Logo weiterlesen.de
Riskantes Verlangen – Shadows of Love

Inhalt

  1. Cover
  2. Über diese Folge
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Riskantes Verlangen
  7. In der nächsten Folge

„Shadows of Love“ sind in sich abgeschlossene erotische Liebesgeschichten von unterschiedlichen Autoren. Die Folgen erscheinen monatlich als Romanheft und E-Book.

Über diese Folge

Lust auf Liebe – Shadows of Love, in sich abgeschlossene erotische Liebesgeschichten. Jeden Monat neu, als Romanheft und E-Book. Für alle Fans von „Colours of Love“.

Floristin Lea soll für eine Feier an der Uni Düsseldorf die Blumen liefern. Als sie alles wie vereinbart vorbeibringt, trifft sie auf Professor Lars Ferner, der ihr Herz sofort höher schlagen lässt. Sie scheint jedoch nicht die gleiche Wirkung auf ihn zu haben, denn er erniedrigt sie vor allen Anwesenden, weil sie angeblich die falschen Blumen geliefert hat. Wütend und beschämt verlässt sie die Feier – und läuft direkt in ein heftiges Unwetter. Zufällig gabelt Lars Ferner sie völlig durchnässt auf. Scheinbar hat er ein schlechtes Gewissen, denn er bietet ihr ganz selbstlos an, sie nach Hause zu bringen. Die Brücken über den Rhein sind jedoch wegen des Unwetters gesperrt und so nimmt er Lea mit zu sich. Dort zeigt er sich von seiner charmanten Seite und verführt sie nach allen Regeln der Kunst. Natürlich bleibt es nicht bei diesem einen Mal und Lea verliebt sich Hals über Kopf in den Professor. Sie wundert sich nur: Warum verbindet er ihr jedes Mal die Augen? Und wieso darf sie ihn nur an wenigen, bestimmten Stellen berühren?

Über die Autorin

Natalie Rabengut, geb. 1985, studierte Germanistik und Anglistik in Düsseldorf und lebt mit ihrem Mann am Rhein. Ihre E-Books zählen zu den Top-Bestsellern in der Erotik.

Natalie Rabengut

shadowsoflove-logo.jpg

Riskantes Verlangen

be-logo.jpg

»Nein, nein, Nina!«, rufe ich und winke sie mit der Hand in meine Richtung, während ich das Handy zwischen Schulter und Ohr festklemme. Eigentlich ist Multitasking nicht gerade meine Spezialität, aber für meinen Job würde ich alles tun.

Ich stehe zwischen zwölf riesigen Blumentöpfen, dir mir locker bis zur Hüfte reichen, während meine Assistentin Nina einen Rollwagen mit dreißig exquisiten Blumensträußen in opulenten Vasen hereinfährt.

Die Aufzugtür will sich mit einem Quietschen schließen, und ich frage mich nicht zum ersten Mal, warum diese Veranstaltung unbedingt in diesem muffigen Keller der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf stattfinden muss. Ich stelle mich in die Tür und halte sie mit meiner Hüfte auf, damit Nina den Wagen nach draußen schieben kann.

An meinem Ohr plärrt Veronika vor sich hin. Sie ist der Inbegriff der panischen Braut und soll nächste Woche heiraten. Zu der Feier werden mehr als 500 Gäste erwartet, darunter Schauspieler, Musiker und Politiker. Allerdings hatte Veronika heute eine Kleiderprobe und ist nun überzeugt, dass die rosafarbenen Blumen, die sie sich ursprünglich ausgesucht hat, unmöglich zu ihrem weißen Designerbrautkleid passen können.

Mit Engelszungen rede ich auf sie ein und verspreche ihr, die Farbe zu ändern, wenn sie sich bis Sonntag immer noch nicht sicher ist. Es ist ihr dritter Anruf in dieser Woche, und wenn der Auftrag mir nicht eine schier unglaubliche Menge Geld einbringen würde, hätte ich ihn vermutlich längst hingeworfen.

Nachdem Veronika sich endlich beruhigt hat, zeige ich Nina, wie sie die Vasen arrangieren soll. Heute findet eine Abschiedsfeier für den Dekan der Philosophischen Fakultät statt – so stand es zumindest auf dem Fax, das Anfang letzter Woche kam.

Obwohl ich meine Blumen für eine wahre Augenweide halte, können sie weder über den abgestandenen Geruch, der im Gebäude herrscht, noch über den hässlichen roten Bodenbelag hinwegtäuschen. Missmutig rümpfe ich die Nase.

Die großen Kübel muss ich am Montag wieder abholen, die Blumensträuße sollen im Laufe des Abends an die anwesenden weiblichen Gäste verteilt werden.

Mein Handy klingelt schon wieder, und mit einem Seufzen hebe ich ab, als ich die Nummer meines Exfreundes erkenne. Dabei laufe ich langsam rückwärts, um mir einen Gesamteindruck zu verschaffen. Ich muss sehen, wie die Blumen wirken, bevor ich weiß, ob ich mit dem Arrangement zufrieden bin.

»Was willst du, Oliver?«, frage ich genervt, obwohl ich die Antwort kenne.

Oliver ist ein Schmarotzer, den ich vor drei Jahren aus meiner Wohnung geworfen habe, als mir endlich auffiel, dass er mich nur ausnutzte. Hin und wieder ruft er an, um sich Geld von mir zu leihen oder mich zu fragen, ob wir unsere Beziehung nicht wiederbeleben sollen. Dass er damit schnellen, unverbindlichen Sex meint, ist mir klar. Jedes Mal weise ich ihn höflich ab.

Nachdem ich mir seine Bitte angehört habe, während ich mit schräg gelegtem Kopf das Blütenmeer betrachte, sage ich: »Bitte ruf mich nicht mehr an, Oliver. Wir haben uns nicht ohne Grund getrennt.«

Hinter mir hat der Aufzug sich rumpelnd geöffnet und in der Annahme, dass Nina mit der letzten Fuhre Efeu für die Dekoration darin steht, wirbele ich herum, um ihr rechtzeitig die Türen aufzuhalten.

Dabei bin ich so in Gedanken versunken und gehe innerlich die noch anstehenden Aufgaben durch, dass ich gar nicht merke, wer vor mir steht. Mit Anlauf pralle ich gegen eine männliche Brust, meine Stirn trifft schmerzhaft auf ein markantes Kinn. Nur den Bruchteil einer Sekunde später fliegen unzählige Blätter Papier durch die Luft und landen flatternd auf dem Boden.

Erschrocken knie ich mich hin und beginne, die Unterlagen einzusammeln. »Das tut mir wirklich schrecklich leid«, sage ich verlegen. Meine Knöchel sind weiß, weil ich vor lauter Scham mein Handy viel zu fest umklammere.

In diesem Moment schließt sich die Aufzugtür und stößt mich um. Schon kauere ich auf allen vieren vor ihm. Ich sehe seine glänzenden Schuhe und eine dunkelblaue Hose, während mir auffällt, dass er sich offensichtlich nicht einmal die Mühe macht, mir zu helfen. Dabei sind es ja nicht einmal meine Papiere, die hier auf dem Boden liegen. Mühsam rappele ich mich hoch und drücke ihm den Stapel zerknitterter Seiten in die Hand, während ich versuche, meine Mundwinkel hochzuziehen. Er hat nicht auf meine Entschuldigung reagiert und starrt mich nur mit zusammengezogenen Augenbrauen an.

Er ist groß und schlank, ich muss den Kopf nach hinten legen, um ihn ansehen zu können. Da er sich das Kinn reibt, gehe ich davon aus, dass ich ihn dort mit meiner Stirn getroffen habe. Ich unterdrücke den Impuls, es ihm gleichzutun und auch über meine Haut zu reiben.

Sein Anzug sitzt perfekt, betont die breiten Schultern und die schmalen Hüften. Das weiße Hemd ist blütenrein, und sofort fühle ich mich noch verschwitzter. Aus meinem Pferdeschwanz haben sich etliche Strähnen gelöst, die zum Teil in meinem Nacken kleben, weil ich nun einmal vor wenigen Minuten ein Dutzend schwerer Blumenkübel aus meinem Transporter laden musste – nachdem ich sie vor meinem Laden eingeladen hatte.

Alles an ihm ist zum Anbeißen: Er riecht gut, trägt eine Krawatte, die ihm einen strengen Touch verleiht, und hat glatt rasierte Wangen. Nur seine Haare wollen nicht so recht zu seinem durchgestylten Auftreten passen. Sie stehen rebellisch in alle Richtung ab, obwohl sie sehr kurz geschnitten sind. Natürlich lässt ihn dieser kleine Makel noch besser aussehen.

Die grünen Augen blitzen, während seine schön geschwungenen Lippen sich verächtlich kräuseln. Wortlos schiebt er sich an mir vorbei – viel zu dicht, um es als angemessen durchgehen zu lassen. Für einen kurzen Moment spüre ich die Hitze seines Körpers.

Dann gehen die Aufzugtüren zu und ich erkenne voller Entsetzen, dass meine Fahrt direkt in den vierten Stock gehen wird, weil ich es verpasst habe, eine andere Etage auszuwählen.

Jetzt bin ich wütend auf diesen gut aussehenden Unbekannten, schließlich hat seine Präsenz mich dermaßen abgelenkt, dass ich nicht aufgepasst habe.

Als ich atemlos wieder im Keller ankomme, steht Nina zusammengesunken mit hochgezogenen Schultern da, und vor ihr steht jemand und schreit sie an. Je näher ich komme, desto deutlicher verstehe ich, worum es geht.

»Gelb? Niemand hat gelbe Blumen bestellt. Das ist wirklich der Gipfel der Unprofessionalität! Ich verlange, dass Sie sofort die richtigen Blumen heranschaffen und diese hässlichen Monstrositäten verschwinden lassen.«

Ich eile heran und stelle mich schützend vor Nina. Es ist der Mann aus dem Aufzug, seine Stimme ist sehr dunkel und wohltönend, sie passt zu seinem sexy Äußeren. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass er gerade eine Grenze überschritten hat.

»Das sind die richtigen Blumen!«, erkläre ich ihm aufgebracht.

Er mustert mich zum ersten Mal eindringlich, und mir steigt eine unangemessene Röte in die Wangen, weil ich mich daran erinnere, wie ich vor ihm auf dem Boden gekniet habe. Ob er auch daran denkt?

Mit ausgestrecktem Zeigefinger beugt er sich zu mir und zischt: »Bügeln Sie Ihren Fehler wieder aus.« Dann drehte er sich auf dem Absatz um und verschwindet.

»Wow«, murrt Nina. »Der mag seine dramatischen Abgänge aber.« Sie räumt die Luftpolsterfolie weg, mit der die Kübel umwickelt waren, während ich versuche, meinen außer Kontrolle geratenen Herzschlag zu beruhigen.

Erst jetzt merke ich, dass meine Fäuste geballt sind, und zwinge mich, sie zu lockern. Dieser Mann hat eine merkwürdige Wirkung auf mich.

Schnell schüttele ich den Kopf, um den Gedanken zu vertreiben.

»Ich weiß auch nicht, was sein Problem ist. Das sind die richtigen Blumen. Du kannst schon nach Hause fahren, Nina. Du hast dir das Wochenende redlich verdient. Ich hole mir nur schnell die Unterschrift im Sekretariat und bringe den Transporter zurück zum Laden.«

Sie lächelt mich dankbar an, bevor sie mahnend sagt: »Du musst mir aber versprechen, wirklich Feierabend zu machen. Nicht so wie letztes Wochenende, wo du nur noch schnell die Inventur gemacht hast.«

Bei ihrem sarkastischen Tonfall wende ich verlegen den Blick ab. Mir fällt es immer schwerer zu verbergen, dass ich eigentlich nicht gerne Single bin. Doch die Arbeit lässt mir kaum Zeit, passende Männer kennenzulernen.

Abwehrend hebe ich die Arme. »Großes Indianerehrenwort«, verspreche ich.

Nina nickt, bevor sie mich kurz drückt. »Dir auch ein schönes Wochenende, Lea.« Dann tänzelt sie die Stufen nach oben ins Erdgeschoss, um das Gebäude der Philosophischen Fakultät zu verlassen.

Für einen kurzen Moment beneide ich sie um ihre junge Unbekümmertheit und frage mich, ob ich mit achtzehn auch so war. Obwohl es noch gar nicht so lange her ist, erscheint es mir wie eine Ewigkeit.

♡♡♡

Als ich den Transporter endlich in die enge Lücke vor meinem Laden rangiert habe, ist meine Laune am Tiefpunkt. Mein impertinenter Nachbar weiß genau, wie groß der Lieferwagen ist, und obwohl er zur rechten Seite viel Platz hat, parkt er mich regelmäßig zu.

Ich bin mir sicher, dass es damit zu tun hat, dass ich neulich seine Einladung zum Essen abgelehnt habe. Doch jetzt will ich mich nicht auch noch damit herumschlagen. Zu sehr nagt die Begegnung mit dem Unbekannten an mir.

Statt mein Fahrrad zu nehmen und direkt nach Hause zu radeln, wie es eigentlich der Plan war, schließe ich den Laden auf und gehe nach hinten ins Büro durch. Da ich geradezu übertrieben ordentlich bin, muss ich nicht lange suchen, bis ich das Fax mit dem Briefkopf der Düsseldorfer Universität gefunden habe.

Da sie meine Druckvorlage aus dem Internet benutzt haben, sind alle verfügbaren Blumen und Farben aufgelistet.

Es ist eindeutig die Farbe »gelb« angekreuzt und neben der Signatur der netten Sekretärin, mit der ich nun schon oft zu tun hatte, prangt die schwungvolle, kaum leserliche Karikatur einer Unterschrift. Eigentlich ist das Unsinn, aber ich bin trotzdem versucht zu glauben, dass sie dem Fremden gehört. Genau wie er ist die Unterschrift groß, herrisch und arrogant.

Langsam lasse ich das Blatt sinken und frage mich, ob meine Fantasie gerade mit mir durchgeht. Vermutlich sollte ich es einfach auf sich beruhen lassen.

Mit zusammengekniffenen Augen versuche ich, das unleserliche Gekritzel zu entziffern. Lars? Kann das sein? Lars Ferner?

Obwohl ich Nina versprochen habe, Feierabend zu machen, klappe ich meinen Laptop auf und tippe in der Suchmaschine den Namen ein.

Auf der Seite der Universität werde ich fündig: Professor Lars Ferner, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Sein Foto ist schwarz-weiß und vor einem dunklen Hintergrund aufgenommen, der seine markanten Gesichtszüge noch besser zur Geltung bringt.

Ich sollte es eigentlich besser wissen, aber der Professor weckt einen ungesunden Trieb in mir. Ich falte das Fax zusammen, schiebe es in die hintere Hosentasche meiner Jeans und verlasse den Laden.

Wie immer vergewissere ich mich, dass das Licht wirklich ausgeschaltet ist und ich kein Wasser rauschen höre, bevor ich gewissenhaft alle drei Schlösser versperre.

Ich schließe die lange Kette auf, die den Rahmen meines Fahrrads an die in der Hauswand eingelassene Öse gefesselt hat. Eigentlich will ich nach Hause fahren, und das sollte ich auch, denn der Himmel über mir zeigt erste Anzeichen für das angekündigte Unwetter, aber der Weg zur Universität würde nur einen Umweg von sieben oder acht Minuten bedeuten.

Ehe ich mich selbst zur Vernunft bringen kann, trete ich in die Pedalen und radele zur Uni. Ich freue mich schon auf den Gesichtsausdruck von Professor Ferner, wenn ich ihm das Fax unter die gerümpfte Nase halte.

Der kalte Wind zerrt an meinen Haaren und lässt mich schneller radeln. Eigentlich sollte es erst morgen früh so richtig stürmen, doch das Unwetter scheint es besonders eilig zu haben.

Während ich über den Campus radele, weiche ich den letzten Studenten aus, die scheinbar alle schnell nach Hause wollen. Ich kann es ihnen nicht verdenken, denn der Himmel zieht sich immer weiter zu, und in der Ferne kann ich schon das bedrohliche Grollen hören.

Meine Jeansjacke und das dünne Sommerkleid bieten keinen ausreichenden Schutz gegen das kalte Wetter, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so frisch werden würde. Heute Morgen war es noch unglaublich warm.

Ich stelle mein Fahrrad ab, überprüfe das Schloss und betrete erneut die Philosophische Fakultät. Die Feier ist kaum zu überhören, und statt nach Putzmitteln und abgestandener Luft riecht es nun nach Blumen und Essen.

Es dauert einen Augenblick, bis ich den Professor zwischen den Anwesenden ausgemacht habe, dann gehe ich zu ihm hinüber und tippe auf seine Schulter. Obwohl ich mich im Recht sehe und nicht vorhabe, eine Szene zu machen, klopft mein Herz schneller.

Er dreht sich um, und ein Ausdruck der Überraschung gleitet über sein Gesicht.

Eine verlegene Röte steigt mir in die Wangen. Dabei habe ich doch gar keinen Grund, peinlich berührt zu sein! Wortlos drücke ich den Bestellzettel an seine Brust und drehe mich um.

Eigentlich will ich verschwinden, doch er holt mich mit langen Schritten ein. Während er das Schreiben studiert, fragt er: »Was ist das?«

»Ach, Herr Ferner, ist das etwa nicht Ihre Unterschrift unter der Bestellung gelber Blumen?« Meine Stimme klingt wackliger, als mir lieb ist, und ich laufe schneller.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Riskantes Verlangen - Shadows of Love" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen