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Resilienz die Frieden schafft

Robert M. Suleiman

Resilienz

die Frieden schafft

In der Sorge fand ich die Lösung In der Dunkelheit selbst fand ich das Licht Im Schrecken selbst den Trost

Inhalt

Vorwort

Einleitung

1. Hinweise auf das Wirken und auf die Existenz Gottes als Basis für Resilienz

1.1 Die Existenz Gottes

1.2 Abhandlung über die Natur

1.3 Der Wert des Glaubens

2. Die Sichtweise der Gläubigen

2.1 Von allen Seiten aufgehoben sein

2.2 Glück im Unglück

2.3 Die ausweglose Situation des Propheten Junus (biblischer Jonas)

2.4 Liebe und Kraft

2.5 Das Ziel des Lebens

3. Vom Umgang mit Leid

3.1 Abhandlung für die Kranken

3.2 Über das Sterben

3.3 Abhandlung für die Betagten

3.4 Abhandlung über Schläge der göttlichen Güte

4. Liebe zu Gott

4.1 Über Liebe im Namen Gottes

4.2 Alles was zu ihm neigt

4.3 Der Mensch liebt das „Vollkommene“

4.4 Ego, Liebe und Angst

5. Das Gute im Schlechten und andere Lichter im Dunkeln

5.1 Die Kraft der Dankbarkeit

5.2 Wieso lässt Gott so viel Elend zu? Muss es einen Teufel geben? Die Liebe des Menschen zur Ewigkeit

5.3 Warum können wir nicht einfach so wie ein Tier das Leben genießen?

5.4 Über Politik, Toleranz und Gewaltanwendung sowie weitere Aussagen aus dem Gesamtwerk

6. Die Weisheit hinter dem Ego

7. Brauchen wir wirklich Paradies und Hölle um gute Menschen zu sein?

Anstelle eines Schlusswortes

Vorwort

In den letzten hundert Jahren haben sich die Menschen sowohl von härteren Zeiten als auch zugleich vom Glauben entfernt. Dass der Glaube bei den Menschen zu einer höheren Resilienz, das heißt Widerstandskraft gegen psychische Belastungen, führt, gilt durch wissenschaftliche Studienergebnisse als erwiesen. Es wird angenommen, dass erlittenes Leid, wenn es als sinnhaft wahrgenommen wird, besser ertragen werden kann. Religionen gelten als sinnstiftend. Das kulturelle Rückgrat des Glaubens steht uns heute nicht mehr in dem Maße wie vor beispielsweise hundert Jahren zu Verfügung.

Würden die Lebensumstände wie vor hundert Jahren uns ganz plötzlich wieder übergestülpt, gäbe es eine beträchtliche Anzahl von Menschen, welche ohne das Gefühl, von Gott getragen zu sein, schier ihren Verstand verlieren würden.

Nun befinden wir Menschen uns aber angesichts bevorstehender Katastrophen wie Klimawandel, Umweltzerstörung, steigender Kriegsgefahr, drohender Geldkrise sowie anderen uns unserer Menschlichkeit beraubender Faktoren vor großen Belastungen. Selbstverständlich tragen wir Verantwortung für die hausgemachten Probleme unserer Welt und ich bin der festen Überzeugung, dass wir dieser Verantwortung nur mit einem innigen Gottesbezug gerecht werden können. Dieses Buch will einen Beitrag dazu leisten.

In diesem Buch findet sich ein Leitfaden zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Lebens. Die Ganzheitlichkeit kommt zustande, wenn wir Gott als die einzige wahre Wirkursache verstehen können. Können wir hinter den Kulissen ein gerechtes, alles umfassendes System erkennen, lösen sich alle Widersprüche, leidvolle Erfahrungen und Ängste schnell auf.

Da das Anerkennen Gottes hierzu Grundvoraussetzung ist, will das erste Kapitel uns Gott vermitteln.

Mit „Gott“ ist in diesem Buch derjenige gemeint, welcher alles ins Dasein gebracht hat, es leitet und an dessen Schöpfung man seine Eigenschaften erkennen kann. Dieser eine Gott, wie ich ihn soeben grob umschrieben habe, ist sowohl der Gott der Juden, der Christen und der Muslime. Auch werden viele andere Menschen auf dieser Welt dem so zustimmen. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade zwischen Anhängern dieser drei Religionen bis heute so viele Spannungen herrschen.

Deshalb ist das Ziel dieses Buches nicht nur einen spirituellen Weg zu Resilienz und Lebensglück aufzuzeigen, sondern auch Frieden unter den Menschen verschiedener Religionen zu stiften. Es soll Muslimen ein Umdenken ermöglichen, auch dann nicht mit Gewalt zu reagieren, selbst wenn sie sich durch Gewalt oder andere Provokationen herausgefordert sehen. Dieses Thema wird im Kapitel 5.4 behandelt. Bitte empfehlt dieses Buch Muslimen weiter. Um die Akzeptanz für Muslime mit den Inhalten dieses Buches zu erhöhen, und Nicht-Muslimen zu zeigen, dass Muslime auch ganz anders als wir oft meinen, sehr friedfertig, versöhnlich und modern in ihrem Weltverständnis sein können, eignet sich für dieses Buch ein muslimisches Werk als Grundlage.

Es ist das Werk des kurdischstämmigen Islamgelehrten Said Nursi (gest. 1960 in der Türkei), mit dem Titel Risale-i Nur (zu Deutsch „Lichtbriefe“).

Selbstverständlich gibt es auch zahlreiche Beispiele in christlichen und jüdischen Werken, welche genauso gut herangezogen werden hätten können, um einen spirituellen Weg zu Resilienz und Lebensglück aufzuzeigen. Die Religionen sind ja in Wirklichkeit gar nicht so weit auseinander wie wir manchmal glauben.

Das als Grundlage dieses Buches dienende Werk, ist nach dem Koran das am häufigsten gelesene religiöse Schriftwerk in der Türkei und wurde in Teilen in viele Sprachen der Welt übersetzt. Es ist eine Art von Korankommentar, welcher die Weisheiten und tieferliegenden Bedeutungen des Glaubens erklärt.

Interessanterweise wendet sich Said Nursi in diesem seinem Hauptwerk öfter an zukünftige Generationen und spricht diese an. Das erstaunt umso mehr, als sich die Risale-i Nur so liest, als wäre sie erst gestern für unsere aktuelle Lage geschrieben worden. Das über 6000 Seiten umfassende Werk ist in der damals für Religionswissenschaftler üblichen Sprache und auf osmanisch verfasst. Für Türken ist der Zugang zur Risale- i Nur jedoch heute sehr erschwert, da sie deren Sprache kaum noch verstehen können. Die türkische Sprache hat sich, aufgrund staatlicher Programme zur „Entfernung nicht türkischer Wörter aus der Sprache“, in den letzten fünfzig Jahren sehr stark verändert. Said Nursi wurde 1876/77 im damaligen Osmanischen Reich geboren und erhielt schon als Jugendlicher den damals höchsten Titel für islamische Gelehrte „Bediuzzaman“ (gesprochen Bediusaman), was so viel besagt wie “seit langem ist niemand so gelehrsam gewesen“. Er gehörte der weitaus größten Gruppe der Muslime, der sunnitischen Richtung (ca.90%) an. Er grenzte sich stark von Sekten ab und wollte nicht durch Gewalt, sondern durch Liebe, Sanftmut, Mitgefühl und Überzeugungskraft etwas verändern. Er verurteilte jede Art von Terrorismus scharf und hielt rein gar nichts von der Vermischung von Politik und Religion. In seinem noch lange vor der Risale-i Nur verfassten Buch „Munazarat“ (Diskussionen, erschienen 1911), setzte er sich schon Jahrzehnte vor der Einführung der Demokratie in der Türkei für ein demokratisches, parlamentarisches System ein. Die Motivation dafür war einzig und alleine der Islam (freiwillige Hingabe an Gott). Said Nursi erklärt in seinem Werk, dass es „verschleiernd“ geschrieben wurde. Das heißt, man versteht nicht alles sofort, sondern erst nach genauem und eventuell wiederholtem Lesen mit der Zeit. Dieses Buch versucht dem Leser jedoch ein schnelleres Verständnis zu ermöglichen, wenn auch nicht so breit angelegt, sondern im Rahmen des Themas der psychischen Widerstandskraft und der Überwindung von Ängsten.

Das osmanische Reich war gesellschaftlich und politisch relativ stark an der islamischen Religion orientiert. Nach dessen Untergang 1923 wurden im Zuge der säkularen und laizistischen Neuausrichtung des Landes staatlicherseits viele Menschenrechtsverletzungen begangen, um die Gesellschaft, notfalls auch mit Zwang und Gewalt, auf die neuen Ziele der Verfassung auszurichten. So wurde die Bevölkerung beispielsweise gezwungen, eine bestimmte Kleidung zu tragen, der Gebetsruf in arabischer Sprache wurde verboten, Bücher durften nur noch in lateinischen Buchstaben gedruckt werden, die religiöse Elite des Landes wurde ermordet und dergleichen mehr. In dieser Zeit erfuhr Nursi Unterdrückung und Willkür in Form von Verbannung, Hausarresten, Gefängnisaufenthalten unter folterähnlichen Bedingungen in Einzelhaft, Vergiftungen, Isolation, Verbot seiner Schriften und deren Beschlagnahmung. Er ermahnte seine Anhänger immer wieder dazu, die erlittenen Schikanen zu ertragen und sich keinesfalls zur Gewalt verleiten zu lassen. Als Said Nursi mit seinen Mitstreitern einmal das Gerichtsgebäude verließ und ihnen von Polizisten mit Schlagstöcken auf ihre Knie geschlagen wurde, wies er sie sogar dazu an, sich für diese Schläge zu bedanken. Mit dem Fortschreiten der zivilen staatlichen Entwicklung in der Türkei wurde die Verbreitung seiner Schriften schließlich noch zu seinen Lebzeiten, als Ergebnis gerichtlicher Verhandlungen, erlaubt. Heute gibt es weltweit ca. eine Million Menschen, welche sein Werk tief in ihre Herzen geschlossen haben und es regelmäßig lesen.

Trotz der insgesamt ca. dreißigjährigen Haft (einschließlich der Haft in russischer Gefangenschaft im 1. Weltkrieg), jahrelanger Verbannung und Hausarresten unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen, wurde Said Nursi durch seine gottergebene Lebensweise eine solche Kraft und Freude zuteil, welche er ganz klar in seinen Schriften zum Ausdruck bringt. Könnten wir uns nur ein Scheibchen von seiner Lebensweise abschneiden, wären wir die glücklichsten Menschen. Zugang zu diesem Glück zu verschaffen, sodass es der Leser auch heute möglichst schnell und kompakt begreifen kann, ist das Hauptziel des vorliegenden Buchs. Said Nursi vereint und versöhnt den Sufismus (islamische Mystik) mit der klassischen islamischen Theologie. Es sei hier aber darauf hingewiesen, dass Said Nursi kein Sufi im Sinne eines Anhängers eines Ordens gewesen ist. Dieses Buches distanziert sich durch seinen Inhalt ganz klar vom Wahhabismus/Salafismus. Dieses Buch ist auch zur Trauerarbeit und zum Vorlesen für im Sterben liegende gläubige Menschen geeignet.

Dieses Buch will durch Nursis Werk Licht für den Leser über die Tiefe und Kraft des Glaubens bringen und vereint durch seine ganzheitliche Herangehensweise alle Menschen die ganz einfach an Gott glauben, zu einer großen geistigen Gemeinschaft, dies aber ohne den Nichtgläubigen feindlich gesinnt zu sein, denn auch an diese wendet sich dieses Buch. Dieses Buch bietet darüber hinaus eine Chance, die spirituelle Dimension des Islams ohne Verfärbung kennenzulernen. Denn unser Wissen über den Islam ist mit Informationen des politischen und gesellschaftlichen Weltgeschehens inmitten kriegerischer Auseinandersetzungen vermischt. Auch kulturelle Unterschiede der Völker sowie der Terror von künstlich hochgepäppelten muslimischen Sekten versperren uns Menschen den Blick auf den Wesenskern des Islams.

So wie es im Christentum immer wieder Strömungen gab, welche die Grenzen zwischen Islam und Christentum im Ergebnis aufweichten, gibt es auch muslimische Strömungen, welche den Christen gegenüber sehr freundschaftlich und kooperativ gesinnt sind und dazu beitragen, Grenzen in den Köpfen und Herzen zu überwinden. Die Strömung der Risale-i Nur- Leser ist solch eine.

Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft haben im besten Falle noch ein zwiespältiges Verhältnis zu Gott. Das liegt aber oft auch daran, dass sie den Kern dessen, was Gottes Attribute beschreibt, nicht entdeckt haben oder es ihnen vorenthalten wurde.

Dieses Buch beendet das weit verbreitete Gefühl „von Gott und dem Sinn des Lebens abgeschnitten zu sein“. Es gibt Hoffnung und Zuversicht. Gott lässt uns nicht alleine!

Dieses Buch ist ein Weg, mehr Freude am Leben und mehr Widerstandskraft gegen alle Widrigkeiten des Lebens durch den starken Glauben an Gott und dessen Wirken zu erlangen. Es ist ein Rüstzeug und befreit den Menschen von Ängsten und innerer Gefangenschaft. Wichtiger aber noch ist: Es reinigt unsere Herzen, Seele und Verstand von Materialismus, übertriebenem Egoismus, Naturalismus, falschem Nationalismus und von offensichtlichem und unscheinbarem Dienst an falschen Göttern und kann infolgedessen dazu führen, Gottes Wohlgefallen besser zu erlangen und unser Leben besser an Gott auszurichten.

Ergebnis der Lektüre dieses Buches ist es hoffentlich, sich von bedrückenden Gefühlen aller Art zu befreien und tiefe Freude zu empfinden sowie eine enorme Widerstandkraft gegen kleine und große Schicksalsschläge jeder Art zu erlangen.

Das Buch versucht Brücken zu bauen und den einzelnen Menschen in seinem Glauben zu stärken. Es will Grundlagen aufzeigen, welche dazu führen, dass sich die Gläubigen verschiedener Religionen untereinander unterstützen.

Ziel dieses Buches ist die Förderung tiefer Religiosität und Spiritualität im Gegensatz zu reinen Lippenbekenntnissen oder der Absicht, sich durch Religion von anderen abgrenzen zu wollen. Ziel ist es, die allgemeine Wertschätzung der Religionen wieder zu erhöhen. Ziel ist es, Streit und unsinnige sowie schädliche Diskussionen zu vermeiden und zu beenden sowie Frieden zwischen den Gläubigen der verschiedenen Religionen und allen Menschen zu fördern, nach dem Motto des Bibelspruchs: „Suche Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34,15).

Im Koran wird den Gläubigen sogar verboten, in herabsetzender Weise mit Christen und Juden zu sprechen, und sie sollen nur in allerfreundlichster Art und Weise religiöse Meinungsverschiedenheiten mit ihnen besprechen. Es gibt eine Strafe für die aus einer Sekte entspringenden „Islamzerstörer“, welche sich „Islamischer Staat“ nennen und sich nicht nur mit Ihren Zungen über dieses Gebot hinwegsetzen, sondern gar Hand an Christen anlegen! Schande über die Herrscher Saudi Arabiens und deren westliche Helfer, welche diese Organisation ins Leben gerufen haben. Auch möchte ich hier anmerken, dass der IS ohne amerikanische Waffen, welche ihnen im Irak in die Hände gefallen sind und dort ursprünglich zur Terrorbekämpfung gelagert waren, nicht so stark geworden wäre.

Anmerkung zur Übersetzung und zur zusammenfassenden Wiedergabe der Risale-i Nur Texte in diesem Buch:

Alle Stellen, welche nicht in kursiver Schrift geschrieben sind, sind aus der Risale-i-Nur. Manche Stellen in der Risale-i-Nur wurden möglichst wortgetreu und genau vom Verfasser dieses Buches übersetzt. Manchmal wird die Bedeutung von Risale-i-Nur Texten als eine Art Zusammenfassung von dem, was der Verfasser davon verstanden hat, wiedergegeben. Manchmal werden im Original vorkommende Wiederholungen oder Sätze/Satzteile zugunsten des Leseflusses oder um Dinge für den Leser zu vereinfachen weggelassen. Wichtig war für den Verfasser, die Botschaft, welche Said Nursi vermitteln will, möglichst prägnant rüberzubringen. Diese Unterschiede in der Wiedergabe sind nicht extra gekennzeichnet.

Kursiv geschrieben sind alle Anmerkungen und Erklärungen des Verfassers dieses Buchs. Vorwort und Einleitung sind vom Verfasser dieses Buchs. Im Band “Briefe“ der Risale-i Nur, am Ende des sechsten Abschnitts des 29. Kapitels, zum Ende der 5. „teuflischen Versuchung“ gibt Nursi im Umkehrschluss die Erlaubnis dazu, seine Werke zu erklären. Diese Erklärungen stammen, so gut es mir möglich war, aus Informationen, welche an anderer Stelle in seinem Werk vorkommen.

Mir ist dabei bewusst, dass ich mich damit zu einer Art von „Schleier“ gemacht habe, welcher die tiefen Bedeutungen der Risale-i Nur verdeckt. Dies deswegen, da es mir immer nur möglich ist, einen Teil der Bedeutungsfülle, welche im Originalwerk vorhanden ist wiederzugeben. Abgesehen davon, ist eine Übersetzung auch ungewollt immer ein Stück weit Interpretation. Denn manche Wörter können so oder auch etwas anders übersetzt werden. In der Risale-i Nur steht, dass es strikt unerwünscht ist, auch nur ein Komma dieser (Original)-Abhandlungen zu verändern. Dies ist selbstverständlich nicht meine Absicht. Es handelt sich bei diesem Buch hauptsächlich um eine Zusammenfassung mit Anmerkungen von Teilen seines Werks in deutscher Sprache. Dieses Buch weist auf das Original hin. Ich bitte Gott den Erhabenen, mich mit dieser Absicht anzunehmen, denn es ist mir aus meinem Innersten heraus nicht möglich, mit dem Schreiben dieses Buches aufzuhören. Das qualitative Original bleibt und ist die Risale-i Nur. Genau genommen ist die Risale-i Nur Nur in der Originalsprache das, was sie ist. Und der Koran ist selbstverständlich nur in der Originalsprache der Koran. Dem beugt sich mein Ego und es werde zu Staub und Erde.

Einleitung

Im Namen Gottes,

dessen der uns die großen Gnadengaben und kleinen Gaben und

Freuden gibt.

Nach Said Nursi ist es das heftigste Bedürfnis des Menschen auf die Schmerzen über Verlust, Tod, Trennung, Krankheit, Liebeskummer… ein Heilmittel zu erhalten. Der Grund der Tabuisierung von Krankheit und Tod in unserer Gesellschaft ist, dass alleine der Gedanke an die Tatsache, dass wir erkranken könnten und sterben müssen, einen Schmerz bei vielen auslöst oder doch zumindest bei der von vielen angestrebten Spaßoptimierung im Wege steht. In einer Leistungs- und Spaßgesellschaft, in der der Tod noch dazu eher als nutzloses Übel gesehen wird, ist das sogar verständlich. Nichtsdestotrotz erleben wir früher oder später doch, dass Menschen sterben. Und selbst wenn wir hartgesotten sind, keine Angst vor dem Unbekannten haben und behaupten gar keine Angst vor dem Tod zu haben, so würden die meisten es wohl vorziehen, wenn sie mit Gesundheit und Kraft ewig weiter leben könnten. Lieder wie „forever young“ oder Sprüche an den Wänden wie „Unsere Liebe wird nie vergehen“ bezeugen ganz klar den Wunsch des Menschen, das Schöne und Gute für immer zu behalten. Trotzdem vergeht unsere Jugend, Gesundheit, Geld, liebgewonnene Menschen, Kraft und sogar die eigenen Kinder verlassen uns irgendwann, indem sie aus dem Elternhaus ausziehen. Dies verursacht Trauer und Schmerz.

Dieses Buch ist wie ein Gebet darum, dass die Wundermittel des Glaubens für diese Schmerzen mit Gottes Erlaubnis eine Salbe sind. Sicher kann man beispielsweise das geliebte Gespräch mit dem verstorbenen Ehepartner nicht ersetzen, doch dem Kern der Trauer über den Verlust im Herzen, die Niedergeschlagenheit vermag die in diesem Buch beschriebene Glaubensweisheit den Nährboden zu entziehen. Ich selber habe es ausprobiert und kann es bestätigen. Und auch die vielen Gläubigen, welche in äußerster Bemühung ihr Hab und Gut sowie sogar ihr eigenes Leben für „die Sache Gottes“ opferten, legen für die Kraft und die Freude, welche aus Religion entspringt, Zeugnis ab. Said Nursi selber starb infolge einer von Vergiftungen und Gefängnisaufenthalten angegriffenen Gesundheit, war jedoch innerlich ruhig, gelassen, zufrieden und glücklich.

Dabei ist noch anzumerken, dass das Werk Nursis einen noch weitaus größeren Schatz an Resilienz-Faktoren bereithält, als der „einfache Muslim“ normalerweise weiß. In diesem Zusammenhang möchte ich hier auf die Eigenschaften Gottes und ihre Manifestationen in allem Vorhandenem hinweisen. Die Manifestationen der Eigenschaften Gottes im Geschaffenen sind für Gott immer sinnvoll, auch wenn wir für uns selber unmittelbar keinen Nutzen, sondern scheinbar einen Schaden daraus erkennen. Andererseits glauben beispielsweise alle Muslime an „das Schicksal“. Dieses „Schicksal“ ist dergestalt, dass das Leben von Gott vorhergewusst ist. Dennoch ist es von Gott jederzeit veränderbar und wir sind von unserer Verantwortung, uns zu bemühen nicht befreit, da wir ja nicht wissen können, was für uns bestimmt ist. Über alles bereits Vergangene kann der Muslim sagen: So musste es kommen und das akzeptiere ich. Das innere Akzeptieren und Annehmen aber ist die Grundvoraussetzung dafür, Leid verarbeiten zu können. Gleichzeitig sollte der Glaube an das Schicksal den Menschen davor bewahren, eingebildet und in falschem Stolz seine eigenen Leistungen als von sich selbst kommend zu sehen. Somit ist auch für die eigenen Leistungen Gott zu danken, da ER es war, der dieses Schicksal so ablaufen ließ. Für die schlechten Taten aber kann man Gott sowieso nicht verantwortlich machen. Das wird aber in diesem Buch noch genauer erklärt werden. Aber auch ein(e) gläubige(r) Christ(in)kann sagen: „Ist mir auch alles Schöne im Leben genommen – das Schönste aber, nämlich Gott in meinem Herzen, hat man mir nicht nehmen können und es wird mir hoffentlich auch nie genommen werden! So bin ich trotzdem dankbar und geduldig in meiner schweren Lage“.

All jenen, die befürchten, dass ihnen das in diesem Buch Geschriebene „zu hoch und unverständlich“ sein könnte, seien getröstet: Alleine das Lesen der Lichtbriefe hat auf viele eine beruhigende und meditative Wirkung. Es wird in diesem Buch nicht nur der Verstand, sondern auch unsere Seele, der Geist und die feinen Empfindungen des Herzens und sogar „das Ego“ bedient, sodass auch jene, die beim ersten Lesen dieses Buches scheinbar nur wenig verstanden haben, sicherlich dennoch auf anderer Ebene profitiert haben. Deshalb ist dieses Buch auch zum mehrmaligen Lesen geeignet und außerdem kann es sein, dass man Stellen, die man vielleicht „überlesen“ hat, dann besser versteht.

Ich wünsche allen Lesern viel Freude beim Lesen und die dafür nötige Muße. Said Nursi soll einmal gesagt haben: Lest meine Werke bitte nicht wie eine Zeitung. Das verstehe ich persönlich so: Lest in die Tiefe gehend und nicht nur partiell überfliegend und möglichst von Anfang bis Ende.

München, 2020

1. Hinweise auf das Wirken und auf die Existenz Gottes als Basis für Resilienz

1.1 Die Existenz Gottes

Aus dem 33. Kapitel des Buches Worte:

Wer nicht viel weiß, ist oft überzeugt, dass die Wissenschaft konträr zur Annahme eines Schöpfergottes ist. Doch ist es so, dass große Wissenschaftler, beispielsweise Albert Einstein, Max Plank oder Luis Victor de Broglie, vom Vorhandensein eines Schöpfergottes überzeugt waren. Denn sie sahen, dass die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten sich mit jedem weiteren Schritt einer Konzeption näherten, bei dem das Vorhandensein Gottes immer notwendiger und klarer wurde.

Die Hinweise darauf im Risale-i Nur Gesamtwerk sind sehr zahlreich.

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