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Scheibchenweise zum Erfolg

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Am Anfang war die Kuchenform

Die Geschichte des Frisbee®-Sports bzw. Disc-Spiels

1.1 DiscGolf, die Spielidee

1.1.1 Das Geheimnis der fliegenden Scheibe

1.1.2 Jetzt geht’s los: Das Disc-Spiel

1.1.3 Der Parcours

1.1.4 Die Scorekarte

1.2 DiscGolf hat Charakter

1.2.1 „Spirit of the Game“…

1.2.2 Ohne Regeln gibt es keine Freiheit

1.3 Von der Raupe zum Schmetterling – Die Entwicklung des Disc-Sports

2. Der gesundheitliche Bonus des Disc-Sports

2.1 Sport ist Mord?

2.1.1 Muskeln sind das A und O

2.1.2 Bewegung bringt uns unserem Ursprung näher

2.2 Die Natur als Therapeutin

2.3 Soziale Kompetenzen sichern das Miteinander

2.4 Ist Spielen eine nutzlose Tätigkeit?

3. DiscGolf als Beitrag zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

3.1 Frühkindliche Sporterziehung

3.2 Faszination DiscGolf im Schul- und Verbandssport

3.2.1 Körper- und Bewegungserfahrung

3.2.2 Soziales Lernen

3.2.3 DiscGolf als Kulturgut

3.2.4 Persönlichkeitsentwicklung mithilfe des Mediums DiscGolf

4. DiscGolf in der Erlebnispädagogik

4.1 Was ist eigentlich ein Erlebnis?

4.2 Eine Definition der Erlebnispädagogik

4.2.1 Die Handlungsorientierung

4.2.2 Lernen in Situationen mit Ernstcharakter

4.2.3 Die Gruppenorientierung

4.2.4 Die Pädagogische „Komposition“

4.3 Transfer

4.3.1 Der fachspezifische Transfer

4.3.2 Der fachübergreifende Transfer

4.3.3 Der metaphorische Transfer

4.4 Ein Praxisbeispiel am Thema Werte

4.4.1 Diversity

4.4.2 Respekt

4.4.3 Toleranz

4.4.4 Freiheit

5. DiscGolf in der Erwachsenenbildung

5.1 Eigenständiges Lernen als Selbstkonzept

5.2 Vorerfahrungen und Ressourcen einbeziehen

5.3 Das Lernmotiv und das WARUM

5.4 Erlebnispädagogik trifft Andragogik

6. Business und DiscGolf, zwei Welten treffen aufeinander

6.1 Lachen verbindet

6.1.1 Was bringt Spielen den Personalabteilungen?

6.1.2 Es gibt nur eine Chance für den ersten Eindruck, ein Firmen-Event für Azubis

6.1.3 Eine Event-Anekdote „Die Kuh war sauer“

6.1.4 Erfahrungsbericht aus der Event-Praxis

6.2 Ein Mix für nachhaltiges Lernen

6.2.1 Ein DiscGolf Feedback-Seminar

6.2.2 Eine Seminar-Anekdote „Der Jesus Roller“

6.2.3 Erfahrungsbericht aus der Seminar-Praxis

6.3 „Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern.“ (Nelson Mandela)

6.3.1 Was kann das für Unternehmen bedeuten?

6.3.2 Einführung des DiscGolf im Unternehmen als Firmensport

6.3.3 Eine Anekdote vom Disc-Firmensport „Der magische Flug“

6.3.4 Ein Zeitungsbericht zur Einführung von DiscGolf als Firmensport bei der Firma Mustl

7. DiscGolf als Teil der Firmenkultur

7.1 Der kulinarische „Teamvertrag“

7.2 Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

7.3 Eine positive Fehlerkultur als Garant für Kreativität und Fortschritt

7.4 Eine solidarische Firmenkultur könnte Leben verlängern

8. „Tu Gutes und rede darüber“

8.1 Ein DiscGolf-Parcours als Sympathieträger

8.2 Die Disc als fliegender Werbeträger

8.3 Augen auf für die schöne bunte DiscGolf-Welt

8.4 Alles hat seinen Preis

Nachwort

Danksagung

Die Autoren – Biographie

Literaturverzeichnis

Vorwort

Frisbee®, das Spiel mit der Scheibe kennen Sie bestimmt vom letzten Strandurlaub.

Bei Frisbee®-Golf durchspielen Sie mit Ihrer Gruppe einen Parcours, versuchen mit möglichst wenig Würfen ihr Ziel zu erreichen und haben jede Menge Spaß dabei.

Ähnlich wie beim klassischen Golf wirft jeder von dort aus weiter, wo die Scheibe zuletzt liegenblieb. Die Würfe je Spielbahn werden addiert. Am Ende gewinnt derjenige1 bzw. das Team mit der geringsten Gesamtwurfanzahl. Das klingt nicht nur einfach, es ist auch ganz leicht.

Genau deshalb, weil das Spiel so einfach ist, gibt es uns viele Möglichkeiten, es pädagogisch zu nutzen und das möchten wir in diesem Buch beschreiben.

Nun kennt DiscGolf in Deutschland noch nicht jeder und aus diesem Grund gehen wir im ersten Abschnitt auf die Geschichte und das Spiel selber ein, damit die Leser sich die nächsten Abschnitte besser vorstellen können.

Für DiscGolf brauchen Sie nur die Kondition eines Spaziergängers. Trotzdem ist es ein Sport mit all seinen gesundheitlichen Vorzügen, die wir in Abschnitt 2 bewusst machen werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt pro Tag eine Stunde Bewegung für Kinder und Jugendliche. Damit meint die WHO Bewegungen wie Radfahren, Laufen, Gehen oder Treppensteigen. „Eltern und Kinder sind in den letzten 10 bis 15 Jahren regelrecht erstarrt“, erzählt der Sportwissenschaftler Endrè Puskas vom Sport-Gesundheitspark Berlin. Unsere Beobachtung ist, dass DiscGolf auf Kinder und Jugendliche einen hohen Reiz ausstrahlt, sobald sie mit dem Sport in Berührung kommen, denn Spielen macht Spaß und die fliegenden Scheiben sind faszinierend. Diese Anziehungskraft lässt sich nutzen, damit sich die Kinder bewegen und gleichzeitig etwas lernen. Insbesondere, weil das Disc-Spiel in der freien Natur ausgeübt wird. Hier kann der Nachwuchs alle sozialen Kompetenzen lernen. In Abschnitt 3 zeigen wir auf, wie DiscGolf mit diesem hohen Aufforderungscharakter für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen genutzt werden kann.

Die positiven Eigenschaften des Disc-Sports sind das eine, der gezielte pädagogische Einsatz ein anderer. Die Erlebnispädagogik hat definierte Vorstellungen, die erfüllt sein müssen, damit über den Sport bestimmte Lerninhalte vermittelt werden können. Um diesen Beweis anzutreten, nehmen wir uns in diesem Buch dafür besonders viel Zeit, denn letztlich ist das die Voraussetzung, dass DiscGolf als „Transportmittel“ für den Lehrstoff glaubwürdig ist. Aufbauend auf die positive Wirkung, die der Sport mit sich bringt, lässt dieser einfache Sport die Möglichkeit zu, mit zusätzlichen Regeln, Erlebnissen oder Fragespielen die Lernerfahrung in eine bestimmte Richtung zu führen bzw. zu verstärken. Um unseren Ansatz zu verdeutlichen, schließt Abschnitt 4 mit einem Praxisbeispiel ab. Wir beschreiben ein WerteSeminar, bei dem der Spielablauf, die zusätzlichen Regeln und Fragespiele genau erklärt sind, damit sie jeder nachspielen bzw. nachvollziehen kann.

Die Erlebnispädagogik für die Jugend gibt es schon sehr lange. Der Einsatz für die Erwachsenenbildung ist noch recht jung. Schade eigentlich, denn in Abschnitt 5 zeigen wir kurz auf, dass die Erlebnispädagogik dem Lernen der Erwachsenen sehr entgegenkommt.

Wie so oft, werden solche vorteilhaften Mechanismen vor allem in der Wirtschaft aufgegriffen und genutzt. So werden z. B. Koch-, Kletter- und Floßbaukurse für Unternehmen angeboten, um Teams zu stärken. Leider fehlt es meist am nötigen Transfer, damit die positiven Kurserfahrungen in den Alltag übernommen werden. Das ist schade, denn erlebnispädagogische Veranstaltungen könnten mehr als nur Teampflege sein.

Frisbee®- bzw. DiscGolf ist eine besonders geeignete Maßnahme, um Mitarbeiter zu begeistern, zu schulen und das auch noch werbewirksam zu nutzen. Vor dem Hintergrund des allgemeinen Fachkräftemangels in vielen Bereichen und Branchen in Deutschland ist das sicher ein sehr interessanter Ansatz.

Egal, ob als Event, Verhaltens-Seminar oder Firmensport (s. Abschnitt 6), die Teilnehmer lernen „spielend“ soziale Kompetenzen kennen. Dieses Miteinander, getragen von Freude und Begeisterung, schafft neues Potential und Loyalität.

Mehr als andere Sportarten ist DiscGolf für Unternehmen geeignet, weil dieser Sport nahezu jeden anspricht. Auch Personen mit Handikap können zusammen mit ihren Kollegen Spaß haben. Wie von selbst beeinflussen Sie mit Disc-Veranstaltungen Ihr Firmenimage und Ihre Firmenkultur (s. Abschnitt 7) positiv.

So ist DiscGolf bei unserer Arbeit Teil des internen Personalmarketings, um Unternehmen als innovative und attraktive Arbeitgeber zu stärken und das auch nach außen tragen zu können. Wie Disc-Scheiben, Sportflächen usw. beim externen Personalmarketing nützlich sein können, beschreiben wir im letzten Abschnitt 8.

Das Buch beleuchtet die Möglichkeiten des DiscGolf- Sports aus vielen Perspektiven. Das Ganze wird mit Beispielen erläutert und mit kleinen Anekdoten aufgelockert.

Abgesehen davon, dass wir wirklich davon überzeugt sind, das DiscGolf ideal ist, um pädagogische Ziele zu vermitteln, ist einiges auch auf andere Sportarten übertragbar. Und wer bisher dachte, „Sport ist Mord“, fühlt sich hoffentlich von den vielen Möglichkeiten und der Einfachheit des Disc-Sports motiviert.

1  Für die bessere Lesbarkeit haben wir auf die Geschlechtertrennung verzichtet

1. Am Anfang war die Kuchenform

1. Am Anfang war die Kuchenform

Die Geschichte des Frisbee®-Sports bzw. Disc-Spiels

Wie so viele Sportarten der Neuzeit hat auch der Frisbee®-Sport seinen Ursprung in den USA.

Es begann etwa im Jahre 1871 an der Ostküste Amerikas in Bridgeport, Connecticut, wo William Russell Frisbie eine Kuchenfabrik namens „Frisbie Pie Backing Company“ eröffnete. Schnell wuchs die Fabrik und es gab überall in der Nähe Filialen. Die Produktion wuchs auf über 80.000 Apfelkuchen je Tag!

Die Kuchen wurden in Alu-Formen (Spritzgussformen) gebacken und verkauft. Hatte man den Kuchen gegessen, warf man die leere Form weg. Nicht nur die Wegwerfgesellschaft wurde an dieser Stelle geboren. Diese Bleche waren rund und Kinder und Studenten nutzten die weggeworfenen Bleche, um am Badestrand von Milford und an der Universität von Stanford Connecticut, zu spielen. Die Teenies und Studenten warfen sich die Kuchenformen mit der Öffnung nach unten zu und entdeckten so erstmals die Flugeigenschaften solcher Formen. Das beobachtete Frederic Morrison in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Zu einer Zeit, als fliegende Untertassen (= UFOs) die Menschen begeisterten, hatte er die Idee ein Produkt daraus zu machen und arbeitete an der Vervollkommnung der Form.

Er begann, die Flugeigenschaften dieser Bleche zu verbessern, indem er zuerst versuchte, sie mit Metallringen zu stabilisieren. Das brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg. Nach weiteren vergeblichen Versuchen stieß er 1947 auf das ideale Material für die „Frisbee®“-Scheiben, nämlich Kunststoff. Diese konnten nun in jeder beliebigen Form und Farbe hergestellt werden und waren zugleich sehr leicht. Einige Discs wurden mit Lichtquellen versehen und abfotografiert, um die Anwesenheit „Außerirdischer“ zu dokumentieren! Dieser „Hype“ sorgte für eine weltweite Verbreitung der fliegenden Scheiben.

© Dominik Wendland, https://www.dominikwendland.de/

Vier Jahre später entstand ein Nachfolger. Es war die beliebte „Pluto Platte“, die ab dem 13. Januar 1957 kommerziell von der Firma Wham-O vertrieben wurde.

Dieses Modell hatte schon einige wichtige Merkmale, die auch die heutigen Scheiben noch aufweisen, wie zum Beispiel die Riefen im äußeren Drittel auf der Oberseite der Scheibe, die die Flugbahn stabilisierten. 1957 wurde von dem Inhaber der Vertriebsfirma die Bezeichnung „Frisbie“ für die Flugscheiben aufgeschnappt, und ohne Wissen über den historischen Ursprung ließ er sich den gleich klingenden Handelsnamen „Frisbee“ für sein Produkt eintragen.

So ist der Begriff „Frisbee“, der meist als Gattungsname verwendet wird, eine eingetragene Marke des Spielzeugherstellers Wham-O. Aus diesem Grund musste der Sport einen neuen Namen bekommen, damit die warenrechtlichen Ansprüche gewahrt blieben. Da wurden einige Begriffe ausprobiert: Flugscheibe, Segelscheibe, in der früheren DDR sogar Wurfscheibe oder Schwebedeckel. Der Sport stammt aus den USA und so hat sich schließlich der englische Begriff Disc für die Frisbee®-Scheibe durchgesetzt und wir schreiben später in diesem Buch vom Disc-Sport bzw. in unserer Sache vom DiscGolf.

1959 fand in Eagle Harbor, Michigan dann der erste internationale Frisbee®-Wettkampf statt.

Dann kamen die 60er Jahre und die Zeit der Hippies. Der Zeitgeist machte das Disc-Spiel zum Sport der Gegenkultur.