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Rettung in letzter Sekunde

1. KAPITEL

Ein bläulich-kaltes Licht drang durch die geschlossenen Fensterläden der Hütte. Und nach dem unglaublichen Lärm von eben war es nun totenstill.

„Was war das?“, fragte Sandra atemlos.

„Eine Lawine.“ Lukas klang alarmiert. Waren sie etwa verschüttet worden? Er versuchte, die Tür nach draußen zu öffnen, rüttelte aber vergeblich daran. Auch das Fenster ließ sich keinen Zentimeter bewegen.

„Wir sind wirklich verschüttet“, stellte Sandra fassungslos fest.

„Wenigstens ist die Hütte stehen geblieben“, meinte er nachdenklich.

„Und jetzt?“ Er wollte ihr Mut zusprechen.

„Wir finden schon einen Weg raus, keine Angst. Irgendetwas Brauchbares wird hier schon herumliegen. Das wäre doch gelacht.“ Er machte sich sofort auf die Suche nach einem geeigneten Werkzeug. Und bat sie, derweil Werner und die Bergwacht anzurufen. Aber das war vollkommen aussichtslos – auf der Hütte hatten Handys keinen Empfang.

Götz, der den Abgang der Lawine beobachtet hatte, saß noch immer in der Gondel. Er hatte sein Handy gezückt und wollte schon die Bergwacht informieren. Doch im letzten Moment überlegte er es sich anders. Lukas hatte gedroht, mit dem gefälschten Brief zur Polizei zu gehen und ihm und Cosima einen Strich durch die Rechnung zu machen …

Lukas hatte eine Axt gefunden und schlug nun damit auf die Hüttentür ein. Die Tür bewegte sich nicht, dafür knirschte es im Gebälk, und etwas Schnee rieselte durch die Decke.

„Hör auf!“, rief Sandra. „Die ganze Bude kracht zusammen!“ Er blickte nach oben, nickte und stellte die Axt dann zur Seite. Es konnte nicht allzu viel Schnee gewesen sein, der die Hütte getroffen hatte – sonst wäre sie niemals stehen geblieben. „Ich denke, mehr als ein, zwei Meter sind es nicht. Und es wird bald jemand kommen.“ Sandra war allerdings weniger hoffnungsvoll. Ihre Handys hatten keinen Empfang. Und außerdem hatten sie niemandem erzählt, wo sie hingefahren waren. „Die Bergwacht. Die ist garantiert schon auf dem Weg, um nachzuschauen, ob was passiert ist. Das ist ihr Job.“ Und bis dahin sollten sie versuchen, es sich so gemütlich wie möglich zu machen. Zu essen war in jedem Fall genug da.

Katja hockte verzweifelt auf einer der Bänke im Park, als Ben zu ihr kam. Ihr Freund hatte das dringende Bedürfnis zu reden.

„Ich weiß, es war nicht ganz fair, zu verlangen, dass du dich zwischen deinem Vater und mir entscheiden sollst, aber …“ Sie ließ ihn nicht ausreden.

„Vergiss es“, sagte sie nur tonlos. „Ich habe im Moment andere Sorgen. Der Saalfeld und sein Bruder haben bei der Polizei angegeben, dass sie die Skulptur von mir hatten.“ Und nun stand Aussage gegen Aussage. Man musste kein Hellseher sein, um zu wissen, wem die Polizei eher Glauben schenken würde. „Und Nils macht mir so schon die ganze Zeit die Hölle heiß. Jetzt braucht er nur noch eins und eins zusammenzuzählen …“ Dann würde ihrem Bruder auch klar werden, dass ihr Vater bei Katja aufgekreuzt war.

„Du verstrickst dich immer mehr in deine Lügengeschichten“, stellte Ben fest und nahm tröstend ihre Hand. Sie zuckte nur die Achseln. „Und du kommst immer tiefer rein in diesen Strudel.“

„Was soll ich denn machen?“, blaffte sie ihn an.

„Endlich die Wahrheit sagen“, fand er.

„Und meinen Vater verraten?“, ergänzte sie bitter.

„Das tut Nils so oder so“, sagte Ben. „Sobald er erfährt, dass er hier ist. Und dich wieder einmal reingeritten hat.“ Er war sich sicher, dass es für sie nur eine Möglichkeit gab, dem Gefängnis zu entgehen: Sie musste Curd der Polizei ausliefern.

Werner hatte unterdessen seinen Bruder zur Rede gestellt. Der Senior kochte vor Wut darüber, dass André Katja Heinemann zu einer Falschaussage überredet hatte, damit er ihn erpressen konnte.

„Du hast wirklich keinen Charakter!“, empörte sich Werner.

„Das liegt wahrscheinlich in der Familie“, zischte der Chefkoch. Er gab seinem Bruder eine Mitschuld an der ganzen Situation. Wenn der nicht das ganze Geld, das die Besitzer des Dallero ihm zinslos zur Verfügung stellten, für sich hätte behalten wollen, wäre es so weit gar nicht erst gekommen. Das sah Werner naturgemäß anders.

„Ich hätte deine Kündigung sofort annehmen und dich mit Schimpf und Schande vom Hof jagen sollen“, grollte er. „Nichts anderes hättest du verdient.“ André setzte ein süffisantes Grinsen auf.

„Keine Chance“, meinte er. „Freiwillig gehe ich nicht mehr. Zumal mir bald fünf Prozent dieses reizenden Hotels gehören.“ Und ein Mitglied des Betriebsrats zu kündigen, würde nicht einmal Werner gelingen. „Bei der Arbeit habe ich mir nämlich nichts zuschulden kommen lassen. Oder willst du den Zastrows von unserem kleinen Ausflug in den Kunsthandel erzählen?“ Werner schluckte. Ihm waren wirklich die Hände gebunden. Dass sein Bruder den besseren Draht zu Cosima besaß, wusste er auch.

„Ich an deiner Stelle würde mich nicht zu sicher fühlen“, knurrte er. „Bei der kleinsten Kleinigkeit sitzt du auf der Straße. Das verspreche ich dir!“

Und dann kam auch noch Ben Sponheim und wollte mit dem Senior reden.

„Ihretwegen muss meine Freundin ins Gefängnis!“ Der Page ging sofort zum Angriff über. „Sie haben sie bei der Polizei angeschwärzt!“

„Jetzt mal langsam, junger Freund!“, erwiderte Werner verärgert. „Ich habe bei der Polizei keine Falschaussage gemacht. Ihre Lebensabschnittsgefährtin hat behauptet, ich hätte die Skulptur gestohlen. Sie glauben doch wohl nicht im Ernst, dass ich mich selbst – fälschlicherweise – belaste, um diesem Früchtchen die wohlverdiente Strafe zu ersparen?!“ Ben schluckte. Das hatte er nicht gewusst.

„Ich … Ich will nur nicht, dass Katja ins Gefängnis muss.“ Seine Stimme klang brüchig.

„Mit meinen Beziehungen kann ich ihr vielleicht eine Zelle neben Barbara besorgen“, sagte der Senior spitz. „Dann ersparen Sie sich am Besuchstag unnötige Laufereien.“ Ben stand da wie ein Häufchen Elend. Nun schlug Werner einen etwas väterlicheren Ton an. „Machen Sie Ihrer Freundin klar, dass es nur einen Ausweg gibt: Sie muss ihren Vater anzeigen. Sonst landet sie unweigerlich im Gefängnis.“

Die Telefone an der Rezeption liefen inzwischen heiß: Es waren diverse Lawinen abgegangen, und einige Gäste des Fürstenhofs, die zu Bergwanderungen aufgebrochen waren, wurden vermisst. „Ist eine meiner Hütten betroffen?“, fragte Werner den Bürgermeister, der im Hotel aufgetaucht war.

„Vielleicht die Geißenalm“, antwortete Pachmayr. „Das kann sein.“

„Sie haben doch gute Beziehungen zur Bergwacht“, schmeichelte der Senior. „Können Sie nicht dafür sorgen, dass die dort mal vorbeischauen?“

„War denn jemand drin, in der Hütte?“ Werner schüttelte den Kopf. „Meinen Sie dann nicht, dass die Bergwacht was Besseres zu tun hat?“ Immerhin standen Menschenleben auf dem Spiel! Nach der Geißenalm würde vorerst also niemand sehen, das begriff auch Götz Zastrow, der das Gespräch zwischen Werner Saalfeld und dem Bürgermeister belauscht hatte. Und es war exakt die Hütte auf der Geißenalm, in der Lukas und Sandra festsaßen …

Wenigstens hatten sie einen Generator, so würden sie heute Nacht nicht frieren müssen. Sandra hatte noch einmal vergeblich versucht, mit ihrem Handy Empfang zu bekommen. Sie wollte das Telefon schon ausschalten, aber Lukas hielt sie davon ab.

„Nicht! Die Bergwacht hat bestimmt eine Möglichkeit, uns über Handy zu orten!“ Sie nickte und legte das Telefon zur Seite. Dass sie sich Sorgen machte, war nicht zu übersehen. „Wir wollten doch Ruhe, weg von all den Streitereien und Intrigen“, scherzte Lukas. „Haben wir geschafft, oder nicht?“

„Doch, ruhig ist es.“ Sie stieg auf seinen scherzhaften Ton ein.

„Eben. Kein Mensch da, der uns nerven könnte. Und bis wir gefunden werden, machen wir es uns einfach schön.“ Sie kuschelte sich an seine Brust.

„Ich bin froh, dass du bei mir bist.“ Die beiden versanken in einem innigen Kuss.

„Hast du den Brief?“ Das war im Moment das Einzige, was Cosima von ihrem Mann wissen wollte. Und dass Götz es offensichtlich nicht gelungen war, den Brief an sich zu bringen, machte sie äußerst nervös. „Was, wenn Lukas damit zur Polizei geht?“

„Das wird er nicht“, versuchte Götz, sie zu beruhigen. Wie sollte Lukas das auch tun? Er war verschüttet. Aber das erzählte er Cosima natürlich nicht.

„Wenn Charlotte die Schenkung anfechtet, weil sie getäuscht wurde …“ Cosima ließ diese Möglichkeit keine Ruhe. Dass ihr eigener Sohn sie verraten wollte … „Erst die Bogenschützin und jetzt das Blumenmädel. Sie haben einen Waschlappen aus Lukas gemacht. Einen Moralapostel.“ Hasserfüllt starrte sie vor sich hin. „Es lässt sich nicht mehr verhindern, dass Charlotte die Wahrheit erfährt …“ Erst da bemerkte sie, wie abwesend Götz wirkte. Obwohl er sich dazu entschlossen hatte, Lukas und Sandra nicht retten zu lassen, setzte ihm der mögliche Tod seines Sohnes doch zu. „Was ist?“, fragte Cosima.

„Nichts“, behauptete er. Dann fiel ihm ein, dass er sich ja ohne Weiteres auf seine vorgetäuschte Krebserkrankung berufen könnte. Also log er, er habe Schmerzen. Cosima nickte voller Mitgefühl.

Katja wusste nicht mehr ein noch aus und vertraute sich in ihrer Not Tanja an. Das Zimmermädchen reagierte schockiert, als sie begriff, dass Katjas und Nils’ Vater nicht nur hier war, sondern dass Katja ihm auch bei seiner Flucht helfen wollte.

„Schon irgendwie heftig, was er da von dir verlangt“, fand sie. „Ich meine, du tust alles, um ein neues Leben anzufangen, mit festem Job und Freund, und er …“

„Papa und ich haben immer zusammengehalten“, fiel Katja ihr ins Wort. „Er hat sich immer auf mich verlassen können. Und ich mich auf ihn.“ Und jetzt verlangte Ben von ihr, dass sie Curd verraten sollte.

„Ziemlich verzwickte Situation“, gab Tanja zu. „Wenn man sich zwischen zwei Menschen entscheiden soll, die einem nahestehen, ist das immer schwer …“

„Ben zwingt mich dazu, und ich …“ Katja wusste einfach nicht mehr weiter. „Ich liebe ihn ja. Aber meinen Vater liebe ich auch. Und wenn ich ihn jetzt an die Polizei verrate …“ Das würde sie sich niemals verzeihen, das stand fest. Mal ganz abgesehen davon würde Ben seine Mutter doch auch niemals verraten. „Er hat sie die ganze Zeit gedeckt. Alle im Glauben gelassen, sie wäre diese Sylvia oder so.“ Dabei hatte er die Wahrheit gekannt.

„Das eine hat mit dem anderen nicht unbedingt was zu tun“, wandte das Zimmermädchen ein. „Du willst doch dein Leben ändern. Deswegen auch die Kronzeugengeschichte, der Job im Fürstenhof. Da passt es eigentlich nicht dazu, dass du schon wieder ein krummes Ding drehst.“ Dem konnte Katja nicht widersprechen. Aber sie beteuerte, dass es sich doch nur noch um ein paar Tage handelte.

„Sobald Papa die gefälschten Papiere hat, ist er weg.“ Tanja blickte skeptisch. „Du hältst doch dicht?“ Das Zimmermädchen seufzte. „Tanja, bitte. Ich verspreche dir, ich tu nie wieder etwas Illegales, aber … Gib meinem Vater die Chance, abzuhauen. Wenn du es Nils erzählst, dann ist es aus für ihn. Mit Sicherheit.“ In Katjas Worten lag ein Flehen.

„Ich lüge Nils nur ungern an“, seufzte Tanja. Aber sie wollte auch Katja nicht dafür bestrafen, dass sie sich ihr anvertraut hatte. Also verschwieg sie ihrem Mann, was sie wusste. Und hatte dabei ein furchtbar schlechtes Gewissen.

Götz war abends allein auf seinem Zimmer und bediente sich an der Minibar. Er war aufgewühlt, das Schicksal seines Sohnes ging ihm näher, als er gedacht hatte. Aber noch immer meldete er sich nicht bei der Bergwacht – stattdessen rief er Wassily Smyslow an.

„Ich bin’s, Götz Zastrow. Ich habe einen Auftrag für Sie. Sie haben doch Zeit, oder?“ Der Russe hatte ja gar keine Wahl – Götz hatte ihn in der Hand. „Mein Sohn und seine Freundin sind von einer Lawine verschüttet worden. Wahrscheinlich können sie nur noch tot geborgen werden. Jedenfalls – es gibt eine Möglichkeit, Profit daraus zu schlagen. Da ist viel drin. Für uns beide.“

Lukas war schon eingeschlafen. Sandra lag neben ihm und war noch wach. Aber sie empfand fast keine Angst mehr. Solange er bei ihr war … Sie würden hier schon wieder rauskommen. Ganz bestimmt. Man würde sie suchen. Und man würde sie auch finden, genau, wie Lukas gesagt hatte. Zu essen hatten sie genug, und langweilig würde es ihnen auch nicht werden. Also sollte sie einfach versuchen zu schlafen. Und Lukas’ Nähe zu genießen.

Am anderen Morgen erschien Astrid Ostermeyer im Fürstenhof. Sie hatte sich in der letzten Zeit um eine kranke Tante in Nordrhein-Westfalen gekümmert und war gerade erst zurückgekommen. Unter anderem, weil sie in Sorge war um Sandra. Seit gestern Nachmittag versuchte Astrid vergeblich, ihre Tochter auf dem Handy zu erreichen.

„Kein Grund zur Aufregung“, meinte Werner. „Sie und ihr Lukas sind für ein paar Tage weggefahren.“ Irritiert verzog Astrid das Gesicht. „Für die Kinder ist es wohl das Beste. Ein bisschen Abstand nach allem, was sie in letzter Zeit durchgemacht haben.“ Wohin die beiden gefahren waren, wusste er allerdings auch nicht. „Sandra hat sich nicht mal von mir verabschiedet, so eilig hatten es die beiden.“

„Du hattest versprochen, dich um sie zu kümmern.“ Der Vorwurf in Astrids Stimme war nicht zu überhören. „Und jetzt weißt du nicht mal, wo sie steckt. Das habe ich mir wirklich anders vorgestellt.“

Erst Charlotte gelang es, Astrid zu beruhigen.

„Sandra und Lukas amüsieren sich und genießen ihre Liebe“, meinte sie. „Und nach all dem Trubel der letzten Zeit kann ich das gut verstehen. Es ist bestimmt kein böser Wille, dass sie sich nicht meldet.“

Cosima und Götz saßen gemeinsam beim Frühstück. Beide waren angespannt – aus unterschiedlichen Gründen.

„Die Bank hat um kurz nach acht angerufen“, berichtete Cosima. „Der alte Saalfeld hat sich für heute angekündigt, um seinen Kredit auszulösen. Sie haben mich noch mal gefragt, ob ich ein Gegenangebot machen möchte.“ Aber ihr waren ja die Hände gebunden. „Wenn du Lukas nur den Brief hättest abluchsen können! So müssen wir tatenlos zusehen, wie dieser Emporkömmling seine Anteile wieder an sich reißt.“

Götz hingegen hatte andere Sorgen. Gleich nach dem Frühstück machte er sich auf den Weg. Er fuhr noch einmal zum Parkplatz an der Gondelstation, knackte dann den Wagen, den Lukas und Sandra dort abgestellt hatten, und brachte ihn in den Wald. So würde man nicht vermuten, dass jemand, der die Gondel genommen hatte, dort oben festsaß. Außerdem wischte er alles gründlich ab, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Dabei fiel ihm Sandras Armbanduhr in die Hände – sie hatte sie im Handschuhfach vergessen. Böse lächelnd steckte er sie ein. Das Tablettenröhrchen, das daneben lag, übersah er allerdings.

2. KAPITEL

Katja und Ben hatten sich seit gestern nicht gesehen, begegneten sich aber nun bei der Arbeit. Und keiner von beiden hielt die angespannte Stimmung, die seit ihrem Streit zwischen ihnen herrschte, länger aus.

„Ich hätte dich nicht unter Druck setzen dürfen“, räumte Ben ein. „Aber ich habe einfach Angst, dich zu verlieren.“ Sie nickte. „Und ich wüsste auch nicht, wie ich mich verhalten würde, wenn meine Mutter plötzlich dastehen würde und …Wahrscheinlich könnte ich sie auch nicht verpfeifen.“

„Mich macht das Ganze genauso fertig wie dich“, seufzte Katja und kämpfte gegen die Tränen. Er nahm sie in den Arm und zog sie an sich. „Ich sag meinem Vater, er soll verschwinden“, flüsterte sie. „So schnell wie möglich. Am besten sofort. Und ich verspreche dir, ich mache nie wieder etwas Illegales.“ Aber sie konnte ihren eigenen Vater nicht ans Messer liefern, das ging einfach nicht. Ben erklärte sich damit einverstanden. Was ihn nicht daran hinderte, seiner Freundin heimlich zu folgen, als die sich auf den Weg zu Curd machte, um mit ihm zu reden.

Katja traf ihren Vater im Alten Wirt. Und Curd war wenig begeistert davon, dass ihm so die Pistole auf die Brust gesetzt wurde. Aber es tat ihm auch leid, dass er seine Tochter in solche Schwierigkeiten gebracht hatte.

„Es ist nun mal so“, seufzte sie. „Du weißt, was du zu tun hast.“

„Ich kann aber noch nicht weg“, begehrte er auf. Er wartete noch immer auf neue gefälschte Papiere. „Sie sind aber noch nicht fertig.“ Wie lange es dauern würde, bis er sie bekam, konnte er nicht sagen.

„Versprich mir: Sobald du die Papiere hast, verschwindest du!“ Er nickte.

„Ich weiß, wie viel Ärger ich dir bereitet habe“, fügte er hinzu. „Und glaub mir, ich bin nicht glücklich darüber.“ Die beiden tauschten einen Blick voller Wärme. „Du bist sicher, auf deinen Freund ist Verlass?“

„Wenn du verschwindest – ja“, antwortete Katja.

„Du bist mich bald los“, versicherte er. „Und dann werde ich euch nicht mehr behelligen.“ Nur schwer gelang es Katja, sich von ihm loszureißen. Aber sie hatte Tanja versprochen, Fabien vom Kindergarten abzuholen. Wehmütig sah Curd seiner Tochter nach, blieb am Tisch sitzen und bestellte noch etwas zu trinken. Da nahm ihm gegenüber plötzlich ein junger Mann Platz.

„Herr Heinemann?“ Curd schluckte.

„Ben, nehme ich an?“ Ben nickte. „Es freut mich, den Freund meiner Tochter kennenzulernen.“ Ben ging nicht darauf ein.

„Wir haben etwas zu besprechen“, erklärte er nur und begann dann: „Wissen Sie eigentlich, was Sie Ihrer Tochter antun? Haben Sie auch nur einmal einen Gedanken daran verschwendet, dass Sie gerade Katjas Leben zerstören?“ Curds Miene wurde schuldbewusst. „Ich konnte meinen Onkel gerade noch davon abbringen, Katja wegen der achttausend Euro anzuzeigen“, fuhr Ben aufgebracht fort. „Aber das mit der Skulptur werden sie ihr anhängen. Wollen Sie wirklich, dass Katja für etwas büßt, das Sie verbrochen haben?“

„Natürlich nicht“, beteuerte Curd.„Deswegen verschwinde ich ja auch, sobald ich die Papiere habe.“

„Und dann?“, schnaubte Ben. „Was ändert das? Es entlastet Katja nicht von dem Verdacht, den Dallero geklaut zu haben. Sie wird in den Knast wandern! Für Sie!“

„Und was schlagen Sie vor?“, fragte Curd tonlos. „Wenn Sie sich schon so viele Gedanken gemacht haben?“

„Es gibt nur einen Weg, wie Sie ihr helfen können.“ Curd ahnte Böses. „Sie wird immer zu Ihnen halten. Bei mir sieht die Sache aber anders aus.“ Ben verlangte von Katjas Vater, dass er sich der Polizei stellte und sagte, wie sich die ganze Sache wirklich zugetragen hatte. „Oder ich tue es.“

Bis zum Nachmittag war es Sandra und Lukas gelungen, eine einigermaßen heitere Stimmung zu bewahren – trotz ihrer Situation. Nun hatte er Spaghetti gekocht. Sandra stand noch einmal vom Tisch auf und ging zu ihrer Tasche, um ihre Tabletten zu holen. Doch sie fand das Medikamentenröhrchen nicht. Siedend heiß fiel es ihr ein: Sie hatte das Immunsuppressivum im Auto liegen gelassen! Und wenn sie das Medikament nicht nahm, wurde ihr Herz abgestoßen!

Astrid war erst einmal nach München gefahren, um dort in ihrer Wohnung nach dem Rechten zu sehen. Werner schlug Charlotte vor, heute Abend gemeinsam essen zu gehen – er war gerade auf dem Weg zur Bank, um seine Anteile auszulösen, und dementsprechend würde es danach etwas zu feiern geben. Doch da kam André ins Büro und überreichte seinem Bruder, der ihn noch immer keines Blickes würdigte, einen Brief.

„Lag an der Rezeption. Für dich.“ Als Werner das Schreiben überflog, erstarrte er.

„Was ist?“, fragte Charlotte.

„Sandra und Lukas sind entführt worden“, flüsterte er. „Der Kidnapper fordert eine Million.“

„Das ist hoffentlich ein Scherz!“ Charlotte schnappte nach Luft.

„Das glaube ich nicht.“ Er las vor, was in dem am Computer geschriebenen Brief stand. „… eine Million in nicht aufeinanderfolgenden, kleinen Scheinen … innerhalb von zwei Tagen, und warten Sie auf weitere Anweisungen. Keine Tricks, keine Polizei, sonst sehen Sie die beiden nicht wieder.“ Charlotte hatte sich das Telefon gegriffen und Sandras Nummer gewählt. Es meldete sich nur die Mailbox.

Cosima hatte denselben Brief erhalten. Er hatte angeblich vor ihrer Zimmertür gelegen, Götz hatte ihn mit hereingebracht. Sie reagierte so schockiert, dass sie erst einmal ihr Herzspray benutzen musste. Und dann wollte sie auf der Stelle die Polizei einschalten.

„Bist du wahnsinnig?“, rief Götz. „Willst du Lukas’ Leben aufs Spiel setzen? Du hast doch gelesen, was der Entführer geschrieben hat: keine Polizei!“

„Was sollen wir denn sonst tun?“, entgegnete sie hysterisch.

„Erst einmal Ruhe bewahren“, meinte er. „Und dann überlegen wir, wie wir so schnell so viel Geld auftreiben können.“

Zu viert traf man sich zu einer Krisensitzung. Werner verglich die beiden Briefe des Entführers – es handelte sich Wort für Wort um das gleiche Schreiben.

„Ich kann es immer noch nicht glauben“, flüsterte er.

„Ich weiß nicht, was es da groß zu zweifeln gibt“, setzte Götz dem entgegen. „Die Kinder sind entführt worden.“

„Und die Kidnapper scheinen nicht zu spaßen“, ergänzte Cosima. Misstrauisch blickte Werner auf einmal von einem zum anderen.

„Wussten Sie, dass Sandra und Ihr Sohn ein paar Tage wegfahren wollten?“, fragte er, und ein unterschwelliger Angriff lag in seinen Worten.

„Natürlich, aber …“ Götz reagierte seinerseits angriffslustig. „Wollen Sie uns irgendwas sagen?“

„Ich finde es nur etwas seltsam, dass meine Tochter genau dann entführt wird, wenn ich meine Anteile bei der Bank auslösen möchte“, stellte der Senior fest.

„Was soll das denn heißen?“, keifte Cosima. Charlotte warf Werner einen bittenden Blick zu, doch der fuhr fort: „Liegt das nicht auf der Hand? Ihnen beiden käme es doch sehr gelegen, wenn ich mein Geld anderweitig anlegen müsste.“ Cosima schnappte nach Luft.

„Wollen Sie mir unterstellen, ich hätte mein eigenes Kind entführt?“, empörte sie sich dann. „Das ist ja wohl die Höhe!“

„Für mich klingt das nur allzu logisch“, beharrte er. Charlotte war zu überfordert, um sich in die Debatte einzuschalten, und Götz hielt sich wohlweislich raus.

„Wenn das für Sie so logisch ist …“, giftete Cosima nun. „Wer sagt mir denn, dass nicht Sie selbst hinter der Entführung stecken? Immerhin soll ich genauso zahlen wie Sie!“ Wütend funkelten der Senior und sie einander an.

„Im Gegensatz zu Ihnen habe ich aber ein freundschaftliches Verhältnis zu meiner Tochter“,polterte er nun. „Wovon man bei Ihnen und Ihrem Sohn wohl kaum sprechen kann. Er will ja nichts mehr mit Ihnen zu tun haben!“

„Halten Sie den Mund!“ Cosimas Stimme überschlug sich.

„Geben Sie es doch zu!“ Werner war nicht mehr zu bremsen. „Sie würden nicht einen Augenblick zögern, Ihren Spross für sich zu instrumentalisieren. Und wenn es sich für Sie rechnet, eben auch durch Entführung und Erpressung.“

„Verdammt noch mal! Sie übersehen, dass ich auch eine Million bezahlen soll!“ Das war für ihn kein Argument. Jetzt meldete sich endlich doch Götz zu Wort.

„Herr Saalfeld, Cosima, bitte … Es bringt nichts, wenn wir uns jetzt gegenseitig zerfleischen.“ Charlotte pflichtete ihm bei.

„Herr Zastrow hat recht“, sagte sie. „Es ist verständlich, dass die Emotionen hochkochen, aber wir sitzen alle im selben Boot.“

„So ist es“, bestätigte Götz. „Wir sollten also versuchen, Ruhe zu bewahren. Auch wenn es nicht leichtfällt. Aber wir sollten unsere Animositäten außen vor lassen.“

„Von mir aus“, knurrte Werner, und auch Cosima nickte.

„Wir müssen überlegen, was zu tun ist“, erklärte Charlotte. „Und dafür brauchen wir einen klaren Kopf.“

„Dass die Polizei nicht verständigt wird, darüber sind wir uns ja hoffentlich einig …“ Götz blickte auffordernd in die Runde.

„Ja, natürlich“, erwiderte Cosima schnell. Werner wirkte nicht ganz so überzeugt, schwieg aber.

„Also, überlegen wir mal. Sollte es dem Entführer nicht um die Bereicherung an sich gehen – wer könnte dem Fürstenhof schaden wollen?“ Götz wandte sich direkt an Werner. „Haben Sie Feinde, die von Ihrem Millionenkredit wissen könnten?“ Nachdenklich fixierte der Senior sein Gegenüber.

Ben und Curd saßen noch immer im Alten Wirt.

„Dann haben wir uns verstanden?“, fragte Ben, doch Curds Miene war undurchdringlich geworden. „Was? Wollen Sie, dass Katja für Sie in den Knast wandert?“

„Nein, aber … Katja ist doch durch ihren Deal mit der Staatsanwaltschaft aus dem Schneider. Diese Kronzeugengeschichte …“ Curd hatte noch immer nicht begriffen, dass er seiner Tochter diesen Weg verbaut hatte.

„Die Sache mit der Skulptur, die Beihilfe zu Ihrer Flucht – das sind alles neue Delikte“, erklärte Ben gereizt. „Auf die Kronzeugenregelung ist doch längst gepfiffen!“ Das hörte Herr Heinemann sichtlich ungern. „Machen Sie endlich die Augen auf! Sie haben Katja schon wieder reingeritten – der Staatsanwalt gibt einen Dreck auf irgendwelche früheren Abmachungen.“ Voller Verachtung schüttelte Ben den Kopf. „Ich verstehe Sie nicht. Katja wollte ein neues Leben anfangen, hat einen festen Job angenommen. Sie wollte den ganzen alten Mist hinter sich lassen. Aber Ihnen ist das ja egal! Sie kommen einfach her, ohne Rücksicht auf Verluste, und machen ihr alles kaputt. Bei einem Vater wie Ihnen braucht man wirklich keine Feinde.“ Das hatte gesessen. Curd war in sich zusammengesunken. „Okay, wenn Sie es nicht selbst machen – dann gehe ich jetzt eben zur Polizei.“ Ben erhob sich, doch Curd hielt ihn am Arm fest.

„Warten Sie“, bat er.

„Ich liebe Katja, im Gegensatz zu Ihnen“, ereiferte sich der Page. „Und ich schaue nicht tatenlos zu, wie sie sich ihr Leben verpfuscht.“ Er machte sich los und wandte sich zum Gehen.

„Warten Sie!“ Curd war ebenfalls aufgesprungen und folgte ihm. „Ich gehe. Ich werde mich stellen, Katja zuliebe. Aber eine Bitte habe ich: Ich will sie vorher noch mal sehen. Um mich zu verabschieden.“

Am nächsten Morgen saß Sandra noch in ihre Decke gekuschelt im Bett, während Lukas bereits den Frühstückstisch deckte. Sie hatte ihm nicht verraten, dass sie ihre Medikamente nicht dabeihatte. Die letzte Tablette hatte sie genommen, ehe sie losgefahren waren. Das bedeutete, spätestens morgen oder übermorgen würde es ihr schlechter gehen. Merklich schlechter. Sollte sie es ihm nicht doch sagen? Aber es hatte ja keinen Sinn. Es würde ihn nur beunruhigen. Das musste sie ihm nicht antun. Und außerdem … Sie würden ohnehin bald gerettet werden. Ganz bestimmt. Hoffentlich.

Trotzdem wurde ihr ein wenig schwindelig, als sie sich aus dem Bett erhob. Und Lukas stellte besorgt fest, wie blass sie war. Er bat sie, sich einfach wieder hinzulegen.

„Mach dir keine Sorgen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis sie uns gefunden haben.“ Sie nickte tapfer. Doch da ging schlagartig das Licht aus.

„Was ist jetzt?“, fragte sie leicht panisch. Lukas fluchte.

„Anscheinend verbraucht der Generator doch mehr Sprit, als ich dachte.“ Sie würden nun ohne Strom auskommen müssen. Was auch bedeutete, dass es kalt werden würde …

Derweil war Astrid in den Fürstenhof zurückgekehrt. Und Werner blieb nichts anderes übrig, als ihr zu eröffnen, dass Sandra und Lukas offenbar entführt worden waren. Weinend brach sie zusammen und weigerte sich dann, die Wohnung wieder zu verlassen. Sie wollte neben dem Telefon bleiben, für den Fall, dass sich der Entführer wieder meldete.

Charlotte und Werner drehten hingegen eine kleine Runde durch den Park, um den Kopf ein bisschen frei zu bekommen.

„Hast du einen Verdacht, wer hinter der Entführung stecken könnte?“, fragte Charlotte.

„Da fragst du noch?“ Bitter lachte er auf. „Seit sie hier aufgetaucht ist, hat diese Zastrow nur ein Ziel: den Fürstenhof an sich zu reißen. Und ihr feiner Herr Gemahl steht ihr in nichts nach.“

„Wenn Lukas nicht auch entführt worden wäre, würde ich dir ja sofort zustimmen“, räumte Charlotte ein. „Aber so? Wer bitte entführt sein eigenes Kind?“ Das traute sie nicht einmal Cosima zu. „Es muss jemand anderes sein. Überleg doch mal – gibt es irgendwen, der dir schaden wollen könnte? Ein ehemaliger Geschäftspartner, Freund, Bekannter?“ Wie angewurzelt blieb Werner da stehen. Ihm war jemand eingefallen: sein eigener Bruder!

„Hast du was mit Sandras Entführung zu tun?“ André glaubte, seinen Ohren nicht zu trauen, und musste erst einmal verarbeiten, was er da gerade gehört hatte. Sandra war entführt worden?

„Das ist ja furchtbar“, flüsterte er. Drohend starrte Werner ihn an. „Ich bin gewiss kein Heiliger. Aber ich würde doch niemals deine Tochter entführen. Meine Nichte! Was denkst du denn von mir?!“ Werner trat einen Schritt zurück und atmete tief durch.

„Ich habe es dir auch nicht wirklich zugetraut“, stellte er fest. „Es war nur … eine Möglichkeit.“

„Eher unmöglich“, schnaubte der Chefkoch.

„Verdammt, kannst du dir vorstellen, was ich für eine Angst habe? Da klammert man sich eben an jeden Strohhalm.“ Verständnisvoll legte André seinem verzweifelten Bruder die Hand auf die Schulter. „Wenn Sandra irgendwas zustößt …“ Der Senior kämpfte mit den Tränen. „André, das packe ich nicht.“

Auch André konnte sich nicht vorstellen, dass Cosima ihren eigenen Sohn hatte entführen lassen. Aber ihm fiel jemand anders ein: Curd Heinemann.

„Ihm steht das Wasser doch bis zum Hals“, argumentierte der Chefkoch. „Das Geld aus dem Dallero-Verkauf – futsch. Seine Fahrkarte in die Freiheit – futsch. Und wer hat ihm den Deal und den Weg in die Freiheit versaut?“

„Ich“, antwortete Werner wie aus der Pistole geschossen. Das könnte auf jeden Fall ein Motiv sein.

„Einerseits trifft er dich da, wo es am meisten wehtut – und seine Flucht ist auch wieder gesichert.“ Wenn Curd Heinemann hinter der Entführung steckte, wäre dies das Beste, was ihnen passieren könnte, glaubte André. „Er ist nämlich harmlos. Kein Gewaltverbrecher. Dem geht es nur um die Kohle.“ Niemals würde Curd Heinemann Sandra und Lukas umbringen, so viel stand fest.

Der vermeintliche Entführer hatte noch eine Nacht im Alten Wirt verbracht und war nun wieder mit Ben verabredet. Ben hatte eigentlich nicht daran geglaubt, dass er Katjas Vater wirklich wiedersehen würde.

„Ich liebe meine Tochter“, beteuerte Curd. „Und ich stehe zu dem, was ich gesagt habe. Keine Angst.“ Da dröhnte auf einmal Pachmayrs laute Stimme durch die Gaststube. Der Bürgermeister verlangte einen Kaffee – er war die ganze Nacht auf den Beinen gewesen, um die Rettungsaktionen zu koordinieren. Glücklicherweise schien es trotz der diversen Lawinenabgänge keine Toten und Verletzten zu geben. Als er Ben entdeckte, kam er an den Tisch – was Curd sichtlich unangenehm war.

„Nur mein Onkel“, raunte Ben ihm beruhigend zu und stellte Pachmayr dann seinen Begleiter vor.

„Da schau her!“ Der Bürgermeister machte große Augen. „Der Herr Kunstdieb höchstpersönlich.“

„Nicht so laut!“, zischte Ben.

„Sie wissen schon, dass mir Ihr feines Fräulein Tochter meine Brieftasche samt den darin befindlichen achttausend Euro gestohlen hat?!“, wetterte sein Onkel weiter. „Ein sauberes Früchtchen haben Sie sich da herangezogen!“

„Wie oft denn noch?“, ereiferte sich Ben. „Katja hat deine Brieftasche nicht geklaut!“

„Wer denn sonst?“, beharrte Pachmayr und musterte Curd Heinemann abfällig. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Und in Ihrem Fall sind sie aber wurmstichig, die Äpfel!“

„Ist gut jetzt!“ Ben atmete tief durch. „Herr Heinemann wird für seine Fehler geradestehen. Er stellt sich noch heute der Polizei.“

„Zurück hinter die schwedischen Gardinen“, höhnte der Bürgermeister. Curd hatte Mühe, das alles zu ertragen.

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