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Schatten der Vergangenheit

1. KAPITEL

„Wenigstens habe ich jetzt Klarheit.“ Voller Verbitterung starrte Moritz auf sein Handy – gerade hatte Theresa ihm per SMS mitgeteilt, dass sie ihn nicht mehr sehen wolle.

„Das glaube ich nicht.“ Xaver schüttelte den Kopf. „Dass sie so was schreibt …“ Heute Morgen hatte Theresa Moritz doch noch angefleht, zu ihr zurückzukommen.

„Nur war ich da noch nicht so weit“, meinte Moritz nachdenklich.

„Vielleicht liegt es daran?“ Xaver sah ihn nachdenklich an. „Dass du erst mal Nein gesagt hast – obwohl du wusstest, dass sie nicht mit diesem Getränkefritzen geschlafen hat. Was du ihr von vornherein nicht hättest unterstellen dürfen.“

„Das war ein Fehler“, gestand Moritz. „Wahrscheinlich der eine Fehler zu viel …“

„Auch dann“, wandte Xaver ein. „Theresa würde mit dir reden. Nie und nimmer serviert sie dich mit einer SMS ab.“ Er war der Meinung, sein Freund müsse um seine Liebe kämpfen. „Aufgeben ist keine Option.“

Halbherzig machte sich Moritz auf die Suche nach Theresa. Er sah sie aus der Pianobar treten und wollte sich gerade einen Ruck geben und auf sie zugehen – da kam Konstantin ihr hinterher. Sofort zog Moritz sich zurück. Es hatte keinen Zweck.

Er ahnte ja nicht, dass nicht Theresa die SMS geschrieben hatte. Sondern sein Bruder …

Doris stellte am nächsten Morgen zufrieden fest, dass es zwischen Moritz und Theresa nun doch nicht zu einer neuerlichen Annäherung gekommen war. Ihrem Sohn gegenüber heuchelte sie Mitgefühl, als er ihr von der SMS erzählte.

„Aber ganz ehrlich …“, fügte sie dann noch hinzu. „Eine Frau, die nicht mal den Mumm hat, dir das persönlich zu sagen – was willst du mit der?“ Moritz schwieg. „Ich weiß, das siehst du im Moment noch anders“, fuhr sie fort. „Aber warte ab: Mit der Zeit wirst du begreifen, dass ich recht habe. Ich habe nämlich Erfahrung mit unglücklichen Liebesgeschichten.“ Sie seufzte. „Sogar mit ausweglosen.“

„Irgendwann bist du aber doch noch ans Ziel gekommen“, erwiderte er.

„Nach dreißig Jahren.“ Doris klang traurig. „Ich bete jedenfalls, dass es bei dir nicht so lange dauert, bis du glücklich wirst.“

Theresa saß unterdessen mit trüber Miene in der Brauerei.

„Versteh einer die Männer“, sagte sie und seufzte. Julius fragte, was passiert war. „Jan Augustin hat Moritz gegenüber zugegeben, dass alles erstunken und erlogen war. Dass ich nie was mit ihm hatte.“

„Freiwillig?“ Julius hob erstaunt die Augenbrauen.

„Moritz und Konstantin haben ihn ein wenig unter Druck gesetzt“, berichtete Theresa. „Ihn in den Weinkeller gesperrt und ihm Angst gemacht.“

Julius erschien es seltsam, dass ein Geschäftsmann sich in einer solchen Situation nicht zur Wehr setzte. „Die beiden im Nachhinein anzeigt, zum Beispiel.“

„Ich finde es vor allem komisch, dass Moritz mir trotzdem nicht vertraut“, sagte sie.

„Das verstehe ich. Und es tut mir auch leid für dich.“ Aber Julius’ vornehmliches Interesse galt jetzt nicht mehr Theresa. Er wollte vor allem wissen, was mit diesem Jan Augustin los war. „Wir stellen unsere gesamte Produktion um, damit wir ihn beliefern können. Und erzähl mir nicht, es ist dir egal, was mit der Brauerei passiert – auch wenn sie dir nicht mehr gehört …“

Charlotte und Werner frühstückten miteinander. Der Senior war nach seinem Schwächeanfall wieder auf dem Damm. Und bester Laune. Das Einzige, was ihn nervte, war, dass sowohl Doris als auch Charlotte ihn immer wieder auf seine angeschlagene Gesundheit ansprachen. Dieses Thema vermied er am liebsten.

„Was macht die Brauerei?“, fragte er jetzt seine Exfrau. „Alles in Ordnung?“

Sie nickte. „Die Produktion für den Großauftrag ist gut angelaufen“, erklärte sie dann. „Wir haben wirklich die besten Rohstoffe bekommen. Jetzt sollte nichts mehr schiefgehen.“

„Ihr entwickelt euch noch zu echten Unternehmern, André und du“, lobte er.

„Die dann auch für dich bürgen können.“ Sie schmunzelte. Sie wusste ja, dass er den Kredit bei Doris’ Hausbank unbedingt auslösen wollte. Und dazu brauchte er sie.

Zunächst aber warnte Julius Charlotte ein weiteres Mal vor Jan Augustin. Und diesmal nahm sie seine Warnung ernst und versuchte, den Getränkegroßhändler telefonisch zu erreichen. Aber weder auf seinem Handy noch unter der Firmennummer meldete sich jemand.

„Das ist doch kein Einmannbetrieb.“ Julius wurde immer misstrauischer. Es musste doch zumindest eine Sekretärin geben, die Anrufe entgegennahm. „Ein Getränkevertrieb in dieser Größenordnung – der muss an einem normalen Vormittag zu erreichen sein.“ Er schlug vor hinzufahren. „Die Adresse haben wir doch, oder ist das eine reine Briefkastenfirma?“

Charlotte schüttelte den Kopf. „Ich weiß, wo sie ihren Sitz haben.“

„Da ist was faul.“ Er war sich plötzlich ganz sicher. „Das spüre ich, so wahr ich Julius König heiße.“

Theresa ging im Park spazieren. Ihr Herz war so schwer – sie verstand Moritz einfach nicht. Er wusste jetzt doch, dass Jan gelogen hatte – warum kam er nicht zu ihr zurück? Die Botschaft war wohl eindeutig: Er wollte nicht mehr mit ihr zusammen sein. Es war vorbei. Endgültig. Ihr stiegen Tränen in die Augen. Sie musste hier weg. Auch wenn sie es sich kaum vorstellen konnte, Moritz überhaupt nicht mehr zu sehen. Trotzdem: Sie würde es nicht ertragen können hierzubleiben. Hier, wo sie so glücklich gewesen waren …

Moritz suchte unterdessen den Rat seines Bruders. Ausgerechnet.

„Gestern, nach unserer kleinen Aktion mit dem Mistkerl … Als ich Theresa davon erzählt habe, hatte ich den Eindruck, sie verzeiht mir. Sie hat mich sogar gefragt, warum wir nicht wieder zusammen sind.“ Das versetzte Konstantin einen Stich, aber er riss sich zusammen. „Gestern Abend wollte ich sie also einladen“, fuhr Moritz fort. „Aber sie hat mir mit einer mehr als deutlichen SMS abgesagt. Warum? Was ist schiefgelaufen?“

Ausweichend zuckte Konstantin mit den Achseln. „Keine Ahnung.“ Das schlechte Gewissen saß ihm im Nacken. Er hatte diese SMS geschrieben, nicht Theresa. „Aber du musst echt ganz schön verzweifelt sein, wenn du damit ausgerechnet zu mir kommst.“ Moritz konnte nicht widersprechen. Er war verzweifelt. „Nur, damit wir uns nicht missverstehen …“ Konstantin wurde jetzt pathetisch. „Ich liebe Theresa noch immer und werde es bis an mein Lebensende tun. Deshalb ist meine Einschätzung der Lage wahrscheinlich alles andere als objektiv.“ Moritz winkte ab – das war ihm sowieso klar. „Wir haben um sie gekämpft, mit harten Bandagen“, fasste sein Bruder nun zusammen. „Wahrscheinlich mit zu harten. Wir waren so sehr auf uns beide fixiert, dass wir Theresa dabei aus den Augen verloren haben. Das, was sie möchte. Das, was ihr wichtig ist.“

„Und deshalb will sie jetzt keinen von uns mehr?“, fragte Moritz.

Konstantin nickte. „Wir haben es vermasselt“, behauptete er. „Beide. Jeder für sich und gemeinsam. Das ist halt Schicksal. Da kann man nichts mehr dran ändern.“

Moritz schwieg eine Weile, dann bedankte er sich für die vermeintlich klaren Worte. „Wahrscheinlich habe ich genau das gebraucht – dass mir jemand offen und ungeschminkt die Wahrheit sagt.“ Richtig glauben konnte er das allerdings immer noch nicht. Theresa war doch keine Frau, die per SMS einen Schlussstrich zog. „So sehr kann ich mich nicht in ihr getäuscht haben.“

„Vielleicht hat sie Angst, dir persönlich gegenüberzustehen. Weil sie es zu sehr mitnimmt.“ Das Thema SMS war Konstantin fürchterlich unangenehm.

„Ein Gutes hat die Sache wenigstens …“ Moritz seufzte. „So ein Gespräch wie dieses haben wir zwei noch nie geführt.“ Dankbar blickte er seinen Bruder an.

Konstantin wäre am liebsten im Boden versunken.

Rosalie hatte fieberhaft nach einem Ausweg gesucht, um die „Verlobung“ mit Xaver zu lösen. Er weigerte sich, sie „offiziell“ zu verlassen, weil er bei seiner Patentante Nicola keinen schlechten Eindruck machen wollte. Und sie dachte gar nicht daran, sich von ihm zu trennen – denn dann hätte Michael gewusst, dass sie die ganze Geschichte mit der Hochzeit nur aus Geldgier begonnen hatte. Und sie wollte auf gar keinen Fall, dass er sie verachtete. Also schmiedete sie einen Plan und setzte ihre Freundin Lilly Schürmann auf Xaver an.

Lilly erschien heute im Fürstenhof und begann sofort auf das Heftigste, mit dem Portier zu flirten. Xaver wusste kaum, wie ihm geschah – Lilly war außerordentlich attraktiv und sympathisch dazu. Er hatte Mühe, professionell zu bleiben.

Charlotte und Julius waren zu der Adresse von Getränke Augustin gefahren und standen nun auf einem leeren Gewerbehof. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Da bog plötzlich Jan Augustin persönlich um die Ecke. Charlotte erkannte ihn sofort und rief seinen Namen. Jan machte auf dem Absatz kehrt und rannte davon.

„Na warte! Das Bürschchen kaufe ich mir.“ Julius nahm die Beine in die Hand.

Aber erwischte ihn nicht mehr. Und kehrte keuchend und unverrichteter Dinge zurück. Charlotte hatte in der Zwischenzeit allerdings einen Hausmeister ausfindig gemacht.

„Hier läuft seit Tagen gar nichts mehr“, berichtete sie jetzt Julius. Es kursierten Gerüchte, dass der Getränkehandel pleite sei. „Der Briefkasten quillt über. Alles Rechnungen und Mahnungen. Ein paar Schreiben vom Gericht sind wohl auch dabei.“

Verständnislos runzelte Julius die Stirn. „Warum macht dieser Augustin so etwas?“, fragte er. „Warum bestellt er noch vor ein paar Tagen eine Riesenmenge Gourmetbier, obwohl er da doch schon weiß, dass er es nicht bezahlen kann?“

„Vielleicht hat er gehofft, wir merken nichts. Und er kann die Lieferung verkaufen, ohne uns zu bezahlen.“ Das würde bedeuten, dass Jan Augustin ein Betrüger war. Der Charlotte in böser Absicht reingelegt hatte.

„Kann mir bitte mal jemand erklären, wie so etwas passieren konnte?!“ André war vor Wut hochrot im Gesicht. Und Charlotte, Julius und Theresa wussten keine Antwort.

„Ich mochte diesen Kerl von Anfang an nicht“, knurrte Julius. „Aber auf mich hört ja niemand.“

„Es tut mir leid“, entschuldigte sich Charlotte zerknirscht.

„Aber wir hatten einen Vertrag mit Augustin“, wandte André ein. „Der war hieb- und stichfest.“

„Wie es aussieht, ist er das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben wurde“, grollte Julius.

„Augustin ist pleite. Und hat sich außerdem verdrückt.“ Charlotte hatte bereits Anzeige erstattet. Aber bei der Polizei hatten sie ihr wenig Hoffnung gemacht. „Wahrscheinlich hat er eine Menge Gläubiger, die vor uns Forderungen bei Gericht geltend gemacht haben.“ Und um die würde sich vorrangig gekümmert werden. Sie waren zu spät. „Außerdem ist nicht klar, ob er uns überhaupt etwas schuldet. Wir haben ihm ja noch nichts geliefert.“

„Aber wir haben jede Menge Rohstoffe eingekauft und vorfinanziert!“, tobte André. „Für seinen Großauftrag. Das hätten wir doch sonst nie getan!“ Wie es aussah, würden sie auf Zutaten für mehrere Tausend Liter Fürstenhof Royal sitzen bleiben.

„Und wir haben externe Braukapazitäten gebucht, die wir natürlich auch bezahlen müssen“, ergänzte Julius missmutig.

„Und um das alles finanzieren zu können, habe ich meine Fürstenhof – Anteile beliehen.“ Charlotte klang verzweifelt. Sie steckten wirklich tief im Dreck. Allzu lange würden sie die Rohstoffe nicht lagern können.

„Es gibt nur eine Lösung.“ Julius wirkte auf einmal sehr entschlossen. „Wir müssen brauen. Es ist ein wirklich gutes Produkt. Wir finden schon jemanden, der es kauft.“ Aber damit machte er den anderen dreien nur wenig Hoffnung.

Mit gepackter Reisetasche stand Jan Augustin vor Doris.

„Ich hätte mir gewünscht, dass Ihr Abschied nicht ganz so überstürzt sein würde“, sagte sie kühl.

„Soll ich seelenruhig warten, bis die Polizei kommt?“, fauchte er.

„Es war anders verabredet. Sie sollte hier die Stellung halten, bis zumindest die erste Lieferung auf dem Hof steht.“ Sie warf ihm Unvorsichtigkeit vor.

„Woher soll ich denn ahnen, dass die Saalfeld und ihr Mälzer plötzlich auf der Matte stehen?“, verteidigte er sich.

„Wenn Sie wirklich gut wären, hätten Sie das vorausgesehen“, erklärte sie. „Aber wenn Sie wirklich gut wären, wären Sie auch nicht pleitegegangen. Sei’s drum.“ Im Endeffekt hatte ihr Plan ja funktioniert. Sie reichte ihm einen Umschlag mit Geld. Allerdings hatte sie dreißig Prozent vom vereinbarten Honorar abgezogen. „Sie haben ja auch nur maximal zwei Drittel Ihrer Aufgabe erfüllt.“

Seitdem sie erfahren hatte, dass sie keine Kinder mehr haben würde, war Tanja todtraurig. Hildegard wollte wissen, was mit ihr los war, aber das Zimmermädchen verkroch sich nur noch mehr in sich selbst und blockte ab.

Nils vertraute sich allerdings Herrn Sonnbichler an. Alfons war mehr als betroffen. Er wusste doch, wie sehr Herr Heinemann sich ein eigenes Kind mit seiner Frau gewünscht hatte …

„Ich schäme mich so.“ Tanja begann sofort zu weinen, als sie hörte, dass Nils mit Alfons gesprochen hatte. Sie wollte nicht, dass auch nur irgendeiner erfuhr, dass sie nicht mehr würde schwanger werden können. Schließlich war alles ihre Schuld. Sie hatte damals die Antibiotika zu früh abgesetzt, die sie wegen einer Eierstockentzündung hatte nehmen müssen – und deshalb hatte sie die Entzündung verschleppt. „Du warst noch nie so enttäuscht von mir“, schluchzte sie.

„Red keinen Unsinn!“, protestierte Nils. „Du warst krank.“ Und er fand es falsch, ihren Freunden nicht zu erzählen, was los war.

„Wenn ich keine Kinder haben kann … Ich habe das Gefühl, gar keine richtige Frau mehr zu sein. Und wenn das alle wissen …“ Verzweifelt brach sie ab. In ihrem ganzen Leben war sie noch nie so unglücklich gewesen.

Xaver kam in der Mittagspause nach Hause und hörte den Anrufbeantworter ab. Rosalie hatte ihm eine Nachricht hinterlassen: Sie würde erst am Abend wieder in die Wohnung kommen, in der Brauerei sei einfach zu viel zu tun.

„Ein Segen“, murmelte er. Da klingelte es an der Tür. Lilly Schürmann stand in einem aufregenden Kleid davor und lächelte Xaver an.

„Darf ich reinkommen?“ Sie wartete nicht auf seine Antwort, sondern trat ein. „Hübsch haben Sie es hier.“ Sie setzte sich aufs Sofa und schlug die Beine übereinander. Xaver starrte sie an wie eine Erscheinung.

Rosalie kam zur gleichen Zeit bei Michael in der Praxis und behauptete, sich die Hand verstaucht zu haben.

„Tasten kann ich nichts“, meinte Michael. „Vielleicht ist ein Nerv eingeklemmt.“

„Und was mache ich jetzt?“, fragte sie.

„Abwarten.“ Er zuckte die Schultern. „Manchmal gibt sich so etwas von selbst.“

„Auch das noch, so ein Mist!“ Sie seufzte. Und bat ihn dann, ihr beim Tragen einer Wasserkiste zu helfen.

Natürlich willigte er ein und schleppte die Kiste zu ihrer und Xavers Wohnung. Unterwegs erzählte sie ihm, dass Xaver in letzter Zeit kalt und abweisend zu ihr sei.

„Hast du den Eindruck, er bekommt plötzlich Angst vor seiner eigenen Courage?“, fragte Michael.

„Kann sein“, antwortete sie gespielt traurig. „Du bist der Mann. Du müsstest so etwas doch wissen.“

„Letztlich kenne ich deinen Zukünftigen zu wenig, um das beurteilen zu können“, wich Michael aus. „Jeder reagiert anders vor einer Hochzeit.“

Als Rosalie die Wohnungstür aufschloss, schrie sie laut auf. Michael und sie hatten freie Sicht auf das Sofa im Wohnzimmer. Und darauf lagen Xaver und Lilly – heftig miteinander knutschend.

„Das glaube ich jetzt nicht …“ Rosalie gab sich vollkommen fassungslos.

„Ro…salie …“, stammelte Xaver ertappt. „Was machst du denn hier?“

„Du hast gesagt, du liebst mich!“, rief sie. „Wir wollten heiraten!“ Jetzt drückte sie gewaltig auf die Tränendrüse. „Ich habe dir vertraut. Und du – betrügst mich hier mit diesem Flittchen. Kurz vor unserer Hochzeit.“ Lilly erhob sich vom Sofa und verließ wortlos die Wohnung. Allerdings warf sie Rosalie im Vorbeigehen ein kleines Lächeln zu, das weder Xaver noch Michael bemerkten. Rosalie wandte sich nun an Michael. „Und ich habe ihn geliebt, ihm vertraut …“, jammerte sie.

„Können wir das vielleicht unter uns besprechen?“, schaltete sich Xaver nun ein.

„Gute Idee.“ Michael wollte gehen, doch Rosalie hielt ihn auf. Keine Sekunde wolle sie mit Xaver allein verbringen. „Gib ihm doch wenigstens die Chance, sich zu erklären“, riet Michael. „Ihr wollt doch heiraten.“

„Das hat sich erledigt!“, erklärte sie. „Die Hochzeit kann er vergessen. Es ist aus.“

„Was für eine Überraschung!“, murmelte Xaver resigniert.

„Bitte, Michael …“ Rosalie klammerte sich an ihren Exfreund. „Bring mich hier weg. Ich ertrage das alles nicht mehr.“

„Wenigstens ist das ganze Theater jetzt endlich zu Ende“, meinte Alfons, dem Xaver die Geschichte aufgebracht erzählt hatte.

„Rosalie hätte die Schuld für die Trennung ruhig auf sich nehmen können“, empörte sich Xaver. „Sie hat doch nichts weiter mit meiner Tante zu tun. Aber ich …“ Er würde vor Tante Nicola unglaublich schlecht dastehen. Was nichts daran änderte, dass er ihr würde beichten müssen, was passiert war. Er bat Alfons um Beistand. Dem missfiel es zwar außerordentlich, sich für eine solche Geschichte einspannen zu lassen – aus Sorge um Nicola Westphals Zustand erklärte er sich jedoch dazu bereit.

Alfons war es sogar, der das Wort ergriff – Xaver kam aus dem Stammeln nämlich nicht mehr heraus.

„Liebe allein reicht nicht aus“, sagte der Portier. „Ein bisserl Reife gehört auch zu einer Ehe. Und an der muss Xaver wohl noch arbeiten.“

„Geht das etwas konkreter?“ Nicola war entsetzt, dass die Hochzeit nun auf der Kippe stand.

„Ro…salie hat mich …“, stotterte Xaver. „Also … fast …“

„Xaver hat wohl gemerkt, dass er für die Reize anderer Frauen nicht so unempfänglich ist, wie er es sein müsste“, sprang Alfons ihm widerwillig bei.

„Du hast Rosalie betrogen?!“ Fassungslos starrte Nicola ihren Patensohn an. „So kurz vor der Hochzeit?!“

„Nein, nicht direkt. So weit ist es nicht …“ Hilflos brach er ab.

„Xaver möchte seine Verlobte einfach nicht weiter verletzen“, meldete sich Alfons wieder zu Wort. „Deswegen ist es besser, nicht zu heiraten. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist Frau Engel sehr vernünftig und der gleichen Meinung.“

„Xaver, ich bin sehr enttäuscht von dir.“ Nicola machte einen sehr traurigen Eindruck.

„Es tut mir leid. Wirklich.“ Xaver ließ den Kopf hängen. „Ich hätte dir das gerne erspart.“

„Hast du aber nicht.“ Sie schnaubte. „Na gut, ich benachrichtige Herrn Konopka, dass er seine Bemühungen einstellen kann.“ André war als Hochzeitsplaner engagiert worden – er nutzte die Gelegenheit allerdings vor allem dafür, Nicola nahe zu sein. Er hatte sich nämlich unsterblich in Xavers Patentante verliebt. Nun wandte sich Nicola noch an Herrn Sonnbichler. „Nett, dass Sie sich für Xaver eingesetzt haben. Auch wenn er es nicht verdient hat.“ Damit war das Gespräch für sie beendet.

Rosalie genoss derweil Michaels Mitgefühl.

„Vielleicht ist das ja meine gerechte Strafe“, sagte sie weinerlich. „Weil ich dich betrogen habe. Ich werde nie wieder geliebt. Und nie wieder glücklich sein.“

„Das ist doch Quatsch!“, meinte Michael. „Auch wenn es jetzt wehtut – es geht vorbei.“

Zaghaft griff sie nach seiner Hand. „Danke“, hauchte sie. „Es tut so gut, dass du da bist. Ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen würde.“

„Das wird schon wieder.“ Aufmunternd lächelte er sie an. „Und irgendwann findest du den Richtigen. Du bist doch eine intelligente und attraktive Frau.“

„Findest du wirklich?“ Sie strahlte ihn an.

2. KAPITEL

In Gedanken versunken ging Konstantin am Seeufer entlang. Als er an einem Marterl vorbeikam, blieb er stehen und faltete die Hände.

„Perdona me“, begann er zu beten. „Ich habe gesündigt. Es war falsch, meinem Bruder eine SMS in Theresas Namen zu senden. Aber ich konnte nicht anders. Ich musste es tun.“ Er schloss die Augen. „Ich weiß, Moritz ist nicht der Richtige für sie“, fuhr er fort. „Ich bin es! Theresa und ich sind füreinander bestimmt. Wenn das auch dein Wille ist, himmlischer Vater, dann sende mir ein Zeichen.“ Er öffnete die Augen und sah in einiger Entfernung Theresa. Auch sie machte einen Spaziergang am See. „Gracias!“ Ein glückliches Lächeln ging über Konstantins Gesicht. „Ich habe es immer gewusst.“ Er war sich sicher: Das war ein göttliches Zeichen!

Charlotte hatte Werner inzwischen erzählt, dass sie von Jan Augustin betrogen worden war. Und sie vertraute ihm ihre Befürchtung an, dass sie das Fürstenhof Royal, das sie nun in riesigen Mengen brauen mussten, nicht loswerden würden.

„Das heißt: Statt der Hoffnung auf satte Gewinne macht ihr Verlust.“ Werner seufzte.

„Und nicht zu knapp“, ergänzte sie. Was das für ihn bedeutete, musste sie ihm nicht sagen. Sie würde ihm bei der Umschuldung des Kredits nicht helfen können.

„Ich verstehe das nicht.“ Werner war sichtlich vor den Kopf geschlagen. „Was hat dieser Augustin davon?“ Selbst wenn Burger Bräu geliefert hätte, hätte Augustin doch nur die erste Tranche bekommen. „In dem Moment, wo er nicht mehr zahlt, hättet ihr die Auslieferung doch gestoppt.“

„Egal, wie es ist: Ich habe mich wieder einmal reinlegen lassen. Wie damals mit den Medikamenten.“ Tränen standen in Charlottes Augen. „Dabei wollte ich dir nur helfen. Aber ich bin einfach nicht tough genug. Eine Geschäftsfrau wie deine Doris – die hätte wahrscheinlich schon bei der ersten Begegnung mit diesem Augustin gerochen, dass da etwas nicht stimmt.“

Ihre Bemerkung machte Werner sehr nachdenklich. Er wusste, dass Doris mit harten Bandagen kämpfte, wenn es um ihre Interessen ging. Und er wusste, dass die Brauerei ihr ein gewaltiger Dorn im Auge war …

Doris wähnte sich bereits am Ziel. Als Werner ihr von Charlottes Sorgen berichtete, heuchelte sie allerdings Mitgefühl. Sie versprach, ihm unter allen Umständen zu helfen.

„Ich würde alles Erdenkliche tun, damit du den Fürstenhof nicht verlierst“, fügte sie noch hinzu.

„So, wie du damals alles getan hast, um an das Gelände der Brauerei zu kommen?“, hakte er nach. „Für dein Immobilienprojekt?“

„Was hat denn das damit zu tun?“, erwiderte sie konsterniert.

„Ich frage mich, ob dieser Augustin nur um des Geldes willen gehandelt hat“, sagte er. „Oder ob noch etwas anderes dahintersteckt.“ Prüfend sah er ihr ins Gesicht. „Findest du es nicht auch komisch: Der Kerl taucht hier auf, bringt deine beiden Söhne gegen Theresa auf, was ganz in deinem Interesse ist … Und dann versucht er, die Brauerei zu betrügen. Aber selbst, wenn das funktioniert hätte – er selbst hätte kaum etwas davon gehabt.“

„Was weiß ich, was in so einem kranken Hirn vor sich geht?“ Doris geriet immer mehr in die Defensive.

„Wem nützt es, die Brauerei mit diesem geplatzten Großauftrag in finanzielle Schieflage zu bringen?“, bohrte er weiter.

„Keine Ahnung.“ Treuherzig blickte sie ihn an.

„Sag mir klipp und klar: Steckst du hinter dieser Geschichte? Ja oder nein?“

Doris starrte ihn aus vor Schreck geweiteten Augen an. „Ich soll diesen Augustin gegen die Brauerei aufgehetzt haben? Werner, das ist nicht dein Ernst.“

„Das ist keine Antwort“, stellte er fest. „Du bist die Einzige, die einen Vorteil hat, wenn die Brauerei pleitegeht.“

Sie schluckte. „Anscheinend werde ich hier in letzter Zeit für alles verantwortlich gemacht, was passiert.“

Er verstand ihre Anspielung – man hatte ihr auch unterstellt, für den Tod von Konstantins Tante Pilar verantwortlich zu sein. „Im Moment geht es ausschließlich darum, dass jemand Charlotte reingelegt hat.“

„Natürlich“, giftete sie. „Die arme Charlotte. Sie kann ja nichts dafür. Dabei hat deine Exfrau schlicht versagt. Und weil du das nicht wahrhaben willst, soll ich jetzt schuld sein.“

„Blödsinn!“, herrschte er sie an. „Ich erinnere mich sehr gut daran, mit welchen Mitteln du damals versucht hast, dein Bauprojekt auf dem Brauereigelände durchzusetzen.“

„Dann erinnerst du dich vielleicht auch daran, dass dieses Projekt längst gescheitert ist“, konterte sie, und es gelang ihr nur mit Mühe, seinem Blick standzuhalten.

„Vielleicht willst du ja auch nur einen Keil zwischen Charlotte und mich treiben?“, vermutete er jetzt.

„Dass das nicht möglich ist, weiß niemand besser als ich.“ Bitter lachte sie auf. „Ich frage mich manchmal, warum ihr euch überhaupt getrennt habt.“

„Siehst du?“ Wütend funkelte er sie an. „Ständig diese unbegründete Eifersucht. Aber mir reicht es jetzt. Du hast die Wahl: entweder deine kindischen Spielchen oder ich.“ Damit ließ er sie allein.

Doris suchte himmlischen Beistand.

„Madre mia!“, flehte sie ihre Madonna an. „Woher weiß Werner, dass ich Jan Augustin beauftragt habe, die Brauerei zu ruinieren?“ Dafür hatte es doch gar keinen Anhaltspunkt gegeben. „Das muss sie ihm eingeflüstert haben! Seine Exfrau will ihn nicht loslassen. Warum würde sie sonst für ihn bürgen? Aber das lasse ich nicht zu! Die Einzige, die ihn von seinen Schulden erlösen wird, bin ich. Mir wird er für alle Zeiten dankbar sein.“ Sie schloss die Augen. „Alles, was ich getan habe, habe ich doch für ihn getan“, flüsterte sie nun. „Aus Liebe. Aber das würde er nicht verstehen. Heilige Muttergottes, ihn noch einmal zu verlieren – das würde ich nicht ertragen …“

Inzwischen ging die Polizei davon aus, dass sich Jan Augustin ins Ausland abgesetzt hatte.

„Dieser Mistkerl!“, fluchte Theresa. Sie saß mit Charlotte und Julius in einer Krisensitzung. „Und ich habe mich anfangs noch gefreut, ihn wiederzusehen.“ Auch sie wusste keinen anderen Weg, als das Gourmetbier wie geplant zu produzieren. Julius hatte bislang allerdings keine anderen Abnehmer dafür auftreiben können.

„Wer hätte gedacht, dass ich die Brauerei Ihres Vaters so schnell an den Rand des Abgrunds bringe?“ Charlotte wirkte untröstlich.

„Es ist nicht Ihre Schuld“, entgegnete Theresa. „Ich hätte Jan das niemals zugetraut. Er war mal ein Freund.“ Sie beschloss, sich selbst ans Telefon zu hängen, um mit den Kunden von Burger Bräu zu telefonieren – vielleicht würde ja der eine oder andere seine Abnahmemenge erhöhen. Das war das Mindeste, was sie für die Brauerei und Frau Saalfeld tun konnte.

„Was für ein Desaster!“, sagte Charlotte seufzend, nachdem Theresa gegangen war. „Ich habe alle enttäuscht.“

„Jetzt mach mal einen Punkt!“, polterte Julius liebevoll. „Du solltest diesem Betrüger Vorwürfe machen – aber nicht dir selbst! Wir kommen aus der ganzen Sache heil wieder raus. Das verspreche ich dir.“

Wie gern hätte sie ihm geglaubt. Aber im Augenblick sah sie nur noch schwarz für die Brauerei.

Theresa hatte beim Telefonieren mit den Kunden kaum etwas erreicht. Und so machte sie auf Konstantin einen reichlich mutlosen Eindruck, als er sie im Park traf.

„Kann deine neue Arbeitgeberin euch nicht das Bier abnehmen?“, fragte er. „Die haben doch so ein großes Vertriebsnetz.“

Mit dem Gedanken hatte Theresa auch schon gespielt. „Aber warum sollte Frau Westphal ihre Kontakte nutzen, um ein Konkurrenzprodukt zu vertreiben?“

„Weil du verdammt überzeugend sein kannst.“ Er grinste sie an. „Vor allem, wenn es um Burger Bräu geht.“

„Die Brauerei gehört mir aber nicht mehr“, wandte sie ein.

„Das hätte dich früher auch nicht abgehalten“, meinte er. „Und zu verlieren hast du nichts.“

Moritz kam in den Waschraum und staunte, als er dort eine attraktive, junge Frau entdeckte, die sich gerade aus einer Motorradkluft schälte. Sie stellte sich als Kristin Nörtlinger vor, die Nichte von Nicola Westphal. Allerdings bat sie Moritz, ihrer Tante gegenüber nicht zu erwähnen, dass sie mit einem Motorrad angereist war. Sie hatte Nicola belogen und behauptet, sie habe ihre Maschine verkauft. Ihre Tante hielt Motorrad fahren nämlich für viel zu gefährlich. Moritz hielt sich daran. Kristin gefiel ihm. Und sie flirtete ganz offensichtlich mit ihm.

Nicola war froh, Kristin zu sehen. Das lenkte sie von ihrem Kummer wegen Xaver und der geplatzten Hochzeit ab. Sie stellte ihrer Nichte auch André vor. Und Kristin bemerkte sofort, dass ihre Tante den Chefkoch außerordentlich mochte. Die beiden Frauen wünschten sich von André ein ganz besonderes Menü.

„Gibt es etwas zu feiern?“, fragte er lächelnd.

„Ich denke schon“, antwortete Nicola. „Meine Nichte hat gerade ihr BWL-Studium abgeschlossen. Wir warten nur noch auf die Ergebnisse.“ Kristin hatte den Blick gesenkt. Da klingelte Nicolas Handy. Theresa Burger bat sie in den Blauen Salon. Sie habe etwas Dringendes mit ihr zu besprechen.

Ein schweres Gewitter war aufgezogen, und das führte im ganzen Fürstenhof zu einem Stromausfall. Alfons war schon auf dem Weg, um das Notstromaggregat zu starten. Der Fahrstuhl war stecken geblieben. Und darin befanden sich Moritz und Kristin Nörtlinger.

„Na toll!“ Kristin stöhnte, als sie begriff, dass sie festsaßen.

„Sie haben doch keine Platzangst oder so etwas?“, fragte er leicht besorgt.

Sie verneinte. „Aber die Vorstellung, mit Ihnen ein paar Stunden zwischen zwei Stockwerken zu hängen, gefällt mir nicht besonders“, meinte sie.

„Das trifft mich jetzt schon ein bisschen“, erwiderte er gespielt bekümmert.

„Die Betonung lag auf den Stockwerken“, sagte sie und lächelte. „Ich könnte mir natürlich keine nettere Gesellschaft wünschen.“

Theresa und Nicola saßen bei Kerzenlicht im Blauen Salon.

„Der Auftraggeber für den Großauftrag der Brauerei ist nicht nur insolvent, sondern auch noch verschwunden“, fasste Theresa die schwierige Lage von Burger Bräu zusammen.

„Das heißt, die Brauerei bleibt auf den Kosten sitzen, wenn es keine anderen Abnehmer gibt?“, fragte Nicola mitfühlend.

Theresa bestätigte das mit einem Nicken. „Sollte es nicht gelingen, das Gourmetbier zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen, ist Burger Bräu am Ende.“ Nicola verstand den Ernst der Lage, wusste nur nicht, wie sie der jungen Frau helfen sollte. „Sie haben eine große Brauerei und ein entsprechendes Vertriebsnetz …“

„Bitten Sie mich gerade, ein Konkurrenzprodukt zu verkaufen?“ Nicola sah sie erstaunt an.

„Nein.“ Theresa lächelte. „Ich biete Ihnen die Möglichkeit, Ihre Produktpalette durch ein vollkommen neues und äußerst hochwertiges Bier zu erweitern.“

„Verstehe.“ Nicola unterdrückte ein Schmunzeln.

„Sie wissen doch, das Gourmetbier richtet sich an eine ganz andere Klientel“, fuhr Theresa fort. „Es steht nicht in Konkurrenz zum herkömmlichen Bier.“

„Sie machen Ihre Sache sehr gut“, lobte Nicola. Aber sie konnte die Sache nicht hier und jetzt entscheiden. „Ich habe das Bier ja nur einmal gekostet …“

Da zückte Theresa schon eine Flasche Fürstenhof Royal. „Ich dachte mir, dass Sie es noch mal probieren möchten …“

Der Fahrstuhl steckte immer noch fest. Moritz erkundigte sich per Telefon bei Herrn Sonnbichler, wie lange es noch dauern würde. Der Portier bat sie noch um ein paar Minuten Geduld, dann würde er das Notstromaggregat einschalten können. Kristin wurde langsam mulmig zumute. Vor allem musste sie dringend zur Toilette. Sie wollte schon mit einem Taschenmesser die Deckenverkleidung des Fahrstuhls abmontieren, da fuhr der Lift plötzlich wieder an. Sie stolperte und landete in Moritz’ Armen.

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