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Pacinos Killer-Garde: Ryland #3

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Pacinos Killer-Garde: Ryland #3

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Further Reading: 10 Marshal Western August 2016

Also By Horst Friedrichs

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Ein weiteres Attentat auf Ryland Logistics ist geplant – diesmal ist es ein heimtückischer Sprengstoffanschlag. Aber zum Glück können das Pat O´Neill, der Werkstattleiter und Jim Sherman verhindern. Dass die Mafia dahintersteckt, weiß Jim bereits, aber es scheint noch einen weiteren Unbekannten zu geben. Jemand, der bisher noch nicht offen in Erscheinung getreten ist, sondern stattdessen eine falsche Spur gelegt hat. Jim Sherman und sein Partner Bob Washburn sind fest entschlossen, einen dritten Anschlag zu verhindern. Sie ermitteln auf eigene Faust und finden schließlich heraus, wer der Verantwortliche ist. Dabei geraten sie aber selbst in große Gefahr ...

Der Frühnebel hatte sich noch nicht verzogen. Die Gebäude der Ryland Logistics Company sahen aus wie in Watte verpackt. Die Trucks, die im Freien standen, hatten stumpfe Farben vom Tau, der Chrom, Lack und Glas überzog.

Pat O'Neill öffnete die Tür in einem der großen Werkstatttore. Der Geruch von Diesel und Schmieröl, schon auf dem Hof deutlich, verstärkte sich. Pat schaltete Licht ein und ließ die Tür hinter sich zuklappen.

Pat hatte Zeit für den Rundgang durch sein Reich. Dadurch behielt er den Überblick. Es gab keinen Reparatur- oder Wartungsauftrag, den er nicht kannte. Die Ordnung, die in den einzelnen Werkstattbereichen herrschte, war ein Spiegelbild von Pat O’Neills Arbeitsauffassung.

Gleich vorn, hinter Tor A, standen noch die Kisten, die gestern Abend von Brooks, Atkinson & Sons angeliefert worden waren. Ersatzteile. Zwei komplette Kenworth-Hinterachsen, Getriebe, Kupplungen, Kleinkram. Die Kisten, zwischen Tor und Arbeitsgrube nach Größe sortiert, waren säuberlich verschlossen und beschriftet, wie man es gewöhnt war. Brooks, Atkinson & Sons belieferten die RL, die Ryland Logistics, seit es diese gab. Und das war seit 30 Jahren der Fall. Damals hatte Luke Ryland seinen ersten eigenen Truck erworben und sich selbständig gemacht.

Pat O’Neill notierte in seinem Hinterkopf, dass sich einer der Jungs zu allererst auf die Ersatzteile zu stürzen hatte. Das Lager wurde jeden Tag auf Vordermann gebracht. Einer von Pats ehernen Grundsätzen.

Der untersetzt gebaute Mann mit der speckigen Schirmmütze auf dem schlohweißen Haarschopf setzte seinen Inspektionsgang fort. Der dunkelgrüne Overall, den er an diesem Morgen trug, war frisch gereinigt, gestärkt und gebügelt. Er fühlte sich unwohl darin. Es fehlten die Flecken von Getriebeöl und die Spritzer von Reinigungsbenzin, die Pat ein halbes Truckerleben lang mit sich spazieren getragen hatte und nicht mehr missen mochte.

Er marschierte um die Freightliner-Zugmaschine herum, die über Grube B stand. Die Werkzeugwagen, mit den Namen der Monteure gekennzeichnet, standen in Reih und Glied, der jeweilige Inhalt sauber geordnet. Nirgendwo in den Gruben lagen Putzlappen, alte Zündkerzen, Dichtungen oder sonstiger Krempel herum. Der Mann mit dem groben, doch gutmütig wirkenden Gesicht grinste. Sein Haufen spurte. Für seine Jungs war er wie eine Mutter der Kompanie. Sie schätzten das, und sie hielten sich an die Disziplin. Für Quertreiber war kein Platz. Solche Typen manövrierten sich selber in die Ecke, und bevor sie es richtig mitkriegten, wären sie draußen.

Ein Geräusch ließ Pat O’Neill verharren.

Er horchte.

Es hatte sich wie ein leises Scharren angehört, als ob sich jemand bemühte, lautlos zu gehen, dabei aber nicht richtig aufpasste. Doch da war nichts mehr. Nur Stille, in der man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Pat kratzte sich am Hinterkopf. Langsam drehte er sich um. Nirgendwo rührte sich etwas, nirgendwo hatte sich etwas verändert Er hätte es sofort bemerkt, wenn auch nur ein Schraubenschlüssel nicht mehr an seinem Platz lag.

Hölle und Teufel! Fing er auf seine alten Tage an, Gespenster zu sehen?

Nein. Wachsamkeit war angebracht nach allem, was geschehen war. Irgendein Schweinehund hatte es auf die Firma abgesehen, wollte den alten Ryland fertigmachen. Man konnte gar nicht vorsichtig genug sein.

Pat ergriff die Mütze am Schirm, rückte sie zurecht und setzte seinen Weg fort.

Die Schwerlast-Hebebühne am Ende der Werkstatthalle war noch frei. Dort sollte heute Larry Frenchs Kenworth aufgebockt werden. Mississipi Maggot, Mississipi-Grille, nannte Larry sein dunkelgraues Geschütz, das jetzt mit eingedrückter Schnauze und unter Folie abgedeckt auf dem Freigelände stand.

Larrys Kenworth war als Mordwerkzeug gegen Luke Ryland eingesetzt worden. Von einem gottverdammten Gangster, der inzwischen selbst ins Gras gebissen hatte. Zum Glück sah es nicht so aus, als ob der Boss sterben würde. Er war schon ein paar Mal wieder bei Bewusstsein gewesen, drüben im South Texas Medical Center.

Pat warf einen kurzen Blick in das Ersatzteillager. Dann kehrte er an der anderen Hallenseite, wo es ebenfalls Rolltore gab, zum Eingangsbereich zurück.

Der Gedanke an den Attentats-Kenworth fraß sich in Pat fest. Nur flüchtig streifte sein Blick die Kisten von Brooks, Atkinson & Sons. Er würde den „Maggot“ lediglich untersuchen und ein Gutachten über die entstandenen Schäden herstellen. Die endgültige Entscheidung lag bei Luke. Der alte Ryland musste schließlich bestimmen, ob der .Truck, mit dem er fast umgebracht worden wäre, weiterhin in seinem Fuhrpark rollen sollte.

Und Curtis, der Lumpenhund, das nahm Pat O’Neill sich fest vor, würde kein Bein mehr auf die Erde kriegen, wenn er versuchen sollte, sich in diese Sache einzumischen.

Die kleine Tür in Tor A wurde in kurzen Abständen geöffnet und klappte hell scheppernd wieder zu. Männer in den gleichen dunkelgrünen Overalls wie O’Neill steuerten auf den Aufenthaltsraum zu. Sie begrüßten Pat winkend und gut gelaunt. Das Betriebsklima in der Werkstatt wurde als einsame Spitze eingestuft. Die Trucker erkannten das neidlos an. Nur in den Offices, wo Nolan Curtis mitregierte, wünschte sich so mancher geduckte Clerk, ähnlich harmonische Arbeitsverhältnisse zu haben, wie sie in O’Neills Mannschaft herrschten.

Nach und nach füllten sich die Sitzreihen. Pat hatte sein Schreibbrett mit den aufgeklemmten Auftragslisten vor sich und schickte die Teams los, die komplett waren. Lageberichte wurden so kurz wie möglich gehalten. Pat O’Neill schätzte ebenso wenig wie seine Männer Papierkrieg und lange Berechnungen. Deshalb lief die morgendliche Arbeitseinteilung in Minutenschnelle ab. Mit dem Auspacken der Kisten von Brooks, Atkinson & Sons beauftragte Pat einen Lehrling. Anwesend waren nur noch die vier Männer, die den Attentats-Truck untersuchen sollten. Mit ihnen würde er unmittelbar zusammenarbeiten, da er es sich vorbehalten hatte, das abschließende Schadensgutachten selbst aufzustellen.

Es waren erfahrene Männer, denen er diesen Job übertragen hatte. Sie besaßen diesen Instinkt, den man brauchte. Selbst den feinsten Haarriss in der Bremsleitung witterten sie noch mit untrüglicher Nase. Wie Pat O’Neill selbst.

„All right“, sagte er und legte sein Klemmbrett beiseite. „Ich will, dass ihr nichts überstürzt. Lasst euch Zeit mit dem Maggot. Erst der alte Ryland entscheidet ...“

Er wurde unterbrochen.

Die Tür flog auf und krachte gegen die Wand. Der Junge, der hereinstürmte, war schlank und schwarzhaarig. Joaquin Mendoza, ein aufgeweckter Bursche. Drittes Lehrjahr.

„Sir!“, rief er, noch während er auf Pat und die anderen zulief. Er keuchte. „Mr. O’Neill! Die Kisten!“

Pat zog ruckartig die Brauen hoch. Mit einer Handbewegung ließ er die Männer zur Seite treten. Joaquin blieb schweratmend vor ihm stehen. Er suchte nach Worten.

„Was ist los, Junge?“, knurrte Pat ungeduldig.

„Sir, ich ... ich wollte gerade anfangen ... hab’ mir gerade die erste Kiste vorgenommen, da merkte ich, dass der Deckel lose ist.“

Pat O’Neills Haltung spannte sich jäh.

„Welche Kiste?“, stieß er hervor. „Raus damit, Junge!“

„Eine von den Getriebekisten, Sir.“ Joaquin atmete noch einmal tief durch und beeilte sich dann. Er fing erst jetzt vollends an zu begreifen, was seine Entdeckung bedeuten konnte. „Ich habe den Deckel abgehoben. Die Kiste war leer.“

„Weitere Kisten geöffnet?“

„Nein, Sir.“

„Raus!“, rief Pat und wandte sich ruckartig um. „Raus mit euch!“ Er brüllte es, während er schon zur Tür rannte.

Nur Sekunden brauchte er bis zu seinem Office, dem Glaskasten, von dem aus er die Halle überblicken konnte. Er schaltete die Sirene ein, die sonst nur als Pausen- und Feierabendsignal benutzt wurde. Er sah, wie die Männer zusammenzuckten, von ihrer Arbeit hochfuhren. Ihnen allen steckte noch in den Knochen, was Pat den Attentatsschock nannte. Seit dem Mordversuch an Luke Ryland und den weiteren Geschehnissen rechnete jeder in der Company ständig mit neuen Anschlägen.

O’Neill packte das Mikro und schaltete den Lautsprecher ein. Seine Stimme dröhnte durch die Werkshalle.

„Alarm! Alle Mann raus, ins Freie! Deckung suchen!“ Sein Blick fiel auf die Kisten, ganz vorn in seinem Gesichtsfeld. Neben der leeren Getriebekiste lag der Deckel. Pat wiederholte seine Anweisung.

Die Männer reagierten sofort, ließen alles stehen und liegen und rannten los.

Pat O’Neill rief die Secutonio-Wache per Funk.

„Wache. Patrolman Pete Jordan. Over.“

„Pete“, sagte Pat rasch. „Mach den Laden dicht! Vor allem das Haupttor! Sieht so aus, als ob wir bin fremdes Ei im Nest haben.“

„Verstanden. Over und Ende.“

*

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PAT O’NEILL SCHNAPPTE sich ein Walkie-Talkie und verließ sein Office im Eilschritt. Mit einem Blick überzeugte er sich, dass der Aufenthaltsraum leer war. Joaquin Mendoza war ein gottverdammter Glückspilz, dass gleich die erste Kiste, die er angefasst hatte, die richtige gewesen war.

Pat betrat die Halle und knipste das Walkie-Talkie an. Zwei davonlaufende Männer in Overalls sah er noch. Dann dröhnte das Zuklappen der Stahltür durch die Weite des Gebäudes. Der bullige Werkstattleiter setzte langsam einen Fuß vor den anderen. Er hob die Sprechmuschel des Funkgeräts an die Lippen. Gleichzeitig nahm er jedes Detail in sich auf. Nichts hatte sich seit seinem Rundgang verändert. Doch er konnte nicht alles sehen, das wusste er. Einige Trucks und die mächtigen Stahlgerüste von den Hebebühnen verwehrten ihm teilweise die Sicht.

Er näherte sich der vorderen Arbeitsgrube. Vielleicht lag das Ei da unten, in der Schwärze des Schattens. Pat nahm sich vor, erst einmal die Grubenbeleuchtung einzuschalten. In jeder Grube. Natürlich, sagte er sich, indem er sich in die Lage so eines verfluchten Einschleichers zu versetzten versuchte – die Gruben waren der beste Platz für Bomben. Man konnte kaum ein besseres Versteck für die Dinger finden. Dass es um Bomben ging, bezweifelte Pat keine Sekunde lang.

„Wache“, sagte er halblaut. „Wache für Werkstatt. Kommen!“

„Hier Wache“, schepperte Pete Jordans Stimme. „Zum Teufel, wo steckst du? Deine Leute stehen vollzählig hinter der Waschhalle, und die Schreibtischtäter haben wir hinter das Officegebäude gescheucht. Wenn du glaubst, dass du den Helden spielen ...“

„Halt die Luft an Pete“, knurrte O’Neill. „Du bist für deinen Verein zuständig, okay? Und dies ist die Werkstatt. Hier weiß ich Bescheid. Und wenn es eine Bombe gibt, dann finde ich sie. Verlass dich drauf.“

„Kommt nicht in Frage!“, sagte Pete Jordan scharf. „Ich habe Spezialisten angefordert. Was jetzt auf dem Gelände abläuft, bestimme ich. Ich bin der Wachhabende, ich trage die Verantwortung. Klar? Du verlässt die Werkstatt durch die Tür im A-Bereich. Wenn du nicht in zehn Sekunden draußen bist, lasse ich dich rausholen. Verstanden?“

Pat O’Neill schnappte nach Luft. „Bist du verrückt?“, knurrte er. „Du kannst mir doch nichts vorschreiben!“

„Ich kann, Pat. Ich muss es sogar. Zehn Sekunden! Over und Ende.“ Es knackte im Gerät.

Pat starrte das Walkie-Talkie wütend an. Jetzt drehten sie alle durch. Sogar Pete Jordan spielte verrückt. Ausgerechnet Pete, der sonst immer so besonnen war. Das Attentat auf Luke Ryland hatte er schließlich beinahe verhindern können. Wenn die Secutonio-Männer nur an der richtigen Stelle gewesen wären, hätte es auch geklappt.

Leise fluchend schaltete Pat das Gerät aus, schob es in die Brusttasche seines Overalls, machte kehrt und stapfte auf die Tür zu. Fast bedauerte er es nun, Alarm ausgelöst zu haben. Bestimmt hätte er die Sache allein in den Griff gekriegt. Werkstatt absuchen lassen, den Einschleicher schnappen und eventuell ein bisschen nachhelfen, damit er ausspuckte, wohin er das Ei gelegt hatte. Das wäre alles gewesen.

Pat O’Neill trat ins Freie. Und erschrak.

Pete Jordan hatte die ganz großen Geschütze aufgefahren.

Die dunklen Uniformen der Secutonio-Männer beherrschten das Bild. In Zweier-Gruppen schwärmten sie aus, von links, von Haupttor und Wache her, über den Hof zwischen Werkstatt und Truck-Hallen auf das Freigelände zu. Sie trugen Helme statt der Dienstmützen. Dazu schusssichere Westen. Und Maschinenpistolen und stummläufige Riot Guns.

Seit dem Attentat auf den Firmenchef waren die Wachmänner nervös. Pat O’Neill sah sich den waffenstarrenden Aufmarsch an. In der Haut des Einschleichers mochte er nicht stecken. Dass der Kerl sich irgendwo verkrochen hatte, stand für Pat fest. Entweder in der Werkstatt oder schon draußen. Deshalb hatte er Pete Jordan veranlasst, das Haupttor zu schließen und den ganzen Laden dicht zu machen. Ein Kinderspiel, denn das gesamte Gelände war von einem Doppelzaun umgeben. Die Maus saß in der Falle.

Die Patrolmen, die der Werkstatt am nächsten waren, winkten ihm zu. Es war eine befehlende Geste, keine freundliche Aufforderung.

Pat nickte und gab mit einem Handzeichen zu verstehen, dass er gehorchen würde.

Er setzte sich in Bewegung und wollte nach links, zur Gebäudeecke, als es passierte.

Drei Trucks mit Sattelauflieger standen bereits in Warteposition Richtung Haupttor. Trucker und Shotguns hatten die Fahrerhäuser verlassen und waren in Deckung gegangen.

Die Hecktür des dritten Aufliegers schwang plötzlich auf.

Pat erstarrte, glaubte seinen Augen nicht zu trauen.

Ein Kerl sprang aus dem Laderaum. Einer, der garantiert nicht zur Mannschaft gehörte. Schwarzer Overall, knallrote Basketballstiefel. Federnd landete er auf dem Beton, sah sich gehetzt um und sprintete los.

Pat brüllte Alarm, als der Kerl noch den ersten Satz machte.

Die Uniformierten wirbelten herum. Schrotläufe und MPi-Läufe wiesen schlagartig in eine Richtung.

Der Overallmann rannte mit federnder Elastizität. Er beging nicht den Fehler, sich unmittelbar neben den Trucks zu halten. Haken schlagend stürmte er auf die Ausfahrt zu.

Pat O’Neill beeilte sich, hinter der Gebäudeecke Deckung zu suchen.

Schüsse krachten. Schrotkugeln krachten auf den Beton. Zu kurz. MPi-Garben rissen Auflieger-Seitenwände auf. Der Overallmann schien unverschämtes Glück zu haben. Er war schneller und wendiger als ein Hase. Das allein rettete ihn für einen Moment. Aber nur für den Moment. Es konnte nur noch eine Frage von Sekunden sein, bis die Guardsmen ihn erwischten.

Pat sah es kommen, wie er ohnehin alles auf dem Präsentierteller sah. Sein Blick wanderte zum rotweißen Schrankenbalken. Jäh sträubten sich seine Nackenhaare.

Ein silbergrauer Mercedes 500 SE rollte auf die Schranke zu, von der Seguin Street her.

Der Fliehende erkannte seine Chance im selben Atemzug. Er schenkte sich das Hakenschlagen und rannte direkt auf die Mercedesschnauze zu.

Auf einen Schlag verstummten die Schüsse.

*

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HINTER DER GETÖNTEN Windschutzscheibe des Mercedes war Nolan Curtis kaum zu erkennen. Aber er saß dort und rührte sich nicht. Und keiner der Wachmänner riskierte es, auch nur eine Kugel in seine Richtung zu schicken. Dabei hätte jeder ihm liebend gern ein Stück heißes Blei auf den Pelz gebrannt. Und in der gesamten Ryland Logistics Company gab es wohl niemanden, der das nicht insgeheim begrüßt hätte.

Beinahe lässig flankte der Bombenleger über die Schranke.

Der Mercedes war eben zum Stehen gekommen. Curtis schaffte es nicht mehr, die Zentralverriegelung zu betätigen. Mit einem Satz war der Mann neben der Fahrertür und riss sie auf. Spätestens in diesem Moment musste auch der Secutonio-Mann im Glaskasten der Schrankenwache begriffen haben, dass gegen den Fliehenden nichts mehr auszurichten war.

Der Overallmann langte in den Wagen, zog Curtis heraus und hielt ihm die Automatik unter die Nase.

Bleich wie die Wand stand Sharkey hinter der offenen Mercedestür. Der Gangster legte ihm den linken Unterarm vor die Kehle und drückte ihm mit der Rechten die Pistole ins Gesicht. Die Laufmündung grub eine tiefe Mulde in Curtiss Wange.

„Keiner rührt sich!“, brüllte der Mann im schwarzen Overall. „Kommt mir einer zu nahe, kriegt euer smarter Sonnyboy die erste Kugel!"

Die Männer in der Secutonio-Uniform gehorchten. Der Wachmann im Glashaus riskierte es nicht einmal, unauffällig das Funkgerät .einzuschalten und einen kurzen Lagebericht an Pete Jordan im Wachraum durchzugeben.

Was die Geiselnahme betraf, machte sich niemand etwas vor. Der Gangster wusste, dass ihm der Zufall einen wichtigen Mann in die Hände gespielt hatte. Ein kleiner Angestellter fuhr keinen Mercedes 500 SE. Dieser elegant gekleidete Bursche mit dem glatten Jungengesicht musste eine große Nummer sein.

Und er sah clever genug aus, um zu wissen, dass sein Bezwinger ihn nicht sofort töten würde. In der augenblicklichen Situation bedeutete es für den Geiselnehmer das Todesurteil, die einzige Geisel umzubringen.

Die Männer auf dem Hof sahen Nolan Curtis zum ersten Mal ohne diesen harten Glanz in den Augen, die meist voller falscher Freundlichkeit waren. Curtis hatte Angst. Er musste damit rechnen, dass niemand auf ihn Rücksicht nahm. Denn niemand konnte ihn leiden kein Secutonio-Mann und keiner aus O’Neills Mannschaft.

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