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Rückkehr nach Afrika?

1. KAPITEL

„Du willst mich ins Irrenhaus stecken?“ Fassungslos starrte Leonie Gregor an.

„Ich mache mir Sorgen um dich.“ Er war fest davon überzeugt, dass sie einen zweiten Selbstmordversuch plante. „Und deshalb möchte ich, dass du in ein Krankenhaus gehst. Nur für ein paar Tage. Da gibt es geschultes Personal. Die kümmern sich um dich und …“

„Vergiss es!“, fiel sie ihm ins Wort.

„Es ist nur zu deinem Besten“, seufzte er. „Vielleicht bist du mir irgendwann dankbar, wenn ich dich jetzt vor dir selbst schütze.“ Er musterte sie bekümmert.

„Zum letzten Mal!“, fauchte Leonie. „Ich habe deine verdammten Schlaftabletten nicht!“

„Na gut. Du lässt mir keine andere Wahl.“ Mit gequälter Miene zog er sein Handy aus seiner Tasche. „Ich bin dein Arzt. Komm bitte freiwillig mit mir mit. Oder ich muss dich einweisen lassen.“ Er begann, eine Nummer einzutippen.

Sprachlos vor Entsetzen sah sie ihn an.

„Jetzt schickt unser lieber Herr Doktor Leonie wahrscheinlich gerade in die Klapse“, sagte André Konopka indes triumphierend.

„Und was haben wir davon?“, wollte Fiona, seine Komplizin und Geliebte, wissen.

„Sehr viel“, erwiderte der Chefkoch grinsend. „Denn ich werde derjenige sein, der sie da rausholt. Weil ich beweisen werde, dass sie die Tabletten nicht geklaut hat. Und dreimal darfst du raten, wer dann ihr großer Freund ist. Ihr Held. Der, dem sie in Zukunft all ihre Geheimnisse anvertrauen wird.“

„Du bist ja ein ganz durchtriebener Bursche“, versetzte Fiona ironisch.

„Wenn du das sagst, kann es nur ein Kompliment sein“, gab er lächelnd zurück.

„Wie schön, dass wir uns so gut verstehen.“ Verführerisch zog sie ihn an sich und gab ihm einen Kuss.

Doch er löste sich von ihr. „Nicht jetzt.“ Die Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Glaub mir, ich würde nichts lieber, als mit dir … Aber ich muss los.“ Er griff nach seiner Jacke. „Das Timing muss stimmen. Sonst kann ich die ganze Sache vergessen.“ Damit ließ er sie allein.

Und wenn sie ehrlich war, kränkte es sie sehr, dass er sie zurückgewiesen hatte.

André erwischte Leonie und Gregor am Hintereingang des „Fürstenhofs“. Gregor bat seine Exfreundin gerade, in seinen Wagen zu steigen.

„Halt! Stopp!“, rief Werners Bruder schon von Weitem. „Was ist hier los?“

„Er behauptet, ich hätte wieder Schlaftabletten geklaut“, antwortete Leonie bitter.

„Wie bitte?“ Der Chefkoch gab sich entgeistert.

„Und jetzt soll ich in die Geschlossene“, erklärte sie mit finsterer Miene. „Wenn nötig, mit Polizeigewalt.“

„Leonie, bitte …“ Gregor wirkte sichtlich erschöpft. „Ich bringe dich ins Krankenhaus. Das ist alles.“

„Aber warum?“, schaltete sich André nun ein.

„Leonie braucht Hilfe“, sagte Gregor. „Ärztliche Hilfe.“

André runzelte die Stirn und tat so, als würde er angestrengt nachdenken. „Ich weiß nicht, ob es etwas zu bedeuten hat …“, begann er zögerlich. „Drüben beim Westflügel, da habe ich vorhin so einen jungen Typen gesehen. Der saß da und hat irgendwelche Tabletten in sich hineingestopft.“

„Das ist doch absurd!“ Gregor schnaubte verächtlich.

„Ich habe ihn gefragt, was das soll!“, fuhr der Chefkoch ungerührt mit seiner Lügengeschichte fort. „Er meinte, das wären nur ein paar Beruhigungspillen. Nichts Hartes.“

„Keiner außer Leonie hätte unbemerkt an die Pillen kommen können!“, hielt Gregor dagegen.

„Aber ich habe sie nicht genommen!“, beteuerte Leonie erneut. „Wie oft soll ich das noch sagen?“

„Schluss jetzt! Wir fahren!“ Energisch drängte er sie, endlich einzusteigen.

„Herr Doktor, Sie machen einen Fehler!“ André sah ihn eindringlich an. „Keine Sorge“, sagte er und wandte sich Leonie zu. „Ich hole dich da raus. Versprochen.“

Gregor startete den Wagen.

Ein nachdenkliches Lächeln umspielte Andrés Mundwinkel, als er dem Auto nachblickte.

Und noch jemand hatte die Szene beobachtet: Samia. Sie befürchtete das Schlimmste. Wenn Gregor Leonie dazu zwang, mit ihm ins Krankenhaus zu fahren – dann konnte das eigentlich nur eines bedeuten …

„Was war denn da vorhin auf dem Parkplatz los?“ Samia musste Gregor einfach fragen, als sie ihn später im Personalraum traf.

Doch Gregor winkte nur erschöpft ab.

„Du hast Leonie weggebracht …“, beharrte sie. „Gegen ihren Willen …“

„Ja, das habe ich. Sie musste ins Krankenhaus. Und du kannst mir glauben – in meinem ganzen Leben ist mir noch nie etwas so schwergefallen.“

„Aber … warum?“

„Leonie hat schon wieder Schlaftabletten aus meiner Praxis gestohlen!“, platzte er heraus. „Und nachdem sie gestern schon einmal versucht hat, sich umzubringen … Ich hatte einfach keine andere Wahl.“ Verzweifelt fuhr er sich mit gespreizten Fingern durchs Haar. „Ich musste sie zur Beobachtung ins Krankenhaus bringen! Zu ihrem eigenen Schutz!“

„Gab es wirklich keine andere Lösung?“, fragte Samia vorsichtig.

„Wenn Sie mir die Tabletten wenigstens wiedergegeben hätte!“, erwiderte er aufgewühlt. „Ich habe ja versucht, mit ihr zu reden. Aber nein – sie hat alles abgestritten. Und jetzt hasst sie mich …“

Nicht nur Leonie tat Samia schrecklich leid. Auch Gregor … Das musste furchtbar gewesen sein für ihn. Immerhin bedeutete Leonie ihm viel. Er hatte es sich mit der Trennung sicher nicht leicht gemacht. Und dann musste ausgerechnet er sie einweisen lassen. Gegen ihren Willen … Nur damit sie sich nichts antat. Samia hoffte ehrlich, dass Leonie schnell einsah, dass Selbstmord keine Lösung war. Egal, wie ungerecht und schwierig das Leben manchmal auch sein konnte – es ging doch immer irgendwie weiter.

Joshua Obote wollte gerade seinen Zimmerschlüssel an der Rezeption entgegennehmen, als ein stechender Schmerz seinen Kopf durchfuhr. Unwillkürlich zuckte er zusammen. Halt suchend legte er seine Hand auf den Empfangstresen und schloss gequält die Augen.

„Herr Obote, ist alles in Ordnung?“, fragte Alfons erschrocken.

Joshua winkte ab.

„Warten Sie, ich helfe Ihnen.“

„Nicht nötig“, knurrte Joshua.

„Von wegen!“, platzte der Portier heraus. „In Ihrem Zustand können Sie jede Hilfe gebrauchen!“

Joshua stutzte und sah seinem Gegenüber fragend ins Gesicht. Erst in dem Moment begriff Alfons, dass er sich verplappert hatte.

„Herr Gruber hat es Ihnen erzählt“, stellte Joshua vorwurfsvoll fest.

„Bitte, regen Sie sich nicht auf.“ Alfons war die Situation sichtlich peinlich.

„Natürlich rege ich mich auf! Er hatte mir schließlich versprochen, keinem von meiner Krankheit zu erzählen.“

„Er hat es nur mir verraten“, wollte der Portier ihn beruhigen. „Wirklich. Ich bin sein bester Freund. Und Johann … Herr Gruber brauchte unbedingt jemanden, mit dem er darüber sprechen konnte.“

Joshua wirkte trotzdem skeptisch.

„Bitte, machen Sie sich keine Sorgen“, fuhr Alfons fort. „Nur ich weiß davon. Und ich kann schweigen.“ Er lächelte. „Das ist mein Beruf.“

„Was ist mit meiner Frau?“, hakte Joshua nach. „Und Samia?“

„Die wissen nichts“, entgegnete Alfons. „Und von mir werden sie es auch nicht erfahren.“

„Na gut …“ Joshua entschied sich dafür, dem Portier Glauben zu schenken. „Dann vielen Dank für Ihr Verständnis.“

„Bei allem Respekt …“ Alfons klang plötzlich merklich kühler. „Aber von Verständnis kann keine Rede sein. Sie erzählen Ihrer Frau und Ihrer Tochter nicht, dass Sie todkrank sind. Tut mir leid, aber das halte ich für falsch. Vor allem Samia sollten Sie die Wahrheit sagen.“

Fassungslos starrte Joshua ihn an – was erlaubte sich Alfons, so mit ihm zu reden?

Doch der Portier war nicht mehr zu bremsen. „Wenn Sie zu einer Person eine neue Beziehung aufbauen wollen, dürfen Sie ihr eine so wichtige Sache nicht verschweigen.“

„Was wissen Sie denn schon?“, herrschte Joshua ihn an.

„Ich habe einmal den gleichen Fehler gemacht“, gab Alfons zur Antwort. „Und beinahe sehr teuer dafür bezahlt.“

Joshua hatte Alfons einfach stehen gelassen.

Aufgewühlt eilte er ins Restaurant, wo Vera und die Anwälte schon auf ihn warteten.

Zwischen Rosi Zwick und Alois Pachmayr schien sich in der Zwischenzeit einiges getan zu haben – der Bürgermeister hing an den Lippen seiner Kollegin und nutzte jede Gelegenheit, ihr Komplimente zu machen. Doch Rosi Zwick wirkte nicht unbedingt so, als wäre sie besonders begeistert von ihrem neuen Verehrer.

„Frau Obote, Herr Obote …“, begrüßte sie die beiden Mandanten nun. „Mein Kollege und ich haben heute noch einmal überlegt, wie wir in Ihrem recht ungewöhnlichen Fall weiter verfahren wollen.“ Sie wandte sich an Joshua. „So, wie es aussieht, besteht Ihre Frau darauf, im Falle einer Scheidung kein Geld von Ihnen zu wollen.“

„Genau“, bestätigte Vera.

„Während Sie der Scheidung nur zustimmen, wenn Ihre Frau die eventuellen Millionen aus dem Verkauf des Diamanten annimmt“, fuhr die Anwältin fort.

Joshua nickte.

„Verstehen muss man das nicht unbedingt“, sagte Rosi kopfschüttelnd. „Aber … das soll nicht mein Problem sein. Unser Vorschlag: Wie wäre es, Herr Obote, wenn Sie den Anteil, den Sie eigentlich für Frau Obote vorgesehen haben, stattdessen Ihrer Tochter geben würden?“

Joshua und Vera tauschten einen überraschten Blick.

„Eine solche Lösung sollte eigentlich in Ihrer beider Interesse sein, oder nicht?“, fragte Rosi Zwick.

„Dann wäre für Samia gesorgt …“, murmelte Vera. „Ja, ich glaube, damit wäre ich einverstanden. Joshua?“

Ihr Mann wich ihrem forschenden Blick aus. „Ich … würde mir die Sache gern noch einmal durch den Kopf gehen lassen“, erklärte er.

„Wieso?“, wollte sie wissen. „Was passt dir nicht daran?“

„Ich finde die Idee ja auch gut“, seufzte er. „Aber das ist eine wichtige Entscheidung. Da würde ich einfach gern noch eine Nacht drüber schlafen.“

Genervt verdrehte Vera die Augen.

Pachmayr hatte im Augenblick auch nichts vorzubringen. Er war viel zu beschäftigt damit, seine Kollegin verliebt anzuschmachten.

„Ich muss Sie unbedingt sprechen!“ Zu Gregors großer Verwunderung stürmte André Konopka in seine Sprechstunde. „Es ist wegen Leonie. Sie hat die Tabletten nicht gestohlen!“

„Wie ich schon sagte“, erwiderte Gregor müde,„nur sie konnte unbemerkt in meine Praxis kommen und …“

„Sie war es nicht!“, unterbrach André ihn. „Und ich kann es beweisen. Draußen vor der Tür steht der richtige Dieb.“ Gregor starrte ihn fassungslos an. Doch Werners Bruder rief bereits einen jungen Mann ins Zimmer. Ungeduldig schob er den Jungen zum Schreibtisch. „Los, sag dem Doktor, was du getan hast!“

„Ich war’s“, gab der Junge widerwillig zu. „Ich habe Ihre Tabletten geklaut.“

„Aus meinem Medikamentenschrank?“, fragte Gregor entgeistert. „Das kann nicht sein!“

„Doch. Und es war gar nicht so schwer“, erklärte der vermeintliche Dieb und grinste breit. „Ich bin einfach schnell rein und habe mir die Dinger gegriffen. War ja keiner da. Und die Schlaftabletten waren okay. Zum Chillen genau richtig.“

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll …“ Es dauerte eine Weile, bis Gregor seine Sprache wiedergefunden hatte.

Mit strenger Miene reichte André ihm den Telefonhörer. „Wie wäre es mit einem Anruf im Krankenhaus?“, knurrte er. „Oder wollen Sie immer noch behaupten, dass es richtig war, Leonie einzuweisen?“

Gregor nahm den Hörer entgegen und wählte die Nummer des Krankenhauses. Den Jungen hatten die beiden in der Zwischenzeit hinausgeschickt. Und während Gregor nun mit dem zuständigen Arzt sprach, hörte André ihm aufmerksam zu.

„Leonie kann das Krankenhaus sofort verlassen“, erklärte Gregor, nachdem er aufgelegt hatte. „Die Kollegen sorgen für einen Wagen, der sie zurückbringt.“ Er seufzte gequält. „Wie konnte das nur passieren?“ Dass er die Situation so falsch eingeschätzt hatte, machte ihm zu schaffen. Wie hatte es so weit kommen können?

„Ziemlich dumm gelaufen“, bestätigte André, der innerlich triumphierte – sein Plan war voll und ganz aufgegangen.

„Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll“, sagte Gregor nun. „Wenn Sie nicht so gut aufgepasst hätten … Wie konnte ich Leonie nur so unrecht tun?“

„Kann es vielleicht sein, dass Sie bei dieser Sache ein paar Dinge durcheinandergebracht haben?“, fragte der Chefkoch. „Ihr Urteil als Arzt … Und das so kurz nach Ihrer Trennung von Leonie. Da kann schon mal etwas schiefgehen.“

Gregor nickte betroffen.

„Passen Sie bloß auf, dass Ihnen so etwas nicht noch einmal passiert!“

„Ich kapiere einfach nicht, wie dieser Kerl in meine Praxis kommen konnte …“ Überfordert rieb Gregor sich die Stirn. „Ich bin sicher, dass ich immer abgeschlossen habe.“ Er bemerkte nicht, dass ein süffisantes Lächeln auf Andrés Gesicht erschienen war.

„Leonie!“ André hatte in der Lobby gewartet, um der Erste zu sein, der Leonie begrüßte. Sie wirkte sichtlich mitgenommen. „Wie schön, dass du wieder da bist!“, heuchelte er. „Ich habe mir solche Sorgen gemacht!“ Väterlich schloss er sie in die Arme. „Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass ich diesen Bengel noch schnappen konnte.“

„Der, von dem du erzählt hast?“, entgegnete sie verwundert.

„Er hat zugegeben, dass er die Tabletten geklaut hat“, berichtete er.

„Dann habe ich es also dir zu verdanken, dass ich so schnell entlassen wurde?“

Voller Dankbarkeit sah sie ihn an. Doch er winkte nur bescheiden ab.

„Danke“, flüsterte sie. „Vielen Dank. Das werde ich dir nie vergessen.“

„War doch klar, dass du kein Fall für die Geschlossene bist“, sagte er.

Vor Rührung schossen ihr Tränen in die Augen.

Und André begriff, dass er sie genau da hatte, wo er sie haben wollte. Von nun an würde sie ihm blind vertrauen.

Hildegard, die ebenfalls von Leonies Selbstmordversuch und der Klinikeinweisung wusste, kümmerte sich am Abend rührend um ihren Schützling. In der Dachkammer kochte sie Leonie eine kräftige Gemüsesuppe. Und es machte ihr Spaß, endlich mal wieder jemanden so richtig umsorgen zu können.

„Sie sind so nett“, bedankte sich Leonie. „Überhaupt, ich habe noch nie in meinem Leben so viele liebe Menschen getroffen wie hier am ‚Fürstenhof‘. Auch wenn einige mich sehr enttäuscht haben …“

Just in dem Moment klingelte es an der Tür. Hildegard ging öffnen und erblickte Gregor, der einen kleinen Blumenstrauß in der Hand hielt.

„Ach, der Herr Doktor“, sagte sie kühl. „Gerade haben wir von Ihnen gesprochen.“

„Was willst du?“ Leonie war zur Tür gekommen. Sie nickte Hildegard freundlich zu und gab ihr damit zu verstehen, sie kurz mit Gregor allein zu lassen.

„Mich bei dir entschuldigen“, antwortete Gregor zerknirscht. „Ich kann dir gar nicht sagen, wie leid es mir tut …“

„Spar dir deine Entschuldigungen!“, unterbrach sie ihn. „Jetzt weiß ich wenigstens, was ich von dir zu halten habe. Mir ist klar geworden, wer hinter mir steht. Und wer nicht.“

Betroffen sah er zu Boden.

„War’s das? Ich würde jetzt gerne essen.“

Er nickte traurig. Und ohne ein weiteres Wort ging er.

„Warst du nicht doch ein bisschen zu hart zu ihm?“, fragte Hildegard vorsichtig. Sie hatte jedes Wort mit angehört. „Ich hatte den Eindruck, dass ihm die ganze Sache schrecklich leidtut.“

„Er hat behauptet, ich hätte ihm einen Selbstmordversuch vorgespielt!“, empörte sich Leonie. „Nur um ihn unter Druck zu setzen. Und dann hat er mich im Krankenhaus in die geschlossene Abteilung gesperrt. Das werde ich ihm nie vergessen. Niemals!“

Am nächsten Morgen traf Leonie im Park auf Werner Saalfeld.

Auch der Senior hatte gehört, was passiert war, und regte sich furchtbar darüber auf. „Ich kann das gar nicht glauben! Wollte Doktor Bergmeister dich wirklich gegen deinen Willen in die Klinik bringen?“

„Wenn es nach Gregor ginge, säße ich jetzt in der geschlossenen Abteilung“, bestätigte sie bitter. „Dieses Krankenhaus … Das war ein einziger Albtraum. Für ein paar Stunden dachte ich, ich komme da nie wieder raus.“

„Keine Sorge“, erwiderte er. „Ich hätte dich schon rausgeholt.“

„Ein Glück, dass ich hier so viele liebe Menschen habe“, sagte sie und lächelte dankbar. „Frau Sonnbichler ist ein Engel. Und ohne deinen Bruder würde ich noch immer im Krankenhaus sitzen. Er hat mir sofort geglaubt. Und was für ein Glück, dass er diesen Kerl geschnappt hat, der die Tabletten geklaut hat.“

„Ja, tatsächlich. André ist ein richtiger Held …“

Leonie bemerkte den Unterton in Werners Stimme. „Wieso sagst du das so komisch?“

„Na ja, ein bisschen überrascht war ich schon … Dass ausgerechnet er sich so für dich engagiert …“

„Du schätzt ihn völlig falsch ein“, erwiderte sie. „Dein Bruder ist der netteste und hilfsbereiteste Mensch, der mir seit Langem begegnet ist.“

„Redest du wirklich von meinem Bruder André?“

Vorwurfsvoll sah sie ihn an.

Doch seine Zweifel waren längst nicht ausgeräumt.

Zur gleichen Zeit berichtete André am Hintereingang des Hotels seiner Komplizin Fiona, wie weit er bisher bei Leonie gekommen war.

„Du hättest sehen sollen, wie Leonie mich angestrahlt hat“, erzählte er und grinste zufrieden. „Ich bin jetzt so etwas wie ihr großer Bruder. Nicht mehr lange, und sie wird mir ihre Anteile am ‚Fürstenhof‘ hinterherwerfen.“

„Aber was genau hast du jetzt vor?“, wollte Fiona neugierig wissen. „Was ist dein Plan?“

„Ich habe noch keinen“, gab er zu und küsste sie schnell auf die Wange.

„Hey …“ Sie mussten aufpassen – schließlich durfte niemand wissen, dass sie beide inzwischen ein Paar waren.

„Mach dir keine Sorgen“, fuhr André nun fort. „Leonie frisst mir aus der Hand. Ich muss nur ihren Schwachpunkt finden. Dann schlage ich zu.“

Die beiden tauschten einen intensiven Blick. Und mit einem Mal konnten sie sich nicht länger beherrschen – leidenschaftlich fielen sie einander in die Arme und küssten sich.

Plötzlich waren Schritte zu hören. Erschrocken fuhren André und Fiona auseinander. Simon war auf dem Weg zu den Mülleimern. Als er sie sah, nickte er ihnen knapp zu und ging dann wieder.

„Ob er gesehen hat, wie wir …“ André runzelte die Stirn.

„Nein, bestimmt nicht.“ Doch so sicher, wie sie sich anhörte, war Fiona nicht.

Werner hatte beschlossen, seinem Bruder in Sachen Leonie noch einmal auf den Zahn zu fühlen.

„Ich wollte mich bedanken“, begann er harmlos. „Für das, was du für Leonie getan hast. So viel Engagement hätte ich dir gar nicht zugetraut.“

„Da staunst du, was?“, erwiderte André lächelnd. „Dein Bruder ist gar nicht so schlecht, wie du immer denkst. Weißt du, die Kollegen hier sind für mich wie meine zweite Familie … Wenn einer von denen Probleme hat, dann muss ich helfen, das geht gar nicht anders.“

„Seit wann bist ausgerechnet du der große Menschenfreund?“, wollte der Senior misstrauisch wissen. „Und für Familie hast du dich noch nie interessiert.“

„Wie gesagt, du kennst mich nicht“, versetzte André scheinbar gekränkt.

„Schluss mit dem Blödsinn!“, fuhr Werner ihn an. „Jetzt sagst du mir mal die Wahrheit: Was soll das ganze Theater? Willst du etwas von Leonie?“

Empört schüttelte sein Bruder den Kopf. „Schon mal etwas von Nächstenliebe gehört?“

„Das ist doch ein Fremdwort für dich“, konterte Werner.

„Was bist du doch armselig …“ André ließ ein bitteres Lachen vernehmen. „Anstatt mich zu verdächtigen, solltest du dir lieber mal deinen Hausdoktor vorknöpfen. Der scheint seine Praxis nämlich überhaupt nicht im Griff zu haben.“

Argwöhnisch musterte Werner ihn. Was hatte er vor?

2. KAPITEL

Joshua hatte sich noch immer nicht zu dem Vorschlag geäußert, sein Vermögen mit Samia zu teilen.

„Das ist mal wieder typisch!“, ereiferte sich Johann. „Erst spielt er den großen Ehrenmann, und wenn es darauf ankommt, kneift er. Hat er nicht gesagt, wie wichtig Samia ihm ist? Und trotzdem will er ihr das Geld nicht geben.“

„Er hat doch noch gar nicht gesagt, dass er gegen den Vorschlag ist“, wandte Vera ein.

„Ich weiß nicht, was es da groß zu überlegen gibt“, knurrte er. „Ich hätte sofort zugestimmt.“

„Du bist eben nicht Joshua.“ Sie lächelte. „Zum Glück.“

„Der spielt nur auf Zeit“, vermutete Johann. „Solange ihr euch mit der Scheidung rumquält, kann er immer noch mit dir zusammen sein.“

„Keine Sorge“, versicherte sie. „Dieser Albtraum ist bald vorbei.“

In dem Moment klingelte es an der Tür, und Rosi Zwick kam herein.

„Ich will nicht lange stören“, begann die Anwältin. „Ich habe nur gerade mit Ihrem Mann gesprochen. Er ist mit Ihrem Vorschlag einverstanden.“

„Tatsächlich?“ Ein Lächeln erstrahlte auf Veras Gesicht.

„Wenn der Diamant verkauft ist, soll Ihre Tochter die Hälfte des Erlöses bekommen“, bestätigte Rosi Zwick. „Aber Herr Obote besteht auf einer Bedingung … Er will, dass Ihre Ehe da endet, wo sie begonnen hat: in Uganda.“

Vera brauchte einen Moment, um zu begreifen, was das bedeutete. „Heißt das, ich soll nur für die Scheidung extra nach Afrika fliegen?“, fragte sie tonlos.

Ihre Anwältin nickte.

Und Johann schnaubte wütend. „Was habe ich dir gesagt?“, knurrte er. „Dem Kerl fällt immer wieder etwas Neues ein.“

„Kannst du mir verraten, was das soll?“ Vera funkelte ihren Noch-Ehemann zornig an. „Eine Scheidung in Uganda?“

„Ich finde … das Leben ist wie ein großer Bogen“, erwiderte Joshua zögerlich. „Und bestimmte Dinge sollte man dort beenden, wo man sie angefangen hat.“

„Verschone mich bitte mit deiner Philosophie!“, entgegnete sie aufgebracht. „Du willst doch nur die Scheidung hinauszögern!“

„Ja, es stimmt“, seufzte er unglücklich. „Ich würde alles tun, um die Scheidung zu verhindern. Ich will, dass ihr mit mir nach Uganda kommt, du und Samia. Ich will zusammen mit euch in Afrika leben.“

Vera fehlten die Worte.

„Vera, ich liebe dich“, beteuerte er nun. „Die ganze Zeit habe ich nie aufgehört, dich zu lieben. Und ich habe nie aufgehört zu hoffen, dass du wieder zu mir zurückkommst.“

„Warum willst du es nicht endlich verstehen?“ Sie war der Verzweiflung nahe. „Es gibt keine Zukunft für uns! Vergiss dieses Hirngespinst mit der Scheidung in Afrika!“

„Dann hätte ich dich noch eine Weile bei mir“, sagte er traurig. „Und Samia vielleicht auch. Selbst wenn ihr anschließend wieder nach Deutschland geht …“

„Ich verstehe das nicht“, erwiderte sie erschöpft. „Du akzeptierst, dass wir nicht mehr bei dir leben wollen. Aber trotzdem sollen wir noch einmal mit nach Uganda? Warum?“

„Ich … ich habe meine Gründe.“

„Was für Gründe denn?“, wollte sie irritiert wissen.

Er schwieg und senkte den Blick.

„Joshua, was ist los?“, drängte sie. „Was verbirgst du vor mir?“

„Ich möchte nicht darüber reden“, sagte er, sah sie an und straffte die Schultern. „Nicht jetzt.“

Und sie musste einsehen, dass es keinen Zweck hatte, weiter in ihn zu dringen.

Am Mittag sprach sie noch einmal mit Johann über ihre Unterhaltung mit Joshua.

„Was meint er nur damit? Er habe seine Gründe … Hast du irgendeine Ahnung, was das bedeuten soll?“ Fragend blickte sie Johann an.

Johann zuckte unwillkürlich zusammen. „Ich … ich kenne ihn doch gar nicht so gut.“ Er schluckte nervös. „Und weißt du, wenn wir uns jetzt über deinen Mann unterhalten, dann rege ich mich auf. Das ist nicht gut.“

Verwirrt sah sie ihn an.

Johann fühlte sich alles andere als wohl – aber er konnte ihr doch nicht sagen, dass Joshua sterben würde …

„Herr Saalfeld? Sie wollten mich sprechen?“ Werner hatte Gregor in sein Büro rufen lassen.

„Ich würde gern mit Ihnen über die Vorfälle von gestern reden“, begann der Senior kühl.

„Ein Glück, dass ich mit meinem Verdacht bei Leonie danebenlag“, entgegnete Gregor sofort.

„Darüber bin ich auch froh.“

„Für Leonie muss es schrecklich gewesen sein“, räumte Gregor ein. Er machte sich die schlimmsten Vorwürfe. „Das hätte mir niemals passieren dürfen.“

„Es ehrt Sie, dass Sie in diesem Punkt so aufrichtig sind“, entgegnete Werner. „Aber eigentlich wollte ich über etwas anderes reden. – Wie kann es sein, dass praktisch jeder an Ihren Medikamentenschrank kommt?“

„Wie bitte?“, entfuhr es dem erschrockenen Gregor.

„Sie haben ganz klar gegen Ihre Sorgfaltspflicht verstoßen!“, hielt Werner ihm vor. „So etwas darf einfach nicht passieren.“

„Herr Saalfeld, das stimmt nicht!“, begehrte Gregor auf.

„Und wie ist dieser Junge dann an Ihre Tabletten gekommen?“, donnerte der Senior.

„Das wird noch zu klären sein.“ Gregor bemühte sich um einen sachlichen Ton. „Aber bei allem Respekt – das geht Sie nichts an. Sie sind mein Vermieter. Und nicht mein Vorgesetzter.“

„Es geht mich schon etwas an, wenn die Gäste hier im Park demnächst über Drogentote stolpern. Aber Sie haben recht – ich bin nur Ihr Vermieter. Und als solcher kann ich das Mietverhältnis kündigen. Was ich hiermit auch tue. In vier Wochen sind Sie mit Ihrer Praxis aus dem ‚Fürstenhof‘ ausgezogen.“

Fassungslos starrte Gregor Werner an. „Sie werfen mich raus? Einfach so?“, keuchte er.

„Herr Doktor Bergmeister, Sie haben viel für mich und meine Familie getan …“, setzte Werner an.

„Ich habe Ihnen das Leben gerettet!“, erinnerte Gregor ihn.

„Und so schwer es mir auch fällt … das ist jetzt leider nicht der Punkt“, fuhr Werner fort. „Aus Ihrer Praxis sind starke Barbiturate entwendet worden. Eine solche Schlamperei geht einfach nicht. Der ‚Fürstenhof‘ hat einen Ruf zu verlieren.“

„So etwas wird nie wieder passieren …“

„Weil Ihr Gastspiel in diesem Haus beendet ist“, fiel Werner ihm ins Wort. Die Stimme des Seniors klang hart. „Ich bin gerne bereit, Ihnen zu helfen, andere Räumlichkeiten zu finden …“

„Warum machst du denn so ein Gesicht?“ Samia, die auf dem Weg zur Arbeit war, hatte im Park des „Fürstenhofs“ Gregor getroffen. Und natürlich war ihr nicht entgangen, in welch furchtbarer Verfassung er war.

„Ich habe keine Lust, darüber zu reden.“

Samia schluckte. „Ich wollte nur nett sein“, gab sie gekränkt zurück.

„Die Sache geht dich nichts an!“, knurrte er.

„Warum lässt du deine schlechte Laune an mir aus?“, fragte sie vorwurfsvoll. „Ich habe dir nichts getan.“

Gequält schloss er die Augen und atmete tief durch. „Hast ja recht …“, gab er schließlich zögerlich zu. „Sorry. Es ist nur … Der alte Saalfeld hat mich gerade vor die Tür gesetzt!“

Samia stockte der Atem.

Doch bevor sie weitere Fragen stellen konnte, hatte Gregor sich zum Gehen gewandt. Er konnte sich im Augenblick noch niemandem anvertrauen.

Hilflos blickte Samia ihm hinterher. Sie wusste, dass sie ihm im Moment nicht helfen konnte. Traurig setzte sie ihren Weg in den „Fürstenhof“ fort.

Aber auch während sie sich im Wellnessbereich auf ihre nächsten Gäste vorbereitete, gingen ihre Gedanken immer wieder zu Gregor. Für einen Moment hielt sie inne.

Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn Gregor weg wäre. Sie würde ihm nicht mehr ständig über den Weg laufen und könnte endlich aufhören, dauernd über ihn nachzudenken. Das Dumme war nur: So funktionierte das nicht. Sie kannte sich. Er würde ihr schrecklich fehlen … Aus ihnen würde nie ein Paar werden, das war klar. Und trotzdem: Der „Fürstenhof“ ohne Gregor? Das wäre wie ein Tag ohne Sonne.

Seufzend widmete sie sich wieder ihrer Arbeit.

Viktoria hatte Simon, Felix und Marc zur Inventur verdonnert.

Ihr Freund und ihr Bruder hatten offensichtlich keinen Spaß an der lästigen Bestandsaufnahme, wussten aber, dass es sein musste. Murrend fügten sie sich. Marc hingegen schien die ganze Angelegenheit geradezu in Panik zu versetzen. Felix hatte ihn gebeten, den Bestand an der Bar aufzunehmen – doch immer wieder verzögerte Marc seinen Arbeitsbeginn.

„Komm, ich helfe dir“, bot Simon ihm schließlich an. Er konnte nicht mehr mit ansehen, wie sehr sein Freund sich quälte. Irgendwas stimmte da nicht. Und als er ihm einen Stift und die Liste mit den Spirituosen in die Hand gedrückt hatte, begriff er auch, was los war… „Wenn ich nicht lesen könnte, hätte ich auch alles versucht, um mich vor der Inventur zu drücken“, stellte er fest und schlug dabei einen kumpelhaften Ton an.

„Ich kann lesen!“, widersprach Marc. „Nur nicht sehr gut. Und unter Druck … Da geht gar nichts mehr. Aber ich bin kein Analphabet!“

„Du bist Legastheniker?“, forschte Simon nach.

Marc nickte.

„Davon habe ich überhaupt nichts gemerkt“, wunderte sich Simon. „Die ganze Zeit nicht.“

„Es gibt Tausend Möglichkeiten“, erklärte Marc. „Du kannst ausweichen, delegieren, behaupten, du hättest deine Brille vergessen … Heute Morgen hätte ich mir fast die Hand verbunden. Um die Nummer mit der Inventur wäre ich damit herumgekommen.“

„Warum hast du es nicht gemacht?“, fragte Simon.

Marc zuckte die Achseln. „Irgendwie bin ich sogar froh, dass du es jetzt weißt“, sagte er.

„Kann man denn gar nichts dagegen machen?“, wollte Simon wissen.

„Legasthenie ist angeboren“, seufzte Marc. Er warf seinem Freund einen eindringlichen Blick zu. „Aber, hey, das bleibt unter uns …“

„Na logisch“, versprach Simon. „Keine Sorge.“

Leonie war in der Küche erschienen, obwohl André ihr angeboten hatte, zu Hause zu bleiben.

„Der Klinikaufenthalt steckt dir doch bestimmt noch in den Knochen“, vermutete er.

„Ein bisschen Arbeit tut mir ganz gut“, erwiderte sie. „Und außerdem …“ Sie wirkte plötzlich ein wenig verlegen. „Ich habe meinen Vater vor vielen Jahren verloren. Aber in deiner Nähe … das ist fast so, als hätte ich wieder einen.“

„Das ist zu viel der Ehre.“ André gab sich gerührt.

„Du passt auf mich auf“, sagte sie lächelnd. „Das ist sehr schön.“

Sanft strich er ihr übers Haar.

Und genau diese liebevolle kleine Geste sah Simon, der gerade seinen Kopf in die Küche gesteckt hatte, um etwas zu fragen. Sofort meldete sich sein Misstrauen.

Bei der nächsten Gelegenheit sprach er seinen Vater darauf an.

„Man könnte fast glauben, du hättest Leonie adoptiert“, begann er.

„Bist du etwa eifersüchtig?“, fragte André amüsiert.

„Ich habe mich schon vor langer Zeit damit abgefunden, keinen richtigen Vater zu haben“, gab Simon kühl zurück. „Aber du hast dich noch nie für einen anderen Menschen so eingesetzt wie für Leonie. Normalerweise würde man denken, du willst etwas von dem Mädel – doch dafür kenne ich dich zu gut. Du hast zwar viele Schwächen …“

„… aber allzu junge Frauen gehören nicht dazu“, ergänzte sein Vater grinsend.

„Außerdem hast du ja schon eine Liebschaft in etwas passenderem Alter.“ Simon betrachtete André lauernd von der Seite. Wie würde er auf diese Provokation reagieren? Wenn etwas an der Geschichte mit Fiona war, würde er sich dann jetzt verraten?

Doch André ließ sich seinen Schreck nicht anmerken. „Ach ja?“, erwiderte er scheinbar ahnungslos. „Wen denn?“

„Na, Fiona“, versetzte Simon. „Da läuft doch was!“

„Die Marquardt?“ André hob gespielt überrascht die Augenbrauen. „Die kann ich nicht ausstehen! Und Leonie ist viel zu jung. Ich weiß auch, wieso du nicht viel von mir hältst.“ Er sah ihn an. „Meinst du, ich weiß nicht, was für ein lausiger Vater ich war? Bei dir habe ich verdammt viel versäumt, und das ist kaum wiedergutzumachen.“

Simon schwieg überfordert. Solche Worte hatte er zuvor von seinem Vater noch nie vernommen.

„Vielleicht versuche ich deshalb, woanders so etwas zu sein wie ein Vater“, fuhr André fort. „Bei jemandem wie Leonie. Vielleicht kannst du daran erkennen, dass ich mich verändert habe. Ich hoffe jedenfalls, dass du mir irgendwann verzeihst.“

Aber Simon war von dieser „Läuterung“ nicht wirklich überzeugt.

Kurze Zeit später fühlte er auch Fiona auf den Zahn. Doch sie stritt ab, mit seinem Vater ein Verhältnis zu haben.

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