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Sekundenglück

Für meine Freunde Signore Renzo Vianello, Venezianer, und Franz Swoboda, medico in Wien. Ihr Rat war mir beim Schreiben eine große Hilfe.

Es ist eine alte Geschichte,

Doch bleibt sie immer neu;

Und wem sie just passieret,

Dem bricht das Herz entzwei.

Heinrich Heine, Buch der Lieder

Und irgendwann, Tommy,

Da werden wir glücklich sein.

Da wird die Welt ein Ringelspiel sein

Mit lauter silbernen Pferden.

Und wir werden draufsitzen

Und jauchzen und singen

Und mitten hineinreiten ins Glück.

1.

Die Sonne brannte auf die Piazza. Wir waren alle leicht betrunken. Endlich ging die Kirchentüre auf.

„Salute dem Brautpaar!“ Renzo hob ein frisch gefülltes Glas Prosecco.

„Salute!“

Gläser klirrten, Korken knallten, Susanna blinzelte im Sonnenlicht.

„Sieht sie nicht wundervoll aus, Tommy?“ Angie hängte sich vergnügt in meinen Arm ein. „Wie sie strahlt. Es war wirklich eine gute Idee von den beiden, sich in Venedig trauen zu lassen.“

„Wir sind hier nicht in Venedig. Und meine Einstellung zu diesen Dingen kennst du.“

„Du meinst, dass man eine Ehe nicht im Voraus feiern soll? Krämerseele!“ Sie schlug nach mir, halb im Spaß, halb im Ernst. „Sieh sie dir doch an! Wie verliebt sie sind. Und selbst wenn ihre Ehe nicht ewig hält, die paar Sekunden Glück hier bleiben ihnen.“

Renzo kam zu uns herüber. „Hast du Streit mit dem Dottore, Angelina?“

„Tommy glaubt nicht an die Liebe.“

Renzo schüttelte missbilligend den Kopf, doch aus den Augen blitzte ihm der Schalk. In diesen Dingen dachte er wie ich. „Aha! Ein ungläubiger Thomas sozusagen. Vielleicht kannst du ihn bekehren.“

„Hoffnungslos.“

„Ich bin eben der Ansicht, dass man eine Ehe erst nach fünfzehn oder zwanzig Jahren feiern sollte - wenn sie sich bewährt hat.“

„Tommy sieht alles immer so furchtbar pessimistisch. Und was die Liebe anbelangt, ist er kälter als ein Fisch in eurer Lagune.“

„Ich bin halt mit den Umständen vertraut, mehr als mir lieb ist.“

„Warum bist du auch Scheidungsanwalt geworden? Da siehst du freilich nur, was schiefgelaufen ist. Aber im Grund genommen seid ihr Juristen mir sowieso zuwider. Weil ihr so nüchterne Menschen seid.“

Angie kam in Rage, wenn man ihren Hang für romantische Gefühle nicht teilte. Daran hatte sich trotz ihrer vielen unglücklichen Beziehungen nichts geändert.

„Ich wollte eigentlich nur deinen Wagen, Dottore.“ Renzo hatte es auf einmal eilig. „Meiner steht bei Orazio, und bei dieser Hitze mag ich nicht so weit laufen.“

Ich erinnerte mich, dass Renzo vor uns beim Schiff sein wollte, damit auch alles passte.

„Wir treffen uns am Hafen. Die Autos lasst ihr auf dem Parkplatz bei Giórgio. Du findest doch hin?“

Ich nickte.

Oft genug war ich diesen Weg gefahren. Und immer war es mit einer angenehmen Erinnerung verknüpft. Von wie vielen Dingen meines Lebens konnte ich das sagen?

Ruth gesellte sich zu uns. Wenigstens schien sie heute nicht betrübt zu sein. Gestern hatte sie die ganze Fahrt geweint.

„Komm, Angie! Wir müssen den beiden gratulieren.“ Sie zog sie mit sich fort.

Ich beschloss, sie zu begleiten.

„Schön, dass du dir Zeit genommen hast, Tommy.“ Susanna drückte mir auf jede Wange einen Kuss. „Ich weiß ja, dass Anwälte immer viel zu tun haben.“

„Ist doch selbstverständlich. Außerdem wollte ich sowieso zum Redentore-Fest.“

„Und tausend Dank, dass du uns Signore Ballarin vermittelt hast. So toll hätte das nicht einmal eine Hochzeitsagentur hingekriegt, geschweige denn wir selbst.“

Michael war sichtlich erleichtert, dass hier alles perfekt war. Sogar der Prosecco war im richtigen Moment gekommen.

„Organisieren hat Renzo immer schon gekonnt.“

Renzo war Venezianer und ein alter Freund unserer Familie. Ich kannte ihn seit meiner Kindheit. Viele Sommer hatte ich mit meinen Eltern bei ihm in der Lagune verbracht, war später tagelang allein in seinem Motorboot herumgefahren, Fischen und anderen Meerestieren hinterher. Inzwischen waren meine Eltern tot, und Renzos Locken von einem makellosen Weiß. Doch hatte er immer noch den tiefsinnigen Humor und die Tatkraft wie vor zwanzig, dreißig Jahren. Die Leute hatten Respekt vor ihm und nannten ihn Commendatore, eine Bezeichnung, die er nicht mochte. Mit seinem scharf geschnittenen Gesicht sah er aber tatsächlich wie der Nachfahr eines Dogen aus.

„Kommt ihr mit uns?“ Bob hatte mitgekriegt, dass Renzo mit meinem Wagen vorausgefahren war.

„Angie kann mit euch kommen. Ich fahre mit Peter auf dem Motorrad.“

Das war Bob ohnehin lieber, denn so hatte er Angie für sich. Mein amerikanischer Cousin war bis über die Ohren in sie verliebt. Und das vom ersten Tag an, wo er sie bei mir getroffen hatte. Wobei er aber auf Angies Gunst nicht im Geringsten hoffen durfte. Ihr Herz gehörte einem anderem. Wer das war, das hatte sie bis jetzt noch nicht mal mir gesagt, ihrem innigsten Vertrauten.

Es war für mich nicht weiter verwunderlich, dass sich Bob nach ihr verzehrte. Bob war ein Verwandter mütterlicherseits, ein Cousin 2. oder 3. Grades (diese Dinge wusste ich nie so genau) und lebte mit seinen Eltern und zwei Schwestern auf einer hübschen Farm in Connecticut, mitten auf dem Land – in einer strenggläubigen Gemeinde, in der es sonntags nicht mal eine Dose Bier zu kaufen gab. Mit Frauen hatte er nicht viel Erfahrung, dafür sorgte die puritanische Strenge in diesem Teil meiner Verwandtschaft. Für ihn musste Angie tatsächlich etwas Besonderes sein, ein Wesen aus einer viel sinnesfroheren Welt, in das er sich prompt verknallte.

Damit war er nicht allein.

Ich kannte keine Frau, die Aufmerksamkeit und Begehren der Männerwelt so sehr auf sich zu ziehen vermochte wie Angie. Mit ihrem sinnlich vollen Mund, der kleinen Nase und den großen braunen Augen, alles eingerahmt von einer dunkelblonden Lockenpracht, und auch sonst von der Natur großzügig bedacht mit allen weiblichen Attributen, konnte sie fast jedem Mann den Kopf verdrehen.

Manchmal ertappte sogar ich mich dabei, dass ich andere Gefühle für sie hegte als jene eines ‚Lebensfreundes’. Diesen Terminus hatten wir für unsere Beziehung vor langer Zeit gewählt, in Anlehnung an den Aphorismus eines Schriftstellers, den ich mochte. Doch verflogen derartige Empfindungen rasch, und auch Angie schien sich für mich als Liebhaber nicht zu interessieren – wohl mit ein Grund, dass unser gutes Verhältnis bereits so viele Jahre währte, seit damals schon, als sie mit ihren Eltern ins Nachbarhaus gezogen war, ein Mädchen von nicht mal sechzehn Jahren. Ich war gerade in jene Anwaltskanzlei eingetreten, die ich einige Jahre später übernahm.

Peter kam herangeschlendert.

Er war unser Sonnyboy. Nichts auf der Welt konnte ihn traurig stimmen. Gestern hatte er den halben Abend damit zugebracht, die arme Ruth zu trösten. Obwohl er, wie ich wusste, selbst in großen Schwierigkeiten steckte.

Er hielt einen grün-weiß-roten Wimpel in der Hand, der an einem kurzen Stab befestigt war. Den musste er irgendwo entwendet haben.

Das brachte mich auf eine Idee:

„Gib mir dieses Ding!“

Ich nahm den Wimpel, stellte mich vor das Kirchenportal und schwenkte ihn heftig über dem Kopf.

„Heda, Leute! Aufgepasst!“

Zumindest jene, die es anging, schienen herzuschauen.

„In einer Viertelstunde brechen wir zum Hafen auf. Und damit ihn jeder findet, fahre ich mit Peter auf dem Motorrad voraus. Ihr müsst nur diesem Wimpel folgen.“

Es gab ein ausgelassenes Gehupe, als der Konvoi Richtung Hafen fuhr. Vorneweg auf dem schweren Motorrad Peter und ich. Mit einer Hand hielt ich mich an seiner Schulter fest, während ich mit der anderen den Wimpel schwenkte. Die Leute auf der Straße winkten uns zu, und als die Ampel einmal zu früh auf Rot gewechselt hatte, hielten sie ihre Autos an, bis wir über der Kreuzung waren.

Susanna weinte vor Freude, als sie das kleine Schiff sah, mit dem wir zur Hochzeitstafel fahren würden. Es war über und über mit Blumen und Girlanden dekoriert, und dutzende bunte Lampions hingen an von Bug bis Heck gespannten Schnüren. Die blieben dann gleich fürs Redentore-Fest.

Vor der Abfahrt gab es bei Giórgio und Soja eine Agape.

„Nimm dir etwas, Dottore! Mit Tullios müdem Kahn werden wir zwei Stunden bis zu Pepi brauchen.“ Renzo hielt mir einen Teller mit calamare fritti und sarde in saor hin. „Zu Trinken gibt es auch an Bord.“

„Das mit dem Schiff haben Sie wirklich wundervoll arrangiert, Signore Ballarin.“ Susanna drückte Renzo einen Kuss auf jede Wange.

Er lachte vergnügt. „Das war doch der Dottore.“

„Ich hätte nicht die Zeit dafür gehabt“, protestierte ich. „Und die richtigen Leute kenne ich hier schon gar nicht.“

„Wie dem auch sei. Ich bin jedenfalls wahnsinnig zufrieden mit euch beiden.“ Susanna küsste auch mich. Sie sparte heute nicht mit Küssen.

Es waren an die fünfzig Leute, die hier gute Laune zeigten. Selbst Ruth lachte. Sie und Angie gesellten sich zu uns. Bob stand zufrieden neben ihnen.

„Dein Cousin hat uns von Connecticut erzählt. Muss ja toll sein.“ Angie schenkte ihm ihr reizendstes Lächeln.

Ich nickte. „Am besten fahrt ihr hin und lasst euch alles zeigen.“

„Wenn es weiter derart schlecht mit meinem Singen geht, wandere ich sowieso aus.“ Ruth hatte zwei Mal Pech gehabt. Sie war vor drei Jahren mit ihrem Gesangsstudium am Mozarteum in Salzburg fertig geworden und hatte bald eine Anstellung als Sopranistin an einem Provinztheater bekommen. Trotz guter Kritiken war ihr Vertrag nicht verlängert worden. Man hatte ihr einen Protegé vorgezogen.

Was ihr mehr zu schaffen machte, war, dass sie bei einem renommierten Gesangswettbewerb nicht unter die ersten Drei gekommen war. Dieser Wettbewerb ermöglichte schon vielen Sängern den entscheidenden Karrieresprung. Deshalb hatte sie bei der Herfahrt auch die ganze Zeit geheult. Weder ich noch Angie oder Bob vermochten sie zu trösten. Erst beim Abendessen beruhigte sie sich, was aber allein Peters Verdienst war.

„Andiamo! Via! Wir müssen aufbrechen, wenn wir um drei essen wollen.“ Renzo, der zusammen mit dem Kapitän unseres Schiffs in der Küche verschwunden gewesen war, drängte zum Aufbruch. „Tullio ist zwar der Meinung, dass wir es in eineinhalb Stunden schaffen, aber das ist bei diesem alten Kahn fraglich.“

Tullio, der kaum Deutsch konnte, hatte dennoch mitbekommen, dass Renzo etwas Abfälliges über seinen geliebten Dampfer sagte. Nach einem kurzen Disput verzog er sich wutentbrannt auf diesen und läutete als Zeichen zum Aufbruch eine große Messingglocke. Sobald alle an Bord waren, stieg er zum Steuerhaus hinauf und ließ sich nicht mehr blicken.

Wir tuckerten die Fahrrinne entlang der Ponte della Liberta in Richtung Lido. Es war ein wunderschöner Tag für eine Schiffsfahrt, das Wasser der Lagune spiegelglatt. Ich hatte mich ans Heck gestellt und beobachtete die Wellen, die nach achtern auseinanderliefen. Die anderen Hochzeitsgäste standen vorne an der kleinen Bar oder auf dem Oberdeck, um die Aussicht auf Venedig und die Lagune zu genießen.

„Ist es nicht herrlich?“ Angie, die nach hinten gekommen war, hängte sich bei mir ein. Das tat sie immer, wenn sie sich freute, und ich in der Nähe war.

„Ich weiß nicht, wie oft ich da schon entlang gefahren bin, aber es gefällt mir noch genauso wie beim ersten Mal.“

Damals war ich ein kleines Kind, und Renzo fuhr mit uns zum Lido. Die großen Hotels mit den Strandkörben und Sonnenschirmen davor beeindruckten mich. Ein Urlaub dort war für meine Eltern unerschwinglich gewesen.

Für mich war das finanziell schon lange kein Problem. Manchmal stieg ich auch in einem der Hotels ab, und zwar im Excelsior. Das tat ich aber nur, wenn ich eine interessante weibliche Bekanntschaft gemacht hatte, der ich die Lagune zeigen wollte, und nicht gerade ferragosto war. Ansonsten kamen Renzo und ich nur hin und wieder auf einen Drink auf die große meerseitige Terrasse und genossen den Ausblick auf die Adria. Venedig selbst mieden wir so gut es ging.

So verbrachten wir, wenn ich nach Italien kam, die meiste Zeit damit, Renzos über die Lagune verstreuten Freunde zu besuchen, die meist Fischer oder Bauern waren. Die kannten nun auch mich schon viele Jahre und freuten sich, wenn sie mit mir plaudern konnten, bei einem Gläschen selbstgemachten Wein.

Touristen traf man dort kaum. Die waren mit der Stadt beschäftigt, um die wir einen Bogen machten, wenn wir von der Bootswerft in der Nähe von Giórgios Restaurant in die Lagune fuhren. Aber erst tranken wir bei ihm ein Glas Prosecco, manchmal mehr.

Ausgenommen von dem Bann war nur das Redentore-Fest. Sein alljährlicher Besuch bedeutete uns eine lange, liebgewordene Tradition. Das große Feuerwerk faszinierte mich seit Kindertagen, wo ich es zum ersten Mal von Renzos Boot aus sah, umgeben von hunderten anderen, mit bunten Lampions geschmückten Booten.

Und so fuhren wir noch immer jeden dritten Samstag im Juli ins Bacino di San Marco, das Boot meist vollgepackt mit Freunden, die extra wegen des Feuerwerks nach Venedig gekommen waren.

Diesmal würden Angie, Ruth und Peter, unser Sunnyboy, mit an Bord sein. Und natürlich Bob, mein amerikanischer Cousin. Für ihn - das hatte ich mir vorgenommen, sollte dieser Venedigaufenthalt etwas Besonderes werden. Es würde wohl der einzige in seinem Leben sein.

Deshalb hatten Renzo und ich seit Längerem geplant, ihn auf das Redentore-Fest mitzunehmen und ihm den Tag davor die Lagune mit dem Motorboot zu zeigen. Übernachten würden wir bei Agostino, einem Bauern. Dort zu schlafen hatte einen besonderen Reiz für mich, weil man trotz der Abgeschiedenheit die Glocken von San Marco hörte. Renzo war allerdings der Meinung, dass das gar nicht möglich sei, und es bestimmt die Glocken einer Kirche aus der näheren Umgebung waren.

Den Markusplatz und all die Sehenswürdigkeiten der Serenissima musste Bob sich dann allein erlaufen – Montagvormittag hatte ich einen wichtigen Termin in der Kanzlei.

Auch diese Hochzeit war von mir nicht eingeplant gewesen. Die Einladung dazu hatte sich erst vor ein paar Wochen ergeben, als Susanna und Michael sich spontan zum Heiraten entschlossen. Es sollte in Venedig und noch im Juli geschehen, weshalb ich ihnen anbot, meinen alten venezianischen Freund Renzo um seine Mithilfe bei den diversen Vorbereitungen zu ersuchen. Natürlich half er gerne. Für eine Hochzeit in Venedig war es zu spät, doch gefiel ihnen die Kirche in Mestre, die er als Alternative vorschlug. Ich kannte sie, da es gleich ums Eck jeden Mittwoch und Freitag einen Markt gab, den ich gern besuchte. Märkte haben es mir schon immer angetan.

So war ich vier Tage vor dem Redentore-Fest nach Italien gefahren, zusammen mit Angie und Bob. Auch Ruth war mitgekommen. Sie und Peter waren ebenfalls zur Hochzeit eingeladen. Peter fuhr aber lieber mit dem Motorrad.

San Michele glitt vorbei.

„Das hier ist die Friedhofsinsel“, sagte Angie zu Bob, der zu uns ans Heck gekommen war. Ich hatte mich schon gewundert, dass er es so lange ohne sie aushielt. „Da kann uns Renzo morgen herfahren. Ist bestimmt interessant.“

Renzo, der eben die Treppe zum Oberdeck hinaufsteigen wollte, schüttelte missbilligend den Kopf. „Auf einem Friedhof haben junge Leute nichts verloren“, meinte er. „Die gehören auf den Lido.“

„Dort hinzufahren ist sowieso die bessere Idee. Da können wir auf der Terrasse von Tommys Lieblingshotel einen Cocktail trinken. Zuerst fahren wir aber zu meinem Freund, dem Boxer.“

Angies Vorschlag gefiel mir. Ich wollte schon länger wieder einmal nach Malamocco fahren. Dort hatte sich seit meinem letzten Besuch angeblich viel getan. Und im Lokal des Boxers ging es immer lustig zu, besonders, wenn Angie dabei war.

„Außerdem können wir dann gleich um den Lido herumfahren.“ Das liebte sie besonders, weil es auf dem offenen Meer kein Tempolimit gab. „So sieht Bob den herrlichen Strand und die Hotels vom Boot aus.“

„Ich bin mir nicht sicher, ob sich das alles ausgehen wird.“

„Wir haben doch jede Menge Zeit.“

„Du weißt, wie schnell hier ein schöner Sommertag vergeht.“

Angie war schon oft mit mir hierhergekommen. Manchmal nahm sie sogar ihren aktuellen Lover mit, wohl um meine Meinung über ihn herauszufinden. Doch enthielt ich mich immer jeden Kommentars - mit ein Grund dafür, dass wir uns so gut verstanden.

„Was wir in der Lagune morgen machen werden, kann man heute noch nicht wissen.“

Renzo plante nie voraus. Die Route würde sich im Lauf des Tages ergeben und hing vom Wetter ab, das sich schnell ändern konnte.

Das Schiff fuhr um die Isola di San Elena herum und tuckerte dann den Lido entlang.

„Jetzt muss ich aber zu Tullio. Er soll doch singen.“ Renzo stieg zum Steuerhaus hinauf.

„Und wir trinken noch ein Glas Prosecco an der Bar!“ Angie war sichtlich aufgeregt. Diese Hochzeit war ganz nach ihrem Geschmack.

Ich schüttelte den Kopf. „Mir reicht es momentan. Der Tag ist noch lange.“

„Komm, Bob! Dann gehen eben nur wir beide.“

Ich beugte mich Backbord über die Reling. Der Fahrtwind tat gut.

Eben fuhren wir an einer Schiffshaltestelle vorbei.

Ein paar halbwüchsige Mädchen winkten uns. Einige Hochzeitsgäste winkten zurück. Peter beugte sich über das rückwärtige Geländer des Oberdecks und schwenkte lachend seinen grün-weiß-roten Wimpel.

Er war ein Bild von einem jungen Mann. Die Mädchen lagen ihm zu Füßen. Doch war er schwul und machte sich nichts aus ihnen.

Dessen ungeachtet wusste er mit Frauen blendend umzugehen, verstand es auch meisterhaft, sie zu trösten. Das hatte sich erst gestern Abend gezeigt.

Und so war er bei der Damenwelt sehr beliebt, auch wenn die wusste, dass er für sie nicht zu erreichen war.

Ich mochte Peter ebenfalls.

Abgesehen davon waren mir die sexuellen Notwendigkeiten eines Menschen immer schon egal gewesen, genau wie seine kulturellen oder religiösen – so er mich damit zufrieden ließ.

Auch Renzo konnte Peters fröhliche und angenehme Art gut leiden und freute sich, wenn er mit in die Lagune kam.

Nur Angie begegnete ihm mit einer gewissen Reserviertheit. Das kam wohl daher, dass sie es überhaupt nicht vertrug, wenn man ihrer Weiblichkeit nicht die geziemende Reverenz erwies.

In der Kleinstadt, in der Peter aufgewachsen war, galt Schwulsein immer noch als Schande. Deshalb war er mit 20 von dort fortgegangen, anstatt in den Betrieb der Eltern einzutreten. Die setzten ihn aber auch so gehörig unter Druck, da sie seine Veranlagung nicht zur Kenntnis nahmen und endlich eine Schwiegertochter und Enkelkinder haben wollten, damit die Zukunft ihrer Wurstfabrik gesichert war. Peter zog ein unsicheres Dasein in der Großstadt vor, versuchte sich in allen möglichen Berufen. Zuletzt hatte er zusammen mit seinem langjährigen Freund ein Jazzlokal geführt. Doch vor ein paar Monaten wurde es zugesperrt, da sie sich zerstritten hatten.

Michael kam ans Heck. Er stellte sich neben mich an die Reling.

Er war ein netter Kerl, träumte von einer Karriere als Architekt, während Susanna Japanologie studierte. Doch würde es bei ihr noch etwas dauern. Sie und Michael zählte ich zu meinen besten Freunden. Ich wünschte mir, die beiden nie in der Kanzlei zu sehen.

„Mit dem Wetter haben wir großes Glück. Dienstag hat es hier noch geschüttet.“

„Um diese Zeit hält sich der Regen meist nicht lange. Hat es Susanna bis jetzt gefallen?“

„Und wie! Das mit dem geschmückten Schiff ist wirklich eine großartige Idee von Herrn Ballarin gewesen.“

„Schade, dass ihr damit nicht auch gleich aufs Redentore fahrt.“

„Geht leider nicht. Wie du weißt, will mein Chef nächste Woche selbst auf Urlaub gehen. Da gibt es vorher noch einiges zu besprechen. Es war schon sehr entgegenkommend von ihm, mir diese drei Tage freizugegeben. Außerdem käme es zu teuer.“

Renzos Stimme klang plötzlich aus den Bordlautsprechern.

„Attentione, signore et signori! Kapitän Tullio möchte unserem Brautpaar ein Ständchen bringen. Ich bitte um Aufmerksamkeit.“

Also hatte Tullio sich beruhigt.

Er war ein schon älterer und äußerst reizbarer Herr, der nicht nur unser Kapitän, sondern auch der Eigner dieses sowie zweier weiterer Ausflugsschiffe war. Gleichzeitig war er eingefleischter Kommunist, ein Paradox, das ihm in der Lagune aber niemand übelnahm. Nur hänselte man ihn deshalb gern, was ihn immer furchtbar wütend machte.

Wenn Tullio bei guter Laune war, gab er gerne das eine oder andere Lied zum Besten. Er hatte eine wunderschöne Tenorstimme, obgleich er immer von sich behauptete, er wäre ein Bariton. Renzo war der Meinung, dass er das bloß tat, um eine Ausrede zu haben, falls er mit dem hohen C mal nicht zu Rande kam und zog ihn damit auf, was Tullio auch sehr zornig werden ließ. Renzo konnte sehr sarkastisch sein.

Michaels Vater gesellte sich zu uns.

„Jetzt verstehe ich, warum du deine freien Tage so gerne in dieser Lagune verbringst, Thomas. Im Sommer ist es hier wirklich toll.“

„Nicht nur im Sommer.“ Mir waren Frühjahr und Herbst lieber.

„Ich freue mich, dass es Michael und Susanna dank deiner Hilfe mit dem Heiraten so gut getroffen haben. Wie du weißt, waren wir Alten eher skeptisch.“

„Für das schöne Wetter kann ich nichts.“

„Die Lieder von unserem Capitano passen jedenfalls perfekt dazu.“

Gerade hatte Tullio ein venezianisches Volkslied angestimmt, das auch die Gondoliere sangen, um ihr Trinkgeld aufzubessern. Ab der zweiten Strophe war auch Renzos Stimme aus dem Lautsprecher zu hören.

„Dein Freund singt auch nicht schlecht“, meinte Michaels Vater anerkennend. „Hier ist tatsächlich jeder ein kleiner Caruso.“

„Fast jeder“, rückte ich seine Vorstellungen von der italienischen Gesangeskunst zurecht.

„Komm, Paps! Hören wir uns die beiden aus der Nähe an.“

Michael und sein Vater stiegen zum Oberdeck hinauf. Ich blieb unten, denn ich wusste, dass die zwei Sänger im Lauf des Tages noch einiges zum Besten geben würden.

Das Schiff fuhr nahe der Ufereinfassung in Richtung Pellestrina. Sie war aus großen Steinen gefügt. Von der Betriebsamkeit, die zu dieser Jahreszeit in manchen Teilen des Lido herrscht, war hier nichts zu spüren. Gleich hinter der steinernen Böschung hatte man Bäume gepflanzt, und auf der anderen Seite der ruhigen Uferstraße standen zumeist rot gefärbte, mehrstöckige Häuser.

Steuerbord konnte man jetzt Sacca Sessola sehen. San Servolo und San Clemente lagen bereits hinter uns.

Ich ging nach vorn, um mir etwas zu Trinken zu holen. Es war ja noch ein gutes Stück zu fahren.

Angie, Bob und Ruth standen am Bug.

Sie waren bester Laune.

Angie lachte mich an:

„Ruth und ich haben beschlossen, dass wir nach dem Redentore-Fest mit Bob in Venedig bleiben. Im Gegensatz zu ihm kennen wir uns da ein bisschen aus. Anschließend fahren wir mit der Bahn nach Hause.“

Das war typisch Angie. Ich hoffte nur, dass mein Cousin nicht die falschen Schlüsse daraus zog. Sonst war er später noch trauriger als es ohnehin der Fall sein würde.

Peter ließ sich geschmeidig vom Oberdeck zu uns heruntergleiten. Er war der sportlichste meiner Freunde, kletterte ständig in Felswänden herum oder fuhr mit dem Motorrad alleine durch die Wüste. Auch das Paragleiten beherrschte er perfekt. Alles Dinge, die mir nicht geheuer waren.

„Was heckt ihr da gerade aus?“

„Wir wollen Tommys Cousin nach dem Redentore-Fest Venedig zeigen“, erklärte ihm Ruth. „Kommst du mit?“

„Keine Zeit. Sonntag Nachmittag treffe ich ein paar Kletterfreunde in Cortina. Wir möchten eine längere Tour in den Dolomiti machen. Das Wetter ist ideal.“

„Schade.“ Ruth war die einzige von den Dreien, die über seine abschlägige Antwort traurig war. In den Gesichtern der beiden anderen bemerkte ich Erleichterung. Obwohl die Gründe dafür konträre waren: Bob freute es bestimmt, dass er keinen Konkurrenten hatte, und Angie, die wusste, dass Peter gar kein solcher war, mochte wohl gerade deshalb nicht die Zeit mit ihm verbringen. Bis zum Redentore-Fest war es ohnedies nicht zu vermeiden.

Marion und Elisabeth kamen engumschlungen an den Bug. Sie betrieben zusammen eine Galerie. Manchmal kaufte ich ein Bild bei ihnen. Auch für Susanna und Michael hatte ich eines gekauft.

Ich stellte ihnen Bob vor. „Das ist Bob, mein amerikanischer Cousin. Er macht eine Europareise.“

„Nett, Sie kennenzulernen. Wo leben sie denn in den Staaten?“

„Connecticut.“

Das interessierte Marion nicht besonders. Ihr und Elisabeths größter Traum war schon immer eine hippe Galerie down-town in New York gewesen.

„Bobs Eltern haben da eine Farm. Nach dem, was er Ruth und mir erzählt hat, muss es dort fabelhaft zu leben sein.“ Angie sah ihn strahlend an. Irgendwann musste ich sie bitten, ihm den Kopf nicht noch weiter zu verrücken. Schließlich fuhr er bald nach Hause. Ohne sie.

Doch so war Angie: Mit Männern, die ihr Herz an sie verloren hatten, trieb sie ein kokettes Spiel, sie selbst verliebte sich aber immer nur in einen von den anderen. Was dann jedes Mal zu einer schmerzlichen Enttäuschung führte.

Zu gerne hätte ich gewusst, wer ihr neuer Lover war, doch wollte sie es mir partout nicht sagen. Dabei war sie gerade erst drei Wochen mit ihm fort gewesen. Wahrscheinlich war es wieder jemand, der letztendlich doch woanders unabkömmlich war und das Verhältnis schließlich löste. Die nächste Liebeskatastrophe schien schon programmiert zu sein. Spätestens dann würde sie mir ihr Geheimnis offenbaren. Ich drängte sie nicht.

Poveglia glitt Steuerbord an uns vorbei. Zwei Drittel der Strecke hatten wir geschafft. Tullias Schiff war doch kein lahmer Kutter. Wobei es auf dieser Seite des Lidos meist ohnehin nicht erlaubt war, schneller als vier oder sieben Knoten zu fahren. Die Polizia Lagunare lauerte überall, und eine Übertretung der zulässigen Geschwindigkeit kam teuer.

Susanna beugte sich über das Geländer. „Tommy, komm bitte herauf! Mein Vater möchte ein Foto von dir und Herrn Ballarin machen, gemeinsam mit uns.“

„Ihr entschuldigt mich.“

Ich zwängte mich an der gut besetzten Bar vorbei nach hinten und stieg die schmale Treppe zum Oberdeck hinauf.

Susannas Vater war beim Fotografieren immer aufgeregt. Er hatte einen hochroten Kopf, was bestimmt nicht nur von der Sonne kam, und ich überlegte kurz, ob sich unter den Hochzeitsgästen ein Arzt befand. Immerhin hatte man ihn schon am Herzen operiert.

Auch unser Capitano kam aufs Foto. Renzo hatte darauf bestanden. Wahrscheinlich wäre Tullio sonst eingeschnappt gewesen. Gerade, als wir Malamoccos kleinen Hafen passierten, war die Aufnahme geschafft. Susannas Vater brauchte immer lang für seine Bilder.

Ich stieg wieder nach unten.

Am Heck, direkt neben der Treppe, stand Bernd mit Tina und einer anderen, mir unbekannten jungen Frau. Er studierte Jus im letzten Abschnitt. Manchmal half er mir in der Kanzlei, da er Anwalt werden wollte. Doch war ich der Meinung, dass er für den Notariatsberuf besser geeignet war. Für einen guten Anwalt fand ich ihn zu behäbig. Irgendwann würde ich ihm das sagen. Selbst auf die Gefahr, dass er dann böse auf mich war. Was aber kaum der Fall sein würde, denn er war die Gutmütigkeit in Person. Tina, seine Freundin, nutzte das reichlich aus. Sie studierte Kunstgeschichte, dasselbe Fach, mit dem auch Angie sich seit Jahren mühte. Daher kannten wir einander.

„Das ist Tommy, Klarissa. Der berühmte Anwalt, bei dem Bernd sich manchmal nützlich machen darf.“

Ich schüttelte ihr die Hand. „Glauben sie ihr nicht. Es gibt in der Stadt viel bekanntere als mich.“

Klarissa hatte einen Kurzhaarschnitt, was ich bei Frauen eigentlich nicht mochte. Dennoch fand ich sie attraktiv.

„Und sie haben bestimmt mit Kunstgeschichte zu tun.“

„Manchmal schleppt mich Tina auf eine Ausstellung mit.“ Ihre Stimme hatte ein angenehmes dunkles Timbre.

„Klarissa ist Assistentin an einer Uni-Klinik und arbeitet gerade an ihrer Habilitation. Wir haben im gleichen Studentenheim gewohnt, gemeinsam mit Susanna.“

„In welcher medizinischen Sparte machen Sie sich denn nützlich?“

„Immunologie.“

„Soviel ich weiß, handelt es sich dabei um die Verträglichkeit oder Unverträglichkeit von menschlichen Zellen.“

Sie lachte. „Unter anderem.“

„Das ist doch auch dein Metier, Tommy.“ Tina hatte gleich bemerkt, dass mir ihre Freundin gefiel. Sie war eine passionierte Kupplerin. Und auf mich hatte sie es besonders abgesehen. Sie teilte Angies Groll über meine Einstellung in Liebesdingen. Im Gegensatz zu ihr schien sie aber zu hoffen, mich eines Bessren zu belehren. Leicht möglich, dass es kein Zufall war, dass die drei hier an der Treppe standen.

„Ich habe nur mit den Unverträglichkeiten zu tun.“

„Was auch in der Immunologie der interessantere Part ist.“

„Ich habe Klarissa erzählt, dass wir diese schöne Schiffsfahrt dir verdanken.“

„Wie ich hörte, verbringen Sie jede freie Minute in der Lagune.“

„Das nun auch nicht. Aber wenn ich mich ein paar Tage freimachen kann, komme ich meistens hierher.“

„Wird es nicht langweilig, immer an denselben Ort zu fahren?“

„Nicht hier.“

„Sie müssen mir unbedingt darüber erzählen.“

„Ihr könnt euch ruhig duzen.“

Tina wollte sichtlich, dass wir uns näherkamen. Dagegen war nichts einzuwenden.

„Ich bin Thomas. Meine Freunde sagen Tommy zu mir.“

Klarissa lächelte. „Ich heiße Klarissa. Kosenamen hab ich keinen.“

„Jetzt müsst ihr euch noch küssen!“ Tina ging unser ‚Einandernäherkommen‘ anscheinend nicht schnell genug.

Ich beschloss, ihre Anweisung für einen investigativen Kuss zu nutzen. Rasch zog ich Klarissa an mich. Ihr Körper fühlte sich warm und fest an, und was das angenehmste war: trotz der Hitze schwitzte sie nicht. Einen Herzschlag lang berührten sich unsere Zungenspitzen, dann schob sie mich schelmisch lächelnd von sich. Reflexartig musste ich an eine bestimmte Suite im Excelsior denken. Man würde sehen. In amourösen Angelegenheiten hielt ich es wie Renzo: Ich plante nie voraus.

Das Schiff drosselte das Tempo, obwohl wir erst in Höhe von Alberoni waren. Ich beugte mich Steuerbord über die Reling und blickte nach vorne: Ein großer Tanker schob sich durch den Porto di Malamocco in die Lagune.

„Wo will denn der hin?“ Klarissa hatte sich neben mich gestellt. Ich fühlte den sanften, aber bestimmten Druck ihrer Hüfte. Jetzt war ich mir sicher, dass sie sich mit Tina abgesprochen hatte.

„Nach Marghera. Dort gibt es eine Raffinerie.“

„Da stinkt es immer fürchterlich.“

Angie war ans Heck gekommen. Sofort hängte sie sich bei mir ein. Ihr Hang zur Eifersucht galt auch für Lebensfreunde. „Warum ist Max nicht mitgekommen, Klarissa?“

Also kannten sich die beiden.

„Ich habe mich von ihm getrennt. Und wo ist dein Diego?“

„Davongeflogen.“ Angie konnte manchmal entwaffnend ehrlich sein.

Klarissa verstärkte den Druck auf meinen Oberschenkel. Dieser Punkt ging klar an sie. Diego war Angies letzte unglückliche Liebschaft gewesen. Ein spanischer Flugkapitän mit dem Aussehen und dem stolzen Blick eines Toreros. Der aber an jeder Destination, die er anflog, wenigstens eine Geliebte hatte und in Madrid dazu noch Frau und Kind. Weshalb dieses Verhältnis schon bald zur Katastrophe wurde. Vor ein paar Monaten war es endgültig zu Bruch gegangen. Mit dem üblichen Ach und Weh. Aber zu solchen Typen fühlte sich Angie nun mal magisch hingezogen. Ob auch der jetzige dieser Spezies zuzurechnen war? Irgendwann würde ich es erfahren.

Ich machte mich von den beiden Frauen frei. Für Eifersüchteleien war ich momentan nicht aufgelegt.

„Ich werde mal nach Renzo schauen. Wir sind gleich da.“

Ich stieg nochmals aufs Oberdeck.

Das Schiff hatte wieder Fahrt aufgenommen. Backbord glitt der letzte Zipfel des Lidos mit dem Torre dei Piloti und dem Faro della Rocchetta vorbei. Jenseits des Porto di Malamocco sah man Pellestrina. Eine der Fähren, die den Verkehr zwischen den beiden schmalen Inseln aufrecht hielten, kam uns entgegen. Sie tutete laut.

Renzo und Tullio standen voller Eintracht hinter dem Steuerrad.

Ich schüttelte Tullio die Hand. Wir hatten uns noch nicht begrüßt.

„Wie geht es, Capitano?“

„Es könnte besser sein.“ Tullio war ein alter Schwerenöter. „Und Ihnen?“

„In der Lagune immer gut.“

„Dann müssen sie öfter kommen, Dottore.“

„Leider lässt das meine Arbeit nicht zu.“

Tullio nickte verständnisvoll. „Schrecklich!

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