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Inhalt

Vorwort

1          Hörschädigungen, Hörhilfen, Wege der Kompensation

1.1       Arten und Grade von Hörschädigungen

1.1.1    Arten von Hörschädigungen

1.1.2    Grad des Hörverlustes

            Zusatzinfo „Weitere Schülergruppen“

1.2       Hörsysteme und weitere technische Hilfsmittel

1.2.1    Typische Hörhilfen

1.2.2    Versorgung und Nutzung der Hörhilfen

            Memo: „Hörsysteme und weitere technische Hilfsmittel“

1.3       Mögliche Auswirkungen einer Hörschädigung und Wege der Kompensation

1.3.1    Auswirkungen auf das Sprachverstehen

1.3.2    Auswirkungen auf die Aufmerksamkeit

1.3.3    Auswirkungen im sozialen und emotionalen Bereich

1.3.4    Wege der Kompensation

            Memo: „Mögliche Auswirkungen einer Hörschädigung und Wege der Kompensation“

            Weiterführende Literatur

2          Mobiler Dienst und Kooperation der Beteiligten

2.1       Aufgaben des Mobilen Dienstes

2.2       Nachteilsausgleich und Notenschutz

2.3       Kooperation und Teamteaching

            Memo: „Mobiler Dienst und Kooperation“

            Weiterführende Literatur

3          Inklusiver Unterricht für Schüler mit und ohne Hörschädigung

3.1       Organisatorische Rahmenbedingungen

3.1.1    Klassenstärke

3.1.2    Optische Bedingungen und Sitzordnung

3.1.3    Akustische Bedingungen

3.1.4    Klassenklima

            Memo: „Organisatorische Rahmenbedingungen“

3.2       Didaktische Maßnahmen

3.2.1    Unterrichtsgespräche und Lehrersprache

3.2.2    Unterrichtsprinzipien

            Zusatzinfo „Rituale“

3.2.3    Sozialformen und methodische Grundformen

            Memo: „Didaktische Maßnahmen“

            Weiterführende Literatur

4          Praxismaterial

Glossar

Bildnachweis

Vorwort

Anwendung

Diese Handreichung ist für Lehrkräfte allgemeiner Schulen konzipiert, die einen oder mehrere Schüler mit Hörschädigung inklusiv unterrichten. Die Hinweise sind aus wissenschaftlichen Forschungsergebnissen erwachsen und mit Praxiserfahrungen von Hörgeschädigtenpädagogen ergänzt.

Hintergrund

Die Forschungsergebnisse stammen aus dem seit 1999 laufenden Projekt „Integration/ Inklusion Hörgeschädigter in allgemeinen Einrichtungen“ des Lehrstuhls für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Die für den inklusiven Unterricht relevanten Erkenntnisse wurden herausgefiltert und praxisnah aufbereitet. Die Handreichung konzentriert sich auf die Gruppe der lautsprachlich kommunizierenden Schüler; die formulierten Hinweise sind teilweise jedoch auch auf die zahlenmäßig kleineren Gruppen der gebärdensprachlich orientierten Schüler sowie auf Schüler mit Auditiver Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) übertragbar. In dieser Handreichung wurde der Begriff „Inklusion“ statt „Integration“ gewählt. Dies soll keine Wertung als vielmehr die Hoffnung in eine funktionierende Inklusion ­darstellen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde das generische Maskulinum verwendet.

Aufbau

Der Inhalt erstreckt sich von grundlegenden Informationen zu den Themen ­Hörschädigung, Hörsysteme und Auswirkungen der Hörschädigung über die Beratung durch den ­Mobilen Dienst bis hin zu didaktischen Empfehlungen für einen Unterricht mit einem Schüler mit Hörschädigung. Für seine Unterrichtung ist keine „neue“ Didaktik notwendig, sondern es sind andere Schwerpunktsetzungen von Bedeutung – d. h. viele Maßnahmen werden in der allgemeinen Schule ohnehin angewendet, sind für den Schüler mit Hörschädigung jedoch von größerer Bedeutung. Aufgrund der bundesweit verschiedenen Bezeichnungen (z. B. ambulante Förderung, Mobiler Sonderpädagogischer Dienst, sonderpädagogische Beratung) wird im Folgenden der Begriff „Mobiler Dienst“ verwendet.

Hervorhebungen

Je Themenbereich werden zunächst die möglichen Besonderheiten dargestellt. Ihnen folgen grau hinterlegte Empfehlungen für den Unterricht. Die Randspalte dient der Orientierung mittels Symbolen (s. folgende Übersicht) oder Schlagworten zum Absatz. Zu Begriffen, die durch eine Lupe und Kursivschrift hervorgehoben sind, gibt es im Glossar weitere Informationen. Am Ende eines Kapitels befinden sich Memos mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte. Das letzte Kapitel enthält exemplarisches Praxismaterial zum besseren Verständnis bestimmter Maßnahmen.

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Hörschädigungen, Hörhilfen, Wege der Kompensation

In diesem Kapitel werden die verschiedenen Arten von Hörschädigungen und technische Hilfsmittel für Schüler mit Hörschädigung vorgestellt. Eine Hörschädigung kann unter anderem Auswirkungen auf die Sprache, die Konzentrationsdauer und die zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Außerdem wird auf mögliche Strategien des Schülers zur Kompensation von unzureichender Kommunikation eingegangen.

1.1     Arten und Grade von Hörschädigungen

1.1.1   Arten von Hörschädigungen

Die Ursache für eingeschränktes Hören kann an verschiedenen Orten zwischen Außenohr über Mittelohr, Innenohr und Hörnerv bis zum Gehirn liegen, die jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf das Hören bewirkt. Je nach Ort der Störung unterscheidet man die Arten von Hörschädigungen (Abb. 1 und Tab. 1). Diese können zu zwei Gruppen zusammengefasst werden:

periphere und zentrale Hörschädigungen

   periphere Hörschädigungen: betreffen den Bereich vom Außenohr über Mittel- und Innenohr sowie den ersten Teil der Hörbahn

   zentrale Hörschädigung: liegt vor, wenn die weiteren Teile der Hörbahn oder die zuständigen Abschnitte im Gehirn in ihrer Funktion gestört sind, wie bei einer imageAuditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS)