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Schräg verliebt

Über die Autorin

Cynthia Ceilán verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Essays und Kurzgeschichten. Sie lebt so unauffällig wie möglich in New York City. Mehr über sie auf Facebook und auf www.weirdlyhuman.com.

Cynthia Ceilán

Schräg verliebt

Skurrile Liebesgeschichten
mit Happy End

Aus dem amerikanischen Englisch von
Petra Trinkaus

Ewig die deine

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Hätten wir uns auch so geliebt,

wenn du als Mensch auf die Welt gekommen wärst?

Oder ich als Hund?

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Inhalt

Danksagung

Vorwort

Kapitel 1: Seltsame Bettgenossen

Kapitel 2: Nein, du bist nur ein Hund

Kapitel 3: Verrückt nach dir

Kapitel 4: Ich liebe meine Sachen

Kapitel 5: Andere Welten

Kapitel 6: Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen

Kapitel 7: Wer wird denn nachzählen

Kapitel 8: Byte me

Kapitel 9: Unvergessliche Feiern

Kapitel 10: Es lebe die Tradition!

Kapitel 11: Hätt’ ich doch nur einen Hammer

Kapitel 12: Der Himmel steh’ uns bei

Nachwort

Quellen

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Danksagung

Ich habe wirklich Glück. Nach nur zehn oder 15 Jahren Therapie glaube ich langsam, dass sich alles zum Guten wenden wird.

Auch habe ich Glück, mir eine solch riesige Ansammlung von guten Freunden zugelegt zu haben; mit einigen davon bin ich blutsmäßig verwandt. Das sind Leute, die mich zum Lachen bringen, die mich weinen lassen, die sich meine Geschichten anhören und mir gern die ihrigen erzählen. Mein ganz besonderer Dank gilt Matthew Rofofsky, Robert Cruz (für mich wirst du immer Bobby bleiben), Ernie Koy, »Annie Em« und wie immer Gary und Terry Martin.

Und dann sind da die vielen anderen, die mich an ihren unglückseligen Liebes- und Leidensgeschichten teilhaben ließen, von denen einige in der einen oder anderen Form in dieses Buch gelangt sind. Meist sind das Menschen, die lieber auf andere Art berühmt würden, daher kann ich ihre Namen nicht veröffentlichen. Ich habe aber jedem von ihnen eine ganz spezielle Dankeschön-Postkarte geschickt.

Gern geschehen.

Ewig werde ich meiner Lektorin Holly Rubino dafür dankbar sein, dass sie mich bei dieser Arbeit so begeistert und fröhlich unterstützt hat. Vielen Dank auch an Jim McCarthy, meinen brandneuen Agenten, den süßesten »Bösewicht«, der mir je begegnet ist.

Und an Christopher, meinen höchst eigenen Liebsten, der mich mindestens einmal pro Woche daran erinnert, mich bei ihm zu bedanken. Also danke. Noch mal. Echt.

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Vorwort

Ich kann zwar keine Eier legen, aber ich verstehe sehr viel von Omeletten.

George Bernard Shaw

Ich war schon relativ erwachsen, als mir klar wurde, dass nicht jeder Mensch aus einer riesigen Familie stammt. Ich wuchs auf inmitten wahrer Legionen von Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen, kleinen Brüdern, Haustieren, die wie Geschwister waren, Paten, Eltern, Großtanten, Großonkels, Großeltern … es gab Tausende von uns. Ein entfernter Verwandter war für uns jemand, der in einem Land lebte, das wir noch nicht besucht hatten.

Zu unserer »Kernfamilie« gehörten Leute, die nicht einmal entfernt mit uns verwandt waren, weder blutsverwandt noch angeheiratet. Wenn man lange genug in unserer Nähe wohnte, wurde man automatisch von der Herde absorbiert. Es gab Leute, die für mich immer Tante Soundso oder Onkel Sowieso sein werden, obwohl unsere einzigen gemeinsamen Vorfahren meines Wissens Adam und Eva oder, was wahrscheinlicher ist, die Cro-Magnon-Menschen waren.

Wir trafen uns häufig, um alles Mögliche zu feiern, und erfanden manchmal lieber einen Vorwand, als auf einen legitimen Anlass für eine schöne Party zu warten. Einer meiner Onkels hat einmal seinen Hund getauft. Sein Nachbar machte voller Stolz den Taufpaten.

Im Großen und Ganzen war es wundervoll, so aufzuwachsen und Teil einer solch riesigen Familiengemeinschaft zu sein. Diese warmherzigen, wundervollen Menschen verschafften mir durch ihre bloße Anwesenheit das Gefühl, gut aufgehoben und geliebt zu sein. Sie hatten großen Einfluss auf die Erwachsene, zu der ich heranwuchs, und vermutlich auch eine gewisse Schuld daran, dass ich jetzt mit einem semikomatösen Hund zusammenlebe und selten das Haus verlasse.

Unweigerlich gab es eine Handvoll Verwandte, mit denen ich mich einfach niemals verstehen wollte. Darunter war die glücklicherweise kleine Sekte derjenigen, die ich insgeheim »Die Alten Tanten« nannte. Nicht alle von ihnen sind im strengen genealogischen Sinne meine Tanten, und nicht alle sind alt, aber so nenne ich sie eben.

In der Welt der Alten Tanten gibt es nur eine Art, sich zu verlieben, eine Art, richtig zu heiraten, und eine Art, die unausweichlichen Demütigungen des Eheglücks zu erdulden. Alte Tanten behaupten, zu ihrer Zeit sei »alles anders gewesen«, und die Leute hätten sich damals »zu benehmen gewusst«. Sie schauen ihre schönen jungen Nichten an, ihre frischen Gesichter, gepiercten Bauchnabel und trendigen Tattoos, und verdammen ihre Dekadenz mit selbstgerechten Urteilen. »Schande!« – »Skandalös!« – »Eine Tragödie«, schreien oder zischeln sie.

Dabei vergessen sie, diese Alten Tanten, dass ihre eigenen Mütter und Großmütter es einst wagten, in der Öffentlichkeit die Knöchel zu zeigen, sich die Haare bis zum Ohrläppchen abzuschneiden und mit Ausländern durchzubrennen. Sie werden bis zum letzten Atemzug leugnen, dass irgendeine Frau, die ihnen nahestand, jemals für ein paar Monate selbst zu einer Alten Tante geschickt wurde, während die sich längst im Klimakterium befindliche Mutter des armen, entehrten Mädels vorgab, einen »Nachzügler« zur Welt zu bringen, der in dem Glauben aufwuchs, seine leibliche Mutter sei seine Schwester.

Das ist nun wirklich eine Tragödie.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich darüber gefreut hätte, dass meine eigene Tochter sich mit Tinte und multiplen Piercings fürs Leben verunstaltet hat, aber ich möchte gerne glauben, dass ich es geschafft hätte, sie ohne die gnadenlose Verdammung einer Alten Tante zu lieben. Glücklicherweise ist dies ein Dilemma, dem ich mich niemals werde stellen müssen. Alle meine Kinder sind fiktiv.

Im wirklichen Leben bin ich die heiß geliebte Tante sieben wunderbarer, quicklebendiger, einmalig exzentrischer Nichten und Neffen, und in diesem Frühjahr werde ich zum ersten Mal Großtante, möge Gott mir beistehen. Rein rechnerisch betrachtet bin ich damit wohl eine Tante, die älter wird. Doch eins ist sicher: Ich werde niemals eine Alte Tante werden.

Schon lange hege ich insgeheim die Hoffnung, eines Tages den Titel »Die Komische Tante Cindy« zu erwerben, in der Tradition meiner geliebten Tante Betty, meiner extravaganten Tante Saró und meiner brillanten Tante Carmen – fabelhaft starke und liebevolle Frauen, die sich niemals scheuten, eine unpopuläre Meinung zu äußern, und denen nie ein Paar High Heels oder ein auffälliges Schmuckstück unterkam, das ihnen nicht gefiel. Ich befürchte, ich werde beides sein – alt und komisch. Ich weiß nur zu gut, dass diese beiden Dinge einander nicht ausschließen und es sich dabei um eine ausgesprochen instabile Verbindung handelt.

Komische Tanten kann man leichter lieben. Niemand versteht so ganz ihr ausgeflipptes Stilgefühl, die seltsamen Bücher, die sie lesen, oder ihre Weigerung, »normal zu sein« (was immer das heißen mag), aber wir lieben sie trotzdem. Oder wenigstens tolerieren wir ihre Exzentrik und versprechen, uns auch dann noch um sie zu kümmern, wenn sie den letzten Rest Verstand verloren haben.

Alte Tanten hingegen … die können wahrhaft gruselig sein. Die frommen Wünsche einer Alten Tante werden nur allzu oft durch Stacheldraht und jahrzehntelange Wut zusammengehalten. Ihre Liebe und angebliche Besorgnis um unser Wohlergehen können uns in Stücke reißen.

Tatsächlich wurde ich zu jener Recherche, aus der letzten Endes dieses Buch wurde, inspiriert von einer dieser typischen, stachligen Unterhaltungen mit einer Alten Tante, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen hatte. Die Vorstellungen dieser speziellen Alten Tante über die Liebschaften und Beziehungen der Leute von heute hätten mich normalerweise in einen Taumel von Verwirrung und Verzweiflung gestürzt und unweigerlich dazu geführt, dass ich tagelang im bitteren Saft meiner eigenen Dilemmas und verletzten Gefühle schmorte. Stattdessen beschloss ich, dass diese ganze negative Energie einem guten Zweck dienen soll.

Ich wollte allen zeigen, dass es niemals nur eine Art gibt, sich zu verlieben, eine Liebe zu erdulden oder zu pflegen, eine Liebe zu feiern und zu würdigen und, was am allerwichtigsten ist, dass keine Methode zu seltsam oder zu abwegig ist, um eine verunglückte Liebe zu beenden. Wer sind sie denn, diese Alten Tanten – wer sind eigentlich wir alle –, dass wir jemanden dafür beschämen, dass er eine Art der Liebe vorzieht, die vielleicht ein klein wenig anders ist? Oder leugnen, dass die Liebe in all ihrer glorreichen Irrationalität jeden von uns irgendwann einmal berührt oder einen besseren Menschen aus uns gemacht hat? Selbst eine schlechte Liebe hat die Macht, uns zu mutigeren und einfühlsameren Menschen zu machen – falls wir die Kraft aufbringen, sie zu beenden und sie zu überleben und es wagen, erneut zu lieben.

Die folgenden Geschichten sind das Ergebnis einer Suche, die in den verschlungenen Zweigen meines herrlich knorrigen Familienstammbaumes begann und sich dann auf eine größere Gemeinschaft ausweitete – meine Nachbarschaft, meine Stadt, mein Land, meinen Planeten – sowie auf eine Zeitspanne jenseits der Vergangenheit und Gegenwart meiner eigenen buntscheckigen Familiengeschichte. Und da ich dazu neige, mich nur allzu leicht von der Last meiner eigenen Schuldgefühle und meinem Streben nach Gerechtigkeit erdrücken zu lassen, habe ich sogar in der schrecklich vollgestopften Rumpelkammer meines Innenlebens gestöbert und ein paar klapprige Skelette abgestaubt. Was ich dort so fand, wird vermutlich selbst den Steifnackigsten meiner Alten Tanten einen Schock versetzen und ein paar von ihnen vielleicht sogar den Rest geben.

Eine Tragödie.

Cynthia Ceilán

New York City

14. Februar 2008

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Seltsame Bettgenossen

Wenn Elefanten sich lieben, werden Ameisen zertrampelt.

Afrikanisches Sprichwort

Die häufigste Frage im Reich der Romanzen lautet: »Liebst du mich [oder ihn oder sie]?« Die zweite: »Was, die beiden heiraten?!«1

Diese Fragen habe ich mir zu unterschiedlichen Zeiten meines Lebens wahlweise insgeheim gestellt oder laut herausgeblökt. Am häufigsten habe ich mich so etwas in Bezug auf meine eigenen Eltern gefragt.

Tatsache ist, dass es auf der Welt schon immer von Leuten wimmelte, die sich aus Gründen ineinander verliebten, die kein anderer so richtig nachvollziehen konnte. Diese Gründe sind meiner Meinung nach fein versponnene Stränge und Fasern, die derart fein in das Gewebe einer Beziehung eingewoben sind, dass sie für die Augen Außenstehender unsichtbar sind.

In gewisser Weise kann eine starke, gesunde Beziehung nach dem Prinzip »Gegensätze ziehen sich an« gedeihen. In fast jeder Beziehung ist der eine Partner ein bisschen – oder sehr viel – dominanter als der andere. Es ist schon vorgekommen, dass Kinder von einem Elternteil des Modells Sherman-Panzer profitiert haben (meist, aber nicht immer, der Vater), der sie zur Vorbereitung auf den Umgang mit einer oftmals brutalen Welt beutelte und stählte. Der weichere, umsorgende Elternteil (meist, aber nicht immer, die Mutter) lehrt sie, dass die Welt auch ein freundlicher und sanfter Ort sein kann. Außerdem hält dieser Teil den Papa davon ab, das Kind versehentlich von einem Baum fallen zu lassen.

Die Natur strebt stets das Gleichgewicht an. Das Gleichgewicht soll das Überleben eines Kindes sichern, vom Überleben unserer Spezies ganz zu schweigen. Wenn beide Eltern entweder Brutalos oder verhätschelnde, überbehütende Nervenbündel sind, profitieren nur die Therapeuten und/oder Bewährungshelfer von der Zukunft dieser bedauernswerten Kinder.

Trotzdem sind manche Paarungen wahrhaft mysteriös in ihrem Bestreben nach dem perfekten Gleichgewicht.

Nehmen Sie zum Beispiel den Fall von Chang und Eng, den ersten bekannten »Siamesischen Zwillingen«. Sie kamen tatsächlich aus Siam (dem heutigen Thailand) und waren an der Brust zusammengewachsen. Ein amerikanischer Reporter soll die beiden einmal gefragt haben, ob sie einander besonders nahestünden, worauf Chang antwortete: »Ich denke, wir stehen uns so ungefähr fünf Zoll nahe.«

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelangten die Brüder zu Ruhm, verdienten ein Vermögen und reisten mit diversen Abnormitätenschauen um die Welt. Es war sehr ungewöhnlich für damalige Freakshow-Entertainer, dass sie irgendwann ihr Schicksal selbst in die Hand nahmen, anfingen, sich erfolgreich selbst zu managen und somit ohne die Hilfe der Zirkusdirektoren dieser Welt zu Geld kamen.

Chang und Eng gaben das Zirkusleben schließlich auf und ließen sich im ländlichen Wilkesboro in North Carolina nieder. In dem Bestreben, ein Leben als normale, alltägliche Mitglieder ihrer Gemeinschaft zu führen, nahmen sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an, kauften eine Farm und ein paar Sklaven und legten sich den stinknormalen Namen Bunker zu.

Sie fielen bestimmt überhaupt nicht mehr auf.

Die Bunker-Jungs waren von Temperament und Veranlagung her vollkommen unterschiedlich. Man sah sie kaum miteinander reden, was viele Leute zu der Überzeugung verleitete, sie würden telepathisch miteinander kommunizieren. In Wirklichkeit mochten sie einander einfach nicht besonders. Sprachen sie doch einmal miteinander, dann meist, um sich über ihre Vorlieben in allen möglichen Lebensbereichen zu streiten, vom Essen bis zu grundsätzlichen Weltanschauungen.

Chang war der Übellaunigere der beiden und hatte ein leichtes Alkoholproblem. Eng war stiller und intellektueller und zog eine gesündere Lebensweise vor. Im Laufe eines besonders hitzigen Streites ging Chang so weit, Eng mit einem Messer zu bedrohen. Glücklicherweise begriff Chang gerade noch rechtzeitig, welch tragischer Fehler das für sie beide gewesen wäre – der erste halb versehentliche Mord/Selbstmord der Welt.

Aber nun kommt das, was mich am meisten verblüfft: Vom Moment ihrer Empfängnis an bis zum Tag ihres Todes konnten diese beiden Männer nie auch nur für einen einzigen Augenblick wirklich allein sein. Und trotzdem schafften sie es, zu einem Arrangement zu kommen – nicht nur untereinander, sondern auch noch mit zwei anderen Frauen –, das beiden Brüdern ein eigenes Liebesleben ermöglichte.

1843 heiratete Eng die entzückende Adelaide Yates, eine dicke, furchtlose Backsteinmauer von einer Frau. Am selben Tag heiratete Chang Adelaides Schwester Sarah, ein etwas zurückhaltendes und weniger imposantes Geschöpf. Betrüblicherweise gibt es nur sehr wenige Fotos von der glücklichen Viererbande, es existiert aber ein berühmter Familienschnappschuss, aufgenommen nach etwa zehn Ehejahren – ein Bild, das Bände spricht. Die Schwestern sitzen wie Buchstützen zu Seiten ihrer zusammengewachsenen Gatten. Die recht stämmige Adelaide sitzt zur Linken und sieht aus, als könnte sie einen Baumstumpf in ihrem Vorgarten mit bloßen Händen ausrupfen. Sarah, etwas schüchterner und vergleichsweise dünn, sitzt zur Rechten und schaut missmutig unter ihren Brauen und den zu einem fast unsichtbaren Strich zusammengekniffenen Lippen hervor. Die Brüder stehen natürlich Arm in Arm da, zur Linken Eng in tapferer, nobler Pose und zur Rechten ein feixender Chang, der aussieht, als habe er gerade flüssig zu Abend gegessen.

Das Foto war nicht gerade der beste Beleg für eine glückliche Liebe, aber warten Sie’s ab. Wir sind noch nicht am Ende.

Die Yates-Mädels waren die Töchter eines ortsansässigen Pfarrers, was schon an sich recht bemerkenswert ist. Dass diese guten Christinnen zusammengewachsene asiatische Zwillinge heirateten, und das zu einer Zeit und an einem Ort, an dem gemischtrassige Ehen anomal, unmoralisch und in manchen Fällen sogar illegal waren, ist absolut außergewöhnlich. Ich weiß nicht genau, ob auch die Ehen zwischen »Freakshow-Leuten« und »normalen Menschen« damals in North Carolina illegal waren, aber soviel ich weiß, gab es eine ganze Menge Stirnrunzeln und Steinewerfen, als sich die Nachricht von ihrer bevorstehenden Eheschließung herumsprach. Die Yates-Mädels und die Bunker-Jungs ließen sich davon nicht abhalten. Sie heirateten trotzdem.

Irgendetwas an dieser Geschichte lässt mich innerlich laut jubeln.

Doch sollten wir nicht außer Acht lassen, dass an den intimsten Augenblicken dieser Paare immer mindestens drei Leute beteiligt waren.

Denken Sie mal einen Moment darüber nach.

Heftig, nicht?

Jeder der Brüder hatte ein eigenes Haus, getrennt, aber fußläufig gut zu erreichen. Jede Schwester lebte im Haus ihres Gatten. Die Brüder hingegen wechselten alle drei Tage ihre Wohn- und Schlafstätten, sodass jeder Zeit in seinem eigenen Haus verbringen und mit seiner Frau und Familie leben konnte.

Ja. Beide hatten eine Familie.

Zusammen brachten Adelaide und Sarah insgesamt 22 Kinder zur Welt. Allgemein wird angenommen, dass Chang zehn davon zeugte und Eng die anderen zwölf. Welches Kind wen zum Vater hatte, bleibt jedoch ein gewisses Geheimnis. Die Namen aller Kinder waren in der Familienbibel ohne besondere Zuordnung und unter den Namen aller vier Elternteile aufgeführt.

Es gibt so viele Aspekte an dieser Geschichte, die ich liebe.

Das alte Sprichwort stimmt: Jeder Topf hat einen Deckel. Keine vier Menschen haben diesen Ausspruch jemals besser verkörpert als Chang und Adelaide und Eng und Sarah.

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Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von den folgenden zwei seltsamen Bettgenossen halten soll, auf die ich bei meiner Recherche für dieses Buch gestoßen bin, aber ich erzähle Ihnen die Geschichte trotzdem.

2006 gab es in Nordmalaysia eine Frau namens Wook Kundor, die im Alter von 104 Jahren einen Mann namens Muhamad Noor Che Musa heiratete. Er war damals 33 Jahre alt.

Wook hatte in dem runden Jahrhundert, das sie auf dieser Erde verweilte, etliche Ehemänner verschlissen. Zwanzig, um genau zu sein. Muhamad war der 21. Mann, den sie zu lieben versprach, bis dass der Tod sie scheide.

Auf die Frage, warum er sich eine so alte Braut ausgewählt habe, erwiderte Muhamad, Wook habe ihm leidgetan, weil sie trotz ihrer vielen Ehen und ihres bemerkenswerten Alters kinderlos, alt und allein war. Er war eindeutig nicht hinter ihrem Geld her, denn, na ja, sie hatte keins. Falls es eine körperliche Anziehung oder sexuelle Verbindung zwischen ihnen gab, war Muhamad zu sehr Gentleman, um sie zu erwähnen. Alles, was er mit seiner neuen Frau wolle, sagte er, sei, ihr Lesen und Schreiben beizubringen und von ihr alles über Religion zu lernen.

Manchmal ist die Liebe wohl tatsächlich simpel.

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Sarah Knapton und Kyle Kirkland, beide 22 und Collegestudenten, haben Hunderte von Malen vor einem Richter in Montana gestanden und »Ja« gesagt, jedoch niemals zueinander. Jedenfalls nicht so richtig.

Sarah ist professionelle Braut und Kyle Mietbräutigam. Sie bekommen jeweils fünfzig Dollar dafür, dass sie als Stellvertreter bei Paaren einspringen, die heiraten möchten, es aber nicht rechtzeitig zur Kirche (oder zum Standesamt) schaffen.

Diese Heimindustrie begann 2003, als ein amerikanischer Soldat, der im Irak im Einsatz war, seine schwangere italienische Freundin heiraten wollte. Die Eltern des Soldaten engagierten einen Anwalt namens Dean Knapton, um herauszufinden, ob es stimmt, dass in Montana Eheschließungen mit zwei Stellvertretern erlaubt sind, oder ob es sich dabei lediglich um ein Gerücht handelt.

Wie sich herausstellte, stimmte es. Das Gesetz existierte schon seit Jahrzehnten, seit dem Zweiten Weltkrieg, und war höchstwahrscheinlich zu einer Zeit entstanden, als viele Soldaten in jener magischen Nacht voll verzweifelter Leidenschaft, bevor sie in die Schlacht zogen, ihre Freundinnen schwängerten. Zu jener Zeit, als Menschen heiraten »mussten«, war eine Stellvertreterhochzeit exakt der letzte Ausweg, der angesehene Familien davor bewahrte, ihre gefallenen Töchter und unehelichen Enkelkinder verstoßen zu müssen.

Seit sich die Nachricht von Mr. Knaptons kleiner Entdeckung herumgesprochen hat, haben Leute aus allen Ecken der Welt den Standesbeamten in Kalispell, Montana, nach Doppelstellvertreterhochzeiten gefragt, auch Leute, die niemals eine Soldatenuniform trugen oder einen Fuß auf amerikanischen Boden setzten.

Das Parlament von Montana machte sich 2007 an eine Gesetzesnovelle. Das Gesetz wurde infolgedessen zwar nicht völlig abgeschafft, gilt aber mittlerweile nur noch für die Einwohner von Montana und aktive Mitglieder der US-Streitkräfte.

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Eine der mit Abstand einzigartigsten Verbindungen ist wohl die zwischen Christelle Demichel und ihrem Verlobten Eric, die im Februar 2004 im französischen Nizza getraut wurden. Christelle erschien zu ihrer Ziviltrauung ganz in Schwarz, Eric konnte der Zeremonie nicht beiwohnen, weil er tot war. Christelles Verlobter war Polizist und kam 2002 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Das stand der Trauung jedoch nicht im Weg.

Nach französischem Gesetz kann eine lebende Person eine tote heiraten, sofern die überlebende Hälfte des Paares nachweisen kann, dass ernsthafte Heiratsabsichten bestanden, bevor einer von ihnen verschied. Christelle konnte alle erforderlichen Papiere beibringen, die das Paar unmittelbar vor Erics vorzeitigem Ableben zusammengestellt hatte. Und so wurde Christelle völlig rechtmäßig in einem Atemzug verheiratet – und gleichzeitig geschieden –, als sie »Ja« sagte.

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Brian Tandy aus dem englischen Berkshire war ein Mann, der in die Mineralienvorkommen der Erde verliebt war. Er war Geologe von Beruf und widmete somit den Großteil seiner Zeit dem Studium von Steinen. Als er verstarb, schien es nur angemessen, dass seine Frau ihn in Stein verwandelte.

Brian starb 2003. Einige Monate danach schickte seine Witwe, Lin Tandy, einen Teil seiner Asche an die US-amerikanische Firma LifeGem, welche versprach, die Überreste in einen »Diamanten« zu verwandeln. Diese gelblichen Kristalle werden anschließend geschliffen und poliert, bis sie kostbaren Edelsteinen ähneln, und können dann in einen Ring oder ein anderes Schmuckstück gefasst werden, das man als Erbstück von Generation zu Generation weiterreicht. Lin Tandy war angeblich der erste Mensch in England, der einen solchen Service in Anspruch nahm.

Einige Kunden von LifeGem gaben an, dass sie sich davor fürchteten, was einmal aus ihrer Asche wird, wenn ihre Kinder oder Enkelkinder nicht mehr am Leben sind. Wer will schon Ur-Ur-Großmutters Urne behalten oder die Asche des armen unverheirateten Onkels? Die Chance, dass ihre Asche nicht im Regal eines Pfandleihers oder auf einer Mülldeponie in New Jersey landet, erschien ihnen höher, wenn ihre Überreste in ein geldwertes Erbstück verwandelt würden.

Lin Tandy ist es ein großer Trost, dass sie ihren Ehemann »tragen« und überallhin mitnehmen kann und dass eine ihrer Töchter eines Tages diese Erinnerung an ihren Vater erben wird. Sie hat bereits dafür gesorgt, dass ihre eigene Asche in ein LifeGem verwandelt wird, so dass die andere Tochter ihre Mutter für den Rest ihres Lebens am Finger tragen kann.

Manchmal fällt einem das Loslassen eben schwer.

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Schwäne sind nicht nur für ihre Anmut und Schönheit bekannt, sondern auch für ihren angeborenen Instinkt, ihrem Partner ein Leben lang treu zu bleiben.

Kürzlich stieß ich auf die Geschichte eines solchen Tieres, eines wunderschönen schwarzen Schwans, der im Frühjahr 2006 auf dem Aasee im westfälischen Münster landete. Die Einheimischen nannten sie Petra.

Petra verliebte sich unsterblich in ein riesiges weißes Plastiktretboot. Das Boot war einem weißen Schwan nachempfunden. Es war bestimmt fünfmal so groß wie sie. Das ist in etwa so, als würde ich mich in die Statue von Abraham Lincoln in Washington D.C. verlieben, falls er weniger wie Abraham Lincoln aussehen würde und eher wie jemand, den ich tatsächlich sexy finde.

Petra folgte diesem Tretboot den ganzen Sommer lang überallhin. Nichts konnte sie vom Objekt ihrer Liebe trennen. Sobald es jemand versuchte, wurde Petra hysterisch.

Die Anwohner des Aasees und seiner Umgebung und erst recht der Besitzer des Tretbootes waren völlig verzaubert von Petras Hingabe an den Partner ihrer Wahl. Sie begannen sich allerdings Sorgen zu machen, was am Ende der Saison aus ihr werden sollte, wenn das Boot über den Winter aus dem See geholt würde. Peter Overschmidt, der Bootsbesitzer, brachte es nicht übers Herz, die beiden zu trennen, und bald reifte in den Köpfen der Stadtbewohner ein Plan.

Die Einwohner begannen, für die Umzugskosten des Paares zu sammeln. Das Boot wurde durch einen Kanal gefahren, der den Aasee mit einem Teich im Münsteraner Zoo verband. Petra schwamm selbstverständlich die ganze Fahrt über neben ihrem Partner her. Die Zwei gewöhnten sich schnell in ihrem neuen Heim ein, wo sie sicher überwintern konnten.

Die Zoowärter hofften, Petra würde irgendwann das Interesse an dem Tretboot verlieren, vielleicht, wenn sie einem der passenderen (und entgegenkommenderen) SMSS (schwarzen männlichen Single-Schwäne) begegnete, die es im Zoo gab, aber das war nichts für Petra. Sie verbrachte den ganzen Winter an der Seite ihrer großen Liebe. Im Frühling kehrte sie mit ihm auf den Aasee zurück, zur großen Begeisterung der Einheimischen und Touristen.

Petra und das Tretboot sind immer noch zusammen, entgegen allen Gerüchten über eine kurze Affäre mit einer lebenden Ente. Vielleicht hatte sie nur versucht, das Tretboot eifersüchtig zu machen, oder war von der Gleichgültigkeit ihres Geliebten frustriert. Trotzdem verbrachten sie 2007 auch den zweiten Winter zusammen im Zoo von Münster.

Erst im darauffolgenden Winter traf Amors Pfeil Petra wieder mitten zwischen die verliebten Augen, und diesmal handelte es sich um einen lebendigen Schwan: Paul. Die Beziehung zwischen Petra und dem Tretboot hatte somit zwei ganze, stolze Jahre gedauert.

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Wir werden nie mit Sicherheit wissen, ob die große Liebe, die zwischen zwei der kleinsten Menschen der Welt aufflammte, sich ebenso spontan ergab wie die zwischen Petra und ihrem Tretboot, oder ob sie das Ergebnis einer dieser großen P.T.-Barnum-Zirkuskampagnen war. Vielleicht war es auch einfach nur eine Frage der Logistik, eine Frage von Angebot und Nachfrage. Oder vielleicht war es eine Mischung aus allem. Was immer es war, anscheinend nahm das Ganze ein recht gutes Ende.

Charles Sherwood Stratton wurde am 4. Januar 1838 geboren. Er war sogar ein recht großes Baby und wog bei der Geburt über vier Kilo. Als er jedoch bei knapp sieben Kilo Gewicht und 60 Zentimetern Größe angelangt war, kam sein Wachstum praktisch zum Stillstand. Während seiner restlichen Kindheit und Adoleszenz wuchs er nur noch minimal. Als Erwachsener maß er lediglich 101 Zentimeter.

Die Welt sollte Charles Stratton später als General Tom Thumb (General Däumling) kennenlernen, den winzig kleinen Mann, der durch P.T. Barnum und seinen Wanderzirkus berühmt wurde.

Abgesehen von seiner Größe verlief Charles’ Entwicklung ansonsten normal. Es war, als habe die Natur beschlossen, eine perfekte Miniaturausgabe eines gewöhnlichen Menschen zu schaffen.

1863 lernte er Lavinia Warren kennen, eine weitere »Entdeckung« von P.T. Barnum, der sie Little Queen of Beauty, Kleine Schönheitskönigin, getauft hatte. Im Alter von 21 Jahren war Lavinia 81 Zentimeter groß und wog 13 Kilo, winziger sogar noch als der Mann, den sie bald heiraten sollte. Auch sie war eine perfekte Frau in Miniaturausgabe.

Ihre Hochzeit wurde mit großem Brimborium gefeiert und sorgte weltweit für Schlagzeilen. Sogar Präsident Abraham Lincoln und seine Frau, Mary Todd, schickten ihnen ein Hochzeitsgeschenk und ehrten sie später mit einer Einladung ins Weiße Haus zu einem besonderen Dinner. Die Trauung fand in der Grace Episcopal Church statt, gefolgt von einem verschwenderischen Empfang im schicken Metropolitan Hotel in New York City. Brautjungfer war Lavinias sogar noch winzigere kleine Schwester, Minnie Bump. Trauzeuge war einer von Charles’ Co-Stars in Barnums Wanderzirkus, ein 76 Zentimeter kleiner Mann namens Commodore Nutt.

Die »Thumbs« standen auf einem Konzertflügel, um ihre Gäste zu begrüßen. Mehr als zweitausend Menschen kamen, um einen Blick auf das zauberhafte kleine Paar zu werfen. Charles und Lavinia waren zwanzig Jahre lang zusammen, bis zu Charles’ Tod im Jahre 1883.

Lavinias winzig kleine, mit gestickten Rosen geschmückte Brautschuhe sind im Smithsonian Institut in Washington D.C. ausgestellt.

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Durch eine äußerst unglückselige (und extrem grausame) Schicksalsfügung lernten sich ein junger Mann und eine junge Frau aus London kennen, fühlten sich sofort zueinander hingezogen, verliebten sich und heirateten. Kurz nach ihrer Hochzeit fanden sie heraus, dass sie Geschwister waren.

Noch grässlicher aber war, dass es sich bei ihnen um Zwillinge handelte, die bei der Geburt getrennt und von unterschiedlichen Adoptiveltern aufgezogen worden waren.

Der Fall kam im Dezember 2007 ans Licht, als Gesetzgeber, Adoptionsexperten und Fruchtbarkeitsspezialisten hitzig das Für und Wider der Akteneinsicht in Adoptionsfällen diskutierten und eine umfassendere Dokumentation von Geburten nach Eizellen- und Samenspenden forderten.

Ein Gericht annullierte die Ehe des Paares, sobald sich herausstellte, dass es sich um Bruder und Schwester handelte. Ihre Identität wurde aus einleuchtenden Gründen geheimgehalten.

Niemand weiß genau, was aus diesen unglückseligen Geschöpfen wurde. Mein Herz blutet für sie beide.

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Manche Leute suchen auf der ganzen Welt nach der großen Liebe ihres Lebens, nur um ihn oder sie im eigenen Garten zu finden.

So etwas Ähnliches passierte einem chinesischen Schäfer namens Bao Xishun. Baos Arbeit als Viehhirte in seinem mongolischen Dorf machte es ihm schwer, neue Frauen kennenzulernen. Ende fünfzig war er noch lange nicht bereit, sich in ein einsames Junggesellenleben zu fügen, und gab überall auf der Welt Anzeigen auf. Er war wild entschlossen, eine Ehefrau zu finden.

Eine hübsche junge Frau mit Namen Xia Shujian antwortete auf Baos Anzeige, und sie beschlossen, sich zu treffen.

Wie sich herausstellte, war Xia ungefähr halb so alt wie Bao, und wenn sie sich zu voller Größe aufrichtete, reichte ihr Scheitel ihm knapp bis an den Ellbogen. Xia war nicht besonders überrascht, als sie erfuhr, dass Bao im Guinessbuch der Rekorde als größter lebender Mensch der Erde stand. Mit seinen 2,36 Metern ist Bao fast 76 Zentimeter größer als Xia.

Offenbar hatte das Schicksal beschlossen, sich in diese Verbindung einzumischen. Eines der Dinge, die sie aneinander mochten, war die Tatsache, dass sie im selben Dorf geboren wurden, einem Ort namens Chifeng.

Bao war bereits berühmt, bevor er Xia heiratete, und zwar aus Gründen, die nicht ausschließlich mit seiner Nennung im Guinnessbuch der Rekorde zu tun hatten. Im Dezember 2006 wurde Bao von verzweifelten Tierärzten gebeten, ihnen bei einer eher unschäferischen Aufgabe zu helfen.

Einige Delfine in einem Aquarium in der Provinz Liaoning waren erkrankt, nachdem sie Plastikteile rund um ihr Schwimmbecken abgebissen und verschluckt hatten. Die Ärzte konnten diese Fremdkörper mit ihren normalen Instrumenten nicht entfernen, aber Bao konnte den Delfinen einen seiner extrem langen Arme problemlos ins Maul stecken, um die störenden Teile herauszuholen – ein Manöver, das den Delfinen oft das Leben rettete.

Als die Medien Wind von der Geschichte bekamen und von Baos Verlobung mit Xia erfuhren, wollte jeder etwas von der Sache haben. Mindestens 15 verschiedene Firmen boten an, eine verschwenderische Hochzeit für das Paar zu sponsern.

Anfang 2007 warfen sich Braut und Bräutigam in traditionelle, goldbesetzte Hochzeitsgewänder. Bao fuhr in einer zweispännigen Kamelkutsche an den Ort, wo seine Zukünftige ihn erwartete – vor dem Grabmal des Mongolenherrschers Kublai Khan aus dem 13. Jahrhundert –, und begab sich dann mit ihr zur Trauung.

Tausende von Menschen waren bei der aufwendigen Ahnenverehrungszeremonie des glücklichen Paares Bao Xishun und Xia Shujian zugegen.

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Die Macht des Schicksals und der Natur können dem Leben im Namen der Liebe allerdings auch interessante Streiche spielen. Lynette und Fred Debendorf, ein Paar aus Mears, Michigan, waren fast dreißig Jahre verheiratet. Auf einem Spaziergang am Ufer zwischen zwei Seen zu Beginn des Frühjahrs 2007 entdeckten sie eine Flasche im Sand. Darin befand sich ein zusammengerolltes Blatt Papier.

Die Flaschenpost hatte das frisch verheiratete Paar Melody Kloska und Matt Behr aus Wisconsin verfasst. Sie hatten ihr Ehegelöbnis zu Papier gebracht, zusammen mit ihren Namen und ihrer Adresse. Sie warfen die Flasche in den Michigansee und sahen zu, wie sie davonschwamm.

Als die Debendorfs die Flasche fanden, waren sie verblüfft, dass sie und das Paar aus Wisconsin denselben Hochzeitstag hatten: den 18. August.

Die Debendorfs schrieben den Neuvermählten, wünschten ihnen Glück und berichteten ihnen, was aus ihrer Flaschenpost geworden war. Melody und Matt, die beide bereits mehrmals verheiratet gewesen waren und jahrelang gezögert hatten, erneut den Bund fürs Leben zu schließen, nahmen dies als gutes Omen, endlich die richtige Wahl getroffen zu haben.

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Von diesen Geschichten und vor allem von der Beobachtung der Ehe meiner eigenen Eltern habe ich Folgendes gelernt: Liebe ist alles andere als blind; vielmehr ist sie der Prozess, der uns die Augen öffnet für die eine wunderbare Besonderheit, die niemand sonst an dem Menschen entdeckt hat, mit dem wir fortan unser Leben verbringen möchten. Abgesehen von körperlicher Anziehung, ähnlichen Lebensgewohnheiten oder Ähnlichkeiten in Kopf, Körper und Geist ist es diese eine herrliche Besonderheit, die in uns die Liebe und Hingabe zu einem anderen Menschen auslöst. Seltsame Bettgenossen sehen im jeweils anderen etwas, das uns Übrigen entgeht.

Ich meine, damit haben sie verdammt mehr Glück als normale Bettgenossen.

1 Ergebnisse einer nicht repräsentativen Umfrage. Quelle: ich und zwei meiner Freundinnen.

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Nein, du bist nur ein Hund

Ich gebe nicht viel auf die Religion eines Mannes, für dessen Hund oder Katze sie nichts Gutes bedeutet.

Abraham Lincoln

Nach gerade einmal zwei Jahren in der ersten ernsthaft erwachsenen Beziehung meines jungen Lebens befand mein Liebster, er könne einfach nicht mehr mit anhören, wie ich jammerte: »Aber wir machen überhaupt nichts mehr zusammen!« Also schenkte er mir einen Zwergspitz.

Wir nannten sie Kitty Bo, nach einer seiner Cousinen.

Er war damals viel zu höflich, um es auszusprechen, doch ich bin mir sicher, dass er mir diesen Hund nur schenkte, damit er mich aus den Füßen hatte, während er versuchte, Master of the Universe zu werden.

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