich Papst Benedikt XVI. in der römischen Kirche Sankt Paul vor den Mauern mit dem Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., traf, wurde es von den Medien als besonders vermerkt, dass beide Geistliche auf gleich hohen Stühlen saßen, 934 Jahre nach dem Dictatus Papae.

HUNDERTTAUSEND TOTE FÜR JERUSALEM – GOTT WILL ES!

Papst Urban II. verfügte also dank seiner Vorgänger über eine äußerlich wie innerlich gefestigte Stellung als Kirchenfürst und Kriegsherr, die er nutzen wollte, den orthodoxen Brüdern im Osten gegen die Türken zur Hilfe zu kommen und ganz nebenbei seinen Widersacher, den noch vom Kaiser unterstützten Gegenpapst Clemens III. (1080–1096), endlich auszuschalten. Die Stadt Clermont war ausersehen, im Herbst 1095 zum Schauplatz für den Auftakt zu einer der blutigsten Episoden der Kirchengeschichte zu werden. Papst Urban II. hatte in die französische Bischofsstadt zu einer Synode eingeladen. 328 Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte sowie weltliche Herren und große Scharen einfacher Leute fanden sich ein. Für den Franzosen Urban II. bedeutete der Schauplatz Clermont inmitten der Auvergne ein Heimspiel, weit weg vom Einflussgebiet seines Gegenpapstes Clemens III. und der deutschen Adelspartei, die ihn stützte. Kaiser Alexios I. Komnenos von Byzanz hatte erneut um Hilfe gegen die Seldschuken gebeten. Die türkischen Seldschuken, fromme und kriegerische Anhänger des Propheten, hatten seit 1071 weite Teile Anatoliens besetzt, ihr Großreich war aber nach dem Tod des Sultans Malik Schah rasch in kleinere Reiche zerfallen, die sich teilweise befehdeten, so ganz gefährlich waren sie den Byzantinern gar nicht mehr.

Urban hoffte, die seit langem in Rom verfolgte Idee von der Vereinigung der orthodoxen mit der katholischen Kirche, natürlich zu den Bedingungen des Papstes, endlich durchsetzen zu können. Diese politischen Ziele überhöhte er in seiner Kreuzzugspredigt vom 27. November 1095 in Clermont mit religiösen Motiven. Ein Ohrenzeuge, Kaplan Fulcher von Chartres, zitiert den Papst wörtlich: »Denn Ihr müsst euch sputen, um Euren im Osten lebenden Brüdern, die Eure Unterstützung brauchen, um die sie oft dringend nachsuchten, Hilfe zu bringen. Denn die Türken, ein persisches Volk, haben sie angegriffen, […] Sie haben immer mehr Länder der Christen an sich gerissen, haben sie bereits siebenmal in ebenso vielen Schlachten besiegt, viele getötet oder gefangengenommen, haben Kirchen zerstört und haben Gottes Königreich verwüstet. […] Und deshalb ermahne ich, nein, nicht ich, ermahnt Gott Euch als inständige Herolde Christi mit aufrechter Bitte, Männer jeglichen Standes, ganz gleich welchen, Ritter wie Fußkämpfer, reiche und arme, wiederholt aufzufordern, diese wertlose Rasse in unseren Ländern auszurotten und den christlichen Bewohnern rechtzeitig zu helfen.«

Und dann versprach der Papst: »All jenen, die dorthin gehen, ob sie auf dem Landweg marschieren oder übers Meer fahren oder im Kampf gegen die Heiden das Ende dieses Lebens in Gefangenschaft finden, werden ihre Sünden vergeben. Dies gewähre ich all denen, die gehn, kraft der Vollmacht, mit der Gott mich ausgestattet hat.« Nichts möge jene, die sich anschicken zu gehen, aufhalten. Sie sollen ihre Angelegenheiten regeln, Geld anhäufen, und, wenn der Winter vorbei und der Frühling gekommen ist, die Reise unter der Führung des Herrn voll Eifers antreten.

Geschickt wurde so das Versprechen des Ewigen Heils statt klingender Münze zur Entlohnung von Söldnern genutzt. Adhemar de Monteil, der Bischof von Puy, einer Kleinstadt südlich von Clermont, hatte die Synode gut vorbereitet, das Volk bejubelte die Predigt des Papstes. »Deus lo vult!« – »Gott will es!«, skandierten die Massen. Der Papst ernannte Bischof Adhemar als seinen persönlichen Vertreter zum geistlichen Leiter dieser bewaffneten Wallfahrt. Im Sommer 1097, genauer am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, sollte es von Konstantinopel aus losgehen, den Feinden der Christenheit entgegen.

Der Papst hatte nicht vorausgesehen, wie gut seine Kampagne wirken sollte, wie erfolgreich die predigenden Mönche damit waren, beim Volk die Mordlust zu entflammen, die Gier nach Abenteuern und Beute zu wecken. Gleich auf der Stelle wollten viele losziehen, nicht erst bis zum Frühjahr warten. Gerade bei denen, die bisher im Leben zu kurz gekommen waren, die nichts zu verlieren hatten, wirkte die Mission am eindringlichsten. Bald sammelten sich Grüppchen von Kreuzfahrlustigen, von Männern, Frauen und Kindern, bildeten Haufen, vereinten sich zu Menschenmengen in Flandern, in Frankreich, in Burgund und auch in Niedersachsen, geführt von Mönchen und verarmten Rittern. Ein erster Sammelpunkt war Köln und das Mittelrheingebiet. Dorthin zog aus Flandern der Mönch Peter von Amiens, der es gut verstanden hatte, das arme Volk emotional aufzuwühlen mit dem Betrug, sich als Inhaber eines von Christus geschriebenen Briefes auszugeben. Er behauptete, Gott habe ihn mit der Führung des Kreuzzuges beauftragt. Sein Markenzeichen als »Ersatzchristus« war ein Esel, auf dem er ritt, wie es Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem getan hatte. Die Franzosen folgten Walter Sans-Avoir, einem verarmten Adeligen und Abenteurer. Deutsche Bauern versammelte Graf Emicho aus dem Nahegau, auch er ein zweifelhafter Charakter. Ihm sei Jesus Christus selbst erschienen und habe ihm die Kaiserkrone angeboten, wenn er die Ungläubigen vernichte, so schilderte der Graf seinen Leuten seine Berufung. Dieser Führung folgte das leichtgläubige Volk.

Im April setzten sich die ersten Gruppen in Bewegung, von Köln in Richtung Süden, den Rhein aufwärts. Unter den insgesamt vielleicht 80 000 Volkskreuzfahrern werden nicht viele überhaupt nur gewusst haben, in welche Richtung es nach Jerusalem ging und wie weit der Weg bis ins Heilige Land war. Im Mai 1096 erreichten Emichos Leute die Städte Mainz und Speyer, wo große und wohlhabende jüdische Gemeinden lebten. Die »Christusmörder«, wie nicht nur Theologen seinerzeit die Juden bezeichneten, wurden die ersten Opfer von Emichos angeblich göttlichem Auftrag. Die (un)frommen Horden drangen in jüdische Viertel und die Synagogen ein, zerstörten und raubten, was das Zeug hielt. Wahllos wurde massakriert, schwangeren Frauen die Bäuche aufgeschlitzt und selbst Kinder grausam ermordet, wie ein jüdischer Chronist berichtet. Deus lo vult!

Auf unterschiedlichen Wegen gelangten die einzelnen Gruppen an die Donau, an dieser entlang bis nach Ungarn. Plündernd durchzogen sie das Land, ohne größere Zwischenfälle gelangten die verschiedenen Haufen der Kreuzfahrer bis Ende Juni nach Belgrad. Etwa 70 Tagesmärsche von vielleicht 25 Kilometern waren geschafft, gleichwohl erst ein Drittel des Weges nach Jerusalem, das freilich kaum einer der bewaffneten Pilgersleute erreichen sollte. In Belgrad begann das Gebiet des byzantinischen Kaisers, der kaiserliche Stadtkommandant wusste nichts von einem zu erwartenden Kreuzfahrerheer, das seinem Kaiser zu Hilfe kommen sollte, oder er konnte sich nicht vorstellen, dass solche wilden Haufen eine willkommene Hilfe wären. Er ließ die ersten Randalierer verhaften und (nur!) die Rüstungen einiger Ritter am Burgtor aufhängen. Die große Meute der Kreuzfahrer war da gerade in Semlin (heute Zemun), der ungarisch besiedelten Vorstadt von Belgrad, angelangt. Als die Nachricht vom Schicksal der Vorhut zu ihnen drang, plünderten sie den Markt und erschlugen alle Einwohner, derer sie habhaft werden konnten, 4000 Ungarn kamen zu Tode. Die Belgrader flohen entsetzt vor dem Blutrausch der Kreuzfahrer aus ihrer Stadt. Das offene Belgrad wurde dann von den frommen Horden geplündert und in Brand gesteckt. So hatte sich Kaiser Alexios die Hilfeleistung sicher nicht vorgestellt.

Die Byzantiner waren jetzt gewarnt, und als die Kreuzfahrerhorden nach Niš, der nächsten großen Festung, gelangten, kam es zum Gefecht, das mit hohen Verlusten auf Seiten der Kreuzfahrer endete. Alexios, vermutlich besorgt hinsichtlich weiterer Ausschreitungen, versorgte die Kreuzfahrer mit Verpflegung und ließ sie von kaiserlicher Reiterei eskortiert über Sofia nach Konstantinopel bringen. Dort organisierte er ihre Fahrt über den Bosporus nach Kleinasien, wo das Reich der Rum-Seldschuken begann, deren Hauptstadt Nicäa (heute: Iznik) nur wenige Kilometer entfernt war. Am 6. August 1096 gelangten die Volkskreuzzügler so nach Anatolien. Hier plünderten und verwüsteten sie etliche kleinere Städte, wobei auch die christlichen Bewohner nicht verschont wurden, bis es dem seldschukischen Sultan Kilidsch Arslan I. gelang, sie durch List zu einem Angriff auf seine Hauptstadt Nicäa zu bewegen. Er legte einen Hinterhalt und vernichtete am 21. Oktober 1096 den größten Teil der Kreuzfahrer, verschont wurden nur Kinder, Jungen und Mädchen, die man noch als Sklaven brauchen konnte. Damit fand der Volkskreuzzug ein unrühmliches Ende, der päpstlichen Propaganda waren zigtausende Menschen zum Opfer gefallen, sie wurden versklavt oder starben, meist unter schrecklichen Umständen.

Doch der »richtige« Kreuzzug hatte ja noch gar nicht begonnen. Bis April 1097 sammelten sich die verschiedenen Kreuzfahrerheere in Konstantinopel. Raimund IV. von Toulose führte Ritter aus der Provence und Burgund, die via Brindisi nach Durres über die Adria setzten, um entlang der alten Römerstraße, der Via Egnatia, durch Nordgriechenland in das heutige Istanbul zu ziehen. Im Gegensatz zum wohlhabenden Raimund hatten die Brüder Gottfried von Bouillon und Balduin von Boulogne einiges von ihrem Hab und Gut zu verkaufen, um für die Pilgerfahrt aufrüsten zu können. Mit 20 000 Rittern kamen sie aus Lothringen und Nordwestfrankreich. Robert II. Herzog der Normandie musste sogar sein Herzogtum an den englischen König verpfänden, um die Kreuzzugsspesen decken zu können. 1 600 000 Denare, eine Geldmenge, die gut zweieinviertel Tonnen Feinsilbers entsprach, investierte er in das fromme Vorhaben. Die süditalienischen Normannen folgten ihrem Grafen Bohemund von Tarent, der sowohl gegen die muslimischen Sarazenen, aber auch gegen die christlichen Byzantiner in Süditalien schon etliche Kriege geführt hatte. Der König von Frankreich, Philipp I., durfte allerdings ebenso wenig wie Kaiser Heinrich IV. an dem frommen Kriegszug teilnehmen, waren doch beide exkommuniziert.

Erstes Ziel der Kreuzritter war erneut die seldschukische Hauptstadt Nicäa. Tatsächlich ergab sich die Stadt nach kurzer Belagerung den Byzantinern, was bei den katholischen Rittern zu einer gewissen Verstimmung gegenüber Kaiser Alexios führte – war ihnen doch die Kriegsbeute entgangen. Sultan Kilidsch Arslan I., der während der Belagerung nicht in Nicäa weilte, stellte sich dem Kreuzfahrerheer bei den antiken Ruinen von Doryläum, in der Nähe der heutigen Stadt Eskis¸ehir. Die Kreuzfahrer fochten unter dem Schlachtruf: »Heute, wenn Gott will, werden wir alle reich!« Der Sultan unterlag in der Schlacht und der von Bischof Adhemar, dem päpstlichen Stellvertreter, geführten Abteilung gelang die Eroberung des türkischen Feldlagers mit seinen Schätzen. Der Bischof und seine Geistlichen nutzten das göttliche Zeichen des Sieges und malten die glänzenden Aussichten der frommen Wallfahrt den Kreuzrittern in kräftigen Farben aus, um sie für den folgenden strapazenreichen Weg zu motivieren. Für die Strecke von fast 900 Kilometern Länge, die zuerst über die in der Sommerhitze glühende anatolische Hochebene und dann entlang der Küste bis vor Antiochia führte, benötigte das Wallfahrerheer knapp drei Monate.

Antiochia war die älteste christliche Gemeinde überhaupt und dort waren die Jünger Jesu zum ersten Mal »Christen« genannt wurden, wie die Apostelgeschichte berichtet und wie die gebildeten Geistlichen in der Kreuzzugsführung wussten. Hier residierte trotz einer inzwischen zwölfjährigen islamischen Besatzung immer noch der griechische Patriarch von Antiochia und unter den Einwohnern befanden sich noch viele orthodoxe, syrische und armenische Christen. Doch ihr Bekenntnis half ihnen nicht, die westlichen Christen nahmen auf ihre östlichen Brüder keine Rücksicht. Die meisten von ihnen wurden zu Opfern der Belagerung, die Ende Oktober 1097 begann. Der islamische Stadtkommandant, Yaghi-Siyan, vertrieb die meisten christlichen Einwohner, die dann den Winter über gemeinsam mit den Kreuzrittern vor der Stadt ausharren, das heißt hungern und frieren mussten. Erst im Juni 1098 gelang durch Bestechung einer Torwache den Kreuzfahrern die Eroberung der Stadt. Für alle nichtchristlichen Bewohner wurde dies zum Todesurteil. Wieder wurden tausende von Männern, Frauen und Kindern grausam abgeschlachtet. Deus lo vult!

Noch war freilich der Sieg nicht sicher und die Stellung der Kreuzritter in Antiochia alles andere als ungefährdet, denn es nahte ein islamisches Entsatzheer, das Kerboga, der Atabeg (Statthalter) von Mosul im heutigen Irak, heranführte. Das von der langen Belagerung und dem Kampf um die Einnahme Antiochias geschwächte Kreuzfahrerheer schien hoffnungslos unterlegen. Glücklicherweise »entdeckte« zum richtigen Zeitpunkt der Mönch Peter Bartholomäus aufgrund einer Vision des Apostels Andreas – wie er den wundersüchtigen Rittern erklärte – in einer Kirche Antiochias die Heilige Lanze, mit der einst ein römischer Soldat den Tod Christi am Kreuz festgestellt haben soll. Groß war der allgemeine Jubel; der päpstliche Legat Adhemar hielt sich vornehm zurück, obwohl er genau wusste, dass diese »Heilige Lanze« eine dreiste Fälschung war. Die Hungersnot der Kreuzfahrer wurde zu einer heiligen Fastenzeit erklärt, und am 28. Juni 1098 wagten die Kreuzfahrer den Ausfall. Bohemund von Tarent hatte den Schwindel ebenfalls durchschaut, nutzte aber dennoch die Heilige Lanze als Heerzeichen, das seinen ausgemergelten Rittern neuen Mut einflößen sollte. Der Mönch Raimund aus dem französischen Kloster Vézelay erhielt den Auftrag, mit der Lanze in der Hand den Heerzug der Ritter anzuführen. Aufgrund glücklicher Umstände gelang Bohemund das tollkühne Manöver, Kerbogas Heer wurde in die Flucht geschlagen. Bohemund konnte sich als Fürst von Antiochia etablieren, für ihn endete hier der Kreuzzug. Knapp zweihundert Jahre sollte das neue Fürstentum, dieser auf Gewalt gegründete Kreuzfahrerstaat, bestehen, heute ist die Geschichte längst darüber hinweggegangen.

Eine Greueltat der Kreuzfahrer jedoch schien selbst den sicher hartgesottenen Muslimen so außergewöhnlich abscheulich, dass sie deren Bild von den Christen über Jahrhunderte prägte und heute noch erinnert wird. Die antiwestliche Polemik heutiger arabischer Fundamentalisten nutzt immer noch die Parole vom »fränkischen Kinderfresser« – durchaus auf Tatsachen beruhend: Die eigentlich fruchtbare und landwirtschaftlich gut bestellte Ebene um Antiochia war aufgrund der Belagerung im Frühling des Jahres 1098 nicht bestellt worden, die Bauern waren tot oder geflohen, die Dörfer verbrannt. Die nähere Umgebung hatte durch die Plünderungen der Belagerungsarmeen ebenfalls schwer gelitten. Es gab also in Antiochia im Winter 1098 nichts mehr zu essen. Esel, Pferde, Hunde, Ratten, selbst altes Leder wanderte in die Kochtöpfe. Die Kreuzfahrer griffen räumlich weiter aus und eroberten, hier unter der Führung Raimunds von Toulose, am 12. Dezember 1098 die Kleinstadt Maarat an-Numan im heutigen Syrien.

Als man entdeckte, dass auch dort längst Hunger herrschte und das erhoffte Festmahl ausblieb, richteten die frommen Ritter ein Massaker an, kein Einwohner überlebte, es sollen nach zeitgenössischen, wenngleich wohl wenig präzisen Quellen 22 000 Tote gewesen sein. Anschließend, so überliefert es ein fränkischer Chronist, briet man kleine Kinder wie Spanferkel und verspeiste sie. Ein anderer Schreiber berichtet, beinahe entschuldigend: »Die Armen unter unseren Pilgern hatten begonnen, die Körper der Heiden zu zerlegen, um die in deren Mägen versteckten Goldmünzen zu finden; andere, vom Hunger gequält, zerteilten deren Fleisch in Stücke und kochten es, um es zu verzehren.« Selbst Erzbischof Dagobert von Pisa, den der Papst als Nachfolger des im August 1098 an Typhus verstorbenen Bischofs Adhemar zum Legaten im jetzt sogenannten »Heiligen Land« und zum ersten Lateinischen Patriarchen von Jerusalem bestellt hatte, musste dem Papst über die Einnahme von Maarat an-Numan berichten: »Eine schreckliche Hungersnot, die unsere Armee überfiel, brachte diese zu der grausamen Notwendigkeit, sich von den Leichnamen der Sarazenen zu ernähren, die schon in Verwesung waren.« Eine Tendenz der Beschönigung ist diesem Bericht anzusehen, gleichwohl darf man unterstellen, dass der Papst über die wirklichen Vorgänge gut unterrichtet war.

Diese Vergangenheit ist im Islam bis heute lebendig geblieben, die Gleichsetzung von Kreuzfahrern und barbarischen Kannibalen, die Identifikation des Papstes mit dem »Obersten Kriegsherrn der Kreuzritter«, wie noch 1981 Mehmet Ali Agca sein Attentat auf den Papst begründete, sind bis heute Topoi der islamisch-fundamentalistischen Agitation, die in Strukturen wie al-Qaida erneut verbreitet werden. Freilich muss klar gesagt werden, dass Gräuel aus tiefer Vergangenheit keine Rechtfertigung für aktuelle Terroranschläge abgeben. Will man den heutigen Terroristen mit islamischem Hintergrund wirksam politisch entgegentreten, muss diese Vorgeschichte der christlich-islamischen Konfrontation allerdings berücksichtigt werden.

Wenn vor diesem Hintergrund ein durchschnittlich gebildeter Muslim heute hört, dass der Papst den Muslimen Ratschläge gibt, wie sie es mit dem Thema Religion und Gewalt zu halten hätten, wird er dies nicht als Einladung zum Dialog empfinden, sondern als Anmaßung. Deshalb geriet die Regensburger Vorlesung Papst Benedikts XVI. vom 12. September 2006, die noch dazu in stark verkürzter Form in den internationalen Medien verbreitet wurde, zum Desaster, was ihre Wirkung auf die muslimische Öffentlichkeit betraf. Der Papst zitierte einen der letzten byzantinischen Kaiser, Manuel II. (1391–1425), mit einem Satz, der gegen den Propheten Mohammed gerichtet war: »Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.« Benedikt XVI. hat in dieser Rede, die nicht auf dieses Zitat verkürzt werden darf, eigentlich nichts Falsches gesagt, das wurde ihm auch von muslimischen Theologen bestätigt. Falsch war nur, wie er es gesagt hat, falsch war, dass er die historische Dimension der Problematik nicht beachtet hat. Und so trägt die verbreitete Ignoranz der eigenen Geschichte, die in kirchlichen Kreisen habituell ist – insbesondere was die unangenehmen Seiten der Kirchengeschichte betrifft –, bis heute schlechte Früchte.

Raimund von Toulose, der Barbar von Maraat an-Numan, hatte nach dem Tod des Bischofs Adhemar die »Heilige Lanze« in die Hand bekommen und hielt sich deshalb für berufen, das verbliebene Kreuzfahrerheer endlich nach Jerusalem zu führen. Im Juni begann die Belagerung der Stadt, die erst kurz zuvor von den ägyptischen Fatimiden, einer schiitisch-ismaelitischen Dynastie, erobert worden war. Auch hier standen die militärischen Aussichten für das stark zusammengeschmolzene Heer der Kreuzfahrer schlecht. Erneut half ein propagandistischer Winkelzug, die Moral der Truppe wiederaufzurichten. Doch zuvor kam es zu einem Machtkampf innerhalb der christlichen Führungsriege. Offenbar sah sich der Hofkaplan der Normannen, Arnulf von Chocques, in seiner Aussicht auf ein hohes geistliches Amt von Peter Bartholomäus behindert, dem wohl populärsten Geistlichen der Truppe. Arnulf zweifelte öffentlich an der Heiligen Lanze und trieb den Mönch in die Enge, bis dieser die Echtheit der von ihm aufgefundenen Reliquie mittels einer Feuerprobe besiegeln wollte. Der Probe unterzogen wurde dabei allerdings nicht die umstrittene Lanze, sondern der Mönch. Diese Prozedur überlebte Peter Bartholomäus nicht, er erlag einige Tage später seinen Verletzungen. Damit war der Konkurrent des Hofkaplans aus der Welt, die Frage der Echtheit der Lanze spielte in der Folge keine Rolle mehr. Kaplan Arnulf sorgte jetzt mit einer Christusstatue, die er an eine große Belagerungsmaschine binden ließ, für die nötige Begeisterung der Kreuzfahrer.

Als wieder einmal die Nahrungsvorräte zu Ende gingen, rief die Geistlichkeit die Kreuzfahrer erneut zum frommen Fasten auf, und die folgende Schlacht wurde als Weihehandlung inszeniert. Wie im Alten Testament bei der Belagerung von Jericho, wurden die Ritter zu einer Prozession um die belagerte Stadt geführt, damit diese ihnen vom Herrn geschenkt würde, wie einst Jericho dem Propheten Josua vom Herrn gegeben wurde. Solcher seelsorgliche Einsatz erzeugte bei den Rittern einen derartigen frommen Furor, dass ihnen am 15. Juli 1099 die Einnahme Jerusalems glückte. Ihre (un)heilige Wut entlud sich auch hier in einem Gemetzel an der Besatzung sowie der muslimischen und jüdischen Zivilbevölkerung der Stadt. Vergeblich versuchten die Muslime, sich in der Al-Aqsa-Moschee zu verschanzen. Stolz berichtet der fromme Autor der Gesta Francorum: »Fast die ganze Stadt war übersät mit ihren toten Leibern. Somit schleiften die überlebenden Sarazenen die Toten vor die Tore hinaus und schichteten sie zu Stößen auf so hoch wie Häuser. Keiner hat jemals ein solches Abschlachten von Heiden gesehen oder je davon gehört, denn sie wurden auf Scheiterhaufen verbrannt, die Pyramiden glichen, und keiner außer Gott allein weiß, wie viele es waren.«

Arnulf ließ sogleich nach der wichtigsten Reliquie fahnden, die er in Jerusalem wusste, dem Heiligen Kreuz, das im Jahr 325 von der heiligen Helena aufgefunden worden war. Die Männer des normannischen Kaplans waren erfolgreich und stießen auf einen syrischen Christen, dessen Familie die Kreuzreliquie während der Zeit der islamischen Herrschaft gehütet hatte. Unter der Folter wurde er gezwungen, das Versteck zu verraten, Chronisten berichten, dass man dem Syrer brennende Holzspäne unter die Nägel trieb und ihm sämtliche Knochen zerschlug. Ein willkommener Nebeneffekt der Kreuzauffindung dürfte es für Arnulf gewesen sein, dass er damit seine Zweifel an der von einigen Kreuzrittern nach wie vor verehrten Lanzenreliquie und sein Verhalten gegenüber ihrem Entdecker vergessen machen konnte.

Den kriegerischen Abschluss des Ersten Kreuzzuges bildete die Schlacht von Askalon, bei der die ägyptischen Fatimiden besiegt wurden. Wenn es um Ägypter ging, hatte die geistliche Propaganda leichtes Spiel, es genügte der Verweis auf die »harte Hand des Herrn«, die dieser schon einmal gegen sie erhoben hatte, als die Israeliten Moses durchs Rote Meer gefolgt waren.

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