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Rezepte für digitales Lehren und Lernen: Didaktische Hausapotheke. Band 8

Inhalt

Vorwort des Herausgebers

Einleitung

1Begriffsklärung

1.1IKA: Information, Kommunikation und Administration

1.2BYOD: Bring Your Own Device

1.3Anregungen für den ABU- und Berufskundeunterricht

2Didaktische Vorüberlegungen

3Technische Anforderungen an das Informatikzimmer

3.1Beamer

3.2Videoverbund

3.3Netzlaufwerke, Prüfungen

4Guter Unterricht

4.1Erfahrungen mit Frontalunterricht

4.2Kompetenzorientiertes Unterrichten nach AVIVA

5Lektionsplanung

5.1Ablauf der Planung

5.2Jahresplanung

5.3Detailplanung

5.4Beispiel: Detailplanung Seriendruck

6Themen verknüpfen

6.1Sinnvolle Inhalte für Übungen verwenden

6.2Word: Tabulatoren – Briefdarstellung

6.3Word: Nummerierte Listen – Bürokommunikation

6.4Excel: Überfachliche Kompetenzen

6.5PowerPoint: Informatikgrundlagen

6.6Wie lerne ich: Merkblatt, Drucker installieren, Broschüre drucken

7Lehrmittel

7.1Elektronische Lehrmittel

7.2Lernvideos

8Prüfen

8.1Prüfungslaufwerke

8.2Kommunikation blockieren

8.3Sichtschutzwände

9Offene Fragen

Anhang – Methoden und Tools

Übersicht Methoden und Tools

Abbildungsverzeichnis

Der Autor

Vorwort des Herausgebers

Hausapotheke? Man denkt an Schnittwunden, Kopfschmerzen, Sodbrennen, an Halswehtropfen, Jod und Leukoplast – vielleicht auch an Baldrian, wenn die Nerven flattern. Unsere «didaktischen Hausapotheken» haben aber mehr zu bieten als Pülverchen und Pflästerchen für den Unterrichtsnotfall. Jedes Heft greift aktuelle Fragen und Themen aus Unterrichtspraxis und Schulalltag auf und liefert dazu eine Mixtur von nützlichem Hintergrundwissen, Anstössen zur Reflexion und praktischen Rezepturen. Und immer sind unsere didaktischen Hausmittelchen gezielt auf die wichtigsten Kompetenzen dosiert, die Sie in Ihrer Unterrichts- und Ausbildungstätigkeit benötigen, bezogen auf die typischen Handlungsfelder* einer Lehrperson in der Berufsbildung. Keine schnellen Pillen also, sondern Anleitung zur Selbsthilfe bei der Entwicklung der eigenen Berufskompetenz.

Dieses Heft beleuchtet ein Operationsfeld, das noch nicht sehr gut erforscht ist: den Unterricht der Fächerkombination «Information, Kommunikation und Administration» – die Berufskunde der Kaufleute. Jörg Simmler hat zwar sein Okular vor allem auf den Informatikunterricht gerichtet. Aber es gelingt ihm auch immer wieder, unseren Blick auf mögliche Verknüpfungen mit anderen IKA-Themen zu lenken. Und gerade von der Kunst, Lernfäden zu verknüpfen, werden auch Lehrpersonen anderer Richtung profitieren, besonders wenn sie in BYOD-Klassen unterrichten.

Was das Heft so wertvoll macht, ist nicht zuletzt die Methodensammlung im Anhang, die für jede Phase des Unterrichts knapp und klar formulierte, aber sehr anregende Ideen enthält.

Eine Rezeptologie im besten Sinne des Wortes.

Christoph Städeli

Leiter der Abteilung Sekundarstufe II/Berufsbildung

Pädagogische Hochschule Zürich

Einleitung

Lernende arbeiten gerne am Computer; sie setzen ihr Handy oder Tablet für ihre Zwecke effizient ein. In den ersten Lektionen meistern sie alle Hürden mit Bravour und sind sich sicher, dass der Informatikunterricht für sie ein Spaziergang wird.

Wenn aber die Detailarbeit beginnt, stehen sie rasch vor grossen Herausforderungen, die Konzentration sinkt, die Widerstände steigen. Gleichzeitig wird die Klasse unruhig und empfindet den Unterricht als träge.

Wenn sich die Lehrperson nun aufs Dozieren verlässt, etwa sämtliche Absatzformatierungen in Word in jeder Einzelheit erklärt, so sinkt die Motivation. Für die einen servieren wir kalten Kaffee, andere sind überfordert.

Wo liegt das Problem? Wer hat ein Problem? In den folgenden Kapiteln zeige ich Ursachen, Lösungsansätze und wie sich aus meiner Sicht und Erfahrung mit Informatikmitteln sinnvoller Unterricht gestalten lässt.

1Begriffsklärung

Dieses Heft richtet sich hauptsächlich an Lehrerinnen und Lehrer, die die Fächerkombination «Information, Kommunikation und Administration» (IKA) unterrichten. IKA-Unterricht findet meist in einem PC-Zimmer mit etwa 25 fest installierten Geräten statt. Der starre Zimmeraufbau, die fix montierten Computer und die vorinstallierte Software setzen die Rahmenbedingungen. Vorteilhaft an diesem einheitlichen Aufbau ist, dass die Lehrperson nur eine PC-Installation kennenlernen muss und bei jedem Gerät dieselbe Situation antrifft. Meist sind die Computer mit einer Software ausgerüstet, die bei einem Neustart den Urzustand wiederherstellt, was bei Problemen hilfreich ist.

Je nach Schule bringen die Lernenden aber auch ihr eigenes Gerät mit in den Unterricht. Um die Arbeit mit BYOD1-Klassen attraktiv zu gestalten, ist oft ein identischer Lektionsaufbau wie im IKA-Unterricht sinnvoll.

1.1IKA: Information, Kommunikation und Administration

IKA ist, vereinfacht gesagt, die Berufskunde der Kaufleute. Die früheren Einzelfächer Informatik, Kommunikation und Büroadministration wurden zu einem einzigen Fachbereich zusammengefasst.

Informatik beinhaltet die Aspekte Informatikgrundlagen, Textgestaltung, Tabellenkalkulation und Präsentation, in den meisten Fällen mithilfe der Microsoft-Produkte Windows, Word, Excel und PowerPoint. Dazu gehören auch die Gestaltung von Bildern und Automatisierungsmöglichkeiten im Bürobereich.

Kommunikation umfasst die schriftliche Korrespondenz – das Schreiben von praxiskonformen Briefen, Mitarbeiterinformationen oder E-Mails, ferner die Informationsbeschaffung und den Austausch übers Internet.

Zur Administration gehören die Aspekte Ergonomie und Ökologie, Archivierungs- und Ordnungssysteme, Bürogeräte und die Organisation von Arbeiten oder Anlässen.

1.2BYOD: Bring Your Own Device

Vermehrt verlangen Berufsfachschulen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern, dass alle Lernenden ihre eigenen Notebooks oder Tablets in den Unterricht mitbringen. Die Lehrpersonen geben ihre Unterlagen in elektronischer Form ab und nutzen dabei das Schulnetzwerk, Intranet oder die Lernplattform. Es ist zudem Sache der ABU- oder Berufskundelehrpersonen, den Lernenden die notwendigen Anwenderkenntnisse für den Einsatz der Office-Programme zu vermitteln.

1.3Anregungen für den ABU- und Berufskundeunterricht

In den Lehrplänen der Berufsfachschulen gehört das Vermitteln von Know-how in den Office-Programmen zu den grundlegenden Anforderungen. Im IKA ist dies das Hauptthema, in ABU und Berufskunde ein wichtiges Nebenthema. Programme wie Word und PowerPoint sind aber immer auch die Werkzeuge, mit denen alle berufskundlichen und ABU-Themen behandelt oder repetiert werden. Ob in IKA eine Präsentation über Ergonomie ansteht, ob im ABU der Aufbau unseres Staatswesens vorgestellt wird: Dieselben Grundvoraussetzungen müssen erfüllt sein. Wenn also die Lernenden wissen, wie eine Software funktioniert, kann die Programmanwendung gut mit den entsprechenden Fachthemen verknüpft und vertieft werden.

2Didaktische Vorüberlegungen

Vor zwanzig Jahren war der Informatikunterricht homogen. Die Lernenden kamen aus der Sekundarstufe I, ihr Grundwissen im Bereich der Office-Programme war abschätzbar. Im Unterricht konnten wir alle bei den Grundlagen abholen und sie gemeinsam zum Qualifikationsverfahren oder zu einem Informatikzertifikat führen.

Heute wird in den vorangehenden Schulen zum Teil schon gute Vorbereitungsarbeit geleistet, etliche Lernende haben Zusatzausbildungen absolviert, in denen sie SIZ- oder ECDL-Zertifikate2 auf hohem Niveau erlangt haben. Dennoch gibt es immer noch viele Lernende, die erstaunlich wenig Computerwissen mitbringen.

Im IKA-Unterricht arbeiten die Lernenden immer am Bildschirm. Das ist für sie etwas Bekanntes und Positives. Sie sind sich gewohnt, mehrere Arbeiten gleichzeitig zu erledigen. Dass sie mit ihrem Multitasking hauptsächlich im Bereich der Kommunikations-Apps erfolgreich sind und ihre Konzentration bei der Arbeit, im Unterricht oder bei den Hausaufgaben am PC dadurch stark gestört wird, müssen sie erst noch lernen. Die Gefahr, dass sie sich ablenken lassen und anderweitigen Tätigkeiten nachgehen, ist gross.

Dass die Voraussetzungen in den Klassen derart heterogen sind, müssen wir in unsere Überlegungen immer miteinbeziehen. Teilweise helfen uns dabei die technischen Hilfsmittel des Unterrichtsraums. Hauptsächlich sollten wir aber unseren Unterricht so gestalten, dass alle Lernenden ihrem Lerntempo entsprechend gefordert werden. Binnendifferenziertes Unterrichten ist unabdingbar. Ein didaktisches Vorgehen, das den verschiedenen Wissensniveaus der Lernenden gerecht wird, erleichtert auch die Klassenführung und vermindert disziplinarische Probleme.

Die Leistungsziele in IKA sind weitläufig und vielseitig. Die ständigen Neuerungen im Bereich der Informatik fordern eine konstante fachliche Weiterbildung der Lehrpersonen. Werden die Leistungsziele einzeln vermittelt, genügt die zur Verfügung stehende Anzahl Lektionen nicht, um die Themen zu schulen und in einem spiralcurricularen Aufbau (mehr dazu später) zu vertiefen. Ein Lösungsansatz zur optimalen Nutzung der zur Verfügung stehenden Zeit liegt darin, mehrere Themen, Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen, im Unterricht zu verknüpfen. Mögliche Themenverknüpfungen behandeln wir in Kapitel 6.

3Technische Anforderungen an das Informatikzimmer

Informatikunterricht geht nicht an der Wandtafel. Damit Sie als Lehrperson den Unterricht lenken und kontrollieren können, ist eine funktionierende Infrastruktur, die im Unterricht optimal genutzt wird, vorausgesetzt.

3.1Beamer

Der Beamer ist das ideale Medium, um eine gut vorbereitete PowerPoint-Präsentation mit grossen Schriften und Bildern zu zeigen. Auch für Detailinformationen für kleine Gruppen ist der Beamer gut geeignet.

Für Programmpräsentationen in der ganzen Klasse ist der Beamer hingegen nur eingeschränkt zu empfehlen. Wenn ein ganzer Bildschirm gezeigt werden soll, sind die Schriften zu klein, und die Auflösung ist zu hoch. Die Lernenden haben Mühe, die Lerninhalte gut zu erkennen. Sie können zudem meist an ihren Geräten weiterarbeiten und schweifen oft vom Unterrichtsstoff ab. Nutzen Sie deshalb, wenn immer möglich, andere technische und didaktische Möglichkeiten, um der gesamten Klasse Schulungsthemen zu vermitteln, z.B. den Videoverbund, das Selbststudium oder auch Lernvideos.

3.2Videoverbund

Die Infrastruktur im Informatikzimmer soll die Arbeit der Lehrpersonen unterstützen. Bei der Bildschirmübermittlung im Klassenraum, dem sogenannten Videoverbund, erscheint das Bild statt wie beim Beamer auf der Leinwand direkt auf den ...

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