Logo weiterlesen.de
Reverend Pain Horror-Roman - Die Stunde des Werwolfs

Pete Hackett, Steve Salomo

Reverend Pain Horror-Roman - Die Stunde des Werwolfs

Band 5 der Horror-Serie





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Reverend Pain 5 - Die Stunde des Werwolfs

 

Roman von Pete Hackett nach Ideen von Steve Salomo

 

© by Author

'Reverend Pain' wurde geschaffen und zur Serie entwickelt von Steve Salomo.

© 2012 Digitalausgabe AlfredBekker/CasssiopeiaPress

Ein CassiopeiaPress E-Book

www.AlfredBekker.de

 

 

»Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen

Noch tritt auf den Weg der Sünder

Noch sitzt, wo die Spötter sitzen,

sondern hat Lust am Gesetz des HERRN

und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!«

 

Psalm 1, 1 – 2

 

Der Herr ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser …

 

Es war ein düsterer Abend. Im Westen türmten sich bedrohliche Wolkenberge. Die Sonne war an diesem Tag überhaupt nicht zum Vorschein gekommen. Manchmal hatte es geregnet. Es pfiff ein scharfer Wind. Er peitschte die Gewitterwolken schnell nach Osten.

Timothy Douglas, der Zweiundzwanzigjährige, schaute besorgt hinter sich. Das Gewitter würde ihn einholen, bis er Grayback erreichte, das kleine Dorf, in dem er wohnte. Er war in der nahen Stadt gewesen und hatte einige Besorgungen gemacht. Er hatte sich auch mit Carolin getroffen. Tim war verliebt in das Mädchen. Allerdings hatte er bisher noch nicht den Mut gefunden, es ihr zu sagen. Außerdem fürchtete er Carolins Vater. Mit dem alten Wolter war nicht gut Kirschen essen. Ein mürrischer Zeitgenosse, den seine Nachbarn mieden.

Der Weg war schlammig. Der Regen hatte den knöcheltiefen Staub in Morast verwandelt. Er spritzte unter den Pferdehufen. Das Tier schnaubte mit geblähten Nüstern. Es war ein schwerer Kaltblüter. Es gab nur zwei Fahrspuren, zwischen denen sich ein etwa meterbreiter Streifen Gras und Unkraut zog. Die Achsen des leichten Fuhrwerks quietschten in den Naben. Der Wagen rumpelte und holperte. Tim wurde durch und durch geschüttelt.

Zu beiden Seiten des Wagens dehnte sich Wald. Die Bäume standen so dicht, dass sich ihre Äste und Zweige ineinander verflochten hatten und eine Art Dach bildeten, unter dem es selbst bei Sonnenschein düster war. Zwischen den Bäumen wucherten am Waldrand Unterholz und Büsche. Alles war düster und bedrohlich. Tim beschlich das Gefühl, beobachtet zu werden. Der Ursprung dieses Empfindens entzog sich seinem Verstand. Kaum jemand wagte sich in diese Wälder. Früher sollen hier einmal Werwölfe gehaust haben. Aber die Gesandten der Priesterschaft hatten sie ausgerottet. Das alte, halb verfallene Kloster mitten im Wald war wieder von Mönchen bezogen worden.

Das Teufelsgezücht war ausgerottet worden. Immer wieder sagte es sich der junge Mann und versuchte so, seine innere Unruhe zu bekämpfen. Die Hufe des Pferdes stampften. Das Tier peitschte mit dem Schweif. Manchmal prustete es.

Tim ließ die Peitsche knallen. Es hörte sich an wie ein Revolverschuss. Das Tier legte sich ins Geschirr. Unruhig irrte der Blick des Burschen über die Front des Waldes. Er war diesen Weg schon einige hundert Male gefahren. Warum war er heute so beunruhigt? Immer wieder schluckte er würgend. Es gelang ihm nicht, die Beklemmung zu überwinden. »Lauf!«, rief er. Der Kaltblüter warf den Kopf in die Höhe und wieherte hell. Erste schwere Regentropfen trafen Tim. Er schaute zum Himmel hinauf. Die schwarzen Wolken waren hinter ihm. Ein Blitz zuckte über den Himmel, Donnergrollen folgte. Die Düsternis nahm zu. Tims Herzschlag beschleunigte sich, er atmete stoßweise. Er war kein ängstlicher Mensch, aber heute war irgendwie alles anders. Er spürte das Unheil tief in der Seele.

Als er fernes Heulen vernahm, begann sein Herz zu rasen. Die Angst kam in rasenden Wogen, kalt und stürmisch wie ein Schneesturm, unwillkürlich stemmte sich Tim gegen die Zügel. Das Pferd kam zum Stehen. Das Rumpeln und Quietschen endete. Tim zuckte zusammen, als ein krachender Donnerschlag die Stille sprengte. Er ließ seinen Blick in die Runde schweifen. Es begann stärker zu regnen. Seine Großmutter hatte ihm von den Werwölfen erzählt. Die Angst vor ihnen hatte ihm als Kind viele schlaflose Nächte bereitet. Der Aberglaube in der Bevölkerung hielt sich zäh.

Tim wusste nicht genau, wie lange es her war, dass Dämonen die Herrschaft über die Erde übernommen hatten. Die Gottlosigkeit der Menschen hatte ihnen damals den Weg geebnet. Sie waren vom Glauben an GOTT abgefallen und jeder war sich nur noch selbst der Nächste. Es war nur noch um Geld, um Reichtum, um irdische Güter und um Macht gegangen.

Der Glaube an GOTT und seine Heerscharen, an die Dreifaltigkeit und das ewige Leben war auf der Strecke geblieben.

Satan hatte die Gunst der Stunde genutzt und mit seinen Dämonen die Herrschaft auf der Erde übernommen. Die Menschen wurden unterjocht, die Schreckensherrschaft der Hölle hatte begonnen. Die Menschen hatten gelitten, mit den Schergen des Satans war die Armut gekommen, das Dasein war nur noch ein einziger Überlebenskampf gewesen.

Es hatte so ausgesehen, als wäre der satanischen Herrschaft nichts entgegenzusetzen. Wer Satan nicht diente, den ereilte ein schreckliches Schicksal. Werwölfe, Vampire, Zombies und die Seelen der Verdammten, die als Dämonen auf der Erde wandelten – sie straften die Menschen im Auftrag Luzifers – und die Strafen waren drakonisch.

Diese Zeiten sind vorbei!, brüllte es durch Tims Bewusstsein. Die Priesterschaft hat der Herrschaft Satans ein Ende gesetzt! Es gibt keinen Grund, sich zu beunruhigen. Fahr weiter, sieh zu, dass du nach Hause kommst, ehe dich der Blitz erschlägt. Weiter, weiter!

Er trieb das Pferd wieder an.

Doch die Angst hatte sich in ihm eingenistet. Hatte Vater nicht erzählt, dass es noch immer Dämonennester gab. Überall auf der Welt lebten die Vasallen Satans im Verborgenen, und wenn sich ihnen die Chance bot - wenn das Böse irgendwo auf dem Vormarsch war, dort, wo sich die Menschen nicht an die Gebote GOTTES hielten -, dann schlugen sie zu; brutal, unbarmherzig und unerbittlich.

Die Priesterschaft hatte der Herrschaft Satans den Todesstoß versetzt. Ihr stärkste Waffe waren ihr Glaube und das Wort des HERRN. Aber der Widerstand der Höllischen flackerte immer wieder auf. Der Kampf war noch lange nicht zu Ende.

Plötzlich begann es zu schütten. Blitze zuckten aus den Wolken, rollender Donner drohte die Erde bersten zu lassen. Ein bretterharter Wind trieb die Regenschauer vor sich her. Der Weltuntergang schien sich anzukündigen.

Tim ließ die langen Zügel auf den Rücken des Pferdes klatschen. »Vorwärts! Lauf! Schwing die Hufe!« Das Pferd wurde kaum merklich schneller. Im Wald zu beiden Seiten schien es Nacht zu werden. Die Dunkelheit schlug auch über dem Weg zusammen, auf dem Tim fuhr. Am Horizont hatte sich der Himmel schwefelgelb verfärbt. Schon nach wenigen Augenblicken war Tim bis auf die Haut durchnässt.

Ein Blitz fuhr vor dem Pferd in den Boden. Das Tier stemmte erschreckt die Hufe in den Schlamm, der fontänenartig in die Höhe spritzte. Das Tier wieherte von Panik erfasst und stieg auf die Hinterhand, vollführte mit den Vorderhufen einen Trommelwirbel in der Luft. Tim zerrte an den Zügeln und schlug mit der Peitsche nach dem Pferd. Die Vorderhufe krachten wieder auf den Boden. Und dann ging das Tier durch. Es donnerte den Weg entlang, der Wagen schleuderte und schlingerte. Tim krallte sich verzweifelt am Wagenbock fest, die Zügel waren ihm entglitten, die Peitsche hatte er fallen lassen. Wie von Furien gehetzt jagte das Tier dahin. Regen klatschte dem Burschen ins Gesicht, das Wasser rann ihm in die Augen und verschleierte seinen Blick. Das Entsetzen fuhr wie eine scharfe Klinge durch die Brust des jungen Mannes.

Das Fuhrwerk kam mit den Rädern auf der rechten Seite in den Straßengraben. Und dann kippte es um. Tim wurde vom Wagenbock geschleudert und landete Hals über Kopf im Unterholz. Zweige peitschten sein Gesicht und rissen seine Haut auf. Er überschlug sich. Benommen blieb er auf dem weichen Boden liegen. Verbissen stemmte er sich gegen die Nebel, die auf ihn zuzukriechen schienen. Es dauerte einige Zeit, bis er seine Not überwunden hatte. Er erhob sich. Ihm war es schwindlig. Mit einem Satz übersprang er den Graben und stand auf dem Weg. Das Pferd hatte sich losgerissen und stob in einer Entfernung von hundert Metern in die Dunkelheit hinein.

Tim murmelte eine Verwünschung.

Da hörte er wieder das schauerliche Heulen. Dieses Mal war es schon viel näher als vorhin. Tim spürte Gänsehaut.

 

*

 

Reverend Pain saß in der Stube des alten Priesters in einem Sessel. Die Müdigkeit hatte ihn übermannt. Am Fenster, gegen das der Regen schlug, tanzten Fliegen. Der Regulator an der Wand tickte. Monoton schlug das Pendel aus Messing hin und her. Die ruhigen, regelmäßigen Atemzüge des Reverends verkündeten, dass er tief schlief.

Pain war ein Wanderer, ein Gesandter der Priesterschaft. Er fuhr auf seiner Harley in die Dörfer und Städte im Kampf gegen höllische Mächte, um den Hoffnungslosen Hoffnung zu bringen, den Ungläubigen den Glauben, den Gläubigen Erbauung, um das Wort GOTTES zu predigen und in den Köpfen zu manifestieren.

Er hatte gegen Werwölfe, Zombies, Vampire und anderes Dämonengezücht gekämpft. Er war ein großer Mann mit breiten Schultern, muskulös, zusammengesetzt aus Stahl und Stein und Gnadenlosigkeit, wenn jemand es wagte, dem Wort des HERRN zu trotzen. Das Gesicht des Reverends war hartlinig, sein Kinn war eckig und verriet ein hohes Maß an Energie und Willenskraft.

Bekleidet war Pain mit einer alten, schwarzen Lederhose, einem schwarzen Hemd mit einem weißen Kragen, einem langen, zerschlissenen Ledermantel. Seine Füße steckten in schweren, brüchigen Motorradstiefeln. Um seinen Hals lag eine Kette, an der ein silbernes Kruzifix hing. Es war seine mächtigste Waffe im Kampf gegen die Kreaturen der Hölle.

Ein Alptraum plagte den Reverend. Ganz deutlich liefen die Bilder in seinem Unterbewusstsein ab. Er sah ein Pferdefuhrwerk durch den Wald rasen. Ein junger Mann versuchte, das Pferd zu bändigen, aber ihm entglitten die Zügel. Die Peitsche wirbelte durch die Luft. Dazu goss es wie aus Eimern. Der Wagen kippte um, der junge Mann flog durch die Luft, überschlug sich und blieb liegen. Das Pferd riss sich von Panik erfüllt los und donnerte weiter.

Der junge Mann erhob sich und taumelte. Er griff sich an den Kopf. Dann setzte er sich in Bewegung und sprang über den Graben, der vor lauter Unkraut kaum zu erkennen war. Der Bursche stand schließlich neben dem umgekippten Fuhrwerk. Die Vorräte, die er in der Stadt gekauft hatte, lagen überall verstreut herum. Das blonde Haar klebte nass auf der Stirn des Burschen. Wasser tropfte aus seiner Jacke.

Ein Heulen war zu hören.

Der junge Mann setzte sich in Bewegung. Er folgte dem Weg. Ein huschender Schatten folgte ihm. Lautlos bewegte er sich. Gelbe Lichter glühten in der Dunkelheit des Waldes. Der Fang des Wolfes war leicht geöffnet. Es war ein großes Tier; zottig, muskulös, schwarz wie die Nacht, von den Lefzen tropfte Geifer, das Ehrfurcht gebietende Gebiss glitzerte wie Perlmutt. Sein Hecheln war zu hören.

Der junge Mann blieb stehen und drehte sich auf der Stelle. Jeder Zug seines Gesichts war von Angst und Unsicherheit geprägt. Plötzlich weiteten sich seine Augen. Dann begann er zu laufen …

Pain bewegte sich unruhig. Er atmete schneller.

Der alte Priester, der auf einem Gebetstuhl kniete, wandte sich ihm zu. Die Kiefer des Alten mahlten. Die untere Hälfte seines Gesichts bedeckte ein weißer Bart. Die hageren Schultern sanken nach unten. »Reverend!«

Pain wurde nicht wach. Unter den Lidern bewegten sich seine Augen. In seinen Mundwinkeln zuckte es …

 

*

 

Der Wind ergriff den jungen Burschen wie mit zornigen Klauen. Grelle Blitze zerrissen den aufgewühlten Himmel, der scharfe Wind nahm Tim fast den Atem. Er stemmte sich gegen den Sturm, kämpfte gegen ihn wie gegen einen leibhaftigen Feind. Wieder zuckte ein blauweißer Blitz vom Himmel und tauchte alles in gespenstisches Licht. Es donnerte, als würde die Erde auseinanderplatzen. Die Wildnis hatte sich in einen tosenden Hexenkessel verwandelt, aus dem es kein Entrinnen zu geben schien. Ächzend und knarrend bogen sich die Bäume im Wüten der Elemente.

Der junge Mann lief. Unter seinen Schritten schmatzte der Schlamm. Er sank bis zu den Knöcheln ein. Das Pferd war längst verschwunden. Als Tim einmal den Blick nach rechts wandte, glaubte er eine flüchtige Bewegung zwischen den alten Stämmen wahrzunehmen. Etwas Gelbes, Schillerndes, tauchte in der Dunkelheit auf. Im nächsten Moment war es wieder verschwunden. Tim schalt sich einen Narren. Wahrscheinlich hatten ihm seine überreizten Sinne etwas vorgegaukelt. Dann kam ihm das schauerliche Heulen in den Sinn. Ein eisiger Schauer rann ihm über den Rücken. Ihn fröstelte es plötzlich.

Seine Lungen fingen an zu pumpen. Seine Beine wurden schwer, das Seitenstechen kam. Die Angst peitschte ihn vorwärts. Da sah er wieder den huschenden Schemen zwischen den Bäumen. Und er glaubte trotz des Sturmes ein gefährliches Hecheln zu hören. Sein Herz übersprang einen Schlag. Er hielt an und bohrte seinen Blick in das Dickicht. In seiner Nähe schlug ein Ast auf, den der Wind von einem der Bäume gerissen hatte. Tim atmete keuchend. Seine Bronchien pfiffen.

Und dann sah er den Wolf. Er hatte sich aufgerichtet. Die Augen schienen zu glühen. Auf den Hinterläufen stapfte die Kreatur auf Tim zu. Die Lefzen hoben sich über dem mächtigen Gebiss. Aus der mächtigen Brust des Ungeheuers drang ein tiefes Grollen.

Tim hätte in diesem Moment keinen Tropfen Blut gegeben. Er war nicht einmal fähig, Angst zu empfinden. Der Wolf näherte sich ihm mit erhobenen Vorpfoten. Sie waren mit riesigen Krallen bewehrt. Der junge Mann wich instinktiv zurück. Abwehrend hob er beide Arme. Es überstieg seinen Verstand. »GOTT steh mir bei!«, brach es über seine bebenden Lippen. Weitere Worte eines Gebetes erstickten in seiner Kehle.

Mit einem urgewaltigen Satz drückte sich der Werwolf vom Boden ab und flog dem Mann direkt an die Kehle. Die Pfoten mit den scharfen Krallen packten Tim. Heißer Schmerz durchfuhr ihn dort, wo die Krallen tief in sein Fleisch eindrangen. Der schale Atem der Bestie streifte Tims Gesicht, dann schlugen die scharfen Zähne knapp vor seiner Kehle zusammen. In Tim geriet Leben. Er schrie auf und wollte sich losreißen. Zu seiner Angst gesellte sich die Verzweiflung, die Panik verlieh ihm übermenschliche Kräfte. Er riss sich los. Die Klauen, die ihn festhielten, rissen ihm das Fleisch von den Knochen. Blut sprudelte warm aus den grässlichen Wunden und vermischte sich mit dem Regenwasser, tropfte auf den Boden und versickerte in dem weichen Teppich aus abgestorbenen Fichten- und Föhrennadeln.

Tim warf sich herum und ergriff die Flucht.

Der Werwolf folgte ihm. Tim rannte zwischen die Bäume. Zweige peitschten sein Gesicht, zerrten an seiner Jacke, es war, als wollten sie ihn festhalten wie die Arme irgendwelcher Höllenkreaturen. Die Dunkelheit war nicht so dicht, sodass Tim sehen konnte, wohin er rannte. Seine Schritte verursachten nicht das geringste Geräusch auf dem Waldboden.

Schließlich wurde er wieder gepackt und zu Boden gerissen. Ein gefährliches Grollen erklang. Etwas Scharfes bohrte sich in seine Schulter. Tim wollte schreien, aber der Laut, der sich in seiner Brust hochkämpfte, erstickte in der Kehle. Heftiger Schmerz zuckte bis unter seine Hirnschale, und dann wurde es schwarz um ihn herum. Blut spritzte aus der klaffenden Wunde, die ihm der Wolf beigebracht hatte.

Tim war nicht tot. Er trieb in gnädiger Besinnungslosigkeit.

Der Wolf ließ von ihm ab. Ein zufriedenes Knurren stieg aus seiner Kehle. Dann warf er sich herum und verschwand mit langen Sätzen in der Dunkelheit unter den Nadelbäumen…

 

*

 

Reverend Pain schreckte hoch. Sein erster Eindruck war das besorgte Gesicht des alten Priesters, der sich über ihn gebeugt hatte. »Habt Ihr schlecht geträumt, Reverend?«, fragte der alte Mann mit zitternder Stimme.

Pain wischte sich über die Augen. »Der HERR hat mir einen Traum gesandt. Ich muss fort. Kreaturen der Hölle sind in einem Teil des Landes dabei, wieder die Herrschaft an sich zu reißen. Ich muss die Menschen davor schützen, und ich muss sie zum rechten Glauben zurückbringen. Sonst ist ihnen die ewige Verdammnis gewiss.«

Ein grimmig-entschlossener Zug hatte sich in den Mundwinkeln des Reverends festgesetzt.

»Aber Träume sind Schäume«, murmelte der alte Priester. »Das Unterbewusstsein produziert Bilder …«

»Nichts dergleichen!«, donnerte Pains Organ. »Es war ein Zeichen des Himmels.« Seine Stimme hob sich noch mehr. »Die Himmel erzählen die Ehre GOTTES, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise.«

Die hohe Gestalt wuchs im Sessel empor. Der Priester wich zurück. Etwas ging von Pain aus, das ihn erschreckte. »Der HERR sei mit Euch, Reverend.«

»ER wird mich führen und lenken.« Das Gesicht war hart und unrasiert, voll tiefem Ernst, Pains Augen liegen in tiefen Höhlen. Sein Blick war stechend und düster. Die Haare waren blond und militärisch kurz geschnitten. Quer über der Brust trug er eine Art Waffengurt, angespitzte Eichenpflöcke waren in Lederschlaufen aufgereiht.

Der Reverend griff nach dem Lasergewehr, das an dem niedrigen, zerkratzten Tisch lehnte. Der Priester hatte eine Laterne angezündet, die vages Licht spendete.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Reverend Pain Horror-Roman - Die Stunde des Werwolfs" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen