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Realität, Relativität, Relationalität

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Marcel Strobel

Realität, Relativität,
Relationalität

Das erfahrungsorientierte Weltbild

Vom Zweck, der Aufgabe und dem Sinn des Lebens

Widmung

Vorwort

Die Struktur dieses Buches

1. Teil – Wie wir Erfahrungen machen

Die Dominanz des Nichts oder warum die Realität eine Illusion ist

Materie und andere Illusionen

Wie wir unsere Realität konstruieren

Selbstbewusstsein / Selbstbewusstheit

Wer denkt hier eigentlich? Wer spielt hier?

Warum wir in Modellen denken

Sein oder Nichtsein

Das Meta-Prinzip

Das erweiterte Eisberg-Modell

Micha

Quatsch im Kopf

Die Dimension der Illusion

Über die Hartnäckigkeit der Illusion

Kommunikation

Leben als Kunst

Realität, Relativität, Relationalität

Zwischenbilanz 1

Das Meta-Prinzip / Fortsetzung

Haben/Tun/Sein-Haltung

Glaubenssätze und Erwartungen

Die gewohnte Illusion

Das Gedankenexperiment

2. Teil – Warum wir Erfahrungen machen

Grundsätzliches über Weltanschauungen

Der Vorteil einer eigenen Weltanschauung

Sinn und Nutzen einer Weltanschauung

Warum es wichtig und sinnvoll ist, eine Weltanschauung zu haben, und wann diese relevant ist

Kunst und Leben

Persönliche Relevanz

Unsere individuelle Illusion

Die Illusion des eigenen Körpers

Dualität

Die vier Schritte der Manipulation

Das Wirken der Pendel in der Dualität

Ebenen des Bewusstseins

Geld und Gesellschaft

Funktion der Inflation

Wir und unser Leben als Experiment

Sinn, Zweck und Aufgabe des Lebens

Zwischenbilanz 2

3. Teil – Wie wir Einfluss auf unsere Erfahrungen und damit auf unsere Realität nehmen können

Erkenntnis heilt nicht?

Erkenntnis und Erfahrung

Die Entscheidung ist entscheidend

TRIZ for Life

Gedanken und Gefühle, Emotionalisierung

Werte

Der Illusion entsteigen

Jeder hat noch Potenzial

Entwicklung / Entfaltung / Nutzung des Potenzials

Zwischenbilanz 3

Bewusstsein / Unbewusstsein / Potenzial

Begrenzungen

Entscheidung für und gegen Erfahrung

Wege zum Bewusstsein

Schwingende Energie

Beurteilen, Verurteilen, Bedürftigkeit

Zum Glück entscheiden

Gewahrwerden

Erfahrung und Haltung

Auf die Haltung kommt’s an

Desidentifikation

Neuentscheidung

Menschen befähigen, ohne Mangelempfinden zu verursachen

Verhalten versus Identität

Fehler und Feedback

Sanft sein – Sanftmut

Individuelle Landkarten

Kernmotivation

Schauen Sie nach Innen

Verhalten lernen und Verhalten verändern

Konditionierte Ziele

Zeit und Jetzt

Erweiterung der Komfortzone

Schuld

Systemische Selbstsabotage

Kinder und Eltern

Vertrauen versus Abhängigkeit

Lieben

Identität wählen und realisieren und Veränderung entscheiden

Planvolles Handeln

Absichtsvolles Denken und Erkennen der Absicht

Grundsätze

13 Gebote für das Leben Ihrer Träume

Schlusswort

Danksagung

Widmung

Für Lukas,

meinem geliebten Sohn, und allen jungen Menschen, die empfinden, dass mit unserer Welt und der von uns gelebten und erlebten Realität irgendetwas nicht stimmt.

Lasst Euch nicht durch das abhalten, was Euch gesagt wird. Viel zu wenige führen das Leben ihrer Träume. Und das liegt vor allem daran, dass sie auf jemanden hörten und meinten, dass deren Wissen der Wahrheit letzter Schluss sei.

Also findet Euren Weg und geht ihn – auch wenn Ihr diesen Weg erst noch finden müsst. Eines ist sicher, bestenfalls sind es Trampelpfade. Meidet die Hauptstraßen. Diese sind gesäumt von gescheiterten Existenzen und unglücklich Gestrandeten. Und ignoriert die Wegweiser. Diejenigen, die sie aufstellten, sind selten einen der ausgewiesenen Wege gegangen.

Einige fanden den Weg aus der Matrix und sind die glücklichsten Menschen, die ich kenne. Wenn Ihr es nicht versucht, werdet Ihr es nicht herausfinden. Seid Euch dessen gewahr: Wenn Ihr anders als Eure Vorfahren leben wollt, dann solltet Ihr das Leben Eurer Vorfahren auch nicht führen und es Euch nicht zum Vorbild nehmen. Dennoch: Urteilt milde und seid dankbar. Dem, was war, verdankt Ihr, dass Ihr seid.

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“

Georg Christoph Lichtenberg

Mensch zu sein heißt, sich zu entwickeln. Das geht nicht in der Retrospektive. Habt Mut, seid der Forstschritt. Tragt zur Entwicklung der Menschheit bei. Ihr seid die Zukunft. Auch Eure eigene. Gestaltet diese. Und habt Spaß dabei. Ich wünsche Euch gutes Gelingen und möge die Macht der Zuversicht mit Euch sein.

Vorwort

Dieses Buch soll dazu beitragen, dass Sie eine Geisteshaltung einnehmen können, die es Ihnen ermöglicht, Methoden erfolgreich und wirkungsvoll einzusetzen. Und zwar so, dass Sie geplante Ziele und Erfolge erreichen und sogar noch übertreffen. Dieses Buch ist ein Bewusstseinsbooster, welches Sie, alleine durch die beschriebene Weltanschauung, die Welt und Ihre eigene Existenz in einem anderen, förderlicheren Licht betrachten lassen wird.

Und es handelt von Ihrem Leben. Wie es gerade ist, wie es wurde, was es ist und wie es war. Zeitlebens wenden Sie Methoden an. Bewusst oder unbewusst. Diese sind Ihnen durch Nachahmung, Erziehung und gesellschaftlichen Kontext vermittelt worden. Sie haben sie entweder übernommen, sie ignoriert oder gegen sie rebelliert. Egal, wie Ihre Entscheidung, sich zu verhalten, ausfiel, in jedem Fall sind es Methoden und Muster, die Ihr Verhalten prägen. Und auch diesen Methoden ist größtenteils gemein, dass es sich um mechanistische Methoden handelt, bei denen Ihnen nicht eine Haltung, sondern vielmehr ein Verhalten vermittelt wurde. Dieses Buch durchleuchtet mit Ihnen gemeinsam die Haltung, die einem Verhalten zugrunde liegen könnte. Und es ermöglicht Ihnen die Reflexion, ob Sie diese Haltung in Ihrem Leben willkommen heißen oder ob Ihnen der Sinn nach einer anderen Haltung steht. Sollte zweites der Fall sein, werden Sie nach der Lektüre dieses Buches Verhalten entwickeln können, also neue Methoden anwenden, die mehr Ihrer Haltung entsprechen und dadurch sowohl erfolgreicher als auch zielführender sind.

Verschiedene Menschen fabrizieren aus den gleichen Voraussetzungen gänzlich unterschiedliche Lebensqualitäten. Die einen sind glücklich, die anderen nicht. Die einen haben erfüllte Partnerschaften, die anderen stolpern von einem erfolglosen Abenteuer ins nächste. Die einen gehen mit Freude zur Arbeit, die anderen sehnt es nur nach Wochenende und dem nächsten Urlaub. Und das, obwohl es die gleiche Arbeit ist. Und es können ähnliche Partner sein und vergleichbare Lebensumstände. Dennoch scheint sich die Qualität des Lebens jedes Einzelnen so stark zu unterscheiden, dass die Erkenntnis auf der Hand liegt, dass es wohl nicht die Umstände sein können, die über die Lebensqualität entscheiden. Hieraus resultiert die phänomenale Möglichkeit, dass ein jeder glücklich sein kann, egal wie sich seine Lebensumstände gestalten. Aber offensichtlich sind es nicht alle. Das muss einen Grund haben. Und genau diesen gilt es herausfinden.

Es gibt erfolgreiche Unternehmer und weniger erfolgreiche, obwohl beide im selben Markt identische Produkte anbieten. Es gibt Menschen mit vielen Ideen, wie sie Neues erschaffen oder bestehendes verbessern können. Andere Menschen mit der gleichen Ausbildung und Lebenserfahrung kollabieren bei jedem Problem und finden keinen Ausweg und keine Lösung. Und kennen Sie das nicht auch: Da hatten Sie einen Lehrer, bei dem Sie gute Noten erzielten, das Lernen fiel leicht und es machte Spaß, Unterricht bei diesem Lehrer zu haben. Und dann gab es da diesen anderen Lehrer, bei dem Sie lieber krank waren, um zuhause bleiben zu können und nicht in den Unterricht zu müssen. Er war verbittert und hatte selbst sichtbar wenig Spaß daran, Sie zu unterrichten. Das Interessante daran: Beide Lehrer haben dieselbe Ausbildung genossen, arbeiten die gleiche Zeit und erhalten das gleiche Gehalt. An diesen Faktoren scheint es also nicht zu liegen, ob man Spaß an dem hat, was man tut, und ob man erfolgreich damit ist.

Das entscheidende Kriterium scheint also ein anderes zu sein und dieses zu finden, hat mich motiviert, dieses Buch zu schreiben. Am Ende kommt es auf die Haltung an. Oder wie Andrew Matthews so schön sagte, ist „die Philosophie und Weltanschauung erfolgreicher Leute eine Hauptzutat ihres Erfolges“.

Zu wenige wissen etwas über diese Zusammenhänge und noch seltener wird dieses Wissen angewandt. Und dabei kann mit diesem Wissen und vor allem seiner Anwendung die Qualität des Lebens immens positiv beeinflusst werden.

Wir leben in einer komplexen Welt. Glaubt man einigen Wissenschaftlern, haben sich unsere Gene seit der Steinzeit vor gut 30.000 Jahren nicht mehr verändert. Unser genetischer Code ist also für ein Leben in der Steinzeit prädestiniert. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die empfohlene Ernährung und Körperertüchtigung, über die bereits einige Bücher geschrieben wurden, sondern auch auf die Art unseres Lebens, Erlebens und Zusammenlebens.

Der größte Unterscheid zwischen dem Leben und Erleben in der Steinzeit und der heutigen Zeit ist, dass wir heute in einem weitaus größeren Maß in intellektuellen Konstrukten leben als damals. Drastisch ausgedrückt: Unser heutiges Leben ist unnatürlicher als das vor 30.000 Jahren.

In der Steinzeit bestimmten die Natur und deren Gewalten über die Qualität und den Inhalt unseres Lebens. Der damals lebende Mensch war zu einem Höchstmaß in die Abläufe der Natur integriert und konnte sich deren Auswirkungen bestenfalls kurzzeitig durch den Rückzug in seine Höhle entziehen. Sobald der kleine oder große Hunger kam oder das Holz für das Feuer ausging, konnte er nicht anders, als sich wieder der Natur und ihren Kräften zu stellen.

Das meiste, was wir heute als Bestandteil unseres Lebens erfahren und wahrnehmen, basiert auf intellektuellen Konstrukten. Wie wir die Welt sehen und begreifen, welchen Herausforderungen wir uns gegenüber befinden und welche Chancen wir sehen und welche davon wir nutzen.

Die Familie als solche ist vermutlich das letzte Überbleibsel aus der Zeit, in der unser noch heute aktueller genetischer Code definiert wurde. Und vielleicht noch die dörfliche Gemeinschaft. Mehr aber auch nicht. Der komplette Rest unseres Lebens und unserer Gesellschaft basiert auf intellektuellen Konstrukten, die auch ganz anders hätten ausfallen und gestaltet werden können.

Ganz natürlich war es damals, dass zwar die Eltern die Kinder auf die Welt brachten, und dies im sehr jugendlichen Alter, es aber vor allem den Großeltern zugedacht war, die Kinder aufzuziehen. So konnten die Eltern ihre jugendliche Kraft in Viehzucht und Ackerbau, das Jagen und Sammeln und die Errichtung von Unterkünften investieren. Darüber hinaus mussten Sie sich keine Gedanken um die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder machen, denn dies übernahmen ihre Eltern (also die Großeltern ihrer Kinder) oder die dörfliche Gemeinschaft.

Heute sind wir umgeben von künstlichen Konstrukten, die allesamt intellektuelle Hervorbringungen sind. Angefangen bei Städten, Staaten und Staatengemeinschaften und die aus der künstlichen Verknappung von Rohstoffen resultierenden Auseinandersetzungen. Genauso sind Gott, Geld und Grundstückssteuer intellektuelle, künstliche Konzepte. Und nicht zuletzt zählen hierzu auch unser Selbstverständnis, das Verständnis von bezahlter Arbeit und Arbeitslosigkeit, an uns selbst erfahrene und von uns praktizierte Erziehung, Politik und Religion.

Das intellektuelle Konstrukt zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es ein künstliches ist, welches zufällig oder zum Nutzen von jemandem entstanden ist. Genauso könnte die Welt heute auch eine komplett andere sein, wenn sie auf einem anderen intellektuellen Konstrukt basieren würde. Und das eröffnet uns viele Möglichkeiten. Weit mehr, als wir heute für möglich halten. So können wir sich bietende Möglichkeiten nutzen, um neu über Realität oder besser gesagt über die ihr zugrunde liegende Illusion basierend auf der Bewertung und Interpretation von Wahrnehmung nachzudenken und dadurch Realität und in Folge dessen neues Leben und Erleben ermöglichen, definieren und kreieren.

Daher handelt dieses Buch von folgenden Erkenntnissen:

- Realität ist eine Illusion der Wirklichkeit. Nichts von dem, was ist, ist wirklich.

- Die Art der Illusion, in der wir leben, basiert auf Entscheidungen von uns oder von anderen über die Interpretation der Wahrnehmung. Alles, was ist, wird es dadurch, indem und wie wir es bewerten.

- Die Art, wie wir es bewerten, ist ein intellektuelles Konstrukt, welches nur eines der möglichen Konstrukte ist, und unsere Wahl für ein Konstrukt ist sehr stark durch unsere Umwelt, unsere Geschichte (oder das, was wir über sie erzählt bekommen), unseren Vorteil und nicht zuletzt durch den Vorteil anderer geprägt.

- Wir sind es, welche die Entscheidung über die Interpretation unserer Wahrnehmung treffen, sie neu treffen können und damit unser Leben und Erleben verändern können.

Ich werde nicht nur die Situation darstellen, sondern auch Schlussfolgerungen für das tägliche Erleben und den Umgang und die Anwendung dieses Wissens beschreiben. Hierzu beleuchten wir die metaphysische Komponente und das Selbst als Teil der Illusion. Und Sie werden erfahren, wie Sie dieser Illusion entsteigen können.

Mein Ziel ist, ein Bewusstsein und eine Bewusstheit zu schaffen, so dass wirkungsvolle Tools und Methoden für Persönlichkeitsentfaltung und Innovation noch größere Wirkung zeigen können. Dies erachte ich als überaus notwendig, denn es ist leider sehr oft zu beobachten, dass methodische Kompetenz vorhanden ist, jedoch gerade in den drei Bereichen

-Persönlichkeitsentwicklung/-entfaltung

-Problemlösung

-Innovation und Strategie

die Kenntnisse allein nicht ausreichend oder zielführend sind. Was es bedarf, ist ein Mindset, das als Voraussetzung tatsächliche Innovationen, Revolutionen und radikale Lösungen ermöglicht.

Ein weiteres Ziel ist, dass bisher als Begrenzung wahrgenommene Situationen und Konditionen nicht mehr als begrenzt und begrenzend wahrgenommen werden, sondern als frei gewählt. Mein Ziel ist, aufzuzeigen, welche Mechanismen wirken, so dass bisherige (vermeintliche) freie Entscheidungen gerade nicht als solche, sondern als Zwangsläufigkeiten wahrgenommen werden und der Boden für tatsächlich freie Entscheidungen bereitet wird.

Schlussendlich ist das Ziel, hin zu mehr Eigenverantwortlichkeit und zu mehr Vorstellungskraft zu führen. Die größten Ziele und Erfolge können erreicht werden, wenn das Vorstellbare grenzenlos und die Eigenverantwortlichkeit maximal ist. Die Fähigkeit zu haben, mehr zu erwarten und mehr darauf zu vertrauen, dass es nicht mehr bedarf als maximale Eigenverantwortlichkeit und Methoden, innerhalb der eigenen Verantwortlichkeit aktiv zu gestalten, z.B. durch absichtsvolles Denken.

Ich schreibe dieses Buch, weil ich festgestellt habe, dass Menschen, die Zugang zu diesem Konzept erhielten, bereits dadurch und ohne Anwendung von Methoden positive Veränderungen erzielen konnten und weitaus glücklicher waren als zuvor. Und weil durch die Kenntnis dieses Konzeptes Menschen einen sehr wirkungsvollen Zugang zu Methoden fanden, denen sie vorher nicht vertraut hätten. Durch dieses Konzept erhielten sie Zugang, so dass sie sich erklären konnten, warum einige Methoden überhaupt funktionieren. Dadurch entfaltete die Anwendung der Methoden eine weitaus größere Wirkung.

Das ist der Unterschied zwischen Auswendiglernen und Begreifen/Verstehen. Sie können physikalische Formeln auswendig lernen und Aufgaben lösen, die mit diesen Formeln lösbar sind. Haben Sie aber verstanden, warum die Formel so ist, wie sie ist, welches Kriterium also in welcher Weise Einfluss auf ein Ergebnis oder Resultat hat, dann können Sie eigene Überlegungen anstellen. Darüber nachdenken, wie sich das Ergebnis bei der Veränderung welcher Kriterien wie verändern wird und vor allem die Möglichkeiten abwägen, wie Sie zum gewünschten Ergebnis kommen können und welche Veränderungen hierfür notwendig sind. Sie haben es in der Hand, nicht nur, weil Sie die Regeln kennen, sondern weil Ihnen vor allem bewusst ist, welchen inneren Zusammenhängen und Abhängigkeiten das System unterliegt und folgt. Das Maß Ihrer Gestaltungsmöglichkeit und Einflussnahme steigt gewaltig, sobald Sie nicht nur Wissen, sondern Verständnis von und über ein System haben.

Vielleicht werden Sie fragen, warum ich dieses Buch geschrieben habe, wo es doch schon etliche Bücher zu diesem Thema gibt. Auch wenn es als unhöflich bewertet wird, eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten: Kennen Sie einen Menschen, der noch nicht das Leben seiner Träume lebt, der noch nicht alle seine Ziele erreichte und der noch nicht jeden Tag so glücklich ist, wie er sein könnte? Einen Menschen also, bei dem Sie das Gefühl haben, da geht noch was? Wenn Sie nur einen einzigen Menschen kennen, auf den oben genannte Punkte zutreffen, dann ist das Grund genug für dieses Buch. Jeder hat das Recht darauf und die Möglichkeit, das Leben seiner Träume zu leben. Wir müssen hierzu die Möglichkeit erkennen und das Recht wahrnehmen. Jeder hat das Recht darauf, glücklich, erfolgreich und all das zu sein, was er sein möchte. Wenn er denn will. Sollten Sie wollen, dann möchte ich Sie mit diesem Buch auf dem Weg dahin unterstützen.

Dieses Buch verfolgt die Absicht, bei Ihnen ein Bewusstsein zu erzeugen, welches einen fruchtbaren Nährboden für wirkungsvolle Tools bildet, so dass Sie diese Methoden weitaus wirkungsvoller einsetzen können als aus dem bloßen Verständnis heraus, dass es sich um wirkungsvolle Tools handelt. Es wird Ihnen keine neuen Tools liefern, denn von diesen gibt es mehr als genug und es ist mir noch keine Situation untergekommen, für die es nicht eine passende Methode gibt. Allerdings habe ich mehr als oft beobachten können, dass Tools alleine noch lange nicht zum gewünschten Erfolg führen. Bestenfalls benötigen Sie nach der Lektüre dieses Buches überhaupt keine Tools mehr, um zu erreichen, was auch immer Sie erreichen wollen.

Alleine schon dieses Bewusstsein ist in der Lage, dass Sie ab sofort weniger Probleme, Sorgen und Nöte haben und die noch verbleibenden Aufgabenstellungen mit Leichtigkeit meistern. Dies ist nicht nur möglich, sondern fast schon zwangsläufig. Die Natur, Gott oder wen auch immer Sie für Ihre Existenz verantwortlich machen hat es nämlich gar nicht anders vorgesehen. Wenn Sie diese Stufe an Bewusstheit erlangt haben, werden Sie sich vom Spielball zum Spielmacher und später sogar zum Spieldesigner entwickeln.

Dies ist keine Erklärung für etwas im Außen und keine Methode, das Äußere zu handhaben oder zu deuten. Es ist eine Erklärung und Sichtweise für das, was im Inneren ist. Diese Sichtweise ermöglicht dann, das Äußere in einer Weise zu deuten, welche Klarheit schafft, vieles verständlich werden lässt und vor allem Möglichkeiten aufzeigt, wie mit dem, was im Äußeren sich darstellt, umgegangen werden kann. Wir gehen also vom Außen nach innen, finden eine Weltanschauung für das, was im Inneren ist, und beobachten dann mit dieser Weltanschauung das, was sich im Äußeren darstellt.

Für diesen Weg ist dieses Buch als Initiator, Begleiter und Moderator gedacht. Sie können es halten, wie Sie wollen, und sich entscheiden, wie Sie wollen. Eine einzige Sache ist sicher: Nach der Lektüre werden Sie nie wieder behaupten können, es nicht gewusst zu haben. Also auf in den Hasenbau.

Noch eine letzte Bemerkung: Einige Stellen dieses Buches sind in kurzen Stichwörtern formuliert. Dies soll Ihnen die Möglichkeit geben, sich über diese Stichpunkte Ihre eigenen Gedanken zu machen, und es gibt mir die Möglichkeit, Sie nicht länger auf das Erscheinen dieses Buches warten zu lassen.

Marcel Strobel

North Little Rock, den 26. September 2016

Die Struktur dieses Buches

Dieses Buch ist in drei Teile untergliedert.

Der erste Teil beleuchtet die Notwendigkeit, die (grundsätzliche) Möglichkeit und die Chancen einer neuen Weltanschauung, eines neuen Modells von Welt. Es stellt dar, warum jede Weltanschauung niemals der Wirklichkeit entsprechen kann und wir uns gerade deshalb wohlüberlegt zu einer Weltanschauung entscheiden können und sogar sollten. Es wird aufgezeigt, dass unsere Gesellschaftsform und all das, was wir als „normal“ empfinden, auf einem intellektuellen und künstlichen Konstrukt basiert und alles andere als natürlich oder naturgemäß ist.

Im zweiten Teil wird die Weltanschauung dargestellt und all ihre Merkmale und Eigenschaften aufgezeigt. Ebenso wird hier dem Ansatz, diese Weltanschauung als eine realistische Möglichkeit und zumindest gültige Vorstellung sehen zu können, Platz eingeräumt. Die Fragen nach dem Sinn, dem Zweck und der Aufgabe des Lebens werden beantwortet. Diese Antworten ermöglichen einen leichteren und erfolgreicheren Umgang mit den Herausforderungen des Lebens.

Der Vorteil dieser Weltanschauung, der daraus resultierende Nutzen und wie vermittels dieser Weltanschauung Qualität im (eigenen) Leben erzeugt werden kann, ist Thema des dritten Teils. Er soll Ihnen die Möglichkeit geben, sich innerhalb des künstlichen intellektuellen Konstruktes unserer Gesellschaft günstig zu verhalten. „Günstig“ meint in diesem Sinne: Ihren Zielen entsprechend. Der dritte Teil dieses Buches ist der ultimative Life Hack im Spiel des Lebens.

1. Teil – Wie wir Erfahrungen machen

Über die Illusion der Realität.

Warum aus der Sicht der Psychologie und der Physik die Realität, so wie wir sie wahrnehmen, nicht existiert.

Wie wir uns eine eigene individuelle Realität konstruieren und die Illusion gestalten.

 

Die Dominanz des Nichts oder warum die Realität eine Illusion ist

Nochmals zurück zur eingangs gestellten Frage: Fragen Sie sich nicht manchmal auch und haben sich darüber gewundert, warum der eine Mensch komplett andere Ergebnisse erzielt als ein anderer Mensch mit identischen Voraussetzungen?

Die Ursache ist, dass beide in verschiedenen Welten leben, oder zumindest ein und dieselbe Welt mit verschiedenen Weltbildern erklären, begreifen und gestalten.

Dass es sich um identische Voraussetzungen handelt, ist nämlich ein Trugschluss. So wirkt es nur aus unserer Perspektive, das ist unsere Bewertung. Aus der jeweiligen Sicht der beiden Menschen sind es vollkommen unterschiedliche Welten, basierend auf vollkommen unterschiedlichen Wahrnehmungen und Bewertungen.

Jeder lebt in seiner ganz eigenen Welt.

Jeder von uns lebt in seiner Welt. In (s)einer ganz eigenen. Sie glauben mir nicht, dass jeder von uns in seiner eigenen Welt lebt? Das mag ich Ihnen gerne erläutern. Fangen wir ganz klein an, mit einem Punkt. Einem Punkt so klein wie ein Atom.

Die Erkenntnisse der Relativitätstheorie und der Quantenphysik werden im Physikunterricht an Schulen und Universitäten gelehrt. In meiner Wahrnehmung wird bei diesen Gelegenheiten die praktisch Relevanz für unser Leben jedoch nur unzureichend beleuchtet. Diese Themen werden behandelt, als hätten wir selbst nichts mit ihnen zu tun. Genau das Gegenteil ist der Fall. Unsere Existenz wird in zutreffender Weise weit mehr durch diese beiden Fachgebiete beschrieben, als wir es uns vorstellen können. Und das hat enorme Auswirkungen auf die Möglichkeiten, die wir besitzen. Und wir können diese nutzen. Zu unserem Vorteil.

Was wir als Materie wahrnehmen, ist eine Illusion, denn die Welt besteht vor allem aus ganz viel Nichts, Energie und Information.

Das bisschen Materie spielt dabei keine große Rolle. Und sie erweckt vor allem einen Eindruck, der ihrer geringfügigen Existenz nicht gerecht wird. Materie ist ein Hochstapler.

Vieles, viel zu vieles in unserem Leben dreht sich um Materie. Nicht zuletzt die Materie, die wir besitzen wollen, die uns stört, derer wir uns ausgeliefert empfinden (zum Beispiel unserem Körper). Und dabei existiert sie fast nicht, diese Materie. Das, was ist, ist eine riesige Illusionen.

Wir sind Materie und Energie zugleich.

Wie viel Materie gibt es? Nun, zuerst müssen wir uns darauf verständigen, was wir als Materie zulassen, denn bereits hier gelangen wir durch den Welle/Teilchen-Dualismus auf sehr dünnes Eis. Etwas (genauer als mit „etwas“ ist es nicht zu beschreiben – warum das so ist, werden Sie gleich lesen) kann sowohl Teilchen als auch eine Welle, also etwas Nichtmaterielles sein. Herausgefunden wurde dies an Photonen, also an Lichtteilchen. Je nach Versuchsaufbau (das berühmte Doppelspaltexperiment) stellt sich Licht als Teilchen oder als Welle dar. Wenn wir also von „etwas“ sprechen, meint dies sowohl Materie als auch Welle. Der Übergang ist fließend, vermutlich nur sehr schwer zu lokalisieren und wohnt als Eigenschaft allem inne. Allem, was ist. Dem Universum, unserer Erde wie auch uns selbst. Dadurch erleben wir uns sowohl als etwas körperliches und materielles, sind gleichermaßen aber auch Energie. Und je nach Betrachtungsweise sogar ausschließlich Energie, denn Materie ist unter dieser Sichtweise nichts anderes als geronnene Energie.

Lassen wir diesen Effekt außen vor, dann könnten wir uns darauf verständigen, dass Materie aus Atomen besteht. Diese wiederum aus Elektronen und einem Atomkern, der wiederum aus Protonen und Neutronen besteht. Die Elektronen bewegen sich in Wahrscheinlichkeitswolken, oder wie früher verstanden wurde, auf Bahnen um den Atomkern. Zwischen der Hülle der Elektronen und dem Kern ist Platz, viel Platz. Schätzen Sie einmal, wie viel Platz. Zur leichteren Vorstellung nehmen wir uns ein einziges Atom vor und blasen es auf. So groß, dass dieses einzelne Atom so groß ist wie Notre-Dame in Paris. Die Gebäudehülle wäre nun also die Hülle, die durch die Elektronen beschrieben wird. Nun die Quizfrage: Wie groß ist der Kern?

Ein kleiner Tipp: Stellen Sie sich vor, Sie würden Notre-Dame durch das Haupttor betreten. Sie gehen dann den Gang zwischen den Bänken entlang, bis Sie an Reihe 67 kommen. Dort biegen Sie nach rechts in die Reihe der Kirchenbänke ab und gehen ungefähr bis in die Mitte dieser Reihe. Dort lassen sie sich nieder. Vor ihnen finden Sie ein Gesangsbuch. Dieses schlagen sie auf Seite 89 auf und gleiten mit dem Finger über die Zeilen. Bei Zeile 24 stoppen Sie. Das dritte Wort von links beinhaltet den Buchstaben „i“. Und genau so groß wie der i-Punkt ist auch der Kern dieses Atoms. Nun schauen Sie um sich und sehen den riesigen Raum, der Sie umgibt. Alles gähnende Leere im Atom. So viel Nichts und nur so wenig von etwas, das je nach Betrachtungsweise noch nicht einmal Materie sein muss, sondern auch Energie sein könnte.

Das, was ist, ist vor allem Nichts.

Wenn wir aus dem gesamten uns bekannten Universum das „Nichts“ herauslassen und nur die Materie betrachten, die dann übrig bleibt: Sie könnten das gesamte Universum in einem 10-Liter-Eimer davontragen. Es wäre zwar ein ziemlich schwerer Eimer, aber es wäre nur ein Eimer. Mehr nicht. Mehr Materie gibt es nicht.

Randbemerkung: Und selbst wenn Sie mir kein Wort glauben und auf dem beharren, was für Sie Realität ist: Sie werden Ihre Vorteile bereits dann aus dieser Sichtweise ziehen können, wenn Sie diesen Gedanken als Experiment zulassen.

Schlussendlich sind wir alle und alles also weitaus mehr Energie als Materie. In eher esoterisch positionierten Veröffentlichungen wird gerne darüber gesprochen, dass wir Energiewesen sind. Und genau das trifft zu und ist wohl die beste Beschreibung für unser wahres Wesen.

Materie und andere Illusionen

Materie ist eine Illusion. Alles ist Energie, und sonst fast gar nichts. Warum können wir dann aber nicht durch Dinge hindurchfassen? Warum können wir Dinge greifen und deren Position verändern?

Es ist eine Frage der Geschwindigkeit. Vergleichen Sie die um den Atomkern kreisenden Elektronen und die selbst auch schwingenden Atome mit sehr schnellen Fahrzeugen auf der Autobahn. Nehmen wir an, ein Auto ist 4 m lang und fährt mit 200 km/h. Nach der geltenden Regel der Straßenverkehrsordnung müssten dann die Fahrzeuge einen Abstand von 100 m zueinander haben. Als Kette gesehen sind das dann also 4 m Auto und 100 m Nichts, danach wieder 4 m Auto und dann wieder 100 m Nichts usw. Jetzt stellen Sie sich bitte vor, es handelt sich um eine 6-spurige Autobahn, auf der sich auf allen sechs Spuren Fahrzeuge mit 200 km/h Geschwindigkeit im Abstand von 100 m zueinander befinden. Würden Sie, ohne zwischen den Spuren auf die nächste Lücke wartend, die Autobahn in einem Mal überqueren? Sicherlich nicht. Mindestens auf einer Fahrbahn würden sie mit einem Fahrzeug kollidieren, oder besser gesagt, dass Fahrzeug mit Ihnen. Sie kämen einfach nicht durch.

Geschwindigkeit erschafft Illusion.

Und dies liegt vor allem an der Begrenztheit Ihrer eigenen Geschwindigkeit und etwas an der Wahrscheinlichkeit, ob es den einen kleinen Moment gibt, in dem die komplette Autobahn in Ihrer Bewegungsrichtung frei ist. Wenn Sie schnell genug wären, diesen Moment auszunutzen, hätten Sie eine Chance. So aber geschieht es Ihnen wie bei dem Versuch, durch einen Stuhl hindurchzugreifen: Sie kollidieren mit dem, was zwar gemessen am Raum recht wenig ist, sich aber in unvorstellbar hoher Geschwindigkeit bewegt und dadurch die Illusion erzeugt, der ganze Raum wäre mit diesen Teilchen gefüllt.

Und um das Modell zu vervollständigen: Haben Sie schon einmal versucht, ein Sieb durch ein anderes Sieb zu befördern, indem sie die beiden Siebe aufeinander legten? Beide Siebe bestehen ja auch vor allem aus den Lücken zwischen den Drähten und nur sehr wenig Draht. Falls ja, dann haben Sie die Erfahrung machen können, dass auch dies nicht geht. Ursache ist die Integrität, also der Zusammenhalt der einzelnen Teile einer Konstruktion. Genau diesen Zusammenhang gibt es sowohl zwischen den Teilen der Atome als auch zwischen verschiedenen Atomen, die zu Molekülen oder Gittern zusammengefasst Stoffe bilden, als auch zwischen den Molekülen, die Körper, zum Beispiel die Rückenlehne Ihres Stuhles bilden.

Es ist also nicht nur deshalb unmöglich, durch einen Körper hindurchzugreifen, weil der fast leere Raum mit sich schnell bewegenden Teilchen gefüllt ist, sondern auch, weil die Teilchen, die einen Körper bilden, durch Kräfte untereinander verbunden sind.

Und es gibt sie doch, Teilchen, die Körper durchdringen. Vielleicht kennen Sie ja den experimentellen Aufbau, bei dem die Existenz von Weltraumstrahlung dargestellt wird. Hier dringt ein Teilchen in eine Flüssigkeit ein und hinterlässt eine Spur. Warum dies so funktioniert: weil dieses Teilchen sich an die oben genannten Regeln zur Überquerung der 6-spurigen Autobahn hält:

1.Es ist es nur ein Teilchen, also sehr klein, und

2.es ist sehr schnell.

Solange wir es nicht schaffen, die gleichen Qualitäten in Dimension und Geschwindigkeit an den Tag zu legen, müssen wir mit der Situation vorlieb nehmen und uns besser auch mit dieser arrangieren, dass wir mit anderen Körpern kollidieren und diese nicht schmerzfrei durchdringen können. Das sollte uns aber nicht dazu bringen, die Natur der Sache zu ignorieren oder zu negieren, denn diese Natur ist die unsrige. Und genau das verschafft uns schier unbegrenzte Möglichkeiten, die nur durch unsere individuellen Grenzen des Vorstellbaren beschränkt werden.

Alles und jeder ist eine Illusion.

Alles ist Illusion, auch unser Gegenüber. Warum? Weil er genau wie alles andere in unserer Realität auf Basis von Messwerten konstruiert wird. Und zwar durch uns. So, wie wir empfinden, dass er ist – zum Beispiel im Umgang mit uns – basiert lediglich auf der Bewertung, die ausschließlich durch uns vorgenommen wird. Daher ist jeder von uns im Leben des anderen eine Illusion. Nicht seine Existenz ist eine Illusion (wobei aus vorher beschriebenen physikalischen Gründen auch dies zutrifft), sondern wie er (zu uns) ist, ist eine Illusion, die wir selbst erschaffen.

Warum wir uns sehen (können), denn eigentlich müssten wir bei so wenig Materie ja durch uns und alle Objekte hindurchschauen können: weil wir zu langsam und nicht hoch genug aufgelöst sehen bzw. zu langsam Bilder verarbeiten. Die Elektronen bewegen sich so schnell, dass die Atome als Kugel erscheinen. Würden wir schneller sehen können, würden wir den Kern und die Elektronen getrennt voneinander sehen und dazwischen das gähnende Nichts. Und die Auflösung unseres Sehens ist zu gering.

Erst die Trägheit unseres Gehirns ermöglicht, dass wir etwas sehen.

Eine Abbildung in einer Zeitung erscheint uns aus der gewohnten Entfernung wie ein Bild. Gehen wir jedoch näher an das Bild heran, erkennen wir die Punkte, aus denen sich das Bild zusammensetzt. Und wir erkennen dann vor allem auch die Freiräume zwischen den Punkten. Und bei Atomen sind die Freiräume noch wesentlich größer als bei den Bildpunkten einer Abbildung in einer Zeitung. Würden wir also in einer höheren Auflösung sehen können und dies auch noch in einer rasanten Geschwindigkeit und könnten wir dann auch noch diese schier unendliche Vielzahl von Bildern in einer ausreichend hohen Geschwindigkeit verarbeiten, könnten wir durch uns selbst und alles andere hindurchsehen. Die Welt käme uns wie ein Fliegengitter vor. Bei genauerem Hinsehen würden wir feststellen können, dass da etwas ist. Dies aber auch nur, wenn wir uns auf das wenige Etwas eines Fliegengitters konzentrieren. Bei einem nicht auf das Fliegengitter gerichteten Blick nehmen wir es genauso wenig wahr wie wir alles um uns nicht mehr wahrnehmen würden, wären wir nicht mit dieser optischen und mentalen Trägheit versehen. Die von uns wahrgenommene Realität ist eine optische Täuschung. So, wie die bewegten Bilder eines Filmes eine optische Täuschung sind. Denn genau genommen besteht jeder Film aus einer Vielzahl aneinandergereihter Standbilder, die in ausreichend hoher Geschwindigkeit nacheinander präsentiert werden, so dass die Trägheit unseres Auges und unseres Gehirnes die Illusion der Bewegung erzeugt.

Wie wir unsere Realität konstruieren

Wir haben einen doppelten Filter: die Sensorik, die uns nur Teile der Wirklichkeit präsentiert, und die Art und Weise, wie wir diesen Ausschnitt interpretieren und bewerten. Beides führt dazu, dass wir in einer vollkommenen Illusion leben, denn das, was bewertet, hat keinen direkten Zugang zu dem, was da bewertet wird. Wir schauen also auf die Ergebnisse eines Messgerätes (wobei wir nichts anderes sehen als das Display des Messgerätes) und versuchen dann auf Basis der abgelesenen Werte zu mutmaßen, wie das wohl aussieht, was da gemessen wurde.

Die Fähigkeit unserer Sinne filtert unsere Wahrnehmung.

An einem konkreten Beispiel möchte ich das verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, Sie schauen auf eine Tankanzeige, die unterteilt ist in: leer, ¼, ½, ¾, voll. Nehmen wir an, der Zeiger zeigt irgendwo in den Bereich zwischen ½ und ¾. Das und nichts anderes sehen Sie. So ungefähr können Sie sich das vorstellen, was Ihr Gehirn zu Gesicht bekommt, bevor es eine Bewertung des Wahrgenommenen vornimmt. Es ist schon ein belustigender Gedanke, dass wir unsere Meinung über die Welt auf nichts anderes aufbauen als auf derlei Messwerte und Beobachtungen. Aber gut, so sind wir halt, weil wir nicht anders können.

Die Interpretation der Wahrnehmung filtert ebenso.

Nun kommt das Interpretieren: In vielfältiger und unterschiedlicher Weise können wir nun mit der Beobachtung, dem Messwert umgehen. Das, was wir mit Gewissheit wahrnehmen, ist, dass der Zeiger der Füllstandsanzeige einen Wert zwischen ½ und ¾ anzeigt. Das ist alles, was wir wissen. Mehr gibt es nicht. Dafür aber eine gehörige Menge an Fakten, die wir nicht wissen:

1. Stimmt denn diese Anzeige oder ist sie defekt?

2. Ist der Füllstand ausreichend, um unser Ziel zu erreichen? Wie groß ist der Tank? Komme ich damit nur in den nächsten Ort oder reicht es bis ans Meer? So gibt es ja Menschen, die, egal wie voll der Tank ist, immer meinen, er sei viel zu leer, und genauso gibt es Menschen, die regelmäßig noch so niedrige Füllstände als ausreichend voll bewerten.

3. Wird sich der Wert der Füllstandsanzeige denn überhaupt verändern? Ist das, was da als Füllstand angezeigt wird, überhaupt etwas, was mehr oder weniger werden kann, und wenn ja, wird es von alleine mehr oder weniger?

4. Und falls es weniger wird: Wie komme ich zu mehr? Füllt es sich automatisch wieder auf? Kann man es überhaupt nachfüllen? Muss ich das machen? Machen es andere? Macht es das von alleine?

5. Gibt es noch mehr Behältnisse mit etwas darin wie jenes, dessen Füllstandsanzeige ich gerade betrachte? Ist es der einzige Tank in meinem Vehikel?

Kurz und gut: Unsere Versuche, aus unseren Messwerten heraus die Welt beschreiben zu wollen, sind zum Scheitern verurteilt. Weil wir die Welt nicht erklären können, müssen wir es auch nicht. Wir haben daher die maximale Freiheit, sie zu deuten, uns ein Bild von ihr zu machen, sie zu interpretieren. Unsere Entscheidung ist es, wie wir dies tun. Und wir tun gut daran, dies in einer für uns günstigen Weise zu machen und das, was wir als ungünstig empfinden, so zu bewerten, dass es günstiger ist und wir dadurch mehr Möglichkeiten haben, das uns zur Verfügung stehende Potenzial im Innen und im Außen zu nutzen.

Wir entscheiden durch die Bewertung unserer Wahrnehmung über die Qualität unserer Welt und unseres Erlebens.

Realität ist bewertete Wahrnehmung. Sie werden immer finden, wonach Sie suchen. Und finden Sie es nicht direkt, werden Sie etwas finden, was Sie zumindest in dem Glauben bestärkt, nach dessen Bestätigung Sie gesucht haben. Um zu finden, müssen Sie suchen. Das Suchen ist das, was die Intention ausdrückt und festlegt. Daher ist die Frage „Wonach wollen Sie suchen, weil Sie es finden wollen?“ die entscheidende und weniger das, was Sie tatsächlich finden werden.

Realitätsbeweise sind ein schwieriges Unterfangen.

Die Schwierigkeit des Fakts einer konstruierten Realität ist, dass sie als solche nicht als Wahrheit bewiesen werden kann, da eine Behauptung nicht durch sich selbst bewiesen werden kann. Ein „das ist halt so“ ist ungültig. Wir können nicht etwas durch sich selbst beweisen. Genau dies ist bei einem Realitätsbeweis allerdings notwendig. Eine Realität kann nur mit und durch sich selbst bewiesen werden und ist dadurch unbeweisbar. Eine unabhängige Beobachterposition gibt es nicht, zumindest nicht, so lange es sich bei der zu beweisenden Realität um unsere eigene handelt.

Selbstbewusstsein / Selbstbewusstheit

Ich erachte eine Differenzierung von Selbstbewusstheit und Selbstbewusstsein für zwingend notwendig. Um dies zu erklären, möchte ich gerne einen Vergleich bemühen. Sie können gesund sein und Sie haben eine Gesundheit. Und genauso könnten Sie krank sein, dann hätten Sie eine Krankheit.

Zu meinen, etwas zu sein, setzt voraus, vorher das, was man ist, als Konzept verstanden zu haben. Hat man es verstanden, ist es die persönliche Entscheidung, sich mit diesem Konzept zu identifizieren oder auch nicht. Wir können nur gesund sein, wenn uns das Konzept von Krankheit und Gesundheit bekannt ist. Erst dann können wir uns damit identifizieren und entscheiden, was wir sind, gesund oder eben krank.

Wir können uns nicht mit etwas identifizieren, zu dem wir konzeptionell keinen Zugang haben. Somit definiert unsere konzeptionelle Vorstellungskraft die Möglichkeiten, für die wir uns entscheiden können. Es ist also durchaus möglich, dass wir etwas sein könnten, es aber nicht sind, weil wir dazu konzeptionell keinen Zugang haben.

Wir können nur das sein, von dem wir glauben, es sein zu können.

Ein Beispiel hierzu: Der Neandertaler hat sich als das begriffen, was innerhalb seines Konzeptes möglich war. Sicherlich außerhalb seiner Möglichkeiten befand sich das Konzept, einen Planeten zu bewohnen, der sich innerhalb eines sich ausdehnenden Universums befindet, um eine Sonne kreisend und der nicht der einzige Planet zu sein scheint, auf dem Leben möglich ist und existiert. Er konnte nicht das Selbstbewusstsein eines Erdenbürgers entwickeln, da er hierzu konzeptionell ...

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