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Schamanische Krankheitsdeutung

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RÜCKKEHR ZUR INNEREN ORDNUNG

Krankheiten entstehen aus schamanischer Sicht, wenn wir nicht dem Ruf unserer Seele folgen, also nicht das leben, wofür wir auf die Erde gekommen sind. Die Gründe dafür sind in der Regel emotionale oder energetische Blockaden, die unterschiedliche Ursachen haben können:

  • Traumata und Verletzungen aus der Kindheit
  • Ungelöste Themen, die wir aus dem Ahnen- bzw. Familiensystem übernommen haben
  • Geschwächte innerseelische Archetypen (beispielsweise der innere Krieger)
  • Tiefe seelische Verletzungen, die zum Seelenverlust geführt haben

Stefan Limmer zeigt, wie wir diesen Ursachen auf die Spur kommen, den Weg zurück zur inneren Ordnung und damit zur Heilung finden.

VORWORT

Niemand ist gern krank. Wir alle wollen gesund, schmerzfrei und fit sein. Dennoch sind Symptome und Krankheiten häufig Begleiter unseres Lebens, und viele Menschen leiden dauerhaft unter Schmerzen oder sind chronisch krank. Um dem zu entgehen, bekämpfen wir meist die Symptome in der Hoffnung, dadurch schnell wieder gesund zu werden.

Aus schamanischer Sicht aber möchte uns jede Krankheit und jedes Symptom etwas mitteilen. Schamanen sehen Krankheiten als Botschaften unserer Seele. Daher geht es nicht nur darum, die Krankheit zum Verschwinden zu bringen, sondern auch darum, zu verstehen, weshalb wir uns nicht wohlfühlen oder krank geworden sind.

Genauso wie jeder Mensch ist auch die Botschaft jeder Krankheit ganz individuell und bezieht sich nur auf den betroffenen Menschen. Um diese Botschaft zu verstehen, können wir mit schamanischen Methoden in direkten Kontakt mit der Krankheit treten oder, wie es Schamanen ausdrücken würden, »mit ihrem Wesen kommunizieren«, ihren Symbolgehalt erfassen und so ihren tieferen Sinn verstehen.

Auf dieser Grundlage ist es uns möglich, zielgerichtet Veränderungen in unserem Leben vorzunehmen und so den Symptomen die Basis zu entziehen. Wir haben den Schlüssel zur Selbstheilung also in der Hand.

In der Arbeit mit Klienten zeigt sich immer wieder, dass wir durch ein Verständnis der Botschaften unserer Krankheit die besten Voraussetzungen schaffen, um wieder gesund zu werden.

Diese Sichtweise fordert zweifellos zu einem radikalen Umdenken auf, weil sie unsere eigene Verantwortung für unsere Krankheiten und Symptome anspricht, egal, worum es sich dabei handelt.

Wenn du mit den im Buch vorgestellten Methoden arbeiten möchtest, beachte bitte unbedingt: Ärztlich verordnete Therapien und Medikamente dürfen keinesfalls selbstständig abgesetzt werden. Hier ist immer zuvor ein Arzt zu konsultieren. Die in diesem Buch beschriebenen Deutungen und Empfehlungen haben keineswegs das Ziel, derartige – manchmal lebensrettende – Maßnahmen zu ersetzen.

Meine Vision ist es, dass die verschiedenen Richtungen, die sich mit der Gesundheit des Menschen beschäftigen, endlich ihre dogmatischen Grabenkämpfe beenden und zusammenarbeiten, damit sich daraus eine ganzheitliche Medizin entwickelt, die wieder den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Ich wünsche mir eine Medizin, die an echter, tiefgehender Heilung interessiert ist und dafür alles Notwendige tut – auf körperlicher, geistiger, seelischer, energetischer, mentaler und emotionaler Ebene; eine humane Medizin, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie. Eine Medizin, die die Seele heilt und die Entwicklung des Menschen fördert.

Ein Medizinsystem, dessen Basis marktwirtschaftliches Denken ist, kann dieser Vision niemals gerecht werden. Krankheit und Gesundheit lassen sich nicht in betriebswirtschaftliche Zahlen pressen, sondern erfordern Therapeuten, die bereit sind, den kranken Menschen in seiner Ganzheit, Individualität und Einzigartigkeit zu sehen, und die nicht in starren, festgelegten Diagnoserahmen und budgetierten Behandlungsschemata denken.

Ebenso wie uns eine rein materielle Weltsicht bei einer ganzheitlichen Sichtweise von Krankheit und Gesundheit nicht weiterhilft, kann dies auch eine rein energetische Betrachtungsweise, die die materiellen und schulmedizinischen Zusammenhänge ignoriert, nicht tun. Da wir in einer materiellen Welt leben, hat es keinen Sinn, nur noch in geistig-seelischen Dimensionen zu schweben.

Wir beschäftigen uns in diesem Buch zunächst mit den Ursachen, die aus schamanischer Sicht allen Krankheiten zugrunde liegen. Auf diese Weise bekommst du ein Werkzeug an die Hand, mit dem du deine Symptome selbst deuten kannst und tiefer liegende Zusammenhänge verstehst.

Später besprechen wir konkrete, häufig vorkommende Krankheitsbilder und Symptome. Hier lassen sich zwar grundlegende Muster erkennen, doch dein persönlicher Hintergrund sollte immer in die Betrachtungen miteinfließen. Dadurch kann sich unter Umständen ein komplett anderes Bild ergeben, als man erwartet hätte und das auf einen anderen Menschen mit denselben Symptomen vielleicht überhaupt nicht zutrifft. Kombinieren wir beides – die individuelle Ebene mit den allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten –, dann ergibt sich ein umfassendes Bild der Krankheit, und es eröffnen sich einzigartige Wege für deine Heilung.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwende ich im Buch hauptsächlich die männliche Form. Dies ist natürlich keinesfalls diskriminierend gemeint, und ich hoffe, dass sich alle Leserinnen genauso angesprochen fühlen und niemand ein Problem damit hat.

Nun wünsche ich dir eine erkenntnisreiche und spannende Reise zu deinen eigenen Symptomen und daraus resultierend ein neues, tiefgehendes und transformierendes Verständnis von dir selbst. Möge sich daraus der Weg deiner ureigenen Gesundheit aufzeigen.

Stefan Limmer

Rettenbach, im September 2018

Warum wir hier auf dieser Erde sind

In dem Augenblick, in dem ein Mensch den Sinn und den Wert des Lebens bezweifelt, ist er krank.

SIGMUND FREUD (1856–1939), ÖSTERREICHISCHER PSYCHIATER UND BEGRÜNDER DER PSYCHOANALYSE

Der Schamanismus ist wohl die älteste spirituelle Praxis, die die Menschheit kennt. Er ist frei von allen Dogmen und unabhängig von kulturellen und religiösen Hintergründen. Er wurde und wird überall auf der Welt praktiziert, um die Verbindung zu den Göttern herzustellen, um die Natur zu ehren und um Heilung zu erlangen.

Jeder Schamane hat seine eigenen Techniken und Rituale, um die Ebene des Verstandes zu verlassen und in die »unsichtbaren Welten« zu reisen, die jenseits unserer sichtbaren Welt existieren. Dort kann er Kontakt zur individuellen und zur kollektiven Seelenebene aufnehmen. Insbesondere wenn es um Krankheiten geht, helfen uns schamanische Wege, deren Botschaft zu entschlüsseln und notwendige Veränderungen vorzunehmen, um wieder zu gesunden.

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Der Mensch auf seiner Wanderung durch Raum und Zeit

DIE REINKARNATION

Wir alle sind Wanderer durch die verschiedenen Dimensionen von Raum und Zeit. Die Reinkarnation, also die Wiedergeburt, ist ein fester Bestandteil im schamanischen Weltbild. Der Schamane weiß um die Reise, die sich aus Geburt, Leben, Sterben, Tod und Wiedergeburt zusammensetzt und sich so lange wiederholt, bis wir uns im Zustand der Erleuchtung befinden.

Wie du auf der Abbildung siehst, ist der Mensch während seiner Wanderung durch die verschiedenen Leben vielen Belastungen ausgesetzt, die nicht selten Blockaden und Disharmonien hervorrufen und dadurch zu Krankheiten führen können.

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Das schamanische Weltbild im Schema

DAS SCHAMANISCHE WELTBILD

Werfen wir nun einen Blick auf die Welt, wie Schamanen sie wahrnehmen. Schamanen gehen davon aus, dass die Welt und das Universum aus drei Ebenen bestehen: der oberen Welt, der mittleren Welt und der unteren Welt. Jede dieser Ebenen hat eine bestimmte Bedeutung und alle Ebenen durchdringen sich gegenseitig.

Ein ähnliches Modell kennen wir auch aus dem Christentum. Hier entspricht die obere Welt dem Himmel, die mittlere Welt unserer »normalen« Welt und die untere Welt der Hölle. Die mittlere Welt ist nach diesem Verständnis der Bereich, in dem wir Menschen die Chance erhalten, zu beweisen, dass wir gut genug sind, um nach unserem Tod Einlass in den Himmel zu bekommen. Erweisen wir uns dessen nicht als würdig, landen wir dem christlichen Glauben nach in der Hölle. Es gibt also eine Wertung der Ebenen: Oben ist gut, unten ist böse, der Mensch steht dazwischen.

Der Richtungsbezug dieser Wertung ist in der Bibel selbst nicht zu finden. Himmel und Hölle sind in ihrer spirituellen Bedeutung sicherlich nicht räumlich verortet. Es lässt sich vermuten, dass diesem Bild patriarchale Deutungsmuster zugrunde liegen. Begriffe und Eigenschaften wie oben, Gott, Himmel, Verstand und Denken werden dem männlichen Prinzip zugeordnet, sie gelten als gut und erstrebenswert. Analog zur Anatomie unseres menschlichen Körpers werden sie mit dem Sitz des Kopfes assoziiert. Begriffe und Eigenschaften wie unten, Hölle, Lust, Teufel, Triebe, Schmutz und Gefühl werden nach diesem Verständnis dem weiblichen Prinzip und räumlich den Eingeweiden und den Sexualorganen zugeordnet. Das weibliche Prinzip wird als schlecht bewertet.

Nach meiner Auffassung leitet die patriarchale Kultur ihre bis heute bestehende (und nur langsam bröckelnde) Vorherrschaft und Dominanz noch immer aus diesem Denken ab.

KRANKHEITSDEUTUNG

Wenn wir unsere Krankheit ablehnen und bekämpfen, sind wir im patriarchalen Denken gefangen und füttern sie auf energetischer Ebene mit neuer Energie. Frage dich selbst:

  • Kann ich meine Krankheit wertfrei annehmen?

Erst im Annehmen und Verstehen ihrer Botschaft schaffen wir die Voraussetzung, um wieder gesund zu werden.

Die alltägliche und die nicht-alltägliche Wirklichkeit

Die mittlere Welt wird von Schamanen noch einmal in zwei Ebenen unterteilt: die alltägliche und die nicht-alltägliche Wirklichkeit. Die alltägliche Wirklichkeit entspricht dem Bereich der Realität, in dem wir uns in unserem normalen Bewusstsein befinden, unserem uns bekannten, normalen Leben mit all seinen Erscheinungsformen. In diesem Bereich bewegen wir uns, wenn wir wach sind.

Die obere und die untere Welt und die nicht-alltägliche Wirklichkeit sind unsichtbare Bereiche der Realität, die wir im normalen Wachzustand nicht erfassen können.

Wenn du zum Beispiel morgens zur Arbeit gehst, an einer roten Ampel stehst und die Menschen und den Verkehr um dich herum wahrnimmst, dann befindest du dich auf dieser Wahrnehmungsebene. Stehst du aber an besagter Ampel und siehst plötzlich einen rosaroten Elefanten die Straße überqueren und dann noch einen blauen Elefanten, der wie aus dem Nichts auftaucht und gleich wieder hinter der nächsten Straßenbiegung verschwindet, dann befindest du dich höchstwahrscheinlich auf der Ebene der nicht-alltäglichen Wirklichkeit.

In unserer Gesellschaft werden solche Wahrnehmungen als pathologisch und dringend behandlungsbedürftig angesehen: Wir nehmen etwas wahr, was nicht vorhanden ist. Schamanen würden dies als ein geläufiges Phänomen der nicht-alltäglichen Wirklichkeit ansehen, also als etwas völlig Normales. Sie sprechen in diesem Zusammenhang auch von der Wahrnehmung durch das erste und das zweite Bewusstsein.

Da die anderen Ebenen aber genauso wichtig sind wie die mittlere, bewusste Ebene, haben Schamanen in allen Kulturen der Welt Techniken entwickelt, um dorthin zu gelangen und dort zu arbeiten.

In der oberen Welt haben wir Zugang zu unserer Lebensaufgabe, zu unserem Lebenssinn. Wir können dort mit unserer spirituellen Führung in Kontakt treten, die über unser gesamtes Leben und über die Erfüllung unserer Lebensaufgabe wacht. Diese Ebene entspricht am ehesten dem uns im Christentum bekannten Reich der Schutzengel.

Die untere Welt ist das Land der Seelen. Alles, was uns jemals widerfahren ist, was wir gelernt und erlebt haben, und alles, was uns traumatisch behindert, ist hier wie auf der Festplatte eines Computers abgespeichert. Auf dieser Ebene betreten wir die Welt der schamanischen Archetypen, die entscheidend dafür sind, wie wir durch unser Leben gehen und wie wir handeln. Die nicht-alltägliche Wirklichkeit der mittleren Welt beinhaltet neben vielen anderen Erscheinungen unser Energiefeld und unser Chakrensystem.

DAS SCHAMANISCHE MENSCHENBILD

Im Schamanismus kennen wir vier Bereiche, die den Menschen in seiner Gesamtheit ausmachen:

  • Der Geist ist unsere wirkliche, göttliche Natur. Er ist der Wanderer durch Raum und Zeit. Er geht von einem Leben ins nächste, ist unsterblich, unverletzlich und ewig.
  • Die Seele ist wie ein Rucksack, den der Geist auf seiner Reise mitnimmt. Sie ist fest und untrennbar mit ihm verbunden. In diesem Rucksack befindet sich alles, was der Wanderer in seinen bisherigen Erdenleben erlebt hat. Das heißt, wenn man Zugang zu seiner Seele erlangt, hat man einen Weg, um alle früheren Leben und die Erfahrungen, die man dort gemacht hat, wieder abzurufen. Gleichzeitig birgt der Rucksack den sogenannten Seelengarten, in dem die schamanischen Archetypen – unsere innerseelischen Weisheitsinstanzen – beheimatet sind. Er ist auch der Zufluchtsort für verloren gegangene Seelenanteile (>), die wiederum sehr wichtig für die Heilung eines Menschen sind.
  • Der Körper ist das Fahrzeug für das aktuelle Leben. Der Geist sitzt am Steuer und lenkt es. Der Körper ist notwendig, damit wir uns in der Welt der Materie bewegen und die notwendigen Erfahrungen machen können. Er fungiert mit seinen Symptomen und Krankheiten auch als Anzeigeinstrument für den Zustand der Seele und weist uns über sein Befinden und seinen Zustand den Weg.
  • Das Herz ist in seiner Funktion als Organ die Triebfeder der menschlichen, materiellen Existenz. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, stirbt der Körper. Gleichzeitig ist das Herz zuständig für den freien Fluss der göttlichen, selbstlosen Liebe. Es fungiert als Sender und Empfänger. Mit ihm sind wir in der Lage, uns an den universellen Strom reiner Liebe anzubinden. Die Liebe wiederum ist die grundlegende Energie, durch die Heilung erst möglich wird.

DER SINN DES LEBENS

Woher kommen wir, warum sind wir hier, und wohin gehen wir, wenn unser Leben zu Ende ist? Gibt es eine Seelenwanderung? Leben wir nur einmal oder öfter? Ist da ein Sinn in allem? Gibt es eine höhere Weisheit, die hinter dem uns bekannten Universum steht und alles vorherbestimmt, was auf der Welt passiert?

Aus schamanischer Sicht hat alles Existierende einen tieferen Sinn. Auch unser Leben hier auf der Erde folgt einem höheren Ziel und ist sinnvoll.

Diese großen Fragen der Menschheit stellt sich wohl jeder von uns irgendwann einmal in seinem Leben. Gerade in Extremsituationen wie beim Verlust eines geliebten Menschen, bei schweren Krankheiten oder schlimmen Unfällen beschäftigen sich Menschen mit diesen Themen.

Beweise für oder gegen einen Sinn, eine Seelenwanderung oder eine höhere Intelligenz gibt es nicht, und es kann sie auch nicht geben, denn Gott lässt sich in keine mathematische Formel pressen. Und doch gibt es Antworten auf die obigen Fragen. Wir finden sie nur nicht in der uns gewohnten Form.

Der Schamane findet die Antworten nicht im Außen, nicht in Worten, in anderen Menschen oder Ereignissen. Er findet sie tief in sich selbst, in seiner Seele und in der Kraft seines Herzens.

Unser Verstand kann vieles erklären, doch die großen, essenziellen Zusammenhänge kann er nicht verstehen. Wirkliches Verstehen, unmittelbares Wissen um den Sinn der menschlichen Existenz kann nur erfahren werden, indem wir uns auf die Reise machen in das Land der Seele. Denn dort offenbaren sich die Antworten in der Unendlichkeit von Zeit und Raum.

Schamanen sehen den Sinn des Menschseins darin, im Einklang mit den Bedürfnissen der eigenen Seele, im Einklang mit den individuellen Lebensaufgaben, mit den Lebensgesetzen und mit den kosmischen Gesetzen zu leben und den Weg des Herzens zu gehen. Jede Form von Krankheit ist ein Hinweis darauf, dass wir nicht unserer grundlegenden Seelenabsicht folgen.

DIE LEBENSAUFGABE

Nach schamanischem Verständnis gibt es eine persönliche und eine überpersönliche Lebensaufgabe. Die persönliche Lebensaufgabe hat in erster Linie mit dem zu tun, was wir uns für diese Inkarnation vorgenommen haben. Sie ergibt sich aus allem, was wir in unseren Vorleben nicht erledigt oder falsch gemacht haben, wo wir also neues Karma (> f.) angesammelt haben.

Die überpersönliche Lebensaufgabe geht weit über unser individuelles Leben hinaus. Sie fordert uns auf, unser Ego hinter uns zu lassen und uns mit unseren Fähigkeiten in den Dienst der Menschheit und des Kosmos zu stellen. So werden wir zu Dienern, die sich für das Wohl der Gemeinschaft einsetzen.

Wir alle haben die Aufgabe, die Erde zu schützen und ihr selbstlos zu dienen.

Die Menschen sollen zu Erdenhütern werden, also die Erde behüten und ihr dienen, statt sie rücksichtslos für die eigenen Interessen auszubeuten. Um diese Lebensaufgabe erfüllen zu können, müssen wir zuerst einen Weg gehen, der unsere persönlichen Verletzungen, Wunden, Krankheiten und Süchte heilt, damit wir uns von unserem Ego und dessen selbstsüchtigen und zerstörerischen Verhaltensweisen lösen können.

KRANKHEITSDEUTUNG

Krankheiten entstehen, wenn wir nicht dem Ruf unserer Seele folgen, also wenn wir nicht das leben, wofür wir hierhergekommen sind. Frage dich selbst:

  • Kenne ich meine persönliche Lebensaufgabe, und lebe ich sie?
  • Handele ich in einer dienenden Position im Sinne eines Erdenhüters?

Die Seele macht uns in Form von Krankheitssymptomen darauf aufmerksam, wenn wir diese Aufgabe missachten.

DER WEG DES HERZENS

Wie gehst du durch deinen Alltag? Wie wachst du auf, wie beginnst du den Tag?

Szenario 1:

  • Du öffnest voller Vorfreude und Erwartung die Augen und spürst ein Gefühl von Liebe zu allen Menschen und Dingen, die du nach dem Erwachen erblickst.
  • Du nimmst das Geschenk dieses Morgens an und fühlst Dankbarkeit für all das Wunderbare in deinem Leben.

Szenario 2:

  • Du erwachst genervt vom Klingeln deines Weckers, stehst missmutig auf, und dein Verstand beginnt sofort zu plappern und dich an die vielen ungeliebten Verpflichtungen zu erinnern, die auf dich warten.
  • Beim Anblick deines Partners keimt der Zorn über den Streit des Vortages wieder in dir auf, du ärgerst dich im Bad über die Zahnpastatube, die am falschen Platz liegt, usw.

Den meisten Menschen in unserer Gesellschaft ist das zweite Szenario vertrauter als das erste. Doch woran liegt es, dass wir dazu neigen, unser Leben nicht aus einem Gefühl tiefster Dankbarkeit und Liebe zu leben, und dass wir unsere Aufmerksamkeit hauptsächlich auf das lenken, was uns stört, auf die Probleme, die Krankheiten, den Ärger und den Schmerz?

Wenn ein Mensch sich von allem befreit, was den Fluss der göttlichen Liebe behindert, wenn er also wieder ganz verbunden ist mit der Grundessenz des Universums, dann hat der Mensch seinen Platz im Universum gefunden und kann seine Lebensaufgabe erfüllen.

Schamanen würden sagen: Die Menschen im Westen haben verlernt, den Weg des Herzenskriegers zu gehen. Sie können nicht mehr mit ihren Herzen denken und fühlen, weil diese versteinert sind. Aber gerade das ist für den Schamanen das übergeordnete Lebensziel des Menschen: die universelle Liebe frei fließen zu lassen. Und das Organ, um diese Energie in die Welt zu tragen, ist das Herz. Dies ist das schamanische Verständnis von Erleuchtung.

Die meisten von uns wissen gar nicht, was es heißt, bedingungslos zu lieben. Aufgrund unserer Verletzungen und unseres Grundgefühls der Einsamkeit und des Getrenntseins verwechseln wir Liebe nur allzu oft mit Bedürfnisbefriedigung. Ein Mensch wird meist nicht geliebt, weil er so ist, wie er ist, mit all seinen Fehlern und Schwächen, sondern weil wir etwas auf ihn projizieren und weil wir uns von ihm erhoffen, dass er uns dieses Gefühl der Einsamkeit nimmt und uns auf ewig glücklich macht. Auch wenn wir bei klarem Verstand wissen, dass dies unmöglich ist, suchen wir trotzdem immer weiter nach dem Idealpartner.

Nur die wenigsten Menschen halten irgendwann einmal inne und beginnen, ihre eigenen seelischen Wunden und Verletzungen zu heilen. Dabei müssen wir immer bei uns selbst beginnen. Wir müssen wieder lernen, liebevoll mit uns selbst umzugehen. Einer der wichtigsten Sätze von Jesus lautet: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.« Bei uns wird der zweite Teil dieser Wahrheit fast immer vergessen. Selbstliebe wird mit Egoismus verwechselt. Aber ohne die Rückkehr zu einer bedingungslosen, umfassenden Selbstliebe können wir niemals von einem anderen Menschen erwarten, dass er uns um unserer selbst willen liebt. Das ist ein universelles Gesetz in diesem Kosmos.

Der Schamanismus liefert das nötige Handwerkszeug, um den Zugang zum Herzen wieder frei zu machen. Du kannst in diesem Zusammenhang darüber nachdenken, warum gerade die Herzkrankheiten, Herzinfarkte und Todesfälle aufgrund von Herzerkrankungen in allen westlichen Gesellschaften mit an erster Stelle stehen und in Stammeskulturen praktisch unbekannt sind.

KRANKHEITSDEUTUNG

Liebe ist die Grundvoraussetzung für Gesundheit und Heilung. Frage dich selbst:

  • Liebe ich mich selbst, so wie ich bin?
  • Liebe ich andere Menschen, die Welt, die gesamte Schöpfung?
  • Spüre ich in mir ein bedingungsloses Ja zum Leben?

Ohne Liebe gibt es keine Gesundheit, und Heilung wird verhindert.

DIE ENTWICKLUNG DER PERSÖNLICHKEIT

Unsere Seele gibt die großen Themen vor, und unsere Persönlichkeit muss entsprechend gut entwickelt sein, um unsere Lebensaufgabe zu erfüllen.

In Stammeskulturen war es für die Gemeinschaft überlebenswichtig, dass jedes Mitglied eine starke Persönlichkeit entwickelte, um mit seinen ganz individuellen Fähigkeiten zum Gemeinwohl des Stammes beizutragen. Eine gute Beschreibung dessen, was Persönlichkeit eigentlich ist, finden wir in der westlichen Astrologie in der Beschreibung der zwölf Tierkreiszeichen. Die Tierkreiszeichen bilden die zwölf Bereiche ab, aus denen sich unsere Persönlichkeit zusammensetzt.

Um gesund zu bleiben, müssen wir die zwölf Bereiche unserer Persönlichkeit so entwickeln und leben, wie es unserem Wesen entspricht. Auch hier gilt, dass Symptome und Krankheiten Ausdruck nicht gelebter oder unterdrückter Persönlichkeitsanteile sind.

Hier eine Kurzbeschreibung der Persönlichkeitsbereiche mit entsprechenden Schlagwörtern zum besseren Verständnis:

  • Das Widderprinzip: Entwicklung einer realen Durchsetzungsfähigkeit. Substanz, Körper, Wille, Pionierarbeit, Selbstbehauptung, Entdeckung der körperlichen Eigenart, die zur Verfügung stehende Energie, Aktivität, Initiative, Wagemut, körperlicher Reiz, körperliche Fitness, sportliche Fähigkeiten.
  • Das Stierprinzip: Entwicklung von wirtschaftlichen Fähigkeiten. Abgrenzung und Absicherung, eigenes Revier, Ansammlung von Materie, Sammeltrieb, Vorratshaltung, materieller Besitz, Vermögen, Einkommen, Finanzen, wirtschaftliche Fähigkeiten, Soziologie, Politik, eigener Lebensstil, Eigenwert, Eigenraum, Genussfähigkeit.
  • Das Zwillingsprinzip: Entwicklung einer gesunden Kommunikationsfähigkeit. Weiterentwicklung und Differenzierung der körperlichen Fähigkeiten, intellektuelle Fähigkeiten, mathematische Fähigkeiten, sprachliche Fähigkeiten, Ausdrucksfähigkeit, Erschließung der Umwelt, Lernfähigkeit, praktische und technische Fähigkeiten, Aufnahme, Verwendung und Weitergabe von Informationen.
  • Das Krebsprinzip: Entdeckung und Entwicklung der eigenen Identität. Entdeckung der seelischen Eigenart, der eigenen Natur, der menschlichen Natur und der Allnatur, Herkunft, Familie, Heimat, das weibliche (mütterliche) Prinzip, inneres Kind, seelische Wärme, eigenes ...

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